Posts Tagged 'Fußballweltmeisterschaft 2014'

Jogis Jungs – Rausgeschmissen und doch weiter

Die Wirklichkeit ist manchmal ganz schön widersprüchlich, und die RTL 2 News schaffen es diese komplizierte Welt zusammen zu halten. Warum sich die Redaktion dann für technische Schwierigkeiten entschuldigt, ist mir schleierhaft. Wo hat denn die Technik versagt? Menschen haben uns doch nur gezeigt, was wir nicht erkannt haben – die Widersprüche dieser Welt. Dazu sind schließlich Medien da.

 

 

Wie Frankreich Deutschland im Viertelfinale aus der WM warf from Stefan Niggemeier on Vimeo. Der Dank für das Fundstück ist  Stefan Niggemeier gewiss.

Werbung

Noch einmal: Refait – der Kurzfilmklassiker zu Frankreich gegen Deutschland

Für das Vorprogramm zum heutigen Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft 2014 Deutschland gegen Frankreich möchte ich auf einen Kurzfilm zurückgreifen, der 2010 entstand und den ich damals schon in diesen Räumen hier vorgestellt habe. Mit diesem Film geht es mir wie mit „Dinner for one“ zu Silvester. Im Grunde gehört er vor jedem Spiel dieser beiden Mannschaft gezeigt. „Refait“ heißt das zeitlose Werk, mit dem das Künstlerkollektiv Pied la Biche seinerzeit die letzten 15 Minuten des Halbfinales der Fußballweltmeisterschaft 1982 zwischen Deutschland und Frankreich so detailgetreu wie möglich in der französischen Stadtlandschaft von Villeurbanne nachstellte, während das durch die französische TV-Übertragung vermittelte Originalgeschehen im Splitsceen daneben gesetzt ist.

Dieses Elfmeterschießen gewann die deutsche Nationalmannschaft. Wenn künstlerische Ausdrucksmittel genutzt werden, um ein Geschehen der Vergangenheit zu bearbeiten, liegt die Vermutung nahe, dass dieses Geschehen in der Welt der schaffenden Künstler von besonderer Bedeutung ist. Vor vier Jahren habe ich darüber etwas länger nach gedacht. Neue Worte braucht das nicht. Wer daran interessiert ist, klicke einmal weiter zur Premiere von „Refait“ in diesen Räumen hier. Et voilà  – auch wenn ich auf ein Elfmeterschießen heute Abend gut verzichten kann.

Quelle: Piedlabiche, Vimeo.

Befreites Aufspielen von Per Mertesacker

Schon im Interview deutete sich das große Register von Per Mertesacker beim Umgang mit den Medien an. Gestern zeigte er noch ein selbstironisches Nachspiel bei Twitter. Sieht wie befreites Aufspielen nach der Interview-Pflicht aus.

2014-07-02_mertesacker_ice

Quelle: twitter  @mertesacker

Timing – Per Mertesacker vs Boris Büchler

Per Mertesacker hatte gestern am späten Abend natürlich lange 120 Minuten Zeit, im Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Algerien das notwendige Gefühl fürs Timing zu entwickeln. Ein kleiner Patzer in der ersten Halbzeit bei einem Pass machte ihn nur noch konzentrierter, danach sah ich ihn mit den richtigen Entscheidungen im richtigen Moment. Befreiungsschläge sind mitgemeint. Als ZDF-Reporter aber wirst du zur O-Ton-Jagd immer ohne Aufwärmen ins Getümmel geworfen. Da verliert du leicht in der Hektik der Anfangsminuten den Überblick, fühlst dich noch nicht richtig im Spiel und packst aus Angst den Erwartungen deiner Redakteurstrainer nicht gerecht zu werden, sofort die rustikale Grätsch-Frage als ein Ausrufezeichen aus. Nach den siegreichen 120 Minuten schreckt Per Mertesacker so etwas überhaupt nicht. Trotz seiner Erschöpfung nimmt er den Kampf auf und gibt in selber Manier die Antwort, um anschließend zu eleganter Rede zurückzufinden und die Situation vollends zu klären.  Per Mertesacker, heute Nacht, ein wahrer Meister des Timing!

Deutschlands innovativer Bewegtbildmarkt – best practice in spe

Nicht vorhandene TV-Rechte an Fußballspielen haben noch kein zu allem entschlossenes Medium dieser Welt davon abhalten können „innovative“ und „spektaktuläre“ Bewegtbildformate zu entwickeln, die den Zuschauern den „ganzen Fußballgenuss“ auf „ihnen zuvor noch nie dargebotene Weise“ ermöglichen. Ich kannte bislang zum Beispiel, die von Thomas Helmer geleitete  Dingenskirchens-Fantalk-Runde zu Champions-League-Spielen mit deutscher Beteiligung bei Sport1 vom Hörensagen und einem youtube-Clip, der nach dem Spiel des BVB gegen Malaga im April 2013 ins Netz gestellt worden ist.

Unbekannt war mir bis heute aber das „innovative“ Bewegtbildformat, das in Zusammenarbeit von Spiegel TV und kicker.tv entstanden ist. Die beiden führenden deutschen Medien ihrer Art entwickeln die  Fußballberichterstattung vor allem dadurch weiter, dass sie das Wort „Analyse“ entgrenzen. Durch diesen mutig gewonnenen Bedeutungsreichtum der „Analyse“ lassen sich nun nicht nur Leser mittels Bewegtbild weitaus umfassender über das Sportgeschehen informieren. Darüber hinaus erhält die deutsche IT-Branche einen Wachstumsschub, wenn die Wirklichkeit etwa des WM-Spiels Deutschland gegen Ghana mit computeranimierten Spielszenen  im Bewegtbild-Nachrichtenclip  „3-D-Analyse: Klose rettet Deutschland“ verdoppelt wird.

 

 

Die schönsten Fußballtorten der Welt – Folge XXI – Niederländische Nationalmannschaft

Mit freundlicher Unterstützung von „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben musspräsentiert der Zebrastreifenblog  in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Ich hatte gehofft, die niederländische Kuchenbäckerin Bianca de Jong wäre auch die Weltmeisterschaftsteilnahme der Nationalmannschaft ihres Landes im Jahr 2014 ein Kuchen wert gewesen. Vielleicht wartet sie bis zur erhofften Finalteilnahme. Ich kann in dem Fall keine Rücksicht nehmen und greife vor dem Spiel der Niederlande gegen Australien auf ihren Kuchen der letzten WM in Südafrika zurück. In den Finalrunden wollen wir schließlich unsere eigenen Kuchen zur Feier der deutschen Nationalmannschaft essen.

Zeitdurcheinander klärt sich durch animierte schöne WM-Tore

Mir ging es gestern so, als wachte ich an einem Morgen Ende September auf, schaute aus dem Fenster und starrte auf eine Welt, die unter einer geschlossenen Schneedecke liegt. Trainingsauftakt des MSV Duisburg. Jetzt? Vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft bei einer Fußballweltmeisterschaft? Ich wusste natürlich von dem Datum, aber die Wirklichkeit fühlt sich dann immer noch einmal anders an. Die Saisonabläufe in der Dritten Liga bringen mich durcheinander. Es wird Zeit für den Aufstieg. Fortuna Düsseldorf etwa beginnt heute erst mit dem Training.
Während ich also versuchte, mich über den Schnee vor meinem Fenster zu freuen, erinnerte mich Fritten, Fußball und Bier mit einem Hinweis auf die Animationen des Engländers Richard Swarbrick an die gerade sonst üblichen Spätsommeraktivitäten. Durch seine Bearbeitung der TV-Ausschnittvorlage von acht der schönsten Tore bei Fußballweltmeisterschaften entsteht eine Art Tanztheater. Die Bewegung der Spieler tritt in den Vordergrund und rückt den Blick auf die vollendete Harmonie bei diesen Toren.
Wenn ihr nicht selbst drauf kommt, um welche Tore es sich handelt, findet ihr die Auflösung in den Kommentaren bei Youtube.
Ihr könnt natürlich gerne auch hier in den Räumen schon die Lösung verraten, wenn ihr sie wisst.
Richard Swarbrick stellt auf seiner Seite im Netz weitere Animationen online, mit denen er sich auch anderen Sujets der Bewegung gewidmet hat: www.richardswarbrick.com. NBA-Finals des Basketball sind darunter. Nach meinem Geschmack eignet sich der Basketball aber weniger als der Fußball für diese Art künstlerischer Umsetzung.
Und zu guter Letzt: Das Tor von Arjen Robben hat Richard Swarbrick ebenfalls sehr beeindruckt.

 

Fundstück: Christof Kneer über Arne Friedrich in der Süddeutschen Zeitung

Gerade lese ich im Sportteil der Süddeutschen Zeitung und stoße auf  einen schönen Absatz, den Christof Kneer über Arne Friedrich schreibt.

„So haben die Leute das jedenfalls wahrgenommen: 2006 war Arne Friedrich der Spielverderber. 2010 hat er dem Gegner den Spaß verdorben. Fußball ist ab einem gewissen Niveau immer auch Geschmackssache, und es kommt auch immer darauf an, in welche Zeit ein Spieler gerade gerät. 2006 war nicht die Zeit für Arne Friedrich, 2010 dagegen sehr.“

Christof Kneer nimmt die unterschiedliche Bewertung von Arne Friedrichs Leistung während der beiden Weltmeisterschaften 2006 und 2010 als Beispiel, um die spielerischen Möglichkeiten der deutschen Defensive während dieser WM zu umreißen. Zum gesamten Artikel geht es mit einem Klick weiter.

Sehr schön ist dabei übrigens auch festzustellen, wie selbstverständlich die avancierte Fußballberichterstattung und der Kulturjournalismus sich inzwischen derselben Deutungsmuster bedienen. Die unzeitgemäße Begegnung von Kunstwerk und Öffentlichkeit ist ja als Topos der Kultubetrachtung nicht unbekannt.

Oranje brillant

Nicht oft lässt sich mit dem Verweis auf eine Buchbesprechung ein Fußballspiel zusammenfassen.  Der  fantastische 5:1-Sieg der Elftal bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien lässt mir nichts anderes übrig. Spielberichte gibt es schließlich genug, und vom fünften Tor durch Arjen Robben habe ich inzwischen schon mit jedem Marktverkäufer geschwärmt. Wenn jemand es schafft diese hohe Sprintgeschwindigkeit ohne Auslauf, fast auf der Stelle so abzubremsen, dass er sogleich in einer 270-Grad-Drehung den Ball problemlos beherrscht, dann muss der Körper dieses Menschen wieder sehr verletzungsresistent sein. Brillant!

„Oranje brillant“ eben, wie David Winner sein Buch über den holländischen Fußball vor ein paar Jahren genannt hat. Passend zum Spiel, ein großartiges Buch, zu dem ich damals schon in diesen Räumen ein paar Worte schrieben habe – für den ersten Eindruck seien diese wiederholt:

Mir geht es um ein Buch, das ein absolutes Muss für jeden Fußballfan ist und das für uns Ruhrgebietler außerdem manches Wiedererkennen der netten Nachbarsleute von nebenan mit sich bringt. Der Brite David Winner hat mit “Oranje brillant” ein Buch über den holländischen Fußball ab Ende der 60er geschrieben. Gleichzeitig ist das eine Kulturstudie über die Niederlande. Außerdem steckt da ein Erinnerungsbuch drin für alle, die in den 70ern mit Ajax-Trikots rumgerannt sind. Was schon ganz was besonderes war, wenn ich mich an die Klassenspiele im Meidericher Stadtpark erinnere.

Für die mehr der Hochkultur zugeneigten Leser anderenorts habe ich das Ganze etwas seriöser klingen lassen:

Schließlich ist dieses Fußballbuch des Briten, der lange Zeit in Amsterdam gelebt hat, eine großartige Kulturstudie über die Niederlande, prall gefüllt mit interessanten Überlegungen und klugen Beobachtungen samt Schlüssen und Analysen. Winners Beschreibung der kulturellen, sozialen und politischen Entwicklungen ab Ende der 60er Jahre lässt sich zudem bei allen nationalen Besonderheiten in den Niederlanden als Teil einer europäischen Geschichte lesen. Und nicht zuletzt umreißt Winner in einem Kapitel, das extra für die deutsche Ausgabe des Buches geschrieben wurde, das deutsch-holländische Verhältnis und dessen Veränderungen über die Jahre.

Die gesamte Besprechung findet ihr mit einem Klick weiter.

Und wer das gestrige Oranje brillant noch einmal in der Essenz sehen möchte, bitte schön:

 

 

 

Weltkarte der WM-Fahrer unter den Ex-Zebras

Eben noch ging mir durch den Kopf, warum nicht gerade heute mal antizyklisch in die Welt schauen, und schon wusste ich gar nicht, wie so was gehen soll, antizyklisch schauen. Aber wahrscheinlich gefällt mir die „Weltkarte der WM-Fahrer aus den Bundesligen“ bei bundesliga.de gerade wegen dieses frühmorgendlichen Gedankens so gut, weil sie das Antizyklische meines Landkartenfetisches mit dem Zyklischen der Fußball-WM auf so angenehme Weise miteinander verknüpft.

Was ich zudem gerne aufgreife, da eine „Weltkarte der WM-Fahrer unter den Ex-Zebras“ wenig Arbeit macht und ich mich per Ausschnittvergrößerung auf zwei drei Regionen konzentrieren kann. Korrigiert mich, wenn ich damit falsch liege.

Aus welchem Land der eine WM-Fahrer kommt, könnt ihr mit dieser Karte erkennen.

https://i0.wp.com/d-maps.com/m/europa/croatie/croatie03.gif

Aus welchem Land der zweite WM-Fahrer unter den ehemaligen Spielern vom MSV Duisburg kommt, lässt sich hier erkennen.

https://i0.wp.com/d-maps.com/m/oceania/australie/australie03.gif

 

Dank des Hinweises von Michael Schulz füge ich die Karte eines dritten Landes hinzu, für das ein Ex-Zebra in der Nationalmannschaft spielt – auch wenn dieses noch ein Zebra-Trikot mit kleinerer Größe trug.

https://i0.wp.com/d-maps.com/m/europa/grece/grece03.gif

Die Auflösung: Gordon Schildenfeld steht im WM-Kader der Nationalmannschaft von Kroatien. Er  trägt das Trikot mit der Nummer 13. Gestern, im Spiel gegen Brasilien saß er auf der Bank. Für diese Aufgabe ist er durch seinen Aufenthalt in Duisburg gut vorbereitet. Als Leihspieler von Beşiktaş Istanbul gekommen war er trotz hoher Erwartungen an ihn in der Saison 2008/2009 in nur vier Spielen zu sehen.

Im Kader der Nationalmannschaft Australiens steht Dario Vidosic. Er trägt das Trikot mit der Nummer 20. Als Leihspieler vom 1. FC Nürnberg gekommen spielte er in der Rückrunde der Saison 2009/2010 für die Zebras. In zwölf Spielen war er für den MSV am Ball. Im Gegensatz zu Gordon Schildenfeld hat er durch meine Worte über ihn auch Spuren in diesen Räumen hier hinterlassen – zumal er schon bei der Weltmeisterschaft 2010 für Australien dabei war.

Konstantinos „Kostas“ Mitroglou steht im WM-Kader der Nationalmannschaft von Griechenland. Er spielte 2003 bis 2005 in der U16 des MSV Duisburg, um danach zu Borussia Mönchengladbach zu wechseln. Inzwischen spielt er nach Stationen in Griechenland beim FC Fulham.

Und wie gesagt, sollte ich jemanden übersehen haben, erzählt mir wen.

 


JETZT IM BUCHHANDEL
Die berührende, oft komische und tief emotionale Geschichte über ein Leben in Duisburg mit dem MSV

Und sonst

Statt 14,95 € nur noch 8,90 € Hier bestellen

Oder das und einiges andere mehr mit Klick

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: