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A 40: km 42,2 – Jungfrau Jaratz kommt zum Still-Leben-Tisch

Block 8. Kilometer 42,2. Tisch 34.  Das war eines von über 20.000 Losen, die für die Tischvergabe beim Projekt der Kulturhauptstadt Ruhr.2010  Still-Leben Ruhrschnellweg gezogen wurden. Gewinnerin dieses Tisches war Tina Halberschmidt, die als Zebra in der Achterbahn ihren Tisch sogleich dem MSV Duisburg widmen wollte. Nun kamen in letzter Zeit viele Dinge für Tina zusammen, und sie bat mich irgendwann, die Verantwortung für diesen Tisch zu übernehmen. Tina hofft aber, dass sie zumindest kurz vorbeischauen wird. Wenn sie genauer weiß, wann das sein könnte, wird das auch hier zu lesen sein.

So, also, kam ich, Jungfrau Kees Jaratz,  zum Kind Tisch beim Still-Leben Ruhrschnellweg, wo „die längste Tafel der Welt zur Bühne kultureller Vielfalt der Metropole Ruhr“ wird. Betrete ich am Sonntag mal diese Bühne im Block 8, am Kreuz Kaiserberg. Doch der Unterhaltungswert von Ausdrucks-Schreiben hält sich ja in Grenzen, und Live-Blogging ist zudem höchstens für Nicht-Anwesende von einigem Interesse. Also Gespräche führen? Bestimmt! Aber nur Gespräche führen?

Zwar war die Alltagskultur zum Leitmotiv des Projekts bestimmt worden, doch ohne übergreifende Idee für den Tag war mir das zu viel Alltag und zu wenig Kultur. Schließlich kam mir nun der Gedanke, wenn ich schon Gespräch führe, dann könnte ich doch während des Gesprächs immer mal auch eine immer gleiche Frage stellen. Ich könnte jene Besucher und Autobahn-Flaneure nach einem einzigen Erlebnis fragen, bei dem der MSV Duisburg eine Rolle spielt und das sie für so erinnernswert halten, dass es aufgeschrieben werden muss.

Das „Gedächtnis der Fans“ nahm Konturen an. Auch wenn viele MSV-Fans wahrscheinlich einzelnen Spielen, Spielern oder Spielszenen ein Denkmal setzen werden wollen, so hoffe ich doch auch auf andere Erinnerungen. So eine Erinnerung könnte der Moment sein, als jemand einmal als Balljunge am Spielfeldrand stand. Vielleicht ist es aber auch die zufällige Begegnung mit einem fremden Menschen weitab von Duisburg, bei der der MSV Duisburg zu einem bis heute nicht vergessenen Tag beitrug. Wir werden sehen. Ich hoffe, an diesem Tag ensteht der Anfang vom „Gedächtnis der Fans“, ein Gedächtnis, das nach und nach nicht nur Historie des MSV Duisburg aufscheinen lassen soll sondern auch Alltagsgeschichte Duisburgs und des Ruhrgebiets. Vielleicht lassen sich all diese Stimmen irgendwann sogar verdichten zu einer einzigen Erzählung. Bis dahin werde ich mir natürlich auch noch einmal Das Echolot von Walter Kempowski angesehen haben. Vorerst aber werde ich die einzelnen Stimmen ungefiltert auf einer eigenen Seite online stellen.

Nun noch zum Sonntag: So ein Biertisch unter vielen ist leicht zu übersehen. Aber beim MSV Duisburg war man der Idee gegenüber ganz aufgeschlossen, und so kommt das Maskottchen Ennatz vorbei, auf dass Kinder etwas zu tun haben, wenn sich Eltern einfach nicht auf die eine entscheidende Erinnerung festlegen wollen. Also, wir sehen uns am Sonntag auf der A 40 ungefähr dort, wo ich mittwochs auf der Gegenfahrbahn vor der Heimreise nach Köln immer mal wieder im Stau stehe.

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