Posts Tagged 'Gertjan Verbeek'

Die Flöhe husten hören

Als ich mir gerade die ersten Minuten des Vorberichts zum Spiel vom MSV Duisburg gegen den VfL Bochum angesehen habe, bin ich nervös geworden. „Warum ist es wichtig zum Jahresabschluss zu punkten?“, lautet die Eingangsfrage, die sich eigentlich nicht stellt, wenn ich an den Klassenerhalt denke.

Entsprechend antwortet Ilia Gruev auch so, als gebe es das Thema Klassenerhalt nicht. Nicht mehr? Wahrscheinlich höre ich die Flöhe husten, weil ich selbst inzwischen vor jedem Spiel zu nervös bin.

Vielleicht entlastet der Verweis auf einen guten Jahresabschluss,  auf Derby-Charakter und die Normalität, die sich darin zeigt, ja sogar die Mannschaft. Vielleicht ist diese Haltung notwendig im Denken von Spiel zu Spiel angesichts der Tabellensituation. Aber wenn die Frage schon in dieser Normalität formuliert wird, oh je. Dann muss ich doch tief durchatmen und sehr, sehr hoffen, dass die Begründung für die Wichtigkeit des Spiels nicht den letzten Rest Glauben an den Klassenerhalt untergräbt.

Denn auch wenn Dennis Grote auf die nächste Frage, was sich die Mannschaft vorgenommen habe, antwortet, für die Fans mit einem Sieg einen „versöhnlichem Jahresabschluss“ zu schaffen, dann lindert das nicht meine Nervosität. Schon wieder ein hustender Floh, aus dessen Husten ich heraushöre, sich abfinden mit dem Schicksal.

Aber wahrscheinlich sollte ich mich auch nur noch aufs Spiel konzentrieren. Ich spüre den Druck, gewinnen zu müssen vor jedem Spieltag. Wahrscheinlich werde ich deshalb hypersensibel. Auch keine gute Idee, um den Druck zu verteilen.

Hoffnung macht mir allerdings die Pressekonferenz des VfL Bochum. Wenn die Mannschaft des Vereins ebenso zäh spielt, wie die Pressekonferenz wirkt, gibt es eine klare Siegchance. Mit Geduld, Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen sollte was drin sein am Sonntag für den MSV.

 

 

Kees Jaratz befragt das Teide-Orakel

Einem alten touristischen Brauch auf Teneriffa folgend sind wir gestern zum Teide gepilgert. So weit ich es beobachten konnte, ziehen sich dorthin aber auch einige Einwohner Teneriffas in die Einsamkeit der Touristenmasse zurück. Ich vermutete sehr, auch sie folgten einem alten Brauch und befragten vor einem wichtigen Ereignis in ihrem Leben den Berg nach ihrem Schicksal.

2015-07_teide_orakelDas Teide-Orakel befragen konnte ich auch. Denn das Auswärtsspiel des MSV gegen den VfL Bochum steht bevor, und es kommt mir einigermaßen wichtig vor, dass in dem Spiel die Mannschaft nicht noch einmal im Drittliga-Modus zu bestehen versucht. Allerdings erhielt ich eine Antwort, die mich nicht überzeugte. Mir wurden keine Details über Siegertore und Verliererehrentreffer in die Hände gespielt. Alleine die Anzahl der erzielten Tore sollte ich an meinen Fingern abzählen können. Das Orakel versprach, acht Tore werden in dem Auswärtsspiel fallen. Ob das sein kann? Und wenn ja, wie verteilt?

Die hohe Trefferzahl beunruhigt mich ein wenig, wenn ich an den Offensivfußball denke, den der Trainer des VfL Gertjan Verbeek so gern seine Mannschaften spielen lässt. Im Kicker wird er mit der Erwartung zitiert, der MSV werde hinten reingedrückt und der Vfl zeige dann, was er könne. Schnelles Umschaltspiel kann der MSV aber auch, wenn etwas Platz ist. Macht das Zitat also gleichzeitig auch Hoffnung? Etwas unzufrieden bin ich ja mit den Worten Gino Lettieris vor dem Spiel. Mir stehen „individuelle Fehler“ und „Handlungsschnelligkeit“ zu unverbunden nebeneinander. Aber vielleicht ist das auch zu viel Feinheit für grobe Vorberichterstattung. Vielleicht brauchen wir nur die dicken Pinselstriche. Acht Tore! Ich kann es immer noch nicht glauben.


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