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Ach Gott, ja, der fehlende absolute Wille beim MSV

Der Stig hat hier schon lange nichts mehr geschrieben. Der war mal hier der Mann für zornige Worte. Erst hatte er hospitiert, dann mal übereifrig die Tastatur übernommen. Irgendwann habe ich ich ihm sogar den Vortritt gelassen. Ruhig konnte der nicht. Am Wochenende hat er mir eine Mail aus Dänemark geschrieben, er will sofort den Platz für einen Gastbeitrag bei mir. Ich weiß, ihm liegt der MSV weiter so am Herzen. Aber den Gastbeitrag brauche ich gar nicht. Ich stimme ihm sofort bei, wenn ich nur einen Moment an die Gegenwart des MSV denke. Mein Ärger ist groß. Aber dieser Ärger gilt nicht der Mannschaft.

Ich bin mir nicht sicher, ob es gut oder schlecht ist, dass ich nicht ins Stadion komme, um zu trauern, um zu wüten und meiner anhaltenden Fassungslosigkeit einen Ausdruck zu geben. Ich habe das Spiel gegen Verl nicht gesehen. Das kommt von dieser Mischung aus Corona-Zweifel am TV-Fußball und meiner Enttäuschung über das Handeln beim MSV. Ich brauche mit dem Fußball nur im TV Abstand, weil der MSV Teil meines Lebens ist und ich mit einem Trainer klar kommen muss, dessen Arbeit ich nicht gutheiße.

Es ist nämlich verdammt noch mal nicht schön, wenn Menschen zunächst Schuld bei anderen suchen. Es ist einfach nicht schön, wenn ein neuer Trainer eine Mannschaft innerhalb weniger Tage noch schlechter macht, als sie vor seinem Arbeitsbeginn war. Und es ist einfach schrecklich, die aus der ersten Amtszeit vor fünf Jahren bekannte Haltung dieses Trainers in seinen Kommentaren nach dem Spiel wiederzuerkennen. Da ist Gino Lettieri laut Kicker enttäuscht und sagt, so könne man nicht gewinnen. Der Mannschaft habe der absolute Wille gefehlt.

Ich fasse es nicht. Wenn man eines den Spielern des MSV nicht vorwerfen konnte in der Zeit von Torsten Lieberknecht, dann war es der absolute Wille ein Spiel zu gewinnen. Und nun frage ich, wie kann das sein, dass der auf einmal nicht mehr spürbar ist? Gino Lettieri ist der alte geblieben. Er fragt sich nicht, ob das etwas mit seinen Vorgaben zu tun hat. Nach dem dritten Spiel mit ihm als Trainer distanziert er sich von den Spielern. Unfassbar. Ich lese kopfschüttelnd, die Wirkung des Trainerwechsels sei verpufft und muss bitter lachen. Die Wirkung hat es offensichtlich gegeben. Da ist nicht nichts verpufft. Die Wirkung war nur eine andere als das Fußballklischee vorgibt.

Wer andere, bessere Gründe für die desaströse Spielweise des MSV gegen Verl lesen möchte, der klicke weiter zum MSVPortal, wo der User Schimanski sich seit langer Zeit immer wieder sehr detailliert mit dem Verhältnis von möglichen Taktiken im Zusammenhang mit den spielerischen Möglichkeiten einzelner Spieler auseinandersetzt. Liest man diesen ersten und diesen zweiten Kommentar, wird man eine Erklärung erhalten, warum die Spieler des MSV so unter Druck gerieten und warum es dann so wirkte, als sei ein absoluter Wille nicht vorhanden. Dieser absolute Wille braucht eine Struktur, um sich zu entfalten. Im Fußball nennt man so eine Struktur normalerweise Taktik. Dummerweise sind dafür nicht die Spieler verantwortlich. Gino Lettieri möchte auch fünf Jahre nach seinem ersten Engagement diesen Zusammenhang nach Niederlagen gerne vergessen machen.

Wenig Worte – viele Fotos

Nach dem 2:0-Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt muss ich es anders machen als nach dem Auswärtssieg gegen Dresden. Erst kommen die Fotos und später meine Worte zum Spiel. So ganz habe ich noch nicht zurück gefunden zur Stimmung, die für das Schreiben nötig ist. Ich bin ein wenig erschöpft – sowohl von der Siegesfreude als auch von meiner leichten Nervositätshysterie, die ab etwa der 30. Minute bis zum Moment des zweiten Tores trotz aller zuversichtlichen Konzentriertheit des Morgens bei mir ausgebrochen war. Die Autofahrt als weiterer Grund nicht zu vergessen, mit einem herausfordernden Stau bei Leverkusen kurz vor dem Ziel. Ich lass also erstmal Bilder sprechen und erhole mich weiter. Samstag, so viel ist gewiss, wird alle Kraft wieder nötig sein.


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