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Die nächste Legendenweg-Etappe für Fans und Mannschaft

Je größer das Glück, desto weniger brauchen wir die Worte. Es genügt ein kurzer Moment, der Anlass zur Erinnerung gibt und schon ist alles wieder da. Das Foto vom Torjubel Giorgi Chanturias mit seinem nackten Oberkörper taucht im Info-Strom des Netzes auf und sofort sehe ich seinen Antritt parallel zur Strafraumgrenze, umringt von roten Trikots, ich sehe seine enge Ballführung, den Durchbruch in den Strafraum hinein, diese plötzliche Lücke, die sich auftut, den freien Weg auf den Torwart. Hart wird Chanturia von der Seite angegangen, kommt einmal kurz ins Straucheln und läuft weiter.

Er ist wieder da, der bange Moment, in dem die Zeit still stand, der Bruchteil einer Sekunde, in der die Wirklichkeit für mich ein psychodelisches Bildergemisch wurde. In diesem Bildergemisch strauchelt sich ein Chanturia schon zu Boden, während ein anderer Chanturia weiterläuft, allerdings mit Kingsley Onuegbus Gesicht und dessen Hautfarbe. Den Schuss vom Onuegbu-Chanturia pariert der Leipziger Torwart wie die Großchance von Onuegbu selbst in der ersten Halbzeit. Den Elfmeterpfiff sehe ich als Folge und spüre Tränen der Enttäuschung schon brennen, während der Jubelschrei in tiefer Kehle aus mir herausdrängen will. Aller angehaltene Atem will raus. Unsere Oberkörper beugen sich nach vorne. Nun schieß! Und tatsächlich bringt Giorgi Chanturia den Ball rechts am Leipziger Torwart vorbei. Das so ersehnte Tor zur Führung ist wirklich geworden.

Den nackten Oberkörper von Giorgi Chanturia habe ich erst heute morgen gesehen. In unserem kaum enden wollenden Jubel verloren wir das Spielfeld völlig aus dem Blick. Alles tobte durcheinander. Drei, vier Stufen rauf und runter wogten wir, mit jedem feiernd, der in der Nähe war. Jubel. Freude. Reines Glück. Das ersehnte Zwischenziel, der Relegationsplatz, so nah. Nun war es egal, welche Ergebnisse die anderen Mannschaften erzielten. Doch noch waren 15 Minuten zu spielen.

Die Führung war verdient, und sie war zudem gegen eine Leipziger Mannschaft herausgespielt worden, die in diesem Spiel noch ein Ziel hatte. Wie angekündigt wollte diese Mannschaft in Duisburg gewinnen. Doch der MSV hielt von Anpfiff an dagegen. Sorgen bereitete uns das schnelle Leipziger Kurzpassspiel und die technischen Qualitäten fast aller Leipziger Spieler. Doch in der ersten Halbzeit ließ der MSV diese mannschaftlichen und individuellen Qualitäten nicht zur Entfaltung kommen. Die Leipziger Spieler waren sichtlich genervt von den früh angreifenden Duisburger Spielern. Sie wurden nicht in Ruhe gelassen. Eine wirkliche Torchance erspielten sie sich nur in der 3. Minute. Es war die einzige brenzlige Situation für Marcel Lenz, die er souverän löste.

Überhaupt strahlte Marcel Lenz eine beeindruckende Ruhe aus. Das ist nicht selbstverständlich, wie wir alle wissen. In so einem bedeutsamen Spiel überhaupt zum ersten Mal in der Saison eingesetzt zu werden, kann eine Belastung sein. Marcel Lenz hat sofort zu seinem Rhythmus gefunden und bot der Mannschaft Rückhalt durch seine Ausstrahlung.

Die großen Chancen zur Führung hatte der MSV in dieser ersten Halbzeit. Nach wunderbarem schnellen Passpiel über drei Stationen, das Kingsley Onuegbu selbst eingeleitet hatte, lief er frei auf den Leipziger Torwart zu. Der parierte seinen Schuss in die rechte untere Ecke mit einem großartigen Reflex. Diesen Reflex packte er nach einem freien Schuss von Stanislav Iljutcenko im Strafraum noch einmal aus. Aufschrei der Enttäuschung, zum zweitern. Zetern, Hadern. Beschwören des Fußballgotts.

Wer solche Chancen vergibt. Den Satz vollendeten wir in der Halbzeitpause lieber nicht. Dennoch schwebte die leise Sorge über uns, das Vergeben könne sich rächen. Die Sorge wurde größer, als in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit der MSV noch nicht wieder so ins Spiel fand, wie es für die Kontrolle der Leipziger fußballerischen Qualität nötig war. Die Spieler wurden nicht mehr früh genug angegangen und schon fand das Spiel vor allem in der Duisburger Hälfte statt. Die Mannschaft kam nicht mehr für längere Zeit an den Ball. Eigene Angriffe fanden nicht mehr statt.

Nun geschah etwas, was in Duisburg nicht oft passiert. Das gesamte Publikum spürte, diese Mannschaft braucht Unterstützung und zwar nicht nur die Unterstützung des Stimmungsblocks. Diese Manschaft braucht das ganze Stadion, und das Stadion war da. Das Anfeuern aus der Nord wurde auf den Geraden aufgegriffen, und es wurde laut. Pausen bei diesem Anfeuern gab es nicht mehr. Ununterbrochen wurde nun die Mannschaft zu jener Stärke getrieben, die sie in der ersten Halbzeit gezeigt hatte. Die Spieler rannten wieder jenen Meter mehr, der nötig war, um den Leipzigern unangenehm zu werden. Das Spiel verlagerte sich wieder raus aus der Hälfte der Duisburger und um die 60 Minute herum, war die zuvor gesehene Stärke wieder da.

Selten ist es so klar erkennbar gewesen, dass ein Sieg des MSV Duisburg auch ein Sieg des Publikums gewesen ist. Wenn die Geschichte dieser Saison tatsächlich mit einem guten Ausgang zu erzählen ist, dann wird dieser Sieg auch als ein Sieg des Zusammenhalts von Zuschauern und Mannschaft zu erzählen sein. Noch ist dieser Sieg erst eine Zwischenetappe auf dem Weg zum Klassenerhalt. Noch sind zwei Spiele zu spielen. Es ist schon viel erreicht worden mit diesem Sieg gegen Leipzig, etwas was vor wenigen Wochen kaum einer für möglich gehalten hat. Doch dieser Sieg ist Zwischenetappe; ein Sieg der zudem notwendig war, weil der TSV 1860 München wie befürchtet gegen den FSV Frankfurt verloren hat.

Um die 87. Minute herum machte die Nachricht von der Frankfurter Führung bei uns die Runde. Noch einmal zitterten wir, noch einmal erinnerten wir uns kurz an all die späten Ausgleichs- und Niederlagentore, die wir je in diesem Stadion gesehen hatten. Doch hielt sich das Zittern in Grenzen. Der MSV behielt die Spielkontrolle bis zum Schlusspfiff. Die nächste Etappe wartet nun. Auf gehts Zebras, lasst uns das Wunder Klassenerhalt vollenden.

 

Das durchdrehende Tollhaus neben dem Acker

In der 75. Minute des Spiels vom MSV Duisburg beim SV Sandhausen begann ein Teil dieses Körpers MSV für diese Saison abzusterben. Ich gehörte dazu. Das 2:0 für Sandhausen war gerade gefallen, und der Abstieg schien nach all der hochfliegenden Hoffnung der letzten Wochen doch wirklich zu werden. Ich lehnte an dem Gitterzaun des Stehplatzes, konnte mich nicht mehr rühren, war taub und blind geworden. War ich in dieser Lähmung angesteckt worden, drohte ich andere anzustecken? Einzelne Teile des Körpers hatten sich schon zwangsamputiert und gingen den Fußweg Richtung Parkplatzgrab, das sich zwischen mehreren Äckern der Sandhäuser Bauern befand.

Andere Teile des Körpers konzentrierten jede noch vorhandene Kraft, um die Vitalfunktion des MSV aufrecht zu erhalten. Auf den Rängen wurde immer noch angefeuert, aber der vielstimmige Chor war auseinander gefallen in einzelne kleine Inseln, wo Lebensenergie noch pumpte, und das herausgeschieene EM-ES-VAU wirkte wie ein verzweifeltes Aufbäumen gegen das nahe Ende. Das Zentralorgan dieses Körpers aber, die Mannschaft, schien vom nahen Ende nur insofern etwas mitzubekommen, als es immer stärker arbeitete und arbeite, um genau diesem Ende zu entgehen. Dieses Zentralorgan war weiter auf das Überleben ausgerichtet.

An welcher Stelle des Körpers MSV ich mich gerade befand, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall an einer Stelle, die nicht mehr zur Verarbeitung von Sinneseindrücken fähig war. Wie das Anschlusstor durch Nico Klotz in der 80. Minute fiel, kann ich nämlich aus der Erinnerung heraus nicht sagen. Für mich war es ein Geschenk des Lebens an das Leben. Der Körper MSV war von jetzt auf gleich in sämtlichen Zellen revitalisiert.

Das Stadion war in Duisburger Hand, und dieses Stadion peitschte nun die Spieler des MSV nach vorne. Waren es zwei oder drei Angriffe, die nach dem Anschlusstor aufeinander folgten? Der Rhyhtmus der Ränge und die Laufduelle auf dem Spielfeld befeuerten sich gegenseitig. Der Ball kam in die Nähe des Sandhäuser Strafraums, ohne dass es den Zebras gelang, vor das Tor zu kommen. Doch den nächsten Angriff konnten wir ja sofort erwarten. Ich weiß nicht mehr, ob es der eingewechselte Thomas Bröker war, der am linken Flügel vorbeizog, dabei mit seinem Gegenspieler im Laufduell immer wieder aufeinanderprallte, Arme hielten und dennoch schaffte er es diesen Gegenspieler zu überlaufen. Doch zu wenige Mitspieler lauerten in der Mitte. Der Rückpass kam doch, und mit letztem Einsatz erreichte – wer eigentlich? – den Ball, um sofort umgegrätscht zu werden. Führte diese Spielaktion zum Freistoß in der 83. Minute? Selbst das weiß ich nicht wirklich.

Der Verlauf der Saison macht es mir unmöglich, dieses Spiel in der Abfolge seiner bedeutsamen Ereignisse zu erinnern. Mir bleibt während des Spiels kein einziger Moment der Ruhe mehr, um irgendetwas, was ich gesehen habe, mal kurz in einen Zusammenhang zu bringen. Aus  der ersten Halbzeit ist der Pfostenschuss von Kingsley Onuegbu als große Möglichkeit zur Führung mir in Erinnerung. Der MSV war vorsichtig offensiv und ließ die bekannte Konterstärke der Sandhäuser kaum einmal zur Geltung kommen. Zwei Ausnahmen hat es gegeben. Doch die Abschlüsse der Sandhäuser per Kopfball und Schuss von der Strafraumgrenze gingen am Tor vorbei. Der MSV spielte noch nicht risikoreich genug, um wirklich torgefährlich zu werden. Dennoch hatte die Mannschaft das Spiel einigermaßen im Griff.

Das änderte sich etwa zehn Minuten nach Wiederanpfiff. Die Defensive stand nicht mehr so sicher. Sandhausen kam besser ins Spiel. Die zwei Sandhäuser Tore fielen allerdings jeweils nach Eckbällen. Was die Stimmung zusätzlich belastete, wirkte die Defensive in diesen beiden Situationen doch lethargisch und wenig präsent. Solche Eindrücke bleiben mir als vereinzelte Erinnerung. Das meiste steht nebeneinander, wirft mich hin und her, führt zu heillosem Entsetzen bei den Gegentoren oder wie in dieser 83. Minute zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem Siegtor gegen 1860 München zu einem irrsinnigen, eskalierenden Jubel, der nicht aufhören wollte.

Zentral vor dem Tor, zwei, drei Meter außerhalb des Strafraums war der Freistoß gepfiffen worden. Giorgi Chanturia lief an, schoss und dann war der Ball drin, irgendwie abgelenkt, genau habe ich auch das nicht gesehen. Genau erinnere ich nur noch, wie wir auf den Rängen das Stadion in ein Tollhaus verwandelten. Die Bierbecher flogen. Zebras sprangen sich in die Arme, hüpften ununterbrochen, rissen ihre Arme immer wieder hoch. Verzerrte Gesichter. Ungläubiges Schreien. Eine Begeisterung wurde hinausgebrüllt in die Welt, getragen von der Kraft alles Lebendingen. Es war unfassbar laut. Der Jubel hielt an. Der Ausgleich brachte alle Möglichkeiten zu überleben wieder zurück.

Noch gab es sogar die Hoffnung auf den Sieg. Weiter nach vorne, weiter nach vorne, hieß die Devise nun für beide Mannschaften. Meine Angst blitzte auf, die Spieler könnten überdrehen in dieser kochenden Stimmung. Die Konter des SV Sandhausen drohten. Das Spiel wogte nun hin und her. Trotz des Drucks vom MSV kamen die Sandhäuser in diesen letzten Spielminuten zu den klareren Chancen. Waren es zwei oder drei Schockstarren, aus denen mich erst die Angriffe des MSV wieder herausrissen? Der Schlusspfiff hinterließ bei mir eine komische Stimmung zwischen Euphorie und Enttäschung. Wie konnte ich beides zusammen spüren? So gehen wir mit dem MSV durch diese Saison. Je größer die Hoffnung jeweils ist, desto tiefer kann die Enttäuschung treffen. So hoch waren wir gestiegen, so tief waren wir zwischendurch gefallen und nun sehen wir dem letzten Spieltag entgegen – und hoffen weiter.

Hurra, hurra – der MSV ist wieder da

Das Spiel vom MSV Duisburg gegen Fortuna Düsseldorf hatte lange Schatten voraus geworfen. Schon zu Beginn der Woche waren sie am Montag zu erkennen gewesen.  Hatte es seitdem irgendein Gespräch mit irgendjemanden gegeben, in dem ich nicht irgendwann über dieses Spiel zu reden begann? Sollten mir völlig unbekannte Menschen in Köln-Mülheim nicht unbedingt über den MSV haben sprechen wollen? Sollte das einzig wichtige Ereignis dieser Woche in Deutschland tatsächlich jemanden nicht interessiert haben? An solche Fantastereien verschwendete ich keinen Gedanken. Genauso gut hätte man mich fragen können, musst du denn die ganze Zeit atmen? Kannst du das nicht mal lassen?

Ich musste über das Spiel reden, genauer gesagt, über diese kaum aushaltbare Anspannung vor diesem Spiel, über diese so große, nicht mehr erwartete Hoffnung auf den Klassenerhalt und diese ebenso große Sorge mit all dieser Hoffnung am Freitag im Abgrund eines Unentschiedens oder gar einer Niederlage zu zerschellen. Es war mühsam die Woche über einigermaßen bei Verstand zu bleiben. Ich befand mich in einem Tunnel, durch den ich mehr taumelte, als dass ich ging; ein Tunnel, der für die Spieler des MSV unbedingt notwendig war, der das Leben eines Zuschauers dieser Spieler aber verdammt anstrengend machte.

Die Nervosität trieb mich Freitag früh zum Stadion. Sie verschwand nicht vor dem Fancontainer. Sie verschwand nicht beim Bier mit den einen Freunden in der Nord. Sie machte mich blind für die anderen Freunde, die schon in der Kurve warteten und die ich lange im Wimmelbild Stehplatzrang suchen musste. Doch dann stand ich endlich in der Kurve an meinem Platz, war bereit, alles zu geben, wo es doch um alles ging, und als die letzte halbe Stunde vor dem Spiel anbrach, geschah etwas Magisches.

Das Stadion war früher als sonst schon gut gefüllt. Das Duisburg-Lied erklang, und meine Nervosität war plötzlich verschwunden. Vollkommen. Mit einem Mal spürte ich eine Zuversicht, die es für mich in dieser Saison noch nicht ein einziges Mal gegeben hatte. Es war mir so, als hätte ich zusammen mit allen anderen auf den Rängen unsere Sorgen in Energie verwandeln können. Unser Gesang vor dem Spiel, das herausgeschrieene EM-ES-VAU im Zebratwist, der Refrain der Hymne, all das führte zu einer Konzentration sämtlicher Gedanken auf den möglichen Sieg.

Endlich wurde das Spiel angepfiffen, und nun erhielt all diese herumschwirrende Energie eine Richtung durch das Spiel. Was auf den Rängen so mächtig spürbar war, konnten wir bei den Spielern des MSV auch sehen. So sind wir Menschen. Wir lassen uns durch Stimmungen anstecken. Wechselseitig verstärken sie sich dann. Von den Rängen geht es auf das Spielfeld und wieder zurück. Im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf hatten die Spieler des MSV und wir Zuschauer auf den Rängen wie nicht zuvor in dieser Saison ein klares Bild vom Gewinnen im Kopf.

Schon in den ersten Spielminuten war von der Mannschaft nicht die von mir befürchtete Verzagtheit und Vorsicht zu sehen, die noch das Spiel gegen 1860 bestimmt hatte. Von der ersten Minute an wollte die Mannschaft des MSV das Spiel an sich reißen. In solchen ersten Minuten geht es auch um ein Gefühl der Stärke. Es geht um Ausstrahlung. Um Dominanz wird gerungen. Die Vorteile im Spiel lagen auf Seiten des MSV, auch wenn sich daraus keine grundsätzliche große Überlegenheit ergab. Dazu erspielte sich die Mannschaft zu wenig Chancen. Dennoch hätte der MSV schon in Führung gehen können, als Giorgi Chanturia nach einem seiner Dribblings einmal ein wunderbares Anspiel in den Strafraum gelang auf Kevin Wolze, der völlig frei stehend vor dem Düsseldorfer Torwart den Schuss verzog. Der Ball ging über statt in das Tor.

Fortuna Düsseldorf erwies sich in der ersten Halbzeit als der harmloseste Gast, den ich in dieser Saison gesehen habe. Wir Anhänger des MSV befürchten natürlich immer das Schlimmste und kennen das Tor aus dem Nichts in den letzten Wochen nur zu gut. Doch gab es bislang keine Mannschaft, deren Offensivspiel derart beschränkt war. Es erinnerte an die schlechten Zeiten des MSV der Hinrunde. Was natürlich auch der guten Defensivleistung der Zebras geschuldet war.

Zur Halbzeitpause musste ich mich zusammen reißen. Die Konkurrenz im Abstiegskampf hielt mit. In Paderborn stand es torlos Unentschieden, München führte sogar auswärts, für Frankfurt sah es gut aus. Hau ab, sagte ich zu meiner Nervosität, ich kann dich hier nicht gebrauchen. Unbeeindruckt blieb sie noch, als das Spiel schon wieder begonnen hatte, und die Spieler des MSV offensichtlich mehr in sich ruhten als ich auf dem Zuschauerrang. Rolf Feltscher marschierte über den rechten Flügel. Diesen Antritt, diese Dynamik, das kennen wir natürlich längst. Das wirkt im Ansatz gefährlich und ist im Ergebnis fast immer harmlos, weil die Streubreite seiner Flanken mit dem Wirkungsraum der Stürmer kaum in Einklang zu bringen ist. Wie hätten wir auch ahnen können, dass alle bislang geschlagenen Flanken nur ein Vorspiel für diesen Angriff gegen Fortuna Düsseldorf gewesen sind.

Besser konnte der Ball nicht hereingegeben werden, als es Rolf Feltscher in dem Moment machte. Die Flanke kam in den Lauf von Kingsley Onuegbu, weit genug weg vom Torwart, nicht zu hoch, nicht zu niedrig für den perfekten Kopfball. Kingsley Onuegbu hatte sich im entscheidenden Moment zum Ball hinbewegt. Ein Tor für Trainer-Schulungen und Lehrsammlungen. In dieser ersten Begeisterung über das 1:0 schwang so große Erleichterung und Staunen mit. So früh in dieser Halbzeit war das Tor gefallen, ein Tor als perfekte Blaupause für alle Flankentore dieser Welt.

Unser aller Sehnsucht nach mehr Sicherheit wurde wenige Minuten später erfüllt. Tim Albutat erhielt den Pass auf dem linken Flügel, zog in den Strafraum und in der Mitte war tatsächlich der Freiraum für die heranrückenden Stürmer. Wir sahen das und hofften auf den perfekten Pass in den Rückraum. Der gelang, doch der erste Schussversuch von Victor Obinna wurde geblockt. Sofort kam Giorgi Chanturia an den Ball. Die Düsseldorfer Defensivspieler versuchten verzweifelt sich in jede Schussmöglichkeit zu schmeißen. Es herrschte Durcheinander im Strafraum und Hoffnung auf den Rängen. Unsere Körper schossen wieder mit, verzögerten, weil die Schussbahn zugestellt wurde. Wir bangten, ob Chanturia den Ball gegen zwei Gegenspieler durchbringten konnte. Irgendwie kam Victor Obinna ebenfalls noch dazu, stand nun näher am Ball, eigentlich zu nah für den Schuss. Wie im Spiel gegen München verdrehte er seinen Körper und versuchte Richtung Tor zu schießen. Großen Druck bekam er nicht auf den Ball, und dennoch rollte er in die Torecke, unerreichbar für den Düsseldorfer Torwart. Aus Begeisterung wurde dieses Mal Freudentaumel im Gewühl. Fremde Menschen fielen sich in die Arme. Der so notwendige Sieg, er konnte gelingen.

Aber es war noch früh im Spiel. Wir MSV-Fans sind gebrannte Kinder, wir haben schon um 3-Tore-Führungen zittern müssen. Wir haben späte Ausgleichstore hinnehmen müssen. Wir wünschten uns ein weiteres Tor des MSV. Stattdessen fiel der Anschlusstreffer. Flanke von rechts, saubere Ballannahme in der Mitte, genügend Platz für den schnellen Drehschuss. Das war schwer zu verteidigen für Thomas Meißner. Es war das einzige Mal, dass er nicht so gut aussah in diesem Spiel. Sonst stand er nicht nur defensiv sehr sicher. Beim Spielaufbau wirkte er ballsicher, souverän und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.

Mit dem Anschlusstreffer begann das große Zittern. Eine halbe Stunde war noch zu spielen. Die Nachspielzeit würde lang werden, das wussten wir nach einer Spielunterbrechung wegen der Pyro-Aktionen im Gästeblock. Die Fortuna witterte noch einmal die Chance zum Ausgleich und drückte den MSV in die eigene Hälfte. Doch für die kompakte Defensivleistung des MSV blieb die Düsseldorfer Offensive eigentlich zu schwach. Was uns nicht Dauersorge, rasenden Puls und Bluthochdruck ersparte. Schließlich versetzte uns ein freier Ball im Strafraum kurz vor Ende in Schockstarre. Ich weiß gar nicht mehr, was dem wilden Getümmel voran ging. Viel zu viele Düsseldorfer Spieler standen frei herum. Einer kam an den Ball, schoss, frei stehend. Doch irgend ein Körper lenkte den Ball ins Toraus ab. Solche Schüsse können auch ins Tor gehen. Die Spannung wurde unerträglich. Nicht nur ich konnte bei jedem Ball in der Hälfte des MSV kaum mehr hinsehen.

Doch anders als im Spiel gegen München behielt die Mannschaft die Ruhe. Eroberte Bälle wurden nicht planlos weggeschlagen. Eroberte Bälle erreichten Mitspieler, die die Uhr herunter spielen konnten. Der Schlusspfiff beruhigte den Puls noch nicht. Dazu war der Jubel zu begeistert, die Freude zu groß. Was für ein Saisonverlauf. Hurra, hurra, der MSV ist wieder da – von der Elbe bis zur Isar, immer wieder MSV.

Wenn ein Stadion die Abstiegsangst wegschreit

Der Schalldruck im Duisburger Süden muss groß gewesen sein in der 85. Minute des Spiels vom MSV Duisburg gegen den TSV 1860 München. Als Victor Obinna den 2:1-Führungstreffer für die Zebras erzielte, knallte diese Arena ihre Begeisterung als Explosion heraus. Danach hielt das Toben und Schreien an, nicht nur auf der Nord, wo es ohnehin immer am lautesten ist. Auch auf den Geraden wussten die Zuschauer nicht mehr wohin mit ihren Gefühlen. Dieser Jubel von knapp 22.000 Anhängern des MSV Duisburg walzte aus dem Stadion, ließ Fensterscheiben vibrieren, schwappte über die Parkplätze, hob das Wasser auf der Regattabahn zu kleinen Wellen und verlor sich in der anderen Richtung allmählich in den Straßen zum Hauptbahnhof. Der Duisburger Süden wurde mit gemeinsamer Glückseligkeit und Erlösung durchdrungen.

Solch ein ekstatischer Ausbruch des Jubels geschieht, wenn die kaum mehr vorhandene Hoffnung auf eine Glück verheißende Rettung wie den Klassenerhalt wider Erwarten durch eine Heldentat wie den Auswärtsieg gegen einen hohen Favoriten befeuert wird. Wenn dieser Hoffnung ein paar Tage Zeit bleiben zu wachsen und sie zugleich in Gedanken schon wieder gefährdet wird. Wenn diese Hoffnung nur durch den Sieg im Spiel weiter lebendig bleibt. Wenn das Spiel selbst dann doch verloren scheint, das Ende nahe ist und wenn dann, in der eigentlichen Torschuss-Situation wir einen winzigen Augenblick Zeit haben, die große Chance zum Tor in dem Ausmaß ihrer gesamten Folgen für die Zukunft intuitiv zu erfassen. Wir denken es nicht, aber wir fühlen es, weil das Tor nicht von jetzt auf gleich fällt. Wir sind  dann vom Scheitern bedroht. Unsere Körper werden miterfasst von der Bewegung des Stürmers, wir spielen gleichsam mit.

Unsere Beine verknoteten sich beim Versuch, zugleich auf unserem Platz zu bleiben und diesen halbhohen Ball unter Kontrolle zu bringen, der von Kingsley Onuegbu zurückgeprallt war in den freien Raum an der Strafraumgrenze. Diese Ekstase konnte Raum greifen, weil wir alle die Last der Verantwortung in diesem Moment spürten. Weil wir diesen winzigen Moment Zeit hatten, um zu fühlen, wie nah Erfolg und Versagen beieinander liegen. Das alles geschah in uns, ohne dass wir es in Begriffen dachten, denn wir waren nichts anderes als unsere Körper, die sich vorbeugten, hin- und herbewegten, verkrampften, die bereit waren, etwas zu machen, ohne dass sie eingreifen konnten. Wir waren dabei, holten noch einmal Luft, hielten den Atem an und wurden eins mit Victor Obinna, dem es gelang den halbhoch springenden Ball direkt zu nehmen und ihn ins Tor zu schießen – am heraus eilenden Torwart ebenso vorbei wie an den versetzt stehenden zwei Feldspielern. Weil für all das dieser winzige Moment Zeit war, entlud sich die angestaute Luft in diesem ekstatischen kollektiven Aufschrei. JA!

Wir hatten eine erste Halbzeit gesehen, in der beide Mannschaften vor allem anderen keine Fehler machen wollten. Beide Mannschaften versuchten ein kontrolliertes Aufbauspiel, was auf Seiten des MSV zu erwarteten Schwierigkeiten führte. Dieser MSV entwickelt bei dieser Spielanlage keine durchgängige Offensivkraft. Das wissen wir, und das fürchtete nicht nur ich. Sehr viel druckvoller wurden auch die Münchner nicht, obgleich ihr Zusammenspiel mehr Potential aufwies, als wir es bei den Zebras entdecken konnten. Pässe und Laufwege der Löwen wirkten besser aufeinander abgestimmt. Die Mannschaft ließ den Ball besser laufen. Zu unserer Beruhigung blieb das ohne Folgen.

Sinnbildhaft für die Offensivstärke des MSV wird an solchen Tagen Giorgi Chanturia. Weil das Spiel des MSV in der kontrollierten Ausführung wenig Dynamik besitzt, liegt mehr Verantwortung bei ihm und seinen Dribblings im eins gegen eins. Sein Gegenspieler aber kannte von Anfang an seine Haken und seine typischen Bewegungen. Entsprechend harmlos blieb Giorgi Chanturia. Er wirkte früh frustriert. Auch sonst war irgendwann der Frust der Offensivspieler bei Fehlpässen zu sehen. Die Mannschaft wirkte so, als müsse sie irgendwann auch gegen eine schlechte Stimmung angehen.

Nach der Halbzeitpause blieb das Bild unverändert. Wenn ein Tor fiele, käme das überraschend zustande. Das war uns klar. Die Überraschung gelang den Münchnern mit einem Weitschuss in der 64. Minute. Das kannten wir aus dem Spiel gegen Heidenheim, und angesichts der Leistung an dem Tag konnte ich mir nicht vorstellen, wie nun noch der Ausgleich fallen sollte. Doch es gibt Gründe, warum auch 1860 München vom Abstieg bedroht ist. Die Ordnung der Defensive gerät bei druckvollem Spiel schneller durcheinander als die anderer Gegner. Als Nico Klotz für den immer unauffälligeren Chanturia eingewechselt wurde, geriet die Münchner Defensive sofort aufgeregt in Bewegung. Das wiederum war anders als im Spiel gegen Heidenheim. Es erinnerte vielmehr an das Spiel gegen Union Berlin. Thomas Bröker musste noch hinzukommen, damit in der Strafraummitte ein weiterer Stürmer Flanken aufnehmen konnte. Die Unruhe in der Münchner Defensive führte zu dem kuriosen Ergebnis, dass der Ausgleich bei der ersten Ballberührung Brökers aus einer recht statischen Situation heraus fiel. Flanke aus dem Stand heraus, Kopfballsprung fast aus dem Stand heraus, ein Kopfball nahezu in Rückenlage, der gegen den Innenpfosten trudelte, Richtung Tornetz sprang und vom Torwart auf diesem Weg zurückgeschlagen wurde. Wir lesen heute, Grund für einen Protest der 60er, die die Tatsachenentscheidung Tor als falsch ansehen. Hingegen hatte ich auch schon ohne Tatsachenentscheidung gejubelt – mit einer kurzen Irritation zwischendurch.

Die Stimmung war nun hochgekocht. Der Zorn der Münchner blieb erkennbar wie der Siegeswillen der Zebras immer mächtiger wurde. Zu Entlastungsangriffen kamen die Münchner nicht. Kurz nur sorgte ich mich, als Milos Degenek die gelb-rote Karte erhielt. Zu viele Erinnerungen an den Misserfolg gibt es in dieser Saison. Paderborn, das blitzte kurz auf, doch sofort war deutlich, kein Handballspiel-Imitat bekämen wir noch einmal zu sehen. Weiter ging es Richtung Münchner Tor, egal ob über die Mitte oder über die Außenbahnen. Der Ball musste irgendwie ins Netz. Das wollten die Spieler. Das wollten wir auf den Rängen. Das wurde geschrien. Das wurde bei jedem Angriff versucht, bis in der 85. Minute Victor Obinna jenen Angriff einleitete, den er selbst mit dem Führungstreffer abschloss.

Die Nachspielzeit bot noch einmal eine besondere Prüfung unserer Nerven. Drei-, viermal gelang es den Zebras nicht mehr, ruhig zu bleiben und den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Dieser Ball war nur noch ein potentielles Gegentor. Möglichst weit weg vom eigenen Strafraum sollte er sein. Jeder Spieler des MSV schlug ihn nun weit nach vorne. Dummerweise kam der Ball augenblicklich wieder zurück. Zäh nur vergingen diese Minuten, in denen schließlich ein Münchner ein letztes Mal derart frei zum Schuss kam, dass ich den Ball schon zum Ausgleich im Netz gesehen hatte. Festgekrallt an der Schulter des Freundes bekam ich den Schlusspfiff nicht mehr richtig mit. Das Feiern des Sieges begann, und Erfolg im Abstiegskampf bedeutet nicht nur ein ekstatischer Jubel beim Führungstor. Erfolg im Abstiegskampf bedeutet auch, volle Zuschauerränge noch lange nach dem Schlusspfiff.

Schon wieder diese anderen Zeiten

Soll ich einfach meine ersten Sätze wiederholen, die ich nach dem Spiel gegen den FSV Frankfurt geschrieben habe? In anderen Zeiten, in anderen Zeiten – dann kann ich auch gleich zum guten Erinnerungsonkel werden und mal wieder eine rundum schöne Geschichte von unserem Lieblingsverein erzählen. In anderen Zeiten wären wir über dieses 1:1-Unentschieden bei Eintracht Braunschweig ganz zufrieden gewesen. Wir hätten uns vielleicht noch über die letzten zehn bis 15 Minuten des Spiels geärgert, in denen zu wenig Spieler der Mannschaft den möglichen Sieg noch wollten. Aber so ein Unentschieden beim Tabellensechsten hätte vollauf genügt. Zumal dieses Unentschieden durch eine solide Leistung fast über das gesamte Spiel hinweg erreicht wurde. Im Moment fehlen an diesem einen Punkt aber schon wieder zwei weitere Punkte, und ich frage mich tatsächlich, ob mir nicht eine Niederlage viel lieber gewesen wäre – damit für mich endlich dieses 3-Watt-Spieltagshoffnungsaufglimmen endlich mal aufhört.

Bis zum Spieltagsmorgen plane ich momentan bereits den sofortigen Wiederaufstieg in der nächsten Saison. Am Spieltag selbst aber verwandel ich mich mit dem Aufwachen in einen Wenn-Dann-Spezialisten, der komplexe Bedingungsgefüge im Kopf erstellt, dabei  Variablen ändert und letztlich, die Welt macht, wie sie ihm gefällt. Falls in den Küstenstädten dieser Welt demnächst mal ein Klimaexperte für die gute Stimmung gebraucht wird, soll man sich mal vertrauensvoll an mich wenden. Irgendwie kriege ich das schon hin, dass der Meeresspiegel schon in den nächsten Jahren wahrscheinlich mehrere Dezimeter sinken wird.

Wir Zukunftsexperten können eben nichts dafür, dass manche Grundvariablen unserer Prognosen sich kontinuierlich anders entwickeln als es von ihrem Potential her möglich gewesen wäre. Der MSV Duisburg hätte dieses Auswärtsspiel gegen Eintracht Braunschweig tatsächlich gewinnen können, wenn die Mannschaft für eine kurze Zeit zum Spielende nur ein klein wenig besser besetzt gewesen wäre. Die Eintracht zeigte zwar die klarere Spielanlage und erarbeitete sich eine leichte optische Überlegenheit in der ersten Halbzeit, doch das beunruhigte mich kaum. Der MSV hielt recht souverän dagegen. Die Defensive stand meist gut. Nur wenige Chancen ergaben sich aus dem vermeintlich besseren Spiel der Eintracht. Unter kontinuierlichen Druck gerieten die Zebras gar nicht.

Immer wieder gelangen sogar Offensivaktionen, die allerdings öfter als bei der Eintracht vom Zufall abhingen und bei denen weniger der Spielaufbau aus der eigenen Hälfte heraus zählte, als der Kampf in der Hälfte des Gegners um den weit oder halbweit geschlagenen Ball. War der aber einmal erobert, ging es im schnellen Kombinationsspiel Richtung Eintracht-Strafraum. Stanislav Iljutcenko zeichnete sich bei diesen Kämpfen um die hohen Bälle immer wieder aus, so wie Giogio Chanturia den Pass danach oft in eine dynamische Offensivaktion umsetzen konnte. Alles in allem war es also ein offenes Spiel, in dem sich kurz vor dem Halbzeitpfiff sogar durch einen Schuss knapp außerhalb des Strafraums die Chance zur Führung ergeben hatte. Knapp ging der Ball am Tor vorbei.

Anfang der zweiten Halbzeit war das Spiel im vollkommenen Gleichgewicht. Einer Mannschaft mit besserer Spielanlange standen nun Zebras gegenüber, die noch selbstbewusster wirkten. Es schien so, als hätten die Spieler vollständig erfasst, dass die etwas begrenzteren Möglichkeiten des eigenen Spiels dennoch zum Torerfolg führen könnten. War es ein Steilpass auf Giorgio Chanturia am rechten Flügel in der 60. Minute? Ich weiß das nicht mehr, ich weiß nur noch, wie schon durch den Pass die Hoffnung auf das Tor vorhanden war, sie wieder schwand, weil sich die Braunschweiger Defensive in der Mitte formierte, während Chanturia genau dorthin zog und dennoch die Lücke fand, um den Führungstreffer zu erzielen. Was für ein Jubel. Die entscheidende Grundvariable meines Tabellengefüges hielt, was ich vor dem Spiel prognostizierte.

Unterstützung für meine Prognose hatte ich seit der Anfahrt über den Braunschweiger Bahnhof durch einen Hamburger MSV-Fan, einen gebürtigen Norddeutschen, der seit den 90ern vom MSV nicht loskommt. Er hatte vier seiner Kumpel dazu verdonnert, ihn auf die Auswärtsfahrt zu begleiten. Alle diese Kumpel waren eigentlich mit dem Herzen bei anderen Vereinen, aber für diesen Tag war ihnen der MSV nahe. So war der Jubel über das Tor in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft genauso groß wie die Enttäuschung über den Ausgleich, der eine Minute später fiel.

Ich sehe mir das Tor nicht im Bewegtbild an. Ich will nicht noch schlechtere Laune bekommen. Richtig habe ich dieses Tor hinter den schwenkenden Fahnen im Block nämlich nicht sehen können. Durch die wenigen klaren Blicke aufs Spielfeld weiß ich aber eins. Für dieses Tor musste sich der Gegner einmal mehr nicht sonderlich anstrengen. Manchmal schärft der Blick auf wenige Momente eines Geschehens die Wahrheit. Dieser Spielzug der Eintracht über den rechten Flügel kam mir vor wie in einem Trainingsspiel. Der Eintracht wurde es zu leicht gemacht. Das Spiel befand sich wieder im Gleichgewicht. Die Hoffnung auf den Sieg blieb.

Sie blieb, selbst als Zlatko Janjic für Tomané eingewechselt wurde. Ein unauffälliger Spieler kommt für den anderen. Die Hoffnung endete, als Dennis Grote in der 78. Minute für Giorgio Chanturia kam. Von dem Moment an war dem Spiel nach vorne jegliche Dynamik genommen. Zwei Spielszenen stehen dafür exemplarisch, der Ansatz eines Konters versandete schon durch den unpräzisen Pass auf den rechten Flügel, dem Dennis Grote hinterher-  tja, wie soll man sagen? – joggte. Ein Spieler, der kurz zuvor eingewechselt worden war, stand zwei, drei Meter näher am steil gespielten Ball als ein Defensivspieler, der die ganze Zeit auf dem Platz gestanden hatte, und dennoch erreichte der Defensivspieler den Ball eher als Dennis Grote. Ich war fassungslos.

In der anderen Szene werden die beiden Vorderspieler von der Restmannschaft allein gelassen. Wieder war steil gespielt worden, doch die Mannschaft rückte nicht mehr auf. Das gesamte Mittelfeld war unbesetzt geblieben. Das war ein klares Signal. Diese Mannschaft wollte nicht mehr auf Sieg spielen. Diese letzten zehn, fünfzehn Minuten mit der Nachspielzeit haben den Gesamteindruck des Spiels kaputt gemacht. Diese letzten Minuten führten zu dem Unmut im Block, zum Sarkasmus mit den Niederrheinpokal-Gesängen und den einzelnen Absteiger-Rufen, die die Mannschaft eigentlich nicht verdient hatte.

2016-03-06_ennatz_unscharfMir hat den Tag die Zufallsbegegnung mit den Hamburgern gerettet. Geteiltes Leid ist halbes Leid, und der Spaß unabhängig vom Fußball wirkt doppelt. Ennatz vor dem Spiel bei der Parkplatz-Suche getroffen zu haben, hätte für uns ein weiteres Trostpflaster sein können. Doch auch uns im Umfeld des MSV fehlt momentan manchmal die spielerische Qualität für den Erfolg. Weder habe ich die Technik meines Fotoapparats im Griff noch der Hamburger Jung die seines Smartphones. Wenigstens schaffte ich ein unscharfes Foto, das Selfie als Erinnerung an den Tag für Hamburg war trotz zweimaligen Auslösens vollkommen gescheitert. Wir alle beim MSV müssen an uns arbeiten, und das ein oder andere zukünftig auch ändern.

Eine Niederlage wie ein Unglück

Das Spiel des MSV Duisburg gegen RB Leipzig war zu Ende, und ich musste raus. Ich musste mich bewegen. Ich musste auf andere Gedanken kommen. 4:2 hatte der MSV verloren, nachdem die 2:1-Führung in der 80. Minute geglückt war; nachdem die Mannschaft in der ersten Halbzeit ein 1:1-Unentschieden gegen alle Wahrscheinlichkeiten gehalten hatte; nachdem RB Leipzig innerhalb der letzten 5 Minuten 3 Tore erzielte. Diese Niederlage des MSV Duisburg gegen RB Leipzig fühlte sich nach dem Schlusspfiff für mich wie ein großes Unglück an. Ich fuhr nach Altenberg, wo an diesem zweiten Adventswochenende traditionellerweise das halbe Umland zum Weihnachtsmarkt zusammenkommt.

Es war voll, ich sah ein paar Kölner Bekannte, doch das Unglück dauerte an. Ihr kennt diesen ungläubigen Schrecken vielleicht, wenn man mit etwas Gegenwärtigem beschäftigt ist und dann urplötzlich das verdrängte Geschehen wieder in den Sinn kommt? Ein Blick hin zum Altenberger Dom, und rumms sprang eine vier mir in den Sinn. Doch alles in mir sträubte sich an die Wirklichkeit der Niederlage zu glauben. Für einen winzigen Moment befand sich das Spiel dann in einem Niemandsland zwischen Ungeschehenem und Irrealem. Für einen winzigen Moment fühlte es sich so an, als hätte es diese Niederlage nie gegeben. Den twitternden Onlineredakteuren der Funke-Gruppe ging es übrigens ebenso.

2015-12-06_was_rblmsv

Dieser winzige Moment verging und mit großer Wucht traf mich erneut die Enttäuschung. RB Leipzig spielte in der ersten Halbzeit klar besser als der MSV, dennoch hielt der MSV mit sehr viel Glück und entschlossener Defensive dagegen. Die einzige Torchance nutzte Kevin Wolze mit einem wunderbaren Distanzschuss von knapp außerhalb des Strafraums zur Führung. Wenn man es sich recht überlegt, deutete sich schon in dieser ersten Halbzeit an, dass die Mannschaft mit einer Führung nicht gut klar kam. Sie hatte unverhofft einen Schatz in der Hand und von da an bekam sie Angst, diesen sagenhaften Schatz wieder zu verlieren. RB Leipzig spielte ungerührt weiter und versuchte sich im schnellen Kombinationsspiel in den Strafraum zu spielen. Das gelang für diese spielerische Überlegenheit eigentlich nicht oft genug. Was wiederum für die defensiven Qualitäten des MSV sprach.

Nach der Führung aber verschwand der kleine Rest Mut zur Offensive vollends. Vor dem Ausgleich hatte RB Leipzig vier oder fünfmal erfolglos versucht sich an die Strafraumgrenze zu spielen. Doch jeder vom MSV eroberte Ball wurde sofort wieder abgegeben. Überhastet gingen sämtliche kurzen Pässe direkt zurück zum Gegner. Es gab keine Atempause mehr für die Defensive und es war nur eine Frage der Zeit bis zum Ausgleich.

Als der Ausgleich gefallen war, war alles wieder gut. RB Leipzig spielte zwar überlegen weiter, doch Pässe des MSV kamen zumindest bei einer weiteren Station wieder an, ehe der Ball wieder verloren ging. So blieb genügend Zeit, um die Defensive wieder zu sammeln. Nach der Halbzeitpause wurde es noch besser. Thomas Meißner war für Giorgi Chanturia gekommen. Die spielerische Überlegenheit von RB Leipzig verpuffte nun fast vollends. Die Mannschaft kam aus dem Spiel heraus kaum mehr gefährlich vor das Duisburger Tor. War es eine klare Leipziger Chance noch, bei der dem MSV die Abschlussschwäche von David Selke beim Kopfball zu Hilfe kam? So konnte um das Unentschieden mit einer Hoffnung auf das gute Ende gezittert werden. Als dann Kevin Scheidhauer nach einem wunderbaren Konter über Tim Albutat sogar das 2:1 erzielte, schien diese Hoffnung noch berechtigter.

Fünf Minuten hielt die Führung. Dann kam die erste Ecke, nach der der Ausgleich fiel. Es schien mir so, als ob in dieser Standardsituation einfach zu viel Zeit blieb, in der die Spieler Angst vor Fehlern entwickeln konnten. Sie wirkten nicht entschlossen genug bei diesen Standards. Die Enttäuschung über den Ausgleich war der Mannschaft anzumerken. Noch einmal hatten sie diesen sagenhaften Schatz schon in der Hand gehabt, und nun wurde dieser Schatz der Mannschaft erneut entrissen. Deshalb war auch das Unentschieden kaum mehr zu halten, weil diese Enttäuschung die Konzentration gefährdete. Zwei Minuten später folgte der nächste Eckstoß und das Führungstor der Leipziger fiel. Der Schatz des Auswärtssieges war endgültig zum schönen Traum geworden, nicht einmal mehr ein Rest Goldstaub war geblieben. Das vierte Tor der Leipziger war nur noch das Sahnehäubchen für das Heimpublikum. Ein Ausgleich wäre nie und nimmer gelungen.

Angesichts des Spielverlaufs ist das Ergebnis eine große Enttäuschung, eben ein Unglück, das ich nicht wahrhaben wollte. Realistisch betrachtet habe ich mit keinem Punkt gerechnet. Also, Perspektivwechsel ist angesagt für die Mannschaft und für uns, damit berechtigtes Selbstvertrauen auch aus diesem Spiel gewonnen werden kann.

Zum ausführlichen, sehr guten Spielbericht aus Leipziger Sicht beim Rotebrauseblogger mit einem Klick

Goldglücklich à la vie en rose nach diesem Heimsieg

Wie schön, wenn einem das Mottolied für dieses Spiel des MSV Duisburg gegen den SV Sandhausen am selben Tag noch live gesungen wird. In Ruhrort war dieses Lied zu hören im ruhrKUNSTort. Dort spielten chazz, und als die Sängerin Ina Hiester den Piaf-Klassiker „La vie en rose“ anstimmte, schien es mir so, als sang sie das Lied allein für mich, weil ich dort in meinem MSV-Trikot mir alle Mühe gab, als Honigkuchenpferd nicht allzu viel Platz wegzunehmen. Es waren ohnehin schon so viele Menschen in der Gallerie.

La vie en rose – für das rosige Leben brauchen wir Anhänger des MSV Duisburg gerade niemanden, der uns umarmt, küsst und uns liebt. Das geht auch anders. So rosig wie in diesem Piaf-Chanson kann das Leben auch sein, wenn dem MSV Duisburg der so unbedingt notwendige Sieg gegen den SV Sandhausen gelingt. So rosig ist das Leben, weil dieser Sieg nicht schmutzig erkämpft wurde, sondern die Mannschaft ihn planvoll erarbeitete und letztlich klar erspielte. So rosig wird das Leben, weil wir zudem zwei der drei Tore als Entwicklung sehen konnten, als allmählichen Aufbau von Wahrscheinlichkeit, als Einlösen von Versprechen.

Dieser 3:0-Sieg fühlt sich so gar nicht nach dem Erfolg einer Mannschaft im Abstiegskampf an, und das ist nicht meinem Überschwang geschuldet. Ich weiß, an der Tabellensituation hat sich nichts geändert, und wenn nicht allmählich mal ein paar Mannschaften in der unteren Hälfte kontinuierlich verlieren, nutzen solche Siege nichts. Aber für den Moment fühlt sich dieser Sieg großartig und nach gesichertem Mittelfeld an.

Dieser Sieg fühlt sich deshalb anders an, weil der MSV Duisburg in der ersten Halbzeit zwei große Chancen besaß, um in Führung zu gehen und sie vergab. Ich erkläre die Begründung gleich. Ein Reflex vom guten Sandhausener Torwart verhinderte die Führung einmal, beim zweiten Mal war – so meine ich – ein Abwehrbein im allerletzten Moment dazwischen. Der Kopfball Richtung Innenpfosten nach einer Ecke fällt mir jetzt gerade auch noch ein. Also, waren es sogar drei Chancen. Wir sind es gewohnt in dieser Saison, dass solche großen Chancen selten sind. Weil sie ungenutzt blieben, schaffte der MSV bislang allenfalls ein Unentschieden. Das eben war gestern anders. Es ist normal im Fußballspiel, dass Chancen von einem Torwart zunichte gemacht werden. Dazu steht er im Tor, und gestern war es normal, dass der MSV sich dann weitere Chancen erspielte.

In dieser ersten Halbzeit hatte aber auch der SV Sandhausen zwei große Chancen in Führung zu gehen, ein Kopfball, ein Konter, einmal ging der Ball am Tor vorbei, einmal hielt Michael Ratajczak. Der Gegner war sehr, sehr schnell in seinem Umschaltspiel, im Aufgreifen eines möglichen Angriffs, sei es beim Einwurf, sei es beim Freistoß. Man sah so sofort, wie diese Mannschaft ihre Tore erzielt und welcher Gefahr der MSV begegnete. Es war ein ausgeglichenes Spiel in dieser ersten Halbzeit, und für den MSV war es schwer im kontrollierten Aufbauspiel die kompakte Defensive der Sandhausener zu durchdringen. Doch wieder fand die Mannschaft eine gute Balance dabei, dieses kontrollierte Spiel, bei dem sie nicht sehr erfolgreich ist, beizubehalten und es mit halblangen Bällen auf Kingsley Onuegbu abzuwechseln. Diese Rhythmuswechsel machten meine Hoffnung aus.

Nach der Halbzeitpause versuchten die Zebras weiter das Spiel zu bestimmen. Immer noch wirkte untergründig in mir die alte Angst vor dem kleinen Fehler im Mittelfeld, vor diesen schnellen Kontern der Sandhausener, die Angst vor einem Gegentor, das jegliche Spielkontrolle bis zu dem Zeitpunkt hätte nichtig machen können. In diesem Spiel aber nutzte der MSV die nächste große Chance. Nach einem Eckball wurde der zweite Ball erobert, die Defensive der Sandhausener war aufgelöst, Rolf Feltscher stand frei, James Holland sah ihn, spitzelte den Ball ihm zu und Feltscher schloss erfolgreich ab. Was für eine Erleichterung. Für das Vertrauen auf den Sieg war es aber viel zu früh im Spiel. Wir sehnten ein zweites Tor herbei.

Die Sandhausener öffneten nun ihre Defensive, und wie es sich für eine klassische Heimsieggeschichte gehört, entstand Raum für Konter. Zlatko Janjic erlief sich den etwas zu langen Ball auf den linken Flügel, setzte sich gegen seinen Mitspieler durch und hatte den Moment Zeit in Ruhe zu flanken. Nicht in die Mitte zum Kopfball als einfache Möglichkeit flankte er, nein, er flankte punktgenau über den Fünfmeterraum hinweg in den Lauf von Tim Albutat, der in den Ball grätschend per Dropkick zum 2:0 einschoss. Was für ein wunderbares Tor, welch Perfektion des Spiels von beiden Beteiligten. Ohnehin zeigte Zlatko Janjic an diesem Tag eine großartige Leistung. Immer wieder behauptete er im Mittelfeld souverän die Bälle, schuf Gefahr mit seinen Pässen und erlief viele zweite Bälle, als ob sein Ausgleichssport der 50-Meter-Sprint sei.

Auch nach dieser Zwei-Tore-Führung hielt der MSV den Druck hoch. Die Mannschaft zog sich nicht zurück, wie wir es so oft schon mit großem Zittern erlebt haben. Das gehört mit zur Botschaft dieses Spiels. Die Mannschaft will das Spiel bestimmen. Zu jeder Zeit. Zu jedem Spielstand. Die Mannschaft will aber nicht nur, sie kann es auch.

Thomas Bröker hätte schon das dritte Tor erzielen, als er im Fünfmeterraum auf dem Boden liegend einen Abpraller über das Tor befördert. So erzielte Zlatko Janjic erst kurz vor Spielende das 3:0 für den MSV. Auch dieses Tor war schön herausgespielt in einer Dreierkombination über Nico Klotz, der am rechten Flügel zwischen drei Mann den freien Raum für den Pass auf Kevin Scheidhauer findet, der daraufhin weiterleiten kann auf den links freistehenden Zlatko Janjic. Was „goldwichtig“ war, machte goldglücklich. Und wenn dann demnächst bitte die drei Stehplatzstufen hinter mir auch wieder gefüllt sind, brauche ich bei zukünftigen Heimsiegen auch keine Verletzungsgefahr mehr zu befürchten. Gestern brachte der Jubel vor mir beim zweiten Tor mich doch glatt zu Fall. Ist mir das überhaupt schon mal im Stadion passiert. Lasst Zuschauer um mich sein. Die Mannschaft und ich, wir brauche jede Unterstützung.

Gegen Nürberg schwächeln der dreizehnte und vierzehnte Mann

Wie schön kann die Zukunft sein, wenn alles noch möglich scheint. Als Superhelden des eigenen Schicksals lassen wir uns beim Denken ans Morgen keine Wünsche offen. Manchmal rückt dann dieses Morgen näher und mit jedem vergehenden Tag wird uns Superhelden etwas mehr Vorstellungskraft geraubt. Mit jedem neuen Tag schrumpfen die Möglichkeiten, wie diese Zukunft gut aussehen kann, und irgendwann sind wir Superhelden auf einmal ganz normale Allerweltsmenschen, die ganz verzweifelt mit den Armen wedeln, um superheldenmäßig abzuheben. Gut, dass uns das zumindest dabei hilft, die Balance zu halten und nicht vollends auf die Schnauze zu fallen.

Am Samstag bekam ich Superheld des mit dem MSV verbundenen Schicksals entsetzliche Schulterschmerzen, so heftig hatte ich die Arme auf- und niederwerfen müssen. Der MSV Duisburg und der 1. FC Nürnberg hatten gerade 0:0 gespielt, und ich wollte mich mit dem gefühlten Wissen des höchstwahrscheinlichen Abstiegs nicht abfinden. Ich wollte meine letzte Hoffnung lebendig halten. Vielleicht wollte ich auch einfach nur nicht hinfallen. Ein Spiel war zu Ende gegangen, in dem der MSV nicht nur uns Zuschauer als zwölften Mann gebraucht hat. Für den MSV hätten zwei weitere Spieler auf dem Platz gute Leistungen zeigen müssen: Zufall und Glück. Beide Spieler blieben blass und unauffälig,

Ist es tatsächlich so, dass diese Mannschaft nur dann defensiv sicher spielen kann, wenn sie ihre Offensivbemühungen zum Zufallsprodukt macht? Doch selbst wenn eine der wenigen Torchancen dann auftauchte, ergab sich keine wirkliche Torgefahr. Kein einziger Schuss der Duisburger Spieler zwang den Torhüter der Nürnberger, Sascha Kirschstein, zum Eingreifen. Nicht Kevin Wolze war für mich die – laut Reviersport-Schlagzeile – „tragisches Figur“ dieses Spiels, als er, freistehend, in der letzten Spielsituation den von rechts geschlagenen Ball aus sechs, sieben Metern volley nahm und über das Tor donnerte.

Giorgi Chanturia hatte in der ersten Halbzeit die sehr viel größere Chance nach sehr guter Vorarbeit von Dennis Grote. Der hatte an der Mittellinie den Ball erkämpft, nahm auf halblinks Fahrt auf Richung Tor, zog an der Strafraumgrenze nach innen, setzte sich dabei gegen zwei Nürnberger durch und legte dann auf den nachrückenden Chanturia ab. Er hatte freie Bahn zum Tor. Er hatte diesen Pass erwarten können. Der Schuss war technisch einfacher zu bewältigen gewesen als der von Kevin Wolze. Und doch schoss er am Tor vorbei. Wie Onuegbu im Heidenheim-Spiel nahm er den falschen Fuss zum Schuss.

Doch solch eine Chance ergab sich eben nicht aus einem kontinuierlichen Offensivspiel des MSV. Die Spieler des MSV erobern die Bälle und wissen dann nicht, wie es weiter gehen kann. Der Ball führende Spieler der Mannschaft ist fast immer auf sich allein gestellt. Er findet keine Anspielstationen. Es sieht nicht so aus, als hätten die Spieler Vertrauen in Laufwege ihrer Mitspieler. Sie wirken hilflos. Also, ab nach vorne mit dem Ball, das ist wenigstens weit weg vom eigenen Tor, und vielleicht wollen sich ja Glück und Zufall endlich auch mal beweisen.

Ist es tatsächlich so, dass diese Mannschaft nur mit den langen Bällen das Mittelfeld überbrücken kann, weil Spieler wie De Witt und Janjic oder auch Obinna nicht spielen können? Ist es möglich, ohne ballsicheren Spieler im offensiven Mittelfeld eine andere Taktik als Hoch und Weit für die Offensive zu wählen? Andererseits passte die Startaufstellung nicht zu dieser Spielweise. War also auch die Aufstellung von Stanislav Illjutczenko in der Sturmmitte ein Kompromiss, den Gino Lettieri eingehen musste? Was waren die Gründe dafür, ihn statt Onuegbu zu bringen? Illjutcenkos Spiel ist doch nicht die Ballbehauptung, wenn hoch und weit gespielt wird. Stark wirkt er in der Bewegung, nicht im statischen Spiel beim Ballhalten und Verteilen. Seine Aufstellung ist eine Trainerentscheidung, die begründet werden müsste in einer Situation, in der das Vertrauen in Gino Lettieri immer weiter abnimmt.

In der zweiten Halbzeit erwartete ich ab der 70. Minute das Siegtor der Nürnberger. Glück und Zufall hatten für die Offensive anscheinend keine Kraft mehr. Zumindest Glück half kurz vor Ende bei einem Kopfballversuch der Nürnberger in der Defensive mit aus. Offensiv passierte beim MSV mit Ausnahme der Nachspielzeit nichts mehr. In dieser Nachspielzeit wirkte es aber auf einmal so, als hätte die Mannschaft mitbekommen, dass sie auf jeden Fall ohne Glück und Zufall dieses Spiel gewinnen muss. Plötzlich wirkten zwei Angriffszüge unter diesem Druck des nahenden Schlusspfiffes planvoll. Das war zu spät. Der Einsatz, den diese Spieler des MSV in jedem Spiel zeigen, blieb ein vergebliches Mühen. Das ist die bittere Erkenntnis, so sehr sich die Mannschaft auch anstrengt, es reicht nicht für den Sieg.

Begleitet wird diese Erkenntnis von großen Sorgen, auf die der MSV mit seiner Spielweise keinen Einfluss hat. Momentan sieht es nicht so aus, als ob viele Mannschaften vor den Abstiegsrängen gewillt sind, mit einer der drei unten stehenden Mannschaften zu tauschen. Abstiegszone! Wie sehr wünsche ich mir, dass so eine Zone überhaupt erst einmal entsteht, ein Zönchen reichte mir sogar schon bis zur Winterpause. Damit wir beim Denken an den Relegationsplatz alle wieder Superhelden unseres mit dem MSV verbundenen Schicksals werden können. Wir Zuschauer und vor allem die Spieler.

Das Auswärts-Testspiel als Heimspiel – Gedankensplitter und Fotos

Das Testspiel des MSV gegen Viktoria Köln fände unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eintritt gegen Vorlage des Presseausweises. So ähnlich war das Testspiel angekündigt worden. Mit dem Fahrrad brauche ich 20 Minuten zum Sportpark Höhenberg. Ich hatte nichts vor, also habe ich dort mal reingeschaut. Gesehen habe ich ein 4:4 als Endergebnis und zwei bis auf Tim Albutat komplett unterschiedliche Mannschaften des MSV in den zwei Halbzeiten.

Ein paar Gedankensplitter reihe ich mal aneinander, zu einer Einheit wird das heute nicht.

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Elfmeter – Und alles sieht noch gut aus

Erste gute Nachricht: Thomas Bröker spielte. Ein Verletzter weniger. Viel zeigen konnte er aber nicht, wie die anderen Offensivspieler auch, was weniger an ihm als am nicht vorhandenen Mittelfeld des MSV gelegen hat. Denn wenn Testspiel, dann aber auch ein richtiger Test, ein Test, bei dem Spieler dabei sind, die noch weit von der ersten Elf entfernt sind; U19-Spieler etwa, Spieler, deren Leistungsstand sich die sportlich Verantwortlichen vielleicht unter Wettbewerbsbedingungen anschauen wollten. Vielleicht sollte auch die Stammelf kein ganzes Spiel spielen. Das Spiel wirkte mehr als eine Art Stresstest für die einzelnen Spieler, als dass sie sich zu einer Mannschaft zusammengefunden hätten.

Wie gesagt, es gab so gut wie kein Mittelfeld des MSV. Die Viktoria presste sehr weit in der Hälfte des MSV und machte das verdammt gut. Diese Mannschaft wollte sich ausprobieren, sie wollte Erfolg, sie war hungrig und hat jegliche Aufbauversuche des MSV im Keim erstickt. Ich meine, alle drei Tore der Viktoria fielen nach schnellem Umschaltspiel. Dagegen konnten die langen Bälle des MSV in die Offensive so gut wie nie erobert werden. Einige wenige Male wurden auch Flügelläufe versucht. Ohne Erfolg. Den MSV gab es bis zum 3:0 fast ausschließlich als verteidigende Mannschaft.

Branimir Bajic wurde zusammen mit Kingsley Onuegbu in der 33. Minute kurz nach dem dritten Tor der Viktoria eingewechselt. Eines hat diese erste Halbzeit zweifellos gezeigt, wie wichtig Branimir Bajic für das Spiel des MSV weiterhin ist. Er gibt seinen Mitspielern, egal, wer sie sind, sehr große Sicherheit. Steffen Bohl agierte zwar für sich genommen zuvor ebenfalls souverän. Alleine konnte er die Defensive aber nicht zusammen halten. Mit Branimir Bajic auf dem Feld erhielt das Spiel des MSV Stabilität. Nicht nur, dass die Defensivreihe nach seinem Einsatz ruhiger agierte, selbst das Mittelfeld dirigierte er manchmal und verteilte die Mitspieler in freie Räume bei eigenem Ballbesitz.

victroria-msv_anstossHZ2Als die Stammbesetzung in der zweiten Halbzeit spielte, wurde deutlich, dass Gino Lettieri Thomas Meißner an solch eine leitende Souveränität heranführen will. Thomas Meißner soll mehr Verantwortung übernehmen im Spielaufbau und als ruhender Pol wirken in der letzten Reihe vor dem Torwart; einer, der notfalls immer als Anspielstation zur Verfügung steht und gleichzeitig den Druck nach vorne aufrecht erhalten kann.

Mit Ausnahme von Steffen Bohl fiel mir kein Spieler mit Anschluss an die Startelf positiv auf. Zwei große Chancen hatte der MSV dann noch in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit. Zwei schnelle Spielzüge über den rechten Flügel brachten diese Chancen. Nico Klotz war beteiligt. Den einen Pass erhielt Stanislav Iljutcenko im Elfmeterraum. Freistehend schoss er über das Tor. Auch wenn der Pass etwas ungenau gekommen war, hätte er treffen müssen, ebenso wie wenig später Kingsley Onuegbu, der am Tor rechts vorbei schoss.

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Nurretin Kayaoglu

Nurettin Kayaoglu als linker Verteidiger, schon in der Presse angekündigt als Verpflichtung, doch noch nicht offiziell bestätigt, spielte ebenfalls unauffällig. Man merkte seine Vorsicht. Er wollte keinen Fehler machen. In der Defensive hat das auch recht gut geklappt. Dem Spiel nach vorne mangelt es dann vielleicht an Risikobereitschaft. All das muss Gino Lettieri einordnen und in den Zusammenhang des Mannschaftsspiels bringen.

Bis auf Tim Albutat stand in der zweiten Halbzeit eine andere Elf auf dem Platz. Nun wurde der Test zur Vorbereitung auf das nächste Punktspiel. Der Druck auf die Viktoria war nun von Beginn an vorhanden. Auffällig waren  Diagonalpässe auf Giorgi Chanturia, die statt der Flankenläufe der Außenverteidiger das Spiel aufrissen. Nun fand die Offensive der Viktoria kaum mehr statt. Alternativ zu den Diagonalpässen wurde der Ball  gut durch das Mittelfeld kombiniert. Victor Obinna erwies sich einmal mehr als sichere Anspielstation auch unter Druck. Gerade das dritte und vierte Tor wurden über mehrere Stationen schön herausgespielt.

Nach der 4:3-Führung verschwanden die spielerischen Lösungen. Die Räume waren zu eng geworden, statt der Kombinationen wurde nun zu oft per Dribbling der Durchbruch gesucht, ohne dass sich die einzelnen Spieler gefährlich durchsetzen konnten. Entsprechend häufiger kam die Viktoria wieder an den Ball und spielte schnell in die Spitze. Beim Ausgleichstreffer wurde die aufgerückte Defensive überlaufen.

Vielleicht fällt mir auf Nachfrage noch mehr ein. Hier ist erst einmal für heute Schluss. Bleiben noch ein paar Fotos.

Mit einem Klick zum Live-Ticker des MSV.

Zum kurzen Spielbericht aus Kölner Sicht mit einem Klick.

Ja und ja und nochmals ja

Im Grunde freue ich mich noch zu viel, um über das Spiel des MSV Duisburg gegen den SC Paderborn zu schreiben. Ich bin auch noch zu mitgenommen vom Hoffen vor dem Anpfiff, das manchmal blitzlichtartig gefährdet war, von diesem Bangen im Spiel und der unfassbaren Begeisterung beim Tor so spät im Spiel, das dennoch früh genug fiel, damit wir einen Ausgleich befürchten konnten.

Optimistisch war ich einen Tag vor dem Spiel. Doch als ich eine Viertelstunde vor Anpfiff zu meinem Stehplatz ging, packte mich von jetzt auf gleich eine so tiefe Enttäuschung, als ob das Spiel schon verloren gewesen wäre. Ich wurde für einen winzigen Moment durchgeschüttelt und musste mich zur Ordnung rufen, nicht dem völligen Irsinn zu verfallen. Wer Zeiten durcheinander bringt und selbstzerstörische Visionen hat, fragt vielleicht besser seinen Arzt oder Apotheker, ob der Besuch eines Spiels vom MSV Duisburg nicht anhaltende psychische Folgen haben kann. Nach diesem 1:0-Sieg warte ich aber erst einmal ab, ob so sich was nicht von alleine gibt.

Dabei hatte ich vor dem Spiel alles versucht, das Schicksal auf unsere Seite zu bringen. Am Bahnhof kaufte ich ganz bewusst noch eine Flasche „Paderborner“. Denn so vertilgte ich im Namen Duisburgs Schluck um Schluck dieses Paderborn, ein mächtiges Zeichen der Überlegenheit. Ich spürte geradezu, wie jeder Schluck Pils mich zuversichtlicher stimmte. Die erste Gefährdung dieser Zuversicht vor dem Spiel war schnell ausgestanden, allerdings kratzte das Spiel selbst in der ersten Halbzeit doch recht stark am Vertrauen in die Mannschaft. Ein Unentschieden schien mir möglich, doch wie sollte diese Mannschaft gewinnen?

Sicher, wir sahen eine Mannschaft des MSV, die alles versuchte, das Spiel an sich zu reißen. Wir sahen eine Mannschaft, die durch die Tabellensituation keineswegs irritiert schien. Die Spieler schienen weiter selbstbewusst zu sein. Doch wirkte die Spielanlage des SC Paderborn reifer. Die Mannschaft wollte schnell spielen. Sie kombinierte sicher, wenn auch die Durchlagskraft am Rand des Strafraums rapide abnahm. Einmal allerdings spielte der SC Paderborn einen der Spieler im Strafraum frei, so dass Michael Ratajczak im eins gegen eins retten musste. In solchen Situationen ist er stark, zumal dem Paderborner Spieler nicht viel Zeit blieb, um abzuschließen.

Das Offensivspiel des MSV hingegen bestand fast auschließlich aus langen Bällen in die Spitze. Das wirkte wie Stückwerk, weil der Erfolg dieser Spielweise überschaubar blieb. Kingsley Onuegbu konnte sich nicht oft klar durchsetzen. Wenn ihm überhaupt das Ablegen der Bälle gelang, kamen die Pässe nicht sehr sauber; was bei dem hohen Druck durch die Paderborner Defensive keine Überraschung war. Bei drei Gegenspielern eine Ahnung von Pass zu spielen, ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Selbst diese Ahnung von Pass war genug für Victor Obinna, um immer wieder an den Ball zu gelangen, um weitere Unruhe in der Paderborner Defensive zu verbreiten. Wirklich gefährlich wurden diese Angriffe für die Paderborner Defensive aber auch nicht.

Einige wenige der bekannten Flügelläufe gab es sowohl zunächst von Kevin Scheidhauer, dem aber bald der Schneid abgekauft übel war – siehe Update unten, als auch von Rolf Feltscher, dem aber dieses Mal das Gespür für den Moment der Flanke fehlte. Zwei-, dreimal machte er einen Haken zu viel, nachdem er seine Gegenspieler bereits ins Leere hatte laufen lassen. So begann ich mich zu fragen, wie in diesem Spiel der MSV je ein Tor erzielen sollte. Abgelenkt wurde ich durch die Stimmung im Stadion, die in der ersten Halbzeit bereits immer wieder hochkochte. Die Pokalatmosphäre war nah.

In der zweiten Halbzeit schließlich schien es bald so, als hänge das Schicksal des MSV nur noch vom Ergebnis dieses Spiels ab. Spätestens ab der 60. Minute gab es in diesem Stadion nichts anderes mehr als den unbedingten Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Dieser Wille wurde auf den Rängen von fast allen MSV-Anhängern herausgeschrienen, „… für die 2. Liga – EM-ES-VAU!“ Was für eine einpeitschendes Singen, und was für ein Ringen auf dem Platz. Ein Hin und Her war entstanden, in dem der MSV für etwa zehn, fünfzehn Minuten ungeheuer druckvoll spielte. Der neuverpflichtete Giorgi Chanturia war eingewechselt worden, wirkte sofort ballsicher, etwas bindungslos zwar und etwas übermotiviert, doch den dort auf dem rechten Flügel, den konnten wir im Hinterkopf behalten.

Victor Obinna hingegen ist längst in der Mannschaft angekommen. Er verarbeitet Pässe, wie wir es in den letzten zwei Jahren nicht mehr gesehen hatten. Er ist gedankenschnell, erkennt Räume und ahnt, wo sich der Ball hinbewegen könnte. Er hat Handlungsoptionenen, kann passen oder selber gehen, auch wenn ihn Gegenspieler unter Druck setzen. Er bringt Schnelligkeit ins Spiel im Duisburger Angriffsdrittel. Mit ihm deutet sich im Spiel der Zebras Unberechenbarkeit an.

Wenn auch die Chancen überschaubar blieben, alles war nun möglich. Sieg oder Niederlage. Auf der Duisburger Seite war Michael Ratajczak nach einem Paderborner Schuss schon geschlagen, als Thomas Meißner heranrauschte und den Ball von der Linie kratzte. Überhaupt war das erneut ein starkes Spiel in der Defensive von ihm.  Auf der anderen Seite gelang dann wenig später das Duisburger Tor durch jene Bewegung, mit der Giorgi Chanturia zuvor zwei-, dreimal an der Überzahl der Paderborner Defensivspieler gescheitert war. Am rechten Flügel zog er in die Mitte, schlug dabei seine Haken und fand dieses Mal Kingsley Onuegbu als Anspielstation; ein Doppelpass folgte, erneut ein Haken Chanturias und sein Schuss ins lange Eck. Jubel der Erleichterung explodierte und erschütterte das Stadion. Wie sehr hatten wir dieses Tor ersehnt. Wieviel Kraft hatte diese Mannschaft dafür bereits eingesetzt. Wie sehr hatten alle Spieler dafür gekämpft. Noch waren etwas mehr als zehn Minuten zu spielen gewesen. Noch bangten wir um diese Führung.

Als neutraler Zuschauer hätten wir vielleicht sehen können, dass die Paderborner geschockt waren, den Glauben nicht mehr wirklich besaßen, den Ausgleich noch erzielen zu können. Wir aber wussten, jeder hohe Ball in den Fünfmeterraum kann mindestens zu Halbchance werden. Wir aber wussten, Ecken und Freistöße des Gegners machen das Gegentor sofort wahrscheinlicher. Ich zitterte bei jeder Ballberührung der Paderborner, egal, wie weit weg sie vom Strafraum geschah. Mich hatte der Irrsinn der Minuten vor dem Spiel wieder gepackt. Spätestens als nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen viele Spieler des MSV einfach nur zu Boden sanken, weil sie keine Kraft mehr hatten, um zu jubeln, sollte jedem klar geworden sein, wie wichtig dieser Sieg gewesen ist. Wie hätten Spieler, die ein weiteres Mal an ihr Leistungslimit gehen, damit umgehen sollen, erneut keine Belohnung für diesen Einsatz zu erhalten?

Dieses Punktspiel war tatsächlich zum Pokalkampf geworden. Dem einen werden noch einige folgen. Ob es tatsächlich 24 werden, bleibt abzuwarten. Weniger wäre in dem Fall mehr. Man braucht den Kampf um den Klassenerhalt ja nicht auf die Spitze zu trieben.

Den Blick aus Paderborner Sicht findet ihr im Blog Schwarz und Blau.

Update 7.10.: „Schneid abgekauft“ war wohl die falsche Deutung des Scheidhauerschen Zurücksteckens im Spiel. In der heutigen Nachbetrachtung bei WAZ/NRZ wird von Übelkeit nach 20 Minuten berichtet.


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