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Von unsinninger Droll-Frage hin zum Podcast-Fest für Fußballromantiker mit Hans-Günter Bruns

Was für eine unsinnige Droll-Frage war das wieder auf der Pressekonferenz vor dem Nachholspiel heute gegen Saarbrücken. Irgendwas mit Sieg und Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle. Als ob wir in normalen Zeiten lebten und der Tabellenstand die Mannschaft sorgen müsste. Torsten Lieberknecht machte das einzig richtige. Er sprach der Tabelle nicht nur für den Moment sondern sofort für den weiteren Saisonverlauf die Bedeutung ab angesichts von erwartbaren coronabedingten Spielausfällen. Das ist wichtig, um Folgen von solchen Tabellenbilder zu begrenzen. Ohne Spiele sind zu wenig Punkte die selbstverständliche Folge. Da braucht es etwas anderes als den üblichen Blick von Sportjounalisten auf Tabellenstände.

Lasst mich zu den schönen Dingen des Tages kommen, die wir mehr in der Hand haben als den erhofften Erfolg gegen Saarbrücken. Ich feiere gerade Hans Günter Bruns mit seinem Auftritt im Sechszehner-Podcast. Momentan ist der ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach Hans-Günter Bruns Sportlicher Leiter bei Hamborn 07. Als Trainer oder Sportlicher Leiter arbeitete er im westlichen Ruhrgebiet seit 2003 vor allem im Amateurbereich. Bei Rot-Weiß Oberhausen war es für fünf Jahre von 2006 bis 2011 auch das Profi-Geschäft.

Mir war nicht klar, wie gut er und all diese Vereine im Ruhrgebietswesten zusammen passen. Nach dem Podcast-Gespräch von Hans-Günter „Bruno“ Bruns mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Ewald Lienen und dem Sportjournalisten Michael Born weiß ich es besser. Diese knappe Stunde vom Podcast Der Sechszehner ist ein Fest für Fußballromantiker und eine Feier der Ruhrpottmentalität dazu.

Anekdote auf Anekdote erzählt „Bruno“. Ob das nun ein nächtlicher Ausflug mit Lothar Matthäus während einer Länderspielvorbereitung war oder sein Verhältnis zu Jupp Heynkes als Trainer. Er brauchte kurz, um etwas aufzutauen, aber dann redete er wie unter Freunden. Vor allem Ewald Lienen regte ihn durchs eigene Erinnern an gemeinsame Zeit zum Erzählen an. Auch wenn „Bruno“ den größten Teil seiner Karriere als Spieler in Mönchengladbach verbrachte, kann er den Pott in seinem Wesen nicht verleugnen. So klingt das Ruhrgebiet an der Basis heute immer noch, wenn über Fußball gesprochen wird.

Den Sechszehner gibt es auf sämtlichen Podcast-Plattformen. Hier kommt ihr mit einem Klick zu Soundcloud, wo man ihn auch ohne Podcastplayer hören kann.

Cotthausen zieht die letzte Karte! Alles ist möglich

Was für ein Tollhaus herrscht im Moment beim nächsten Gegner vom MSV Duisburg. Vorgestern verkündete der Vorstand von Rot-Weiß Energie Cotthausen, die Doppelspitze auf der Trainersposition sei gescheitert. Während der eine Head-Coach des Vereins Hans-Günter Bruns nach der Niederlage gegen den VfL Osnabrück noch sagte, alles sei möglich in dieser Saison, die Mannschaft bräuchte nur eine Serie von drei, vier Siegen, wurde sein Head-Coach-Partner Claus-Dieter Wollitz, „Pele“ genannt, mit der Begründung entlassen, man hätte einfach die letzte Karte ziehen müssen, um der Mannschaft einen zusätzlichen Schub für das anstehende DFB-Pokal-Halbfinale zu geben. Den Aufstieg hätte die Vereinsführung trotz der acht Punkte Rückstand auf den zweiten Platz auch noch nicht aus den Augen verloren.

Wegen der Ereignisse im westlichen Ruhrgebiet haben die lokalen Medien Urlaubssperren erlassen. Allen voran berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung seit zwei Tagen in einem Ausmaß über Rot-Weiß Energie Cotthausen, wie es in der Sportberichterstattung des WAZ-Konzerns noch nicht zu sehen gewesen ist.  Ein Medium, das sich als Hauszeitung der Region versteht, muss einfach alle Kräfte bündeln, wenn noch einmal eine hoffnungsfrohe Stimme, ein Zeichen für den immer wieder neu zu leistenden Aufbruch im Revier setzt.  Außerdem betrachtet man auch wirklich fassungslos das Handeln eines Vereins, der sich seit drei, vier Jahren als der bodenständige und sympathische Ruhrpott-Underdog im Haifischbecken Fußball-Business präsentierte.

Auch die meisten Fans von Rot-Weiß Energie Cotthausen zeigen wenig Verständnis für die Entlassung des Mannes, der den Verein nach langer Zeit im Amateurfußball wieder nach oben gebracht hat. Die Fans kommentieren mit deutlichen Worten, die zahlreichen Artikel des WAZ-Konzerns oder nehmen ausführlich und sehr nachvollziehbar auf eigenen Seiten im Netz Stellung, indem sie das Fußballgeschäft als Bedingung für die Möglichkeiten des Vereins Rot-Weiß Energie Cotthausen miteinbeziehen.

Im Windschatten der allgemeinen Aufregung versucht der MSV Duisburg seine Spielvorbereitung auf das nächste Spiel gegen Rot-Weiß Energie Cotthausen wie gewohnt zu absolvieren. In Duisburg kommt es zum ersten Mal zu einem Fußballspiel, das sich über fünf Tage erstreckt. Es wird in vier Vierteln ausgetragen und der Spielort wechselt in der drei Tage andauernden Halbzeitpause vom Niederrheinstadion in die Schauinsland-Reisen-Arena, unter Freunden auch Wedaustadion genannt. Die Vereine hatten sich darauf geeinigt, auch Teileintrittskarten des Spiels in den Verkauf zu bringen.  Allerdings ist die zweite Hälfte des Spiels schon seit einiger Zeit ausverkauft. Die unterschiedlichen Verkaufszahlen der Eintrittskarten ließen bei vielen Zuschauern den Eindruck entstehen, es handele sich bei diesem besonderen Spiel des MSV Duisburg eigentlich um zwei gewöhnliche Fußballspiele von normaler Spieldauer. Die sportliche Leitung des MSV Duisburg ist sich der Bedeutung dieses besonderen Spiels bewusst und möchte alle Viertel des Spiels gewinnen. Dann könnte der MSV Duisburg auch am Ende dieses besonderen Spiels gegen Rot-Weiß Energie Cotthausen ohne Zweifel als Sieger vom Platz gehen.


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