Posts Tagged 'Heimatlied'

Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 38: Jason Bartsch mit 4478 Bochum

Wenn Poetry Slam auf Punk trifft, entsteht besonderer Rap. Das klingt doch gut, oder? Manchmal liefer ich werbewirksame Zitate frei Haus. Jason Bartsch hat das verdient. Jason Bartsch – hier bei Wikipedia – lebt in Bochum. Poetry Slam und Punk sind oder waren künstlerische Felder, auf denen er sich bewegt. Mit 4478 Bochum hat er jüngst einen hörenswerten Song auf seine Heimatstadt gemacht, und vielleicht werden nicht nur die Älteren unter euch im Titel des Raps den Titel jener LP von Herbert Grönemeyer erkennen, die ihm den ersten großen Publikumserfolg brachte.

Ich nehme 4478 Bochum deshalb in die Heimatliedsammlung der Ruhrstadt-Sektion auf, weil Jason Bartsch Bochum gleichsam als Stadtteil des Ruhrgebiets berappt. Bochums Alltagskultur ist in Jason Bartschs Blick Ruhrgebietskultur. Wenn er Versatzstücke dieser Alltagskultur des Ruhrgebiets aufnimmt, macht er das mit leicht ironischer Distanz. So werden Currywurst, Bier und Fußball zwar ernst genommen, doch schwingt zugleich mit, dass sich das Lebensgefühl in diesem  Ruhrgebiet der Gegenwart nicht darauf beschränkt. Unterstrichen wird das durch die Grönemeyer-Zitate als Reminiszenz an jene Zeit Anfang der 1980er Jahre, als Bochum durch Herbert Grönemeyer LP deutschlandweit Aufmerksamkeit erhielt. Musikalisch ist das Stück reinster Minimalismus, aber hört selbst.

 

 

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 37: KSK mit Mit Schmackes

War es Ende der 1990er Jahre, als dieser Song, in etwas verrockter Version, zum Bühnenprogramms des  N8chtschicht-Ensembles gehörte? Damals wurde der Song mit Sicherheit noch ironischer verstanden, wenn diese Selbstbeschreibung der Ruhrstädter gesungen wurde. Wenn die N8achtschichtler Peter Krettek und Ulrich Schlitzer das Stück zusammen mit dem Pianisten Harald Köster etwa zehn Jahre später in einer sparsam instrumentierten Fassung spielen, bleibt von der ironischen Haltung des Textes noch etwas erhalten, dennoch lässt sich die Verbundenheit zur Ruhrstadt mit dem Ohr von heute sehr viel klarer wahrnehmen.

In Köln könnte dieses Lied in einem Krätzche-Programm auftauchen. Gesungen wird von Lebensfreude und Herzlichkeit der Ruhrstädter. Der Text greift die Idylle von Schlagerwelten auf. Der ironische Ton entsteht durch Übertreibung und Übersteigerung. Musikalisch gebrochen wird das Schlagerhafte zudem. Gerade deshalb lässt sich gut laut mitsingen: „Ja, so richtig mit Schmackes und volles Pfund, ja, wir hier im Ruhrpott, wir brauchen keinen Grund, zum um zu feiern, ja, das hält uns gesund“.

 

 

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 35: Philipp Eisenblätter – Duisburg-Lied

Am 7. September stellte Phillipp Eisenblätter sein „Duisburg-Lied“ bei Facebook und YouTube online. Kurz nach der Veröffentlichung wurde mir das Stück zum ersten Mal in meiner Timeline angezeigt, weil jemand es geteilt hatte. Innerhalb der nächsten 24 Stunden wurde mir das Lied bei Facebook aus sehr verschiedenen Richtungen immer wieder in die Timeline gespült. Das Lied teilten Menschen, von denen ich wusste, wie unterschiedlich ihr Musikgeschmack war. Das Lied hat einen Nerv getroffen. Knapp eine Woche später ist das Lied bei Facebook über 150.000 mal gesehen worden. Bei YouTube ist die Klickzahl nicht ganz so hoch. Was mehr über das Funktionieren der Social-Media-Welt verrät als über das „Duisburg-Lied“.

Philipp Eisenblätters „Duisburg-Lied“ gehört fraglos zu den schönsten Stücken meiner Sammlung über den Ruhrstadt-Stadtteil Duisburg. Es vermittelt das Lebensgefühl von Duisburgern, die wachen Auges durch ihre Stadt gehen, nichts verherrlichen und zugleich innig verbunden sind mit der Stadt, in der sie leben. Das Stück verdichtet in seiner Gebrochenheit von Stimme, Text und Melodie das vielschichtige Heimatgefühl von Menschen, die Duisburg mit Wohlwollen betrachten und die ein realistisches Verhältnis zu den Möglichkeiten ihrer Stadt besitzen. Das „Duisburg-Lied“ ist große Singer-Songwriter-Kunst, von der ich gerne noch sehr viel mehr hören möchte.

 

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 34: Andrea Maria Schroeter – Duisburg Hymne

Vergesst Claudia Jung, Beatrice Egli und Helene Fischer. Ohne Schlager über Duisburg wird keine Erinnerung an die Karriere bleiben. Im Zebrastreifenblog gelten harte Kriterien. Die Walsumerin Andrea Maria Schroeter dagegen singt eine Duisburg Hymne, die sie selbst komponiert und getextet hat. Nun klingt diese Hymne weniger hymnisch als gegenwartsschlagerhaft. Sie ist unterlegt mit dem aus vermutlicher Produktionsnot heraus geborenen Rhythmusmaschinenbeat, der das Ganze beim ersten Hören Richtung Partyschlager zieht.

Wie es sich für einen Schlager gehört, singt Andrea Maria Schroeter in einfachen Reimen davon, was Duisburg bedeutet. „Du bist meine Sucht, haust mich um mit deiner Wucht. Hier in Duisburg, hier im Westen wohn’n  die Echten, wohn’n die Besten.“ Die idealisierte Selbstbeschreibung der Duisburger darf nicht fehlen. „Wir sind ein bunt gemischter Haufen und das genießen wir hier sehr“. Das ist nicht meine Musik, und ich habe Spaß an der Komik durch Satzreihen, die der Reimzwang schafft. Aber dieses Stück ist gutes Schlagerhandwerk und braucht den Vergleich mit Sängerinnen-Werken der größeren Reichweite nicht zu scheuen.

Am Schlagerstandort Duisburg muss allerdings zum Umsatz mit Konzerten noch dazu verdient werden. Noch kann man Andrea Maria Schroeter auch für Auftritte zu „besonderen Anlässen“ buchen. Als Hochzeitssängerin versteht sie sich bei bei Youtube. 

Bitte schön: „Die Duisburg Hymne“

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 36: Too Strong mit Sturm im Pott

Der Hiphop ist eine stark sprudelnde Quelle des Heimatlieds – Sektion Ruhrstadt. Einige der Künstler des Genres hat die Ruhrstadt als Thema nie losgelassen. In immer neuen Stücken haben sie ihre Bilder der Heimatregion variiert. Der Combo Too Strong und einem Solo-Projekt ihres Mitglieds Der Lange war hier schon eine Folge gewidmet gewesen.

Von Too Strong  gibt es mit Sturm im Pott einen weiteren Song, dessen Grundmotiv einen Standard des Hiphops variiert – selbstbewusster Underdog widersetzt sich dem Establishement da draußen. Too strong rappen als Sprachrohr des Ruhrgebiets gegen ein namenlos bleibendes Geld und Macht verkörpendes Du der Musikindustrie. Die Identität der Rapper ist geprägt von der als rauh und bodenständig geschilderten Wirklichkeit im Pott, der das Du nicht gewachsen sein wird. Deshalb soll es sich besser nicht im Pott blicken lassen.

 

 

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 33: Wahre Freunde – Das Lied vom Landschaftspark

„Volksmusik – Schlager – Lieder mit Gefühl, verpackt mit einer guten Prise Humor, das sind wir die ‚Wahren Freunde‘.“ Das ist auf der Seite der Musikgruppe zu lesen, die aus Lust und Laune in der Freizeit Musik macht und die besagte Musiktraditionen ungebrochen aufgreift und eben auch ein Duisburg-Lied geschaffen hat.

Nicht Duisburg als Stadt wird darin besungen, sondern der Landschaftspark. Das ist ein gutes Zeichen für das Heimatlied der Sektion Duisburg, wenn Stücke entstehen, in denen nicht das Verhältnis zur Stadt als Ganzes das Thema ist, sondern Teile der Stadt in ihrer Besonderheit vorgestellt werden. Die Aktivitäten der „Wahren Freunde“ werden mit der Anmutung eines Hobbys und Freizeitvergnügens in die Öffentlichkeit gebracht. Dahinter steht kein professioneller Anspruch. Ich sehe das völlige Ignorieren medialer Bilder- und Designstandards mit viel Sympathie. Das ist gelingende Alltagskultur, die gängige Schlagermelodien der Gegenwart nutzt und sie in dem Fall mit einer eigenen Idee verbindet. Originalität braucht so etwas nicht. Für die „Wahren Freund“ geht es um etwas anderes.

Bitte schön: „Das Lied vom Landschaftspark“.

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 35: Mottek – Kommsse rauf, kannze kucken

Ein paar Mal habe ich schon darüber nachgedacht, ob ich in der Heimatliedsammlung neben dem Ruhrstadt-Stadtteil Duisburg auch die anderen Stadtteil-Sektionen eröffnen sollte. Wenn ich das mache, muss eine eigene Seite her. Heute erwähne ich das, weil der Gasometer in Oberhausen als besungene Landmarke zum zweiten Mal im Ruhrstadt-Heimatlied auftaucht. „Oberhausen“ von den Misfits ist hier eben nur nicht aufgenommen, weil es sich auf diesen Ruhrstadt-Stadtteil konzentriert. Alleine wegen dieses Lieds müsste ich meine Sammlung ausweiten. So sehr gefällt es mir.

Nun habe ich von Mottek den Gasometer ein weiteres Mal besungen gefunden – mit der Perspektive Ruhrstadt, die man von Dortmund bis zum Rhein sehen kann, wenn man oben steht. Das ist nun etwas übertrieben, aber Heimatlieder nehmen es oft nicht ganz genau. Es geht ja mehr ums Gefühl, wenn man dort oben auf die Städtelandschaft sieht. Eigentlich ist Mottek eine Coverband und spielt Rock quer durch die Musikgeschichte. Anscheinend haben sie aber auch ein paar eigene Stücke gemacht. Es sei denn, auch „Kommsse rauf, kannze kucken“ hat ebenfalls einen anderen Original-Interpreten, den ich auf die Schnelle nicht gefunden habe.

Wenn in Köln ohne den Dom in den Standardkarnevalsschlagern nichts geht, so könnte nach und nach der Gasometer der Kölner Dom des Ruhrstadt-Heimatlieds werden.

Und die Gelegenheit zu „Oberhausen“ von den Missfits lasse ich mir nun auch nicht nehmen.

 

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