Posts Tagged 'Heimatlied'

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 45: Frikka mit Duisburg und ich

 

„Duisburg und ich, eine Seele“ rappt Frikka – hier mit einer länger nicht gepflegten Facebook-Seite.  Doch eigentlich wirkt Frikka in seinem Song „Duisburg und ich“ sehr zerrissen in seiner Haltung zur Stadt. Zerrissen zwischen Dableiben und angedrohtem Wegzug, zwischen BVB als Schlüsselanhänger im Clip und dem „Traditionsverein“ MSV, der wie einiges bekannte andere Duisburg ausmacht. Zerrissen zwischen berapptem Grau der Wände in der Stadt und der guten Laune durchs Sommerwetter – eine Zerrissenheit, die die poppig anmutenden Melodie kräftig beiseite schiebt.

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Heimatlied Sektion Ruhrstadt – Folge 48: Donato u.v.a. mit Der Ruhrpott ist unendlich

Den Hiphop als reiche Quelle des Ruhrstadtlieds habe ich hier schon oft gerühmt – mit der Ruhrpott AG, mit Snagga und Pillath,  mit Too Strong oder mit Jason Bartsch. Nun ist die erste Hiphop-Generation dieser Stadtlandschaft im gesetzten Erwachsenenalter angekommen, einige von ihnen berühren mit dem Ensemblestück „Der Ruhrpott ist unendlich“ das Lebensgefühl einer Generation, die um die Jahrtausendwende jung gewesen ist.

Innerhalb weniger Tage wird der Clip zum Stück bald 100.000 mal gesehen sein. „Der Ruhrpott ist unendlich“ weckt Erinnerungen und zeigt, wie eine einstige Jugendkultur altert und die damals junge künstlerische Ausdrucksform weiter genutzt werden kann. Gerappt wird von unterschiedlichen Lebenswegen. Der Blick geht zurück in die Anfänge des eigenen Hiphops. Manchmal wird Resumée gezogen und immer wieder geschaut, wie es weitergehen kann.

Das alles geschieht nicht in einer abstrakten Kulturwelt. Die Wirklichkeit im Ruhrgebiet ist immer auch Thema, weil sie Biographien aller Künstler bestimmte. Das wirkt als Lyrik des Realismus. Die Bilder des Clips machen die Städtelandschaft sichtbar. „Der Ruhrpott ist unendlich“ ist ein gelungenes Gesamtkunstwerk, das das Leben in der Stadtlandschaft spürbar macht.

Leider fehlt mir die Zeit, um die einzelnen Künstler mit besonderen Worten vorzustellen und zu würdigen. Auf der Seite Ruhrpotthiphop.com lässt sich ein Überblick zur Hiphopszene der Ruhrstadt gewinnen. Das letzte lange Gespräch dort war mit Terence Chill, der auch am Stück beteiligt ist. 

 

Und als Zugabe der Blick in die Vergangenheit. Wenn ich das richtig verstehe, ist der Titel oben ein Zitat aus dem folgenden Stück von ABS feat. Creutzfeld & Jakob. Falls ich mich irre oder ihr weitere Anmerkungen habt, in die Kommentare und Feuer frei. 

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Heimatlied Sektion Ruhrstadt – Folge 47: Geierabend-Band mit Nachbarschaft

Wenn ich am Montag meinen Online-Vortrag zum Catenaccio in Italien sowie beim Meidericher SV halte und dabei mein Augenmerk auf die Kultur- und Sozialgeschichte lege, ist das eine Online-Premiere für mich. Andere sind da viel weiter. So gibt es von den Geierabend-Machern seit ein paar Wochen Online-Clips mit einzelnen Stücken aus einem unmöglich gewordenen Geierabend der Karnevalssession 2020/21.

Welche gedankliche Arbeit diesen Clips voranging, konnte man im letzten Jahr dem Podcast Wir und heute entnehmen. Hier bei Youtube, aber sonst auch bei allen Podcast-Plattformen und Facebook. Im Podcast unterhalten sich der Journalist und Buchautor David Schraven und der Steiger des Geierabends, Martin Kaysh, über Politik im Allgemeinen und das Ruhrgebiet im Besonderen. Martin Kaysh erzählte also auch, wie sich die Macher ständig den neuen Umständen anpassten, nach Möglichkeiten suchten, die Geierabende der Session je nach Corona-Entwicklung vielleicht doch durchführen zu können. Das ging allen Veranstaltern im Kulturbereich so, speziell war hier die saisonale Voraussetzung durch den Karneval. Das Ergebnis sind nun Online-Clips statt Bühnenautritt mit Sketch, Satire und Musik

Einen Geierabend-Clip binde ich  hier dann sofort ein. In Nachbarschaft wird das hohe Lied der Willkommenskultur in der Ruhrstadt gesungen. Ein schmissiger Song, inhaltlich an manchen Stellen dieser Ruhrstadt sicher mehr Zielvorgabe als Wirklichkeitsbeschreibung. So wünsche ich es mir. So soll es sein. Und wenn ich dann noch die gerufene Refrainzeile verstände, wäre alles gut. Heißt das etwa? Du bist stets unter Nachbarschaft? Je öfter ich höre, desto mehr klingt es danach.

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Frohe Weihnachten! – Mit einem Heimatlied der Sektion Ruhrstadt – Folge 46: Opa Theo mit Weiße Weihnacht im Pott

Schöne Feiertage möchte ich euch noch zurufen. Schließlich beschäftigten mich Fußball und MSV in diesem Jahr vor allem als Teil unserer Kultur und als historisches Geschehen. Da passt die Traditon von Weihnachtgrüßen besonders gut.

Ich wiederhole mich, ohne Stadionbesuch ist der Fußball als gegenwärtige sportliche Betätigung mir ferngerückt. Ich hoffe allein auf gute Ergebnisse der Zebras, damit ich überhaupt wieder mir einen ambitionierten MSV von meinem Stehplatz aus ansehen kann. Wie anders war das noch vor drei Jahren. Wir konnten mit gewisser Zuversicht auf den Klassenerhalt hoffen. Der MSV hatte gerade Dynamo Dresden 2:0 besiegt. Kurz zuvor war ich in Hamburg gewesen, beim Auswärtsspiel gegen St. Pauli.

Manches aber bleibt gleich. So stelle ich heute ein Weihnachtslied aus der Ruhrstadt vor, das schon vor drei Jahren hier in der Fassung von Ruhrschnellweg zu hören war, live gespielt in einer Art Pott-Musikantenstadl des WDR. Texter und Komponist des Liedes ist der Oberhausener Theo Behle, der eine Sammlung seiner Schlager hier online gestellt hat. Als Opa Theo singt er in der heutigen Fassung selbst und gibt den Ruhri sehr viel deutlicher als die Combomitglieder vom Ruhrschnellweg.

Allerdings muss ich bei der deutlicheren Pott-Version des Weihnachtsliedes auch sehr viel mehr an Kamelle und Bützjer denken als an Kerzenschein und Tannenbaum. Ich weiß nicht, wieviele Karnevalslieder solcher Art ich schon mit den heiligen kölschen Textelementen bützen, Kölsch und Dom gehört habe. Aber hier geht es um Weihnachten, und da soll nicht geküsst werden, sondern es soll friedlich sein. Und schneien soll es zudem. Auch die Ruhrstadt braucht den Schnee für das vollkommene Weihnachtsgefühl. Da es hier aber so gut wie nie weiße Weihnachten gibt, ist die Lösung für Theo Behle der Wunsch. Denn „Weiße Weihnacht hier bei uns im Pott, datt wär wie ein Geschenk direkt vom lieben Gott“. Um die anderen Geschenke für euch haben sich hoffentlich eure Lieben gekümmert. In dem Sinne: Frohe Weihnachten!

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 45: Der Butterwegge feat. Costa Cannabis und El Fisch mit Zuhause

In diesen Räumen war Butterwegge schon mehrmals zu Gast. Mit Deine Wellen hat er einen wunderbaren, rauen Song über Duisburg geschaffen. In Auf Asche zeigte sich Butterwegge als Fußballromantiker. Beide Songs werden von persönlichen Gefühlen getragen. Um sie zu beschreiben scheut Butterwegge in seinen Texten die großen Worte nicht. Dabei entgeht er souverän der Gefahr von inhaltsleerem Pathos, weil er diese  Gefühle an sehr alltägliches Erleben bindet. So macht er in solchen persönlichen Liedern zugleich ganz nebenbei die gegenwärtige Gesellschaft erkennbar. In der Kürze eines Songs lässt er tief in sein Herz blicken und erfasst, was Begegnungen zwischen Menschen oder auch mit Orten bedeuten – sowohl für den einzelnen Menschen als auch für das Zusammenleben.

„Zuhause“ erweist sich schon im Titel als eine moderne Form des Heimatlieds. Dieses Zuhause ist nicht an Orte gebunden, auch wenn neben vielen anderen Städten Deutschlands in einer Strophe die Ruhrstadt-Stadtteile als Region eines heimatlichen Lebensgefühl aufscheint. „Zuhause ist: wo du lebst, da wo dein Herz für jemand schlägt und die Kumpels, mit denen du durchs Leben gehst.“ Der balladenhaften Melodie ist wahrscheinlich die grammatikalische Freiheit des Refrains geschuldet. Und auch dieser Text mündet in eine Zeile, die auf die soziale und politische Gegenwart verweist: „Zuhause hat mit Stolz kein bisschen was zu tun.“

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 43: Illegale Farben mit Duisburg

So weit ich mich erinnere, habe ich solch einen Song in meiner Heimatliedsektion Duisburg noch nicht präsentiert. Selbst wenn der Text die Stadt nicht weiter vorstellte, so tauchte doch zumindest das Wort Duisburg in einem Text auf. Nun gibt es Gelegenheit zu intensiver Textauslegung, heißt der Song der Kölner Band Illegale Farben doch Duisburg, ohne dass die Stadt im Text selbst auch nur einmal erwähnt wird. Mehr noch, zu hören ist ein Song über Selbstbezogenheit.

Die Musik erweist sich als luftige Gute-Laune-Melodie von einer Band, die sich zwischen Punk, NDW-Reminiszenz und Indie-Rock bewegt. Also, deutet schön und überlegt, ob Duisburg vielleicht doch mit dem „Du“ des Textes angeredet wird. Spricht die erste Strophe gar die Alltagswirklichkeit an? „Du bist verloren“, heißt es da. Und hören wir mit dem Refrain nicht das große Seufzen der Stadt? „Alles dreht sich nicht um dich. Alle drehen sich nur um sich.“

Ich darf ein wenig herumspinnen, weil es in Wahrheit eine sehr sympathische Erklärung für diesen Titel gibt, bei der einer der rührigen Kulturorte Duisburgs, das djäzz, eine gewichtige Rolle spielt. Mehr spoiler ich jetzt aber nicht. Wer es genau wissen will, hört in den zweiten Clip hinein, in dem die Band über das Entstehen des Songtitels redet und über ihr sehr hörenswertes Verhältnis zur Stadt.

Des Rätsels Lösung im Making of ab Minute 1.50.

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 42: Jestic mit Immer noch hier (Duisburg-Lied)

Nach dem Zeitvertreib mit dem kabarettistisch inspirierten Ruhrstadt-Heimatlied von Matthias Reuter am Donnerstag habe ich heute eine neue Stadtteilfolge der Reihe für euch. Der Rap erweist sich mal wieder auch für Das Heimatlied Duisburg als ergiebige Quelle. Martin Lukas nennt sich als Rapper Jestic. Bei Facebook ist er mit seinen Projekten präsent.

Begonnen hat Jestic mit dem Rappen schon als Jugendlicher, was wir auch in seinem Song „Immer noch hier“ erfahren. Er reiht markante Erinnerungen seines Lebens in Duisburg aneinander. Blitzlichter wirft er auf seine Jugend in Hamborn und Marxloh; der MSV wird erwähnt, ein erster Videodreh. Seitdem sei viel passiert, und er sei immer noch hier. Die Erklärung dafür ist die Stadt selbst, und das Wortspiel mit dem emblematischen DU für Duisburg kennen und mögen wir:

„Immer wieder du
bist, was ich brauch, i
mmer wieder du,
du fängst mich auf,
immer wieder du
bist meine Frau.“

 

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 44: Matthias Reuter mit Bottrop, Kirchhellen! Scheiß auf die Seychellen

Der Oberhausener Matthias Reuter hat schon länger einen Song in seinem Repertoire, der gut passt zu den Notwendigkeiten dieser Zeit der Einschränkungen angesichts der Corona-Pandemie. Jüngst hat er ihn als Teil eines Livestreams aus dem Ebertbad gespielt.

Trefflich fügt sich dieses Lied auch in meine Heimatliedsammlung Ruhrstadt. Denn es geht um das Zuhause bleiben und behauptete Vorzüge der Ruhrstadt-Stadtteile geegenüber vielen bekannten Urlaubsregionen dieser Welt. Was zu der erstaunlichen Einsicht führt: „In Duisburg und Essen kannst du Malibu vergessen.“

Zu sehen ist das Lied mit Vorrede ab Minute 1.43, und der Rest seines Kurzprogramms ist auch unterhaltsam.

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 43: Mike Malak mit Junge aus dem Ruhrgebiet

Auf dem Standbild des Youtube-Clips steht country music und Mike Malak präsentiert sich im Standbild auch als Großstadtcowboy. Der Sound von „Jungs aus dem Ruhrgebiet“ zieht aber deutlich in den Rock. Da hatte ich von Country George schon Songs in meiner Sammlung, die deutlicher im Country zu Hause waren. Im Text hören wir die bekannten Bilder rund um Ehrlichkeit, Pommes, Bier und Herzlichkeit. Das ist was für die Straßenfeste der Region, kein wirklicher Song zum Aufmerken, aber beim Bier mitwippen und mit den Kumpels quatschen geht ganz gut. Mehr habe ich allerdings auch nicht von Mike Malak gefunden.

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 41: Frank Reuter – Ich bin DU

Es gibt einen Versuch in Duisburg, meine Sammlung Heimatlied – Sektion Duisburg  institutionell zu unterstützen. Oder sagen wir, ich nehme diesen Musikwettbewerb mal als institutionelle Unterstützung. Ich meine, momentan wird erneut zu einem Wettbewerb rund um Duisburg-Lieder aufgerufen. Ich weiß allerdings nicht, ob es dieselben Veranstalter sind. Letztes Jahr kooperierten Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg mit der Gitarrenschule Peter Bursch, und das Ganze nannte sich „Ich bin DU!“  oder „Ich und meine Stadt Duisburg“.

Die Zielgruppe des Wettbewerbs hatte sich erweitert. Zunächst waren vornehmlich Kinder und Jugendliche angesprochen. Die Teilnehmerliste im Jahr 2018 aber zeigte, gestandene Musiker der Duisburger Szene hatten sich ums Heimatlied – Sektion Duisburg gekümmert. Philipp Eisenblätter war mit seinem auch in meiner Sammlung schon aufgenommen Duisburg-Lied dabei und hat gewonnen. Anna Maria Schroeter hat nach ihrer Duisburg-Hymne eine Ballade zur Stadt aufgenommen und wurde zweite. Das Lied finde ich leider nicht in einer Version im Netz, die ich hier einbinden kann; auf der oben verlinkten Seite ist es zu hören. Die drittplatzierten Die Krauses mit ihrem von Punk bestimmten Sound habe ich bereits vorgestellt. Ebenfalls schon vorgestellt Platz vier: Exemplarischer Lebenszyklus eines Duisburgers von Max und Florian

Fehlt Platz fünf mit Ich bin DU von Frank Reuter. Er versucht im Text mit einem realistischen Blick auf die Gegenwart Duisburgs die Probleme der Stadt anzureißen. Der Anblick tue oft weh, Verfall an allen Ecken, doch die Stadt gebe niemals auf. Die Stadt werde niemals untergehen und Duisburger werden immer zu ihr stehen. Denn zu Heimat fällt Frank Reuter nur Duisburg ein. Stimmlich kommt er in dem Lied an seine Grenzen, was die Musik, die überhaupt nicht von einer Gitarre bestimmt wird, in Richtung Liedermacher-Sound zieht.

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