Posts Tagged 'Heimatlied'

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 41: Frank Reuter – Ich bin DU

Es gibt einen Versuch in Duisburg, meine Sammlung Heimatlied – Sektion Duisburg  institutionell zu unterstützen. Oder sagen wir, ich nehme diesen Musikwettbewerb mal als institutionelle Unterstützung. Ich meine, momentan wird erneut zu einem Wettbewerb rund um Duisburg-Lieder aufgerufen. Ich weiß allerdings nicht, ob es dieselben Veranstalter sind. Letztes Jahr kooperierten Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg mit der Gitarrenschule Peter Bursch, und das Ganze nannte sich „Ich bin DU!“  oder „Ich und meine Stadt Duisburg“.

Die Zielgruppe des Wettbewerbs hatte sich erweitert. Zunächst waren vornehmlich Kinder und Jugendliche angesprochen. Die Teilnehmerliste im Jahr 2018 aber zeigte, gestandene Musiker der Duisburger Szene hatten sich ums Heimatlied – Sektion Duisburg gekümmert. Philipp Eisenblätter war mit seinem auch in meiner Sammlung schon aufgenommen Duisburg-Lied dabei und hat gewonnen. Anna Maria Schroeter hat nach ihrer Duisburg-Hymne eine Ballade zur Stadt aufgenommen und wurde zweite. Das Lied finde ich leider nicht in einer Version im Netz, die ich hier einbinden kann; auf der oben verlinkten Seite ist es zu hören. Die drittplatzierten Die Krauses mit ihrem von Punk bestimmten Sound habe ich bereits vorgestellt. Ebenfalls schon vorgestellt Platz vier: Exemplarischer Lebenszyklus eines Duisburgers von Max und Florian

Fehlt Platz fünf mit Ich bin DU von Frank Reuter. Er versucht im Text mit einem realistischen Blick auf die Gegenwart Duisburgs die Probleme der Stadt anzureißen. Der Anblick tue oft weh, Verfall an allen Ecken, doch die Stadt gebe niemals auf. Die Stadt werde niemals untergehen und Duisburger werden immer zu ihr stehen. Denn zu Heimat fällt Frank Reuter nur Duisburg ein. Stimmlich kommt er in dem Lied an seine Grenzen, was die Musik, die überhaupt nicht von einer Gitarre bestimmt wird, in Richtung Liedermacher-Sound zieht.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 42: Nelson Müller und Jim Rockford Band mit Ruhrpott Style

Ein Teil des weiter verbreiteten Wissens der Gegenwart geht an mir vorbei. Nelson Müller zum Beispiel habe ich neulich erst kennengelernt, als ich mal wieder in Sachen Ruhrstadtsektion des Heimatlieds bei youtube unterwegs war. Ausgezeichnete Köche sind ja im Fernsehen schon seit geraumer Zeit als authentische Kochdarsteller gefragt. Das ist wie im Krimi. Ein Genre weitet sich aus. Die jeweils neuen Kochdarsteller brauchen dann ein eigenes Profil. Da bei Kochdarstellern immer die authentische Persönlichkeit gefragt ist, engt sich der Kreis der potentiellen Kochdarsteller schnell ein. Nelson Müller bietet mit seiner Person eine besondere Geschichte neben dem immerselben Kochen. Keine Frage, dass da die Fernsehmacher glücklich waren. So funktioniert das System, nicht dass ihr denkt, ich sei gerade wertend unterwegs.

Wie ich bei Wikipedia lese, ist Nelson Müller ein Pott-Imi. „Imi“, so sagt man in Köln. Ein sympathisches Wort in meinen Ohren, da es einen Unterschied benennt und dennoch keine Distanzierung oder Wertung enthält. Vielleicht nicht mehr. Nelson Müller ist in Stuttgart aufgewachsen. Er darf sich Sterne-Koch nennen und führt ein Restaurant in Essen. Außerdem fühlt er den Soul. Zusammen mit der Jim Rockford Band hat er im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres ein schönes Soulstück über das Ruhrgebiet präsentiert. Der Ruhrpott hat seinen eigenen Style. Wenn er über Maloche und Arbeit singt klingt das lässiger als in den Stücken des Rock oder Hiphop, die ich gerade erinnere. Ich bin mir nicht sicher, ob das womöglich alleine am Flow der Musik liegt oder weil das Motiv des Ausgehens hier so oft auftaucht.

 

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 40: Icy Rose – Aus Kohle und Stahl

Es gibt einen Versuch in Duisburg, meine Sammlung Heimatlied – Sektion Duisburg  institutionell zu unterstützen. Oder sagen wir, ich nehme diesen Musikwettbewerb mal als institutionelle Unterstützung. Ob er nun „Ich bin DU!“  oder „Ich und meine Stadt Duisburg“ heißt, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Die Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg kooperiert jedenfalls mit der Gitarrenschule Peter Bursch, und Lieder über Duisburg sollten eingereicht werden.

Die Zielgruppe des Wettbewerbs hatte sich in diesem Jahr erweitert. Ich meine, es waren zunächst vornehmlich Kinder und Jugendliche angesprochen. Die Teilnehmerliste dieses Jahres aber zeigt, gestandene Musiker der Duisburger Szene haben sich ums Heimatlied – Sektion Duisburg gekümmert. Philipp Eisenblätter war mit seinem auch in meiner Sammlung schon aufgenommen Duisburg-Lied dabei und hat gewonnen. Anna Maria Schroeter hat nach ihrer Duisburg-Hymne eine Ballade zur Stadt aufgenommen und wurde zweite. Das Lied finde ich leider nicht in einer Version im Netz, die ich hier einbinden kann; auf der oben verlinkten Seite ist es zu hören. Die drittplatzierten Die Krauses habe ich bereits vorgestellt.

Icy Rose habe ich ebenfalls über die Wettbewerbsseite kennengelernt. Mit einem Klick geht es zur Icy-Rose-Seite im Netz, mit dem anderen Klick zur Seite bei FacebookDie Band spielt Rock, „Akustik-Rock“ so schreiben sie selbst auf ihrer Seite. In „Aus Kohle und Stahl“ wird Duisburg zum einen im Text als „du“ angesprochen, zum anderen werden die Sätze als plakative positive Aussagen in die Welt gesungen. Der Gegensatz von gutem Lebensgefühl und äußerem schlechten Eindruck wird in der ersten Strophe durch das Verlieben überwunden.

Wenn das passiert ist, erlebt man nicht nur die Menschen als besonders sondern auch das Kulturangebot mit Theater am Marientor. Man fühlt den Lebenswert der Stadt durch Landschaftspark sowie den Sport mit Zebras und Wellenbad im Mattlerbusch. Das sind gängige Versatzstücke des Duisburger Stadtmarketings. Im Refrain heißt es dann Duisburg, „auf Kohle gebaut, aus Stahl deine Haut, aus Eisen deine Lunge, die Adern der Rhein, hast kein Herz aus Stein“. Dahinter steht der Stolz auf die Heimatstadt.

 

 

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 39: Pilz Herb – Heimspiel MSV Edition

Noch nicht lange her ist meine Frage, ob der Song „Ruhrpott“ von Pilz Herb immer noch einfach „Rock“ heißt. Aufgenommen habe ich den Song in die Heimatliedsammlung auch ohne eindeutige Antwort.

Pilz Herb findet man bei Facebook, wo die Seite aktueller wirkt als deren Webseite.

Dass ich nun so schnell einen zweiten Song von Pilz Herb in die Sammlung aufnehme, versteht sich angesichts des Songinhalts im Zebrastreifenblog von selbst. „Heimspiel“ gehört definitiv zum Rock, auch ohne nähere Spezifierung. Der Song ist neu gestaltet, und Pilz Herb widmen ihn dem MSV Duisburg.

Die Botschaft des Songs stimmt perspektivisch hoffentlich nach dem Auswärtssieg gegen den 1. FC Köln sowohl für uns Anhänger als auch für die Mannschaft. „Wir sind wieder da“. „Mit neuer Energie“. „Gemeinsam durch die Hölle“, dann ist man siegreich. Schließlich jener Vers, der auf den Zwangsabstieg gemünzt scheint, und doch zugleich auch für die Gegenwart gilt: „Wir waren schon am Abgrund, aber jetzt geht’s nur bergauf“. Und, ja, man kann in einem dem MSV gewidmeten Song eine Strophe nur mit der Aufzählung von Namen bestreiten.

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 38: Max und Florian – Exemplarischer Lebenszyklus eines Duisburgers

Es gibt einen Versuch in Duisburg, meine Sammlung Heimatlied – Sektion Duisburg  institutionell zu unterstützen. Oder sagen wir, ich nehme diesen Musikwettbewerb mal als institutionelle Unterstützung. Ob er nun „Ich bin DU!“  oder „Ich und meine Stadt Duisburg“ heißt, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Die Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg kooperiert jedenfalls mit der Gitarrenschule Peter Bursch, und Lieder über Duisburg sollten eingereicht werden.

Die Zielgruppe des Wettbewerbs hatte sich in diesem Jahr erweitert. Ich meine, es waren zunächst vornehmlich Kinder und Jugendliche angesprochen. Die Teilnehmerliste dieses Jahres aber zeigt, gestandene Musiker der Duisburger Szene haben sich ums Heimatlied – Sektion Duisburg gekümmert. Philipp Eisenblätter war mit seinem auch in meiner Sammlung schon aufgenommen Duisburg-Lied dabei und hat gewonnen. Anna Maria Schroeter hat nach ihrer Duisburg-Hymne eine Ballade zur Stadt aufgenommen und wurde zweite. Das Lied finde ich leider nicht in einer Version im Netz, die ich hier einbinden kann; auf der oben verlinkten Seite ist es zu hören. Die drittplatzierten Die Krauses habe ich bereits vorgestellt.

Auf den vierten Platz wurde Exemplarischer Lebenszyklus eines Duisburgers von Max und Florian gewählt. Zu hören ist ein ungewöhnliches Stück, abseits eines üblichen Besingens der Stadt. Zu elektronischer, langsamer Musik wird der Text gesprochen, zum Ende mündet er in ein Sprechgesang-Finale. Mit dem Text wird eine persönliche, literarisierte Geschichte erzählt, für die Duisburg der Handlungsort ist. Man lernt Duisburg in Ausschnitten kennen, ohne die wertenden Sätze der üblichen Heimatlieder. Der Bezug zu Duisburg ergibt sich aus den besonderen Erfahrungen, die in dieser Stadt gemacht werden. So ein Lied fällt auf. Es ist eigenständig, und Duisburg braucht mehr solcher Blicke. Der Duisburger Lyriker Werner Muth fällt mir dabei ein, von dem es solche Texte über Duisburg von Musik begleitet schon länger gibt. Arbeitsnotiz gemacht. Muss demnächst auch mal drüber geschrieben werden.

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 41: Jo Marie mit Ruhrpott Romantik

Gestern habe ich einen Vortrag zur Identität des Ruhrgebiets gehalten. In der Diskussion nach dem Vortrag wurde deutlich, wie unterschiedlich Kohle und Stahl als Klammer für eine Ruhrgebietsidentität bewertet werden. Für einige war der Bezug auf Kohle und Stahl gleichbedeutend mit Stagnation und einem Denken, das den Verlust beklagt, ohne das Neue anzupacken.

Es mag Menschen im Ruhrgebiet geben, für die diese Bewertung gilt, wenn sie auf die Montanindustrie schauen. Ich selbst glaube dennoch, das Ruhrgebiet kommt an Kohle und Stahl als einigender Klammer nicht vorbei. Denn Kohle und Stahl sind nun einmal der Grund, warum es das Ruhrgebiet überhaupt gibt. Wenn wir nichts mehr von Kohle und Stahl hören wollen, werden wir geschichtslos im Ruhrgebiet.

Gerade die jungen Bewohner des Ruhrgebiets haben ein unbelastetes Verhältnis zu Kohle und Stahl. Junge Menschen kennen die Arbeitswirklichkeit von Kohle und Stahl nicht mehr. Sie nehmen Kohle und Stahl symbolhaft. Sie gehen ironisch damit um. Sie können Kohle und Stahl benutzen, um sich in ihrer Lebenswelt zu positionieren. Damit verlieren sie den Blick für die Zukunft nicht. Sie trauern der Montanindustrie nicht hinterher. Sie schauen nach vorn. Wer im Ruhrgebiet bleibt, will etwas im Ruhrgebiet bewegen, und zwar in Berufen, die zukunftsträchtig sind.

Dennoch kann ich die Sorgen vor einem lähmenden Historienbezug auf Kohle und Stahl verstehen. Ruhrpott Romantik etwa von Jo Marie wirkt mit seiner Popmelodie so, als ob die junge Sängerin aus Lünen den Anschluss an den gegenwärtigen Popmusikbetrieb findet. Im Text aber schleicht sich rückwärtsgewandtes Denken ein, wenn es heißt, „zu verstehen, wie es hier wirklich ist, ist fast unmöglich, wenn du von woanders bist.“ Damit offenbart sich die Kehrseite eines Bezugs auf regionale Identität, die inhaltlich mit Kohle, Fußball und malochen gefüllt wird. Ausschluss liegt jederzeit nahe. Daran denkt Jo Marie wahrscheinlich nicht. Sie will nur die Besonderheit der Ruhrgebietswirklichkeit zum Ausdruck bringen.

Bei dem Lied mit dem zum Teil sinnfreien Text geht es ja ohnehin vor allem um Refrain und Melodie. Deshalb will ich ihre Worte nicht auf die Goldwaage legen. Im alltäglichen Leben mischen sich eben manchmal die Wirkungen beim Bezug auf die Historie des Potts. Mit diesem Bezug auf Kohle und Stahl bei der regionalen Identität ist es wie mit allem im Leben. Es kommt immer auf das Wie an.

 

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 40: Horst Rathmann/Norbert van Tiggelen mit Tief im Westen

Der Deutschrock der 1980er, namentlich Klaus Lage, lebt im Heimatlied – Sektion Ruhrstadt weiter. Wenn ich „Tief im Westen“ von Horst Rathmann, Musik, und Norbert van Tiggelen, Text, höre, befinde ich mich jedenfalls zugleich auch im Jahr 1985. „Zahn um Zahn“ , ein Schimanski, läuft im Kino. Klaus Lage röhrt „Faust auf Faust“ als Titellied, und Götz George trifft auf Renan Demirkan.  Der suspendierte Schimanski und die investigative Journalistin Ulli verfolgen denselben Fall. Ich weiß heute noch genau, warum sich Schimanski in jene Journalistin hat verlieben können.

Im Text werden identitätstiftende Schlagwörter zur Ruhrstadt abgearbeitet. Das „Bei uns“ ist besagtes „Tief im Westen“, wo man „dat und wat“ sagt, „gerade heraus“ ist und Pommes rot-weiß ißt. Der Fußball rollt durchs Revier und ist Elixier, allerdings stehen nur drei nicht weiter erwähnenswerte Vereine für alle, was den Song in Duisburg sofort disqualifiert. Ihr könnte euch denken, warum. Das hätte leicht geändert werden können, da dieser Strophenteil sich wiederholt und die drei genannten Vereine durch andere hätten ersetzt werden können. Ihr seht, trotz meiner eigentlich wertungsfrei gedachten Sammlung verweise ich bei entscheidenden Qualitätskriterien auf weniger gelungene Arbeit.

 

Die angestoßene Erinnerung an den Kino-Schimanski hat mich bei Youtube nochmals nachschlagen lassen. Ich hätte gerne eine Szene aus dem Film mit Götz George und Renan Demirkan online gestellt. Die habe ich nicht gefunden. Bleibt „Faust auf Faust“ als Begleitmusik von Standfotos aus sämtlichen Schimanski-Jahrgängen, ohne eins mit Renan Demirkan, zu deren Seite ihr mit dem Link oben kommt.

 

 

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