Posts Tagged 'Heimatlied'

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 30: Hilde Marie Zuschneid mit Duisburg

Eine Liedermacherin tourt durchs Land und lässt sich von ihren Auftrittsorten zu neuen Liedern inspirieren. So muss man es sich wohl vorstellen, wie Duisburg von Hilde Marie Zuschneid entstanden ist. Neben diesem Lied über den Ruhrstadt-Stadtteil gibt es von ihr bei youtube Stücke etwa über Frankfurt, Augsburg oder Eschwege. Im Netz findet sich so gut wie keine schnelle Information über diese Liedermacherin. Wer länger rechercherieren möchte, die Infos sind hier willkommen.

Musikalisch führt der Auftakt zunächst in die Folk-Ecke der 70er, um schnell  Richtung Lied-Tradtion á la der beiden Kurts, Weil und Eisner, abzubiegen. Textlich schmeißt sie sehr unterschiedliche Zeiten der Duisburger Arbeitswirklichkeit zusammen, um tief in die Versatzstück-Kiste des sozialkritischen Lieds zu greifen. Immer haben es die Arbeiter schwer, die herzlosen „Herren“ fehlen ebenso wenig wie die streikenden Arbeiter, auf die einmal geschossen wurde. Duisburgs Wirklichkeit ist eine der Akkordarbeit, des unbarmherzigen Arbeitsalltag und des kleinen Glücks einfacher Menschen, das zwischen den Finger zerrieselt.

Böse formuliert ist das ein Herzens-Schlager für das gereifte linke Publikum. Freundlicher geht es allerdings auch, und dann ist dieses Lied das Bemühen im Vorübergehen, etwas von Duisburg zu erfassen, was allerdings viel zu ungenau und oberflächlich bleibt, um als Beschreibung der städtischen Gegenwartswelt wirkliche Kraft zu entfalten.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 29: Double B mit Duisburg 47

Einmal mehr das Heimatlied im Rap-Gewand, Double B rappt über eine stilisierte Wirklichkeit Duisburgs und sein Selbstbild als Rapper. Mitsamt posender Hood werden Versatzstücke des Gangsta-Raps kombiniert mit der als hart beschriebenen Wirklichkeit des Ghettos in Duisburg, das „auch gute Seiten“ hat.  In seiner Wirklichkeit Duisburgs trägt jeder zweite ’ne Knarre und hat Koks in der Hosentasche. Aus Duisburg bringt ihn dennoch nichts weg. Bitte schön!

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 32: Eisenpimmel mit Ruhrpott Rhapsodie

Heute mal eine schnelle Folge der Heimatlied-Sammlung des Potts mit Eisenpimmel, die auch schon früh in der Sektion Duisburg mit einem Song über ihren Herkunfts-Ruhrstadt-Stadteil Duisburg vertreten sind. Für die Ruhrstadt gehört die Band geradezu zur kulturellen Avantgarde, weil sie schon seit Mitte der 1990er die identitätsstiftenden Selbstbeschreibungen der Ruhrstadt und der eigenen Musik in einen ironischen Kontext stellt. Kulturelle Avantgarde deshalb, weil die Band sich von dieser Identität nicht grundsätzlich distanziert. Sie nimmt sie spielerisch. Sie nimmt die Selbst- oder auch Fremdbilder als Material für ihre Songs, ohne einzelne Teile der Identität wie etwa Proletenkult oder den Rückbezug auf Kohle und Industriearbeit zu denunzieren.

Nun haben Eisenpimmelhier der Wikipedia-Eintrag zur Band –  mit Ruhrpott Rhapsodie der gesamten Ruhrstadt ein Lied gewidmet. Entstanden ist eine karikierende Zusammenschau aus Selbst- und Fremdbildern, der man den freundlichen Blick dahinter auf die Ruhrstadt-Wirklichkeit weiter anmerkt.

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 28: Die Treuen Bergvagabunden – Oh, mein MSV

Volksmusik trifft punkigen Rockabilly, so wird jedenfalls im kurzen Portrait die Musik der heute vorgestellten Heimatlied-Band bei Funkes Der Westen beschrieben. Die Treuen Bergvagabunden kommen aus Rheinhausen und haben sich für ihren Bandnamen von einem alten Heino-Lied inspirieren lassen. Seine schlagerhaften Volkslieder finden sich deshalb auch im Repertoire der Band, die bei Facebook eine Seite online gestellt hat. Für das Heimatlied, das heute zugleich ein MSV-Song ist, hat die Band aber den französischen Popklassiker von Joe Dassin Champs Elysée gecovert. Eine gute Wahl, weil bestens zum Mitsingen geeignet.

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 31: Matthias Reuter mit Wir ham keine Kohle

Heute gibt es eine schnelle zweite Folge des Ruhrstadt-Heimatlieds, weil ich von den Orten im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen einen Beitrag in Teilen übernehmen kann. Mathias Reuter ist Kabarettist aus Oberhausen, über den es bei Wikipedia einen kurzen Eintrag gibt und zu dessen eigener Seite im Netz es mit einem weiteren Klick geht.

Mit „Wir ham keine Kohle“ hatte Matthias Reuter eine alternative Hymne zum Kulturhauptstadtjahr 2010 geschrieben. Hätte ich seine Anmoderation seinerzeit schon gekannt, ich hätte laut „ja“ gerufen: „Wer also vielleicht den Herbert-Grönemeyer-Kulturhauptstadt-Song schon mal gehört hat, der weiß, dass da eine Alternative vonnöten ist.“

Das Lied ist ein wunderbarer Kommentar zur historisch gewordenen Kulturhauptstadt-Verstiegenheit mancher Stadtverantwortlicher  sowie zu deren Erlösungsphantasien in Sachen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Damit ist das Lied nicht nur künstlerischer Ausdruck sondern auch ein aussagestarkes Dokument zum Strukturwandel. Matthias Reuters großartiges Bonmot „Kultur im Ruhrgebiet ist der verzweifelte Versuch ohne Kohle schwarze Zahlen zu schreiben“ gilt auch heute noch.

 

 

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 30: Mittelklasse mit Ruhrpott

Einiges weist darauf hin, dass die Punkcombo Mittelklasse ein kurzlebiges Projekt wiederbelebter Punkbegeisterung ist. Viel findet sich jedenfalls im Netz über die Band nicht. Konzerttermine, die schon länger zurück liegen und eine Facebook-Seite, auf der der letzte Eintrag nun auch schon fast drei Jahre alt ist. 

Ungeachtet dessen gibt es mit Ruhrpott ein Stück der Band, das fraglos in die Heimatlied-Sammlung gehört. Zentrale Motive des Lieds für das Gefühl zu Hause zu sein, sind viele Menschen, die malochen, die A40 und Fußballfieber. 5 Millionen leben hier, 4 Millionen malochen hier. Punk gefühlvoll, eine schöne Mischung.

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 27: Tobz mit Duisburg und mehrmals MSV

Bevor heute das eigentliche Heimatlied Duisburg vorgestellt wird, kommt es zu einem MSV-Spezial. Denn den Rapper Tobz habe ich mit „Ein Leben für den MSV“ kennengelernt. Bei Facebook findet ihr eine Seite von ihm. In „Ein Leben für den MSV“ rappt er zusammen mit Lone über die jüngste Geschichte des Vereins und den Stolz, Anhänger der Zebras zu sein. Letzeres sind bekannte Versatzstücke in Vereinssongs deutschlandweit. Mit Wohlwollen sehe ich auf solches Engagement, muss aber auch zugeben, dass ich nicht nur über die betonte Endsilbe von „Meiderich“ im Refrain gestolpert bin. Der Rhythmus zwingt den Text zuweilen doch etwas gewaltvoll, damit alles im Flow bleibt. So sagt man wohl unter Hiphoppern. Da war noch Luft nach oben.

In dem danach entstandenen „Spielverein“ passen Text und Beats schon sehr viel besser zusammen.

Als Kommentar zur zweiten Saisonhälfte ist „Klassenerhalt“ entstanden. Mein 3-Watt-Hoffnungsglimmen in Gottes Augen mal daneben gestellt.

Einen Song über Duisburg gibt es von Tobz ebenfalls. Er ruft bekannte Bilder vom harten Straßenleben hervor, von Kriminalität und Polizeirepression, nennt die Stadt verdreckt und weiß dennoch, er bleibt, auch wenn der Rest gehen sollte.

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