Posts Tagged 'Homosexualität im Fußball'

Die Attraktivität von Fußball – Funny van Dannen kennt das Geheimnis

Es gab schon mal besser zusammengestellte Kader des MSV Duisburg. Dabei denke ich nicht an die spielerische Qualität, ich denke ganz allein an meine sehr persönlichen Interessen. Als Ein-Mann-Unternehmer des Zebrastreifenblogs schaue ich nämlich hin und wieder auch auf Clickzahlen und staune über all die Suchbegriffe, die die Menschen in diese Räume hier führt.

maierhoferIn den besseren Zeiten schrieb ich etwa einen Spielbericht, erwähnte Stefan Maierhofer und, schwupps, schon brauchte ich keine nackte Spielerfrau mehr in einem Text zu erwähnen, wenn ich mal wieder mehr Reichweite erzielen wollte. Natürlich weiß ich um Reichweiten-Qualitäten und wer sich für die sexuelle Orientierung von Stefan Maierhofer interessiert, ist für mein überaus seriöses Werbekunden-Portfolio vielleicht kein Vorzeigeleser. Aber wer weiß – kenn ich mich mit der Ethik des Kapitalismus aus? Guck ich einem Google-Clickgeschenk ins homophobische oder verliebte Köpfchen? Ich weiß das alles nicht.

Ich weiß nur, Homophobie ist weiter Thema in dieser Gesellschaft. So ist es schön, dass Funny van Dannen manches Geschehen im Fußball mal anders anschaut. Spiegel vorhalten nennt sich das. Ist nämlich überhaupt nicht schlimm, wenn Männer sich lieben.

 

 

Wer hier schon länger mitliest, weiß, wie sehr ich Funny van Dannen schätze. „Latente Homosexualität“ ist auf seiner letzten CD „Come on – Live im Lido“ zu finden. Nur eine von vielen deren Kauf sich lohnt – und natürlich geht das direkt beim Künstler.

Freundinnen müsste man sein, dachte auch die Spielerfrau

Normalerweise interessiere ich mich für Spielerfrauen genauso wenig wie für die Frage, ob ein Fußballspieler schwul ist oder nicht. Es sei denn, ich möchte die Klickzahlen dieses Blogs in die Höhe treiben oder mal wieder über Funny van Dannen plaudern. Nicht oft fällt beides zusammen, wie anlässlich des Geschehens im Hause van der Vaart. Mehr als den Fotounterttitel der BILD muss man zu den Vorgängen dort gar nicht wissen: „Rafael liebt Sylvies beste Freundin!“ Aber natürlich lässt sich auch pseudoseriös wie in Spiegel online eine bunte Geschichte draus stricken. Mir fiel gestern jedenfalls am S-Bahnhof die Schlagzeile der BILD ins Auge und ich dachte, wie lebensklug der Herr van Dannen. Der Liedermacher besingt nämlich so manches Alltagsphänomen unseres Lebens in ganz wunderbaren Liedern. Wer sein Werk kennt, weiß, nichts Menschliches ist ihm fremd. Deshalb hält er in seinem Repertoire auch das passende Lied zum Geschehen im Hause van der Vaart parat.

Im gefälligeren Arrangement sangen das auch Queen Bee, das nicht mehr bestehende Duo mit Edda Schnittgard und der heute populärer gewordenen Ina Müller.

Der etwas umfassendere Blick auf den kommenden Liga-Gegner – Klickhinweis

Interviews lese ich gerne, wenn mit ihnen eine Art „oral history“ gelingt. Mir geht es um „history“ im weitesten Sinn. Mir geht es ums Erzählen der eigenen Geschichte, die gerade eben erst geschehen sein kann. Mir geht es um den persönlichen Blick auf die Wirklichkeit, egal ob von Menschen, die halbwegs in der Öffentlichkeit stehen oder von solchen, die niemand kennt. Meinungen werden eben vor allem dann interessant, wenn sie durch erzählte Erfahrung begleitet werden. Der nächste Gegner des MSV Duisburg ist der FC Ingolstadt, und die lokale Zeitung, der Donaukurier, lud zwei Profis des Vereins zum Gespräch ein. Mit Stefan Leitl und Ralph Gunesch unterhielt sich der Redakteur Norbert Roth über Homosexualität als Tabu des Profi-Fußballs. Hier gelang so eine Verbindung von Meinung, die durch erzählte Alltagserfahrung begründet wird.

Den guten Willen auch mal öffentlich bekräftigen – Schwul sein im sportlichen Alltag

Dieses Netzvirus brauchte drei Monate, um mich zu erreichen. Anfang November letzten Jahres schon veröffentlichte der niederländische Fußballverband KNVB folgendes Video mit der netten Bildidee vom schwulen Fußballer, der beim Spiel im Schrank eingepackt ist.  Per Pressekonferenz verschaffte der Verband dem Spot sogar europäische Medienpräsenz.  Die Botschaft wie immer, bekenne dich zu deinem Leben.

Die im Spot gezeigte Welt ist ja die des Amateurfußballs und zwar die  der unteren Ligen. Nach meiner Erfahrung ist es in dieser Welt des Sports doch etwas einfacher, zu allem zu stehen, was einen ausmacht. Bei der Wahl eines Vereins auf dieser Spielebene mischen sich sportliche mit sozialen und emotionalen Kriterien. Man spielt eher dort, wo die Chemie stimmt und wenn die stimmt, stimmt sie wegen der Persönlichkeit.  Daraus entstehen keine großen Geschichten für die Öffentlichkeit. Da geht es um alltägliches Leben, dem Miteinander von unterschiedlichen Menschen, die sich mit ihren Vorlieben und Abneigungen irgendwie arrangieren müssen. Das gelassene kölsche „jeder Jeck is anders“ scheint mir da kein schlechter Rat zu sein, um sich für andere zu interessieren.

Fußball, Homosexualität und die Medien – Eine Podiumsdiskussion als Podcast

»Fußball und Homosexualität – die Rolle der Medien«. So hieß das Thema einer Podiumsdiskussion am letzten Samstag in Köln anlässlich des einjährigen Bestehens der “Aktion Libero”. Dort bündelt sich das Engagement der Sportbloggerwelt gegen Homophobie im Fußball. Die Macher von Fokus Fußball, der Blog- und Presseschau zum Fußballhaben die Podiumsdiskussion dankenswerter Weise mitgeschnitten und als Podcast online gestellt. Das Ganze mit einem Klick weiter hier.

1 Jahr „Aktion Libero“ – Ein Diskussionsabend zu Fußball und Homosexualität

Vor einem Jahr rief eine Gruppe von Sportbloggern die „Aktion Libero“ ins Leben. In der Welt der Sportblogs sollte das Engagement gegen Homophobie, insbesondere in der Welt des Fußballs, einen ständigen publizistischen Ort erhalten. Sportblogger kamen als Unterstützer und Multiplikatoren hinzu.  Seitdem wirkt die „Aktion Libero“ mit daran, die Diskriminierung von Homosexuellen in der Welt des Fußballs zu mindern.

Anlässlich des Jahrestages der Gründung des Netzwerks veranstaltet die „Aktion Libero“ am kommenden Samstag in Köln einen Diskussionsabend.  Über die Rolle der Medien bei dem Thema Fußball und Homosexualität soll dabei geredet werden.

Hier das Ganze noch einmal in kompakter Form

»Fußball und Homosexualität – die Rolle der Medien«.
Samstag, 17. November 2012
Zeit: 19 Uhr
Ort: Musikclub Zum Scheuen Reh,
Hans-Böckler-Platz 2, 50672 Köln

An dem Abend diskutieren: Ronny Blaschke, Journalist und Autor, der in dem Buch „Versteckspieler“ die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban erzählt. Andreas Stiene, Gründer und Organisator des Come-Together-Cups in Köln und Mitgründer des schwul-lesbischen FC-Fanclubs »Andersrum Rut-Wiess«.Jan F. Orth, Präsidiumsmitglied und Pressesprecher des Fußballverbands Mittelrhein (FVM), sowie Beisitzer des DFB-Bundesgerichts. Dirk Leibfried, Journalist und Autor, der gemeinsam mit Andreas Erb das Buch „Das Schweigen der Männer. Homosexualität im deutschen Fußball“ geschrieben hat. Die Gesprächsleitung übernimmt der freie Publizist Alex Feuerherdt, der auch bloggt und die »Aktion Libero« mit initiiert hat.

Wer sich auf der Seite von „Aktion Libero“ noch einmal gebündelt mit kurzen Porträts über die Diskussionsteilnehmer informieren möchte, kann das mit einem Klick weiter hier machen.

Aktion Libero

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

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