Posts Tagged 'Insolvenz'

Auch manche MSV-Fans nehmen ohne zu bezahlen

Gibt es einen geeigneteren Tag als den Karfreitag, um mal etwas Grundsätzliches zu aufrichtigem Handeln loszuwerden? Mit seinem Tod durch die Kreuzigung nahm Jesus die Sünden aller Menschen auf sich. Wenn ich darauf mit meinem Anliegen Bezug nehme, fühlt sich das für mich nach Blasphemie an – obwohl  das Behalten unbezahlter Ware nicht nur ein Rechtsbruch ist, sondern sicher auch im christlichen Glauben eine Sünde. Jesus nimmt die Schuld aller Menschen auf sich. Erst durch seinen Tod ist Sündenvergebung und ewiges Leben möglich. Das ist verkürzt, und gegenüber Schuld der ganzen Menschheit sind vier nicht bezahlte Bücher ein Fliegendreck. Dennoch geht es um die Schuld dieser drei Menschen, die bei mir im Dezember „Mehr als Fußball“ bestellt haben und die Bücher trotz mehrmaliger Erinnerung nicht zahlten.

Es geht nicht um viel Geld, insgesamt sind es vier Bücher gewesen. Es gibt natürlich ein festgelegtes Mahnverfahren mit entsprechenden rechtlichen Schritten. Bei meinem sehr improvisierten Ein-Mann-Buchhandelsunternehmen habe ich vielleicht irgendeinen Verfahrensfehler gemacht. Ich weiß das nicht so genau. Das ist aber hier auch nicht wichtig, mir geht es gar nicht um dieses Geld. Mir geht es um die Ignoranz dieser drei Männer. Denn das berührt eine Einsicht, die über meine persönliche Erfahrung hinausgeht. Das ist eine Einsicht, die ich weitergeben möchte, weil ich immer noch davon ausgehe, es muss Gründe für dieses Nichtbezahlen geben, die andere sind als bewusster Diebstahl.

Ich habe auch schon für Zeitungen und Verlage geschrieben, ohne mein Honorar zu erhalten. Die Unternehmen waren pleite. Das Verhalten war jeweils dasselbe wie bei meinen drei Bestellern. Der Kontakt wurde abgebrochen. Es wurde sich tot gestellt. Dabei haben mich die Männer bei ihrer Bestellung freundlich und persönlich angesprochen. In Radolfzell wollte jemand mehr zahlen für meine Mühen. Für Geldern sollte es besonders schnell gehen, was ich vor Weihnachten gut verstand und erledigte. In Mündelheim war es eine Doppelbestellung. Alle drei Buchbesteller leben noch. Ich wollte das herausfinden, und ich denke, in Mündelheim werde ich demnächst vorbei fahren.

Euch möchte ich mit dieser kurzen Karfreitagspredigt mit auf den Weg geben, solltet ihr in finanzielle Schwierigkeiten geraten, stellt euch nicht tot. Nehmt Kontakt auf zum Gläubiger. Erklärt, was geschieht. Mein Ärger ohne Antwort zu bleiben ist mindestestens ebenso groß wie der Ärger über den Geldverlust. Wenn ich genau überlege, ist er sogar größer. Für die Bewältigung des einen Ärgers ist der Rechtsstaat zuständig, für den anderen Ärger aber der einzelne Verursacher selbst. Es wäre schön, wenn Jesus bei seiner Schuldbewältigung für die Menschheit etwas abgenommen würde.

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Was ist nun die Neuigkeit in Sachen Finanzen?

Gestern nun war die Jahreshauptversammlung des MSV Duisburg. Bei dem, was im Live-Ticker des Reviersport und im MSVportal zu lesen ist, wurde die neue Satzung Paragraf für Paragraf verabschiedet.  Sehr umstritten war alleine § 19 der Satzung, der den Einfluss des Vereinsvorstands bei Tochtergesellschaften regelt. In diesem Paragrafen geht es darum, wie weit wird möglichen Investoren ein Mitspracherecht im operativen Geschäft des Wirtschaftsbetriebs MSV Duisburg eingeräumt. Der ursprüngliche Vorschlag des Vorstands erreichte nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit. So weit ich das verstehe, schien der Einflussverlust des Vereins für einige der anwesenden Mitglieder zu groß zu sein. Ohne die Änderung diesese Paragrafs wäre aber nach Ansicht des jetzigen Vorstands der MSV Duisburg auf Dauer nicht überlebensfähig. Denn der Wirtschaftsbetrieb MSV Duisburg braucht neue Investoren. Es wurde ein Kompromiss formuliert, dessen genauen Wortlaut ich noch nicht kenne und der mit der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit angenommen wurde. Ob nun also die Rahmenbedingungen so sind, dass neue Investoren demnächst beim MSV Duisburg Schlange stehen? Da stecke ich nicht tief genug im Thema, um das zu bewerten.

Aber sobald es um die Finanzen geht, werde ich auch bei nur halbwegs regelmäßigem Blick auf die Berichterstattung rund um den MSV Duisburg misstrauisch. Fast immer habe ich bei den Aussagen von Verantwortlichen des MSV Duisburg dann das Gefühl, es steckt mehr dahinter, als das was gesagt wird. „Kentsch warnt vor der Insolvenz des MSV Duisburg“, titelt WAZ/NRZ. Bis Donnerstag müsse eine Finanzierungslücke von 2,5 Millionen bis 3 Millionen Euro geschlossen werden. Liest man den Artikel, geht es um nichts Neues. Die Geschichte wandelt sich aber beim Weitererzählen in der Medienlandschaft. Es wirkt mit einem Mal so, als ob nach der Insolvenzgefahr Ende letzten Jahres nun eine weitere neue Schwierigkeit aufgetreten ist. Schon damals aber hieß es, ohne die Senkung der Stadionmiete ist der MSV Duisburg nicht überlebensfähig. An wen richtete sich also die implizite Botschaft in Roland Kentschs Warnung? Sollten die Mitglieder des MSV Duisburg zum Durchwinken der Satzungsänderung überzeugt werden? Oder richtete sie sich an die Stadionbetreibergesellschaft? Druck über die Öffentlichkeit ausüben, um zur Mietsenkung zu gelangen? Fragen über Fragen. Früher ging es mal nur um Sport.


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