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Im Halbzeitpausengespräch ein Gastbeitrag von Helmut Junge – Ein Jazzkonzert im Gdanska

Länderspiele sind ja keine wirkliche Alternative in einer spielfreien Zeit vom MSV. Besonders dann, wenn man sie nicht sieht. Ihr wisst das, Fußball, den ich mag, gehört zur Bühnenkunst der kleinen Hallen und Clubs. Gestern Abend war ich deshalb bei einem privaten Garagenkonzert. Mississippi-Blues und Singer-Songwriting aus Schweden. In der Garage bin ich mit dem Duisburger Künstler Helmut Junge ins Gespräch gekommen. Er hatte sich im Oberhausener Gdanska ein Konzert des Trios Accordion Affairs angesehen und etwas dazu geschrieben. Gdanska und Kultur an der Basis können jede Aufmerksamkeit brauchen. Deshalb habe ich ihn eingeladen, seine Worte über den Abend auch in diesen Räumen online zu stellen. Bitte schön, Helmut Junge über die Atmosphäre im Gdanska und ein Konzert der dort beheimateten Reihe „Jazz-Karussel“.

Ich gehe selten in ein Konzert seltener jedenfalls als alle mir näher bekannten Personen. Warum das so ist, weiß ich selbst nicht. Aber ich bin musikalisch gesehen schon als Kind das „Schwarze Schaf“ innerhalb einer durchaus musikalischen Familie gewesen. Andererseits halte ich mich nicht für unmusikalisch, weil ich ja auch ein paar musikalische Richtungen mag. Wenn ich dann mal eine Form von Musik oder bestimmte Interpreten in mein Herz geschlossen hab, kann es sein, daß ich mich regelrecht daran berausche. Um es gleich vorweg zu sagen, Jazz hat noch nie dazu gehört. Warum nicht? Kann ich nicht erklären.

Manche Leute behaupten, sie könnten sich genau beim Jazz besoffen hören. Davon war ich immer meilenweit entfernt, obwohl ich in den letzten Jahren den Eindruck hatte, dass musikalische Elemente als Jazz betrachtet werden, die früher der Weltmusik zugeordnet wurden. Mari Boine kannte ich schon, bevor sie in Moers aufgetreten war, und meine Lieblingsband The Tiger Lillies hatte ich beim stöbern in der Rubrik „Jazz“ überhaupt erst entdeckt. Ja, neugierig bin ich manchmal schon, und dann höre ich auch mal hinein.

Diesmal bin ich sogar ins Oberhausener Gdanska in ein Jazz-Konzert gegangen. Eingeladen hatte mich die Jazzsängerin und Kuratorin des „Jazz-Karussels“ Eva Kurowski.  Weil sie die Gruppe Accordion Affairs so schön vorgestellt hat „…Stilistisch offen reicht das Programm von Weltmusik verschiedenster Kulturen, über Eigenkompositionen bis hin…“ bin ich neugierig geworden und mit meiner Frau, die viel aufgeschlossener und unternehmensfreudiger ist als ich, dahin. Ich hab es nicht bereut.

Schon allein das Gdanska ist wert, sich dort zu treffen, ein Bier zu trinken, oder zu essen, sogar während eines Konzerts. Das ist durchaus angenehm. Ich hätte zwischen Köpi und einem polnischen Bier wählen können, hab die Experimente an dem Abend aber nicht überziehen wollen, und bin beim bewährten heimischen Brauereiprodukt geblieben. Meine Frau bevorzugte Wein. Und so waren wir gut versorgt. Die Atmosphäre im Saal war entspannt, obwohl der Saal gut gefüllt war.

Als die Musiker Jörg Siebenhaar (Akordeon & Piano), Konstantin Wienstroer (Bass) und  Jan Wienstroer (Drums) für den ausgefallenen Peter Baumgärtner auf die Bühne kamen, war ich gespannt. Eva hatte ja vorher schon geschrieben:„Ein besonders eigener Sound entsteht durch Siebenhaars synchrones Bedienen von Accordion und Piano, was die Möglichkeiten von Arrangement und Improvisation erheblich erweitert. Accordion und Piano werden eins!  Das Trio besticht durch die außerordentliche Dynamik von fast gehauchten bis hoch voluminösen Klängen, expressiv oder ultracool.“ So war es. Ich glaube, ab dem vierten oder fünften Stück war ich ganz dabei.

In der Pause ergab sich zudem ein interessantes Gespräch mit unserer Tischnachbarin, die eigentlich Bebop Fan ist, aber trotzdem ebenso begeistert war wie wir. Ihr Großvater war der Architekt vom Rathaus in Oberhausen  und hat der Stadt jenen Platz geschenkt, der jetzt der Marktplatz ist. Interessante Leute lernt man im Gdanska also auch noch kennen. Nach der Pause gefiel mir die Musik immer noch super. Mit dem Abstand von knapp einer Woche glaube ich, dass ich mich bezogen auf den Jazz, gar nicht mal viel selber bewegt habe. Aber Jazz hat sich weiter entwickelt, neue Elemente aufgesaugt und so hat er sich auf mich zubewegt. Der Gedanke gefällt mir. So wird es sein. Eva Kurowski macht jeden Donnerstag so einen Jazz-Abend im Gdanska. Ich werde wiederkommen.

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 17: Matthias Dymke

Eigentlich habe ich zu Beginn meiner Sammlung nur an Heimatlieder über Duisburg gedacht, deren Bezug zur Stadt auch ohne kommentierende Bemerkung erkennbar ist. Der Text eines Liedes ist dazu die von mir gern gesehene Grundlage. Bei einem Lied ohne Worte wird es doch recht schwierig, zu erkennen, wieviel Duisburg in dem Lied steckt. So bewege ich mich heute im Randbereich des Heimatlieds – Sektion Duisburg. Ich dehne die Grenze meiner Sammlung, weil der Pianist Matthias Dymke Freitagabend zusammen mit dem Saxofonisten André Meisner meinen Weg gekreuzt hat und ich erfahren habe, dass ein CD-Projekt von Matthias Dymke durch die Sechs-Seen-Platte inspiriert wurde.

Zwischendurch gesagt: Der Weg zu André Meisners Seite im Netz lohnt übrigens ebenfalls, auch wenn momentan noch kein Heimatlied der Sektion Duisburg unter seinen Werken zu finden ist. Was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Matthias Dymke ist im Jazz zu Hause – mit einem Klick geht es weiter zu seiner Seite im Netz. Geschichten vom See heißt sein Projekt, bei dem er Klavierstücke von etwa drei Minuten bis etwa acht Minuten Dauer improvisierend eingespielt hat. Seine Musik ist nicht der vom Pop beeinflusste eingängige Jazz. In manche seiner Stücke muss man sich einhören, andererseits bietet die Melodieführung noch genügend harmonische Orientierung auch allen, die nur gelegentlich Jazz hören. Die hier eingestellten „See“-Stücke sind nur eine Auswahl, bei youtube finden sich noch mehr.

Dem im Jazz ungeübteren Ohr klingt folgendes Stück wahrscheinlich gefälliger.

Langsamer im Tempo und ebenfalls eingängiger ist Auf der Bogenbrücke.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

Und vor dem Spiel noch etwas ganz anderes: Michel Godard – Monteverdi

Neulich erhielt ich den Anruf von einem Mann, der das schwierige Geschäft der PR in eigener Sache betrieb. Jonas Niederstadt gehört das CD-Label Carpe Diem, und er fragte an, ob ich den Namen Michel Godard kenne. Ich kannte ihn nicht. Dieser Michel Godard ist ein französischer Jazz-Musiker, der die treibende Kraft bei einem sehr speziellen Musikprojekt gewesen ist.  Ein Jazz-Trio begegnete einem Trio für Alte Musik in der Abbaye de Noirlac. Nun schreibe ich zwar immer wieder über Kultur auch musikalischer Art, begegne diesem Teil der Kultur aber auf eine mehr impressionistische Weise als einer kritischen. Ganz zu schweigen davon, dass ich mich mit Alter Musik gar nicht auskenne. So eine in Kulturwelten beliebte „Begegnung“ birgt zudem immer auch die Gefahr des zu viel Neuen. Am CD-Player bin ich aber viel fluchtfreudiger als in einem Konzertsaal. Deshalb war ich skeptisch, ob ich etwas über das Projekt würde schreiben können.

Darauf hinweisen wollte ich gerne. Ich will das jetzt gar nicht überhöhen, aber wenn jemand sich für einen so randständigen und etwas abseitigen Teil unserer Kultur einsetzt, ist das in meinen Augen schon ein Wert für sich. Ein wenig Geld soll der Mensch für sein Leben ja auch verdienen. Zu der Musik selbst hätte ich dann nichts gesagt. Dann schlug Jonas Niederstaedt vor, auf der Seite des Labels die Hörproben der CD anzuhören, um zu entscheiden, ob ich mit der Musik etwas anfangen könnte.  Gesagt, getan, und nun seht ihr mich begeistert. Ich höre eine in Teilen meditative Musik, in der sich die klassischen Töne mit modernen Klängen mischen. Obwohl ich in dieser Musik nicht wirklich zu Hause bin, wirkt sie ganz selten nur fremd. In dieser Fremdheit aber bietet meist ein dahin treibender Rhythmus Orientierung. Durch die Musik ist die innere Energie der Musiker spürbar, sie macht leicht und beglückt. Ich beschreibe diese Musik als einzelnes Erleben. Ich kann sie nicht einordnen. Ich kann über Qualitäten der Musiker nichts schreiben. Ich bin nur froh, dass Jonas Niederstädt bei seiner PR-Aktion in eigener Sache auch meine Telefonnummer gewählt hat.

Kurz noch aus den Infos zur CD zitiert: „Neben Michel Godard (Serpent) spielen die Basslegende Steve Swallow (E-Bass), die berühmte Mezzosopranistin Guillemette Laurens, der Saxophonist und Sänger Gavino Murgia, die Violinistin Fanny Paccoud und der Lautenist Bruno Helstroffer. … Die sechs Musiker spielen Kompositionen von Claudio Monteverdi, Steve Swallow und Michel Godard.“

Nochmals hier der Link zu den Hörproben. Außerdem seht Ihr hier einen kurzen Clip von den Aufnahmen für die CD.

Monteverdi – a trace of grace. A project of Michel Godard. Carpe Diem CD-16286; um € 17.90.

Ein Song als Kommentar zu Walter Hellmich?

Ob Details, ein Song des niederländischen Sängers Wouter Hamel, mit viel Wohlwollen auch als Kommentar zur öffentlichen Meinung über Walter Hellmich durchginge? Egal! Ich habe am Montagabend im Kölner Stadtgarten ein wunderbares Konzert mit dem Sänger und seiner Band gesehen und nahm mir vor,  in der nächsten Zeit mit einem kurzen Abschweifen mal auf seine Gute-Laune-Musik hinzuweisen. Natürlich füllt er in seiner Heimat, den Niederlanden, die Konzertsäle, und am Montag ließ der überproportional große Anteil asiatischstämmiger Konzertbesucher vermuten, dass er in Südkorea oder Japan nicht unbekannt ist.

Und was Walter Hellmich angeht, der öffentliche Druck auf ihn wird größer. Vor zwei Tagen wurde im MSVportal die Petition für eine außerordentliche Mitgliederversammlung verfasst und zur Unterzeichnung freigegeben. Schon berichten heute die lokalen Medien über die Initiative, und der Aufsichtsrat des MSV Duisburg mit Ausnahme vom Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd Görtz bezieht mit einem offenen Brief Stellung zur Situation.


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