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Und noch dies: Traut euren Augen am TV-Bildschirm nicht

Im Spiel Deutschland gegen die Niederlande war Joachim Löw beim Stand von 0:0 doch nicht ganz so cool, wie es im Zwischenschnitt während der 22. Minute aussah. Bei stern.de können wir lesen, TV-Zuschauer meinen nur zu wissen, was der Bundestrainer in dieser Minute machte. Einen Balljungen foppen war es jedenfalls nicht. Gut, dass doch alles, was ich bislang über das Spiel gelesen und gehört habe, im Ergebnis nicht von dem 2:1 abwich. Bleibt´s erstmal eine Zukunftsidee: die wild gewordene Bildregie-Crew, die sich den Spielverlauf eines EM-Spiels nach eigenem Gusto zusammenschneidet.

Das geschah jedenfalls irgendwann vor dem Spiel:

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Schwer zu ertragende Niederlagen

Wie Niederlagen zustande kommen, bestimmt die Gefühle nach dem Spiel. Am schwersten sind Niederlagen für mich hinzunehmen, wenn sie meinem Eindruck nach auf wenige, klar erkennbare Entscheidungen im Spiel zurück zu führen sind. Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft vorgestern gegen Serbien ist so eine Niederlage für mich. Natürlich lässt sich trefflich beim Schimpfen über den Schiedsrichter des Spiels der Gefühlshaushalt in Ordnung bringen, doch Alberto Undiano Mallenco hat seine kleinliche Spielführung von Anfang an gezeigt, um nicht zu sagen in Szene gesetzt. Aus seiner Auslegung der Regeln hat er nie ein Hehl gemacht, und Miroslav Klose hätte den mit dem Ball davon sprintenden Serben erst attackieren dürfen, wenn er mit ihm auf gleicher Höhe gewesen wäre. Die erste falsche Entscheidung.

Dem folgte Lukas Podolski in Absprache mit Bastian Schweinsteiger. Von Joachim Löw haben wir jedenfalls inzwischen erfahren, die zwei bestimmen untereinander, wer einen gegebenen Elfmeter schießt. Podolski hat in kurzer Folge vor dem Elfmeter mit mehreren deutlich neben das Tor platzierten Fehlschüssen gezeigt, dass ihm an den Tag nicht alles gelingt. Dieses Abhaken und Vergessen des Versagens mag ihm meist möglich sein. So eine Eigenschaft gehört ja zur Grundausstatttung des Berufssportlers. Unsere Psyche lässt sich aber nicht mit völliger Sicherheit so kontrollieren, wie wir  Menschen es zur Bewältigung unseres Lebens gerne hätten. Und je bedeutungsvoller das Geschehen, desto schwieriger wird das Ausblenden des Zusammenhangs einer Handlung. Auch dieses Risiko war also abzusehen. Das geringere Risiko wäre ein Elfmeterschütze Bastian Schweinsteiger gewesen. Denn Schweinsteiger hatte bis dahin ein souveränes Spiel gezeigt. Sein Selbstbewusstsein war so stark, dass ihn selbst zwei, drei Gegner beim Dribbling nur unwesentlich in Bedrängnis brachten und er solche Spielsituationen kontrolliert auflöste. Er hätte den Elfmeter schießen müssen.


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