Posts Tagged 'Jürgen Klinsmann'

Zeitdurcheinander klärt sich durch animierte schöne WM-Tore

Mir ging es gestern so, als wachte ich an einem Morgen Ende September auf, schaute aus dem Fenster und starrte auf eine Welt, die unter einer geschlossenen Schneedecke liegt. Trainingsauftakt des MSV Duisburg. Jetzt? Vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft bei einer Fußballweltmeisterschaft? Ich wusste natürlich von dem Datum, aber die Wirklichkeit fühlt sich dann immer noch einmal anders an. Die Saisonabläufe in der Dritten Liga bringen mich durcheinander. Es wird Zeit für den Aufstieg. Fortuna Düsseldorf etwa beginnt heute erst mit dem Training.
Während ich also versuchte, mich über den Schnee vor meinem Fenster zu freuen, erinnerte mich Fritten, Fußball und Bier mit einem Hinweis auf die Animationen des Engländers Richard Swarbrick an die gerade sonst üblichen Spätsommeraktivitäten. Durch seine Bearbeitung der TV-Ausschnittvorlage von acht der schönsten Tore bei Fußballweltmeisterschaften entsteht eine Art Tanztheater. Die Bewegung der Spieler tritt in den Vordergrund und rückt den Blick auf die vollendete Harmonie bei diesen Toren.
Wenn ihr nicht selbst drauf kommt, um welche Tore es sich handelt, findet ihr die Auflösung in den Kommentaren bei Youtube.
Ihr könnt natürlich gerne auch hier in den Räumen schon die Lösung verraten, wenn ihr sie wisst.
Richard Swarbrick stellt auf seiner Seite im Netz weitere Animationen online, mit denen er sich auch anderen Sujets der Bewegung gewidmet hat: www.richardswarbrick.com. NBA-Finals des Basketball sind darunter. Nach meinem Geschmack eignet sich der Basketball aber weniger als der Fußball für diese Art künstlerischer Umsetzung.
Und zu guter Letzt: Das Tor von Arjen Robben hat Richard Swarbrick ebenfalls sehr beeindruckt.

 

Klinsmann für Klose und Bajic für Fahrenhorst

„Klinsmann für Klose“ las ich heute morgen als Überschrift einer kurzen Meldung im Kölner Stadt-Anzeiger. Seufzend bedauerte ich Mario Gomez, und dachte, nun wird es noch mehr Ärger mit den Engländern geben. Wenn Jürgen Klinsmann statt Miroslav Klose gegen Serbien stürmt, muss die FIFA dem DFB die Sondererlaubnis gegeben haben, einen Spieler nachzunominieren. Dieser gute Draht des DFB zur FIFA gibt den Engländern zwar einen ganzen Stall voll Sündenböcke für ihr Ausscheiden, aber Mario Gomez wird auf seinem Zimmer heimlich fluchen, wenn Jürgen Joachim Löw ihm so einen Michael Schumacher des Fußballs vorzieht. Was haben wir überlegt, wieviel der so herrlich anzusehende und überlegen erspielte Sieg gegen Australien Wert ist. Nach der Meldung von Klinsmanns Aufstellung wissen wir es immer noch ebenso wenig wie die Antwort auf die Frage, warum Miroslav Klose nicht spielen kann. Im ersten Moment erschreckt man vielleicht, wenn Löws Kumpel aus alten Sommermärchen-Tagen der Mannschaft weiterhelfen soll. Aber vielleicht ist es genau andersrum, die Mannschaft spielt so gut, dass sie als eine Art Jungbrunnen dem Kumpel aus alten Tagen durch seine Schaffenskrise als Trainer bringen wird. Im Fußball ist es Gott sei Dank häufig entweder so oder doch ganz anders, wahrscheinlich nur deshalb, damit wir immer was zu reden haben.

In Duisburg bietet dazu eine Spielerverpflichtung die Gelegenheit. Branimir Bajic scheint so eine Art Frank Fahrenhorst von Milan Sasic zu sein, auch wenn er ihn in Koblenz nicht mehr trainiert hat. Da verlasse ich mich mal auf die statistischen Daten bei fussballdaten.de. Wir wissen aber, in der Region seines ehemaligen Arbeitgebers kennt sich Milan Sasic noch immer bestens aus. Wie viel besser muss es also früher gewesen sein, als er die meiste Zeit seines Tages noch im direkten Einzugsgebiet verbracht hat. So wirkt diese Spielerverpflichtung wie eine Maßnahme zur Basissicherung. Grundnahrungsmittel müssen eben auch im Haus sein. Wenn man am Supermarkt mit der einen Buttermarke nicht mehr vorbeikommt, geht man zu dem anderen, der nun auf dem Weg liegt und greift zur anderen Buttermarke.

Die Planungen für die Abwehr sind nach der RevierSport-Kürzestmeldung jedenfalls abgeschlossen, bleibt die offene Frage, wie lange noch sich Fahrenhorst und Schlicke demnächst auf Meidericher Nebenplätzen fit halten werden. Überraschend wäre die Entwicklung nur noch dann, wenn wenigstens einer von beiden plötzlich doch wieder im regulären Vereinsbetrieb auftauchen würde. Bis dahin unterhalten wir uns über die Perspektiven von Bruno Soares.

Gesellschaftstheorie mit Jürgen Klinsmann

Gestern morgen wurde im großen Interview mit Jürgen Klinsmann in der Süddeutschen Zeitung vor dem Spiel der Bayern in Barcelona auch die 1:5-Niederlage gegen Wolfsburg am letzten Samstag noch einmal zum Thema. Dass Klinsmann nach diesem Spiel für die öffentliche Kritik an seiner Person die Spieler mit in die Verantwortung nehmen will, wurde auch in folgender Bemerkung noch einmal deutlich:

Was in Wolfsburg stattfand, war aber doch nichts anderes als ein Spiegelbild der Gesellschaft, verbunden mit der Frage: Inwieweit versuche ich auch selbständig Lösungen zu finden? Es ist für die Spieler in ihrem heutigen Umfeld enorm schwer, gegen innere Widerstände anzugehen: Überall nur Loblieder, Schulterklopfer und Berater, die Geld mit ihnen verdienen wollen.

Was genau in Wolfsburg dieses Spiegelbild gewesen sein soll, wurde in diesem Interview nicht ganz klar. Der Satz hängt etwas rätselhaft in der Luft. Ich nehme an, Jürgen Klinsmann versteht die anschließende Frage als zentralen Inhalt seines Spiegelbildes, auch wenn er es so formuliert, als komme diese Frage zu irgendetwas anderem hinzu. Er appeliert also an die Selbstverantwortung jedes einzelnen. Frage dich nicht, was die Mannschaft für dich tun kann, sondern frage dich, was du für die Mannschaft tust.

Das ist die eine Botschaft, die immer wieder gesagt werden muss. Die Wirklichkeit ist natürlich komplizierter. Deshalb darf eine andere Botschaft nicht verschwiegen werden, und die verweist auf Jürgen Klinsmann zurück, weil es um die Organisation dieser einzelnen Spieler geht. Wenn ich mir das Spiel des gestrigen Abends in Erinnerung rufe, so bleibt mir vor allem ein Bild und das sind perfekt aufeinander abgestimmte Bewegungen der Mannschaft Barcelonas. Dank dieser Bewegungen konnte die statisch wirkende Defensive der Bayern mit großer Sicherheit überwunden werden.  Diese Statik hat aber nur zum Teil mit dem Einsatzwillen jedes einzelnen zu tun, gleichzeitig ist sie auch das Ergebnis von gemeinsamer Arbeit, also einem sozialen Tatbestand. Das ist banal, aber wir sehen, im Fußball ist es nicht anders als im richtigen Leben. Immer geht es um die Lösung von Problemen, um Verantwortung jedes einzelnen und um die Frage, welche Möglichkeiten sich diesem Einzelnen in Abhängigkeit vom Handeln anderer für die Verwirklichung seiner Lebensvorstellungen bieten. Und das Ausrichten dieses Handelns auf ein gemeinsames Ziel braucht Koordination von außen.


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