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shit.cologne, Konkrete Poesie und Stadionsprecher Günter Stork

Lesung_netzEine Lesung brachte mich neulich zur Mainzer Straße in die Kölner Südstadt. Der MSV Duisburg spielte dabei eine Rolle, weil ich sowohl im passenden Bekenntnis-Shirt dezent auf die Bedeutung des Meidericher SV in den Räumen der Galerie Smend hinwies, als auch die Zebras dem dort dort lesenden Klaus Hansen ebenso sehr am Herzen liegen wie mir und den meisten Besuchern des Zebrastreifenblogs.

hansen_leporello Inhaltlich ging es an dem Abend nicht um den Fußball sonderen um einige der 100 Texte aus „shit.COLOGNE„, mit denen Klaus Hansen vor allem das kulturelle Leben Kölns amüsiert und machmal spöttisch betrachtet. Dennoch ist das Schreiben von Klaus Hansen ohne den Bezug zum Fußball  nicht vorstellbar. Mit einem Teil von seinem Werk steht er in der literarischen Tradition von Dadaismus und Konkreter Poesie. So entstand unlängst mit dem „11erpack“ ein „fußball leporello“. 11 Textbilder und 12 Minutengeschichten umfasst das Werk, das in einem Couvert aus Butterbrotpapier aufbewahrt wird, verschlossen durch einen Aluminium-Stollen eines Fußballschuhs. So wirkt das Ganze wie ein vom Fußball geprägtes Gesamtkunstwerk, eine Art Objektkunst.

Wenn zudem eine der Miniaturen mit „Klaus Thies über Fußball gesprochen“ heißt, klingeln bei uns Älteren natürlich sofort die Ohren. Thies selbst kommt in dem Text nicht zu Worte, vielmehr ist Klaus Hansen auch hier mit Hilfe des Fußballs den grundsätzlichen Haltungen zu Leben und Welt auf der Spur. Hilft es weiter, wenn jemandem die Bedeutung des 31. August bekannt ist? Für Klaus Hansen heißt die Antwort eindeutig, ja.

Es überrascht nicht, wenn Klaus Hansen einen Großen der MSV-Geschichte auf besondere Weise in Erinnerung hält, jemanden, der nicht einmal Fußball gespielt hat, einen Mann der Worte, den sämtliche MSV-Anhänger, die schon Mitte der 1990er ins Stadion gingen, kennen: den 2008 verstorbenen, ehemaligen Stadionsprecher Günter Stork. Kurz nach der Lesung schickte er mir ein Interview aus dem Jahr 1996 mit Günter Stork. Ungefähr ab dieser Zeit begann Günter Storks Stimme manchmal ganz kurz zittrig zu werden. Die Ansagen bestritt er auch nicht mehr alleine.

Mit dieser Stimme aber waren wir aufgewachsen. Seine Ansagen rhythmisierten einen Spieltag. Denn damals kamen Werbebotschaften nicht über die Anzeigetafel sondern über das Mikrofon, und diese Werbeansagen waren wie der Zebra-Twist im Bundesliga-Deutschland einmalig.  Ich hoffe, ich kann demnächst das gesamte Interview hier online stellen. Für heute kann ich erstmal nur zitieren.

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So weit liegen Konkrete Poesie und volkstümliche Gebrauchslyrik nicht auseinander. Spielerischer Umgang mit Sprache ist hier das Stichwort, und das alles im Zeichen von Fußball und MSV. An so etwas hat zu Günter Storks großen Zeiten in den 70ern wahrscheinlich kein Besucher des Wedau-Stadions gedacht.

11erpack – fußball leporello. 25 Euro. Bestellung direkt bei Klaus Hansen kphansen[at]gmx.de

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Halbzeitpausengespräch: Erstligafans zur Mithilfe bei Magisterarbeit gesucht – Belohnung möglich

Neulich erreichte mich eine E-Mail mit einer Bitte um Hilfe. Auch wenn es für uns mit dem eigentlich einzigen Fußballverein von besonderem Interesse als aktive Teilnehmer noch etwas dauern wird, um direkt dabei zu sein, will ich der jungen Wissenschaftlerin auf der Suche nach Fans von Erstliga-Vereinen helfen. Die Psychologin möchte ihre Masterarbeit schreiben, in der sie sich mit den Auswirkungen von Spielergebnissen auf die Stimmung von Fans der beteiligten Vereine beschäftigt.
Der Einfachheit halber zitiere ich ihren Aufruf samt zugehörigem Link. Chance auf Belohnung gibt es auch.

Lust, zwei Tickets für ein Heimspiel der deutschen Nationalmannschaft im Wert von ca. 200 € oder direkt 100 € oder 50 € in bar zu gewinnen? Dann nehmt teil an der Kölner Fanstudie 2015! In dieser Studie werden die Auswirkungen von Spielen der 1. Fußball-Bundesliga auf die Stimmung der Fußballfans untersucht.

Ihr müsst dabei lediglich 10 Tage vor Saisonbeginn einen einmaligen Online-Fragebogen (ca. 15 Min.) ausfüllen und an den ersten 10 Spieltagen jeweils drei kurze Fragebögen (ca. 3 Min.), was ihr nach Erhalt einer SMS bequem am Smartphone erledigen könnt.

Wenn ihr einmal ein Spiel verpasst, ist das kein Problem, ihr müsst nur über 18 Jahre alt sein und ein Smartphone besitzen.
Interesse bekommen?

Dann meldet euch direkt nach einem weiteren Klick an.

Eigentlich kann sie froh sein, dass der MSV noch kein Bundesligist ist. So viel, wie wir im Moment erzählen können, von dem Fansein zwischen Himmel hoch jauchzend und vom neuen Alltag frustriert, sie würde im Leben nicht vor dem Abgabetermin ihrer Arbeit fertig.

Halbzeitpausengespräch: Birlikte 2015 – Auch Duisburg steht mit Köln zusammen

2015-06_keupstr_BirlikteIn meiner ganz eigenen Heimatstadt grenzt das rechtsrheinische Köln direkt an Duisburg. Der Weg von einem Viertel ins andere ist kurz für mich. Ich bin ein kölscher Duisburger, ein Duisburger Kölner. Ich bewege mich in zwei Vierteln, deren Lebensweisen in vielen Dingen von unterschiedlicher Kultur geprägt sind. Weil dieses Duisburg und das Ruhrgebiet mir viel bedeuten, sieht jeder der mich näher kennenlernt, aber vor allem den Duisburger in mir. In Köln frozzeln mich Freunde an, wenn es um den Pott geht und um Duisburg im Speziellen. Ich stehe als Mensch für die Region. Wenn Duisburg überregional  Schlagzeilen macht, bin ich sofort angesprochen und meine Meinung ist gefragt. Wenn der MSV Duisburg verliert, bekomme ich milden Spott ab. Wenn die Loveparade immer noch nicht juristisch aufbereitet ist, wird von mir weitergehende Information erwartet.

Den türkischstämmigen Deutschen wird so etwas bekannt vorkommen. Sie stehen als Deutsche auch noch für etwas anderes. Dabei kommt es mir beim Blick auf mein eigenes Umfeld – auf Freunde, Nachbarn und Bekannte – so vor, trotz aller Probleme geht es vielen Deutschen mit türkischen Wurzeln längst schon so wie mir in Köln. Vielleicht verlagern sich Schwierigkeiten seit einiger Zeit auf Menschen anderer Herkunftsländer, dennoch halte ich es für wichtig, den Blick auch auf dieses Gelingen von Zusammenleben zu werfen bei allem Bewahren von Unterschiedlichkeit.

Gestern gehörte für mich die Neuauflage von Birlikte – Zusammenstehen, Zusammenleben zu solch einem gelingenden Zusammenleben. Im letzten Jahr war das Kunst- und Kulturfest zum 10. Jahrestag des Nagelbomben-Attentat in der Kölner Keupstraße zunächst als einmalige Veranstaltung geplant gewesen. Doch angesichts von Pegida und extremistischem Terror aller Ideologien im letzten Jahr gab es nun eine Wiederholung des Kunst- und Kulturfestes, um gegen „Intoleranz und Fremdenhass, gegen religiösen und nationalistischen Terror jedweder Couleur“ ein Zeichen zu setzen und gemeinsam einzustehen „für eine offene und friedliche Stadtgesellschaft“.

Gemeinsamkeit ist nicht einfach da. Sie wird von uns geschaffen in Momenten zufriedenen Beisammenseins. Wer viele solcher Momente erlebt, wird Konflikte besser aushalten. Er wird wissen, warum es sich lohnt, im Streit unangenehme Gefühle zu erleben, die Menschen für einige Zeit auseinander bringen. Deshalb sind solche Feiern der Gemeinsamkeit für eine Stadtgesellschaft so wichtig. Gestern war diese Gemeinsamkeit auf und vor den vielen Bühnen zu erleben. Es war gut, dort gewesen zu sein. Als Duisburger Kölner unterschied sich mein Vergnügen nicht von dem anderer Kölner, die Wurzeln in so vielen unterschiedlichen Kulturen und Nationen haben.

Teil dieses Vergnügens war die nicht erwartete Begegnung mit der Duisburger Heimat in Person von Peter Bursch und seiner Frau Marita, die als „Fründe“ der drei Bläck Fööss, Bömmel Lückerath, Hartmut Priess und Peter Schütten, auf der Bühne standen.

Das Fööss-Lied „Unser Stammbaum“ hätte gleichsam Motto-Lied des Kulturfestes sein können – zumal es nach der Fassung auf Kölsch auch noch auf türkisch gesungen wurde. Im Netz findet sich dieser Mitschnitt von der kölschen Fassung:

Vorsichtshalber gibt es für alle, die nicht nur beim Türkischen wenig verstehen, auch noch den kölschen Original-Text mit Übersetzung an den schwierigeren Stellen. Bei weiteren Verständnisschwierigkeiten, kläre ich gerne weiter auf.

Ich wor ne stolze Römer, kom met Caesars Legion,
un ich ben ne Franzus, ich kom mem Napoleon.
Ich ben Buur, Schreiner, Fescher, Bettler un Edelmann,
Sänger un Gaukler, su fing alles aan.

Refrain:

Su simmer all he hinjekumme,
mir sprechen hück (heute) all dieselve Sproch.
Mir han dodurch su vill jewonne.
Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing (Rhein).
Dat es jet (etwas), wo mer stolz drop sin.

Ich ben us Palermo, braat (brachte) Spaghettis für üch met.
Un ich wor ne Pimock (Flüchtling aus Ostgebieten nach 2. WK),
hück laach ich met üch met.
Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist,
mir all, mir sin nur Minsche, vür‘m Herjott simmer glich

Su simmer all he hinjekumme,
mir sprechen hück all dieselve Sproch.
Mir han dodurch su vill jewonne.
Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing.
Dat es jet, wo mer stolz drop sin.

De janze Welt, su süht (sieht) et us,
es bei uns he zo Besök.
Minsche us alle Länder
ston bei uns hück an de Thek.
M‘r gläuv, m‘r es en Ankara, Tokio oder Madrid,
doch se schwade (sprechen) all wie mir
un söke (suchen) he ihr Glöck.

Su simmer all he hinjekumme,
mir sprechen hück all dieselve Sproch.
Mir han dodurch su vill jewonne.
Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing.
Dat es jet, wo mer stolz drop sin.

Su simmer all he hinjekumme,
mir sprechen hück all dieselve Sproch.
Mir han dodurch su vill jewonne.
Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing.
Dat es jet, wo mer stolz drop sin.

Die türkische Fassung und auf der Saz gespielt gibt es im Netz (noch) nicht in voller Länge. Zudem habe ich den Namen des Interpreten vergessen. Wer nachreichen kann, gerne!

Der türkische Text kann außerdem gerne unten vervollständigt werden. Und ein paar Fotos habe ich auch noch.

Dänen lügen nicht – DFB vertreibt Kölner Südtribünen-Fan nach Holland

„Stig“, sagt Kees gestern zu mir, „hast du das gelesen?“ Natürlich hatte ich es gelesen. Meine Meinung dazu: Muss der der DFB in Zukunft auch mal mit Kriminalwissenschaftlern sprechen. Die kennen sich mit so was aus. Kees verstand erstmal gar nichts. Manchmal will er nach meinem Geschmack zu viele Fakten für das Offensichtliche. Also habe ich es ihm erklärt.

Bekannterweise muss der 1. FC Köln wegen des idiotischen Verhaltens von einigen wenigen seiner Fans während der nächsten drei Heimspiele zwei Blöcke der Südtribüne sperren. 2800 Plätze werden unbesetzt bleiben. 2800 Fans wissen nicht wohin. Und unter den 2800 Kölnern hast du nun mal den ein oder anderen Durchgedrehten. Kriminalwissenschaftler aber kennen das Risiko in so einem Fall genau. Guckt die Polizei zum Beispiel mal ein bisschen öfter auf so  ’ne Drogenszenen in der Innenstadt, stören die Junkies vielleicht beim Shopping nicht mehr, dafür stehen sie eben in den ärmeren Teilen der Stadt auf irgend’nem Platz herum.

Wenn du also auf der niederländischen Online-Platform The Post online diese Nachricht aus Zeeland liest: „Duitser (48) mishandelt jochie (11) na potje campingvoetbal„, dann muss du nur eins und eins zusammenzählen. Niederländisch ist ja wie Dänisch für Anfänger. Ihr habt das doch verstanden? Ein Fußballspiel. Und so was wie ne Prügelei. Zwischen erwachsenem Deutschen und niederländischem Jungen. Der Ort: ein Campingplatz in Zeeland. Das sind die Fakten. So! Und wo kommen nochmal am Wochenende einige dieser Durchgedrehten nicht ins Stadion? Seid ihr so begriffsstutzig wie Kees? Muss ich es wirklich aussprechen? Das war nicht irgendein erwachsener Mann, der in Zeeland ausgerastet ist. Ich sage nur:  „Uit Keulen!“.  Irgendwohin geht so ein Kölner ja hin, wenn er nicht ins Stadion kommt. Keine Medizin ohne Nebenwirkungen. Auch Strafen vom DFB nicht.

Kees Jaratz, Zufallspaparazzo, bietet Bayern München wohlfeil an

Kaum willst du einmal am Rheinufer entlang zum Deutzer Bahnhof laufen, schon begegnest du der Unterhaltungsbranche Fußball und kannst dir ein paar schöne Symbolfotos für diese Unterhaltungsbranche sichern. Der Tross von Bayern München war im Kölner Hyatt abgestiegen. Anscheinend hatten sie gestern in der Region einen Auftritt. Wäre es ein wichtiges Spiel gewesen, hätte ich es natürlich mitbekommen. Solche Spiele vom MSV geschehen nicht ohne mich. Die Fotos zeige ich euch dennoch gerne, zumal ich mir große Mühe mit dem künstlerischen Anstrich gegeben habe.

 

 

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Zum persönlichen Heimatstadtderby das Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 16: Sebel

Für mich sind Spiele zwischen Kölner Vereinen und dem MSV ja immer auch Derbys zwischen Stadtteilvereinen meiner imaginären heimatlichen Großstadt. Immer spielt dann Nord- gegen Südstadtverein, und all meine Hoffnung gilt dem Norden. Gleichzeitig wird diese Hoffnung von großer Vertrautheit mit beiden Stadtteilen getragen: Heimat. Eine Facette davon besingt Sebel, der sich zwar vom Ruhrstadt-Stadtteil Wanne-Eickel inspirieren lässt, dessen Lied „Heimat“ aber mit Sicherheit in der gesamten Ruhrstadt auf ein Wiedererkennen von Gefühlen trifft.

Anlässlich einer kurzen Klub-Tournee erzählt er im Interview bei den Ruhrbaronen mehr von seinem Verhältnis zur Heimat in der Ruhrstadt. Tourdaten gibt´s oben drauf. Also: Heimat! Und dann ab zum Nordstadtverein, auf dass die Südstadt mal wieder was auf den Boden geholt wird. Kann Köln immer mal zwischendurch vertragen.

 

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Alle Folgen

19 Jahre sieglos ist mindestens ein Jahr zu wenig

Bereits letzten Montagabend war ich auf der Bielefelder Straße unterwegs. Nicht im übertragenen Sinn. Ich war wirklich da. Allerdings führt in Köln-Longerich die Bielefelder Straße nicht weit, schon gar nicht nach Ostwestfalen. Du kommst gerade mal auf etwa 300 Metern von der Altonaer Straße zur Oldenburger Straße. Cuxhavener Straße liegt übrigens auch um die Ecke. Brunsbütteler Straße habe ich noch gesehen. Die Norddeicher Straße. Sieht für mich sehr nach recht grober geografischer Orientierung der Kölner Straßennamensverleiher aus. Wat bruchen mer? Norddeutsche Städte? Wat iss met Billefeld? Die han doch och kein Fastelovend. Dat muss doch Norddeutschland sin.

Norbert Meier erzählt mir allerdings im Vorbericht von Arminia Bielefeld zum Spiel, im Grunde hatten die Straßennamensgeber damals recht: „Norddeutschland und Ostwestfalen sind von der Art zu leben, beziehungsweise von der Einstellung her,  da ist der Unterschied nicht ganz so groß“ – ab 4.15′. Vorbericht zum Spiel nenne ich das Ganze vielleicht auch irrtümlich. Eigentlich ist dieser Clip ein Norbert-Meier-Feature, in dem der MSV nur am Rande vorkommt. Mindestens ebenso wichtig ist in Bielefeld momentan das Befinden des Trainers. Ich vermute, die 3:0-Niederlage gegen Fortuna Köln hat weitere Spuren im Selbstbewusstsein der ganzen Region hinterlassen. Irgendwoher müssen sie gerade ihre Zuversicht nehmen und klauben sich mühsam was zusammen. Wenn es dem Trainer gut geht, er nicht mehr im Hotel wohnt und das Fitnessstudio klasse findet, dann könnten drei Punkte drin sein gegen den MSV Duisburg.

Zurück zur Bielefelder Straße und einem kleinen weiteren Vorzeichen für das Spiel des MSV am Sonntag. Dort, auf der Bielefelder Straße, war ich sofort bereit, den Siegesgöttern des Sports in einem ihrer Schulsporthallentempel den Erfolg meiner in die Jahre gekommenen Basketballmannschaft zugunsten eines Auswärtssieg des MSV Duisburg zu opfern. Um unsere mannschaftliche Geschlossenheit beim Niederlagenbier nicht zu gefährden, habe ich von meinem Opfer zwar nichts erzählt, doch der sehr junge, sehr ehrgeizige Gegner hat alles weitere für mich erledigt.

Damit war das auch durch, und ich erlebte während der Woche weiter an mir selbst, was es bedeutet einem Spiel unbelastet entgegen zu gehen. Ich erlebte, wie sehr die Spielweise beim Sieg gegen den Chemnitzer FC mein Vertrauen in die Mannschaft gestärkt hat. Steffen Bohl hatte gefehlt, Tim Albutat, ein Mann der in dieser Saison für das Spiel des MSV so wichtig gewesen war. Dennoch erfuhr  die Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison, was es heißt ein Spiel zu bestimmen und dabei ungefährdet erfolgreich zu sein. Frei im Kopf und ohne psychische Belastung fährt diese Mannschaft nun nach Bielefeld. Dieser besondere Sieg gegen Chemnitz kam zur rechten Zeit. Zudem lese ich in den Westfälischen Nachrichten, den letzten Heimsieg erlebte die Arminia vor 19 Jahren. Der Mensch aber, auch der in Bielefeld, strebt nach der Ganzheit der Gestalt. Wieviel geschlossener wirkt die 20 in einer Schlagzeile vor einem nächsten Spiel des MSV in Ostwestfalen. Das wäre die reine Schönheit einer Zahlenreihe. Ich bin sehr zuversichtlich für den Sonntag.


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