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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 31: Matthias Reuter mit Wir ham keine Kohle

Heute gibt es eine schnelle zweite Folge des Ruhrstadt-Heimatlieds, weil ich von den Orten im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen einen Beitrag in Teilen übernehmen kann. Mathias Reuter ist Kabarettist aus Oberhausen, über den es bei Wikipedia einen kurzen Eintrag gibt und zu dessen eigener Seite im Netz es mit einem weiteren Klick geht.

Mit „Wir ham keine Kohle“ hatte Matthias Reuter eine alternative Hymne zum Kulturhauptstadtjahr 2010 geschrieben. Hätte ich seine Anmoderation seinerzeit schon gekannt, ich hätte laut „ja“ gerufen: „Wer also vielleicht den Herbert-Grönemeyer-Kulturhauptstadt-Song schon mal gehört hat, der weiß, dass da eine Alternative vonnöten ist.“

Das Lied ist ein wunderbarer Kommentar zur historisch gewordenen Kulturhauptstadt-Verstiegenheit mancher Stadtverantwortlicher  sowie zu deren Erlösungsphantasien in Sachen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Damit ist das Lied nicht nur künstlerischer Ausdruck sondern auch ein aussagestarkes Dokument zum Strukturwandel. Matthias Reuters großartiges Bonmot „Kultur im Ruhrgebiet ist der verzweifelte Versuch ohne Kohle schwarze Zahlen zu schreiben“ gilt auch heute noch.

 

 

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Alle Folgen

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Und nun zu bedeutsamen Nebensächlichkeiten: Bloggen über RUHR.2o1o

„RUHR.2010 ist fest entschlossen, die Eröffnung der Kulturhauptstadt Europas – den Festakt und das Kulturfest – am Samstag und Sonntag wie geplant durchzuführen. Für die gegenwärtig unwahrscheinliche Situation eines Jahrhundert-Schneesturms gibt es, wie bei jeder Großveranstaltung üblich, einen Notfallplan.“ So steht es als „Eilmeldung“ auf der Webseite zur Kulturhauptstadt geschrieben, und so wird es über sämtliche anderen medialen Verbreitungskanäle seit gestern in die Welt gebracht.

Dieser Informationsfluss klappt schon mal besser als jener gemeinschaftliche Aufbruch für das Ruhrgebiet, der auch mit dem Projekt Kulturhauptstadt erhofft wurde. Mir als in Köln lebender Exil-Ruhri geht es ja ähnlich wie den deutschen Nachbarn mit türkisch klingenden Namen und deren Verhältnis zur Türkei. Ich freue mich immer über Erfolge meiner Heimatregion und gibt es die dort nicht zu feiern, spüre ich inzwischen „ming kölsches Häzz“ genauso intensiv. So begeisterte mich schon die Kandidatenkür des Ruhrgebiets gegenüber Köln auf Landesebene. Doch nach der endgültigen Wahl zur Kulturhauptstadt konnte ich bald erleben, wie statt vom Ruhrgebiet im Vorgriff auf das Kulturhauptstadtjahr immer wieder von Essen die Rede war, der Stadt, die, um den Ausschreibungsstatuten genüge zu tun, die Bewerbung im Namen des Ruhrgebiets übernommen hatte. Da kam mir allzu schnell jene Zukunftsidee des einheitlichen Handelns abhanden. Vielleicht entstand dieser Eindruck aber auch deshalb, weil mir der Alltag in der Region fehlte und ich mich dort nur für ein oder zwei Tage die Woche aufhielt.

Um so mehr begeistert mich ein Projekt, das, wie man einmal gerne sagte, von der Basis kommt, mitten im Ruhrgebiet seinen Ausgang nimmt und zu dem ich gerne beitragen möchte. Die Seite zwanzigzehn.de bündelt Aktivitäten von Bloggern zum Kulturhauptstadtjahr. Sicher, das Grün des Logos, rechts oben, passt nicht richtig auf diese Seite. Doch in diesem Fall sind mir inhaltliche Argumente wichtiger als das ohnehin doch recht vernachlässigte Design hier. Zumal im Laufe des Jahres der aus dem Fertigbausatz selbst zusammengezimmerte Raum dieser Seite mit ein wenig Unterstützung von außen optisch hergerichtet werden soll. Da lässt sich für den grünen Solitär sicher ein passender Platz finden.

Zu zwanzig10.de wollen bislang folgende Blogs beitragen: Coffee And TV, die ständige Reise, Gelsenkirchen Blog, Hattingen Eins, KochplattentellerHometown-Glory, Nur mein Standpunkt, hirnrinde, der Pottblog, der Ruhrologe und die Ruhrbarone. Von den Fußball-Blogs ist auch Scudetto vertreten. Weitere Blogger sind aufgerufen mitzumachen.

Was dieses Projekt zum Sinnbild für ein Ruhrgebiet der Zukunft macht, ist jene besondere Mischung aus Städteverbundenheit der Blogger und ihr Bewusstsein für die weiterhin zu gestaltende Idee des Ruhrgebiets. Ich bin jedenfalls nicht nur auf die Aktivitäten der Kulturhauptstadt gespannt sondern auch auf zwanzig10.de.


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