Posts Tagged 'Landschaftspark Nord'

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 33: Wahre Freunde – Das Lied vom Landschaftspark

„Volksmusik – Schlager – Lieder mit Gefühl, verpackt mit einer guten Prise Humor, das sind wir die ‚Wahren Freunde‘.“ Das ist auf der Seite der Musikgruppe zu lesen, die aus Lust und Laune in der Freizeit Musik macht und die besagte Musiktraditionen ungebrochen aufgreift und eben auch ein Duisburg-Lied geschaffen hat.

Nicht Duisburg als Stadt wird darin besungen, sondern der Landschaftspark. Das ist ein gutes Zeichen für das Heimatlied der Sektion Duisburg, wenn Stücke entstehen, in denen nicht das Verhältnis zur Stadt als Ganzes das Thema ist, sondern Teile der Stadt in ihrer Besonderheit vorgestellt werden. Die Aktivitäten der „Wahren Freunde“ werden mit der Anmutung eines Hobbys und Freizeitvergnügens in die Öffentlichkeit gebracht. Dahinter steht kein professioneller Anspruch. Ich sehe das völlige Ignorieren medialer Bilder- und Designstandards mit viel Sympathie. Das ist gelingende Alltagskultur, die gängige Schlagermelodien der Gegenwart nutzt und sie in dem Fall mit einer eigenen Idee verbindet. Originalität braucht so etwas nicht. Für die „Wahren Freund“ geht es um etwas anderes.

Bitte schön: „Das Lied vom Landschaftspark“.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

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Akzente inoffiziell: Christoph Schlingensief im Landschaftspark Nord

Die folgende kurze Erinnerung an Christoph Schlingensiefs Arbeiten im Landschaftspark Nord ist dem Buch 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen entnommen. Strukturwandel ist ihr inhaltliches Zentrum. Überrascht war ich davon, wie sich die öffentliche Haltung gegenüber Schlingensief und dem Landschaftspark in fast identischem Tempo wandelte.

 

Auf dem Weg zu Beifall und Begeisterung

Als Christoph Schlingensief 1990 für seinen Film »Das deutsche Kettensägenmassaker« einen Drehort sucht, ist das ehemalige Hüttenwerk der Rheinischen Stahlwerke und späteren Thyssen Hütte gerade erst ein Jahr den Abrissbaggern endgültig entkommen. Nun gehört das Gelände als zu gestaltendes Projekt der »Internationalen Bauausstellung Emscherpark« an, auch wenn deren geistiger Kopf, Karl Ganser, noch immer gelegentlich auf Skepsis, Unverständnis und Verwunderung, wenn es um den Erhalt von Industriearchitektur geht.

Auf dem Gelände haben die Umbauarbeiten noch nicht begonnen. Leer stehende Gebäude und verlassene Industriebauten strahlen eine morbide Atmosphäre aus, die Christoph Schlingensief nutzen will, um angesichts der naiven Begeisterung über die Wiedervereinigung Deutschlands einen verstörend wirkenden Film zu drehen. Christoph Schlingensief und große Teile der Filmcrew kommen aus der Gegend, aus Oberhausen, Mülheim oder Bochum. Sie sind zwischen Industriebauten aufgewachsen, fühlen sich vertraut. Kamerafahrten auf der Hochofenstraße etwa unterstreichen die mörderische Stimmung der Geschichte um eine westdeutsche Metzgersfamilie, die in einem heruntergekommenen Hotel angereiste Ostdeutsche umbringt.

Christoph Schlingensief ist zwar nicht mehr unbekannt, dennoch erreichen seine unkonventionellen Filme und künstlerischen Aktionen nur ein kleines Publikum. Ratlos sucht die Kulturkritik noch nach einordnenden Begriffen. Kurioserweise werden von da an wie im Gleichschritt seine Kunst und der kulturelle Wert des Landschaftspark Nords zunehmend akzeptiert. 2008 wird Christoph Schlingensief bei seinem Fluxus-Oratorium »Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir« als Teil der Ruhrtriennale in der Gebläsehalle des Landschaftsparks selbst auftreten. Es wird das letzte Bühnenwerk des schwer kranken Schlingensief sein. Beeindruckende Kunst an einem beeindruckenden Ort.
 
Mit einem Klick weiter zu meiner Besprechung von „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ , die ich seinerzeit geschrieben habe.

Mit einem Klick weiter zu allen Beiträgen des inoffiziellen Akzente-Programms im Zebrastreifenblog.


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