Posts Tagged 'Matthias Reuter'

Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 44: Matthias Reuter mit Bottrop, Kirchhellen! Scheiß auf die Seychellen

Der Oberhausener Matthias Reuter hat schon länger einen Song in seinem Repertoire, der gut passt zu den Notwendigkeiten dieser Zeit der Einschränkungen angesichts der Corona-Pandemie. Jüngst hat er ihn als Teil eines Livestreams aus dem Ebertbad gespielt.

Trefflich fügt sich dieses Lied auch in meine Heimatliedsammlung Ruhrstadt. Denn es geht um das Zuhause bleiben und behauptete Vorzüge der Ruhrstadt-Stadtteile geegenüber vielen bekannten Urlaubsregionen dieser Welt. Was zu der erstaunlichen Einsicht führt: „In Duisburg und Essen kannst du Malibu vergessen.“

Zu sehen ist das Lied mit Vorrede ab Minute 1.43, und der Rest seines Kurzprogramms ist auch unterhaltsam.

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

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Fundstück: Matthias Reuter mit der Lederhosenschizophrenie in Gelsenkirchen

Manche der Beiträge hier haben ihren jahreszeitlich bedingten Grund. Neujahrsgrüße kommen im Sommer schlecht an. Besinnliche Adventsgedichte passen nicht zu knospender Natur. Deshalb liegt Matthias Reuter mit seinem gesungenen Kommentar zur grassierenden Oktoberfestlust im Ruhrgebiet schon knapp zwei Jahren bei mir auf Halde. Letztes Jahr ist mir „Oktoberfeste im Revier“ aus dem Blick geraten. Dieses Jahr nun habe ich dran gedacht.

Zu einem Fußballblog passt dieses Lied auch, weil der spöttelnde Text ab Minute 4.00 mit der letzten Strophe in eine Pointe mündet, mit der die Lust am Oktoberfest und gleichzeitiges Fußballfantum auf Schalke zum Ausdruck einer milden Schizophrenie wird.

Akzente 2017 inoffiziell: Vom Akzente-Vorwort und Ruhr hoch n nebst Spardosen-Terzett sowie Reuter/Eisenberg

Am Freitag sind die  38. Duisburger Akzente eröffnet worden. In diesem Jahr lautet das Motto des Kulturfestivals Umbrüche. Ich begleite die Akzente mit einem inoffiziellen Programm im Zebrastreifenblog nunmehr im dritten Jahr. Ob ich an jedem Tag Zeit und Idee für einen Programmbeitrag habe, weiß ich am offiziellen Eröffnungstag nie. Eine Unwissenheit, die zum Motto der Akzente in diesem Jahr passt. Wenn sich etwas umfassend verändert, eben das geschieht, was gemeinhin mit einem Umbruch einhergeht, dann ist eins gewiss, wie das Leben nach einem solchen Umbruch aussieht, weiß niemand genau. Behauptet wird zumeist etwas anderes.

Im Vorwort des Akzente-Programmhefts spricht Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link mit seinem ersten Satz selbstbewusst davon, die Wirtschaft- und Sozialgeschichte der letzten 150 Jahre habe die Duisburger zu „Fachleuten des Umbruchs“ gemacht. Das klingt sehr technisch. Diese technische Sprache verweist für mich auf ein grundsätzliches Problem Duisburgs, wobei Duisburg nur stellvertretend für das Ruhrgebiet steht.

Es gibt ja eine Wahrheit in diesem Satz, die im Alltag der Bürger dieser Region zu finden ist. Die Bürger des Ruhrgebiets nehmen seit Generationen Wandel sehr bewusst wahr. Denn über Jahre war dieser Wandel ein meist von außen auferlegter Teil ihrer Lebens- und spezieller Arbeitswelt. Im technischen Klang der Sprache nun zeigt sich der Zugang zu diesem Wandel durch die politischen- und ökonomischen Eliten dieser Region. „Fachleute“ haben ihre Angelegenheiten im Griff. Obwohl Sören Link mit seinem Satz die Duisburger gerne alle zu Fachleuten machen möchte, geht dieser Satz an der Lebenswirklichkeit der Duisburger vorbei.

In dem Wort „Fachleute“ scheint ein Selbstbild dieser Region auf, dass diese Bürger nach meinem Eindruck gerade außen vor lässt. Ich vermute, nur wenige Duisburger werden sich als Fachleute des Umbruchs verstehen, auch nicht bildhaft. Die technische Sprache erinnert daran, wie schwer es das Ruhrgebiet mit dem Bild seiner selbst hat.

Andererseits gibt mir dieser Satz die Gelegenheit an einen Song vom Spardosen-Terzett zu erinnern, den ich schon längere Zeit in die Heimatliedsammlung Sektion Ruhrstadt habe aufnehmen wollen. In regelmäßigen Zyklen wird im Ruhrgebiet versucht außerhalb der Region ein gutes Bild abzugeben. Das führt dann schnell dazu, dass „Fachleute“ so ein Bild kommunizierbar machen sollen. Manchmal sind das Imagekampagnen, 2008 aber ging es nur um einen Slogan. Anstatt vor Ort im Ruhrgebiet über solch einen Slogan nachzudenken, wurde eine Düsseldorfer Agentur beauftragt. Ruhr hoch n – Team-Work-Capital war das gut bezahlte Ergebnis. Der  Slogan war zwar ohne große Wirkkraft aber gut geeignet, ihn in die Mangel zu nehmen.

 

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Auch Matthias Reuter und Benjamin Eisenberg hatten sich des Slogans angenommen.

 

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 31: Matthias Reuter mit Wir ham keine Kohle

Heute gibt es eine schnelle zweite Folge des Ruhrstadt-Heimatlieds, weil ich von den Orten im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen einen Beitrag in Teilen übernehmen kann. Mathias Reuter ist Kabarettist aus Oberhausen, über den es bei Wikipedia einen kurzen Eintrag gibt und zu dessen eigener Seite im Netz es mit einem weiteren Klick geht.

Mit „Wir ham keine Kohle“ hatte Matthias Reuter eine alternative Hymne zum Kulturhauptstadtjahr 2010 geschrieben. Hätte ich seine Anmoderation seinerzeit schon gekannt, ich hätte laut „ja“ gerufen: „Wer also vielleicht den Herbert-Grönemeyer-Kulturhauptstadt-Song schon mal gehört hat, der weiß, dass da eine Alternative vonnöten ist.“

Das Lied ist ein wunderbarer Kommentar zur historisch gewordenen Kulturhauptstadt-Verstiegenheit mancher Stadtverantwortlicher  sowie zu deren Erlösungsphantasien in Sachen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Damit ist das Lied nicht nur künstlerischer Ausdruck sondern auch ein aussagestarkes Dokument zum Strukturwandel. Matthias Reuters großartiges Bonmot „Kultur im Ruhrgebiet ist der verzweifelte Versuch ohne Kohle schwarze Zahlen zu schreiben“ gilt auch heute noch.

 

 

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