Mit 'Metalurh Donezk' getaggte Einträge

The Other Chelsea – FC Shakhtar Donezk in einem Dokumentarfilm beim ZDF

Es war 2008, als Ailton oder wahrscheinlich sein Berater mal wieder einen großherzigen Vereinsverantwortlichen fand, der nach Walter Hellmich sich mit dem Markennamen eines Fußballers vergangener Zeiten schmücken wollte. Im ukrainischen Donezk befand sich der neue Verein von Ailton, und ich musste vorhin erst mal nachschauen, ob nicht doch Schachtjor Donezk sein Verein gewesen ist – jener Verein, über den  in der Nacht von Montag auf Dienstag im ZDF ein 90-minütiger Dokumentarfilm zu sehen war.

Der früher russisch Schachtjor genannte Verein wird heute  ukrainisch Schachtar genannt oder, wie es in der englischen Schreibweise auf der Seite des Vereins steht Shakhtar, FC Shakhtar Donetsk. Ansehen konnte ich mir von der Dokumentation bislang leider nur etwa zehn  Minuten quer durch, und sie machten neugierig auf das ganze Stück. Autor der Dokumentation ist Jakob Preuss, der die “Orangene Revolution” im Jahr 2004 als Wahlbeobachter erlebte. So geht es beim Blick auf den Fußballverein gleichzeitig um die Entwicklung der ukrainischen Gesellschaft und der Politik dort. Jakob Preuss mischt die Standardausdrucksformen von Dokumentationen, das Interview und die illustrierenden Bilder, mit kurzen Sequenzen, die durch die Ästhetik von Clips aus den Internetwelten bestimmt ist. Das wirkt spielerisch, ich bin an solchen Bildern hängengeblieben, und ich bin gespannt, wie sich diese Bilder in den Gesamtrhythmus des Films einfügen.

Ich weiß wieder nicht, ob die ZDF Mediathek den Dokumentarfilm länger als 14 Tage online stellen kann oder nicht. Neulich klickte ich zufällig mal auf einen älteren Link zur Mediathek und er funktionierte noch, obwohl der Beitrag auf der Startseite der  ZDF Mediathek nicht mehr zu finden war. Hier geht es zu “The Other Chelsea” in die ZDF Mediathek. Im Netz findet sich zudem eine Seite mit zusätzlichen Informationen über “The Other Chelsea”. Der Film wurde in diesem Jahr beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Ailton spielte natürlich nach seiner Zeit beim MSV Duisburg  nicht bei Schachtar sondern bei Metalurh Donezk.  Dort gab es die namensfixierten Männer, die entweder sportliche Qualitäten den Marketingqualitäten unterordneten oder per Zuruf  von Spielervermittlern für den Verein Entscheidungen trafen. Ailton muss ungefähr 27 Trainingseinheiten und drei Spiele dageblieben sein. Danach entschloss er sich zu einer weltweiten Abschiedstournee mit dem ambitionierten Titel:  “Der Sommer mit den sieben Mäzenen”. Es wurden drei Sommer, und vielleicht hängt Ailton gerade noch einen Sommer irgendwo in der Welt dran.

Update 4. Juli: Nun gesehen, besprochen und  für sehr gut befunden.


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