Posts Tagged 'MSV Duisburg'



Erik Willes indirekter Auftrag für den MSV im Interview mit der FAZ

Erik Wille konnte beim MSV Duisburg zu Beginn der ersten Drittligasaison seine fußballerischen Qualitäten nur in wenigen Spielen zeigen. Eine Verletzung machte ihn zum Dauergast in Arztpraxen, eine Verletzung, die ihn letztlich dazu zwang, den Beruf des Fußballspielers aufzugeben. Erik Willes langjährige fußballerische Heimat war Eintracht Frankfurt, und dort in Frankfurt, hat er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung jüngst ein sehr lesenswertes Interview gegeben.

Er sprach sehr offen über seine besondere Situation als 22-jähriger junger Mann einen Lebenstraum aufgeben zu müssen. Er gab einen Einblick in die Welt eines größeren Vereins wie Eintracht Frankfurt und den dortigen Umgang mit den Nachwuchsspielern. Als Kontrast standen seine Erfahrungen beim MSV Duisburg dagegen, bei dem es „familiär und bodenständig“ zugeht und bei dem er die besondere Atmosphäre nach dem Zwangsabstieg hat schätzen gelernt.

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Dem MSV und uns, deren Zuneigung diesem Verein gilt, gibt Erik Wille damit auf indirekte Weise einen Auftrag mit auf den Weg. Was Erik Wille in Duisburg erlebt hat, muss die Richtschnur dieses MSV Duisburg in der nächsten Zukunft sein. Bei allem Ringen um sportlichen Erfolg gilt es immer wieder, sich daran zu erinnern, was diesen Verein nach dem Zwangsabstieg ausgemacht hat und was bis heute zu spüren ist. Das sind Zusammenhalt im MSV und um den MSV herum, dazu ein realistischer Blick auf die Möglichkeiten verbunden mit dem Traum vom Erreichen eines anspruchsvollen Ziels. Nur so hat der MSV Duisburg in diesem Unterhaltungsbetrieb Fußball eine Überlebenschance.

Weiter zum sehr lesenswerten Wille-Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit einem Klick.

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Prolog MSV – Eintracht Braunschweig: Das Halbzeitpauseninterview

Vor den Worten zum Spiel noch das: Auf dem Rasen der Arena zu stehen und sich mit jemanden zu unterhalten, der direkt neben einem steht ist gar nicht so einfach. Das habe ich gestern beim Spiel vom MSV gegen Eintracht Braunschweig gelernt. Weil man den Nebenmann und sich nur über die Lautsprecheranlage hört, hört man sogar die eigenen Worte manchmal als Geräuschebrei, während man sie gerade ausspricht. Ein surreales Erleben.

Der MSV gab mir also die Gelegenheit, mit Stadionsprecher Stefan Leiwen über Buch und Crowdfunding zu sprechen. Ich freue mich natürlich sehr über diese Unterstützung durch den Verein. Die Nachricht am Vorabend war aufregend gewesen, das Interview selbst gar nicht mal so sehr. Vor den vielleicht 10.000 Zuschauern hatte ich das Gefühl mit Stefan Leiwen ein angenehmes Zwiegespräch zu führen.

Hätte nur nicht der MSV 0:1 zurückgelegen, und hätten wir nach dem Schlusspfiff nicht sogar noch die 0:5-Niederlage zu verdauen gehabt, wäre ich vielleicht so freudig zufrieden gewesen, wie ich mich in der Zeitblase des Interviews gefühlt habe. So aber, ein unmöglicher Spagat.

Schon mit dem Ein-Tor-Rückstand kam es mir ja komisch vor, über eine Zeit zu reden, die ganz andere, sehr viel freudigere Gefühle für uns bereit gehalten hatten. Nach dem Endergebnis fällt mir das noch schwerer. Andererseits geht es mir bei dieser Geschichte vom Zwangsabstieg bis zur Rückkehr in die 2. Liga um mehr als nur die Erfolgsstory eines Sportvereins. Diese Geschichte ist für mich zugleich ein exemplarisches Beispiel für die Möglichkeiten Duisburgs. Sie erzählt vom gemeinsamen Anpacken, vom Zusammenhalt, von Kompromissen und  vom Wegstecken eigener Empfindsamkeiten. Deshalb ist mir diese Geschichte so wichtig. Sie ist nicht nur Teil einer MSV-Chronik. Was diese zwei Jahre vermitteln ist bedeutsam für Duisburg, für das Selbstbewusstsein dieser Stadt. Das muss aber immer wieder neu erzählt werden, sonst kriegen es zu wenige Duisburger mit.

Für heute einmal mehr genug. Teilt weiter fleißig den Link zum Crowdfunding. Helft mit, weitere Unterstützer für das Buch zu finden. Alle weiteren Informationen zu meinem Buch und was ihr noch als Dankeschön für eure Unterstützung erhaltet, seht ihr mit einem Klick zur Crowdfunding-Plattform Startnext.

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 22: Spezial MSV – Der Soundtrack zum Aufstieg

Zugegeben, bei zwei eigens zum Aufstiegsendspiel gegen Holstein Kiel entstandenen Liedern fehlt zu einem vollständigen Soundtrack noch der ein oder andere Song. Aber es gibt ja ein umfangreiches Repertoire des MSV-Lieds, mit dem man so was auffüllen kann. In der Sammlung hier haben viele dieser Stücke auch schon ihren Platz gefunden. Ob das nun „Nur für dich, Meiderich!“ von Los Placebos ist, das Duisburg-Lied natürlich, „Auf´er Köpi“ von Eat the Unicorn oder „1902“ von Tears für BeerZ.

Auch die beiden Interpreten der eigentlichen Aufstiegs-Songs haben sich bereits im MSV-Liedgut verewigt. Baracuda wurde im Sommer 2013 bekannter, als er auf den Zwangsabstieg mit einem Rap reagierte. Im Folgenden waren immer wieder kürzere Stücke  zum MSV von ihm zu hören.  Sein „offizieller Aufstiegssong“ heißt „Unser Herz schlägt“.

Seit noch längerer Zeit produziert der youtuber MSVD1902only seine vom Rock geprägten Stücke zum MSV. Auch er hat vor dem Endspiel zum Aufstieg mit „Jeden Weg“ einen Song online gestellt, der den Weg vom Zwangsabstieg bis zum möglichen Aufstieg erzählt.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

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Duisburg – Kiel 1:0 oder Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 21: Tears for BeerZ mit 1902

In der Woche vor dem entscheidenden Spiel um Platz 2 der Dritten Liga zwischen dem MSV Duisburg und Holstein Kiel hat sich Duisburg schon einen klaren Vorteil gegebenüber den Kielern erspielt, ohne dass der Ball überhaupt gerollt ist. Musik ist das Stichwort, und wie es nur einen Zweitplatzierten der Dritten Liga geben kann, gibt es auch nur eine Band mit Namen Tears for BeerZ, die Entscheidendes zum Thema Fußball geschaffen hat, und die kommt aus Duisburg.

Die fast gleichnamige Band, die in der Kieler Region zu Hause ist, erfindet sich zwar gerade neu, wie bei Facebook von Tears for Beers zu lesen ist, doch scheint immer noch keine musikalische Beschäftigung mit Holstein Kiel auf dem Programm zu stehen. Die lange youtube-Playlist bietet Folkklassiker und vielleicht auch Eigenkompositionen, doch ein Football-Shanty fehlt fraglos.

Dagegen haben die Duisburger Tears for BeerZ selbstverständlich auch dem MSV eines ihrer Stücke gewidmet. 1902 heißt das Ganze, das hier in einem Mix aus dem Januar zu hören ist. So gehört sich das als Vorspiel zum Endspiel um Platz 2 der Drittten Liga zwischen dem MSV Duisburg und Holstein Kiel, harter Independent Rock aus dem Pott schlägt Folkrock aus dem Norden.

Seine Live-Premiere hatte das Stück als Zugabe während eines Konzerts im Juli 2014. Bei youtube ist ein unscharfer Mitschnitt des gesamten Auftritts zu finden. Tonqualität ist aber gut. Die Zugabe beginnt bei 1:02.55.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

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Trotz Kentsch zu alter psychischer Stärke finden

Der MSV Duisburg kann von Glück sagen, dass morgen im Spiel gegen den Chemnitzer FC der Erfolg der Mannschaft nicht von meinem Torinstinkt oder meinem Abwehrverhalten abhängt. Mal ganz abgesehen von meinen katastrophalen Laktatwerten, viel entscheidender für meine schon jetzt kaum vorhandene Spielstärke ist meine momentane mentale Schwäche. Seit Mittwoch versuche ich vergeblich meinen Kopf wieder frei zu bekommen. Seit Mittwoch spukt mir der Name Roland Kentsch immer wieder durch den Kopf und die Vergangenheit spült brackiges Wasser voller Treibgut über mich.

Dabei hat der MSV Duisburg nur gemacht, was notwendig war – nämlich über den Stand der der gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Geschäftsführer zu informieren. In einer Pressemitteilung teilten die Gremien des MSV Duisburg mit, in diesem Prozess einen anderen Rechtsanwalt mit der Interessensvertretung zu betrauen:

Aus Verantwortung gegenüber den MSV-Gesellschaften, dem MSV Duisburg 02 e.V. und seinen Mitgliedern und Förderern hat die Geschäftsführung der am Prozess beteiligten MSV Duisburg Verwaltungsgesellschaft mbH gemeinsam mit dem Vereinsvorstand entschieden, ihren anwaltlichen Berater auszutauschen.

Die weitere Prozessführung übernimmt Rechtsanwalt Frank Nolte, Partner der Sozietät RWP Rechtsanwälte PartG mbB.

„Herr Rechtsanwalt Nolte ist auch aufgrund seiner aus ähnlichen Verfahren einschlägigen Erfahrungen nach Überzeugung sämtlicher Beteiligten bestens geeignet, den Rechtsstreit für den MSV Duisburg erfolgreich zu gestalten“, verdeutlicht der Vorstandsvorsitzende Ingo Wald.

Schaut man sich auf der Seite der Sozietät ein wenig um, wirkt die Entscheidung auch für den juristischen Laien sofort einsichtig, wenn er liest, was auf einem Vortragsforum von RWP im Sommer/Herbst 2015 zum Thema wird. „Compliance – der Spagat zwischen Geschäftsführung und Haftung?“ heißt es dann, und wir sehen die Kanzlei intensiv mit „Beispielen von Fehlverhalten des Managements“ beschäftigt. Anregungen sollen gegeben werden für „organisatorische Maßnahmen […], um einen normgerechten Ablauf im Unternehmen sicherzustellen“. Zwar ist unser Mann vor Gericht kein Votragsredner, doch wir setzen mal auf den Informationsfluss innerhalb der Kanzlei.

Mit einem Schlag war also alles wieder da, die Nachricht vom Lizenzentzug, das Misstrauen in die Arbeit von Roland Kentsch in der Zeit davor, die Atmosphäre von Eigennutz, Vorwurf und Verbiegen der Wahrheit. Dabei habe ich von Anbeginn der Saison hoffnungsfroh nach vorne gesehen. Doch die Vergangenheit wirkt weiter und bindet Energie. Natürlich sind die Spieler weit entfernt von solchen Fragen, mit denen sich die Vereinsführung weiter beschäftigen muss. Doch ich sehe den Verein als einen Körper und wenn an einer Stelle viel Aufmerksamkeit notwendig ist, hat das selbst an einem weiter entfernten anderen Teil des Körpers Folgen. Diese Folgen sind nicht leicht fassbar, aber es gibt sie.

In dem Moment gefällt mir der Gedanke gut, dass die Mannschaft fast nur aus Spielern besteht, die nach dem Lizenzentzug nach Duisburg kamen. Auch wenn die Vergangenheit wirkt und sie ihr – wie auf der Hauptvesammlung des Vereins – gewahr werden, können sie sich leichter von ihr befreien. Wenn alle dann zudem Widersprüche dieses Lebens so kompromisslos weggrätschen wie Zlatko Janjic im Vorbericht zum Spiel, entwickelt sich Selbstbewusstsein für die spielerische Leichtigkeit. Höre ich etwa Zlatko Janjics Worte zu seiner Trefferquote, mache ich mir um den Erfolg gegen den Chemnitzer FC keine Sorgen: „Eine Marke habe ich mir nicht gesetzt…aber, eh…meine Bestmarke war 15, und die will ich unbedingt bringen dieses Jahr.“

So hoffe ich auf ein weiteres Tor von Zlatko Janjic und werde auf dem Stehplatz mit Unterstützung meiner Stehplatzkameraden zu alter psychischer Stärke zurückfinden. Schließlich wollen auch wir alles notwendige für den Erfolg geben.

Ajax-Fans singen uns das Mottolied für die nächsten Spiele

In wenigen Stunden ist Anstoß in Halle. Nehmen wir uns beim MSV Duisburg also die Fans von Ajax Amsterdam zum Vorbild und setzen auf die Botschaft des in Amsterdam zum Stadionsong gewordenen Bob-Marley-Klassikers Three little Birds: „Don’t worry about a thing, ‚cause every little thing gonna be alright“. Wer schon mal fürs Mitsingen üben will, mit einem Klick geht es weiter zum gesamten Text:

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 16: Eat the Unicorn mit Auf’er Köpi

Eigentlich dachte ich vorhin, in Winterpausen bleibt meist viel Raum für alles Erzählenswerte neben dem Sport, doch wir am MSV Interessierten wissen bei der Überschrift des Beitrags natürlich sofort, so weit weg von den Zebras führt es heute hier dann doch nicht. Dieses Mal gilt nämlich das Heimatlied – Sektion Duisburg dem Subgenre MSV-Song. Mir gefält es sehr, wie der Verein nach und nach zum Thema wird in Songs sehr unterschiedlicher musikalischer Stilrichtungen. Wir haben Ska von Los Placebos, wir haben den Hiphop von Baracuda, wir haben den Rock in seiner gängigen Variante vom youtuber MSVD1902only, und nun widmen sich Eat the Unicorn mit Indie-Rock dem MSV.

Im Text münden die bekannten Momente eines Fußballanhänger-Lebens ins Pathos, mit dem die Treue zum Verein beschworen wird und gleichzeitig wird dieses Pathos durch die Musik sowie die Stimme des Sängers zurück auf den Boden geholt. Für mich auf jeden Fall ein Song für die MSV-Playlist. Eat the Unicorn ist bei Facebook mit einer Seite vertreten

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