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Neuanfang reloaded – Zwischen Kevin Wolze und Ausbildungsverein

Im Gegensatz zum MSV Duisburg mache ich es kurz. Bis Mitte Juli habe ich einfach keine Zeit. Aber wenn Wichtiges geschieht, soll hier wenigstens Meinung stehen. Der MSV Duisburg hat gestern eine lange Stellungnahme veröffentlicht. Sie ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen den Gremien, den Sponsoren und der Stadt. Wer was zum MSV zu sagen hat, war dabei, und natürlich haben vor allem die großen Sponsoren Einfluss ebenso wie die Stadt, denn ohne die Berücksichtigung dieser Meinungen gibt es kein Geld. Das ist bei allen hehren Zielen festzuhalten.

Dass so viele Menschen ihre Vorstellung von der Zukunft des MSV eingebracht haben, merkt man der Stellungnahme an. Sie ist wohl ausgewogen formuliert. Es gibt viele vermeintlich inhaltsreiche Aussagen zu Sachverhalten, und dennoch hinterlässt sie bei mir ein merkwürdiges Gefühl der Enttäuschung. So viel Selbstverständliches steht in dieser Stellungnahme in einem hohen Ton der Erkenntnis, dass die wirklich wichtigen Dinge davon beschädigt werden. Nach einem Tag weiß ich schon gar nicht mehr genau, was da alles drin stand. Beim Überfliegen der Verlautbarung aber dachte ich immer wieder mal, wird das nicht schon seit 2013 so gehandhabt oder ist das nicht eine Selbstverständlichkeit in seriöser Vereinsarbeit?

Versteht mich nicht falsch, ich schätze das Bemühen der Vereinsverantwortlichen um Seriösität und Konsolidierung der Finanzen sehr. Sie arbeiten mit dem Risiko, sportlichen Erfolg nicht erzwingen zu können. Und nun lese ich so viele Worte, die mir versichern sollen, dass das auch geschieht, was schon geschieht? Eine konkrete wichtige Information ist hängengeblieben. Die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen lassen erst jetzt zu, dass die Jugendarbeit konkurrenzfähig ist. Konkurrenzfähig heißt hier zunächst, Attraktivität für Eltern, Berater und die jugendlichen Spieler den MSV als möglichen Verein überhaupt in Betracht zu ziehen. Alles andere habe ich schon wieder vergessen. Vielleicht schaffe ich es in den nächsten Tagen noch einmal drauf zu schauen, und stelle dann fest, ich war ganz ungerecht. Wirkliche Lust dazu habe ich allerdings nicht. Auch ein schlechtes Zeichen. Zeit, dass der Sport wieder beginnt.

Dieser Sport in Duisburg wird dann ohne Kevin Wolze stattfinden. Wie der Abstieg hatte sich sein Wechsel schon länger abgezeichnet. Trotzdem macht es mich wehmütig, mir ihn in der nächsten Saison im Trikot vom VfL Osnabrück vorzustellen. Er gab dem MSV ein Gesicht in diesen letzten Jahren, auch wenn seine Leistung nicht so stabil war, um ihn als Spieler unangreifbar zu machen. Aber auch er verkörperte den Willen diesen Verein erfolgreich zu machen. Gerade deshalb ist sein Wechsel folgerichtig. Nach diesem Abstieg musste er wechseln. Die Verkündung des Wechsels an einem Tag mit der Verlautbarung passt gut zusammen. Irgendwann schmeckt es schal, diesen erhofften Weg erneut von unten nach oben gehen zu müssen. Das fällt umso mehr auf angesichts des Versuchs, die Gegenwart mit Worten zu bestimmen, von denen viele so klingen, als seien sie schon einmal gesagt worden. Dann ist es sinnvoll, das Bekannte hinter sich zu lassen. Alles Gute, Kevin Wolze!

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