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Die schönsten Fußballtorten der Welt – Folge XXI – Niederländische Nationalmannschaft

Mit freundlicher Unterstützung von „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben musspräsentiert der Zebrastreifenblog  in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Ich hatte gehofft, die niederländische Kuchenbäckerin Bianca de Jong wäre auch die Weltmeisterschaftsteilnahme der Nationalmannschaft ihres Landes im Jahr 2014 ein Kuchen wert gewesen. Vielleicht wartet sie bis zur erhofften Finalteilnahme. Ich kann in dem Fall keine Rücksicht nehmen und greife vor dem Spiel der Niederlande gegen Australien auf ihren Kuchen der letzten WM in Südafrika zurück. In den Finalrunden wollen wir schließlich unsere eigenen Kuchen zur Feier der deutschen Nationalmannschaft essen.

Oranje brillant

Nicht oft lässt sich mit dem Verweis auf eine Buchbesprechung ein Fußballspiel zusammenfassen.  Der  fantastische 5:1-Sieg der Elftal bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien lässt mir nichts anderes übrig. Spielberichte gibt es schließlich genug, und vom fünften Tor durch Arjen Robben habe ich inzwischen schon mit jedem Marktverkäufer geschwärmt. Wenn jemand es schafft diese hohe Sprintgeschwindigkeit ohne Auslauf, fast auf der Stelle so abzubremsen, dass er sogleich in einer 270-Grad-Drehung den Ball problemlos beherrscht, dann muss der Körper dieses Menschen wieder sehr verletzungsresistent sein. Brillant!

„Oranje brillant“ eben, wie David Winner sein Buch über den holländischen Fußball vor ein paar Jahren genannt hat. Passend zum Spiel, ein großartiges Buch, zu dem ich damals schon in diesen Räumen ein paar Worte schrieben habe – für den ersten Eindruck seien diese wiederholt:

Mir geht es um ein Buch, das ein absolutes Muss für jeden Fußballfan ist und das für uns Ruhrgebietler außerdem manches Wiedererkennen der netten Nachbarsleute von nebenan mit sich bringt. Der Brite David Winner hat mit “Oranje brillant” ein Buch über den holländischen Fußball ab Ende der 60er geschrieben. Gleichzeitig ist das eine Kulturstudie über die Niederlande. Außerdem steckt da ein Erinnerungsbuch drin für alle, die in den 70ern mit Ajax-Trikots rumgerannt sind. Was schon ganz was besonderes war, wenn ich mich an die Klassenspiele im Meidericher Stadtpark erinnere.

Für die mehr der Hochkultur zugeneigten Leser anderenorts habe ich das Ganze etwas seriöser klingen lassen:

Schließlich ist dieses Fußballbuch des Briten, der lange Zeit in Amsterdam gelebt hat, eine großartige Kulturstudie über die Niederlande, prall gefüllt mit interessanten Überlegungen und klugen Beobachtungen samt Schlüssen und Analysen. Winners Beschreibung der kulturellen, sozialen und politischen Entwicklungen ab Ende der 60er Jahre lässt sich zudem bei allen nationalen Besonderheiten in den Niederlanden als Teil einer europäischen Geschichte lesen. Und nicht zuletzt umreißt Winner in einem Kapitel, das extra für die deutsche Ausgabe des Buches geschrieben wurde, das deutsch-holländische Verhältnis und dessen Veränderungen über die Jahre.

Die gesamte Besprechung findet ihr mit einem Klick weiter.

Und wer das gestrige Oranje brillant noch einmal in der Essenz sehen möchte, bitte schön:

 

 

 

Den guten Willen auch mal öffentlich bekräftigen – Schwul sein im sportlichen Alltag

Dieses Netzvirus brauchte drei Monate, um mich zu erreichen. Anfang November letzten Jahres schon veröffentlichte der niederländische Fußballverband KNVB folgendes Video mit der netten Bildidee vom schwulen Fußballer, der beim Spiel im Schrank eingepackt ist.  Per Pressekonferenz verschaffte der Verband dem Spot sogar europäische Medienpräsenz.  Die Botschaft wie immer, bekenne dich zu deinem Leben.

Die im Spot gezeigte Welt ist ja die des Amateurfußballs und zwar die  der unteren Ligen. Nach meiner Erfahrung ist es in dieser Welt des Sports doch etwas einfacher, zu allem zu stehen, was einen ausmacht. Bei der Wahl eines Vereins auf dieser Spielebene mischen sich sportliche mit sozialen und emotionalen Kriterien. Man spielt eher dort, wo die Chemie stimmt und wenn die stimmt, stimmt sie wegen der Persönlichkeit.  Daraus entstehen keine großen Geschichten für die Öffentlichkeit. Da geht es um alltägliches Leben, dem Miteinander von unterschiedlichen Menschen, die sich mit ihren Vorlieben und Abneigungen irgendwie arrangieren müssen. Das gelassene kölsche „jeder Jeck is anders“ scheint mir da kein schlechter Rat zu sein, um sich für andere zu interessieren.

Und noch dies: Traut euren Augen am TV-Bildschirm nicht

Im Spiel Deutschland gegen die Niederlande war Joachim Löw beim Stand von 0:0 doch nicht ganz so cool, wie es im Zwischenschnitt während der 22. Minute aussah. Bei stern.de können wir lesen, TV-Zuschauer meinen nur zu wissen, was der Bundestrainer in dieser Minute machte. Einen Balljungen foppen war es jedenfalls nicht. Gut, dass doch alles, was ich bislang über das Spiel gelesen und gehört habe, im Ergebnis nicht von dem 2:1 abwich. Bleibt´s erstmal eine Zukunftsidee: die wild gewordene Bildregie-Crew, die sich den Spielverlauf eines EM-Spiels nach eigenem Gusto zusammenschneidet.

Das geschah jedenfalls irgendwann vor dem Spiel:

Ein Song als Kommentar zu Walter Hellmich?

Ob Details, ein Song des niederländischen Sängers Wouter Hamel, mit viel Wohlwollen auch als Kommentar zur öffentlichen Meinung über Walter Hellmich durchginge? Egal! Ich habe am Montagabend im Kölner Stadtgarten ein wunderbares Konzert mit dem Sänger und seiner Band gesehen und nahm mir vor,  in der nächsten Zeit mit einem kurzen Abschweifen mal auf seine Gute-Laune-Musik hinzuweisen. Natürlich füllt er in seiner Heimat, den Niederlanden, die Konzertsäle, und am Montag ließ der überproportional große Anteil asiatischstämmiger Konzertbesucher vermuten, dass er in Südkorea oder Japan nicht unbekannt ist.

Und was Walter Hellmich angeht, der öffentliche Druck auf ihn wird größer. Vor zwei Tagen wurde im MSVportal die Petition für eine außerordentliche Mitgliederversammlung verfasst und zur Unterzeichnung freigegeben. Schon berichten heute die lokalen Medien über die Initiative, und der Aufsichtsrat des MSV Duisburg mit Ausnahme vom Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd Görtz bezieht mit einem offenen Brief Stellung zur Situation.

Regelanmerkungen – ganz ohne Technik

Wenn ich an den heutigen Abend denke, macht sich nicht nur das erste Halbfinale dieser Fußballweltmeisterschaft als Einstimmung auf den morgigen Tag spannungssteigernd bemerkbar. Ich muss auch unweigerlich an die letzte Minute des Viertelfinalspiels zwischen Ghana  und Uruguay denken, weil ich selbst heute Abend noch kurz auch Basketball spiele. Denn im Basketball gibt es eine Regel, die auf den Fußball übertragen dazu geführt hätte, dass nicht Ururuay heute Abend gegen die Niederlande spielt sondern Ghana.

Wir, älteren Herren, werden auch an diesem Abend kaum in die Verlegenheit kommen, entscheiden zu müssen, ob ein Mitspieler einen Korb des Gegners per Goaltending verhindert hat. Oft müssen das die Schiedsrichter aber auch bei jüngeren Spielern diesen Regelverstoß nicht pfeifen. Denn ein Basketballspieler weiß, er darf den Ball nicht daran hindern in den Korb zu fallen, sobald der von einem Spieler geworfene Ball den höchsten Punkt seiner Flugbahn überschritten hat.

Auf den Fußball angewendet bedeutete diese Regel, jedes Handspiel zur Verhinderung eines Tores führt zur Schiedsrichterentscheidung Tor. Es ist keine Frage, dass auch aus solch einer Regel strittige Spielsituationen entstehen könnten. Eines wäre aber sicher gestellt, der sich durch die Strafe für das Handspiel ergebene Nachteil im gegenwärtigen Regelwerk für die angreifende Mannschaft verschwände. Das nur durch den Regelverstoß verhinderte Tor verwandelt sich durch den als Strafe für den Gegner gedachten Elfmeter zurück zur Torchance –  zu einer guten zwar, doch auch diese gute Chance birgt das Risiko des Scheiterns, wie wir einmal mehr am Beispiel von Asamoah Gyan gesehen haben.


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