Posts Tagged 'Niederrhein-Pokal'

Drei Zeilen für den Sieg

Der Niederrhein-Pokal ist nicht mein Wettbewerb, zumindest keiner, über den ich viel schreiben kann. Wenn Tore des MSV fallen, er gar den Niederrhein-Pokal gewinnt, fühle ich mich fremd unter jubelnden Anhängern des MSV. Mir den Fußball anzuschauen und Spaß mit Freunden haben ist das eine, mich zu begeistern ist etwas anderes. Niederrhein-Pokalspiele besaßen für mich vor dem Anpfiff bislang jedes Mal Freundschaftsspielseigenschaften.

Ich las gestern, der MSV hat das Spiel gegen den KFC Uerdingen durch ein Tor von Simon Brandstetter kurz vor dem Schlusspfiff gewonnen. Das freut mich, dann kann ich demnächst vielleicht nach Essen, Oberhausen oder wohin auch immer bei einem Viertel- oder Halbfinale ein wenig Fußballnostalgie der Ruhrstadt genießen. Diese Stadionatmosphäre bei den größeren Vereinen des Pokalwettbewerbs gefällt mir am Niederrhein-Pokal. Deshalb wäre ich auch in Uerdingen dabei gewesen. Allerdings war die Anfahrt mit über 1000 Kilometern etwas weit, und ich habe mich zu einem Alternativprogramm entschieden.

Der Basketball um die Ecke bot beeindruckenden Spitzensport. FC Barcelona Lassa besiegte Saski Baskonia in der Verlängerung mit 98:92. Ein spannendes Spiel in lauter Halle durch zweistündigen Dauersupport und dabei – welch Überraschung – einige Fangesänge, die Cover-Hits von Zebrakurven-Dauerbrennern waren. Vielleicht überlasse ich die Urheberrechtsfrage aber den Musikwissenschaftlern mit dem sonderbaren Spezialinteresse Fangesang,  das Heimatstadiongefühl auch im etwas herunter gekommen wirkenden Palau Blaugrana habe ich jedenfalls kurzzeitig genossen.

Beim KFC wurde tief im Archiv gewühlt

Sonntag spielt der MSV Duisburg im Niederrheinpokal gegen den KFC Uerdingen. Auf seiner Seite hat der KFC zusammen mit einen schönen Rückblick auf die Begegnungen der beiden Mannschaften eine Collage von Eintrittskarten, Spielplakaten und Stadionmagazin-Covern veröffentlicht. So werden Erinnerungen angestoßen, die sich kurioserweise für mich in einem einzigen Spiel bündeln, ein Spiel, das in einem diffusen Ergebnisnebel ohne einen Sieger oder Verlierer endet. Ich kann meine Auswärtsspiele gegen Uerdingen, damals noch Bayer Uerdingen, nicht voneinander trennen.

Meine Auswärtsfahrten in die Nachbarstadt sind mir zu einer geworden. Wenn ich die Spiele nun nachlese, erkenne ich, mit diesem einen Spiel meiner Erinnerung habe ich sämtliche Bundesligabegegnungen gesehen, sowohl den überzeugenden Auswärtssieg 1975 als auch die Niederlage 1980 und das Unentschieden zwischendurch. Die Ergebnisse scheinen mir nicht so wichtig gewesen zu sein, wie etwa eine rote Tribünendachstange, die mir im Niederlagenspiel ständig beim Blick auf ein Tor im Weg war. Die sehe ich noch klar vor mir. Tore nicht. Auch in meiner Erinnerung als Anhänger des MSV ist Krefeld die Nachbarstadt von Duisburg, die ich links liegen gelassen habe – zu weit im Süden für einen Duisburger Jung aus dem Norden.

Alles Gute für 2015 mit Big Data von 2014!

Der Zebrastreifenblog mit all seinen nunmehr zwei Mitarbeitern wünscht euch alles Gute für dieses Jahr! Der Stig ist gerade ein paar Tage in Aarhus bei alten Freunden. Er grüßt euch herzlich, was aus seinem mürrischen Mund am Telefon vorhin ganz komisch klang. Unsere Wünsche sind nicht uneigennützig. Sollen sie doch dazu beitragen, dass wir Anhänger des MSV Duisburg das Unaussprechliche in diesem neuen Jahr ungefähr Ende April bis Mitte Mai erleben werden. Die Wünsche fliegen deshalb auch rüber zur Mannschaft und den Verantwortlichen beim MSV Duisburg. Hoffen wir also auf ein besonderes Jahr für den MSV und für uns.

Bislang sieht es gut aus mit dem Gelingen, habe ich stellvertretend für uns alle doch die erste große Prüfung dieses Jahres mit Erfolg geschafft. In der Nacht habe ich nach Hause gefunden, obwohl ich in diesem grauweißen Gemisch aus Bodennebel und Pulverdampf über Kilometer nur etwa zwei Meter weit habe sehen können. Im Schritttempo fahrend verlor ich die Orientierung auf einer Straße, die ich seit dreizehn Jahre nahezu täglich befahre. Ich kenne das aus Filmen. Wer in den ersten Minuten der Handlung solche kleinen Abenteuer wie so eine undurchsichtige Nachtfahrt bewältigt, der wird im weiteren Verlauf der Geschichte noch Größeres erleben. Gelobt sei die Zuversicht! Gelobt seien Filme, die gut ausgehen.

Mich beschäftigt das Ende der Saison schon sehr. Regelmäßig tauchen seit einiger Zeit in meinem Kopf Sätze der Freude auf. Ich sehe für Bruchteile von Sekunden Erfolgsschlagszeilen, und ich kann mich nicht dagegen wehren. Hätte die Geschichte des MSV Duisburg nicht die zunächst so bedrohliche Wendung im Jahr 2013 genommen, schwiege ich darüber. Doch seitdem nehme ich den Alltag des MSV immer noch wieder als Ausnahmezustand wahr, in dem alles noch nach Normalität strebt. Ich selbst bin in diesem Ausnahmezustand und schmecke die Hybris.

Beruhigend könnte ich deshalb den Rückblick auf die fünf meist gelesenen Beiträge des letzten Jahres auf mich wirken lassen. Zeitlos sind drei dieser Texte. Abseits aller Aufregung des wöchendlichen Ringens um Sieg oder Niederlage strömen sie die wohltuende Ruhe sinnlichen Genießens aus. Sie sind die ewig gültigen Tröstungen aller verzweifelnden Vereinsanhänger. Ginge es nach den Klickzahlen stellte ich das Schreiben weitgehend ein und veröffentlichte Fotos von Backwaren mit Unterzeilen. Doch die Zukunft als Superspecial-Special-Interest-Blogger klingt für mich nicht ausfüllend, auch wenn mir hin und wieder der Blick auf Fußballtorten Spaß macht.

Zwar lässt die sportliche Lage von Borussia Dortmund sehr zu wünschen übrig, in diesen Räumen hier aber rüttelt kein anderer Verein an der Spitzenposition der Borussia. Auf Platz 1 der meistgelesenen Texte im Zebrastreifenblog  steht wie im Vorjahr „Die schönsten Fußballtorten der Welt Folge VI – Borussia Dortmund“. Im Laufe des Jahres konnte ich das schon ahnen. Überraschend für mich sind aber der 3. Platz für „Die schönsten Fußballtorten der Welt – XI: Eintracht Braunschweig – Anlässlich des Aufstiegs“ und Platz 5 für „Die schönsten Fußballtorten der Welt III – MSV Duisburg“. Stetige Klickzahlen, knapp unterhalb meiner Wahrnehmung – bei so was wird schnell einsichtig, warum jemand auf den Long Tail als Theorie der Internet-Ökonomie gekommen ist.

Beruhigend könnte dieser Blick auf die drei Platzierungen wirken, doch angesichts des großen überdauernden Fußballtorten-Interesses gebe ich gerne zu, dass mich erst der Platz 2  für „Chaos, Platzsturm und Skandalspiel – Wörter schaffen Wirklichkeit“ sehr zufrieden macht. Bestätigt mir diese Platzierung doch ein Interesse der Leser an Themen rund um den Fußball, die über das Bunte hinausgehen. In dem Text habe ich mir die sensationsheischende Berichterstattung zum Fanverhalten im Halbfinale des Niederrheinpokal vorgenommen. Platz 4 belegt meine Besprechung des Dokumentarfilms über die Zebras der ersten Bundesligasaison „Von Anfang bis Westende – Ein wunderbarer Dokumentarfilm über die ‚Meidericher Vizemeister’”.

Was mich zurückbringt an den Anfang. Eigentlich wollte ich mich mit dem Rückblick ja ablenken von den plötzlich auftauchenden Erfolgsschlagzeilen. Doch kaum tauchen Erfolge der Vergangenheit auf, denke ich, wenn im Rückblick des nächsten Jahres ein Text aus dem Mai bestplatziert wäre, ließe sich mit 2015 wahrscheinlich ganz zufrieden sein. Wir werden sehen!

Von eigener Unvernunft nach hohem Sieg im Niederrhein-Pokal

Man kann den 7:0-Sieg des MSV Duisburg gegen Jahn Hiesfeld im Niederrheinpokalviertelfinale als Pflichterfolg für sich betrachten. Wahrscheinlich ist es sogar angeraten, das genauso und nicht anders zu machen. Es wäre klug, die eigene Hoffnung auf dauerhaften Erfolg im Ligabetrieb durch diesen Sieg nicht gestärkt zu sehen. Dummerweise fällt mir genau das ungeheuer schwer. Ich kann nicht anders, als den Sieg zur Fortsetzung einer nach oben weisenden Linie zu machen.

Auch wenn ich das Spiel nicht gesehen habe und nur davon lese, zwingt mir etwas den Gedanken auf, die Mannschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die Defensive gewinnt zusätzliches Vertrauen in die eigene Stärke. Fabian Schnellhardt nimmt die guten Momente aus den Spielen gegen den 1. FC Köln und gegen Rot-Weiß Erfurt mit und bereichert sicherer das Offensivspiel. Kombinationsspiel gelingt. Fast ist es so, als sei ich schon bei zukünftigen Siegen mit klarer spielerischer Überlegenheit dabei gewesen.

Ich lese außerdem, mit Dynamo Dresden, Rot-Weiß Erfurt, den Stuttgarter Kickers und der SG Sonnenhof Großaspach sind vier Drittligisten  in ihren jeweiligen Landespokalen ausgeschieden. Ich weiß nichts von den Spielstärken der unteren Ligen in den jeweiligen Landesverbänden, und dennoch sehe ich einen MSV Duisburg, der sich andauernde Vorteile gegenüber Mitkonkurrenten um den Aufstieg erarbeitet. Man sollte den 7:0-Sieg des MSV Duisburg gegen Jahn Hiesfeld realistisch betrachten – ich weiß. Aber manchmal kommt mir Arbeitsteilung beim Fußball sehr gelegen. Für den Realismus und den entsprechenden Schlüssen aus dem 7:0 sind mit Gino Lettieri und Ivo Grlic die sportlich Verantwortlichen zuständig, um das Träumen kümmer ich mich dann.

Pokalsieg sehen, ohne da gewesen zu sein – Bilder vom Spiel

Einen Vorteil, den der Zwangsabstieg mit sich brachte, erleben ich und wahrscheinlich noch ein paar andere Anhänger des MSV nun nach dem Spiel im Niederrheinpokal vom MSV gegen den TSV Bockum. Obwohl sowohl wir als auch TV-Kameras nicht im Stadion waren, können wir können uns Bilder vom Spiel ansehen. Wenn nicht für jedes Spiel des MSV Duisburg die Bildrechte verkauft sind, können mit privaten Kameras nicht nur Bilder vom Spiel selbst eingefangen, sondern sogar online gestellt werden. Dirk Schales betreibt mit Zebras Welt einen Blog, in dem er sich eigentlich vor allem unanbhängig vom Fußball um Duisburger Themen kümmert, zum MSV aber hin und wieder Video-Clips postet. Schon bei den Fanaktionen war er regelmäßig filmend dabei – so nun auch gestern im Pokalspiel.

Vor dem Spiel hat Dirk Schales die Stimmung eingefangen.

Ausschnitte aus der 1. Halbzeit mit dem Führungstor durch Markus Bollmann als beendendem Vorgeschmack für die Bilder aus der 2. Halbzeit.

Ausschnitte aus der 2. Halbzeit mit den Toren von Kingsley Onuegbu und Filip Orsula

Gefeiert wurden Pflichtsieg und der Gegner TSV Bockum auch noch.


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