Posts Tagged 'Nordsee'

Akzente inoffiziell: Der Ruhrorter Hafen im Bewegtbild

Wie im letzten Jahr begleite ich die 37. Duisburger Akzente mit einem inoffiziellen Programm. In diesem Jahr lautet das Akzente-Motto „Nah und Fern – 300 Jahre Duisburger Hafen“. Eine Gelegenheit zu einem Hafenfilm-Special.

Ein Zusammenschnitt alter Filmaufnahmen aus den 1920er und 1930er Jahre, die dank Wilfried Krüssmanns VideoDu.de bei YouTube zu finden ist.

 

Eine Dokumentation aus dem Jahr 1955

 

Noch einmal öffnet Wilfried Krüssmann sein Archiv mit einem PR-Film des Hafens, der wohl in den 1980er Jahren entstanden ist.

 

Der Gegenwart nähern wir uns mit den Hafenimpressionen von Wilfried Krüssmann.

 

Der WDR hat 2015 die Dokumentation „Geheimnis Duisburger Hafen“ gezeigt. Ich vermute, der Clip war zunächst Programmhinweis.  Die gesamte Doku wurde bei YouTube ebenfalls hochgeladen – nicht vom WDR. Mal sehen, wie lange sie online ist.

 

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Akzente inoffiziell: Von deutsch-französischer Nachkriegsfreundschaft

Wenn etwas zum zweiten Mal im Zebrastreifenblog geschieht, beginnt der Kölner in mir schon von unserer schönen Tradition zu sprechen. Wie im letzten Jahr begleite ich die 37. Duisburger Akzente mit einem inoffiziellen Programm. Ob ich tatsächlich jeden Tag etwas bieten kann, werden wir sehen. In diesem Jahr lautet das Akzente-Motto „Nah und Fern – 300 Jahre Duisburger Hafen“.

Die folgende kurze Erinnerung an die Anfänge des Basketballs in Duisburg ist dem Buch 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen entnommen. Im Ruhrorter Hafen arbeiteten kurz nach dem 2. Weltkrieg Männer aus Frankreich und Deutschland in derselben französischen Spedition. Aus Kollegen wurden Freunde. Die jahrzehntelange Feindschaft zwischen beiden Nationen wurde nicht mehr vererbt. Aus Ferne war Nähe geworden. Im Ruhrorter Hafen wurde etwas gelebt, was als Hoffnung für beide Nationen erst später auf politischer Ebene zum Ausdruck gebracht wurde.

Der Basketballfreiplatz am Ruhrdeich
Von deutsch-französischer Nachkriegsfreundschaft

Als 1950 der französische Außenminister Robert Schuman dem Misstrauen zwischen Frankreich und Deutschland mit der Vision eines gemeinsamen Wirtschaftens begegnet, dachte er noch nicht an Freundschaft. In Ruhrort ist das damals schon anders. Jene Freundschaft, die dann 13 Jahre später Konrad Adenauer und Charles De Gaulle mit dem Élysée-Vertrag endgültig vertiefen wollen, ist in dem Hafenstadtteil schon bald nach dem Krieg gelebter Alltag für junge Franzosen und Deutsche.

Der Basketball vereint diese Männer. Bei den Franzosen ist der Sport beliebt, und die jungen Ruhrorter finden das in Deutschland noch exotisch wirkende Mannschaftsspiel interessant. Eine Art Betriebssportgruppe entsteht. Denn alle diese jungen Basketballer arbeiten bei der französischen Staatsspedition Compagnie Générale Du Rhin. Allerdings fehlt ihnen ein richtiges Basketballfeld. An eine Sporthalle ist gar nicht erst zu denken.

Da trifft es sich gut, dass der Platzwart der Tennisanlagen des VfvB Ruhrort/Laar in dem Schifffahrtsunternehmen nach Arbeit fragt. Neben diesen Tennisanlagen am Ruhrdeich gibt es eine Brachfläche. Der Franzose Jean Amiot wird zur treibenden Kraft bei der Anlage des Basketballplatzes. Mit Spaten und anderem Gartenbaugerät wird eine plane Fläche hergerichtet, Sträucher werden gerodet, grobe Steine beiseite geräumt. Die Bretter für die Basketballkörbe werden im Schifffahrtsunternehmen gezimmert. Als zwei Jahre später die jungen Männer Meisterschaftsspiele bestreiten wollen, erhält der VfvB Ruhrort/Laar, vormals nur für Fußball und Tennis eine Adresse, offiziell eine Basketballabteilung.

 

 

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Akzente inoffiziell: Nordseestadt Ruhrort

Wenn etwas zum zweiten Mal im Zebrastreifenblog geschieht, beginnt der Kölner in mir schon von unserer schönen Tradition zu sprechen. Gestern Abend sind im Landschaftspark Nord die  37. Duisburger Akzente eröffnet worden. Wie im letzten Jahr werde ich versuchen, das Kulturfestival mit einem inoffiziellen Programm zu begleiten. Ob ich tatsächlich jeden Tag Programm bieten kann, werden wir sehen. Ich weiß es noch nicht.

In diesem Jahr lautet das Akzente-Motto „Nah und Fern – 300 Jahre Duisburger Hafen“. Duisburg als den Hafen erweiternden Namenszusatz klingt fremd für mich, der ich in Ruhrort die ersten elf Jahre meines Lebens verbracht habe. Der Hafen war meine Welt, und die lag nun einmal in Ruhrort. Bühne frei für den Auftakt des inoffiziellen Akzente-Programms im Zebrastreifenblog.

Nordseestadt Ruhrort

Meine ersten Lebensjahre habe ich in Ruhrort verbracht. Dort bin ich in den Kindergarten gegangen, pumpte im Hafenmund, jedes Mal aufs Neue begeistert, Wasser aus den Handpumpen am Leinpfad und wartete im Hochsommer meist vergebens auf dem Hanielspielplatz, dass das Wasser aus den Spritzdüsen der Klettergerüste spritzte. Von der Geschichte Ruhrorts erfuhr ich in Heimatkunde auf der Grundschule Homberger Straße, und ich habe mir nicht vorstellen können, dass die Kinder anderer Stadtteile etwas wie “Heimatkunde” überhaupt brauchten. Was sollten die lernen, wenn der Stadtteil keinen Hafen hatte? Alles andere war doch uninteressant und ohne besondere Bedeutung. Der Hafen war meine Welt. Wenn ich etwas malte, waren das Schiffe. Immer wieder Schiffe.

Der Blick von der Mühlenweide den Rhein hinunter, das war mein Blick auf die Nordsee. Selbst die größten Dinge wurden rheinabwärts ganz klein. So etwas gab es in keinem anderen Teil von Duisburg, so dachte ich. In anderen Stadtteilen versperrten Häuser die Sicht und alles Große verschwand hinter der nächsten Ecke. Der Zutritt zu den großen Werksgeländen war sogar verboten. Im Ruhrorter Hafen lagen die Dinge offen. Schiffe waren beim An- und Ablegen zu beobachten. Abgedeckte Planken gestatteten Blicke in die Bäuche eines jeden Lastschiffs. Die Kräne als riesige Vögel mit großen gefährlichen Schnäbeln auf der anderen Seite des Hafenbeckens verlangten Respekt. Ich konnte mir selbst ein Bild von ihnen machen anders als von den Hochöfen, die auch gefährlich sein mussten. Der Vater meines Patenonkels war auf der „Hütte“ tödlich verunglückt.

Schon der Wohnort meiner Großeltern, Meiderich, war für mich im Gegensatz zur Nordseestadt Ruhrort ein staubiges Wüstendorf tief im Landesinneren, dessen Einwohner ich bedauerte. Ich fragte mich, wieso das vom Rhein noch entfernter gelegene Oberhausen im Rheinland liegen sollte. Immer wieder las ich dieses Wort rätselnd auf dem Bahnhofsschild im Oberhausener Hauptbahnhof. Als Kind aber nimmt man die verwunderlichsten Aussagen von Erwachsenen einfach hin. Nach dem Essen von Obst darf man nichts trinken etwa. Unzählige Male habe ich mich nicht an diese damalige Grundregel erwachsenen Lebens gehalten und nichts passierte. Da kam es auf eine Ungereimtheit mehr auch nicht an.

Ich selbst wusste es besser. Ruhrort, das war die einzige lichte Welt des Wassers in dieser Gegend.

 

Für die zukünftigen Leser schon der Hinweis: Mit einem Klick weiter zu allen Beiträgen des inoffiziellen Akzente-Programms im Zebrastreifenblog.


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