Posts Tagged 'Peter Közle'

Eigentlich ist fast schon bald der erste Spieltag

Ein letztes Sommerpausenwochende liegt hinter uns. Das Sommerpausenende naht. Sommerpausenende. Das Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Zwar stehen wir noch nicht vor dem ersten Saisonspiel aber vor dem Trainingsauftakt. Das muss an diesem Internet und diesem digitalem Gedöns liegen, dass alles so schnell geht. Dass das aber nicht nur im Berufsleben sondern auch im analogen Fußball so ist. Wer hätte das gedacht? Der Aufstieg war doch gerade mal vorgestern. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Entzug. Ich brauche meine Wochendosis Kurve.

So ein Andreas-Görkes-Cup am Wochenende ist deshalb leider nicht mal etwas wie ein Methadonprogramm. So schön es auch Freitag und Samstag auf dem Sportplatz des Ruhrorter Turnvereins war. In diesem Jahr stand der Andreas-Görkes-Cup im Zeichen von Michael Tönnies. Zum Auftakt am Freitagabend durften Jan Mohnhaupt und ich versuchen, den im Januar Verstorbenen zu würdigen. Wir unterhielten uns über ihn, und Jan Mohnhaupt las Passagen aus seinem Buch. Zudem hatte er ein Videoclips mitgebracht. Fast fünf Monate sind seit dem Tod von Michael Tönnies vergangen. Leise Melancholie hing in der Luft, die dem Lachen wich, als Jan Mohnhaupt eine der für den heutigen Fußball unvorstellbaren Anekdoten aus dem Leben von Michael Tönnies erzählte.

Am Samstag fand das Fan-Turnier statt samt Einlagenspiel zwischen dem Team Tönnies und der Traditionsmannschaft vom MSV. Pino Steiningen und Andreas Voss waren gekommen. Peter Közle war da, Michael Struckmann und noch einige andere mehr.  Bei Facebook finden sich Fotostrecken von dem Tag.

Als ich spät nach Hause fuhr, fragte ich mich die ganze Zeit, gegen wen wir gleich nochmal zum Saisonauftakt spielten. Am Bahnhof stellte ich mich erstmal an die Haltestelle am Ostausgang und wartete auf den Stadionbus. Ich wusste natürlich, wenn der Kurvendealer nichts im Angebot hat, bleibt auch das Dienstleistungsangebot drumherum spärlich. Ich konnte aber nicht anders. Sommerpausenende, welch schönes Wort.

Sommerrückblick mit Bewegtbild-Collage und Zusammenschau

Einer war im Sommer letzten Jahres bei den meisten Fanaktionen für den MSV Duisburg mit seiner Kamera dabei: Frank-M. Fischer von duisburg365.de. Fast täglich stellte er einen Clip ins Netz, der die Geschehnisse seinerzeit dokumentierte. Nun hat er aus Bildern des Sommers eine sehenswerte Collage erstellt. Sie erinnert mit der sichtbaren Verbundenheit der am MSV interessierten Menschen auch daran, warum dem Fußballverein überregional viel Sympathie entgegengebracht wurde. Es war absehbar, dass diese intensive Verbundenheit der Menschen untereinander im Alltag nicht dauerhaft lebbar sein wird. Was an solch einer Verbundenheit als erstrebenswertem Ziel und steter Aufgabe aller nichts ändert.

Die Clips von Frank-M. Fischer waren seinerzeit in meinen Zusammenschauen der Bewegtbilder zu finden gewesen. Ich habe seine Collage nun zum Anlass genommen, diese Zusammenschauen noch einmal zu bündeln und als eine Art Videothek zum Geschehen damals präsent zu halten.

Peter Közle im lesenswerten Interview bei 11 Freunde

Schon wieder möchte ich im Moment keine Nachrichten über den MSV  Duisburg mehr lesen. Zu viel Spekulation, zu viel Abschiedsschmerz. Schon wieder warte ich mit euch auf auf ein endgültiges Ergebnis. Bei diesem Warten zieht der Alltag vorbei, und mir fehlt das Gespür dafür, was in dieser Wartezeit über den MSV Duisburg hinaus interessiert. Seit ein paar Wochen möchte ich zum Beispiel auf ein Interview mit Herrmann Gerland hinweisen. Bislang habe ich noch nicht den passenden Moment dafür gefunden. Dieses leichte und so unterhaltsame Interview passte einfach nicht zu meiner Stimmung, sobald ich es mir im Zebrastreifenblog bequem machte. Pietät kam mir immer in den Sinn, wenn ich an dieses Interview dachte. Bei Peter Közle ist das heute anders.

Denn gleich zu Beginn der Fan-Aktionen war auch Peter Közle ans Stadion gekommen, um zusammen mit Bülent Aksen und Dagmar Albert Horn noch einmal ins Duisburg-Lied einzustimmen  Mit seinem improvisierten Sprechgesang meisterte er  den Auftritt und zeigte einmal mehr seine Unabhängigkeit – in diesem Fall von technischen Equipement, um seine Singstimme aufzupeppen. Weil dieses Lied vor jedem Spiel weiterhin im Stadion zu hören ist, war der Auftritt mehr als eine Erinnerung an alte Zeiten. Dieser Auftritt war lebendige Gegenwart, und das Interview bei 11 Freunde mit Peter Közle ruft ihn mir wieder in Erinnerung. Es ist ein sehr gelungenes Interview, weil Peter Közle sehr offen über seine Karriere spricht. Wir erinnern uns, neben den Höhen gab es auch unangenehme Tiefen im Verhältnis zwischen ihm und dem MSV.

Sonntag, 9. Juni 2013, vor dem Stadion im Bewegtbild – Eine Sammlung

Das Duisburg-Lied  war 1994 eine Gemeinschaftsproduktion von Bülent Aksen, Peter Közle und Dagmar Albert Horn. Lange Jahre hatte man sie nicht mehr gemeinsam auf der Bühne gesehen. Durch die bedrohliche Lage des MSV Duisburg kam es gestern aber zu einem Konzert, das selbst immer wieder aufkeimende Hoffnungen auf eine Tournee von Pink Floyd vergessen macht. Der Reunion-Aufritt der drei Interpreten des Heimatlied-Klassikers degradiert die Wiedervereinigungskonzerte von Altrockern in den vergangenen Jahren zur Vorgeschichte des wirklich bedeutenden Augenblicks der jüngsten Musikhistorie. Frank M. Fischer verhilft uns bei Duisburg365.de zum Konzertmitschnitt.

Übrigens habe ich unlängst begonnen, hier im Zebrastreifenblog Lieder über Duisburg zu sammeln. Mit einem Klick weiter geht es zu den bisherigen Fundstücken. Auch in dem Fall gilt, Hinweise auf weitere Heimatlieder, Sektion Duisburg, werden dankend und gerne entgegengenommen.

Hier aus anderer Perspektive und mit übersteuertem Ton von Stephan Jäger das Wesentliche im Blick: das Duisburg-Lied

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 1

Neulich plingte es und eine Mail von einem in Hamburg lebenden Exil-Duisburger war im Briefkasten. Er brachte mich auf eine Idee, weil er mir in der Mail den Link zu einem Musik-Clip schickte. Dem Mann liegt seine Heimatstadt am Herzen, der MSV und das Lebensgefühl im Pott. Mit einem noch in Duisburg lebenden Freund zusammen hat er dieses lebendige Duisburg in seinem Kopf in ein Heimatlied der Gegenwart verwandelt. Wenn ich das heute  online stelle, möchte ich damit eine kleine Serie zu Songs und Liedern über Duisburg beginnen. Ich verstehe diese Serie als dokumentierende Sammlung und nicht immer entspricht, was zu hören ist, meinem musikalischem Geschmack. Doch gute Heimatlieder entstehen nur, wenn eine breite Basis regelmäßigen Schaffens vorhanden ist.

Da meldet sich nämlich der Kölner in mir. Es gibt wahrscheinlich keine Stadt in Deutschland, die derart oft besungen wird – nur zu häufig mit den simpelsten Melodien und den entsprechend simpelsten Worten über das Kölsch, den Dom und das lecker Mädche. Wie gesagt, das macht nichts, weil sehr gute, überdauernde Lieder nur auf der breiten Basis einer selbstverständlichen Alltagskultur entstehen.

Ich beginne heute mit einer Mischung aus sehr unterschiedlichen Liedern über Duisburg. Den Auftakt aber macht das Duo, das mir den Anstoß für diese Serie gegeben hat. Sie nennen sich Montan  & Matena, und ihr Hiphop-Stück heißt „Kaltes Beecker“. Das Video zur Musik wurde zum meditativen Bilderfluss aus einer Kameraperspektive. Es zeigt, die Musik war beiden wichtiger. Sie sollte unverzüglich raus in die Welt.

In der ersten Folge möchte ich sofort auch den Klassiker der Moderne, das Duisburg-Lied, präsentieren. Der MSV-Stürmer Peter Közle und der damalige Stadionsprecher Bülent Aksen haben es zusammen 1994 aufgenommen, Musik und Text kommen vom Duisburger Dagmar Albert Horn. Für die Stadiongänger gehört es ja weiterhin zum Standardliedgut. Deshalb kann in dem Fall jeder Interpret auf Duisburger Bühnen große Textsicherheit bei seinem Publikum voraussetzen. Bei youtube ist es mehreren Clips unterlegt. Hier zunächst eine lange Fassung des Liedes, in dem der bayerische Zungenschlag Peter Közles die Integrationskraft des Potts immer wieder schön unterstreicht.

Außerdem der Live-Auftritt des Komponisten bei der Aufstiegsfeier zum Ende der Saison 2004/2005.

Und wie ihr im Folgenden seht, fühlten sich auch in früheren Zeiten Musiker und Komponisten der Stadt verbunden. Dieses Lied erinnert an eine Zeit, in der Märsche die Popmusik jener Gegenwart waren. Matthias Lixenfeld heißt der Komponist und Textdichter. Zu hören ist eine textlose Version, wahrscheinlich ein Mitschnitt jener Aufführung am 14. November 2010 anlässlich der Feier zum „111. Geburtstag“ von Matthias Lixenfeld. Der gesamte Text auf einen Blick findet sich mit einem Klick weiter dank Harald Molder hier.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

Programmhinweis: Peter Közle im Interview

Die Fans von Arminia Bielefeld werden mit einem besonderen Interview auf das Heimspiel gegen den MSV Duisburg vorbereitet. Was Peter Közle über den gegenwärtigen MSV erzählt, wissen wir natürlich selbst genauso gut, aber wer sich für ein paar Home-Story-Sätze vom ehemaligen MSV-Spieler interessiert: Bitte schön!


JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 9,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: