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Fundstück – Legendeninflation

Beim Einloggen in den web.de-Account zog ein Teaser des Qualitätsmediums der Fußballberichterstattung an mir vorbei mit einem Wort, das mich schmunzeln ließ. Denn das Wort sollte mächtig Wind machen über einen der besten Windmacher in der Windmacherbranche, also eine wirkliche Windmacher-Legende. Mir war ganz unbekannt, dass die Handbücher für Contentmanagement und Clickbating unter Neururer, Peter neben „Experte, der“ auch „Legende, die“ verzeichnen.

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Mein Rückfall in die Dramasucht

Als ich Samstag vor dem Spiel des MSV gegen den FC Porto auf das Stadion zulief, beschlich mich plötzlich eine Sorge. Die Sonne schien. Die Leute um mich herum waren ausnahmslos gut gelaunt. Unaufgeregt wurde miteinander geredet. Entspannte Zufriedenheit lag in der Luft. Mit einem Mal verblassten alle Worte von Ivo Grlic und Gino Lettieri über den wahrscheinlichen Kampf gegen den Abstieg in der kommenden Saison. Mit einem Mal sah ich einen MSV der nahen Zukunft, der sich sehr schnell den Mittelfeldtabellenplatz dauerhaft sichert. Mit einem Mal sah ich mich vor einer Saison ohne Hoffnung auf den Anschluss nach oben und ohne Sorge vor dem Absturz zurück in die 3. Liga. Ich wurde unruhig. Ich spürte das Gipern meiner Dramasucht.

In den Wochen nach der Lizenzverweigerung hatte ich meiner Sucht abgeschworen. Ich lag mit dem MSV am Boden und sehnte mich nach Normalität. Angesichts des drohenden Zusammenbruchs schwor ich mir, zukünftig mit jeder mittelmäßigen Spielzeit zufrieden zu sein, wenn es überhaupt nur weiterginge. In der aufregenden Zeit vor dem Aufstieg habe ich offensichtlich einen Rückfall erlitten.

Anfang Juni hätte ich die Zeichen schon erkennen können. Längst war ich wieder zu einem Mann geworden, der ein „Kissen zur Sitzerhöhung“ nur kaufte, weil sein „unsachgemäßer Gebrauch“ große Gefahren erwarten ließ. „Keine Haftung“ wollte der Hersteller dafür übernehmen. Ein wohliger Schauer überkam mich, weil nur das „sorgfältige Lesen“ einer „Gebrauchsanleitung“  mich vor dem Lebensrisiko durch das „Kissen zur Sitzerhöhung“ wappnete. Dieses Kissen barg so viele Gefahren, dass man sie alle gar nicht behalten konnte. Deshalb wurde angeraten, die „Gebrauchsanleitung für „späteres Nachlesen“ aufzubewahren. Jedem, dem ich das Kissen weitergeben wollte, sollte ich auch die „Gebrauchsanleitung“ übergeben. Welch aufregende Zeiten waren von einem Kissen zu erwarten, das „kein Kinderspielzeug“ war und das nicht mehr verwendet werden durfte, wenn es „sichtbare Schäden“ aufwies. Ich war so weit, dass ich niemals wie verlangt  einen „Fachmann“ herangezogen hätte, um bei Schäden das Kissen zu reparieren. Wieder abgestiegen in die Tiefen meiner Dramasucht übernehme ich solche gefahrvollen Tätigkeiten selbst.

Aber erst vor dem Stadion war mir endgültig klar, wie sehr ich das Drama wieder brauche. Ich fürchtete das Gleichmaß des Gewinnens und Verlierens, bei dem es um nichts anderes als das Spiel der Gegenwart ginge. Ich wollte die großen Gefühle. Ich wollte die Intensität, die sich nur durch die Gefahr des Scheiterns ergibt. Ich wollte keine Abstiegsangst-Tranquilizer aus dem Neururschen Hausmittelversandhandel. Ich wollte, dass es in der nächsten Saison wieder um etwas Großes geht.  Zu Hause habe ich mir deshalb sofort mehrmals die Einschätzungen von Ivo Grlic und Gino Lettieri vorgenommen, dass es für den MSV in der kommenden Saison um nichts anderes gehen kann, als den Abstieg zu vermeiden. Noch besser wurde es dann mit der Saisonprognose beim Rotebrauseblogger. Für alle Zweitligamannschaften hat er die Endplatzierungen wohlbegründet zusammengestellt. Platz 15 bis 18 erwartet er für den MSV. Das ist mal ein Wort, für das ich in den nächsten Tagen immer einen Tab im Browser offen halte, um bei Entzugserscheinungen schnell drauf schauen zu können. So lange, bis neuer Stoff ins Haus kommt. Vielleicht schreibe ich den auch mal selbst. Es gibt ja noch ein anderes Ende der Tabelle. Auch Dramasucht braucht immer Nachschub.

Ausgezeichnet mit dem mediengeprüften Neururer-Siegel

Das hat man doch gerne, wenn der Ex über einen tratscht und gönnerhaft feststellt, doch, doch, die habe das Leben einigermaßen im Griff, scheint ganz gut klar zu kommen mit dem Neuen. Soll man zufrieden sein, wenn so ein Verflossener feststellt, man sei demnächst wahrscheinlich nicht ganz unten? Ist das nicht demütigend? Aber es ist ja nicht mal sicher, ob alle  Zuhörer überhaupt noch wissen, dass sie mal was miteinander hatten.

Der Peter hat nichts Böses im Sinn. Der Peter ist so. Der tratscht immer überall über alle, mit denen er mal was hatte. Der braucht das und findet immer  jemanden, der ihm die Bühne gibt für seinen Tratsch. Unterhaltsam soll er ja sein, und unterhaltsam, das muss heute, wenn es um Fußball geht wie bei Sport und Musik im WDR 2. So eine Redaktion möchte eben möglichst reibunglos und unaufwändig die Arbeit erledigt wissen, und beim Peter wissen sie, woran sie sind.

Als ich Samstag auf dem Weg nach Duisburg war, habe ich beim Zappen durch die Radiosender nur noch Peters abschließendes Urteil mitbekommen, mit dem Abstieg würden sie nichts zu tun haben. Die unglaublich aufgeräumte Moderatorin schmetterte daraufhin dem zweiten Gesprächspartner am Telefon irgendwas Erwartungsvolles entgegen, nach dem Motto: „Was sagen Sie denn jetzt dazu?“ Es klang nach: „Begeistert sie die frühe Rettung vor dem Abstieg nicht?“ Erst als Ivo zu sprechen begann, wusste ich das Urteil von Peter, dem Fußballgütesiegel-Verwahrer, hatte dem MSV gegolten. Ich musste Ivo bewundern, dass er der Moderatorin sachlich antwortete und ihr nicht durchs Telefon an die Gurgel ging.

Stattdessen ärgerte ich mich für ihn. Ich will von Peter Neururer kein einziges Wort mehr über den MSV Duisburg hören. Von jetzt auf gleich klang alles, was er gesagt hatte, so anmaßend für mich. Worte, die ich ja fast alle gar nicht gehört hatte. Ich war plötzlich mit dem MSV seine Ex, und ich fand es unverschämt, dass er es aus der Ferne wagte zu urteilen. Irgendwie hatte ich was Persönliches mit ihm. Vielleicht weil mir momentan ohnehin manches Geschehen im Fußball gehörig auf die Nerven geht. Vielleicht war Peter Neururer pötzlich mein Symbol für das Mediencredo, Fußball als Spaß- und Unterhaltungsangebot zu inszenieren. Mich nervt das. Mich nervt dieser pseudosachliche Umgang mit Peter Neururer, der seinen Werdegang als Trainer völlig außer Acht lässt. Mich nervt diese aufgesetzte Seriösität, wenn Urteile gewünscht sind und gleichzeitig klatschen alle Medienmacher nur begeistert in die Hände und rufen, unterhaltsam, wir preisen dich, unterhaltsam, wir loben dich, unterhaltsam, großer Peter.

Ich war auf dem Weg zum Spiel des MSV gegen den FC Porto. Viel will ich dazu gar nicht schreiben. Es war ein früher Abend zum Wohlfühlen für mich. Ich erwartete nichts und freute mich, wie der MSV in der ersten Halbzeit mithalten konnte. Ich finde nicht, dass das zu Beginn der zweiten Halbzeit noch anhielt. Direkt nach Wiederanpfiff war klar, nun war es nur noch eine Frage der Zeit bis der Führungstreffer des FC Porto fiel. Der Druck wurde größer.

Mithalten bedeutet, frühes Pressing machte dem FC Porto das Aufbauspiel schwer. Bälle konnten erobert werden und ein schnelles Spiel des FC Porto konnte meist unterbunden werden. Mithalten bedeutet auch, schnelles Umschaltspiel funktionierte gut. Ein Aufbauspiel aus der Abwehr heraus funktionierte gegen einen Gegner wie den FC Porto gar nicht. Dazu brauchten die Spieler des MSV zum einen zu viel Zeit, um Bälle unter Kontrolle zu bekommen. Jeder Ball, der einem Spieler des MSV nur ein wenig versprang, war schon ein toter Ball. Zum anderen fehlten überraschende Laufwege, die Räume öffneten. Die Defensive des FC Porto war zu gut organisiert.

Dennoch waren die Spieler des MSV Duisburg gegen diese sehr gute Defensive präsent. Alleine Zlatko Janjic stemmte sich nicht gegen diese stete attackierende Defensive. Er tauchte ab. Was wir auch aus der Hinrunde der letzten Saison kennen, wenn ein Spiel mal nicht so gut lief. Ich kann mir dennoch vorstellen, dass mit dieser Offensivleistung des MSV Gegner in der Zweiten Liga in Bedrängnis gebracht werden können. Die Defensiv als Grundlage des Mannschaftsspiel wirkte ohnehin schon sehr eingespielt. Wenn wir davon ausgehen, dass der MSV in dieser ersten Saison  meist nicht das Spiel wird machen müssen, scheinen mir die Voraussetzungen für ein Erreichen des selbst gesteckten Ziels nicht schlecht zu sein.

Bei einem immer überlegeneren Gegner konnte Michael Ratajczak zeigen, was er auf der Linie und im Fünfmeterraum kann. Solche überragende Torwartleistung kannten wir schon von ihm. Viel verblüffender für mich war die Entwicklung, die sein fußballerisches Können genommen hat. Seine Abschläge kamen fast immer dorthin, wo er hinspielen wollte. Er zeigte sich nicht nur entschlossener und mutiger beim Rauslaufen, sondern auch wenn er das Spiel schnell machen wollte. Ich hoffe sehr, dass dieses Können stabil bleibt. Ohne Neuverpflichtung wäre die Mannschaft mit einem Schlag sowohl defensiv als auch offensiv deutlich besser aufgestellt. Der 1. FC Kaiserslautern soll also am Freitag mal kommen.

Heute besprochen: Peter Neururer – Die Biografie

Als ich vor ein paar Wochen das erste Mal über die Biografie von Peter Neururer schrieb, wurde das zur Preview über das Kapitel „MSV Duisburg“. Schon damals deutete ich an, von einer Biografie erwarte ich mehr, zumal der Preis von € 19.90 bei 192 schnell zu lesenden Seiten nicht gerade günstig ist.  Heute nun nachgeholt: die begründetere Kritik.

Die Art und Weise, wie das Buch in der Öffentlichkeit im Oktober vorgestellt wurde, gibt einen ersten Hinweis auf den Inhalt.  Zeitungen war es allemal eine Nachricht wert, dass Peter Neururer seine Biografie vorstellte. Wohlgemerkt, Peter Neururer stellte sie vor, der Autor Thomas Lötz verschwand völlig hinter dem Namen des Trainers. Das wird bei der Lektüre der ersten Seiten des Buches sofort verständlich. Denn dieses Buch ist keine Biografie im eigentlichen Sinn. Thomas Lötz ist nicht mehr als der namentlich genannte Ghostwriter einer Autobiografie.  Sie wird nur in der Dritten Person Singular erzählt, doch verschwindet diese Differenz zum Ich von Peter Neururer mit den ersten Sätzen im Buch.

Peter Neururers Biografie beginnt mit einem kurzen zusammenfassenden Abschnitt über Kindheit und Jugend, um sofort zum Wesentlichen zu kommen, dem anekdotenhaften Erzählen über seine Tätigkeit als Trainer. Begonnen hat er seine Karriere als Co-Trainer von Horst Hrubesch bei Rot-Weiß Essen. Sie kannten sich vom gemeinsamen Trainer-Lehrgang an der Sporthochschule Köln. Damit ist die Richtung dieser Biografie vorgebeben. Harmlose Anekdoten aus der Fußballwelt, kombiniert mit ein paar Fakten der Trainerkarriere und immer wieder eingestreut, damit das Ganze lebendiger wird, Dialogpassagen von Neururer mit Personen, denen er während seiner Karriere begegnet ist.

Wer also Peter Neururer bei seinen Anekdoten sonst gerne zuhört, wird gut bedient. Wem Peter Neururer mit seinem flapsigen Reden schon immer auf die Nerven gegangen ist, wird auch das Buch schreiend in die Ecke werfen. Der Biografie fehlt jegliche reflektierende Distanz zum vergangenen Geschehen. Eine weiterführende Einsicht gibt es nicht. Wir gleiten über die Oberfläche vom Geschehen hinweg. Dieses Geschehen kann man glauben und es auch sein lassen, denn eins ist gewiss, bei allem was geschah, kommt Peter Neururer immer gut weg.

Ganz selten klingt ein allgemein gehaltener, etwas nachdenlicher Ton an. Krisen können eben nicht ganz geleugnet werden, doch im Grunde bügelt „uns Peter“ die Widersprüche seines Lebens vor allem mit einer das Buch durchziehenden Standardselbstbeschreibung glatt: Peter Neururer steht zu seinem Wort.

Wie sehr er zu seinem Wort steht, lässt ein kurzes Gespräch erahnen das Peter Neururer zu seiner Zeit beim 1. FC Köln mit dem damaligen Präsidenten Klaus Hartmann angesichts der anstehenden Verpflichtung von Karl-Heinz Rühl als Sportdirektor geführt haben will. Wir wissen vor dem Gespräch schon, Peter Neururer hält Karl-Heinz Rühl wegen befürchteter Illoyalität für keinen geeigneten Sportdirektor:

„Herr Präsident, wenn Calli Rühl hier Sportdirektor wird, dann können sie meinen gerade verlängerten Vertrag sofort zerreißen.“

„Herr Neururer, ich bitte Sie“, sagt Hartmann, „arbeiten Sie mit Herrn Rühl vertrauensvoll zusammen. Stellen Sie Ihre persönliche Abneigung hintenan. Hier zählt an allererster Stelle der 1. FC Köln.“

„Einverstanden“, sagt Neururer.

Hier fallen Oberflächlichkeit der Selbstdarstellung und handwerkliches Ungeschick des Biografen zusammen. Diese kurze Stelle wirkt wie eine der Anekdoten, wie sie Eckhard Henscheid zu seinen Titanic-Zeiten häufig verfasste.  Ein Geschehen mit einer prominenten Person wird erzählt, das vorgibt auf etwas Allgemeines zu verweisen. Bei näherem Betrachten aber fällt alles in sich zusammen. Mit dem Unterschied, in Peter Neururers Biografie ist das alles ganz ernst gemeint ist. Denn eigentlich kollidiert hier das Bild von Peter Neururer, dem Geradlinigen, mit jenem Peter Neururer, der für die große Sache die eigenen Interessen zurücksteckt. Aus dem Konflikt zwischen zwei vorgeblich so starken Lebensprinzipien  wird mit einem einzigen Wort die Luft rausgelassen. Da gibt es kein Zweifeln, da gibt es keine Irritation. Da gibt es nichts außer der Behauptung, dass alles so war, wie es gewesen ist, und das ist banal.

Wenn Peter Neururer dann mal von sich selbst wegrückt und etwas erzählen könnte, was einen wirklichen Blick hinter die Kulissen gewährte, will er es sich mit niemanden verscherzen. So erwähnt er das schwierige Verhältnis des 1. FC Köln zu den lokalen Printmedien. Auch Peter Neururer, so empfand er es, wurde die Arbeit schwer gemacht, weil im Express etwas stand, was nicht stimmte. Nun ließe sich allerlei Interessantes dazu erfahren, wenn Peter Neururer seine eigene Rolle in dem Mediengeschehen mitbedenken würde. Das geschieht natürlich nicht. Wir erfahren nur, es gibt Studienfreunde, die nun beim Express arbeiten, die er mal eben anrufen kann, um zu hören, wie die Stimmung so ist. Das sind also schon mal nicht die Bösen. Dann gibt es den altgedienten Haus-und-Hof-Journalisten des Express beim FC, den Neururer wegen dessen Arbeit respektiert. Der habe nie irgendwelche Behauptungen in die Welt gesetzt, die nicht recherchiert gewesen wären. Der gehört also auch nicht zu den Bösen. All diese Boulevard-Journalisten sind also eigentlich ganz nette Kerle. Nur komisch, dass im Express dennoch die Sachen stehen, die einfach nicht stimmen. Da staune ich natürlich, ob der menschenunabhängigen Intelligenz und Schaffenskraft der Boulevardzeitung. Die Biografie gerät da zum Science-Fiction-Roman. Peter Neururer als Opfer von Maschinenintelligenz?

Wie gesagt, solche Ungereimtheiten werden den Anekdotenfreund nicht stören. Man darf eben nur nichts wirklich Erhellendes aus dem Leben eines Bundesliga-Trainers erwarten. Nebenbei bemerkt, ich sehe auf dem Schutzumschlag das „11 Freunde“-Gütesiegel „empfohlen von“ und staune, auf welchen Büchern das inzwischen überall zu finden ist.

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Thomas Lötz: Peter Neururer. Aus dem Leben eines Bundesliga-Trainers. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2012. 192 Seiten. € 19,90.

Peter Neururers Biografie – Als Besprechungspreview: Ein Special zum MSV

Eins ist gewiss, Peter Neururer kannte schon früh den Nutzen eines guten Netzwerks. Boulevardjournalisten gehörten selbstverständlich dazu. Wahrscheinlich lässt BILD ihn aus dieser alten Verbundenheit heraus per Umweg Werbung für seine Biografie machen. Der Umweg heißt „Neururers Rettungsplan“ für den VfL Bochum und den MSV Duisburg. Dieser aber gibt uns schon jetzt einen Ausblick auf Peter Neururers zukünftige dritte Karriere als Horoskop-Autor. Wenn es nach ihm ginge, müssten die Zebras nämlich zur Verbesserung der Tabellensituation „Tacheles reden und an den richtigen Schrauben drehen“. Das sind mal Maßnahmen, auf die ich so gar nicht gekommen wäre. Und was dann, wenn die Zebras mit dem Schraubendrehen fertig sind? Die Sterne raten meiner Meinung nach zur Vorsicht vor falschen Freunden, zu vermehrter Aufmerksamkeit im Beruf und zum handfesten Zupacken, wenn sich die Möglichkeit des Erfolgs abzeichnet.

Der „Rettungsplan“ in der BILD endet schließlich beim Verweis auf Peter Neururers Biografie, über die hier heute nur mit dem Schwerpunkt MSV Duisburg  die Rede sein soll. Ein „Special“ zu deren vorletztem Kapitel, das da heißt „Eine Dreiecksbeziehung“. Diese Dreiecksbeziehung fand Peter Neururers bei seiner letzten Station als Trainer beim MSV Duisburg vor. Wer sich die Biografie bis dahin zu Gemüte geführt hat, weiß schon, auch in Duisburg bewies Peter Neururer, dass er immer zu seinem Wort steht und bei allem was er tut,  gut wegkommt. Ein paar wertende Worte über das anekdotenhafte Buch werde ich in den nächsten Tagen schreiben. Schon mal so viel: Angesichts des Berufs von Peter Neururer staunt man doch, wie wenig über das Fußballspiel selbst in diesem Buch die Rede ist.

Hier aber nun zu dem, was Peter Neururer dem Autor Thomas Lötz über seine Zeit in Duisburg erzählt hat. Wir erinnern uns, Rudi Bommer wurde im November 2008 entlassen und wenig später Peter Neururer im heute journal als dessen Nachfolger auf Schalke vorgestellt. Wir in Duisburg wussten es besser, wo er den Aufstieg in die Bundesliga schaffen sollte. Walter Hellmich selbst hatte Peter Neururer kontaktiert. Danach kam es zu einem ersten Gespräch mit Bruno Hübner, mit dem Peter Neururer auf einer Wellenlänge gelegen haben will, so dass sie zu Walter Hellmich für die Vertragsverhandlungen fahren konnten. Selbstlos nahm Neururer „ordentliche Einbußen“ beim Gehalt hin und unterschrieb den Vertrag.

Am ersten Trainingstag erhielt er von Walter Hellmich den Auftrag von den 32 Profis mit Vertrag neun bis zur Winterpause an andere Vereine abzugeben. Christian Tiffert sollte auch dabei sein, doch Peter Neururer holte ihn zurück in den Kader und machte ihn zum „Leistungsträger“ der Mannschaft. Wir erinnern uns auch an den Wechsel im Tor, von Marcel Herzog zurück zu Tom Starke, der damals noch einen schweren Stand beim Publikum hatte. Marcel Herzog hatte ihn ersetzt, gut gespielt und besaß bei vielen Zuschauern große Sympathien. Thomas Lötz beschreibt Neururers schwere Wahl: „Neururer kennt Starke. Herzog kennt er nicht. Im Training bieten sich beide durch gute Leistung an, sind etwa gleich stark. Neururer geht zu Herzog, um ihm seine Entscheidung für Starke zu erklären. ‚Ich versuche, objektiv zu bleiben‘, sagt er dem Schweizer, ‚und ich hab eigentlich keine Meinung zu dir, weil ich dich nie hab spielen sehen. Aber Tom kenne ich, und er ist für mich ab sofort wieder die Nummer eins.'“

Wenn das tatsächlich so geschehen ist, muss ich Marcel Herzog einen Großmeister des Gleichmuts und der Beherrschung nennen. Ich hätte ihn verstanden, wenn er nach so einer Begründung vor Wut das Trainingsgelände zerlegt hätte. Der „objektive“ Peter Neururer, der zu Marcel Herzog keine Meinung hat und deshalb ganz „objektiv“ Starke für den besseren Torwart hält. Großartig, wie sich Menschen ihr Leben zurecht erzählen.

Peter Neururer hat auch Bruno Hübner den Arbeitsplatz gerettet. Walter Hellmich soll ihm nämlich angeboten haben, die alten Zeiten mit Norbert Meier als Vorbild zu nehmen, den Verein zu zweit ohne Sportdirektor zu führen. Neururer lehnte entschieden ab. Schließlich hätte Bruno Hübner ihn verpflichtet.

Im weiteren erzählt Thomas Lötz das Geschehen in Duisburg als Daily-Soap, in der die Beteiligten immer etwas im Schilde führen, was sie dem anderen gerade nicht erzählen. Walter Hellmich verkündete die vorzeitige Verlängerung des Vertrags mit Peter Neururer in der entscheidenden Phase der Saison und ohne es mit ihm abzusprechen. Peter Neururer wollte hinschmeißen, Bruno Hübner redete ihm gut zu, und so verlängerte er schließlich doch. Die Hoffnung auf den Aufstieg gab es noch, der war erst nach der „unglücklichen Niederlage“ gegen Mainz 05 „verdaddelt“. Welches Resumée daraufhin von Thomas Lötz im Namen von Peter Neururer gezogen wird, lässt mich wieder schmunzeln. Welche Chuzpe dieser Peter Neururer besitzt: „Das ausgegebene Ziel ist verfehlt, dennoch hat der MSV Duisburg eine gute Saison gespielt, der Zuschauerzuspruch ist gestiegen, manch einer in Duisburg spricht gar von Aufbruchsstimmung.“ Liebe Leute, den möchte ich kennenlernen, der damals diese Gefühl hatte. Wird ein interessanter Kerl sein, mit eigenwilligem Blick auf die Welt.

Neururer verlängerte übrigens unter einer „ungewöhnlichen“ Voraussetzung. Er wollte keine neuen Spieler für die nächste Saison verpflichtet wissen. Er werde den Aufstieg mit der Mannschaft schaffen, die so gut zueinander gefunden habe. Es kam dann anders. Walter Hellmich meldete sich zu Beginn der neuen Saison, fragte nach dem teuersten Spieler und bedauerte, dass man ihn verkaufen müsse. Dorge Kouemahas Verkauf nach Brügge  rettete die Lizenz für den MSV Duisburg.  Dennoch lief es „in die richtige Richtung, Richtung Aufstiegsplatz.“ Wieo dann plötzlich alles doch nicht so gut ist, dazu schweigen Thomas Lötz und Peter Neururer. Stattdessen befinden wir uns sofort im Auge des Orkans: die 0:5-Klatsche im Pokal beim FC Augsburg. Doch Peter Neururer hat noch alles im Griff. Er „beruhigt die Anhänger, entschuldigt sich für die peinliche Darbietung – von Präsident Hellmich und von Manager Hübner ist in dieser unangenehmen Situation nichts zu sehen.“

Dennoch erhielt Peter Neururer am Tag drauf einen Anruf von Bruno Hübner, Walter Hellmich wolle ihn entlassen. Im Ton der folgenden Zeilen dürfen wir die große Enttäuschung Peter Neururers mitlesen. So schlecht ist die Welt: Hellmich nicht Manns genug, die Nachricht selbst zu überbringen, Hübner nicht so loyal wie Neururer noch wenige Wochen zuvor. Und dann fragt ihn Bruno Hübner sogar noch einige Zeit später, ob er nicht bis zum Saisonende auf sein Gehalt verzichten könne, als eine Art Anleihe, damit der MSV Duisburg von diesem Geld drei neue Spieler verpflichten könne. Neururer lehnte empört ab. Ich höre gleichsam: was für ein unanständiges Angebot. Dabei hätte er, seine Einwilligung vorausgesetzt, vielleicht noch ein Jahr länger Geld verdienen können. Schließlich hätte sich sein Vertrag bei einem Aufstieg automatisch verlängert.

Es kam wieder anders, sein Nachfolger Milan Sasic stieg mit der Mannschaft nicht auf, redet aber schlecht über die Arbeit seines Vorgängers. Nur deshalb, so Peter Neururer, brach er mit einem seiner Prinzipien. Von da an kritisierte er zurück und urteilte, Milan Sasic sei „ein ganz mieser Kollege.“ Es war das letzte Geplänkel, das Peter Neururer noch eng an den MSV Duisburg band. Danach begegnete er dem Verein nur noch als TV-Experte. Dieses Sportfernsehen ist wahrscheinlich Peter Neururers Zukunft. Der MSV Duisburg wäre damit die letzte Trainerstation für ihn gewesen. Neulich ging es ja schon durch die Presse: Wenn er in dieser Saison nicht noch einmal als Cheftrainer oder Sportdirektor arbeitet, sei ihn für ihn Schluss. Im Buch steht noch: Dann werde er sich zu „100 Prozent“ als Experte oder „wie auch immer“ im Fernsehen engagieren.

Dem ein oder anderen meiner Sätze merkt man es wahrscheinlich schon an. Diese Biografie sollte nur kaufen, wer zwanghafter Sammler von Fußballliteratur ist. Die ausführlicherere Begründung dazu reiche ich nach. Die Zitate aber, so denke ich, geben schon einen ersten Hinweis für meine Meinung.

Thomas Lötz: Peter Neururer. Aus dem Leben eines Bundesliga-Trainers. Delius Verlag, Bielefeld 2012. 192 Seiten. 19,90 €

Hoffen wir mit dem „Dicken“ auf einen neuen Tag, an dem einfach alles passt

Auch wenn es schwer fällt. Schiebt Julian Koch und Fortuna Düsseldorf mal eben kurz zur Seite. Einfach nur, um sich an den kommenden Dienstag, den 8. Mai, zu erinnern. Zwar endet die Liga-Saison am Sonntag, doch am Dienstag findet in der Arena das „Benefizspiel anlässlich Präsentation und Vorstellung des Bundesverband der Organtransplantierten“ (BDO) statt – den einen Klick weiter findet ihr die Seite zu diesem Spiel. 

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es in Duisburg noch jemanden gibt, der den Hintergrund dieses Fußballspiels nicht kennt. Den anderen sei erzählt:  die lebensbedrohliche Lungenerkrankung des Rekordtorschützen vom MSV Duisburg Michael Tönnies macht für ihn eine Lungentransplantation notwendig. In so einem Zustand des Wartens auf das passende Spenderorgan braucht ein Mensch nicht nur die ärztliche Versorgung, er braucht auch emotionale Unterstützung und psychische Kraft.

Michael Tönnies hat diese Unterstützung sowohl beim BDO als auch bei den Anhängern des MSV Duisburg gefunden. So ist für Michael Tönnies das Benefizspiel schon jetzt ein Erfolg, weil ihm die Anteilnahme an seinem Schicksal Hoffnung zurück gab. Am Dienstag nun tritt die Traditionsmannschaft des MSV Duisburg in der Schauinsland-Reisen-Arena gegen eine Auswahl ehemaliger Bundesligaprofis und Nationalspieler an.  Die  Namensliste ist lang: Klaus Fischer, Rüdiger Abramczik, Olaf Thon, Dieter Hecking, Andreas Rettig, Ivo Grlic, Uwe Weidemann, Ewald Lienen werden dabei sein, Bachirou Salou, Peter Neururer, Thomas Helmer und Thomas Strunz. Moderiert wird die Veranstaltung von Ulli Potofski, der seinerzeit auch das denkwürdige 6:2 gegen den KSC kommentierte bei dem Michael Tönnies den schnellsten Hattrick der Bundesliga-Geschichte erzielte.

Der Anstoss des Spiels findet um 19:02 Uhr statt. Karten zu Preisen zwischen 6 und 8 Euro sind an den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Der Veranstalter bittet darum, diesen Vorverkauf auch zu nutzen, weil am Spielabend selbst nur drei Kassen geöffnet werden können. Der Aufwand soll so gering wie möglich gehalten werden, damit die Unkosten möglichst gering sind und der Gewinn möglichst groß. Der Überschuss kommt dem BDO zugute.

Im Spiel gegen den Karlsruher SC am 27. August 1991 passte für den von MSV-Fans „Dicken“ genannten Michael Tönnies alles. Fünf Tore insgesamt erzielte er, drei davon nacheinander innerhalb der ersten fünfzehn Minuten.

Hoffen wir mit Michael Tönnies auf den schnell kommenden nächsten Tag, an dem in seinem Leben wieder alles so gut wird wie damals.

Saisonvorbereitung – Fragen aus der 11FREUNDE-Redaktion beantworten

Mitte Juni plingte eine Mail aus der 11-Freunde-Redaktion ins Haus. Die wollten noch ein paar Seiten ihres Quasi-Sonderheftes für die neue Saison füllen, und unversehens stand ich vor der Aufgabe „möglichst rasch“ einen Fragebogen zu beantworten. In Teilen bietet der Fragebogen Vorlagen für Humor bei den Antworten, was die 11-Freunde-Redaktion wohl als Anreiz für den Arbeitsauftrag Wunsch „unterhaltsam sein“ verstanden wissen wollte. Doch natürlich geht es bei solchen Fragen zum Verein der eigenen Zuneigung eigentlich um verdammt ernste Dinge. Den Spagat musste ich erstmal hinkriegen.

Für uns, die wir ab Sonntag das Wort Saisonvorbereitung für knapp ein Jahr wieder vergessen, kommt die Veröffentlichung des Hefts Ende Juli zu spät. Ich vermute jedenfalls, dass dieser Saisonausblick als August-Nummer veröffentlicht wird. Wo sich doch überall zeigt, dass dieser vorgezogene Zweitliga-Start keine sonderlich gute Idee gewesen ist. Ich will euch meine Antworten nicht vorenthalten. Mein Gefühl sagt mir nämlich, in diesem Haus hier kämen sie zeitgleich mit der Veröffentlichung im Print-Magazin viel zu spät. Da ist es längst schon wieder ganz ernst geworden in Duisburg und manch launiger Ton besäße vielleicht Fettnapf-Potential. Alles zu seiner Zeit.

Betretet also ohne Scheu den roten Teppich und kneift die Augen zu, wenn der Wander-Spot euch blendet. Lest unbekümmert weiter. Heute präsentiert der Zebrastreifenblog ohne die freundliche Unterstützung von irgendjemand die exklusive Preview von „11FREUNDE fragt – Kees Jaratz antwortet„.

11FREUNDE: Die neue Saison wird unvergesslich, weil…

Kees Jaratz: … alles so aussieht, als gebe es beim MSV Duisburg nach langer Zeit wieder eine Vorstellung davon, dass im Fußball zwar Siege das Ziel sind, darüber hinaus aber ein Bild innerhalb des Vereins davon vorhanden sein muss, was ihn auch in erfolglosen Zeiten ausmacht. Die souverän herausgespielten Auswärtssiege gegen Fortuna Düsseldorf, Eintracht Frankfurt und den VfL Bochum, sowie die unglaubliche Heimserie von 17 Spielen mit nur einer Niederlage, empfinde ich dagegen als eher nebensächlich.

11FREUNDE: An die alte Saison werde ich mich lange erinnern. Warum?

Kees Jaratz: Siehe oben, erster Satz. Hinzu kommt, es wurde immer wieder schön anzusehender Fußball gespielt. Da waren wir in Duisburg sehr entwöhnt. Zwar konnte dieser Fußball nicht über die gesamte Saison in der Liga gezeigt werden, doch durch die Erfolge im Pokalwettbewerb entstand ein wunderbarer Rhythmus von wechselhaftem Liga-Alltag und Erfolg. Und selbst das  DFB-Pokalfinale endete mit solch einem traumhaften Erfolg, wenn auch den Rest von Fußballdeutschland das wahrscheinlich überraschen wird. Immer wieder wurde ich nämlich von Freunden auf die „hohe Niederlage“ angesprochen, doch mir ging es gut. Der Grund dafür waren die letzten zehn Minuten dieses Finales, in dem der ununterbrochene Gesang von 20.000 Anhängern des MSV Duisburg zu hören war. Zehn Minuten, die die Niederlage vergessen machten. In diesen zehn Minuten drückte sich Identität, Zusammengehörigkeit und ein Bewusstsein von Stärke aus; Stärke, die aus den Menschen selbst kam und zu der kein Gegner notwendig war, der als Feind die Masse einte und niedergemacht werden musste. Das war ein utopischer Moment.

11FREUNDE: Drei Wünsche frei:

Kees Jaratz: Erstens: Ich hätte nichts dagegen, wenn der Dreijahresplan innerhalb von zwei Jahren verwirklicht werden könnte. Muss ich hinzufügen, dass ich meine nebensächliche Vision von oben dazu für eine gute Grundlage halte? Zweitens: Möglichst wenig Samstagsspiele, die sind einfach zu früh für Markteinkauf, zweites Frühstück und so einen Kram. Und wenn, drittens, dann noch der MSV Duisburg sein Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli am Montag bestreiten könnte, dann wird das auch was mit der Saison inklusive der Auswärtsfahrt nach Hamburg.

11FREUNDE: Dein größter Albtraum:

Kees Jaratz: Seitdem Ailton Spieler und Peter Neururer Trainer beim MSV Duisburg waren, kann mich nichts mehr schrecken.

11FREUNDE: Lieblingsspieler im aktuellen Team:

Kees Jaratz: Für Anhänger von ambitionierten Zweitliga-Vereinen mit Dreijahresplänen meist eine schwierige Frage, weil es im Kader nach jeder Saison doch sehr viel Austausch gibt und gerade Lieblingsspieler häufig auch Lieblingsspieler von Fans anderer Vereine werden wollen oder müssen. Lieblingsspieler können also für mich grundsätzlich nur Spieler sein, die ich bei meinem Verein schon mehr als ein Spiel spielen gesehen habe. Bleiben mir bei einem Kader von bislang 27 Spielern 10 zur Auswahl, und da sage ich heute Branimir Bajic, weil er in unaufgeregter Weise eine eindrucksvolle Präsenz auf dem Spielfeld zeigt. Morgen könnte es übrigens auch Benjamin Kern sein.

11FREUNDE: Dein Lieblingsspieler aller Zeiten:

Kees Jaratz: Da komme ich an Kees Bregmann nicht vorbei. Für mich als Jugendlichen, der Amsterdam in den 70ern als ein Versprechen auf Freiheit und cooles Leben ansah, war er der lebendige Beweis, dass an diesem Versprechen etwas dran sein musste. Ein Libero aus Holland, der im eigenen Strafraum die Nerven hat, den Ball mit dem Hintern zu stoppen. Ein technisch perfekter Spieler, der in eben diesem eigenen Strafraum auch mal erst zwei, drei Gegenspieler ausspielt, ehe er den Ball in die sichereren Gefilde des Spielfelds passt. Morgen könnte mein Lieblingsspieler übrigens auch Kurt Jara oder Bernard Dietz sein.

11FREUNDE: Lustigster Fanchoral/Spruch der letzten Saison:

Kees Jaratz: Humor war in Duisburg während der letzten Saison nicht unbedingt nötig. Zu sehr bestimmte die Erleichterung über den sich ändernden Verein die Stimmung. Da wurde zudem weniger mit Worten als mit Bildern gearbeitet, sprich: in die eindrucksvollen Choreografien floss die kreative Energie. Dass die Fans in Duisburg sehr wohl witzig sein können, hatten sie in der Saison zuvor bewiesen, die nur mit Witz und Humor ertragbar war. Wer´s versteht: „Außer Ente könnt´ihr alle gehen!“

11FREUNDE: Das schau ich mir nicht mehr an!  Was müsste passieren, damit Du nicht mehr ins Stadion gehst?

Kees Jaratz: Rückenbeschwerden? Ich kann mir Fußballspiele so schlecht im Sitzen ansehen. Ich brauche ein wenig Raum zur Bewegung, um den Ball notfalls mit ins Tor zu schießen und in Gefahrensituationen dazu beizutragen, dass unsere Verteidiger den Ball im letzten Moment wegspitzeln.

11FREUNDE: Auf dieses Auswärtsspiel freue ich mich besonders, weil :

Kees Jaratz: Auf das Spiel beim SC Paderborn. Da geht es in die angeheiratete Heimat.

11FREUNDE: Unser aktuelles Trikot…

Kees Jaratz: Ich bin nicht so sehr der Mann für modische Details und Applikationen. Hauptsache das Heimtrikot hat blau-weiße Streifen und das Auswärtstrikot ist nicht rosa oder Müllmann-orange. Dann ist alles gut.

11FREUNDE: Als Nachfolger für Udo Lattek schlage ich aus meinem Verein vor:

Kees Jaratz: Vor zwei Jahren hätte ich den damaligen Torwart-Trainer Manfred Gloger vorgeschlagen, der mit seiner rustikalen Art noch sehr im Fußball alter Tage verwurzelt ist. Heute ist er bei Fortuna Düsseldorf angestellt. Milan Sasic könnte den Job sicher auch gut übernehmen. Sein bildhaftes und von der kroatischen Muttersprache eingefärbtes Deutsch macht den Fußball dieser Tage immer sehr anschaulich. Zudem besitzt er trockenen Humor und ein gutes Gespür für Timing. Aber der hat keine Zeit, der muss im Moment auch noch Sportdirektor sein.

11FREUNDE: Im Stadion brauche ich nur Wurst, Bier und…

Kees Jaratz: … keinen Schreihals im Rücken, der bei seinem Ärger über das Spiel immer glaubt und das dann auch in die Welt rausbrüllt, schlechte Leistung habe irgendwas mit der Herkunft von Spielern zu tun.

11FREUNDE: Was unserem Stadion / Klub fehlt ist …

Kees Jaratz: … zur Zeit nur noch ein zweiter linker Verteidiger. Da gibt es zwar noch etwas mehr, aber ich müsste länger ausholen und dazu fehlt jetzt die Zeit.

11FREUNDE: Die Zweite Liga verlässt nach oben  ….

Kees Jaratz: … wahrscheinlich doch erstmal nur eine Mannschaft. Und das ist wahrscheinlich bei allem Favoritenstraucheln in diesem Jahr doch wieder der starke Erstliga-Absteiger Eintracht Frankfurt. Sollte ich eine zweite Mannschaft definitiv nennen, müsste ich doch meinem Herzen folgen und da will ich alten Gepflogenheit gemäß, für den MSV Duisburg nicht das Unaussprechliche nennen. Natürlich werden es die Fürther auch mal wieder versuchen und nicht schaffen. Ob der FC St. Pauli als Wundertüte oben dauerhaft dabei sein wird? Der VfL Bochum auf jeden Fall. Es ist wie immer in der 2. Liga, die Vergabe von Platz zwei und drei sind nicht sonderlich vorhersehbar. Schließlich sehen sich bis auf wenige Ausnahmen die meisten Vereine der 2. Liga mittelfristig auf dem Weg in die Bundesliga. Da kann sich der ein oder andere immer auch überraschend kurzfristig Hoffnung machen.

11FREUNDE: Und nach unten:

Kees Jaratz: Dieses Jahr glauben auch die griesgrämigsten Unken in Duisburg nicht, dass der MSV dabei sein wird. Das war im letzten Jahr noch anders. Der Rest interessiert mich heute erstmal nicht.

11FREUNDE: Relegationsspiele sind super, …

Kees Jaratz: … weil wir alle von der Abstiegsangst gebeutelten noch immer das Entsetzen spüren, wenn am letzten Spieltag in der 90. Minute irgendwo auf einem anderen Platz doch noch so ein blödes Kopfballtor zum Ausgleich fällt und da irgendein Schlunzverein gerettet ist, während der hart umkämpfte Auswärtssieg meines Heldenvereins seinen Sturz auf Platz 16 nun doch nicht aufhält. Dank der Relegationsspiele gibt es aber heute unter den Spielern ein allgemeines Durchschütteln, weil das die Sportdirektoren in den Interviews nach dem Spiel so vorgeben, während wir auf den Rängen unser Schweigen nach einem tiefen Atemzug beenden und mit dem hilfreichen Satz weiter hoffen: „Dann gewinnen wir eben die Relegation.“ Was für den Erstligisten dann ja auch sehr wahrscheinlich ist.

11FREUNDE: Oder doch nicht so super, …

Kees Jaratz: … weil  sich der Verein meiner Zuneigung in einer höllenlangen Zweitligasaison nach einer desaströsen Hinrunde in einer nie da gesehenen Aufholjagd  am letzten Spieltag  durch einen 7:1-Kantersieg gegen den schon lange aufgestiegenen Zufallsabsteiger der letzten Erstligasaison souverän auf Platz 3 schwingt und  wir wissen, dass das alles doch nichts genützt haben wird. Die Relegationsspiele werden entweder ohnehin vom Erstligisten gewonnen, und wenn der unwahrscheinliche Fall einträte, dass unser Verein siegreich aus den Spielen hervorginge, bliebe einfach viel zu wenig Zeit, um einen ausreichend starken Kader für die Erstliga-Saison zusammen zu stellen. 2. Liga, unser Verein käme wieder.

„Mitten in Meiderich“ beim DSF mit neuem Link

Weil Google immer mal wieder Menschen auf die Seite hier führt, die sich dann über meine Besprechungen von „Mitten in Meiderich“ zu den Clips weiterklicken wollen, habe ich mal einen der Links überprüft. Die alte Netznutzerweisheit bewahrheitet sich natürlich, nichts ist schneller verschwunden als der Link von gestern. Hier deshalb auf der DSF-Seite der gegenwärtige Link zu „Mitten in Meiderich“, jener Mini-Doku-Serie, bei der wir vielleicht den Beginn von Peter Neururers zukünftiger Karriere als Vanitas-Symbol des neuen deutschen Films haben erleben dürfen.

Aufräumarbeit

Beim MSV Duisburg hoffen nun alle, nach der Verpflichtung von Milan Sasic als Trainer bis 2011 kehrt möglichst schnell wieder Ruhe ein. Gute Idee! Auch ich will mich nämlich hier endlich mal wieder um andere Dinge kümmern als um das tagesaktuelle Geschehen. Allerdings muss ich dazu vorher noch den Schreibtisch freiräumen, so sage ich immer noch gerne, auch wenn die Notizzettel längst in den Ordner des PCs abgelegt sind.  Da befinden sich nämlich noch hastig hingeschriebene Zitate in Dateien und einige Links geben mir ihre Privatvorstellung. Seit der Pressekonferenz vom MSV Duisburg zur Entlassung von Peter Neururer hat sich einiges Unfertiges angesammelt.

Natürlich ist da zunächst die Stellungnahme von Walter Hellmich, die uns einmal mehr zeigt, wenn dem Präsidenten einer auf die Nerven geht, kann er dazu nicht schweigen. Das ist natürlich bereits vielen aufgefallen, dass die Einvernehmlichkeit sich spätestens dann erledigt hatte, als Walter Hellmich beim Trainerprofil des zukünftigen MSV-Angestellten unter anderem von ehrlicher Arbeit sprach und dem hinzufügte, „das passt besser zu uns als große Sprüche zu machen“.

Nun denn, diese so schnell aufgegebene Einvernehmlichkeit eröffnet uns Einblicke in die Arbeitsrechtsverhältnisse von Fußballtrainern. So legt Peter Neururer auf die Einhaltung seines Vertrages großen Wert und sieht sich im Falle eines Aufstiegs des MSV Duisburg trotz der Entlassung auch in der kommenden Saison beim MSV Duisburg angestellt. Denn automatisch verlängere sich ja sein Vertrag in so einem Aufstiegsfall. Eine Einflussgröße mehr, die es zu berücksichtigen gilt, wenn wir über die noch vorhandenen Chancen zum Wiederaufstieg reden.

Lustiger Weise hat Walter Hellmich vielen von uns Fans mit seiner indirekten Neururer-Charakterisierung aus der Seele gesprochen. Aber wir sind Fans, und er ist der Vorstandsvorsitzende des MSV Duisburg und diesem Vorstandsvorsitzenden passiert immer mal wieder etwas, was das Vorhaben erschwert, Ruhe beim MSV Duisburg einkehren zu lassen. Für mich ist die Frage, passiert Walter Hellmich das oder agiert er im Bewusstsein der Folgen? Eine Antwort auf diese Frage ist allerdings nur dann von Belang, wenn es jemanden in Walter Hellmichs Umfeld gibt, den er als korrigierende Instanz des eigenen Handelns akzeptiert. So viel Spekulation gönne ich mir und so viel Glaube an das Gute im Menschen. Ich will nämlich den MSV Duisburg aufsteigen sehen, und da ist es mir lieber,  auf Menschen im Verein zu hoffen, die ihre Fehler einsehen.

Ich hoffe außerdem, Kurt Jara hat Walter Hellmich am Ende seiner Jobnachfrage ungefähr so etwas gesagt wie, ist schon in Ordnung, wenn sie damit zu den Journalisten gehen, um denen mal zu zeigen, welch tolle Trainer unbedingt bei einem MSV Duisburg unterkommen wollen. Mich stört das nicht, wenn sie da mit meinem Namen ein bisschen hausieren gehen. Bringt mich schließlich wieder in die Schlagzeilen. Schaden wird das schon nicht. Ich hoffe sehr, dass es so gewesen ist, und dass diese Mitteilung an die Presse Walter Hellmich nicht erneut einfach mal so passiert ist.  Kurt Jara, hoffentlich war das so, sonst sitzen Sie da jetzt irgendwo in Österreich und ärgern sich, warum sie nur auf die Idee gekommen sind, in Duisburg mal anzurufen.

Außerdem hoffe ich für Kurt Jara, wenn es denn so gewesen sein sollte, dass es ihm tatsächlich nicht schadet. So ein Image ist schnell beschädigt. Denn mancheiner, der vom MSV Duisburg nicht so viel hält, solche soll es ja geben, könnte ganz nebenbei mal fallen lassen, wenn schon der MSV Duisburg den nicht will, wer dann noch? Dabei muss man solch einer Aussage nicht einmal mutwilligen Rufmord unterstellen. Menschen sind manchmal auch nur gedankenlos.

Zu Milan Sasic habe ich auch noch ein paar lose Fäden, die ich hier aber nur zusammenknäuel. Zunächst komme ich noch einmal aufs Image zurück, auch in dem Fall habe ich nämlich erstmal Hoffnungen. Die meisten Menschen wollen es gerne einfach haben. Die Welt soll nicht kompliziert sein, das eigene Leben ist es doch schon genug. Deshalb hoffe ich sehr, dass Milan Sasic Journalisten vor allem eine griffige Formel seiner Person bieten will. Ich hoffe es sehr, dass der „harte Hund“ mehr zu bieten hat als uns diese medienwirksame Chiffre verspricht. Ich glaube nicht an einfache Lösungen für komplizierte Probleme, und eine Mannschaft zur Einheit formen ist ein kompliziertes Problem.

Ich hoffe außerdem, Milan Sasic hat aus seinen Erfahrungen beim 1. FC Kaiserslautern viel gelernt. Lese ich, was  Fans vom 1. FC Kaiserslautern über ihn sagen, weiß ich jetzt schon, ohne eine solche Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit, werden wir vor dem Sommer 2011 einen neuen Trainer haben. In Kaiserslautern hat anscheinend nur der Erfolg all jene zwischenmenschlichen Verwerfungen seines Handelns verdeckt. Sobald dieser Erfolg aber gefährdet war, fielen die Blicke aller plötzlich auf die von ihm verbrannte Erde. Das will ich in Duisburg nicht erleben.

Die von ihm  in Kaiserslautern verlangte Spielweise der Mannschaft erinnert sehr an die Funkel-Ära in Duisburg. Hinten sicher stehen, und lang und weit nach vorne spielen. Eine gemächlichere, deutsche Variante des „Kick and Rush“. Ansehlich ist auch das nur im Erfolgsfall. Mal sehen, was er sich für den MSV Duisburg ausdenkt.

Und noch eins war im Kaiserslauterner Fan-Forum auffällig. Natürlich gibt es das häufig, Trainer holen ihnen bekannte Spieler zu ihren neuen Mannschaften. Aber dass derart viele Fans von Kaiserslautern den Transfer von Anel Dzaka nach Duisburg bereits für die Winterpause prophezeien, überrascht dann doch. Doch Fernbeziehungen sind zerbrechlich. Unser Mittelfeld ist gut besetzt. Und schon wieder gibt es eine Hoffnung mehr, nämlich die, dass Milan Sasic sich aus den vorhanden Spielern des MSV Duisburg seine neuen Lieblingsspieler erwählt. Man muss auch mal Schluss machen können, wenn es mit der alten Beziehung nicht mehr klappt. Und dass wir schon vor der Winterpause das Unwort vom Aufstieg wieder in den Mund genommen haben, stimmt mich für diese Woche ganz froh. Schließlich will ich bei aller Hoffnung mit realistischen Einsprengseln auch eine Zeit lang wieder öffentlich träumen dürfen.

Die Mannschaft wieder einen

Während Marco Röhling neun einsilbige Wörter sagt, deren genauen Sinn sich mir erst mit dem zehnten und elften Wort erschließt, habe ich erstaunlich viele Gedanken gleichzeitig. Erst um die zwanzigste Minute herum bin ich zum Webradio von Radio DU gekommen und das erste, was ich hörte, war folgendes: „Und schob den Ball ein zum eins zu null …“ Nicht zu erkennen war in diesem Moment für mich, wer da nun führte. Normalerweise stelle ich das inzwischen an der Stimmlage von Marco Röhling recht schnell fest. Dieses Mal nicht, so neutral sprach Marco Röhling diesen Satz.

In dem Moment fanden Gedanken Worte in meinem Kopf, sie versanken, andere tauchten auf und stürzten augenblicklich wieder ab, übrig gebliebene vermischten sich mit anderen Gedanken und schufen einen Moment des unentschiedenen Stillstands, in dem alles möglich wurde. Das dauerte vielleicht ein bis zwei Sekunden, und in dieser kurzen Zeit hatte ich einerseits die Ahnung aller Gefühle, die dieser Verein in mir immer wieder weckt. Bange Hoffnung, die die Freude ahnen lässt, gefolgt von dem Absturz in Sorge und Enttäuschung. Andererseits hatte auch sofort das Denken über diesen Zustand begonnen. War ich doch kein direkter Beobachter des Spiels. Das Medium der Sportreportage gewährte mir Distanz.

Dieser Zustand eines blitzartigen Nebeneinanders von Gefühl und Rationalität war aber nur deshalb möglich, weil der MSV Duisburg zurzeit selbst nicht weiß, wo er steht. Immer noch wollen wir nach Aussage von Walter Hellmich auf der Pressekonferenz zur Entlassung von Peter Neururer alles tun, um ganz oben mitzuspielen. Wenn Bruno Hübner zu der Frage Stellung nimmt, was die Entlassung bringt, klingt das vorsichtiger. Da wollen wir bis zur Rückrunde alles tun, um zu sehen, was noch möglich ist. Ich hoffe, wir hören bei den beiden nur die Belege für deren unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie werden dieselben Ziele haben. Wenn man aber an die Leistung der Mannschaft denkt, ist nichts vorhersehbar in einem Spiel wie dem gegen TuS Koblenz.

Dann hörte ich Marco Röhling sagen: „… für den MSV Duisburg und diese Führung hat immer noch Bestand nach inzwischen 21 Minuten.“ Das klang gut. Ich war eher still zufrieden, als dass ich mich laut freute. Schon in normalen Zeiten wäre dieses Spiel gegen TuS Koblenz ein Pflichtsieg gewesen, gestern war es immer noch ein Pflichtsieg, ohne dass ich wirklich daran glauben konnte. Denn, wie gesagt, erwartbar ist im Moment nichts.

Doch ich hörte gestern und lese heute bei „Der Westen“ und im „Kicker“ von einem „klaren Sieg“ und einer „ansprechenden Leistung“. Das viel beschworene  Potenzial der Mannschaft hat sich anscheinend deutlich gezeigt. Natürlich ist dieser Sieg nicht das Ergebnis der Entlassung von Peter Neururer. Das ist die Geschichte, die in einer kurzen Zeitungsmeldung am einfachsten zu erzählen ist. Dennoch zeigt sich, und zwar nach dem Spiel im Interview mit Christian Tiffert, die Entlassung war richtig.

Christian Tiffert erweist sich in dieser Saison nicht nur auf dem Spielfeld als Stütze dieser Mannschaft. Auch wenn er Stellung nimmt zu den spielerischen Leistungen der Mannschaft, sagt er entscheidende Sätze im richtigen Ton. Im Podcast von Radio DU geht es da mehr um die Einordnung des Sieges, im Interview nach dem Spielbericht von Sky gibt er bei Minute 3:45 aber auch noch einen Einblick in die Stimmungslage der Mannschaft. Christian Tiffert sieht für die Stimmung innerhalb der Mannschaft Verbesserungsbedarf. Stimmung hat etwas mit Zusammenhalt zu tun, und der ist Voraussetzung, um Krisen zu überstehen. Die Bewertung der Entlassung Peter Neururers überlässt er allerdings anderen.

Mir, zum Beispiel: Betrachte ich, wie Peter Neururer mit den Problemen dieser Mannschaft seit Anfang dieses Jahres immer wieder umgegangen ist, dann weiß ich sicher, egal wie gut sein Fußballverstand sein sollte, ihm fehlen geeignete Mittel zur Menschenführung. Er hätte dieser Gruppe von Spielern mit unterschiedlichen Interessen nicht mehr zur Einheit verhelfen können. Da steht sein Umgang mit der Personalie Ben-Hatira vor. Zudem wirkt die Drohung mit seiner Kündigung als Hemmschuh. Hinzu kommt noch sein populistisches öffentliches Auftreten, bei dem er immer wieder zwischen den Extremen schwankte. Einerseits nahm er Spieler gegen jede Kritik von außen in Schutz, andererseits distanzierte er sich grundsätzlich nach dem völligen Versagen von der Mannschaft. Wie soll so jemand integrierend auf die Gruppe einwirken? Derjenige, der integrierend wirken möchte, braucht das Vertrauen aller Gruppenmitglieder. Ich glaube nicht, dass dieses Vertrauen noch gegeben war. Darum wird es einem neuen Trainer vor allem gehen müssen, die Mannschaft wieder zu einen. Dann kann sie das legendäre spielerische Potenzial vielleicht bis zum Ende der Saison häufiger abrufen, als es bislang der Fall war.


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