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Wann stimmt Walter Hellmich dem Schuldenschnitt zu?

Dafür dass es wieder ums Ganze geht, ist die Stimmung sehr ruhig. Am 31. Oktober möchte der DFB eine grundsätzliche Lösung für die Finanzschwierigkeiten des MSV Duisburg. Ohne die Einigung mit Walter Hellmich über den Schuldenschnitt wird es diese Lösung nicht geben. Was der MSV Duisburg von Walter Hellmich braucht, ist also klar. Was Walter Hellmich vom MSV Duisburg möchte, wissen wir nicht genau.

Eines scheint mir aber sicher zu sein. Momentan fühlt sich Walter Hellmich gegenüber dem MSV Duisburg in einer besseren Verhandlungsposition. Das Warum spielt erst einmal keine Rolle. Mir geht es um das Einschätzen der Verhandlungsdynamik. Dieses Gefühl hatte Walter Hellmich schon immer. Das letzte Mal führte dieses Gefühl dazu, dass dem MSV Duisburg die Lizenz für die Zweite Liga entzogen wurde. Um das noch einmal deutlich zu sagen, sein Agieren als notwendiger Entscheider im seinerzeitigen Finanzkonstrukt führte erst zu dem Zeitdruck, unter dem die Lizenzunterlagen zusammengestellt wurden. Dieser Zeitdruck gehörte zu seinem Kalkül in der Verhandlung. Bislang war das ein probates Mittel, weil es vermeintlich immer nur um den Nachweis der notwendigen Liquidität ging. Walter Hellmich war im Mai so liquide, um das fehlende Geld dem MSV Duisburg zur Verfügung zu stellen. Mit der Verpflichtung zur Rückzahlung wohlgemerkt. So wollte er den größt möglichen Einfluss wahren.

Damals beschäftigte sich Walter Hellmich gar nicht erst mit dem Thema, um das es jetzt geht. Dieses Mal ist es also komplizierter, weil es nicht damit getan ist, mal eben Geld auf das Konto des MSV Duisburg zu überweisen. Der DFB verlangt vom MSV Duisburg grundsätzliche Lösungen in den Finanzfragen. Dieses Mal geht es um den Schuldenschnitt und in Folge um den Nachweis, dass die Stadionmiete dem Budget des MSV Duisburg entspricht. Wieder aber scheint Walter Hellmich den MSV Duisburg nicht als  Verhandlungspartner anzusehen, mit dem eine für beide Parteien best mögliche Lösung zu erreichen ist. Vielmehr sieht es so aus, als befänden sich zwei Verhandlungsparteien im Streit. Beide Parteien sind aber aufeinander angewiesen, um den Schaden jeweils möglichst gering zu halten. Da beide Parteien bei Nichteinigung verlieren werden, sollten eigentlich rationale Lösungen möglich sein. Nun führen Konflikte oft zu irrationalem Verhalten, egal ob es um Ehen geht oder um Geschäftsbeziehungen, ganz zu schweigen von denen im Fußball.

Die Ehe erwähne ich deshalb, weil viel von dem, was mir über Walter Hellmichs Position in den Verhandlungen berichtet wird, mich an einen enttäuschten Beziehungspartner erinnert. So jemand beschwert sich bei anderen, dass  ihm böse mitgespielt wurde und weil das im Reviersport auf offene Ohren trifft, steht das dann sogar in der Zeitung.  Thorsten Richter stellt als Tatsache dar, dass ehemalige und aktuelle Funktionäre des MSV Duisburg Walter Hellmich an den Pranger gestellt hätten. Ich kann mich beim besten Willen daran nicht erinnern. Zumal mir für die Erinnerung auch noch der HInweis fehlt, womit er denn konkret an den Pranger gestellt wurde. Und vor allem, wo befand sich der Pranger? In dem Zusammenhang sei WAZ/NRZ ausdrücklich gelobt, die keineswegs wie die Reviersport die Dauer der Verhandlung dem MSV Duisburg anlasten.

Ressentiments sind es also, die die Verhandlungen erschweren. Um welche sachlichen Fragen es Walter Hellmich überhaupt geht, das lese ich nirgendwo. Das ist mir völlig unklar und wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch unklar bleiben. Dagegen steht eines für mich fest. Egal wer auch immer für den MSV Duisburg verhandelt, ob Jürgen Marbach, Udo Kirmse oder Bernd Maas, sie könnten nachdrückliche Hilfe von Seiten der Politik gut gebrauchen. Wenn sie nicht schon hinter den Kulissen dabei sind, sollten Sören Link, und beizeiten auch Ralf Jäger, Walter Hellmich zuerst daran erinnern, dass sein anfänglicher Einsatz für den MSV Duisburg ein paar Folgen für die Auftragslage seines Unternehmens gehabt hat. Ich kenne genügend Menschen, die sich nur für den Fußball des MSV Duisburg interessieren und dennoch  genau wissen, ab wann in Duisburg überall mit einem Mal die Fahnen des Bauunternehmens Hellmich wehten. Danach könnten sie ihn auch daran erinnern, dass dieser MSV Duisburg nicht nur ein Wirtschaftsunternehmen ist. Im Sommer wurde deutlich, wie wichtig der MSV Duisburg für die Menschen dieser Stadt ist. Im Sommer noch wirkte es so, als müsse auch Walter Hellmich unter dem Druck der vereinten Kräfte für die Rettung des MSV bei seinem Handeln den ideellen Wert dieses Vereins berücksichtigen. Der Sommer ist für Walter Hellmich offensichtlich schon lange her.


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