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Zebras stehen auf und bleiben standhaft

Foto: Zebras stehen auf

Gestern war ich schon auf dem Weg in den Straßenkarneval, als mir noch die Reviersport-Meldung über den Angriff von Rechtsradikalen auf die MSV-Fans rund um Zebras stehen auf in die Facebook-Timeline gespielt wurde. Anlass für die gewaltsame Auseinandersetzung war ein Banner von Zebras stehen aufDie Faninitiative hat zu dem Vorfall eine Stellungnahme veröffentlicht. Der MSV Duisburg hat bereits reagiert und klare Kante gezeigt.  Sechs Hausverbote für das Stadion sind bereits ausgesprochen. Außerdem sagt Geschäftsführer Peter Monhaupt im Namen der Gremien, der Mannschaft und der Fans: „Der MSV Duisburg steht für Vielfalt und für Integration. Wir sind offen für alle Menschen, Kulturen und Religionen.“

Die Faninitiative Zebras stehen auf engagiert sich für ein Stadion ohne Rassismus und Diskriminierung. Mit dem Vorfall in Darmstadt sehen wir: Es gibt weiterhin Menschen, die zum MSV gehen und andere Anhänger wegen ihres Engagements für eine lebenswerte Gesellschaft mit Gewalt einschüchtern wollen. Auch wenn in Berichterstattung und Reaktion des MSV klar die Aggressoren benannt werden, möchte ich in diesen Räumen auch noch etwas zu dem Geschehen schreiben.

Denn so ein Vorfall braucht eine breite Öffentlichkeit. Einmal mehr wird deutlich, dass das Stadion entgegen allen Wünschens kein politikfreier Raum ist. Vor längerer Zeit habe ich das schon einmal ausführlich begründet. Damals kam es zu Übergriffen auf die Kohorte, und in der danach entstandenen Diskussion zwischen Fans vermischten sich die Argumente. Aus unterschiedlichen Gründen wurde der Kohorte oftmals eine Mitverantwortung für den Überfall auf sie gegeben.

Beim Vorfall vom letzten Sonntag ist diese als Entlastung wirkende Schuldzuweisung nicht möglich. Zebras stehen auf sind als Gruppe in ihrem Handeln nicht umstritten. Das Banner von Zebras stehen auf  hat eine klare Botschaft, die auch für den unpolitischsten Stadiongänger gilt. Denn was wir als erstes wahrnehmen, bestimmt mit, ob wir uns in der Öffentlichkeit sicher fühlen können. Ein Stadion mit einem solchen Banner ist ein sicherer Ort. Denn in einem Stadion ohne rassistische und diskriminierende Meinungen braucht sich niemand bedroht fühlen. So ein Stadion ist ein tolerantes Stadion.

Doch keine Toleranz den Feinden der Toleranz. Wer dieses Banner vom Zaun reißt, möchte das Stadion zu seinem Hoheitsgebiet machen. Das sind keine Spielereien unter Fans. In dem Fall geht es um Herrschaft über das, was öffentlich sichtbar sein kann. Es geht um Einflussnahme in der Kurve. Das ist Politik. Im Stadion kann es nur dann alleine um den Sport gehen, wenn wir bei so einem Vorfall politisch reden. Das Handeln können wir dem MSV Duisburg überlassen. Aber geredet wird in der Sprache der Politik: Rechtsextremismus muss als solcher benannt werden. Was in Darmstadt geschehen ist, war Gewalt von Rechtsextremisten.

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Klickhinweis: Ewald Lienen erklärt sich und Wirklichkeit

Blog trifft Ball kümmert sich um Fußball im Norden Deutschlands. So ist das Interview von Hannes Hilbrecht mit Ewald Linien auch eine kurze Reise in die erfolgreiche Vergangenheit von Hansa Rostock. Zudem macht dieses Interview die 1980er Jahre und die seinerzeit politisierte Jugendkultur sehr lebendig. Ewald Lienen kommt auf sein friedenspolitisches Engagement sowie politischen Extremismus zu sprechen. Er redet über Mitmenschlichkeit, ermattetes Sendungsbewusstsein und seine Versuche dem Personenkult um Fußballspieler entgegenzuwirken.  Als er schließlich den Interviewer mit „junger Mann“ anredet, weiß ich nicht nur, wie alt ich selbst inzwischen bin, kurz blitzte auch der verführerische Gedanke auf, wie es in ein paar Jahrzehnten mit ihm als einem Helmut Schmidt der Fußballszene wäre. Das Spiel mit dem Kugelschreiber könnte problemlos den bedeutungsverstärkenden Zug an der Zigarette ersetzen. Ein sehr schönes Interview.

Keine Politik wird manchmal doch zur Politik

Wir wünschen uns das Leben so einfach wie möglich, und stets kommt uns dieses Leben schon kurz nach dem Wünschen dazwischen. Ich zum Beispiel will seit Jahren beim MSV Duisburg im Stadion eigentlich nur über Fußball reden. Aber was ist? Ständig beschäftigen mich so sportferne Dinge wie ein Schuldenschnitt und seit kurzer Zeit auch noch  die gewaltvoll gewordene Auseinandersetzung in der eigenen Kurve, um deren Deutung in der Duisburger Fanszene verständlicher Weise mehr gerungen wurde als in der Öffentlichkeit. Für Fußballdeutschland steht der Überfall der „Division Duisburg“ auf die „Kohorte“ in einer Reihe mit einigen Versuchen der rechten Szene, in den Fankurven Einfluss zu gewinnen.

Im Stadion nervt dieses Fußballferne. So verstehe ich die vielen Anhänger des MSV Duisburg, die sich etwa ein besseres, politikfreies Leben im Stadion erhoffen. Aber mit diesen Politik genannten Themen  ist es wie mit dem Aufräumen und Putzen. Man kann es sich einige Zeit sparen, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, da musst du dich drum kümmern. Sonst hast du bald ein Zuhause, in dem sich nicht mehr jeder wohl fühlen kann.

„Keine Politik in der Kurve“  ist deshalb allenfalls ein hoffnungsvolles Ziel, das nur erreicht werden kann über eine Haltung, bei der viele schnell die Augen verdrehen und sie politisch nennen. Das ist paradox, aber unvermeidlich. Denn was heißt Politik im Stadion überhaupt? Wird etwa der vom DFB unterstützte Anti-Rassismus in seiner unverbindlichen Spruchband-Botschaft genau dann zur nervigen Politik, wenn konkret rassistische Gruppen Rassisten genannt werden? Oder ist es nicht gerade Politik, wenn eine einzelne Fangruppe bestimmen will, welches Spruchband im Stadion eine politische Botschaft darstellt. Es ist ganz schön kompliziert mit der Losung „Keine Politik in der Kurve“.

Rechtextremistische Gruppen – und davon rede ich heute nur, weil dieses „die anderen haben aber auch“ mich zu sehr an Kindergarten und Schule erinnert, rechtsextremistische Gruppen, also, haben ein großes Interesse an einer vermeintlich politikfreien Zone, dem Stadion. Wo sonst können Mitglieder extremistischer Zusammenschlüsse in breiter Öffentlichkeit sich wirksam fühlen? Bei der Frage, was in der Kurve geschieht, geht es schließlich um Macht. So können extremistische Gruppen ausprobieren, wieviel Durchsetzungskraft sie besitzen, wie weit sie beim Einsatz für die eigene Meinung gehen können. Und das muss sogar nicht unbedingt mit politischen Inhalten verbunden sein. In dem Fall verschwimmen also die vermeintlich so klar getrennten Sphären von Stadionwelt und restlichem Leben. Dann muss man letztlich fragen, welches Interesse sich hinter der Losung „Keine Politik in der Kurve“ verbirgt? Was in Duisburg anscheinend bei einer Art rundem Tisch der Fangruppen geschah, sind zumindest vorpolitische Prozesse, und dementsprechend können die Aktivitäten einer dieser Gruppen von jetzt auf gleich in Politik umschlagen. Nur deshalb  kann die Fanszene Duisburgs auch darüber streiten, was dieser Vorfall nach dem Spiel gegen Saarbrücken überhaupt gewesen ist.

Der Fußball ist in dem Fall Zauberstab. Weil die Mitglieder der „Division Duisburg“natürlich auch als Fußballfans im Stadion sind und sie sich auf dem Terrain des Fußballs über Regeln streiten, lässt sich trefflich jeglicher politischer Hintergrund zum Verschwinden bringen. Unschuldig wird von normalen Zuständen im Stadion gesprochen, wo immer mal wieder Konflikte mit harter Hand gelöst werden. Stimmt, ja. Es stimmt aber nur AUCH! Politik ist in dem Moment untrennbar mit dem Fußball verknüpft. Schließlich geht es um die Deutungshoheit über diesen Begriff. Eine Gruppe möchte bestimmen, was Politik im Stadion bedeutet.

Wem es nach ein wenig argumentativer Unterfütterung durch die Theorie verlangt, dem sei Paul Watzlawicks kommunikationstheoretisches Diktum noch ans Herz gelegt, man könne niemals nicht kommunizieren. Sobald jemand einem anderen gegenüber steht, beginnt Kommunikation, selbst wenn der eine schweigt. Daraus lässt sich eine Einsicht zur Forderung „Keine Politik in der Kurve“ ableiten. Sobald diese Forderung als Teil einer Diskussion zwischen Gruppen erhoben wird, die sich in Teilen auch politisch definieren, ist diese Forderung selbst ein politisches Statement und das Aushandeln, wie dem Rechnung getragen wird, ist auch eine politische Diskussion. Man entkommt der politischen Stellungnahme in dem Fall nicht.

Vor ein paar Wochen schon fand Michael Welling, der Präsident von Rot-Weiss Essen, in einem Interview im Reviersport zu solch einer Entwicklung in der Kurve die passenden Worte:

Kommen wir mal zum Nicht-Sportlichen. Für die Allermeisten kam der Vorfall beim Fanprojekt am Mittwoch doch ziemlich überraschend, da sich in der Kurve bislang niemand abgezeichnet hat, dass Rot-Weiss Essen ein Problem mit rechten Fans hat. Zumindest dem Fanprojekt waren die Leute aber bekannt, oder?
Wenn das Fanprojekt die nicht kennen würde, würde es seine Arbeit nicht machen. Es ist tatsächlich so, dass die sich durch pure körperliche Präsenz als Chef der Kurve positionieren. Das ist ja auch im Grunde das, was am Mittwoch passiert ist. Das ist nicht akzeptabel, das ist doch völlig klar. Da geht es im ersten Schritt tatsächlich gar nicht darum, was da für ein Film gezeigt wird, was der Rahmen ist, wer Veranstalter ist, wer nicht Veranstalter ist. Es ist einfach nicht zu respektieren, dass irgendwelche selbsternannten Leute definieren, was hier passiert und mit körperlicher Präsenz ihre Auffassung durchdrücken wollen. Das ist nicht akzeptabel.

Und etwas später noch einmal Michael Welling:

Was hier die neue Dimension ist: Dass sich einzelne Leute positionieren, um sich so massiv durch Präsenz zu positionieren, das ist nicht zu akzeptieren. Dabei ist es dann ehrlicherweise auch egal, ob diese Leute aus einem linken oder einem rechten extremen Spektrum kommen. Es geht nicht, dass sich Leute als Sheriffs der Kurve positionieren und glauben, weil sie größere Arme haben, andere einzuschüchtern.

Letztlich braucht jedes Engagement gegen Rassismus, Intoleranz und Gewalt die Unterstützung des Vereins MSV Duisburg. Deshalb war das erste Interview nach dem Überfall mit Sicherheits-Manager Michael Meier und Fanbeauftragtem Christian Ellmann nicht mehr als ein hilfloser Versuch mit dem Lippenbekenntnis, der MSV sei „keine Kuschelecke für Neonazis“, der Geschichte Herr zu werden. Die Losung „Keine Politik“ wurde als Fallstrick überhaupt nicht wahrgenommen. Einmal mehr ist es erst Jürgen Marbach gewesen, der das Problem in seinem Ausmaß erkannte. Nicht nur dass er den Verein mit deutlichen Worten gegen Rechtsextremismus positionierte, er erkannte zudem, dass Michael Meier und Christian Ellmann, die Deutungshoheit für das Geschehen den Gewalttätern in Teilen überlassen hatten. Bei Spiegel online korrigierte er die naiven Aussagen der Mitarbeiter des MSV Duisburg. Wichtiger aber noch ist die dort in Aussicht gestellte Absicht, Hilfe durch Wissenschaft in Anspruch nehmen zu wollen.

Denn wie im Alltag der Saison mit dem Konflikt in der Kurve weiter umgegangen werden soll, bleibt eine offene Frage. Absichtserklärungen geben dabei nur die Richtschnur für das Handeln. Im Grunde geht es um die Haltung der schweigenden Mehrheit im Stadion. Es geht um alle, die immer wieder genervt sind von Auseinandersetzungen, die zunächst nichts mit eigentlichem Support und Fußball zu tun haben. Es geht um die paradoxe Einsicht, um die Politik aus der Kurve zu halten, ist die Losung „Keine Politik in der Kurve“ in ihrem politischen Kern zu benennen. Es geht um die öffentliche Meinung, in der der Einsatz gegen Rassismus, Gewalt und Intoleranz ihren selbstverständlichen Platz finden können muss.

Halle, MSV und Rechtextreme – Argumente für Öffentlichkeit

Einen Sinn für PR und öffentlich wirksamen Effekt haben sie ja gehabt, die anscheinend ganz in weiß gekleideten, martialisch aussehenden Männer mit sehr eigenen Vorstellungen davon, was Fangesang bedeutet im Gästeblock des MSV Duisburg beim Pokalspiel in Halle. Während eines Auswärtsspiels im weiter entfernten Osten ist die Chance groß, mit wenig stimmlichen Aufwand  mit antisemitischem und rassistischem Schmähgesang wahrgenommen zu werden. So weit also geschehen am letzten Samstag, und nach langer Zeit stehen der Verein und viele seiner Fans vor der Frage, findet rechtsextremistisches Gedankengut zunehmend Anklang in der Duisburger Fankurve und wie darauf reagieren?

Diese Frage stellt sich unabhängig von den Möglichkeiten der Strafverfolgung, einer jener Männer verstieß ohne Zweifel gegen ein Gesetz. Das wird vom Staatsschutz verfolgt, so weit, so gut. Allem nicht verbotenen zu begegnen wird da schon schwieriger. Die dringlichste Forderung heißt da für mich, Öffentlichkeit herstellen. Das betone ich, weil sich mancher Anhänger des MSV Duisburg in den letzten Tagen um das Image seines Vereins sorgte. Sie wollten dieses Thema nicht so groß beredet haben, hielten es für eine Lappalie. Der Ruf der Zebras nehme deshalb schaden, weil so eine Lappalie zur rechtsextremistischen Gefahr dramatisiert werde.

Dabei ist es gerade umgekehrt. Es wirkt vorbildhaft, dass möglichst viele Anhänger des MSV Duisburg sich öffentlich dazu äußern. Es wirkt vorbildhaft, dass sich Fans gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus positionieren. Es geht nicht darum jemanden aus dieser Gruppe weiß gekleideter Männer zu überzeugen. Es geht darum, zu zeigen, in Duisburg werden Anzeichen für rechtextremistisches Gedankengut in der Kurve ernst genommen. Im MSVportal wird über Reaktionen diskutiert, der MSV Duisburg reagiert auf seiner Seite. Mir fehlt jetzt nur noch ein Statement  vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden. All das ist inzwischen unabhängig davon nötig, wie groß der Vorfall in Halle tatsächlich gewesen ist, und zwar deshalb weil jede Gesellschaft mit ihrer besonderen Geschichte eigene Empfindlichkeiten und Tabus entwickelt. Wenn diese berührt werden, hilft es nicht, so zu tun, als sei nichts gewesen.

Ronny Blaschke hat für sein Buch „Angriff von Rechtsausßen“ den Bielefelder Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer interviewt, der sich während seiner gesamten Karriere mit Rechtsextremismus  – unter anderem im Fußball – beschäftigt hat. Eine seiner Antworten gibt mir und uns ein Argument für diese gesuchte Öffentlichkeit, für das Bereden des Geschehenen, aber auch ganz dringlich für Präventionsarbeit durch den Verein mit seinem Fanbeauftragten:

Wir haben in den Kurven zwar homogene Gruppen, aber wir haben auch eine Hierarchie. Diese Hierarchie wird formal nicht festgelegt, sondern sie entsteht schleichend. Wer entwickelt sich zum Meinungsführer? Wer zum Sympathieträger? Wer hat die schönste Freundin? Über solche Mechanismen laufen Hierarchisierungen ab. In diesem Raum können rechtsextreme Einstellungsmuster leicht reproduziert werden, gegenteilige Meinungen werden unterdrückt. … das Stadion ist das einzige Setting, wo die Abwertung schwacher Gruppen massiv und lautstark nach außen in die Öffentlichkeit getragen werden kann, etwa durch Fangesänge und Symbole.

Es entsteht ein Grundkonsens, der Abwertung im Stadion akzeptiert?

Richtig, jede Art von Normalisierung ist gefährlich, denn alles, was als normal gilt und worübr sich niemand mehr aufregt, kann man nicht problematisieren. Wenn ein Normalitätsstandard das Bewusstsein der Fans erreicht hat, dann befinden sie sich schnell in dem Glauben, sie seien mit diesen Einstellungsmustern Teil einer Mehrheit und nicht einer Minderheit.

Für Rechtsextremisten gibt es an dieser Stelle die entsprechenden Anknüpfungspunkte. Und es wird immer wieder irgendwo versucht, die Hoheit über die Kurve zu erlangen. Es geht dann für jüngere Fans schnell nicht mehr um rationales Handeln, es geht um Gruppenzugehörigkeit, dabei sein wollen, Anerkennung und irgendwann auch nochmal um den Fußball. Deshalb ist beides richtig, öffentlich zu sagen, was da in Halle geschehen ist, will ich beim MSV Duisburg nicht sehen. Gleichzeitig sind auch der Verein und die Sicherheitskräfte gefragt. Notwendig ist aber auch auf Seiten des Vereins das Reden mit jungen Fans, die nach Orientierung suchen. Da braucht es den Einsatz vom Verein! Da braucht es wahrscheinlich mehr als einen Fanbeauftragten.

Und noch eins: Weil im Detail der diskutierten Reaktionen die Meinungen auseinander gehen bei allem Konsens über die zu ächtende extremistische Haltung. Die Kleidungsfrage steht da häufig umstritten im Zentrum, und dabei erweist sich das Private durchaus schnell als politisch. Wir Individuen unterliegen Gruppenzuschreibungen beim Auftreten in der Öffentlichkeit, und wer die bei Rechtsextremen beliebte Modemarke Thor Steinar trägt, muss viel erklären, ehe man ihm glaubt, dass allein der modische Geschmack der Entscheidung zugrundeliegt. Und Ausschlusskriterien nach Kleidung gibt es doch längst. Nicht alles, was sich anziehen lässt, ist im Stadion gerne gesehen. In der Fan-Kurve ist manches sogar schon jetzt verboten. Ich kann noch so sehr beteuern, dass allein der Schnitt des Schalke-Trikots die Schönheit meines Körpers besonders betont. Glauben werden mir nur die wenigsten.

Duisburger Aktionswochen gegen Rassismus und Diskriminierung beim Fußball

Das Fanprojekt Duisburg  und der Arbeitskreis „Ultras gegen Rassismus“ bündeln mehrere Veranstaltungen im Oktober und November zu Aktionswochen gegen Rassismus und Diskriminierung. Geplant sind Lesungen und Filmabende sowie eine Ausstellung mit dem Titel „Tatort Stadion 2“. Im djäzz wird der Autor und Journalist Ronny Blaschke aus seinem Buch „Angriff von Rechtsaußen“ lesen, zu dem ich vor kurzem ein „halbwegs begründete“ Leseempfehlung geschrieben habe. Der Sozialwissenschaftler Jonas Gabler wird seine Studie über die Ultra-Bewegung vorstellen. Der Dokumentarfilm „Das braune Chamäleon“  zeigt Aktivitäten und Alltag von rechtsextremen Gruppierungen der Gegenwart, ein weiterer Film beschäftigt sich mit Duisburg während der Zeit des Nationalsozialismus.

Genaue Informationen über Zeiten und Orte der Veranstaltungen finden sich mit einem Klick weiter auf der Seite vom Fanprojekt Duisburg.


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