Posts Tagged 'Ruhrgebiet'

Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 35: Mottek – Kommsse rauf, kannze kucken

Ein paar Mal habe ich schon darüber nachgedacht, ob ich in der Heimatliedsammlung neben dem Ruhrstadt-Stadtteil Duisburg auch die anderen Stadtteil-Sektionen eröffnen sollte. Wenn ich das mache, muss eine eigene Seite her. Heute erwähne ich das, weil der Gasometer in Oberhausen als besungene Landmarke zum zweiten Mal im Ruhrstadt-Heimatlied auftaucht. „Oberhausen“ von den Misfits ist hier eben nur nicht aufgenommen, weil es sich auf diesen Ruhrstadt-Stadtteil konzentriert. Alleine wegen dieses Lieds müsste ich meine Sammlung ausweiten. So sehr gefällt es mir.

Nun habe ich von Mottek den Gasometer ein weiteres Mal besungen gefunden – mit der Perspektive Ruhrstadt, die man von Dortmund bis zum Rhein sehen kann, wenn man oben steht. Das ist nun etwas übertrieben, aber Heimatlieder nehmen es oft nicht ganz genau. Es geht ja mehr ums Gefühl, wenn man dort oben auf die Städtelandschaft sieht. Eigentlich ist Mottek eine Coverband und spielt Rock quer durch die Musikgeschichte. Anscheinend haben sie aber auch ein paar eigene Stücke gemacht. Es sei denn, auch „Kommsse rauf, kannze kucken“ hat ebenfalls einen anderen Original-Interpreten, den ich auf die Schnelle nicht gefunden habe.

Wenn in Köln ohne den Dom in den Standardkarnevalsschlagern nichts geht, so könnte nach und nach der Gasometer der Kölner Dom des Ruhrstadt-Heimatlieds werden.

Und die Gelegenheit zu „Oberhausen“ von den Missfits lasse ich mir nun auch nicht nehmen.

 

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 35: Die Dödelsäcke mit Ruhrgebiet

Einmal mehr der Punk als Quelle des Heimatlieds in der Ruhrstadt-Sektion. Aus Mülheim kommt die Punkband Die Dödelsäcke, hier bei Wikipedia und hier mit eigener Seite im Netz. Schon mehrmals sind Punk und Ironie im Ruhrgebiet eine sehr produktive Verbindung eingegangen mit hörenswerten Ergebnissen. Unlängst habe ich hier  auf die Ruhrpott-Rhapsodie von Eisenpimmel hingewiesen. Bei den Dödelsäcken finden sich Dudelsackklänge in ihren Songs. Schon das Instrument alleine wirkt auf mich als ironisches Signal. Diese Neigung zur Ironie setzt sich im Song selbst fort.

Denn in „Ruhrgebiet“ mokieren sich „Die Dödelsäcke“ zunächst über die Volkslied-Heimattümelei und die Überhohung des eigenen Herkunftslandes. Zufällig sei das Geburtsland und zu Hause könne man überall sein. Doch dann mündet diese Strophe in den Refrain:“Ich würde niemals aus dem Ruhrgebiet wegziehen.“ Eine wunderbar ironische Wendung, die die Aussage um so heller strahlen lässt.

Der eigentliche Song beginnt bei 0.51.

 

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 32: Christian Spließ – Kein Duisburg-Lied

Eine Premiere für die Heimatlied-Abteilung im Zebrastreifenblog: ein Notenblatt statt des produzierten Lieds. Christian Spließ begleitet seit Jahr und Tag das Geschehen in Duisburg mit kritischem Blick. Auf seinen verschiedenen Plattformen im Netz finden sich immer wieder Kommentare zur Kultur in Duisburg oder zu städitscher Entwicklung. Mit einem Klick geht es zu seiner Seite im Netz. Auf xtranews veröffentlicht er immer wieder Meinung. Bei Facebook ist Cristian Spließ zu finden.

Nicht oft finden sich Heimatlieder, die von Ratlosigkeit und einem zwiespältigem Verhältnis zur eigenen Stadt bestimmt sind. Wenn Christian Spließ ein Lied über Duisburg schreibt, klingt in seinem Text Enttäuschung über die Stadt an. Er feiert Duisburg nicht. In Duisburg erfährt man etwas, was aus der Stadt hinaustreibt. Die Bindungskraft aber ist genauso groß. Das Verhältnis ist „kompliziert“. Zunächst einmal nur der Text, weiter unten finden sich die Notenblätter.

Kein Duisburg-Lied

Die Drähte singen ihre Melodien.
Sie fragen mich: „Warum willst du nicht fliehn?
Die Scherben deines Wollens: Hier liegen sie.
Sieh doch: Herz und Hände, schwarz wie nie.“

Refrain
Ich möchte bleiben, möchte gehn,
ich kann es einfach nicht verstehn;
Diese Sehnsucht voller Zorn,
drei Schritt zurück, einer nach vorn.
Der Status zwischen uns ist kompliziert.

Die Segel sind gehißt, der Wind steht gut.
Möwenkreischen, laute Taubenbrut.
Sollte ich doch länger hier bleiben?
Ich stehe still, seh die Gedanken treiben

Zeig mir doch dein Herz, zeig dein Gesicht.
Alles was du bist, das hat Gewicht.
Die Melodie der Drähte, sie hör ich kaum,
schenkst du mir Vertrauen, einen weiten Raum.

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Und hier nun auch die Notenblätter

 

Akzente 2017 inoffiziell: Vom Akzente-Vorwort und Ruhr hoch n nebst Spardosen-Terzett sowie Reuter/Eisenberg

Am Freitag sind die  38. Duisburger Akzente eröffnet worden. In diesem Jahr lautet das Motto des Kulturfestivals Umbrüche. Ich begleite die Akzente mit einem inoffiziellen Programm im Zebrastreifenblog nunmehr im dritten Jahr. Ob ich an jedem Tag Zeit und Idee für einen Programmbeitrag habe, weiß ich am offiziellen Eröffnungstag nie. Eine Unwissenheit, die zum Motto der Akzente in diesem Jahr passt. Wenn sich etwas umfassend verändert, eben das geschieht, was gemeinhin mit einem Umbruch einhergeht, dann ist eins gewiss, wie das Leben nach einem solchen Umbruch aussieht, weiß niemand genau. Behauptet wird zumeist etwas anderes.

Im Vorwort des Akzente-Programmhefts spricht Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link mit seinem ersten Satz selbstbewusst davon, die Wirtschaft- und Sozialgeschichte der letzten 150 Jahre habe die Duisburger zu „Fachleuten des Umbruchs“ gemacht. Das klingt sehr technisch. Diese technische Sprache verweist für mich auf ein grundsätzliches Problem Duisburgs, wobei Duisburg nur stellvertretend für das Ruhrgebiet steht.

Es gibt ja eine Wahrheit in diesem Satz, die im Alltag der Bürger dieser Region zu finden ist. Die Bürger des Ruhrgebiets nehmen seit Generationen Wandel sehr bewusst wahr. Denn über Jahre war dieser Wandel ein meist von außen auferlegter Teil ihrer Lebens- und spezieller Arbeitswelt. Im technischen Klang der Sprache nun zeigt sich der Zugang zu diesem Wandel durch die politischen- und ökonomischen Eliten dieser Region. „Fachleute“ haben ihre Angelegenheiten im Griff. Obwohl Sören Link mit seinem Satz die Duisburger gerne alle zu Fachleuten machen möchte, geht dieser Satz an der Lebenswirklichkeit der Duisburger vorbei.

In dem Wort „Fachleute“ scheint ein Selbstbild dieser Region auf, dass diese Bürger nach meinem Eindruck gerade außen vor lässt. Ich vermute, nur wenige Duisburger werden sich als Fachleute des Umbruchs verstehen, auch nicht bildhaft. Die technische Sprache erinnert daran, wie schwer es das Ruhrgebiet mit dem Bild seiner selbst hat.

Andererseits gibt mir dieser Satz die Gelegenheit an einen Song vom Spardosen-Terzett zu erinnern, den ich schon längere Zeit in die Heimatliedsammlung Sektion Ruhrstadt habe aufnehmen wollen. In regelmäßigen Zyklen wird im Ruhrgebiet versucht außerhalb der Region ein gutes Bild abzugeben. Das führt dann schnell dazu, dass „Fachleute“ so ein Bild kommunizierbar machen sollen. Manchmal sind das Imagekampagnen, 2008 aber ging es nur um einen Slogan. Anstatt vor Ort im Ruhrgebiet über solch einen Slogan nachzudenken, wurde eine Düsseldorfer Agentur beauftragt. Ruhr hoch n – Team-Work-Capital war das gut bezahlte Ergebnis. Der  Slogan war zwar ohne große Wirkkraft aber gut geeignet, ihn in die Mangel zu nehmen.

 

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Auch Matthias Reuter und Benjamin Eisenberg hatten sich des Slogans angenommen.

 

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Akzente 2017 inoffiziell – Die Goldenen Zitronen mit Duisburg

Am Freitag sind die  38. Duisburger Akzente eröffnet worden. In diesem Jahr lautet das Motto des Kulturfestivals Umbrüche. Ich begleite die Akzente mit einem inoffiziellen Programm im Zebrastreifenblog nunmehr im dritten Jahr. Ob ich an jedem Tag Zeit und Idee für einen Programmbeitrag habe, weiß ich am offiziellen Eröffnungstag nie. Eine Unwissenheit, die zum Motto der Akzente in diesem Jahr passt. Wenn sich etwas umfassend verändert, eben das geschieht, was gemeinhin mit einem Umbruch einhergeht, dann ist eins gewiss, wie das Leben nach einem solchen Umbruch aussieht, weiß niemand genau. Behauptet wird zumeist etwas anderes.

Seit Jahren möchten das Ruhrgebiet und als ein Stadteil dieser Ruhrstadt auch Duisburg anders wahrgenommen werden. Dahinter steht ein Streben nach großstädtischer Bedeutsamkeit, das in großen Teilen durch ein ökonomisches Bedürfnis angetrieben wird. Das Ruhrgebiet soll als attraktiver Standort für Unternehmen und Arbeitskräfte wahrgenommen werden. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 führte dieser Wunsch nach großstädtischer Bedeutsamkeit zum Unglück bei der Loveparade. Die Goldenen Zitronen haben 2013 einen Song über das Unglück gemacht. Zu hören ist zunächst keine eingängige Musik, sondern der Song erinnert an Klangkunstwerke. Erst später entwickelt sich eine Melodie und im Text wird die Kritik an den Organisatoren der Veranstaltung zum Abgesang auf die kulturelle Kraft der Loveparade-Bewegung insgesamt.

 

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Akzente 2017 inoffiziell – Eröffnung des inoffiziellen Programms mit Norbert Elias

Am Freitag sind die  38. Duisburger Akzente eröffnet worden. In diesem Jahr lautet das Motto des Kulturfestivals Umbrüche. Etwas später als geplant beginne ich nunmehr mein drittes inoffizielles Akzente-Programm im Zebrastreifenblog. Ob ich an jedem Tag Zeit und Idee für einen Programmbeitrag habe, weiß ich am offiziellen Eröffnungstag nie. Eine Unwissenheit, die zum Motto der Akzente in diesem Jahr passt. Wenn sich etwas umfassend verändert, eben das geschieht, was gemeinhin mit einem Umbruch einhergeht, dann ist eins gewiss, wie das Leben nach einem solchen Umbruch aussieht, weiß niemand genau. Behauptet wird zumeist etwas anderes.

Meinen Festival-Premierentag im Zebrastreifenblog möchte ich mit  Norbert Elias beginnen. Seine Worte erinnern an etwas, was beim Hören des Wortes Umbruch schnell aus dem Blick gerät. Die Beschäftigung mit Umbrüchen weckt in besonderer Weise Gegenbilder des Unveränderlichen. Diese vermeintlichen anderen Möglichkeiten Leben oder Gesellschaft zu gestalten sind  Kraftquellen für die Autokraten dieser Tage und Parteien wie die AfD. Der besondere Blick auf den Umbruch suggeriert eine Gegenwelt ohne Veränderung. Manche dieser nicht aufhaltbaren, immer vorhandenen Veränderungen nennen Menschen Umbruch und werten sie damit auf besondere Weise. Wenn Norbert Elias den Mensch als einen Prozess bestimmt, rückt er diese ständige Veränderung ins Zentrum einer Beschäftigung mit dem oder den Menschen.

Hier genügt es daran zu erinnern, dass der Mensch ein Prozeß ist. Dies gehört zwar zu den elementarsten Erfahrungen eines Menschen, wird aber in der Reflexion aufgrund einer überwältigend starken Tendenz zur Zustandsreduktion gewöhnlich unterdrückt. Man spricht vielleicht davon, daß der Mensch einen Prozeß durchläuft, wie man ja auch sagt, daß der Wind weht, obgleich doch eben das Wehen der Wind ist. So mag sich auch das sprachliche Herkommen in uns etwas sträuben, wenn man den Satz hört: Der Mensch ist ein Prozeß.

Norbert Elias: Engagement und Distanzierung, Frankfurt am Main, 1983

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In eigener Sache: Lesung am 18.3. um 20 Uhr in Ruhrorter Galerie RuhrKUNSTort

Welche Texte genau ich am nächsten Samstag für die Lesung in Ruhrort auswählen werde, weiß ich noch nicht. Sicher werden Texte mit dabei sein, in denen es um Fußball geht. Wenn es sich ergibt, werde ich in meine Schreibwerkstatt blicken lassen. Wahrscheinlich wird es dabei dann auch um „Mehr als Fußball“ gehen , dem Buch über die Energie in Duisburg, als im Sommer 2013 die Existenz vom MSV Duisburg bedroht war. An Prosa über Ruhrort denke ich noch, an den Sound und die Komik von Lyrik und an Worte über die Ruhrstadt, also das Ruhrgebiet als identitätsstiftender Bezug für die Menschen der einzelnen Städte in der Region. Und eins ist ebenfalls sicher: Ich freu mich auf euch.

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