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Halbzeitpausengespräch: Ruhrtriennale – Urban Prayers Ruhr

Der Ort der Aufführung gehört zum künstlerischen Konzept. Urban Prayers Ruhr, die erste Veranstaltung der diesjährigen Ruhrtriennale in Duisburg, fand am Sonntag in der DITIB-Merkez Moschee statt. Die Moschee in Marxloh gehört zu insgesamt sechs Begegnungsstätten unterschiedlicher Religionsgemeinschaft der Ruhrstadt, in der bis Mitte September die Text- und Lied-Collage von Björn Bicker zu sehen ist. Das Kunstprojekt soll zugleich Anlass zur Begegnung sein. Politische Diskussionen zur Türkei und zum Islam rücken in den Hintergrund, wenn bei Sonnenschein, Speisen und Getränken im Hof der Moschee der persönlicher Kontakt zwischen Besuchern der Ruhrtriennale und Gläubigen, die sich der Moschee verbunden fühlen, möglich ist. Die Hoffnung auf Verständigung erhält Bilder. Wovon später noch zu sprechen sein wird.

Mit Urban Prayers Ruhr hat Björn Bicker einen Text für die Ruhrstadt-Wirklichkeit umgeschrieben, der 2013 in München erstmals aufgeführt wurde. Zwei Schauspieler, und drei Schauspielerinnen lesen als „Chor der Gläubigen“ eine Collage aus Meinungen und Erzählungen über den Ruhrstadt-Alltag aus der Perspektive von Gläubigen der unterschiedlichen Religionen. Das sind oft widersprüchliche Sätze, die als bewusst gesetzter Effekt sich in einer der Schauspielerstimmen vereinen. Das ist eine der besonderen Einsichten dieser Collage, die Vielfalt der Haltungen, die zugewanderte Gläubige zu dieser deutschen Gesellschaft haben. Denn ein Thema kehrt in diesem Chor-Text immer wieder. Wie gehören wir als Gläubige dazu? Der religiöse Glauben erhält eine sehr weltliche Dimension, denn auch die Zugehörigkeit erweist sich als Glaube, der allerdings mit konkreten Erfahrungen im Alltagsleben bewiesen werden kann. Aus Glaube wird dann der rationale Beweis, der trennt oder zusammenführt.

Um sieben Themen herum hat Björn Bicker seine Collage arrangiert. „Fahren“, „Helfen“ oder „Bauen“ bieten Anlass zu einem  mehrstimmigen Gedankenfluss, für den das Grundthema Glauben der Nährboden ist. Immer wieder tauchen auch grundsätzliche Beschreibugen des Alltags auf, die auch Ungläubige äußern könnten. Das Zusammenleben wird angesprochen, Schwierigkeiten und Gelingen. Das Ringen um Selbstbewusstsein und Identität ist immer nahe. Fragen der Lebensführung in den Regeln des Glaubens werden berührt, das Verhältnis von Unglauben und Religiösität. Von Erfahrung mit Vorurteilen ist zu hören. Manchmal entsteht Komik.

Der gesprochene Chor wechselt sechsmal in den Chorgesang über. Das großartige ChorWerk Ruhr übernimmt dann und trägt sechs Lieder vor aus den verschiedenen Glaubensrichtungen. Jedes einzelne dieser Lieder wird zu einem Ereignis. Es verbreitet sich der Zauber einer einzigen vollkommenen Stimme, die sich teilen kann und wieder zusammen findet. Welch voluminöser Klangkörper ist dieses ChorWerk Ruhr. Welch einzigartigen Chor gibt es da in dieser Ruhrstadt.

Der Gedankenfluss der Texte hätte an manchen Stellen pointierter sein können. Für mich wiederholte der gesprochene Chortext zum Ende hin zu oft etwas, was ich schon gehört hatte. Zu oft wurden dieselben Themen in zu wenig Variation aufgegriffen. Das ist allerdings nur ein kleiner Makel eines sehenswerten Ruhrtriennale-Projekts.

Im Programmheft beschreibt Björn Bicker unter der Überschrift „Wie wir leben wollen“ eine Hoffnung, und damit komme ich noch einmal auf das zu sprechen, was im Innenhof der Moschee vor und nach der Veranstaltung zu sehen war. Björn Bicker hat für sein Projekt mit Ruhrstädtern gesprochen und sie gefragt, was ihnen am Ruhrgebiet besonders gefällt. Fast jedes Mal sei die Antwort dieselbe gewesen: die Vielfalt. Für ihn beantwortete das zugleich die Frage, in welchem Land wir leben wollen. Er weiß, eine an den Menschen orientierte Sozial- und Bildungspolitik muss hinzu kommen, dann könnten wir vielleicht irgendwann ganz selbstbewusst sagen: In Vielfalt vereint.

Wahrscheinich wird er bei den meisten im Publikum an diesem Sonntag mit solchen Sätzen offene Türen einrennen. Der Alltag mit Schwierigkeiten des Zusammenlebens ist weit weg an einem solchen Sonntag, vielleicht ist so ein Alltag für viele im Publikum grundsätzlich weit weg. Auch DITIB als politisches Problem hat es an diesem Sonntag nicht gegeben. Dennoch brauchen wir diese Bilder des Gelingens. Nichts spricht gegen sie.

Weitere Vorstellungen:

21. August, 16 Uhr: House of Solution, Mülheim a. d. Ruhr
28. August, 14.30 Uhr: Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel, Hamm
4. September, 16 Uhr: Lutherkirche, Dinslaken-Lohberg
11. September, 15 Uhr: Serbisch-Orthodoxe Kirche, Dortmund-Kley
18. September, 16 Uhr: Synagoge Bochum

Eintrittskarten und weitere Informationen mit einem Klick zur Seite der Ruhrtriennale

Sandmännchen-Kultur Fußball

Am Montag habe ich ein Interview mit Gerard Mortier gelesen. Reinhard Brembeck hatte mit ihm für die Süddeutsche Zeitung anlässlich seines 70. Geburtstags gesprochen. Mortier ist Theater- und Opernintendant. Er machte die Ruhrtriennale als Gründungsintendant von 2002 bis 2004 zum Kulturfestival von überregionaler Bedeutung und war bis vor kurzem Opernintendant in Madrid. Diese letzte Station seiner beruflichen Laufbahn regte ihn beim Kommentar zum gegenwärtigen Zustand an den europäischen Opernhäusern zu einem Vergleich an, über den wir nachdenken können –  Gerard Mortier:

Wir befinden uns in einer unglaublichen Wertekrise. Es wird erst dann wieder revolutionär zugehen, wenn die Politiker einsehen, dass das Theater eine unglaubliche gesellschaftliche Rolle spielen kann, um diese Kriese, die keine Finanzkrise ist, zu bewältigen. Bis jetzt hat man das in Spanien nicht gesehen, Spanien ist ein typisches Beispiel: Die Spanier benutzen Kultur zum Einschläfern. Das ist Sandmännchen-Kultur wie im Fußball, denn dann gucken die Leute nicht auf ihre Probleme.

Mal davon abgesehen, dass er begrifflich beim Ort für seine Kritik etwas diffus bleibt, geht es uns hier um den alten Vorwurf, Fußball sei das zeitgenössische Narkotikum für die Gesellschaft. Aus Mortier spricht dagegen das Selbstbewusstsein der klassischen Kultur, das schon immer davon abgesehen hat, ob das kritische Potential von Kulturangeboten durch das Publikum überhaupt angenommen wurde. Dass gerade die meisten Besucher von Oper und klassischem Konzert sich beim Suchen nach Unterhaltung vom Fußballzuschauer Mortierscher Prägung nicht sonderlich unterscheiden, lässt sich als Ergebnis von Zuschauerbefragungen über die Jahre hinweg wiederfinden.

Deshalb geht mir nochmals die auch hier geführte Diskussion über die Politik in der Kurve durch den Kopf. Es ist für mich eine offene Frage, ob nicht inzwischen auch rund um den Fußball so etwas wie gesellschaftskritische Gedanken des Hochkulturbetriebs einen Ort gefunden hat. Natürlich ist der Fußball selbst ohne Aussage, interesselose Kunst, um mal in den Kulturbegriffen zu bleiben. Aber drumherum gibt es seit einiger Zeit etwas mehr als Sandmännchen-Kultur.  Oder liege ich falsch? Es ist an euch.

Die Wirklichkeit restlos erklärt – Massive Attack V Adam Curtis bei der Ruhrtriennale

Ein normales Konzert sollte es nicht werden, das war schon mal klar. Dennoch gab es das Versprechen, Massive Attack als tragende Säule des Abends das einzige Mal bei einem Auftritt hierzulande in diesem Jahr zu erleben. Der britische Dokumentarfilmer Adam Curtis sollte seinen Teil ebenfalls dazu beitragen. Wie genau, das blieb in den Ankündigungen etwas vage. In der diesjährigen Spielzeit der Ruhrtriennale gehörten die Abende in der Duisburger Kraftzentrale mit zu den herausragend vorgestellten Programmpunkten.

Vielleicht lässt sich die Atmosphäre in der Duisburger Kraftzentrale vor einer Woche so beschreiben? Ihr kommt auf eine Party, ein paar von euch sind sogar auf Tanzen eingestellt. In dem Stimmengewirr überall hört man zwar noch Musik, doch in einer Ecke hat jemand hat das Wort ergriffen. Er spricht etwas lauter und hört nicht mehr auf zu reden. Denn er erklärt dem Kreis um ihn herum, wo es in der Gesellschaft, der Politik oder bei einem Problem lang geht. Schnell hören fast alle Anwesenden ihm zu. Er ist ein interessanter Mensch. Immer stiller wird es im Raum und nur noch selten schiebt sich die Musik in das ununterbrochene Erklären hinein. Später bleibt ihr zwar noch neugierig, was er zu sagen hat, doch sein ausführliches und sich in Teilen wiederholendes Monologisieren ist auch ermüdend. Ihr denkt, mehr Musik wäre vielleicht auch nicht schlecht. Doch seine Worte enden nicht, er erklärt die Wirklichkeit, und wirklich gut sieht es mit der seit Jahren nicht aus. Als er schließlich schweigt, ist in euren Köpfen erst einmal kein Platz für eigene Gedanken. Es dauert einige Zeit, bis andere Gespräche wieder in Gang kommen. Zumal es längst zu spät für die Musik geworden ist. Die Party ist ganz plötzlich schon wieder vorbei.

Die Bühne verdeckte eine transparente Leinwand. An den Seiten rahmten weitere Leinwandflächen den Platz für das Publikum ein. Der Raum war in einem Drittel der Duisburger Krafzentrale geschaffen worden, ein Raum, in dem Adam Curtis bei seinem Projekt mit Massive Attack die Wirklichkeit seit den 1950er Jahren bis in die Gegenwart hinein erklärte.  Im Unterschied zum monologisierenden Partygast gab er seinen Erklärungen auch noch einen Bilderstrom mit, der neben der Chronologie von Weltereignissen wie Tschernobyl, dem Mauerfall und 11. September zudem von zwei biografischen Erzähllinien in Russland und im Westen bestimmt wurde. Der Werdegang eines russischen Jugendlichen vom Punk zum rechtsradikalen Nationalisten gegenüber dem Lebensweg der Tochter einer Künstlerin, geboren im Swinging London der Sixties.

Dieser Bilderstrom stand zunächst im Zeichen einer experimentell wirkenden Dokumentation, um sich gegen Ende in das Bilderstakato eines Videokunstprojekts zu verwandeln. Ironie und  Witz gab es durch die Montage von Bilderwelt des Ostens mit der des Westens. Folkloregruppe dort, Aerobic mit Jane Fonda hier. Gewaltvolle Sequenzen waren zu sehen. Die Exekution des rumänischen Diktatoren-Ehepaares dort, Verbrechen auf Straßen hier. Das zentrale Thema für Adam Curtis war bei all dem zunächst, welche Folgen hat das Versprechen von Herrschenden, von dem System, das Leben und die Wirklichkeit vorhersehbar und risikolos zu machen. In der Gegenwart mit seinem Bilderstrom angekommen rückt diese Frage allerdings in den Hntergrund. Nun stehen wir nach Adam Curtis vor dem grundsätzlichen Problem, die Wirklichkeit überhaupt noch zu erkennen. Bilder suggerieren etwas, was es oft nicht gibt.

Doch es mochten noch so viele Bilder gegeneinander geschnitten sein. Es mochte die Musik sich hin und wieder bemerkbar machen. Die Botschaften von Adam Curtis überlagerten alles. Sie wurden klar und deutlich durch einen Sprecher erzählt oder durch Schrift über Bild lesbar gemacht. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass irgendjemanden am Ende nicht klar war, wie Adam Curtis die Wirklichkeit deutet. Das waren durchaus schlüssige Deutungen der Wirklichkeit. Unbekannt waren sie nicht. Für jede Ideologie der Nachkriegszeit bildete die ewige Sehnsucht der Menschen nach sicherem Leben die Grundlage. Menschen versprachen diese Sicherheit, nutzten die Angst vor Unsicherheit für ihre eigenen Interessen und scheiterten letztlich an dem immer vorhandenen Rest Unwägbarkeit, den manche Schicksal nennen, andere Zufall.

Die als Ciné-Konzert angekündigte Veranstaltung wurde so durch einen intellektuelle Zugang zur Welt bestimmt, der das sinnliche Erlebnis zum Verschwinden brachte. Vor allem die Erklärungen in Text und Ton und weniger die  Bilderflut rückte die Musik von Massive Attack in den Hintergrund. Erst in der zweiten Hälfte des Abend beanspruchte sie um so mächtiger Aufmerksamkeit mit der schieren Überwältigungskraft von Bässen, deren Schalldruck die stehende Luft der Halle in eine leichte Brise verwandelte. Fast geriet man ins Taumeln. Erst  zum Ende dieser als Ciné-Konzert angekündigten Veranstaltung vereinigten sich so die unterschiedlichen Elemente in einem Gleichgewicht des künstlerischen Erlebens. Erst zum Ende hin entstand jene versprochene halluzinatorische Kraft des Gesamtkunstwerks aus Bildern, Texten und Musik.

Mit einem Klick weiter findet ihr auf der Seite der Ruhrtriennale einen Trailer zum Abend samt einiger  Szenenfotos aus dem Clipzusammenschnitt.

In der Rheinischen Post findet ihr eine Besprechung von der Ruhrtriennale-Premiere. Weitere Besprechungen des Abends findet ihr mit einem Klick bei der schon vorgenommenen Google-Newssuche.

Der folgende Clip gibt euch einen Eindruck aus einem ruhigeren Teil des Abends

Weitere Clips, zum Teil mit Bildern aus Manchester, zwei Monate zuvor, findet ihr bei youtube mit einem Klick weiter.

Und vor dem Spiel noch etwas ganz anderes: Ruhrtriennale 2012

Die erste Spielzeit von Heiner Goebbels als künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale verspricht dem Publikum Erfahrungen, die uns Zuschauern des MSV Duisburg oft nicht fremd sind. Heiner Goebbels möchte mit dem zusammengestellten Programm Begegnungen bieten „mit etwas, das wir noch nicht kennen: ein ungesehenes Bild, ein ungehörter Klang, eine nicht für möglich gehaltene Bewegung.“ Im Stadion ist so etwas in dieser Saison für uns lange Zeit normal gewesen. Wir wussten nicht, was uns erwartet, welche Qualität die Mannschaft im Spiel zeigen konnte, und so standen wir oft genug verständnislos vor der Leistung der Mannschaft. Dieses Risiko der Verständnislosigkeit geht Heiner Goebbels mit dem Programm der Ruhrtriennale ein. Überfliegt man das Programm findet sich auf den ersten Blick kaum etwas, was einem Publikumsbedürfnis nach erzählerischen Formen von Kulturerfahrungen entspricht. Nachvollziehen von Handlung tritt in diesem Programm zurück hinter die reine Wahrnehmung von Geschehen. Heiner Goebbels interessiert „Theater als eigene Realität“. In den Räumen der Industriekultur soll auf kein Draußen verwiesen werden, und die Zuschauer sollen ihre eigenen Verbindungen zwischen ihrem Erleben im Theater und der Realität ziehen.

Wenn Heiner Goebbels im folgenden mit Holger Noltze über das Eröffnungswerk der Ruhrtriennale, Europeras 1&2 von John Cage, spricht, werden auch seine Vorstellungen von Kunst noch einmal deutlich.

Nun wissen wir Zuschauer des MSV Duisburg aus dieser Saison, nicht immer möchte man als Zuschauer ein Spiel voller Überraschungen und ungeahnten Spielmöglichkeiten, die nicht auf einen Zweck verweisen. Manchmal möchte man einfach auch nur einen ungefährdeten Anpfiff-Abpfiff-Sieg sehen. Man möchte manchmal auch nur ein schönes Spiel sehen mit dem ein oder anderen technischen Kabinettstückchen. Erst danach ist man auch wieder für die Wundertüte MSV Duisburg bereit. Deshalb bin ich ein wenig skeptisch, ob das Ruhrgebiet der richtige Ort für das künstlerische Konzept von Heiner Goebbels ist. Mir fehlen Programmteile, bei denen ich etwas genauer weiß, was mich erwartet. Es war ja in den vorherigen Spielzeiten keineswegs so, dass jeder Programmteil Boulevard für das Bildungsbürgertum des Ruhrgebiets bot. Auch zuvor gab es Kunst, deren Bezüge zur Realität, das Publikum selbst herstellen musste; Kunst, die sehr auf das Ereignis des Abends bezogen war, die nicht eingängig war und die manchmal ratlos zurückließ. Die Mischung war aber da, die ein Publikum dazu bereit machte, sich auf das ganz andere einzulassen. Ich bin gespannt, welche Folgen diese Programmgestaltung für die Zuschauerzahlen haben wird.

Für den schnellen Programmüberblick sei hier auch noch einmal die Pressemitteilung der Ruhrtriennale zitiert: „Zu den Höhepunkten des Festivals zählen die Opern Europeras 1&2 von John Cage in der Jahrhunderthalle, inszeniert von Heiner Goebbels und seinem Team, und Carl Orffs Prometheus in der Kraftzentrale – in der Regie des samoanischen Choreografen Lemi Ponifasio, sowie die Live Art-Ausstellung 12 Rooms im Essener Museum Folkwang. Die Jahrhunderthalle Bochum wird mit En Atendant und Cesena von Anne Teresa de Keersmaeker außerdem Schauplatz einer einzigartigen Doppelinszenierung bei Sonnen-untergang und Sonnenaufgang. Erstmalig Gäste der Ruhrtriennale sind die Theatermacher Robert Lepage, der im Salzlager auf Zollverein, Essen, seinen neuen Theaterzyklus Playing Cards eröffnet und Romeo Castellucci, der mit FOLK. im Duisburger Landschaftspark die Grenzen des Theaters in Bewegung bringt. Ein Open Air-Konzert der japanischen Gruppe Boredoms sorgt für Schlagzeug-Power in der Bergarena der Halde Haniel in Bottrop.“

Die Konkurrenz des Fußballs

Ruhrtriennale: Urmomente bei Bier und Currywurst from Ruhrtriennale on Vimeo.

Busfahrer – FRANK SCHNEIDER (Freudenhaus Theater Essen)
Blaumann – THORSTEN BRUNOW (Mondpalast Herne)
Wirt – MARTIN ZAIK (Mondpalast Herne)

Stab:
Idee, Buch, Realisierung & Produktion – ANDREAS SIMON, MATHIAS NIEPENBERG
Regie – ANDREAS SIMON
1st AD: MATHIAS NIEPENBERG
Kamera/DOP: MAXIMILIAN HOEVER
Kameraassistenz: CLAIRE JAHN
Ausstattung: JASMIN DORPMANNS
Maske: RAYNA KLEINHOFF
Imbissbude: DIETER KÜSTERS
Setassistenz: BEN KNEIPHOFF, CHRISTINE MARZI
Schnitt: A. SIMON, M. NIEPENBERG
Setton und Mischung: THOMAS HENTSCHEL

Ist Iggy Pop in Wirklichkeit Bruno Hübner?

Pop. Iggy 2_c_XavierMartin-honorarfrei_bei_Namensnennung, WEBJedes Mal, wenn ich dieses Pressefoto von Iggy Pop sehe, denke ich kurz, trägt Bruno Hübner, der Sportdirektor vom MSV Duisburg, eigentlich auch hin und wieder blonde Perücken? Oder hat er enge Verwandtschaft in den USA? Das ist nun keine vorgeschobene Begründung, um ein Kulturthema im Fußballblog unterzubekommen.  Samstag habe ich von diesem Iggy Pop im Duisburger Landschaftspark
© Xavier Martin                ein großartiges Konzert gesehen. Manchmal muss man es den Duisburgern ja laut sagen, welch besonderen Ereignisse in ihrer Stadt geschehen. Über dieses Konzert könnte natürlich ausschließlich als Musikereignis geredet werden, doch dieser Mann, 62 Jahre alt, macht aus seinem gesamten Auftreten große Kunst. Dieser Mann zeigt sich ganz und gar, und das nicht nur mit seiner Musik. In der Bildenden Kunst  heißt das dann Performance oder Aktionskunst und wird mit den Weihezeichen der Hochkultur versehen. Andererseits, wenn Iggy Pop im Rahmen der RuhrTriennale auftritt, ist er, was die Hochkultur angeht, auch schon ganz weit vorgedrungen.  Nach diesem Konzert finde ich es jedenfalls schade, dass an den letztlich zu gewagten Vermutungen von Johann Caspar Lavater über den Zusammenhang von Persönlichkeit und Physiognomie nicht doch was dran ist. Mit so einer Theorie der Physiognomik im Rücken könnte das Konzert mit Iggy Pop uns MSV-Fans eine Menge geben.  Bruno Hübner leistet gute Arbeit, der Meinung bin ich schon. Doch die Sicherheit wäre groß, dass Bruno Hübner mit dem MSV etwas ganz Besonderes gelingen wird. Ein Mann, der Iggy Pop im Aussehen ähnelt, besäße auch viele von dessen Eigenschaften, die Bruno Hübner bei seinen Aufgaben als Sportdirektor zu einem ganz Großen machten. Er müsste dazu ja nicht gleich zu Vertragsverhandlungen mit nacktem Oberkörper erscheinen oder gar während Interviews die vorgehaltenen Mikros plötzlich mit alter Rocker-Geste durch die Luft wirbeln.


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