Posts Tagged 'Schauinsland Reisen'

Notizen zu Präsidentenwechsel und Sponsoreneinfluss

Eins halte ich für sicher: Der MSV Duisburg ist auf dem Weg, ein Geschehen, wie das der letzten Tage als einfache Nachricht weitergeben zu können. Der Vorsitzende und der 2. Vorsitzende tauschen ihre Ämter. Noch ist der MSV Duisburg nicht so weit. Der Wechsel an der Vereinsspitze erfolgt zu einem überraschenden Zeitpunkt, was ihm eine besondere Bedeutung beimisst. Es gibt Raum für Spekulationen, die  der seriöse Teil der Lokaljournalisten sachlich und informierend vornimmt. Was wenig mit der Art und Weise zu tun hat, wie dieser Ämtertausch vom MSV kommuniziert wurde sondern mit der Haltung dieser Journalisten. Dirk Retzlaff liegt mit dem Bericht und seinem Kommentar des Geschehens wohl sehr nah an der Wirklichkeit dieses Wechsels, hingegen im Reviersport, wie es sich für den Boulevard gehört, jede Chance auf die populistische Empörungsgeste genutzt wird. Such die Emotion und den Konflikt in der Geschichte, dann blase alles auf und probiere mit dem halbtoten Story-Gaul  wenigstens den Nebenweg Randfigurenkommentar, so lautet einmal mehr die Devise.

Beim Wechsel an der Vereinsspitze lässt sich ein Grundmotiv erkennen, und das ist das Vertrauen in die handelnden Personen beim MSV Duisburg. Dieses Vertrauen ist wichtig, weil Menschen gefunden werden müssen, die bereit sind, dem MSV Duisburg Geld zu geben. Inzwischen ist wieder von fehlenden 4,5 Millionen Euro die Rede. Wir waren schon einmal bei fehlenden 2 Millionen. Dieser Unterschied in der Summe ist aber anscheinend nicht mehr wichtig. Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass das Vertrauen das zentrale Motiv beim Wechsel war und in der Folge dann natürlich das fehlende Geld. Wir wussten bislang übrigens auch nicht genau, welche Menschen den Vereinsverantworltichen vertrauen sollten. Waren es Sponsoren oder Investoren? Was selbstredend ein Unterschied ist, da Investoren Geld verdienen wollen. Sponsoren wollen aber immatierelle Werte geboten bekommen. Nach diesem Wechsel an der Vereinsspitze sieht es nun so aus, als werde die Aufmerksamkeit mehr auf die Sponsoren gerichtet. Aber auch das ist Spekulation.

Wenn von Sponsoren die Rede ist, taucht ein weiteres Mal das Vertrauen als Grundmotiv des Geschehens auf. Dieses Mal aber geht es um das Vertrauen der Fans in die Entscheidungsfreiheit beim MSV Duisburg. Nach der Hellmich-Zeit ist der Einfluss von Geldgebern auf den Verein ein heikles Thema. Verantwortliche und Anhänger eines Vereins wie dem MSV Duisburg kommen aber nicht umhin, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Stellen wir uns vor, warum ein Unternehmen dem MSV Duisburg Geld gibt? Wirtschaftliche Argumente finden Unternehmen selbst in der 2. Liga nur selten. Ich erinnere mich an eine Studie zu Sponsoringeffekten im Fußball, die ich auf die Schnelle jetzt nicht finde. Bezogen auf Markenwert, Steigerung der Bekanntheit usw. hat sich für kaum ein Unternehmen das Engagement im Fußballl gerechnet. Das Geld wäre besser in reine Werbung investiert gewesen. Es muss also neben den wirtschaftlichen Gründen weitere Motive geben, warum ein Unternehmen einem Fußballverein Geld gibt.

In Duisburg sind das überaus begrüßenswerte Motive. Denn Schauinsland-Reisen sicherte die Existenz des MSV Duisburg immer auch in der Absicht, den Menschen in Duisburg zu Lebensqualität zu verhelfen. – Irgendwer wird diese Steilvorlage zu Ironie und Sarkasmus puncto Leidensgeschichte mit dem MSV sicher nutzen.  – Gerald Kassner verfolgt also indirekt soziale Absichten bei seiner Entscheidung. Stellen wir uns nun also den Idealfall sponsorenunabhängige Entscheidungen beim MSV Duisburg vor. Das Unternehmen beobachtet, was geschieht und erkennt, der MSV Duisburg geht in seiner Geschäftspolitik einen Weg, der mit unseren Absichten nicht in Einklang zu bringen ist. Wir ziehen uns zurück. Alles wird offen kommuniziert. Der MSV Duisburg hat also die freie Entscheidung, überall sein Geld zu suchen. Wir wissen alle, das ist eine Illusion. Für den MSV Duisburg in der 3. Liga interessieren sich nicht viele Sponsoren. Wenn ein Verein von einem Sponsor mehr Geld erhält als von anderen, enstehen Abhängigkeiten. Daran können die handelnden Personen nichts ändern. Das sind strukturelle Bedingungen. Die völlige Entscheidungsfreiheit ist also ebenfalls eine Illusion. Das hat aber nichts mit unbotmäßiger Einflussnahme seitens des Hauptsponsors zu tun. Das ist einzig und allein eine Einsicht in die Gegebenheiten und verlangt pragmatisches Handeln.

Aus dieser Einsicht gilt es meiner Ansicht nach Konsequenzen zu ziehen. Das ist meine kritische Anmerkung zu dem Geschehen. Denn auch die von Schauinsland-Reisen in Person von Andreas Rüttgers ausformulierte Meinung, es gebe keinen Einfluss auf den MSV Duisburg ist demnach eine idealistische Illusion. Natürlich stimmt das im Grundsinn der Worte. Doch es gibt Menschen, die mit einigem Recht das anders wahrnehmen, weil sich die Bedeutung des Unternehmens sehr wohl als Präsenz in informellen Zirkeln des Vereins zeigt. Der Alltag erfordert realistische Haltungen, und ich denke, es wäre eine sauberere Lösung, wenn sich die besondere Bedeutung des Hauptsponsors Schauinsland-Reisen in den Gremien des MSV Duisburg abbildete. Im Gegensatz zu Walter Hellmich vermischt Gerald Kassner sein Engagement beim MSV Duisburg nicht mit wirtschaftlichen Interessen seines Unternehmens. Die Vorgeschichte des MSV Duisburg verlangt, dass darauf noch einige Zeit lang hingewiesen wird. Kontinuität gehört übrigens auch in diesen Zusammenhang. Die Vorgeschichte macht die häufigen Wechsel an der Vereinsspitze völlig nachvollziehbar. Dazu ein anderes Mal mehr.

Am Vorgang des Wechsels ist für mich einzig zu kritisieren, dass der MSV Duisburg mit dessen Bekanntmachung wie von der Presse getrieben wirkte. Der Verein hatte beim Verkünden des Wechsels nicht die Deutungshoheit. Vielleicht gab es Hintergrundgespräche nach den ersten Gerüchten, und der Verein braucht nicht nur dankbar sein, für die ihm dieses Mal meist gesonnene Berichterstattung. Dennoch fehlt eine starke Geschichte von Vereinsseite für seine Anhänger, die sich direkt bei dem Verein ihres Interesses informieren wollen. Wenn man sich die Strukturen im MSV Duisburg genauer ansieht, ist das Fehlen nachvollziehbar. Die Presseabteilung ist in dem Wirtschaftsunternehmen angesiedelt und übernimmt die Meldungen für den Verein mit. Es zeigt sich so eine Leerstelle der Kommunikation, die sich auch andererorts bemerkbar macht und die Hermann Kewitz in der Rheinischen Post bei seiner Bestandsaufnahme des Geschehens ebenfalls wahrnimmt. In solchem fehlenden Reden mit der Öffentlichkeit geht es immer um mehr als um den eigentlichen Sport. Im Erfolgsfall fällt das übrigens nicht auf. Ein Aufstieg in der nächsten Saison hilft also auch in dem Fall.

 

 

 

Mehrmaliges Lesen beruhigt – Gesunder Umgang mit den Worten von Andreas Rüttgers

Gestern Nachmittag gingen Worte aus dem MSVPortal unter Anhängern des MSV rasend schnell durchs Netz. Überall hieß es, schon gelesen? Oh Gott, was hat das zu bedeuten? Das macht Angst! Anlass für die plötzlichen Sorgen war dieser Post im MSVPortal von diplomat, der ja bekanntermaßen Andreas Rüttgers ist, der Marketingchef vom Hauptsponsor des MSV Duisburg, Schauinsland-Reisen, und ehemaliger Vereinspräsident. Der Ton den Andreas Rüttgers anschlug, klingt beim ersten Lesen so sehr nach Abschied, dass bei vielen Anhängern des MSV Daueralarm einsetzte. Es dauerte einige Zeit, bis Andreas Rüttgers in einem zweiten Post versuchte, die Stimmung zu beruhigen. Doch auch dieser Post warf beim ersten Lesen Fragen auf. In diesem Post, klang es so, als ob die Einheit der Krise zwischen den Verantwortlichen vom MSV und dem Hauptsponsor verloren gegangen ist. Man kann aus seinen Worten herauslesen, dass es zwischen Hauptsponsor und Verantwortlichen unterschiedliche Ansichten über die Zukunft des MSV Duisburg gibt.

Die gute Nachricht ist aber: Man kann diese Differenzen herauslesen, man kann es aber auch lassen. Dazu muss man die beiden Postings ein zweites Mal lesen. Mache ich das, lassen Sie sich tatsächlich auch nur als pathetisch formulierter Dank deuten,  so wie Andreas Rüttgers eben seinen ersten Beitrag betitelt hat: „Danke an den 12. Mann …“ Solch emotionalen Worte kennen wir von Andreas Rüttgers. Das ist sein Stil und gehört zu seiner Persönlichkeit. Daraus zieht er seine Kraft, um sich für den MSV Duisburg einzusetzen. Wie alles hat das auch seine Kehrseite, die sich gestern offenbarte, als er seinen Dank im Namen des Sponsors mit dem Blick auf die Zukunft des MSV verknüpfte. Erst nach einem zweiten Lesen ist das dem Pathos geschuldet. Man kann diesen Vorgriff auf den möglichen Abschied also als rhetorische Figur deuten, dann wirkt der Dank noch größer. Beim ersten Lesen aber ist der Abschied nah.

Allein, dass es so viele Beiträge in dem Thread nach Andreas Rüttgers‘ Posting gibt, sollte ihn darauf hinweisen, dass er in diesem Fall unpassende Worte gewählt hat. Wenn so viele Anhänger des MSV Duisburg anfangen, einzelne seiner Sätze auseinander zu nehmen, zu deuten und auszulegen, um zu verstehen, was wirklich gemeint ist, scheint das Vorhaben des Sponsors, sich bei Fans zu bedanken, schief gegangen zu sein. Nun nehmen einige Anhänger auch an, Andreas Rüttgers habe seine Worte strategisch geäußert im Hinblick auf das Agieren der Vereinsverantwortlichen. Das allerdings hielte ich für eine Katastrophe.

Diese Unsicherheit über die Haltung von Schauinsland-Reisen verursacht die eigentliche Unruhe unter den Fans. Die  Rheinische Post hat diese gestern aufgeflammte Stimmung unter den MSV-Anhängern in einem Artikel aufgegriffen und diese Unruhe auf die unklare finanzielle Lage reduziert. Diese Lage ist aber nicht neu. Dieses Warten sind wir gewohnt und halten wir aus. Wenn nun aber in einem ersten Lesen das Verhältnis das Hauptsponsors zum Verein problematisch scheint, scheint es so, als kehrten alte Zeiten zurück. Auch in dem Fall tut ein zweites Lesen Wunder. Ich mache das und erkenne dann nur grundsätzliche Äußerungen über die Einstellung von Schauinsland-Reisen, die immer schon bekannt waren. Wie gesagt, Beruhigung bringt erst ein zweites Lesen.

Jeder Mensch hat blinde Flecken. Ich hoffe, in dem Fall ging es nur um einen solchen blinden Fleck von Andreas Rüttgers bezogen auf die eigene Emotionalität. Würde ich etwas anderes annehmen, müsste wir wieder über Strukturen reden. Über genau formulierte Verabredungen, was ein so großer Sponsor von einem Fußballunternehmen erwartet, erwarten kann. Aber vielleicht ist Sponsor auch das falsche Wort für einen Geldgeber bei einem Verein der Größenordnung vom MSV Duisburg. Weil es bei einer Unterstützung solcher Größenordnung, wie sie Schauinsland-Reisen vorgenommen hat, zwangsläufig auch um Vorstellungen von Arbeitsweisen geht. Und das genau ist eine Schwierigkeit für das Verhältnis von Verein und Geldgeber. Dann allerdings müsste ich auch über das Rollenverständnis von Andreas Rüttgers nachdenken. Ich hoffe sehr, dass ich das alles nicht machen muss.

UPDATE 13 Uhr: Andreas Rüttgers hat sich noch einmal mit einem ausführlichen Post zu Wort gemeldet und dieses Mal spricht er klare Worte. Die wichtigste Botschaft lautet, zwischen Verein und Hauptsponsor Schauinsland-Reisen gibt es keine Disharmonie. Meine Hoffnung hat also nicht getrogen. Bleibt die Sorge um das fehlende Geld. Es scheint schwieriger als erwartet zu sein, die Finanzlücke zu schließen. Abermals also hoffen, dass Hoffnungen nicht enttäuscht werden.

 

 

Zwischen Fastelovend und der Fußballnormalität mit Hausverbot sowie Kentsch

Zwei Parallelluniversen begegnen sich in diesen Tagen des Straßenkarnevals jedes Jahr aufs Neue in meinem Leben. Sie bewegen sich in unterschiedlichem Tempo. Wenn in der Karnevalswelt trotz immer wieder neuen Erlebens die Zeit gleichsam still steht, nimmt die Welt des Fußballs ihren normalen Lauf. Die armen Frankfurter mussten sogar gestern Abend richtig arbeiten und sind nicht mal als Entschädigung für die Karnevalsabstinenz eine Runde weitergekommen. Ich hoffe für mich und den MSV, wenn international, dann sofort Champions League. Ein Pflichtspiel am Weiberfastnachtstag entspricht nicht meinen Vorstellungen von einem zufriedenstellenden Leben.

Schon in der Vergangenheit musste ich immer einige Mühe darauf verwenden, mein verdoppeltes Leben als Jeck und MSV-Fan wenigstens zum Spieltag hin mit ihren beiden unterschiedlichen Geschwindigkeiten in Einklang zu bringen. Doch in diesem Jahr überfordert mich die Fülle unterschiedlicher Meldungen zum MSV geradezu. Wie soll ich, dem die Veedels-Feier-Lieder noch im Ohr klingen, sinnvolle Sätze zu gleich zwei bis drei gewichtigen Themen beim MSV Duisburg schreiben? Und da ist das Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden noch gar nicht dabei. Das geht heute nur begrenzt. Karneval bringt auch mich in einen Ausnahmezustand, und  Hausverbote im großen Zusammenhang einzuorden wird mir heute zu viel. Da reicht ein: Gut gemacht, MSV Duisburg! Der Verein reagiert auf die unterschiedlichen Vorfälle am letzten Samstag bei An- und Abreise von MSV-Fans nach Dortmund mit einem deutlichen Zeichen. Zudem wird in der Pressemitteilung das weitere Vorgehen erläutert.

Weil ich online von dem Hausverbot noch nichts gefunden habe, hier die Pressemitteilung vom MSV Duisburg im Wortlaut.

Der MSV Duisburg hat nach den Ausschreitungen sogenannter „Fans“ auf der An- und Abreise zum Auswärtsspiel der Zebras am Samstag, 22. Februar 2014, bei Borussia Dortmund 21 Hausverbote ausgesprochen. Diese Hausverbote gelten vorerst für das Heimspiel des MSV gegen den SV Wehen Wiesbaden am Samstag, 1. März 2014.

„Ob diese Hausverbote danach in bundesweite Stadionverbote ausgeweitet werden, entscheidet der DFB“, erklärte Michael Meier, Sicherheitsbeauftragter des MSV; über Vorfälle auf Reisewegen darf allein der DFB urteilen.

Ob darüber hinaus weitere Randalierer durch Stadionverbote vom MSV fern gehalten werden können, sollen weitere Auswertungen der umfangeichen Videoaufzeichnungen und Unterlagen der Polizei zeigen. Meier: „Wir arbeiten dabei wie in der Vergangenheit eng zusammen!“

Der MSV distanziert sich erneut von allen Personen, die Fußballspiele als Plattform für Gewalt, Rassismus und Diskriminierung nutzen. Der MSV verdeutlicht in seinem Leitbild u.a.: Als Zebrafamilie, mit all unserer Vielfalt, sind wir weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt. Wir halten zusammen, insbesondere in schweren Zeiten.
Integration wird von uns gelebt. Respekt und Toleranz prägen unseren Umgang miteinander.

Wir fordern erneut alle unsere Anhänger auf, gemeinsam mit dem MSV gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus aufzutreten und bei und rund um unsere Spiele weiter so fröhlich und begeistert Streifen zu zeigen, wie Duisburg das im vergangenen Sommer gezeigt hat!

Aber das ist noch nicht alles. Kaum feier ich mal Karneval, gibt der Sportjurist Christoph Schickhardt  dem Kicker ein Interview, in dem er auf die Entscheidung des DFB zu sprechen kommt, dem MSV Duisburg keine Spiellizenz für Liga 2 zu erteilen. Er ist der erste, der klar sagt, alleine Roland Kentsch ist verantwortlich für den Entscheid des DFB. Die Finanzen hätten keine Rolle gespielt, formale Fragen hätten geklärt werden müssen.

Nun frage ich mich allerdings, welchen Einblick Christoph Schickhardt in das Verfahren hatte, um diese Einschätzung geben zu können? Wer war im Sommer nochmals Rechtsbeistand vom MSV Duisburg in dem Berufungsverfahren? Suche ich jetzt nicht, und sag im Vorgriff auf Dienstag, der Nubbel ist schuld. Mein juristisches Laienverständnis sieht manche formale Frage eng verknüpft mit dem vorgelegten Finanzplan. Wir erinnern uns an das vertraglich festgehaltene Mitbestimmungsrecht von Walter Hellmich bei der Abberufung des Geschäftsführers. Dass sich diese formale Frage nicht ohne Beschäftigung mit den Finanzen hätte klären lassen, liegt auf der Hand. Was Roland Kentsch natürlich nicht aus der Verantwortung entlässt, sondern nur den Begründungszusammenhang ein wenig komplexer macht. Sprich: Mein Laienverstand sagt, wer auf der sicheren Seite sein will, muss argumentativ nachlegen. Aber Rechtssprechung soll ja für Eindeutigkeit sorgen, und vielleicht brauchen Juristen im Nachhinein nur die Sätze des Vertrags und nicht die dahinter stehende Vorgeschichte, wie es zu den Sätzen kam.

In den Zusammenhang, aber natürlich längst eigenes Thema, gehören die Finanzen beim MSV Duisburg als Voraussetzungen zur DFB-Lizenz für die 3. Liga in der kommenden Saison. Ob eine dieser nötigen Voraussetzungen dann noch Schuldenschnitt heißen wird, sei dahin gestellt. Ohne die erneute Hilfe von Gerald Kassner und Schauinsland Reisen ließ sich jedenfalls das beim Schuldenschnitt aufgetauchte Problem der Gleichbehandlung aller Gläubiger nicht lösen. Schuldenkauf, ist das bei WAZ/NRZ genannte Stichwort. Nächste Woche mehr dazu.

Fußball gespielt wird schließlich auch noch. Gerrit Wegkamp begleitet dieses Mal Karsten Baumann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen SV Wehen Wiesbaden. Wir hören vom Trainer, wieder geht es am Samstag gegen einen Gegner, dessen Konterspiel gefährlich ist. Was schon vor dem Spiel gegen den BVB die Ausgangslage war. In Dortmund hatte der MSV diese Stärke des Gegners einigermaßen kontrollieren können. Mir wäre also auf der PK mal wieder auch ein Wort zur besonderen Gefahrenlage bei Standards lieb gewesen. Einfach für et Hätz un Jeföhl. Für Stimmungen bin ich nämlich momentan noch anfälliger als sonst. Aber seht selbst.

Nun muss ich mich bei so viel Rasanz im Geschehen rund um den MSV Duisburg erstmal wieder aufs Lebenstempo hier vor Ort entschleunigen. Mach ich mit dem dazu passenden Motto-Karnevalspop von Cat Ballou. In dem Sinne noch einmal: „Alaaf!“ und „Helau!“. Wir sehen uns morgen im Stadion. Narrenkappe meines Großvaters wird das nötige Glück bringen. Ich hoffe zudem auf kreative Fankostüme. Den Spielbericht über einen Sieg mit Fotos anzureichern ließe ich mir vor dem Veedelszoch am Karnevalsonntag gefallen.

Schauinsland-Reisen-Chef Gerald Kassner im Interview über den MSV Duisburg

Wer sich bislang schon intensiv mit der Vorgeschichte zur letztjährigen Einreichung der Lizenzunterlagen vom MSV Duisburg beschäftigt hat, erhält nun in einem WAZ/NRZ-Interview mit Gerald Kassner, dem Geschäftsführer von Schauinsland-Reisen die Bestätigung dessen, was Andreas Rüttgers schon früh im MSVPortal informell beschrieb. Roland Kentsch lehnte ein mit Hilfe von Schauinsland-Reisen erstelltes Finanzkonzept ab, mit dem die Zweitligalizenz hätte beantragt werden sollen.  Damit gehört das Interview in die Quellensammlung einer jeden zukünftigen MSV-Geschichte.

Vor dem Lizenzentzug sollen Sie mit einem Geldkoffer mit 6 Mio Euro und einem neuen Konzept im Arena-Foyer gesessen haben, der Vorstand das Angebot aber abgelehnt haben. Was war da los?

Kassner: Zunächst einmal: Ich bin nicht jemand, der mit einem Koffer voller Geld irgendwo hingeht. Richtig ist, dass wir ein tragfähiges Konzept und eine gangbare Lösung angeboten haben. Das ist nicht angenommen worden. Ich denke, da waren einfach die falschen Leute am Werk.

Darüber hinaus lohnt sich der Klick weiter zur  Online-Seite, auf der der MSV Duisburg im Interview zum Thema wird. Denn in Gerald Kassners weiteren Worte zum Engagement von Schauinsland-Reisen beim MSV Duisburg wird gleichzeitig sein Vertrauen in die derzeit handelnden Personen beim MSV Duisburg deutlich. Etwas für die gute Stimmung mit Blick auf den nächsten Lizenzierungs-Termin, der schon bald ansteht. Das Interview mit Anmerkungen zur Firmenpolitik und zum Wirtschaftsstandort Duisburg beginnt mit einem Klick weiter hier.

Noch einmal Vorstand- und Sponsorenlob, Medienkritik und Bewegtbilder von Fanaktionen

Schon für den letzten Mittwoch hatte ich auf die Nachricht gehofft, die wir heute erst erfahren. In jedem Film wäre das der Fall gewesen. Keinem Publikum hätte ein Drehbuchautor zugemutet sich die letzten zwanzig Minuten des Films ohne nennenswerte Handlung anzusehen. Schließlich glich unser Film der letzten Woche einem Thriller. Dieses als letzte Fanaktion vor dem Stadion angekündigte Abendprogramm wäre in einer perfekten Dramaturgie der Höhepunkt der letzten Wochen gewesen. Wir wussten aber alle schon längst, die erhoffte Nachricht würde nicht kommen. So befand nicht nur ich mich in einer komischen Stimmung. Es war zu spüren, ein einzelnes Thema lässt sich nur schwer über eine lange Zeit hinweg in der Öffentlichkeit halten. Zumal in diesem Fall die aktuellen Wirkmöglichkeiten des Fan-Engagements für den MSV sich erschöpft hatten. Die Welt hatte gesehen, was der MSV Duisburg den Menschen vor Ort bedeutet. Einfluss auf irgendwelche Verfahren waren nicht gegeben. Der Vorstand handelte so, wie es sich fast alle Anhänger  des MSV Duisburg vorstellten. Daran änderte auch  Ralf Birkhans Urteil zum Vorstandshandeln in der WAZ/NRZ  wenig. Die Anspannung richtete sich nur noch auf die erhoffte Nachricht vom DFB. Die meisten von uns waren einfach auch müde geworden.

Dennoch stellten Michael Koch, Hajo Schneider und Detlev Gottschlich für diesen Mittwochabend erneut ein Programm zusammen, und dennoch kamen auch an diesem Mittwochabend wieder etwa 400-500 Menschen an das Stadion. Bilder vom Anfang dieses Programms hat Frank-M. Fischer für Duisburg365.de zusammengeschnitten. Dagmar Albert Horn ist zu sehen, dem es gelang dem Abend die Müdigkeit auszutreiben. Für einen ruhigeren Moment sorgte meine Wenigkeit mit drei Texten. Wer mit Übermotivierte Vierte Offizielle das Wagnis Spaßgedicht am Stadion nachlesen will, mit einem Klick weiter. Ivo hatte meiner Meinung nach ein Würdigung verdient, kein neuer Text, sondern der Abschied nach dem Ende seiner aktiven Zeit. Und der Kommentar zu dem völlig verfehlten Birkhan-Kommentar brauchte jede Öffentlichkeit. Denn eines sollte diese Zeit jedem klar gemacht haben, man sollte in Sachen MSV Duisburg nicht allzu sehr dem vertrauen, was in den Zeitungen steht – nebenbei gesagt, am saubersten wird unterschieden zwischen Meinung und Fakten seit einiger Zeit bei der Rheinischen Post. Das müsst ihr also weiter erzählen. Jedem am MSV Interessierten bleibt nichts anderes übrig als verschiedene Quellen zu lesen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Was im übrigen auch für die Sache „Geld von Pottvereinen“ gilt. Was kochten die Emotionen hoch, weil die Nachricht verkündet wurde, der FC Schalke 04 gibt dem MSV Duisburg Geld. Für einige im Netz meinungsfreudige MSV-Anhänger bedeutete das eine persönliche Schmach. Heute nun lesen wir, auch der BVB hilft. Und wenn man sich diesen Vorgang genau ansieht, ist die Finanzkonstruktion sehr viel komplizierter, als sie das Wort Kredit beschreiben kann. Nur beim Weglassen von viel Wahrheit lässt sich das Geschehen auf die populistische Schlagzeile  bringen: Schalke rettet MSV.  Mir ist übrigens immer noch nicht klar, ob BVB und Schalke nur bürgen und damit helfen, die Auflage des DFB „Sicherheitsbürgschaft “ zu erfüllen wird oder ob tatsächlich Geld fließt. Beide Versionen sind im Umlauf.

Zurück zum Mittwoch, im Clip sind noch kurz die jungen Musiker von Die Jugend von heute zu sehen. Nicht zu sehen sind Michael Wildberg der sein Vorwort zu den neu aufgelegten Erinnerungen von Günter Preuß las, der Rapper Baracuda und Andreas Rüttgers, als Vertreter des Hauptsponsors Schauinsland Reisen, aber auch als einer, der in den letzten Wochen mitarbeitete, um die DFB-Anforderungen zu erfüllen. Auf ihn komme ich noch zu sprechen.

Jetzt also noch Andreas Rüttgers; wer dem Gespräch von Detlev Gottschlich mit ihm zuhörte, erhielt auch einen Eindruck von der ungeheuren Arbeit, die von Seiten der MSV-Verantwortlichen in dieser vergangenen kurzen Zeit hatte geleistet werden müssen. Andreas Rüttgers wies keinesfalls besonders drauf hin. Diese Einsicht konnte aber jeder gewinnen, der kurz nachdachte, wenn er all die Informationen zur möglichen Zukunft vom MSV Duisburg hörte. Über 100 hundert Sponsoren sind bereit, den MSV Duisburg in der 3. Liga zu unterstützen. Mit all diesen Sponsoren hatten neue Vereinbarungen getroffen werden müssen. Dazu musste sicher mehr als einmal miteinander gesprochen werden. Nocheinmal für Liga 3 gab es im Verein keinerlei Vorbereitung. Zudem unterscheiden sich die Anforderungen von DFB und DFL, so dass nicht einfach die Lizenzunterlagen für die DFL mal eben kurz angepasst werden konnten. Diese Lizenzunterlagen für den DFB mussten neu erarbeitet werden.

Wenn man sich allein diese Arbeit vorstellt, liegt es auf der Hand, wie leichtfertig Ralf Birkhan sein Urteil über die Arbeit der Verantwortlichen beim MSV fällte. Andreas Rüttgers machte aber noch mehr deutlich. Der Einsatz für den MSV Duisburg gilt dem Lebenswert der Stadt selbst. Das ist die besondere Botschaft, die hinter dem Engagement für den MSV Duisburg steht. Dieses Engagement von Schauinsland Reisen ist eingebunden in ein Gesamtbild, das der Unternehmer Gerald Kassner von der Stadt Duisburg hat. Es unterstützt die Stadt in ihrem Selbstbewusstsein und in der Wahrnehmung der eigenen Qualitäten. Dieses Engagement ist aber auch eingebunden in die Vision vom MSV Duisburg als Teil einer vielfältigen Stadt des Sports, eine Stadt, in der Eishockey ein Publikum findet, die eine bemerkenswerte Regattabahn besitzt und die mit dem ASC Duisburg sensationell den Deutschen Meister im Wasserball stellt. Der Serienmeister Spandauer SV war besiegt worden. Gerade diese Nachricht war in der spannungsgeladene Zeit rund um den Fußball nicht genug gewürdigt worden. So beschrieb Andreas Rüttgers jenen Moment, in dem das Engagement der Fans und das von Gerald Kassner, dem Unternehmer, eins sind. Mit ihren jeweiligen Mitteln sind sie der Stadt und der Region verbunden, und der MSV Duisburg gibt die Möglichkeit, diese Verbundenheit zu zeigen und zu fühlen.

So war es folgerichtig, dass am Freitag Anhänger des MSV Duisburg dieses Engagement von Gerald Kassner für den MSV Duisburg und die Stadt am Unternehmensitz von Schauinsland Reisen mit einem Flashmob würdigen wollten. Bilder dazu gibt es ebenfalls.

Lesehinweis: Unternehmensportrait Schauinsland-Reisen in Die Zeit

Online ist der Artikel über das Duisburger Reiseunternehmen Schauinsland Reisen auf Zeit online noch nicht gestellt. Das wird nach dem Erscheinen der nächsten Print-Ausgabe am kommenden Donnerstag geschehen. Zu lesen ist in Die Zeit, Nr. 10, 28. 2. 2013, ein mit Sympathie geschriebenes Firmenportrait, das den Erfolg des Unternehmens beschreibt, kurz analysiert und Atmosphärisches nebenbei erzählt. Einmal gute Nachrichten aus Duisburg! Und für uns am MSV Duisburg Interessierten natürlich von Bedeutung, weil dieses Portrait unterstreicht, wie wichtig in diesem Unternehmen gut funktionierende Kommunikation ist. Dementsprechend  wird dieser Hauptsponsor des  MSV Duisburg auch bei der Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Verein diesen Werten des Unternehmens begegnen wollen. Nachträglich erhalten wir einen Eindruck davon, wie bedroht diese Zusammenarbeit im Dezember letzten Jahres gewesen sein muss.

Wenn der Artikel online geht, werde ich ihn hier verlinken.

Das Geld, die Würde und menschliche Größe

Gestern überlegte ich beim Schreiben noch kurz, wie ich die Nachricht von der abgewendeten Insolvenz mit dem Heimsieg des MSV Duisburg in Einklang bringen sollte. Beides waren gute Nachrichten, doch mein Text nahm eine Richtung, die das Thema Insolvenz zum Fremdkörper gemacht hätte. Denn eigentlich wollte ich dabei gleichzeitig über Andreas Rüttgers schreiben und seinem Verhältnis zu Walter Helmich, wie es in der Rheinischen Post geschildert wurde – noch vor der Nachricht über die bis zum Saisonende gelingende Finanzierung des Profibetriebs MSV Duisburg.

Es gibt da ein paar Dinge, die mir noch durch den Kopf gehen. Ein wenig habe ich zwar dabei das Gefühl, solche Gedanken sind überholt, wichtig ist der Blick nach vorne, aber ich denke auch an Deutungshoheit und Gerechtigkeit. Also, ich schreibe trotz Zweifel aus dokumentarischen Gründen. Das ist der Historiker in mir, der weiß, Geschichtsschreibung ist immer auch Deutung. Aufgewallt ist dieses Gefühl – wie bei so vielen Anhängern des MSV Duisburg – angesichts der ersten inoffiziellen Nachricht über die Rettung des MSV Duisburg aus dem Hause Reviersport. Dort wurde Walter Hellmich als „Retter“ des MSV Duisburg gefeiert, und Thorsten Richter, der Verfasser des Artikels,  zeigte sich auch für mich ohne journalistische Distanz zur Person Walter Hellmich.

Inzwischen ist durch Roland Kentsch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg betont worden, wie groß der Anteil von Gerald Kassner, des Geschäftsführers von Schauinsland Reisen,  an der Rettung des MSV Duisburg gewesen ist, und dass Walter Hellmich selbst ihn gebeten hatte, darauf hinzuweisen, seinen Beitrag wolle er als einen Teil des Ganzen richtig eingeschätzt wissen. Nicht nur er, Walter Hellmich, sondern viele hätten zur Rettung beigetragen.

Es gibt also viele Sponsoren, die in der Summe die benötigten 5 Millionen Euro aufbringen. Wer da jetzt wieviel gegeben hat, wissen wir nicht bei allen. Was wir aber wissen, sie sind nicht minder Retter des MSV Duisburg denn Walter Hellmich. WAZ/NRZ und Rheinische Post bringen diese Nachricht inzwischen glücklicherweise ebenfalls unter die Leute und rücken somit das Bild vom alleinigen Retter Hellmich gerade. Überregional hatte der Sportinformationsdienst aber schon bequermerweise den ersten Reviersport-Artikel als eigene Meldung übernommen, so dass die überregionalen Print-Medien in ihren kurzen Sportnachrichten ebenfalls Walter Hellmich als Retter ausriefen. Interessieren wird das niemanden in Deutschland, so sehr es sich Walter Hellmich wahrscheinlich wünscht und vielleicht sogar fürs Ego braucht.

Dennoch hat er  Roland Kentsch gebeten, seine Rolle ins rechte Licht zu rücken. Für die Zukunft des MSV Duisburg war diese Pressekonferenz ein Meilenstein, weil durch die Worte von Roland Kentsch das Binnenklima einigermaßen wieder ins Gleichgewicht gebracht wurde. Ich hoffe immer auf das Gute im Menschen, und vielleicht bestätigt Walter Hellmich seine Bitte an Roland Kentsch auch durch eigene zukünftige öffentliche Äußerungen.

In den Wochen zuvor hatte er in Interviews ja noch ganz anders geklungen. Da war er der Einzelkämpfer für seinen Ruf. Da wirkte er auf mich wie eine Art Erich Honecker mit Geld, der überall beweisen wollte, dass sein System trotz maroder Bausubstanz und bröckelnder Fassaden doch erfolgreich war. In diesen Interviews überzog er so sehr, dass es schwer wurde, ihn ernst zu nehmen. Ziel seiner öffentlichen Attacken waren seine Nachfolger, die die ganze Misere verschuldet haben sollten.

Und nun kommt Andreas Rüttgers ins Spiel, dessen Wirken in diesem Zusammenhang manchen verblüfft und die Journalisten der Rheinischen Post, Stefanie Sandmeier und Hermann Kewitz, zu der Wertung verleitete, er reagiere auf Walter Hellmichs Vorwürfe „grotesk“. Andreas Rüttgers hatte lange zu dem Reden von Walter Hellmich geschwiegen. Er sagte erst etwas, als in der ZDF-Sportreportage Walter Hellmich das Handeln aller nach ihm als verachtenswert  kommentierte. Doch Andreas Rüttgers polterte nicht zurück. Er rückte das Arbeiten für den MSV Duisburg in den Vordergrund, und handelte so rational und klug. Denn ihm war von Anbeginn seines Engagements für den MSV Duisburg klar, ohne Walter Hellmich wird dieser Verein nicht überleben. Das mag man bedauern, an der Erkenntnis konnte man nicht vorbei.

Die Reaktion von Andreas Rüttgers ist also nicht grotesk, liebe Stefanie Sandmeier, lieber Herrmann Kewitz. Die Reaktion ist genau das, was permanent von allen gefordert wurde, und was Walter Hellmich weder nötig hat zu leisten, noch dass er dazu die menschliche Größe besitzt. Andreas Rüttgers stellt seine eigenen Belange zugunsten des MSV Duisburg auf eine Weise zurück, die mancher nicht mehr nachvollziehen kann. Auch ohne offizielles Amt fungiert er, wie sein Nick ihm MSVPortal schon andeutet, als Diplomat. Ihm geht es um den Verein. Walter Hellmich geht es um den Verein immer auch als Futtermittel fürs eigene Ego. Der Mann hatte nun das Geld. Dafür gedankt, sympathisch finde ich diese Angelegenheit angesichts seiner öffentlichen Äußerungen in den letzten Wochen nicht.

An der Stelle kommen wir zur Würde. Denn die Frage nach der Würde  steht insgeheim hinter dem Staunen über Andreas Rüttgers Handeln. Auch viele Fans spüren so etwas wie gedemütigt sein, weil das Geld Walter Hellmichs das letzte Puzzleteil für die Rettung des MSV Duisburg wurde. Die Journalisten der RP werden wahrscheinlich in Andreas Rüttgers Worten Schwäche erkennen. Aber all diese Wertungen sind nur eine Frage der Perspektive. Für mich ist diese Pressekonferenz nach dem Regensburg-Spiel ein weiteres Zeichen dafür, dass in dem Verein eine neue Machtbalance hergestellt wird. Andreas Rüttgers wirkt dabei anscheinend intensiv mit. Seine Stärke bezieht er zum Teil aus der Idee MSV Duisburg und sicherlich auch aus dem Wissen, es gibt in seinem Umfeld genügend wichtige Menschen, die seine Arbeit wertschätzen. Ob ihn das Reden von Walter Hellmich manchmal nicht doch anficht, weiß ich nicht, aber ich weiß,   Andreas Rüttgers Handeln zeigt menschliche Größe und ist das Gegenteil von Schwäche. Walter Hellmich reiht sich nämlich ein. Das ist das Ergebnis seines Handelns. Egal, was zu Beginn im Reviersport geschrieben wurde.

Es gibt in Deutschland im Moment auf einem anderen kulturellen Feld ein Geschehen, das in den Voraussetzungen nicht ganz vergleichbar, in der Konfliktstruktur aber ähnliche Konstellationen wie beim MSV Duisburg aufweist. Es geht um Macht, es geht um Geld und es geht um Kultur. Der Suhrkamp-Verlag ist in seiner Existenz bedroht, weil sich die zwei für den Verlag überlebensnotwendigen Parteien beim Ausgleich ihrer Interessen nicht einigen können. Konfliktlösungen wurden per Gericht gesucht.  Da wurde dann mal dem einen recht gegeben, mal dem anderen, und der Verlag wird immer handlungsunfähiger. Beim MSV Duisburg gibt es Interessenausgleich und Konfliktlösung anderer Art, und es scheint zu funktionieren.


JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 8,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: