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Serbien sieht große wirtschaftliche Chancen im Medizintourismus

Ungarn erwirtschaftet inzwischen um die hundertzwanzig Prozent seines Bruttoinlandproduktes mit zahnmedizinischen Dienstleistungen, Schönheitsoperationen und Kuren sowie Rehabilations-Maßnahmen. Nur geringfügig weniger Geld wird in Kroatien mit dem Medizintourismus verdient. Da ist es verständlich, dass sich auch andere Länder Mitteleuropas auf dem Markt positionieren wollen. Serbien versucht gerade mit Hilfe von prominenten Patienten das westliche Ausland auf die eigenen medizinischen Erfolge aufmerksam zu machen.

Vereinzelt berichten schon westliche Medien, wie etwa das Ruhrgebiets-Internetportal des WAZ-Konzerns Der Westen, von den Heilungserfolgen wie sie in einem „topmodernen Fitnessstudio“ Belgrads zu beobachten sind. Dorthin begibt sich der Spieler des MSV Duisburg Srjdan Baljak seit einigen Tagen. Die baldige Genesung des durch eine schwere Prellung am Fuß einsatzunfähigen Kapitäns vom MSV Duisburg wird von Fans und sportlich Verantwortlichen sehnsüchtig erwartet. In dem Fitnessstudio wird „ „Baki“ mit Vakuum, Strom in verschiedenen Frequenzen und einer Wackelplatte behandelt.“ Sogar der sonst so zurückhaltend urteilende MSV-Trainer Milan Sasic zeigt sich sehr beeindruckt: „Unvorstellbar, was es alles für Methoden gibt. Srdjan hat keine Schmerzen mehr, die Fortschritte sind sehr groß.“

Die nahezu grenzenlosen Möglichkeiten der physikalischen Therapie werden demnächst durch naturheilkundliche Maßnahmen ergänzt. Serbische Physiotherapeuten und Ärzte wissen, auf diesem von Patienten häufig nachgefragten Gebiet hat das Land noch Nachholbedarf. Dabei muss sich Serbien punkto Naturheilkunde nicht verstecken. Wie eine Studie der Universität Belgrad zeigt, saugen serbische Blutegel im Durchschnitt 3 Milliliter mehr Blut je 5 Minuten als die ungarischen und kroatischen Artgenossen. Serbischen Physiotherapeuten und Ärzten macht dieses Ergebnis große Hoffnung auf zukünftige Heilungserfolge. Ob Srjdan Baljak allerdings bereits am Freitag die Heimreise antreten kann, um am Sonntag beim Spiel des MSV Duisburg gegen Alemannia Aachen dabei zu sein, ist noch nicht sicher. „Wenn alles gut verläuft, geben wir Herrn Baljak morgen eine mobile Wackelplatte mit. Dann könnte es mit seinem Einsatz klappen“, sagt der topmoderne Fitnessstudiobetreiber. Er möchte so auch die Chance ergreifen, bei den mobilen Wackelendgeräten dieses Mal ganz vorne mit dabei zu sein. Damals beim Wackeldackel habe Serbien den Anschluss ja leider verpasst.

Schwer zu ertragende Niederlagen

Wie Niederlagen zustande kommen, bestimmt die Gefühle nach dem Spiel. Am schwersten sind Niederlagen für mich hinzunehmen, wenn sie meinem Eindruck nach auf wenige, klar erkennbare Entscheidungen im Spiel zurück zu führen sind. Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft vorgestern gegen Serbien ist so eine Niederlage für mich. Natürlich lässt sich trefflich beim Schimpfen über den Schiedsrichter des Spiels der Gefühlshaushalt in Ordnung bringen, doch Alberto Undiano Mallenco hat seine kleinliche Spielführung von Anfang an gezeigt, um nicht zu sagen in Szene gesetzt. Aus seiner Auslegung der Regeln hat er nie ein Hehl gemacht, und Miroslav Klose hätte den mit dem Ball davon sprintenden Serben erst attackieren dürfen, wenn er mit ihm auf gleicher Höhe gewesen wäre. Die erste falsche Entscheidung.

Dem folgte Lukas Podolski in Absprache mit Bastian Schweinsteiger. Von Joachim Löw haben wir jedenfalls inzwischen erfahren, die zwei bestimmen untereinander, wer einen gegebenen Elfmeter schießt. Podolski hat in kurzer Folge vor dem Elfmeter mit mehreren deutlich neben das Tor platzierten Fehlschüssen gezeigt, dass ihm an den Tag nicht alles gelingt. Dieses Abhaken und Vergessen des Versagens mag ihm meist möglich sein. So eine Eigenschaft gehört ja zur Grundausstatttung des Berufssportlers. Unsere Psyche lässt sich aber nicht mit völliger Sicherheit so kontrollieren, wie wir  Menschen es zur Bewältigung unseres Lebens gerne hätten. Und je bedeutungsvoller das Geschehen, desto schwieriger wird das Ausblenden des Zusammenhangs einer Handlung. Auch dieses Risiko war also abzusehen. Das geringere Risiko wäre ein Elfmeterschütze Bastian Schweinsteiger gewesen. Denn Schweinsteiger hatte bis dahin ein souveränes Spiel gezeigt. Sein Selbstbewusstsein war so stark, dass ihn selbst zwei, drei Gegner beim Dribbling nur unwesentlich in Bedrängnis brachten und er solche Spielsituationen kontrolliert auflöste. Er hätte den Elfmeter schießen müssen.


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