Posts Tagged 'Sören Link'

Stadtteil-Bestseller und der Neumühler Neujahrsempfang

2016-12-28_bestseller_msv_buchSchon beim Jahresendspurt 2016 las ich in der Mayerschen das Wort Bestseller unter meinem Buch. Aus dem MSV-Shop  erhielt ich eine Nachbestellung und ich begann mir Gedanken, über den Nachdruck zu machen. Wenn die Erstauflage nach etwas mehr als drei Wochen so gut wie ausverkauft ist, freut das das nicht nur Autoren sondern auch all die anderen Gewerke in meinem Ein-Mann-Start-Up-Unternehmen des Literaturbetriebs.

2017-01-07_bestsellerlisteAm Wochenende nun war in WAZ und NRZ wieder die Bestsellerliste einer Duisburger Buchhandlung abgedruckt. Dieses Mal waren es die best verkauften Bücher in der Hamborner Buchhandlung Lesezeichen. Und auch hier findet sich „Mehr als Fußball“ auf der Liste. Vier Bücher mit lokalem Bezug führen diese Liste an. Auch auf Platz 6 und Platz 9 finden sich weitere, in dem Fall erzählerische Werke über die Welt des Ruhrgebiets. Bemerkenswert, wie sehr das Interesse der Käufer in einer Buchhandlung des Stadtteils vom Wunsch geprägt ist, einen Blick auf die eigene Wirklichkeit zu erhalten.

Gestern habe ich übrigens als Vorsitzender von Lemonhaus e.V., dem Förderverein vom Jugendzentrum Zitrone, am Neujahrsempfang der Neumühler Pilssucher teilgenommen. Dieser vom Karneval geprägte Neujahrsempfang ist zugleich ein Ausdruck lebendiger Stadtteilkultur. Eine „Neumühler Bürgerin und ein Neumühler Bürger des Jahres“ werden für ihr Engagement innerhalb des Stadtteils ausgezeichnet. Gisela Usche und Jörg Weißmann wurden es in diesem Jahr. Ausdrücklich und immer wieder auch beiläufig wird an Werte erinnert, die das Zusammenleben in einem Stadtteil erst möglich machen. Das geschieht nicht in wohlfeilen Politikerworten, sondern das sagen Menschen des Stadtteils, die sich für ihre Welt verantwortlich fühlen.

Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link war ebenfalls gekommen und sprach ein Grußwort. Am Rande der Veranstaltung begrüßten auch wir uns persönlich, und Sören Link ließ es sich nicht nehmen, mir zu „Mehr als Fußball“ zu gratulieren. Ein schönes Buch sei das geworden. Mich freut es natürlich, dass auch der Oberbürgermeister Duisburgs dieses Buch wahrnimmt und so allmählich gelingt, was ich beabsichtigt  habe – eine starke Geschichte Duisburgs immer wieder neu zu erzählen.

cover_kleinRalf Koss, Kees Jaratz: Mehr als Fußball, 363 Seiten, € 14,90
ISBN 978-3-00-054423-1

Falls ihr Interesse am Buch habt, das Kontaktformular ausgefüllt und abgeschickt.

Rechtliche Hinweise und Datenschutz.

Wenn ihr einen ersten Eindruck gewinnen wollt, klickt auf die Vorschaubilder. Vorwort und die ersten Seiten der Geschichte des Sommers habe ich online gestellt.

Sören Link, der Pott und Liebeskummer

Spieltag ist heute für den MSV Duisburg, und ich hoffe mit Gino Lettieris Worten bei WAZ/NRZ , der „gute Weg“ wird sich für die Mannschaft beim Spiel in Mainz fortsetzen. Nehmen wir weiter den SC Paderborn zum Maßstab unserer Saison, dürfen wir mit einem Unentschieden zufrieden sein. Selbstverständlich wäre ein Sieg deutlich entspannender. Wenn ich recht überlege, täte mir der Sieg sogar mehr als sonst gut, plagt mich doch nun schon seit ein paar Wochen immer wieder so was wie Liebeskummer.

Das liegt an meinem innigen Verhältnis zu Duisburg und dem Ruhrgebiet sowie dem steten Wechsel zwischen Distanz und Nähe, in dem ich dieses innige Verhältnis lebe. Ich gebe zu, diese Lebensweise erleichtert es, Schwächen zu übersehen. Nun aber klappte das nicht mehr, die Wirklichkeit ist dem naiven Romantiker in mir auf brachiale Weise in die Quere gekommen. Wie das eben so ist, wenn Menschen die unangenehmen Seiten der ihnen Liebsten zuvor einfach nicht wahrnehmen wollen. Natürlich muss nach Sören Links Absage des Kunstwerks von Gregor Schneider politisch gedacht und gehandelt werden. Doch gibt mir meine tiefe Enttäuschung über den weiteren Umgang mit dieser Absage einen Hinweis, dass es um mehr als einen Konflikt in der Kunstszene geht. Deshalb scheint mir das Wort Zensur auch unpassend für Sören Links Handeln. Etwas anderes steht für mich im Vordergrund. Für mich zeigt sich in den letzten Wochen Duisburg von einer Seite, die mehr über die Möglichkeiten der Stadt im Besonderen und des Ruhrgebiets im Allgemeinen enthüllt, als Sören Link lieb sein kann.

Schon die Entscheidung selbst schien mir eine aus Mangel an Selbstbewusstsein und Mut. Alles was danach kam, bestätigte mein Bild und lässt mich befürchten, der Oberbürgermeister wird nicht aus Fehlern lernen. Denn einig sind sich die meisten Duisburger doch darin, es war zumindest falsch, wie Sören Link die Entscheidung durchgesetzt hat. Selbst wenn seine Meinung geteilt wird, das Kunstwerk wäre nichts für die Stadt gewesen. Eine Diskussion findet weder über das fragwürdige Verfahren statt, noch dass wenigstens nach der Absage über die Möglichkeiten von Kunst miteinander (!) geredet wird.  Schließlich kann man darüber sprechen, ob ein Kunstwerk in seiner Wirkung für Menschen  zu verstörend ist. Auch wenn genau solche Verstörung mit ein Sinn von Kunst in unserer Gesellschaft ist. Dann könnten Duisburger für sich sprechen und nicht Sören Link für sie. Solch grundsätzliche Debatten gibt es immer wieder. Wenn man wie Sören Link das Verstörende nur für eine besondere Gruppe einer Gesellschaft annimmt, müsste er eben besonders gut argumentieren, warum nur diese besonderen Menschen Schwierigkeiten mit der Kunst haben sollten. All das gibt es seit Jahren immer mal wieder. Um ein drastisches Beispiel zu geben. Adolf Hitler als Witzfigur in Deutschland war in den 1970er Jahren nicht nur eine Zumutung für noch viele lebende Opfer des Nationalsozialismus, er war auch der Dämon, über den nicht gelacht wurde. Erst mit dem zeitlichen Abstand ist etwa Walter Moers „Bonker“ mit breiter Wirkung möglich.

Sören Link  nimmt die Bürger der Stadt in seiner Übervater-Fürsorge gerade nicht ernst. Sollte er mal Vater sein, gerät er in Gefahr zu jenen Helikopter-Eltern zu gehören, die mir ihren erwachsenen Kindern an der Hand auf Universitäten und in Discotheken erscheinen, die für ihre Kinder Heiratsanzeigen aufsetzen und ihnen am liebsten auf dem Bettrand sitzen würden, damit auch ja bei der Nachwuchsplanung fürs Enkelchen nichts schief geht. Zensur nenne ich Sören Links Entscheidung aber nicht. Zensur merkte ich erst, als die vier SPD-Mitglieder ihrem Parteigenossen zur Seite sprangen und ankündigten in den Landtags-Ausschüssen etwas bereden zu müsssen. Ja, bitte schön, was soll denn da beredet werden? Dass sich ein Oberbürgermeister spät entscheidet und die Kunstschaffenden, die von der Entscheidung betroffen sind, das bemängeln?

Aber auch davon war ja schnell nichts mehr zu hören. Es wirkt so ungeheuer schwach, wie die SPD-Politiker der Stadt diese Krise für sie bewältigen wollen. Deshalb bin ich auch so enttäuscht, weil ich seit Jahren im Kleinen Menschen davon überzeugen möchte, wieviel Energie Duisburg im Besonderen und das Ruhrgebiet im Allgemeinen besitzt. Und nun diese Schwäche von offiziellen Repräsentanten der Stadt. Den an Kunst interessierten Duisburgern ist diese Tatkraft anzumerken. Es gab die Protestaktion im Rathaus. Frank Albrecht, ehemaliger Vorsitzender des Kulturausschusses und FDP-Politiker, machte konstruktive Anmerkungen in einem Interview. Versöhnend wirken sie bei aller Kritik. Aber noch einmal: Für mich geht es um mehr als nur die Kunst. Für mich offenbart sich eine Mentalität, die für die Entwicklung Duisburgs und des Ruhrgebiets zurück gelassen werden muss.

Wenn Sören Link nicht aus seinem Fehler lernt, und danach sieht es momentan sehr aus, berührt das mehr als nur sein Verhältnis zur Kultur. Ich befürchte, wer sich selbst derart patriarchalisch versteht und gleichzeitig ungewöhnliche Wege mit der Wirklichkeit umzugehen als bedrohlich empfindet, traut Duisburg nichts zu. So ein Duisburg soll mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten fertig werden, die mindestens genauso viel Kraft brauchen wie die Bewältigung der Loveparade-Katastrophe? Ein Duisburg mit einem derart geringen Selbstbewusstsein? Vertrau doch  der Energie, die immer wieder an allen Ecken und Enden dieser Stadt sichtbar wird. So etwas möchte ich ihm zurufen.

Und noch etwas macht meinen Liebeskummer aus. Niemand verschwendet einen Gedanken daran, dass die Ruhrtriennale nicht begründet wurde, um einzelne Städte der Region zu Spielstätten von besonderer Kultur zu machen. Die Ruhrtriennale sollte die Region als Ganzes stärken. Nicht Duisburg allein hätte dieses Kunstwerk Gregor Schneiders verantwortet, sondern das Ruhrgebiet, das sich Duisburg als Spielort ausgesucht hat. Sören Link sieht überhaupt nicht, dass gerade die Kraft des Ruhrgebiets dieser gebeutelten Stadt bei der Überwindung solch eines Traumas helfen könnte. Da gibt es keinerlei Vision. Sören Link sieht Duisburg nicht als Teil der Region, umgekehrt nimmt aber auch niemand der Verantwortlichen auf Ruhrgebiets-Ebene Sören Link und Duisburg in die Pflicht. Auch die Ruhrtriennale-Verantwortlichen kochen nur im eigenen Kunstsaft und haben die Bedeutung des Festivals für die Region aus dem Blick verloren. Und schon wirkt die eine Ruhrtriennale-Veranstaltung  als beliebiges Kulturereignis. Pott-Zusammenhalt ade.

Nur gut, dass ich ein unverbesslicher Romantiker bin. Der Liebeskummer wird vergehen. Vielleicht gewinnt sogar der MSV, und die Hoffnung auf das Lernen aus Fehlern gebe ich nicht auf.

Wann stimmt Walter Hellmich dem Schuldenschnitt zu?

Dafür dass es wieder ums Ganze geht, ist die Stimmung sehr ruhig. Am 31. Oktober möchte der DFB eine grundsätzliche Lösung für die Finanzschwierigkeiten des MSV Duisburg. Ohne die Einigung mit Walter Hellmich über den Schuldenschnitt wird es diese Lösung nicht geben. Was der MSV Duisburg von Walter Hellmich braucht, ist also klar. Was Walter Hellmich vom MSV Duisburg möchte, wissen wir nicht genau.

Eines scheint mir aber sicher zu sein. Momentan fühlt sich Walter Hellmich gegenüber dem MSV Duisburg in einer besseren Verhandlungsposition. Das Warum spielt erst einmal keine Rolle. Mir geht es um das Einschätzen der Verhandlungsdynamik. Dieses Gefühl hatte Walter Hellmich schon immer. Das letzte Mal führte dieses Gefühl dazu, dass dem MSV Duisburg die Lizenz für die Zweite Liga entzogen wurde. Um das noch einmal deutlich zu sagen, sein Agieren als notwendiger Entscheider im seinerzeitigen Finanzkonstrukt führte erst zu dem Zeitdruck, unter dem die Lizenzunterlagen zusammengestellt wurden. Dieser Zeitdruck gehörte zu seinem Kalkül in der Verhandlung. Bislang war das ein probates Mittel, weil es vermeintlich immer nur um den Nachweis der notwendigen Liquidität ging. Walter Hellmich war im Mai so liquide, um das fehlende Geld dem MSV Duisburg zur Verfügung zu stellen. Mit der Verpflichtung zur Rückzahlung wohlgemerkt. So wollte er den größt möglichen Einfluss wahren.

Damals beschäftigte sich Walter Hellmich gar nicht erst mit dem Thema, um das es jetzt geht. Dieses Mal ist es also komplizierter, weil es nicht damit getan ist, mal eben Geld auf das Konto des MSV Duisburg zu überweisen. Der DFB verlangt vom MSV Duisburg grundsätzliche Lösungen in den Finanzfragen. Dieses Mal geht es um den Schuldenschnitt und in Folge um den Nachweis, dass die Stadionmiete dem Budget des MSV Duisburg entspricht. Wieder aber scheint Walter Hellmich den MSV Duisburg nicht als  Verhandlungspartner anzusehen, mit dem eine für beide Parteien best mögliche Lösung zu erreichen ist. Vielmehr sieht es so aus, als befänden sich zwei Verhandlungsparteien im Streit. Beide Parteien sind aber aufeinander angewiesen, um den Schaden jeweils möglichst gering zu halten. Da beide Parteien bei Nichteinigung verlieren werden, sollten eigentlich rationale Lösungen möglich sein. Nun führen Konflikte oft zu irrationalem Verhalten, egal ob es um Ehen geht oder um Geschäftsbeziehungen, ganz zu schweigen von denen im Fußball.

Die Ehe erwähne ich deshalb, weil viel von dem, was mir über Walter Hellmichs Position in den Verhandlungen berichtet wird, mich an einen enttäuschten Beziehungspartner erinnert. So jemand beschwert sich bei anderen, dass  ihm böse mitgespielt wurde und weil das im Reviersport auf offene Ohren trifft, steht das dann sogar in der Zeitung.  Thorsten Richter stellt als Tatsache dar, dass ehemalige und aktuelle Funktionäre des MSV Duisburg Walter Hellmich an den Pranger gestellt hätten. Ich kann mich beim besten Willen daran nicht erinnern. Zumal mir für die Erinnerung auch noch der HInweis fehlt, womit er denn konkret an den Pranger gestellt wurde. Und vor allem, wo befand sich der Pranger? In dem Zusammenhang sei WAZ/NRZ ausdrücklich gelobt, die keineswegs wie die Reviersport die Dauer der Verhandlung dem MSV Duisburg anlasten.

Ressentiments sind es also, die die Verhandlungen erschweren. Um welche sachlichen Fragen es Walter Hellmich überhaupt geht, das lese ich nirgendwo. Das ist mir völlig unklar und wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch unklar bleiben. Dagegen steht eines für mich fest. Egal wer auch immer für den MSV Duisburg verhandelt, ob Jürgen Marbach, Udo Kirmse oder Bernd Maas, sie könnten nachdrückliche Hilfe von Seiten der Politik gut gebrauchen. Wenn sie nicht schon hinter den Kulissen dabei sind, sollten Sören Link, und beizeiten auch Ralf Jäger, Walter Hellmich zuerst daran erinnern, dass sein anfänglicher Einsatz für den MSV Duisburg ein paar Folgen für die Auftragslage seines Unternehmens gehabt hat. Ich kenne genügend Menschen, die sich nur für den Fußball des MSV Duisburg interessieren und dennoch  genau wissen, ab wann in Duisburg überall mit einem Mal die Fahnen des Bauunternehmens Hellmich wehten. Danach könnten sie ihn auch daran erinnern, dass dieser MSV Duisburg nicht nur ein Wirtschaftsunternehmen ist. Im Sommer wurde deutlich, wie wichtig der MSV Duisburg für die Menschen dieser Stadt ist. Im Sommer noch wirkte es so, als müsse auch Walter Hellmich unter dem Druck der vereinten Kräfte für die Rettung des MSV bei seinem Handeln den ideellen Wert dieses Vereins berücksichtigen. Der Sommer ist für Walter Hellmich offensichtlich schon lange her.

Band der Solidarität, 8.6.2013, im Bewegtbild – Eine Sammlung von bislang einem Clip

Die Reportage bei Duisburg365.de beginnt mit Bildern vom Rathaus und (Wahrnehmung! Ich hatte nur das Bild von OB Sören Link gesehen und Rathaus abgehakt. Rathaus kommt aber gar nicht vor) einem Interview mit Organisator Hajo Schneider. Danach geht es zu der Stelle der Menschenkette auf der Düsseldorfer Straße, an der sich Oberbürgermeister Sören Link zusammen mit Bernard Dietz und MSV-Präsident Udo Kirmse eingereiht hat. Sören Link gibt ebenfalls ein Interview. Welches Gruppenbild  sich dann vor dem Eckfrisör anschließt, wird mir nicht klar. Auf jeden Fall zeigt es die Stimmung nach Auflösung der Menschenkette.

Eins geht mir nach den Worten von Sören Link noch durch den Kopf. Man müsste ihm wahrscheinlich sagen, dass bei der DFL das Argument Tradition wenig Resonanz findet. Im Gegenteil. Neulich wirkte Andreas Rettig sehr genervt, als er in einem Interview – ich weiß nicht mehr wo – auf diesen Gegensatz zwischen Tradition und aufstrebenden Projektvereinen angesprochen wurde. Wenn man strategisch denkt, sollte man die Tradition also mal schnell vergessen und tatsächlich nur auf die Gegenwart verweisen, auf alles, was der MSV Duisburg bei den Menschen heute bewegt. Das reicht vollkommen.

Weitere Clips baue ich gerne ein. Weist mich auf andere Bewegtbilder hin.

Fan-Marsch, 4. Juni 2013, im Bewegtbild – Eine Sammlung

Der überwältigende Fanmarsch ließ eine Fülle von Bewegtbildern entstehen. Heute kommen sicher noch mehr hinzu. So unterteilt sich die Bilderschau dieses Mal in zwei Abteilungen. Zunächst geht es um Zusammenschauen des Fanmarsches auf der gesamten Strecke. In der zweiten Abteilung sind die Bilder von Kameras mit festen Positionen an der Marschstrecke. Diese zweite Abteilung könnte noch einige Positionen gebrauchen. Gerade für den Marschbeginn gibt es dort Lücken. Hinweise auf weitere, heute online gehende Bewegtbilder nehme ich dankend entgegen und baue die Clips entsprechend ein.

Journalistische Berichterstattung sowie (semi-)professionelle Dokumentation

Reviersport TV mit einem klassischen Kurzreportage.

Atmosphärisches von der gesamten Strecke zeigt VideoDu.deWinfried Krüssman als journalistischer Profi nimmt mehr als andere auch die prominenteren Teilnehmer des Fanmarsches in den Blick und zeigt die Ansprachen vor dem Stadion von Joachim Hopp, Udo Kirmse sowie Sören Link.

Lokaljournalismus verfolgt auch Frank-M. Fischer bei Duisburg365.de. So interviewt er Oberbürgermeister Sören Link, der sich einen kleinen Lapsus erlaubt. Eigentlich möchte Sören Link betonen, dass er noch Chancen zur Lizenzerteilung sieht. Dummerweise bekräftigt er es mit der Aussage, dass er sonst nicht da wäre. Natürlich wäre er auch im anderen Fall gekommen. Denn sonst hätte er nicht später bei seiner Ansprache sinngemäß sagen können, dieser Fanmarsch sei ein Zeichen dafür, dass es weitergeht mit dem MSV, egal in welcher Liga. Das ist doch die eigentlich eindrucksvolle Botschaft dieses Fanmarsches!

Atmosphärisches gibt es auch bei Duisburg365.de zu sehen.

Die ZDF Spätnachrichten berichteten in der letzten Nacht mit einem Einspieler über den Fanmarsch. Mit einem Klick weiter in die ZDF Mediathek  ab Minute 12.45. Der Clip steht nur für eine begrenzte Zeit online.

Die Grenzen zum professionellen Journalismus sind fließend. MSVsupport dokumentiert den Fanmarsch an verschiedenen Haltepunkten, zunächst mit einem kurzen Blick auf die Stimmung zu Beginn auf der Neudorfer Straße, kurz vor dem Verteilerkreis. Danach nimmt die Kamera auf dem Sternbuschweg eine feste Position am Ende des Friedhofs ein. Es folgen noch Momentaufnahmen unter den zwei Tunnel sowie vor dem Stadion.

Auf der gesamten Strecke des Fanmarsches filmten immer wieder auch Teilnehmer des Fanmarsches Momentaufnahmen kürzerer oder längerer Art an festen Positionen. Im Folgenden habe ich versucht die Strecke mit Hilfe dieser Kameras nachzuvollziehen.

VideoDu.de zeigt den Strom der Fans mit einem festen Kamerastandort auf der Neudorfer Straße nahe dem Bahnhof.

Der gesamte Zug der teilnehmenden Fans auf der Koloniestraße kurz vor der Ecke Sternbuschweg dank der Kamera von Dirk Schales.

Diese feste Kamera von Justin steht Sternbuschweg, Ecke Waldstraße.

Im Tunnel Kalkweg vor den Parkplätzen am Stadion bewegt sich gerade nichts, dafür wird mit „1902“ klassisches Liedgut angestimmt. ReaxxioN-TV war dabei

Ein kurzer Anriss der Stimmung auf dem Stadionvorplatz von Hackfleischmann.

Typisch Duisburg – Von Stadtteilfreundschaft und Suche nach dem Selbstbild

Manchmal werden auch in Stadionzeitungen bunte Geschichten erzählt, die nur am Rande mit dem Fußball zu tun haben und mehr mit der Stadt, aus der der Gegner kommt. In Viva St. Pauli, der Stadionzeitung des FC St. Pauli, war anlässlich des Heimspiels am Sonntag gegen die Zebras, jene auch in den Duisburger Lokalmedien immer wieder gern erzählte Geschichte von der Stadtteilfreundschaft zwischen den beiden Hafenstadtteilen zu lesen. Ein freundliches Bild über Duisburg konnten die Zuschauer vom FC St. Pauli mit nach Hause nehmen.

Bei allem kritischen öffentlichen Reden über Duisburg, die Stadt braucht auch solche Geschichten. Das kam mir in den Sinn, weil neulich eine erste von der Bürgerstiftung Duisburg organisierte Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Typisch Duisburg“ die Zukunft Duisburgs zum öffentlichen Thema machen wollte. Es soll weitere Veranstaltungen dieser Art geben. Der Bericht der WAZ über die Veranstaltung findet sich mit einem Klick weiter hier. Im Blog von „Zebras Welt“  – nicht verwandt oder verschwägert –  gibt es Video-Clips von den Statements der Veranstaltungsteilnehmer. Unter anderem ist ein Oberbürgermeister Sören Link zu sehen, der momentan auf mich noch den Eindruck macht, als besäße auch sein Selbstbild von einem obersten Repräsentanten der Stadt Entwicklungspotenzial. Er präsentierte sich – noch – nicht als jemand, der einem Prozess vorangeht. Ich habe den Eindruck, sein Leitbild ist momentan vor allem das Funktionieren der Verwaltung, zum anderen scheint er sich mehr als Moderator in seinem Amt zu sehen. Von daher wird etwa auch verständlich, warum er sich erst relativ spät zur drohenden Insolvenz des MSV Duisburg öffentlich äußerte.

Die Einladung auf das Podium der Veranstaltung an den Oberbürgermeister ging zum Teil nach hinten los, weil wegen der Anwesenheit von Sören Link zunächst die Kritik an der Poltitk im Vordergrund stand. Die Konzentration auf die Qualitäten eines zukünftiges Duisburgs verlor sich wohl dabei für einige Zeit. Das passt zu einem Eindruck, bei dem ich mich gerne eines Besseren belehren lassen möchte. Mir geht es tatsächlich auch immer wieder durch den Kopf, neben der Kritik an Duisburg gibt es sowohl beim öffentlichen Reden als auch im Kneipengespräch nicht oft einen stimmigen Ton für Heimatverbundenheit. Neben der Kritik mangelt es an einem stabilen, positiv besetzten öffentlichen Bild von der Stadt, in dem sich Duisburger erkennen und auf das sie sich beziehen können. Wenn Duisburger sich in Duisburg wohl fühlen, dann meist als Ergebnis privaten Wohlgefühls. Das „anderswo ist auch scheiße“ klingt hier weniger selbstbewusst als in Bochum. Wie dieses Selbstbild sich zu einer Ruhrgebiets-Identität verhielte, wäre für mich im Übrigen eine besonders interessante Frage.

So sammel ich Momente wie die Stadtteilfreundschaft zwischen St. Pauli und Ruhrort als Futter für solch  einem stimmigen Ton der Heimatverbundenheit. So eine Stadtteilfreundschaft ist eine bunte Geschichte, die dennoch im Bild von Duisburg ihren Wert hat. Und weil der Hafen so zentral für die Geschichte Duisburgs ist, ist es kein Zufall, dass Ruhrort an einer weiteren Stelle, den Aktivitäten des Kreativkreises Ruhrort, über die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft gewonnen hat. Diese Aktivitäten wurden nicht als Projekt von oben in den Stadtteil hineingepflanzt, sondern ergeben sich aus dem Handeln vieler Einzelpersonen vor Ort. Das öffentliche Bild von Ruhrort und damit Duisburgs formt sich aus durch das Wirken an der Basis der Stadt. Genau das geschah, und es geschieht weiter, was die Veranstaltung der Bürgerstiftung auf anderer Ebene institutionalisieren möchte: bürgerliches Engagement. Es ist ein Balanceakt so etwas immer wieder als Erzählung in die Öffentlichkeit zu bringen und gleichzeitig damit nichts schön zu reden. Probieren wir ihn mal immer wieder.


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