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Alles Gute für 2020 mit Big Data von 2019!

Die Welt verändert sich, so auch das Schreiben im Zebrastreifenblog. Nicht mehr zu jedem Spiel des MSV in dieser Saison gibt es meine Worte. Das hat unterschiedliche Gründe. Einen gewichtigen habe ich immer mal wieder erwähnt. Ich wollte mich in meinen Texten nie nur auf das Sportliche konzentrieren. In elf Jahren Zebrastreifenblog sind schon viele Gedanken aufgeschrieben worden, die über den eigentlichen Fußball hinausführen. Das Neue wird weniger. Ich möchte mich aber auch nicht wiederholen. Schauen wir, wo das noch hinführt. Heute auf jeden Fall zu Wünschen.

Auch dieses Jahr möchte ich mit allen Teilen meiner multiplen Persönlichkeit, euch alles Gute für das Jahr 2020 wünschen. Gerade die Herren Koss und Jaratz in mir rufen besonders laut, gib bloß auch Fußballern und Verantwortlichen vom MSV was mit auf den Weg. Damit Torsten Lieberknecht immer mehr vom Understatement abrücken kann und den Favoriten uneingeschränkt für diese Saison im Selbst- und Manschaftsbild verankern wird.

Wie in den Jahren zuvor verbindet sich mit den Wünschen für das neue Jahr der Blick zurück auf die meistgelesenen Texte des vergehenden Jahres. Im Zebrastreifenblog gibt es inzwischen Beiträge außer Konkurrenz. Denn über mehrere Jahre belegten die Fußballtorten aus Dortmund Platz 1 und 2 der meist gelesenen Texte des Jahres. Auch dieses Jahr ist Folge eins der zwei Beiträge vorne mit dabei.  Die schönsten Fußballtorten der Welt Folge VI – Borussia Dortmund bekommt eine namentliche Erwähnung. Und nun zu den Platzierungen.

Der Text auf Platz 5 liegt noch nicht lange zurück. Die Ironie einer Geschichte über junge deutsche Fußballer ist mein Kommentar zu einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung über die Erfolgsaussichten von deutschen Jugendspielern in Profiverein. Der MSV diente als Drittligist einer journalistischen Pointe, die die gegenwärtige Wirklichkeit für junge deutsche Fußballer beim MSV außer Acht ließ. Dazu musste ich etwas schreiben.

Platz 4 bis Platz 2 zeigen, wie sehr wir auf den Klassenerhalt in der letzten Saison hofften und wie wir uns um die mannschaftliche Einheit Gedanken machten. Platz 4 belegt Kräfte bündeln mit dem Tabellenrechner. Ich hatte Ende Februar nach dem torlosen Unentschieden in Aue trotz großer Zweifel zu meinem bewährten Hausmittel gegen Abstiegsangst gegriffen. Im Gegensatz zu den früheren Jahren vertraute ich aber meiner Rechnung nicht sehr. Ich fühlte mich im Gegensatz zu den Vorjahren alleine gelassen von der Mannschaft und befürchtete daher, dass meine Vorhersagekraft den Klassenerhalt alleine sichern müsste. Ein wenig Aberglauben ist ja in Ordnung, aber so viel? Wie wir wissen, zweifelte ich zurecht.

Auf Platz 3 findet sich Soll und Haben beim Tabellenrechner – 24. Spieltag. Ich denke, die hohen Klickzahlen für den Tabellenrechner zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison zeigen, wie sehr wir Anhänger des MSV überall nach einem Funken Hoffnung suchten und wie wenig wir der Mannschaft vertrauten.

Auf Platz 2 befindet sich Nach der Niederlage ein 0:0 erschreiben. Das ist der Spielbericht vom Auswärtsspiel im Februar gegen Greuther Fürth, in dem der MSV in den letzten Spielminuten das Tor zur 1:0-Niederlage hatte hinnehmen müssen. Es war mein verzweifelter Versuch, trotz der Niederlage die Mannschaft nicht abzuschreiben. Ich suchte nach den Zeichen eines verbesserten Zusammenhalts. Ich deutete und deutete. Wie die Klickzahlen wieder zeigen, suchte nicht nur ich nach diesen kleinen Zeichen der Hoffnung.

Im zweiten Jahr befindet sich auf Platz 1: Das ist mal eine Anekdote über die Bielefelder Alm. Den Text habe ich schon 2010 geschrieben, als mir die Anekdote zur Namensgebung auf der Arminia-Seite beliebig und langweilig vorkam. Mit Dokumenten belegt ist die Geschichte bei der Arminia ebenso wenig wie meine Geschichte. Google schickte erneut viele Leser zu mir, die wissen wollten, warum die Bielefelder Alm so heißt, wie sie heißt. Ich denke, im nächsten Jahr wird auch dieser Text außer Konkurrenz im Jahresranking vom Zebrastreifenblog vertreten sein,

Und nun der Blick nach vorn: Ich werde mit meiner multiplen Persönlichkeit auch 2020 einen Teil meiner Arbeitszeit mit dem Zebrastreifenblog verbringen. Vielleicht findet sich ja irgendwann der Mäzen oder Sponsor, dessen Zuwendung es mir erlaubt, jedes Spiel einer Saison mit einem Gedicht zu kommentieren. Daran hätte ich wieder großen Spaß. Bis dahin schreibe ich, wie es gerade passt. Kommt morgen gut ins neue Jahr!

Wir sehen uns im Stadion, wir lesen uns und hoffen gemeinsam, dass der MSV ab Ende Januar Woche für Woche den Punktevorsprung auf Platz 3 vergrößert.

Der Fußball ist zurück in Duisburg und im Zebrastreifenblog

So, nun beginnt allmählich die Saison auch hier wieder. Die überraschende Spielweise des MSV Duisburg zum Saisonbeginn hat mir nicht die Sprache verschlagen. Meine Worte und die nötige Zeit sind nur an anderer Stelle vollkommen aufgebraucht worden. Das Ende meiner Arbeit am Dortmund-Buch ist abzusehen, und nach dem 2:0-Pokalsieg gegen die SpVgg Greuther Fürth gestern will ich zumindest ein wenig in den Jubelchor allerorten  einstimmen.

Was war das für ein Fußballabend in Duisburg gestern – mit Begeisterung, mit immer noch ungläubigem Staunen und letzlich reiner Freude ein Fußballspiel der Zebras zu sehen. In den letzten Jahren war der MSV immer von der Notwendigkeit angetrieben, das Saisonziel Aufstieg bzw. Klassenerhalt unbedingt erreichen zu müssen. Wir haben in Duisburg die Gegenwart der Zukunft untergeordnet gesehen. Die Freude am Fußball gewannen wir vor allem durch das Erreichen der gesetzten Ziele.  Entsprechend größer wurde die Enttäuschung, wenn die Ziele verfehlt wurden oder drohten, verfehlt zu werden. Das Fußballspiel als Spiel geriet ins Hintertreffen. Das hatte natürlich einen einzigen Grund und der hieß das zum Überleben des MSV notwendige Geld der 2. Liga.

In dieser Saison haben die Mannschaft und wir die Gegenwart zurückgewonnen. Das Ziel ist nicht weniger wichtig. Doch es gibt wieder ein Gleichgewicht zwischen dem Spiel als zweckfreies Spiel um den Sieg im Heute und dem Erfolg in der Zukunft. Wir sehen ein so schnelles Kombinationsspiel und eine gewollte Rhythmisierung des Spiels über 90 Minuten. Wir sehen gezielte Pässe in freie Räume, in die Spieler hineinlaufen. Wir sehen präzise Flanken und technisch anspruchsvolle Schüsse aufs Tor aus dem Spiel heraus.

Diesen MSV Duisburg haben die Fürther nach dem Anpfiff nicht erwartet. Mit der Wucht des Offensivspiels der Zebras kamen sie genauso wenig zurecht wie mit der hartnäckigen Defensivarbeit im Mittelfeld. Die Fürther waren arm dran. Sie waren psychisch auf diese Situation nicht eingestellt, und als sie allmählich verstanden, dass sie zu größerer Anstrengung bereit sein mussten, lagen sie schon zwei Tore zurück. Die nötige Anstrengung war noch größer geworden.

Diese zwei Tore des MSV Duisburg waren beide auf eigene Weise schön anzusehen. Sie waren kleine Kunstwerke. Auch wenn das erste Tor von Lukas Daschner durch einen schnellen Pass auf ihn vorbereitet wurde, so rückte bei diesem Tor das Einzelwerk in den Vordergrund. Wie er sich trotz Haltens nach der Passannahme durchsetzte, den freien Raum zum Zug Richtung Tor nutzte, um dann den Schuss mit leichtem Drall ins lange Eck zu schlenzen. Das war große Fußballkunst.

Das zweite Tor, wenige Minuten später, war dann ein mannschaftliches Gesamtkunstwerk, das mit dem souveränen Passpiel vor dem eigenen Tor über den immer mitspielenden Torwart Leo Weinkauf begann. Die Fürther versuchten zu pressen, und die Zebras ließen sie hinterher laufen. Was für eine Sicherheit strahlte diese Hintermannschaft bei solchem Passspiel aus, mit dem sie sich über zwei, drei Stationen ins Mittelfeld bewegte, wo in dem Fall der unfassbar schnelle Joshua Bitter schon wieder den Ball annahm, um ihn steil zu schicken auf Leroy-Jackques Mickels. Der setzte sich durch, schaute, bevor er passte und leitete dann den Ball weiter in die Mitte, wo Tim Albutat hineinlief, um  wuchtig einzuschießen.

Ab der 27. Minute etwa hielten sich die Zebras zurück. So ein Tempo wie in den Minuten zuvor lässt sich nicht das ganze Spiel halten. In der zweiten Halbzeit versuchten die Fürther dann so zu tun, als hätte es die ersten 45 Minuten noch nicht gegeben. Doch sie boten einfach zu wenig, um die Defensive des MSV zu überwinden. Verlegenheitsschüsse, planlose Flanken und das Hoffen auf den Zufall waren die Mittel der Wahl. Das kam uns noch in ferner Erinnerung bekannt vor. Vor kurzem noch muss es in Duisburg eine Mannschaft gegeben haben, die auf ähnliche Weise den Erfolg suchte. Das muss der MSV gewesen sein, eine andere Mannschaft sehen wir ja nicht regelmäßig im Duisburger Stadion. Mit den Bildern aus den Spielen des Saisonanfangs im Kopf muss man für diese Erinnerung aber schon länger im Gedächtnis kramen. Ich freue mich auf den Ligaalltag gegen Zwickau.

Nach der Niederlage antizyklisch ein 0:0 erschreiben

Es wäre mehr drin gewesen als nur der eine Punkt für den MSV Duisburg durch dieses torlose Unentschieden gegen Greuther Fürth am Samstag. Ich hatte das Spiel im Ostende mir angesehen. Und mein Spiel des MSV dauerte nur bis zur 81. Minute. Dann musste ich zu einem Termin aufbrechen. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen, war aber nicht unzufrieden.

Denn den Zebras war in den ersten Minuten anzumerken, unter welchem Druck sie standen. Sie wollten vorsichtig spielen, keine Fehler machen. Sie wollten möglichst den Ball aus der eigenen Defensive kontrolliert nach vorne spielen. Sie wollten ihn nicht einfach wegschlagen. Sie wollten diesen Ball in den eigenen Reihen behalten. Doch die Fürther spielten in diesen ersten knapp 20 Minuten mit dem unbedingten Willen, es allen und vor allem dem neuen Trainer zu zeigen. Die Spieler wollten beweisen, dass sie Fußball spielen können. Sie wollten jeden Ball und zwar sofort. Sie wollten diesen Gegner am liebsten überrennen. Aber sie konnten das nicht, weil sie zu schlecht Fußball spielten. Die Abschlüsse waren miserabel. Dennoch gingen sie fast jedem Ball mit unbedingtem Willen hinterher und bekamen diese Bälle.

Die Zebras verloren ihre Nerven aber nicht komplett. Die Zebras hielten stand. Sie widersetzten sich dem unbedingten Versuch der Fürther, das Spiel zu dominieren. Nach und nach schafften sie es, den Ball tatsächlich einmal bei einer Offensivaktion in Richtung Fürther Strafraum zu treiben. Kontinuierlich gefährlich wurden sie nicht, auch wenn es irgendwann sogar die Andeutung einer Chance gab. Immer wieder kam es auch zu Fehlpässen, weil die Fürther die Räume eng machten.

Nach der Halbzeitpause waren die Zebras noch besser im Spiel. Dem Stillstand bei Wiederanpfiff folgte eine andere Dynamik im Spiel. Nun gab es in dem Spiel keinen Nachteil mehr für die Zebras. Der unbedingte Wille der Fürther reichte angesichts ihrer spielerischen Möglichkeiten nicht mehr, um den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten. Das Pressing der Zebras funktionierte immer wieder auch schon im Mittelfeld. So kam es zu zwei Schein-Chancen. Denn die Zebras gehören auch zu jenen Mannschaften, bei denen in der entstehenden klaren Chance schon das Scheitern im Wesenskern der Chance angelegt ist. Wenn etwa Ahmet Engin jener Spieler ist, der alleine Richtung Tor marschiert und abschließen muss, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die klare Chance am Ende nicht mehr so klar gewesen ist. Das mache ich ihm nicht zum Vorwurf. Es ist nun einmal so. Wir leben damit.

So begann ich mich mit dem torlosen Unentschieden einzurichten. Glückstreffer können im Fußball natürlich immer fallen. Doch bis zu meinem persönlichen Schlusspfiff geschah nichts. Danach muss noch einiges losgewesen sein im Fürther Stadion. Es muss so viel gewesen sein, dass dieses Spiel auch vollkommen anders bewertet werden kann, als ich es gemacht habe. Es muss sogar so viel gewesen sein, dass die Fürther das Spiel 1:0 gewonnen haben sollen. Die Kollegen bei den Funkes schreiben sogar, die Leistung des MSV sei nicht zu entschuldigen. Im Netz schäumt der Unmut unter den Anhängern. Und auch Thorsten Lieberknecht ist enttäuscht von der ersten Halbzeit seiner Mannschaft. Er sah bei seiner Mannschaft nicht die Bereitschaft, auf dem Platz präsent zu sein.

Wie ihr gelesen habt, lässt sich das Spiel auch ein wenig anders bewerten. Wer je selbst Mannschaftssport betrieben hat, weiß, es gibt Spiele, in denen man noch so sehr präsent sein will und dennoch nichts zusammen passt. Warum das so ist, lässt sich in der Komplexität dann kaum erklären. Man sieht einzelne Gründe und denkt, daran kann das doch nicht gelegen haben. Man wird ärgerlich. Auf die anderen, auf den Ball, auf die Zuschauer, vielleicht sogar mancher auf sich selbst. Doch in solchen Fällen ändert sich nichts aus dem Spiel heraus. Es ändert sich nur mit einer dramatischen Wendung während des Spiels. Ein zufälliges Tor beim Fußball. Ein brutales Foul. Ein Hochkochen der Stimmung durch was auch immer. Oder es ändert sich bei einem Neuanfang. Im Basketball etwa gibt es die Möglichkeit des Neuanfangs immer wieder. Vier Viertel hat das Spiel, also drei Pausenunterbrechungen. Dazu gibt es die Möglichkeit, Auszeiten zu nehmen, die Spieler neu zu fokussieren. All das gibt es im Fußball nicht. Dort gibt es nur die Halbzeitpause. Und diese Halbzeitpause hat gewirkt.

Mir ist die Erklärung, die Spieler seien nicht bereit gewesen, präsent zu sein, zu sehr auf die Psyche abgestellt. Ich kann verstehen, wenn jemand sagt, die Spieler seien nicht präsent gewesen. Aber eine Wertung wie die, dass sie nicht bereit dazu waren, verlagert die Verantwortung. So etwas macht mir Sorgen. Denn wir können nicht beurteilen, welche Gruppendynamik in der Mannschaft herrscht. Natürlich kann es sein, dass die Mannschaft als Gruppe nach einer solchen Aussage dem Trainer etwas beweisen will. Es kann aber genau so gut sein, dass die Spieler sich ungerecht behandelt fühlen, weil die Umstände nicht beachtet wurden. Der Abstiegskampf ist aber nur als Einheit zu bewältigen. Nach dem Spiel sind meine Sorgen nicht wegen des Ergebnisses größer geworden, sondern weil die Stimmung so beeinträchtigt scheint.

Gut, dass wenigstens ich die Geschichte des Spiels auch anders schreiben kann. Fakten und Ergebnisse besitzen in der heutigen Zeit ja immer weniger Gewicht. Wenn das so weitergeht, wird auch der MSV einmal Deutscher Meister werden, ohne dass ein großer Teil der Welt das glauben kann. Da kann ich mir als Vorgeschmack doch ruhig einmal ein torloses Unentschieden in Fürth gönnen.

Hier sollte eine Überschrift zum MSV stehen

Ein paar Jahre ist es nun schon her, dass ich ein Spiel des MSV nicht der Mühe wert empfand, weitere Worte darüber zu verlieren. Nach dem Schlusspfiff im Spiel des MSV gegen Greuther Fürth war es dann wieder so. Gestern dachte ich tatsächlich wieder, die aufgewendete Arbeit hier muss doch in einem Verhältnis zu der Leistung der Mannschaft stehen. Als erstes habe ich mir die Überschrift gespart.

Aber ihr könnt ja nicht sehen, wie langsam ich mich dem Laptop näher. Ihr könnt nicht sehen, wenn ich statt mit zehn Fingern im Drei- bis Fünffingersuchsystem tippe. Ihr könnt nicht sehen, wenn ich aufstehe, gedankenlos herumlaufe, mich wieder setze, nur auf den Rand des Stuhls, den Seitenrand natürlich, und während des Setzens den Bildschirm zuklappe. Wie das passiert ist, weiß ich nicht. Ihr könnt nicht sehen, dass ich mit zugeklapptem Bildschirm dennoch mal versuche durch den Laptop-Kunststoffmantel die Tasten zu drücken. Irgendwie könnte das doch eine Wirkung haben. Solch unsinniges Arbeiten könnt ihr einfach nicht sehen. Ihr könnt nicht sehen, wie ich nach all meinem vergeblichen Drücken ganz langsam diesen Bildschirm mit meiner Nase zu heben versuche. Also muss ich Leistung doch in Worten verdeutlichen, und das benötigt eine Qualität, die die Mannschaft des MSV nicht gezeigt hat.

Eine Szene des Spiels hat man sehen müssen, um die Leistung der Mannschaft an diesem Tag zu begreifen. Es war um die 67. Minute herum. Ein Fürther Angriff war abgewehrt worden. Etwa acht Spieler des MSV befanden sich gestaffelt auf Höhe des Fünfmeterraums und am Strafraumrand. Nach der Klärung des Angriffs war der Ball wieder bei den Fürthern im Halbfeld gelandet. Die Fürther Offensive verringerte ihr Tempo dabei nicht. Dieser zweite Ball wurde sofort wieder in einer schnellen Spielaktion weiter verarbeitet. Was aber machten die Spieler des MSV? Alle Spieler rückten zwar synchron in Richtung des Balles, es muss aber genauer gesagt werden, wie sie aufrückten. Sie gingen Richtung des Balles und jede Gangart, die ihr dabei vor Augen habt, ist noch zu schnell. Diese Orientierung hin zum Ball geschah in einer Art Trainingsspaziergang. Wir sahen die Aufführung eines Balletts zu einer Musik, für die im Kreuzworträtsel die Lösung immer heißt: Largo.

Diese Szene zeigte, warum der MSV es nicht schaffte einen 1:0-Rückstand aufzuholen, der schon in der zweiten Minute feststand. Ein Fehler in der eigenen Hälfte führte zu dem Tor der Fürther. Auch dieser Fehler als Kombination von Rückpassspiel von Stanislav Iljutcenko, Ballsicherungsversuch durch Gerrit Nauber und Wegrutschen von Daniel Davari vor dem Herauslaufen ist bezeichnend für das derzeitige Spielvermögen des MSV. Die Fürther waren jederzeit gedankenschneller, bissiger und technisch besser.

Die wenigen Chancen des MSV verdecken nur die grundsätzliche Unterlegenheit der Mannschaft. Wie soll diese Mannschaft je ein Tor erzielen? In keinem der vier Spiele sah es so aus, als könne ein Tor alleine durch das gezeigte spielerische Vermögen zustandekommen. In allen vier Spielen habe ich sehr schnell das Glück und den Zufall als unbedingt notwendige Voraussetzung für ein Tor eingerechnet. Wir sehen, wie schnell die Mannschaft sich verunsichern lässt. Wir sehen Frustration. Die Spieler laufen und laufen, und es kommen kaum sinnvolle Spielaktionen dabei herum. Wenn der Gegner den Ball besitzt, laufen sie ihm hinterher. Eigener Ballbesitz geschieht trotz mässigem Tempo durch die halblangen Bälle oft zu unkontrolliert. Anstrengung ohne den kurzzeitigen Erfolg im Spiel ist demotivierend. Ich brauche noch ein paar Tage für ein wenig Zuversicht. Gut, dass die Länderspielpause mir dazu Gelegenheit gibt.

Von flachliegenden Böcken und geplatzten Knoten

Wenn morgen der MSV Duisburg gegen Greuther Fürth spielt, wird sich auf dem Rasen neben den Spielern nicht nur der Schiedsrichter befinden. Ein Bock wird auch dabei sein, weniger ein männliches Tier einer Paarhuferart, denn ein Hindernis. Umstoßen kann man allerdings beide. Denn ohne Umstoßen des Bocks wird es den Sieg nicht geben. So lässt sich Ilia Gruev jedenfalls vernehmen. Ich befürchte so ein Bock wird erst mit dem Schlusspfiff endgültig liegen bleiben. Die Fürther werden wahrscheinlich sogar versuchen, diesen Bock zu ihrem zwölften bis dreizehnten Mann zu machen und immer wieder aufrichten.

Einen geplatzten Knoten wieder zu nutzen wäre nicht so einfach möglich. Dessen Fetzen würden überall rumliegen und das Spiel der Zebras nicht weiter behindern. Was wäre es schön, wenn Ilia Gruev in dieser Woche von einem solchen Knoten hätte sprechen können. Dann hätten wir schon eine Leistung der Mannschaft gesehen, der man grundsätzlich vertrauen könnte. Dann müssten wir nicht erwarten, dass eine zusätzliche Anstrengung hinzukommen muss, eine Steigerung der Leistung, die das Umstoßen des Bocks erst möglich macht.

Fehler werden abgestellt, versprechen Spieler und Trainer. Hart wurde gearbeitet. Alle wissen, was von ihnen erwartet wird. Und zusammen stehen werden wir auf den Rängen mit den Spielern auch. Also, hoffen wir darauf, dass die erste Hürde genommen wird, die Flaute mit dem Durchbruch der Mauer im Kopf endet und die bisherige Durststrecke nicht in den Tunnel führt, an dessen Ende erst ein Licht erscheint. So lange wollen wir doch nicht warten.

Doch noch Spieltagslyrik zum letzten Sonntag – Über Motivation am vorletzten Spieltag

Über Motivation am vorletzten Spieltag

Wir sind Verdrängungskünstler,
Menschen voller Widersprüche.
Natürlich werden Spieler in zwei Wochen gehen.
So ist der Fußball, ob die Spieler, ob Vereine,
flexibel fest verbunden. Alles gebend. Immer.
Was werden wir nun auswärts sehen?
Denn Abstieg ist verhindert.
Das Ziel der Spielzeit ist erreicht.
Hilft Spannungsabfall nächstem Gegner?
Die Dritte Liga lehrt in Fürth das Fürchten.
Dort wird ein Sieg so sehr gebraucht.
Wenn es den einen noch um alles geht
und für die anderen um dieses eine Spiel,
bleibt dann der Profi-Ehrgeiz groß genug
für den Erfolg als Spieltagsziel?
Wir sind Verdrängungskünstler,
Menschen voller Widersprüche.
Wir lesen in den Vorberichten Trainerworte
zu Einsatzwillen, zu der Leistung
und blicken auf den Sinn des Sports.
Erfahren von den Journalisten noch,
gewinnen heißt: mehr Fernsehgeld,
denn das hängt ab von dem Tabellenplatz.
Vorletztes Spiel in der Saison.
Es geht um was, was wirklich zählt.

Ein Tag vor dem Spiel gegen Fürth beginnt die Weihnachtskalenderzeit

Morgen spielt der MSV gegen die SpVgg Greuther Fürth. An diesem Verein habe ich dann mal wieder gemerkt, wie wenig mich der Fußball in der Bundesliga und drüber inzwischen überhaupt noch interessiert. Ohne den MSV hat das ganze Geschehen dort für mich so eine Art Bunte-Seiten-Nachrichtenwert bekommen. Kuriositäten und Sensationen als kurze Meldung nehme ich dann wahr. Mehr nicht. Dunkel erinnerte ich mich nämlich an eine Bundesligasaison der Fürther. Wenn mir einer mit Nachdruck gesagt hätte, das war noch letztes Jahr, ich hätte das geglaubt. Nun verrate ich euch nicht, wann die Fürther tatsächlich in der Bundesliga gespielt haben. Das könnt ihr MSV-Monokultur-Spezialisten schön mal selbst rauskriegen.

Die Vorberichte zum Spiel morgen konzentrieren sich in Duisburg auf Mark Flekken, der zu Beginn der Saison vom Gegner zum MSV wechselte. Von Mark Flekken und Ilia Gruev ist zu hören, die Niederlage gegen Regensburg sei abgehakt. Fürth sei besser, als es der Tabellenplatz vermuten ließ. Das ist ein Standardsatz aus dem Trainerhandbuch für Pressekonferenzen vor einem Spiel. Allerdings passt dieser Satz nicht richtig. In dieser Liga ist jeder Verein ab Platz 7, besser als es der Tabellenplatz vermuten lässt, manchmal aber auch sehr viel schlechter. Insofern steht der passende Satz auf einer anderen Seite des Trainerhandbuchs, verschlagwortet unter Liga, enge und Schlagen können, jeder. In Fürth weiß der Trainer Damir Buric nach dem 4:0 Sieg gegen St. Pauli, die Mannschaft könne selbstbewusster auftreten, aber der Gegner werde noch konzentrierter zu Werke gehen. Ich sehe Ilia Gruev dazu nicken und hoffe auf den Ertrag der Konzentrationsmaximierung.

Mit dem heutigen 1. Dezember werden überall in Deutschland Türen von Adventskalendern geöffnet. Es gibt sie an der Wand hängend, als Lebendige Adventskalender in Ruhrort etwa oder in Neumühl, und es gibt sie als Fußball-Weihnachtskalender von 120 Minuten, an dem ich mich beteilige. Dort, wo es ohnehin auch das Jahr über längere Erzählstücke zu lesen gibt, wird mit dem Fußball-Adventskalender von besonderen Begebenheiten rund um den Fußball zu lesen sein. Veröffentlicht werden die Texte auf den Seiten der Teilnehmer des Kalenders. In meinen Räumen hier werden vom 5. bis 8. die Kalendertüren geöffnet.

Das erste Türchen öffnet sich heute bei 120 Minuten.

Zehn Mann auf des toten Manns Kiste

Bei dieser Tabellenlage muss der MSV Duisburg Punkte nehmen, egal, wie er sie bekommt. Was interessieren noch Details. Mir geht das beim Schreiben momentan nicht anders. Recht bald nach dem 1:1-Unentschieden der Zebras bei der SpVgg Greuther Fürth ging mir ein Lied nicht mehr aus dem Kopf, das beim genauen Hinsehen als Leitmotiv weder für das Spiel noch für den Rest der Saison passt. Egal, wir stehen alle unter Druck.

„Zehn Mann auf des toten Manns Kiste“. Das sang ich leise vor mich hin, als ich vom „Ostende“ aus nach Hause fuhr. Ihr kennt das Lied? Vielleicht sogar  noch aus Robert Louis Stevensons Schatzinsel? Es sind ja eigentlich fünfzehn Mann, und die holt auch noch der Teufel, anstatt dass sie gerettet werden. Aber ich sagte es ja schon, was interessieren Details.

 

 

Erstmal waren also die zehn Mann meiner Version auf dem Sarg ans rettende Ufer gepaddelt. Ich war etwas erschöpft. Eine Halbzeit lang bangten wir um das torlose Unentschieden und überstanden dabei drei sehr große Fürther Chancen ohne weitere gesundheitliche Probleme. Michael Ratajczaks gute Reflexe hielten die Mannschaft im Spiel.

Gleichzeitig begann ich sogar schon in dieser ersten Halbzeit immer mächtiger zu hoffen, Punkte mitnehmen zu können. Den Fürthern gelang es nicht, ihre Überlegenheit vor dem Tor des MSV in dauerhaften Druck zu verwandeln. Immer wieder gelang es den Zebras, sich ein wenig zu befreien und den Ball für einige Zeit auch in den eigenen Reihen zu halten. Hin und wieder gelang sogar etwas, was als Offensivaktion ohne Torgefahr hat bezeichnet werden können. Nicht mal allzu viel Wohlwollen brauchte ich.

Ich gebe zu, meine Ansprüche an den MSV sind inzwischen nicht mehr sehr groß. Wie gesagt, der Verein und ich wir sind in einer Situation, in der wir ein halbgares Geschehen auch einmal in die uns genehme Wirklichkeit zwingen müssen, um überhaupt noch weiter zu machen. Wir nehmen etwas nahe Liegendes, schauen uns an, ob damit vielleicht was geht und den Rest muss bis auf Weiteres das  Glück erledigen.

Auf diese Weise fiel das 1:0 für den MSV Duisburg kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit. Von halbrechts flankte Zlatko Janjic einen Freistoß in den Strafraum. Der Ball fiel nach der Kopfballabwehr in den leeren Raum zentral vor dem Strafraum, wo Kevin Wolze lauerte. Sein harter Schuss passte perfekt, um vom Torwart aufgenommen zu werden. Doch ein Abwehrspieler lenkte den Ball ins Netz ab. Großer Jubel. Immer kleiner werdende Hoffnung für 20 Minuten.

Denn während dieser 20 Minuten war erkennbar, mit dem nun manchmal vorhandenen freien Raum in der Fürther Hälfte konnten die Spieler des MSV nicht allzu viel anfangen. Auf Konter brauchten wir nicht zu hoffen. Es ging nur ums Überstehen der Fürther Angriffsversuche. 20 torlose Minuten waren bei einer Restspielzeit von 43 Minuten aber eindeutig zu kurz, um das Spiel zu gewinnen. Ein Fürther Angriff nahm Fahrt auf mit einem Doppelpass in den Strafraum hinein. Im Ansatz wurde der Angriff von Branimir Bajic fast unterbunden. Doch aus dem Stören wurde eine Verlängerung der Doppelpasseinleitung. Ihm flipperte der Ball weg gegen das Bein von James Holland, der den Ball in den Lauf des Fürther Stürmers verlängerte. Holland ging hinterher, fingerte an der Schulter, der Fürther fiel. Elfmeter und rote Karte für Holland waren die Folgen.

23 Minuten plus Nachspielzeit waren nun zu überstehen. Das gelang in der Defensive gut. Weiterhin war der Raum in der Fürther Hälfte riesig. Zwei-, dreimal wurde sogar ein Ball in diesen freien Raum gepasst und von Tomané oder Thomas Bröker aufgenommen. Irgendeine nennenswerte Offensivaktion ergab sich daraus aber nicht. Trotz des Wissens um das Risiko, wenn Spieler der Zebras nachgerückt wären, kitzelte die Enttäuschung, die Konter nicht versucht zu haben. Den Fürthern gelang es allerdings auch nicht mehr, ihre Überlegenheit zur Torgefahr zu machen. Das Spiel plätscherte unter unserer Anspannung dem Ende entgegen. Die Nachspielzeit schien endlos. Es blieb bei einem Punkt für die Moral.

Anscheinend spielen der MSV, der SC Paderborn und der TSV 1860 München den Relegationsplatz in einer Art Mini-Turnier untereinander aus. Im Gleichschritt der Ergebniss sehen wir den Spieltagen mit den direkten Begegnungen entgegen. Es wäre schön, wenn sich die Erwartungen der Zuschauer des MSV bis dahin auch den Gegebenheiten anpassen könnten. Zu lesen ist vom Spieler-Dissen der mitgereisten Fans nach dem Spiel. Das kann ich nicht verstehen. Die Spieler haben sich angestrengt. Sie können es nicht besser, und nach dem völligen Tiefpunkt im Spiel gegen den KSC kann es nicht mehr schlechter werden. Wir müssen nehmen, was kommt und irgendetwas daraus machen. Wenn dann noch Glück hinzu kommt, sind wir im Relegationsplatz-Qualifikationsturnier trotz der schlechtesten Ausgangsposititon der drei Mannschaften wieder drin.

Kurz_Hermann

Hermann Kurz – Ohne Titel

Im „Ostende“ habe ich das Spiel übrigens im Kreis des MSV-Hermann-Kurz-Gedächtnis-Fanclubs gesehen, der sich selbstverständlich am 19. 2. eines jeden Jahres trifft. Duisburger Künstler haben den Fanclub zum Gedenken an den 2006 verstorbenen Hermann Kurz gegründet, ein Künstler, der MSV-Fan gewesen ist und mehrere Bilder mit vom Fußball inspirierten Motiven gemalt hat. Mit einem Klick geht es zu einer Seite über Hermann Kurz mit kurzen biografischen Daten und einer kleine Galerie mit Werken von ihm.

Die geile Carla will mir helfen

Ist mein Eindruck falsch oder hat die Welt tatsächlich mitbekommen, dass es beim MSV Duisburg nicht so gut läuft und die Laune unter uns Anhängern der Zebras entsprechend mies ist? Die Welt will uns nämlich anscheinend helfen. Bekommt ihr auch seit ein paar Wochen sehr viel mehr E-Mails als früher von hilfsbereiten Menschen, die eure Stimmung aufhellen wollen? Exorbitantes Geld hier verdienen, kostenlose Kredite dort bekommen und das ohne Schufa-Auskunft. Womöglich beschäftige ich mich demnächst näher damit, um dieses Geld direkt dem MSV Duisburg durchzureichen.

Seitdem ich diese E-Mails nicht mehr ungeöffnet als Spam markiere, sondern lese, gehe ich viel gelassener mit der Möglichkeit des Abstiegs um. Geld macht zwar nicht glücklich, aber es beruhigt die Nerven. Selbst wenn ich es mir als Besitz nur vorstelle. Außerdem stärken solche E-Mails meinen Wunderglauben. Natürlich bin ich nicht von Sinnen und werde irgendeinen dieser Anhänge öffnen oder Links anklicken, aber der dort erzählte Mythos vom armen Schlucker mit der fantastischen Idee hat ja einen wahren Kern. Idee plus Beharrlichkeit plus Zufall plus Glück, das ist die Grundlage großer Erfolgsgeschichten. Einigen Menschen von Millionen über Millionen ist es so gegangen. Das ist keine gute Quote, aber solche Geschichten wiederholen sich immer wieder, warum nicht auch im Mannschaftssport Fußball?

Eine Idee zur Spielanlage des MSV heute Abend in der Begegnung bei der SpVgg Greuther Fürth plus Beharrlichkeit plus Glück plus Zufall, und danach hoffe ich auf die nächste E-Mail aus dem unerschöpflichen Wunderbrunnen dieser Welt. Irgendwie muss es ja weitergehen. Um mein ganz persönliches Befinden hatte sich letzte Woche übrigens die „geile Carla“ kümmern wollen. Leider hat sie was völlig missverstanden. „Hallo, Ich bin die geile Carla“ hat sie mir geschrieben. „Im Anhang habe ich dir ein nacktes Foto von mir geschickt. Gefällt es dir? Schreib mir doch! Deine geile Carla“. Ach Carla, nackte Fotos finde ich persönlich völlig uninteressant. Du musst an deiner Zielgruppenansprache auf jeden Fall noch arbeiten. Die Nacktes-Foto-Fetischisten treffen sich in anderen Räumen.  Aber mehr noch, und das ist eine traurige Wahrheit für dich, liebe Carla, selbst wenn du auf einem Foto so nackt wie dieses Foto gewesen wärest, mir wäre es egal gewesen.

Ich träume momentan sehr oft von nackten Männeroberkörpern und von Zebra-Trikots, die im Jubel in die Menge geschmissen werden. So was in der Art, da stehe ich drauf. Harter Stoff, gewiss und schwierig vor die Kamera zu bekommen. Das kostet was. Ich weiß. Deshalb lese ich ja auch die E-Mails dieser Geldversprecher sehr viel lieber. Also, Carla, wenn du mir wirklich was Gutes tun willst, dann kümmer dich um den frühen Abend heute. Wenn du in Fürth was Organisieren könntest, wäre ich dir wirklich sehr verbunden.

Der erste Sieg wird kommen

Weil der Schwager in Wolfenbüttel sein Geburtstagsfest am späten Samstagnachmittag begann, wurde das Heimspiel des MSV Duisburg gegen die SpVgg Greuther Fürth zur Verkehrsgefährdung auf der A2. Verkehrswissenschaftler sollten sich auch darum mal kümmern. Womöglich braucht es gesetzliche Regelungen zur Fahrtüchtigkeit von Fußballanhängern während der Spiele ihrer Mannschaften. Ein Hörverbot von Sportsendungen im Autoradio könnte als Sofortmaßnahme die Verkehrssicherheit beträchtlich erhöhen. Durch Selbstbeobachtung habe ich nämlich festgestellt, selbst bei stillem Torjubel lenkt das Tor der eigenen Mannschaft für den Moment vom fließenden Verkehr ab. Ein Gegentor zum Ausgleich in der Nachspielzeit führt außerdem zu unkontrollierten Oberkörper- und Armbewegungen, die für das Steuern eines Autos von großem Nachteil sind.

Worte von Freunden, Worte aus dem MSVPortal und aus der Berichterstattung, sowie Bewegtbild-Bericht für die Netzwelt aus dem Springer-Haus geben mir also einen Eindruck von dem 2:2-Unentschieden, das dem MSV in dem Spiel gegen Fürth am Ende geblieben ist.

Einheitlich lese und höre ich, die Leistung des MSV wäre den Sieg wert gewesen. Die Enttäuschung hält auf MSV-Seite allerorten deshalb lange an, zumal die Nachricht vom Knöchelbruch Simon Brandstetters diese bedrückte Stimmung verstärkt. Wir müssen uns mühsam zurückkämpfen zu dem Gefühl, nicht mehr chancenlos zu sein in der 2. Liga. Wir müssen uns wieder hervorholen, dass die Mannschaft wohl ein gesamtes Spiel eine kontinuierlich gute Leistung gezeigt hat. Wir müssen sehen, dass bei dieser Leistung zwei der entscheidenden Offensiv-Spieler der letzten Saison nicht dabei gewesen sind und die Mannschaft trotz weiterer Verletzter so stark gewesen sein muss.

Andererseits muss ich sofort auch gegen eine böse Erinnerung an die Abstiegssaison im letzten Bundesligajahr anarbeiten. Zwei Spiele gab es seinerzeit, die ähnliche Enttäuschungen hinterließen, einmal mit spätem Ausgleich und einmal sogar mit dem späten Tor zur Niederlage. Der VfB Stuttgart und der BVB waren die Gegner. Es gibt aber einen Unterschied. Damals war die Saison vorangeschritten. Die damalige Mannschaft des MSV hatte keine Zeit mehr, an dieser Enttäuschung zu wachsen. Diese Zeit der Verarbeitung gibt es in dieser Saison noch. Wenn die Spieler durch diese Enttäuschung nach dem späten Ausgleich gegangen sind, werden sie stärker wieder zurückkommen. Es gibt in dieser Saison noch genügend Spiele, die gewonnen werden können.


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