Posts Tagged 'Stunksitzung'

Nur der FC spielt immer scheiße – Ein Vorgeschmack

Als Ausblick auf die Zeit nach der Winterpause käme mir das auch zupass, „der FC spielt immer scheiße“.  Doch hier geht es um Karneval. Die Session nimmt Fahrt auf. So hatte die Kölner Stunksitzung vor Weihnachten bereits Premiere. Und schon sind erste Spuren dieser Session im Netz zu finden. Ich hingegen versuche, wenn es irgend geht, die Kollision von Tannennadeln, Feuerwerk und Funkenparodie zu vermeiden. Demnächst erst bin ich dann tatsächlich dabei und freue mich auf einen Standard der Stunksitzung. Denn wie mir das Netz verrät, wird auch diese Session wieder eines der speziellen Liebeslieder an den FC von Köbes Underground zu hören sein. Es sind Liebeslieder, das ist keine Frage.

„Männer – Ein Fußballliederabend“ im Schauspiel Köln

Schlager- und Popmusikrevuen im Theater sind in Sachen Unterhaltung eine sichere Bank. Denn längst  gibt es einen generationenübergreifenden Kanon der Popkultur, der persiflierend genutzt werden kann. Den Herz-Schmerz-Schlagererfolg der 1970er ironisch gebrochen, die Männerthemen Fußball, Mütter, Frauen im Popsong, mal mehr, mal weniger parodistisch dargeboten, da kann man nicht viel falsch machen. So sei bei allen Einwänden vorab gesagt:  „Männer – Ein Fußballliederabend“ verlässt man in vergnügter Stimmung. Die Schauspieler kitzeln mit großer Spiellaune immer wieder komische Momente aus den typisierten Männerfiguren heraus, die Musik der Millionenhits erweist sich noch in der Parodie als kraftvoll und ein paar choreografierte Szenen parodieren die Ensemblebewegung von Musicals. Dynamik auf der Bühne, Spektakel fürs Auge.

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© Sandra Then

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© Sandra Then

Dennoch habe ich im ersten Drittel des Abends gedacht, gerade in Köln hätten für diese Art Schlager- und Popmusikparodie bessere Vorlagen geschaffen werden können als die mit einigem „FC-Jeföhl“ bearbeitete Fassung des Liederabends von Franz Wittenbrink. In der Stunksitzung greifen Köbes Underground  den Schlager- und Popmusikkanon meist witziger auf, weil dort das Original  im parodistischen Zusammenhang pointierter genutzt wird, der innere Zusammenhang von Original und Parodie klarer herausgearbeitet wird. Denn das Fußballstadion als Ort für die klischierte Männerwirklichkeit geriet im Mittelteil etwas aus dem Blick. Die Vorlage wirkte also unausgegoren. „A propos“, hieß es deshalb öfter, ehe ein neues Lied angestimmt wurde. Das vom Titel des Abends versprochene thematisch konzentrierte Gesamtwerk erwies sich in Teilen als Nummernrevue, die offensichtliche Hilfskonstruktionen benötigte.

Dabei schien der Anfang auf dem Tribünenausschnitt als Bühnenbild die Richtung  vorzugeben. Zur Ouvertüre  von Don Giovanni durchlebten die Männer ein Fußballspiel mit all seinen Emotionen. Es folgten die per Schlager aufgegriffenen Männerstatements über die besonderen Frauen im Leben eines Mannes, über die großen Lieben, über die Mütter. Selbstbilder wurden mit  „Sex Mashine“ und „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ zum Thema. Die „Bohemian“ wurde zur „Barbecue Rapsody“ und somit das Grillen als Lebensideal des Mannes gefeiert.  Die Grönemeyer-Parodie fehlte nicht, bei der „Flugzeuge im Bauch“ kongenial mit „Alkohol“ geremixt wurde und in einem witzigen Grönemeyer-Zitatemix seiner Songs endete. Soli wechselten sich ab mit Chorgesang, und schließlich musste – wir sind in Köln – von Lukas Podolski Abschied genommen werden.  „Time to say goodbye“ hieß es, womit sogleich auch das Finale ankündigt war, in dem „Poldi“ per Monstranz gehuldigt wurde . In 27 Stücken wurde der Mann also als Klischee dargeboten, und trotz des Rückgriffs auf Don Giovannis Schicksal in diesem Finale darf so ein Abend nicht mit allzu viel Bedeutung überfrachtet werden. Zu fern ist das wirkliche Leben, trotz des Verweises auf den Fußball. Nah ist dagegen die Popkultur, und die will und soll vor allem Stimmung machen.

Weitere Vorstellungen im November 11. und  27. November.

Mit: Yorck Dippe / Robert Dölle / Jennifer Frank / Andreas Grötzinger / Jan-Peter Kampwirth / Carlo Ljubek / Martin Reinke / Torsten Peter Schnick / Julia Wieninger / Michael Wittenborn

Piano: Andreas Hirschmann
Musikalische Leitung: Klaus Lothar Peters
Einrichtung: Schauspiel Köln nach Franz Wittenbrink
Kostüme: Swantje Karschunke

Das Schauspiel Köln hat einen Clip zum Stück ins Netz gestellt. Voilà!

Wir müssen den FC retten

In der letzten Karnevalssession gab es in der Stunksitzung von der Hausband Köbes Underground wieder eine Standardnummer zum 1. FC Köln. So ein Liedchen auf den FC ist ja quasi eine Art Mottolied dieses Teils vom Kölner Karneval. Das Grundprinzip heißt dabei  immer Parodie, und wenn man weiß, dass das Programm ab Spätsommer letzten Jahres geschrieben wurde, hatte die Nummer in diesem Jahr prophetischen Charakter. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit bedrohlicher Lagen beim FC einfach immer groß in den letzten Jahren. „Wir müssen den FC retten“ hieß es, und die jüngsten Entwicklungen im Verein geben mir die Gelegenheit, den Clip mit der Tim-Bendzko-Parodie noch einmal hervor zu holen.

Und hier dasselbe Stück nochmals abgefilmt von den WDR-Kameraleuten.

Letzten Sonntag berichtete der Express sogar per Live-Ticker von den Entwicklungen am Geißbockheim, nur um am Ende dann vermelden zu müssen, es bleibt, wie es ist. Man muss es in Duisburg vielleicht erklären, überraschend war es nicht, weil auch andere Vereine als der MSV Duisburg Führungspositionen manchmal nur unzureichend besetzen können. Wäre Solbakken entlassen worden, hätte es beim 1. FC Köln keinen Präsidenten, keinen sportlichen Leiter und eben keinen Trainer mehr gegeben. Man könnte meinen, da wird endlich im Fußball ernst gemacht mit dem Vertrauen in jeden einzelnen Mitarbeiter und in die flachen Hierarchien. Ist aber nicht so, dafür wütet Geschäftsführer Horstmann in alter Patriarchen-Tradition zu laut los.

Ein Präsidentschaftskandidat ist übrigens inzwischen gefunden, und ich wage zu behaupten, die Büttenredner der letzten Session haben dieser Nachricht manche Träne hinterhergeweint. Aber die nächste Session kommt, und für Witze mit Namen ist die Bütt oder auch die Anmoderation in der Stunksitzung der richtige Ort. Nach dem überraschenden Rücktritt von Wolfgang Overath gestaltete sich die Präsidentensuche beim FC ja ähnlich schwierig wie seinerzeit die bei dem Verein unserer Zuneigung. Doch letztlich fand die Kommission vom Verwaltungsrat als zukünftigen Präsidenten vom 1. FC Köln einen Mann, der besser nicht zum FC und den so häufig anzutreffenden Zustand rund um den Verein passen könnte. Der Mann heißt Werner Spinner. Die Büttenredner werden über diesen Mann in ihren Nummern etwas erzählen, dann eine  bedeutungsvolle Pause machen und den Namen noch einmal wiederholen. Damit es auch jeder versteht. Ist schon eine Steilvorlage.

Spielen wie die Brasilianer

Für alle, die noch ein wenig Trost nach dem Spieltag am Wochenende brauchen, empfehle ich Köbes Underground in der Stunksitzung dieser Session mit ihrem Kommentar zur Spielkultur beim 1. FC Köln.


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