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Fundstück: Nicht nur der MSV sucht einen Torwart

Am Samstag fand sich in der Süddeutschen Zeitung eine Stellenanzeige für Torhüter. Allerdigs ist sie in die Rubrik „Vermisches“ gerutscht. Deshalb weise ich hier noch einmal darauf hin. Zwar fischt der MSV bei der Kernkompetenz des Torhüters im selben Gewässer, allerdings brauchen wir die Münchner Vorstadt-Bezirksligakonkurrenz nicht zu fürchten, da Ivo Grlic einen deutlich jüngeren Torhüter als Buffon sucht. Eine Erinnerung an den August 2014 will ich zum Wochenbeginn ebenfalls nicht vergessen: Nürnberg im DFB-Pokal kann der MSV. Ein gutes Los.

Darauf kann Duisburg stolz sein – Überregional erzählt

Ob Wolfgang seine Meinung nun ändert? Nachdem, was der Fußball in Duisburg bewegt hat. Ich kenne Wolfgang nicht näher. Im Grunde kenne ich nur seinen Namen und seine Botschaft, die er vor einiger Zeit im Kleinanzeigenteil der  Süddeutschen Zeitung unter der Rubrik „Verschiedenes“ als flammenden und zugleich gereimten Appell veröffentlichte:

Bleibt zu Hause

Fußball, Terror
Bombenleger
das sind alles Welterreger
Sport und Spiele
sind nichts wert
über alle
kommt das Schwert
Bleibt zu Hause
werdet still
Unser Gott tut
was ER will.

Dass wir tatsächlich SEINEM Handeln derart willenlos ausgeliefert sind, ist zum einen nicht meine Meinung, zum anderen wirkt Wolfgang  mir bei aller möglichen Kritik an der öffentlichen Aufmerksamkeit für den Fußball in seiner rhetorischen Figur der Reihung  zu Beginn seiner Worte etwas überreizt. Wahrscheinlich denke nicht nur ich so.

Stellt euch vor, alle Anhänger des MSV Duisburg hätten seine Stimme erhört. Gerade die Unterlassung des Handelns wäre das moralisch Verwerfliche gewesen, weil es das Gute in Duisburg nicht zum Ausdruck gebracht hätte. Gerade weil die Anhänger des MSV Duisburg nicht zu Hause blieben und handelten, zeigten sie was Sport und Spiel wert sein können. Es geschah etwas Gutes und zwar nicht allein auf den Fußball, im speziellen den MSV Duisburg, hin bezogen. Was geschah, wirkte auf das Selbstbild Duisburgs. Es zeigte Duisburg, was möglich ist.

Wären die Anhänger des MSV Duisburg zu Hause geblieben, hätte ich zudem nicht die Gelegenheit erhalten, über dieses vorbildhafte Geschehen für die Süddeutsche Zeitung in einem Interview zu erzählen. Das ist die Pointe an der Geschichte. Wolfgang hatte Mittwoch als Leser der Süddeutschen Zeitung eine Möglichkeit, sein überreiztes Urteil zu korrigieren. Es ist doch immer wieder gut, nicht darauf zu warten, dass ER es für einen richtet.

2013-07-10_SZ_Interview_c

Man kann das Geschehen der letzten Wochen übrigens auch in einem anderen, düsteren Ton erzählen wie bei Jungle World geschehen. Darüber darf man sich nicht ärgern. Vielmehr gilt es jene Geschichte, die der Stimmung in Duisburg viel mehr entspricht, einfach öfter weiter zu erzählen. Mit jener freundlichen Entschlossenheit und Energie, wie sie in den letzten Wochen in Duisburg vor dem Stadion zu spüren war.

Eine Sportredaktion möchte Leser staunen lassen

Das ist in den letzten Tagen noch liegen geblieben. Ich komme auf diesen Zeitungsausschnitt trotzdem zurück, weil mit der kurzen Meldung über Frank Fahrenhorst wieder sehr schön und deutlich gezeigt werden kann, wie Journalismus oft funktioniert und wie auf diese Weise auch Wirklichkeit entsteht.

Da steht also als Essenz der Meldung die Überschrift „Ex-Nationalspieler Fahrenhorst – In Duisburgs Reserve“. Das hat so ungefähr um den Trainingsauftakt vom MSV Duisburg herum für die Sportredaktion der Süddeutschen Zeitung Nachrichtenwert in ganz Deutschland. In Duisburg hat das keinen Nachrichtenwert mehr, weil diese Tatasche jeder am MSV Interessierte seit fast zwei Monaten weiß.

Für Deutschland erhält die Meldung aber auch nur deshalb Nachrichtenwert, weil dank Frank Fahrenhorsts kurzzeitiger Nationalspieler-Vergangenheit der Titel der Meldung möglich gewesen ist. Ansonsten wäre Frank Fahrenhorst  ein Spieler unter vielen, von dem sich sein alter Verein trennen möchte. Für Frank Fahrenhorsts Leistung in der letzten Saison aber war sein Vorleben als Nationalspieler belanglos. Es hatte keine Bedeutung, weil diese Zeit viel zu lang her ist. Bedeutsam wird dieses Vorleben nur, weil der Sportredaktion neben der WM-Berichterstattung noch weitere Sportseiten zur Verfügung stehen, die gefüllt werden müssen. Und so wird aus einem Nichts an Meldung der kleinste Tropfen Besonderheit herausgepresst.

Wenn die Meldung allerdings zu deutschlandweitem unglaublichem Respekt vor der Mannschaft des MSV Duisburg führen sollte, will ich nichts gesagt haben. So stark ist sie, dass nicht mal mehr ein deutscher Ex-Nationalspieler mithalten kann. Ich habe es gerade mal laut vor mich hingesagt. Beeindruckend klingt das nicht. Das „Ex“ stört doch sehr. Oder habe ich einfach die Wirklichkeit der letzten Saison zu deutlich vor Augen? Leser der Süddeutschen Zeitung ohne Kenntnisse der Duisburger Verhältnisse helft mir!


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