Posts Tagged 'SV Wacker Burghausen'

Wenigstens erinnern, wenn Kevin Wolze schon nicht noch ein Tor erzielte

Wie gestern schon gesagt, das Leben schreibt nicht immer die schönsten Geschichten. Sonst hätte das Spiel des MSV gegen Heidenheim als eine Mischung aus zwei legendären Spielen des MSV erzählt werden können. Man hätte Kevin Wolze dann Ennatz Ahanfouf rufen können.

Im November 1977 stand beim 6:3-Sieg des MSV gegen Bayern München ein Spieler besonders im Blick. Ennatz Dietz legte mit den ersten vier Toren die Grundlage für den Sieg. Die Bayern spielten damals eine schlechte Saison und kamen als 13. ins Wedaustadion. Der MSV war 14. und in den 1970er Jahren das Siegen gegen die Bayern noch gewohnt.

Bewegtbilder habe ich leider nicht gefunden. Wenn ihr persönliche Erinnerungen an das Spiel habt, gerne ab in die Kommentare für das Fangedächtnis des MSV Duisburg. Hier die Torfolge:

20. Minute    1:0 Bernard Dietz
24. Minute    1:1 Reiner Künkel
44. Minute    1:2 Gerd Müller (Foulelfmeter)

49.Minute      2:2 Bernard Dietz
57.Minute      2:3 Gerd Müller
76. Minute     3:3 Bernard Dietz
78. Minute     4:3 Bernard Dietz
83. Minute     5:3 Ronald Worm
85. Minute     6:3 Norbert Stolzenburg

Vom Spielverlauf wäre eine andere Begegnung vorbildhaft gewesen: das 4:3 gegen Wacker Burghausen am 1. Mai 2005. Der MSV war vor dem Spiel Zweiter. Vier Punkte Vorsprung vor dem Drittplatzierten Eintracht Frankfurt und sechs Punkte vor dem Viertplatzierten, dem TSV 1860 München, ergaben eine gute Ausgangsposition, um in den restlichen Spielen den Bundesligaaufstieg zu verwirklichen. Damals gab es auch noch für den Drittplatzierten den direkten Aufstieg. Burghausen kam als Achter der Tabelle. Auch hier gilt: Persönliche Erinnerungen an das Spiel gerne ab in die Kommentare für das Fangedächtnis des MSV Duisburg.

Hier die Torfolge:

Und von dem Spiel gibt es auch Bewegtbilder im Netz:

 

Advertisements

Ordentliches Futter für ein Leben als Pessimist

Am Samstagnachmittag gab es in Duisburg mit einiger Sicherheit ein paar zufriedene Gesichter unter den Stadionbesuchern. Der MSV Duisburg hatte gegen Wacker Burghausen das Spiel überlegen gestaltet und war dreizehn Minuten vor Schluss dennoch in Rückstand geraten. Das ärgerte die Anhänger des MSV Duisburg zwar allesamt, doch zufrieden konnte werden, wer das vorausgesehen hat. Ein Pessimist war vorbereitet auf diesen Rückstand. Ein Pessimist wusste, dass es am Ende schief gehen wird, wenn zunächst in der ersten Halbzeit Kingsley Onuegbu ein leeres Tor aus fünf, sechs Meter Entfernung nicht trifft und  später Pierre De Wit einen Elfmeter verschießt, ganz zu schweigen von den anderen ausgelassenen Torchancen für den MSV. Pessimisten wissen so etwas immer. Das hilft ihnen, ihr Leben besser zu ertragen.

Es soll deshalb Menschen geben, die allein zum Pessimisten wurden, weil sie von Kindheit an zum MSV Duisburg ins Stadion gehen. Bei mir hat das nicht funktioniert, und inzwischen bin ich zu alt für eine so grundsätzliche Persönlichkeitsveränderung. Mir ist es Samstag nicht gelungen, meine eigentlich meist optimistische Stimmung zu bremsen. Mich hat dieses späte Gegentor demoralisiert. Ich hatte mich auf den großen Einsatz der Zebras vollends eingelassen und war zu dünnhäutig geworden für diese ertraglose Überlegenheit des MSV Duisburg. So viel Aufwand mussten die Zebras erbringen, ohne dass ein einziges Tor gelang. Gott sei Dank, ging es den Spielern des MSV Duisburg auf dem Platz nicht so. Ganz im Gegensatz zur Vorwoche in Münster ließ das erste Tor des Gegners Zuversicht und Einsatzwillen nicht zerbröseln.  Die Spieler wollten das Spiel nicht verloren geben. Sie wurden mit dem Ausgleichstreffer belohnt. Patrick Zoundi konnte eine Flanke in den Strafraum von Athanasios Tsourakis gegen zwei Abwehrspieler Burghausens annehmen und zirkelte den Ball aufs Tor. Erdogan Yesilyurt rutschte sicherheitshalber in den Ball hinein, der Richtung Torlinie trudelte. Wie sich Patrick Zoundi in dieser Spielsituation mit seiner artistischen Ballannahme und anschließendem Direktschuss durchsetzte, unterstrich sein erneut gutes Spiel.

Ein Siegtor gelang nicht mehr. So hinterlässt das Spiel gemischte Gefühle. Wir müssen uns damit abfinden, selbst bei spielerischer Überlegenheit können wir beim MSV Duisburg dieser Saison weder sicher auf ein Tor hoffen, noch darauf zählen, dass Offensivaktionen des Gegners grundweg ohne Gefahr bleiben. Es gab ja nicht nur den zum Tor führenden Konter. Schon vorher ließen zwei, drei Spielaktionen der Burghausener uns den Atem anhalten. Die Kontergefahr gibt es im Fußball immer, wenn die eine Mannschaft offensiv das Spiel führt. Abfinden müssen wir uns aber auch mit Unsicherheiten in der Defensive, die immer wieder manchmal, fast aus dem Nichts heraus geschehen.

Auch wenn es das Spiel am Samstag mir schwer gemacht hat, inzwischen haben der Ausgleichstreffer und die Moral der Mannschaft mir meinen Optimismus wieder zurück gegeben. Deshalb beunruhigt mich das sichere Wissen um die Schwächen der Zebras nun nicht mehr als sonst. Ich sagte es schon einmal, der Gegner muss sich die Schwächen ja zuerst einmal zunutze machen. Das gelingt nicht immer. Außerdem kommt noch die Winterpause, um daran zu arbeiten, die Schwächen zu beheben. Wenn ich also recht überlege, war es mit dem Spiel eigentlich wie meist im Leben. Futter gab es nicht nur für den Pessimisten, auch für eine optimistische Einstellung dem nächsten Jahr gegenüber lassen sich ein paar gute Gründe entdecken.

Von der Choreo vor dem Spiel findet sich dank DerBauprofi ein Clip bei youtube.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel sowie die Stimmen von Michael Ratajczak und Kevin Wolze

Bilder vom Spiel in einer Zusammenfassung beim Bayerischen Rundfunk

Gute Nachrichten von der Börse: Blutwert zeigt sich konsolidiert

Diese Nachricht von der Blutwerte-Börse freut Zebrafreunde. Der Blutwert von Kingsley Onuegbu hat sich im Laufe der Woche deutlich verbessert. Am letzten Wochenende war dieser Wert wegen der neuesten Infektdaten deutlich unter Druck geraten mit dramatischen Folgen für die Zebra-Konjunktur. Die Anstrengungen, sie zu festigen, konnten nicht lang genug aufrecht gehalten werden, um den drohenden Rückschritt der Entwicklung auszugleichen. Im Laufe der Woche zeigten sich einige Blutmarktbeobachter  zwar enttäuscht, weil „harte“ Zahlen aus dem Untersuchungslabor statt im Stundentakt nur im täglichen Abstand zu erhalten waren. Doch erweisen sich diese Stimmen, die eine so intensive Onuegbu-Überwachung forderten, im Nachhinein als Panikmache.  Dass der Blutwert zum Spieltag hin sich verbesserte, erklären medizinische Beobachter vor allem mit der sogenannten Onuegbu-Immunstärke, die zudem von konsolidierenden Maßnahmen aus der Duisburger Zentralmedizin begleitet wurde. Ob die heutige Stärke des Blutwerts schon für einen erneuten Einsatz von Kingsley Onuegbu im Spiel des MSV Duisburg gegen die SV Wacker Burghausen ausreicht, vermögen die Experten erst kurzfristig zu sagen. Der guten Stimmung unter den Zebrafreunden tut das dennoch keinen Abbruch. Positive Überraschungen dürfen weiter erwartet werden und so könnte sich der Konjunkturrückgang vom letzten Wochenende als kurzfristiger Ausreißer erweisen.

Nach Hitzesieg wird’s Zeit für Spitz- und Künstlernamen

Das Auswärtsspiel des MSV Duisburg gegen den SV Wacker Burghausen war zwar erst die zweite Begegnung der neuen Saison, aber eines wage ich jetzt schon zu behaupten. Die Spieler vom MSV der Saison 2013/2014 werden in der Historie  des Vereins einen herausragenden Platz einnehmen. Diese Spieler wiederholen gerade, was schon durch die Verantwortlichen und Anhänger des MSV Duisburg in den Wochen nach dem Zweitligaentzug gelebt wurde. Diese Spieler sind innerhalb kürzester Zeit zusammengerückt und geben alles, um erfolgreich zu sein.

Da sitze ich vor dem Life-Stream und spüre die HItze in Burghausen förmlich im eigenen Raum, weil von Anfang die Spieler diesen schmalen Grat suchen zwischen dem Einteilen der Kräfte und dem unbedingten Einsatz. Das hat dem Spiel der Zebras im Vergleich mit der Auftaktbegegnung gegen Heidenheim gut getan. Beim Kampf um den Ball gab es keine aussichtslosen Todesgrätschen mehr, die mich den Schiedsrichtergriff zur roten Karte befürchten ließen. Zu sehen war eine robuste Spielweise, die den Burghausenern allmählich den Schneid abkaufte. Zu sehen war aber auch, wie sehr die Spieler an ihre Leistungsgrenzen gingen. Sascha Dum hat sich nach seinem Magen-Darm-Infekt auf eine Weise verausgabt, die bei der Auswechslung stützende Hilfe notwendig machte. Was für ein Einsatz und wieder, was für eine gute Leistung auf der für ihn ungewohnten Verteidigerposition. Wenn ich auf ihn besonders hinweise, dann wegen der besonderen Ausgangslage für ihn. Es gibt keinen Spieler in der Mannschaft, der nicht bis an die Schmerzensgrenze mitzieht.

Das war die Grundlage für den 2:0-Sieg. Schon im zweiten Spiel schafft sich die Mannschaft ein Erfolgserlebnis, das zudem ohne Branimir Bajic, ohne Kevin Wolze und ohne Tanju Öztürk errungen wurde. Und auch darauf muss man hinweisen: wie in der zweiten Halbzeit Maximilian Güll und Julien Rybacki, wenn auch kurz, ins Spiel fanden. Vorher schon hatte ab der 63. Minute Athanasios Tsourakis sein wirbelndes Sturmlaufen begonnen. Für jede Defensive ist sein Spiel schwer auszurechnen. Gleichzeitig behält er den Blick für die Mitspieler. Doch schon in der ersten Halbzeit war eine allmählich funktionierende Offensive zu sehen, in der es oft nur am letzten Pass in Nähe der Strafraumgrenze haperte. Dem Pass, der über die Torgefahr entscheidet. Mit dieser Schwierigkeit ist der MSV nicht alleine, weder in dieser Liga, noch in Liga 2. Allerdings sehe ich Spieler, denen in Zukunft auch dieser letzte Pass gelingen kann.

Burghausen drang in der ersten Halbzeit auch nicht erfolgreich in den Strafraum ein. Jede Standardsituation verspricht in so einem Spiel dann die Torgefahr. Es sah nach einstudierter Eckballvariante aus, als Markus Bollmann kurz vor der Pause der Kopfball zur 1:0-Führung gelang.  Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich die Defensive bei dem stärker werdenden Druck der Burghauser immer anfälliger. Zwei-, dreimal zeigten die Burghausener Spieler, dass Abschlussstärke nicht zu den großen Qualitäten der Mannschaft gehört.  Da hieß es jeweils tief durchatmen. Ganz zu schweigen von dem Schreck als der vermeintliche Ausgleich fiel und die meisten von uns wohl die Abseitsentscheidung nicht als zwingend angesehen haben. Was war das für eine Achterbahnfahrt der Gefühle in dieser Minute. Zuvor schon überwog bei mir die Sorge vor dem möglichen Ausgleich gegenüber der Hoffnung auf ein zweites Tor. Und dann war da das Erkennen, jetzt wird es schon wieder eng für den MSV, gefolgt von der Enttäuschung über den vermeintlichen Ausgleich. Mit Verzögerung nahm ich die Abseitsentscheidung wahr, Erleichterung stellte sich ein, während schon der Angriff in die andere Richtung lief, den Kingsley Onuegbu so nervenstark zum zweiten Tor des MSV abschloss. Die Erleichterung schlug direkt in den Jubel um. Für bangendes Hoffen war keine Zeit mehr geblieben. Der „King“ gehört sicher nicht zu den schnellsten Stürmern. Das war schon ohne Hitze im Spiel gegen Heidenheim zu sehen. Er besitzt aber ein gutes Gespür für mögliche Laufwege, seine Ballannahme gegen verteidigende Spieler ist überragend und wenn es nicht mehr als zwei Gegenspieler werden, behält er den Ball danach auch meist sicher.

Besonders gefallen hat mir außerdem, dass die Flankenläufe von Phil Ofosu-Ayeh in diesem Spiel nicht mehr so vergeblich waren wie gegen Heidenheim. Schon nach einer Woche findet er nun im vorderen Drittel des Spielfeldes einen Mitspieler zum Anspiel. Da findet sich die Offensive auf seiner Seit, um dauerhaft gefährlich zu werden. Und wenn ich nun bei Phil Ofosu-Ayeh angekommen bin, so ist es Zeit einmal über Spitz- und Künstlernamen zu sprechen. Spielten beim MSV Duisburg jemals so viele Spieler auf einmal in einer Mannschaft, deren Namen von uns Zuschauern auf den Rängen nicht gerade einfach begeistert zu rufen sind? Da liegen zusätzliche Aufgaben für die Mannschaft, wenn sich nicht auf den Rängen selbst der ein oder andere spontan entstehende Vorschlag durchsetzt.

Den zusammenfassenden Spielbericht gibt es mit einem Klick weiter beim Bayerischen Fernsehen.


JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 9,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Bloglisten

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: