Posts Tagged 'Trikot'

Saisonvorbereitung I – Die Hoffnung in einem Satz

Während sich die Mannschaft des MSV Duisburg schon dem notwendigen Leistungsstand für den Saisonanfang nähert, finden wir beim Zebrastreifenblog nur schwer aus der Sommerpausenstimmung heraus. Egal, wen man von uns dreien hier fragt, jeder fühlt sich so, als hätte er gerade eben erst mal ein paar Stunden nicht über ein Fußballthema nachgedacht. Das liegt daran, dass zumindest Ralf und ich bis vor kurzem noch am Manuskript über die ersten zwei Drittligajahre des MSV gearbeitet haben. Wer noch nicht mitbekommen hat, warum die Fertigstellung schwierig war und deshalb länger dauerte als geplant, kann das hier nachlesen.

Trotzdem beginnt ja auch für uns die Saison am übernächsten Freitag. Deshalb beginnen wir heute mit unserer Saisonvorbereitung, nachdem wir am Wochenende schon nicht im Stadion sein konnten. Wir machen das mit einem leichten Aufwärmprogramm an diesem Tag. Ein wenig Laufen, ein bisschen Ballarbeit und dann ziehen wir uns zurück in den Kraftraum.

Ein Satz als Auftakt der Saisonvorbereitung soll heute reichen; ein Satz als Hoffnung für diese Saison; ein Satz, dem Kees, Ralf und Stig gleichermaßen problemlos zustimmen können. Ihr wahrscheinlich auch:

Wenn das Design der neuen Trikots das einzige ist, worüber wir am Ende der Saison 2016/2017 gemeckert haben, wird das eine wunderbare Spielzeit gewesen sein.

Eine Geburtstagsfeieranekdote – Tradition sticht Zeitgeist in den 1970ern

Auf größeren Geburtstagsfeiern gibt es nicht selten das Hallo beim Wiedersehen nach längerer Zeit. Meist bringt man sich dann kurz auf den Stand der jeweiligen Geschichte, um später irgendwann auch mal die geteilten Erinnerungen hervorzuholen. Beim Geburtstagsfeiern des Vereins unserer Zuneigung will ich es heute nicht anders halten. Kollege Zeindler hat das folgende wunderbare Stück aus dem Archiv des Aktuellen Sportstudios hervorgeholt. Der ein oder andere wird es vielleicht kennen, aber wie das mit schönen Erinnerungen ist, sie tauchen immer wieder auf.

Nicht oft gibt es den Zeitgeist der 1970er Jahre nämlich derart vielschichtig in so kurzer Zeit zu fassen. Die Gesellschaft verändern, hieß es, überall, selbst in einem der konservativsten Bereiche dieser Gesellschaft, dem Fußball. In so einem Fall nahm man sich zunächst Äußerlichkeiten vor und begleitete das dennoch mit großem Gestus des Guten und Schönen. So will der Farbdesigner desingermäßig klug daherreden. In seinen Stichworten klingt er aber leider nur warenhausverkäuferhaft. Was dennoch die Richtung der Veränderung weist. Günter Netzer bringt es anschließend auf den Punkt: Service für den Zuschauer. Da steckt die ganze Veränderung des Fußballs ab Anfang der 90er Jahre in einem Satz. Hinzu kommen die Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen. So leicht und locker wollen sie sein, und so bemüht wirken sie zuweilen. Selbstverständliche Leichtigkeit in Zeiten des Wandels ist nicht einfach. Nun aber genug erzählt. Seht selbst, der Vorschlag für den MSV ist ab Minute 1.30 zu sehen. Man sollte sich den ganzen Clip aber nicht entgehen lassen. Nicht oft haben die Beharrungskräfte einer Gesellschaft derart leichtes Spiel. Tradition sticht Zeitgeist problemlos. Herzlichen Glückwunsch, MSV Duisburg!

Trikotsammler gesucht – Bei einem Buchprojekt fehlt der MSV

Letzte Woche erreichte mich eine E-Mail von Stefan Appenowitz. Er arbeitet an einem Buchprojekt zu Fußballtrikots der Bundesliga. „Das gr0ße Trikotbuch der Bundesliga“ soll es heißen, und im Ruhrgebiet fehlt ihm der Zugang zu einem Verein, dem MSV Duisburg. Ihr seid also gefragt. Vielleicht liest der ein oder andere Trikotsammler hier mit, oder ihr kennt einen oder kennt einen, der  einen kennt. So ein Buch darf doch nicht ohne entsprechende Zebra-Mode erscheinen. Bei Facebook hat Stefan Appenowitz zudem folgenden Hinweis gepostet

Am nächsten Sonntag, 04.August treffen sich ab 12 Uhr im Café Extrablatt in Essen am Kennedyplatz einige Trikotsammler des VfL Bochum, FC Schalke 04, Borussia Dortmund und RW Essen, die mich beim Buchprojekt „Das große Trikotbuch der Bundesliga“ unterstützen. Ich würde mich freuen, diese Runde noch um einen oder mehrere MSV Trikotsammler ergänzen zu können. Wenn ihr vorab weitere Infos benötigt, schickt mir eine kurze PN mit Eurer Mailadresse.

Ich denke nicht, dass ihr unbedingt an diesem Samstag nach Essen kommen müsst. Hauptsache, ihr seid bereit, ihn bei der Zusammenstellung von Abbildungen der Bundesliga-Trikots zu unterstützen.

Unter folgender E-Mail-Adresse erreicht ihr Stefan: steve (at) appenowitz.de

Original und getragen

Des Fußballfans liebster Fetisch ist das Trikot. In der ausgeprägteren Form dieses Fetischismus bevorzugen die Gläubigen Trikots, die „getragen“ oder „game worn“ sind. Mit der englischsprachigen Produktbeschreibung möchte die Sportszene sich wahrscheinlich absetzen von den durch Erotik und Sexualität inspirierten Fetischseiten des Internets, auf denen solch neckische Fetische wie getragene Höschen angeboten werden. Denn schließlich geht es bei so einem Trikot dann doch fast nie um Sexualität sondern um etwas, was  der Religion verwandt ist.

Das gleicht dann dem Reliquienhandel alter Zeiten. Damals überstieg die Nachfrage nach Reliquien das Angebot aber um einiges. So ein richtiger Heiligennachlass samt Heiligenkörper war da schon mal schnell ausverkauft und für Nachschub hatten die Reliquienhändler ihre lokalen Quellen. Denn gib dem Pilger, was der Pilger will.  Und das waren etwa Knochen, um etwas geschützter durch dieses so schicksalhafte unsichere Leben zu gehen. Echte Knochen von echten Heiligen. Stammten diese Knochen auch aus Armengräbern. Alles eine Frage des Glaubens. Was wir für echt halten, kann die Wirkung haben, die wir uns erhoffen. Da reicht es dann auch, wenn der Händler versichert, alles geht mit rechten Dingen zu.

Heute steht neben der Versicherung der am Handel Beteiligten wenigstens der Name des Heiligen auf dem Trikot. Doch nass vom Schweiße seines Körpers war auch dieses Trikot nur auf Treu und Glauben. Und statt um Schutz geht es wahrscheinlich eher um ein Hochgefühl. Wie früher wirken auch heute nicht allzu viele Heilige überregional. Doch ob das Trikot dieses Lokalheiligen vergangener Duisburger Spielzeiten noch als Fetisch wirkt, halte ich für mehr als fraglich. Zu sehr prägt der Wandel die Mannschaften des Vereins aller Vereine über die letzten Jahre hin. Selbst wenn es auch mir so vorkommt, als gehöre wenigstens dieser Spieler  zu jenen, die nicht nur für sich sondern auch für den Verein gestanden haben. Das Trikot von Rot-Weiß Essen trägt er auf diesem Foto jedenfalls nicht.


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