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Soll und Haben im Tabellenrechner – 31. Spieltag

Alten Traditionen folgend werde ich bis zu endgültigen Entscheidungen über das Schicksal des Vereins unserer Zuneigung die Wirklichkeit und meine Fieberfantasien mit dem Tabellenrechner gegenüberstellen. In der Klammer steht meine Punkteprognose am Ende der Saison, dann folgt inwiefern die bisherigen Ergebnisse von meiner Prognose abweichen.

Auf den ersten Blick sieht alles so aus, als folge die Wirklichkeit noch meinem Plan. Besser noch, der FSV Frankfurt gesellt sich als ernsthafter Anwärter auf einen direkten Abstiegsplatz hinzu. Gut, Paderborn sammelt mehr Punkte als gedacht, aber da ist noch immer Luft bis der MSV erreicht wird, wenn der MSV macht, was wir uns wünschen. Unangenehm war der Heimsieg des TSV 1860 München, weil sich daraus hoffentlich nicht ein Aufwärtstrend durch den Trainerwechsel einstellt. Passiert ist nichts, weil die Mannschaft vorher zwei Punkte wider Erwarten verloren hatte. Ich habe diesen neuen Stand in die Tabellen unten nochmals eingerechnet.

Es gibt einen Vorteil für den MSV an den letzten beiden Spieltagen. Die Konkurrenten im Abstiegskampf spielen noch gegeneinander. Von diesen Spielen wird der MSV bei jedem Spielergebnis profitieren, wenn, ja wenn der MSV am Freitag gegen Fortuna Düsseldorf gewinnt. Das ist notwendig. Am Freitag heißt es für den MSV wieder, Endspielstimmung, ein Sieg muss her. Sonst müsste aus einem Heilungswunder eines der Wiederauferstehung von den Toten werden.

14. Fortuna Düsseldorf:  29 (31)   +/- 0
15. FSV Frankfurt 29 (32) +/- 0
16. TSV 1860 München:  28 (32)  +/- 0
17. SCP Paderborn: 28 (28)  +/- 0
18. MSV Duisburg:  25 (32) +/- 0

Nachdem ich den Tabellenrechner seine Arbeit hatte machen lassen, endete die Saison für mich wie unten. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge und wenn sich die Vereine an meine weiteren angenommenen Ergebnisse hielten, stände der MSV Duisburg nun sogar auf dem 15. Platz. Es wird knapp. Das Torverhältnis kann entscheiden.

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Wenn ein Stadion die Abstiegsangst wegschreit

Der Schalldruck im Duisburger Süden muss groß gewesen sein in der 85. Minute des Spiels vom MSV Duisburg gegen den TSV 1860 München. Als Victor Obinna den 2:1-Führungstreffer für die Zebras erzielte, knallte diese Arena ihre Begeisterung als Explosion heraus. Danach hielt das Toben und Schreien an, nicht nur auf der Nord, wo es ohnehin immer am lautesten ist. Auch auf den Geraden wussten die Zuschauer nicht mehr wohin mit ihren Gefühlen. Dieser Jubel von knapp 22.000 Anhängern des MSV Duisburg walzte aus dem Stadion, ließ Fensterscheiben vibrieren, schwappte über die Parkplätze, hob das Wasser auf der Regattabahn zu kleinen Wellen und verlor sich in der anderen Richtung allmählich in den Straßen zum Hauptbahnhof. Der Duisburger Süden wurde mit gemeinsamer Glückseligkeit und Erlösung durchdrungen.

Solch ein ekstatischer Ausbruch des Jubels geschieht, wenn die kaum mehr vorhandene Hoffnung auf eine Glück verheißende Rettung wie den Klassenerhalt wider Erwarten durch eine Heldentat wie den Auswärtsieg gegen einen hohen Favoriten befeuert wird. Wenn dieser Hoffnung ein paar Tage Zeit bleiben zu wachsen und sie zugleich in Gedanken schon wieder gefährdet wird. Wenn diese Hoffnung nur durch den Sieg im Spiel weiter lebendig bleibt. Wenn das Spiel selbst dann doch verloren scheint, das Ende nahe ist und wenn dann, in der eigentlichen Torschuss-Situation wir einen winzigen Augenblick Zeit haben, die große Chance zum Tor in dem Ausmaß ihrer gesamten Folgen für die Zukunft intuitiv zu erfassen. Wir denken es nicht, aber wir fühlen es, weil das Tor nicht von jetzt auf gleich fällt. Wir sind  dann vom Scheitern bedroht. Unsere Körper werden miterfasst von der Bewegung des Stürmers, wir spielen gleichsam mit.

Unsere Beine verknoteten sich beim Versuch, zugleich auf unserem Platz zu bleiben und diesen halbhohen Ball unter Kontrolle zu bringen, der von Kingsley Onuegbu zurückgeprallt war in den freien Raum an der Strafraumgrenze. Diese Ekstase konnte Raum greifen, weil wir alle die Last der Verantwortung in diesem Moment spürten. Weil wir diesen winzigen Moment Zeit hatten, um zu fühlen, wie nah Erfolg und Versagen beieinander liegen. Das alles geschah in uns, ohne dass wir es in Begriffen dachten, denn wir waren nichts anderes als unsere Körper, die sich vorbeugten, hin- und herbewegten, verkrampften, die bereit waren, etwas zu machen, ohne dass sie eingreifen konnten. Wir waren dabei, holten noch einmal Luft, hielten den Atem an und wurden eins mit Victor Obinna, dem es gelang den halbhoch springenden Ball direkt zu nehmen und ihn ins Tor zu schießen – am heraus eilenden Torwart ebenso vorbei wie an den versetzt stehenden zwei Feldspielern. Weil für all das dieser winzige Moment Zeit war, entlud sich die angestaute Luft in diesem ekstatischen kollektiven Aufschrei. JA!

Wir hatten eine erste Halbzeit gesehen, in der beide Mannschaften vor allem anderen keine Fehler machen wollten. Beide Mannschaften versuchten ein kontrolliertes Aufbauspiel, was auf Seiten des MSV zu erwarteten Schwierigkeiten führte. Dieser MSV entwickelt bei dieser Spielanlage keine durchgängige Offensivkraft. Das wissen wir, und das fürchtete nicht nur ich. Sehr viel druckvoller wurden auch die Münchner nicht, obgleich ihr Zusammenspiel mehr Potential aufwies, als wir es bei den Zebras entdecken konnten. Pässe und Laufwege der Löwen wirkten besser aufeinander abgestimmt. Die Mannschaft ließ den Ball besser laufen. Zu unserer Beruhigung blieb das ohne Folgen.

Sinnbildhaft für die Offensivstärke des MSV wird an solchen Tagen Giorgi Chanturia. Weil das Spiel des MSV in der kontrollierten Ausführung wenig Dynamik besitzt, liegt mehr Verantwortung bei ihm und seinen Dribblings im eins gegen eins. Sein Gegenspieler aber kannte von Anfang an seine Haken und seine typischen Bewegungen. Entsprechend harmlos blieb Giorgi Chanturia. Er wirkte früh frustriert. Auch sonst war irgendwann der Frust der Offensivspieler bei Fehlpässen zu sehen. Die Mannschaft wirkte so, als müsse sie irgendwann auch gegen eine schlechte Stimmung angehen.

Nach der Halbzeitpause blieb das Bild unverändert. Wenn ein Tor fiele, käme das überraschend zustande. Das war uns klar. Die Überraschung gelang den Münchnern mit einem Weitschuss in der 64. Minute. Das kannten wir aus dem Spiel gegen Heidenheim, und angesichts der Leistung an dem Tag konnte ich mir nicht vorstellen, wie nun noch der Ausgleich fallen sollte. Doch es gibt Gründe, warum auch 1860 München vom Abstieg bedroht ist. Die Ordnung der Defensive gerät bei druckvollem Spiel schneller durcheinander als die anderer Gegner. Als Nico Klotz für den immer unauffälligeren Chanturia eingewechselt wurde, geriet die Münchner Defensive sofort aufgeregt in Bewegung. Das wiederum war anders als im Spiel gegen Heidenheim. Es erinnerte vielmehr an das Spiel gegen Union Berlin. Thomas Bröker musste noch hinzukommen, damit in der Strafraummitte ein weiterer Stürmer Flanken aufnehmen konnte. Die Unruhe in der Münchner Defensive führte zu dem kuriosen Ergebnis, dass der Ausgleich bei der ersten Ballberührung Brökers aus einer recht statischen Situation heraus fiel. Flanke aus dem Stand heraus, Kopfballsprung fast aus dem Stand heraus, ein Kopfball nahezu in Rückenlage, der gegen den Innenpfosten trudelte, Richtung Tornetz sprang und vom Torwart auf diesem Weg zurückgeschlagen wurde. Wir lesen heute, Grund für einen Protest der 60er, die die Tatsachenentscheidung Tor als falsch ansehen. Hingegen hatte ich auch schon ohne Tatsachenentscheidung gejubelt – mit einer kurzen Irritation zwischendurch.

Die Stimmung war nun hochgekocht. Der Zorn der Münchner blieb erkennbar wie der Siegeswillen der Zebras immer mächtiger wurde. Zu Entlastungsangriffen kamen die Münchner nicht. Kurz nur sorgte ich mich, als Milos Degenek die gelb-rote Karte erhielt. Zu viele Erinnerungen an den Misserfolg gibt es in dieser Saison. Paderborn, das blitzte kurz auf, doch sofort war deutlich, kein Handballspiel-Imitat bekämen wir noch einmal zu sehen. Weiter ging es Richtung Münchner Tor, egal ob über die Mitte oder über die Außenbahnen. Der Ball musste irgendwie ins Netz. Das wollten die Spieler. Das wollten wir auf den Rängen. Das wurde geschrien. Das wurde bei jedem Angriff versucht, bis in der 85. Minute Victor Obinna jenen Angriff einleitete, den er selbst mit dem Führungstreffer abschloss.

Die Nachspielzeit bot noch einmal eine besondere Prüfung unserer Nerven. Drei-, viermal gelang es den Zebras nicht mehr, ruhig zu bleiben und den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Dieser Ball war nur noch ein potentielles Gegentor. Möglichst weit weg vom eigenen Strafraum sollte er sein. Jeder Spieler des MSV schlug ihn nun weit nach vorne. Dummerweise kam der Ball augenblicklich wieder zurück. Zäh nur vergingen diese Minuten, in denen schließlich ein Münchner ein letztes Mal derart frei zum Schuss kam, dass ich den Ball schon zum Ausgleich im Netz gesehen hatte. Festgekrallt an der Schulter des Freundes bekam ich den Schlusspfiff nicht mehr richtig mit. Das Feiern des Sieges begann, und Erfolg im Abstiegskampf bedeutet nicht nur ein ekstatischer Jubel beim Führungstor. Erfolg im Abstiegskampf bedeutet auch, volle Zuschauerränge noch lange nach dem Schlusspfiff.

Morgen, morgen, morgen – Von Hoffnung und Enttäuschung

Eines weiß ich sicher, wenn morgen im Spiel des MSV Duisburg gegen den TSV 1860 München zum Ende hin noch nichts entschieden ist, werde ich es etwas einfacher im Stadion haben als letzten Sonntag vor den Bewegtbildern aus Nürnberg. Ich werde die mögliche Spannung in diesem Spiel besser aushalten können. Ob ich nicht dennoch die Kurve verlassen muss, wird der Tag zeigen. Ich stand schon einmal kurz davor, ohne dass die Bedeutung des Spiels damals die des morgigen Spiels erreichte. Wäre die Bedeutung des Spiels der Maßstab für das Zuschauerinteresse, das Stadion hätte seit Dienstag ausverkauft sein müssen.

Wenn 25.000 Zuschauer kämen, wäre das großartig. Jeder Tausenderschritt mehr wäre sensationell. Der MSV braucht für den Massenzuschauerandrang Erfolg in der Aufwärtsbewegung. Das Ringen um Bewahrung der Klasse und die Existenz ist weniger attraktiv in Duisburg, auch wenn es intensiver berührt und den Stamm des Publikums auf mehr Gemeinsamkeit einschwört – so die Hoffnung groß genug ist. Nun ist die Hoffnung seit Sonntag wieder da, und die immer größere Distanzierung von der Mannschaft durch Teile der Zuschauer wieder verschwunden. Von dieser Distanzierung soll heute aber gar nicht die Rede sein. Sie ist einen eigenen Text wert, weil diese Distanzierung meiner Meinung nach eng  mit dem Selbstbild Duisburgs und dem Selbstbewusstsein der Duisburger bezogen auf ihre Stadt verknüpft ist.

In fast jedem meiner Gespräche über den MSV kommt seit Sonntag diese ungeheure Anspannung des Nürnberg-Spiels zur Sprache. Ich habe noch nie von so vielen Freunden und Bekannten gehört, dass sie in der zweiten Halbzeit, sich das Spiel nicht mehr haben ansehen können, dass sie nur noch das Ergebnis hatten hören wollen, dass diese Drohung enttäuscht zu werden durch einen möglichen Ausgleich einfach zu viel wurde.

Nun stehen wir vor dem Spiel gegen den TSV 1860 München vor genau solchen Gefühlen und wissen nicht, wie wir mit damit umgehen sollen, welche Haltung wir diesem Spiel entgegenbringen sollen, um nicht zwischen Hoffnung und Enttäuschung hin- und hergeschüttelt zu werden. Auch das ist in jedem Gespräch Thema, all die Erinnerungen an die verpassten Gelegenheiten des MSV Duisburg, wenn es wider Erwarten noch die Möglichkeit gab, ein gestecktes Ziel noch zu erreichen. Diese Erinnerungen bedrohen unsere Hoffnung. Plötzlich ist die Chance auf den Klassenerhalt wieder vorhanden. Doch worauf können wir unsere Hoffnung bauen, außer auf das Bild der Tabelle? Zu oft hat die Mannschaft nicht das im Spiel erreichen können, was notwendig war. Das ist der Grund für diese Sorge vor dem Spiel, die in allen Gesprächen aufscheint, dieses Misstrauen, sich dieser Hoffnung tatsächlich voll und ganz zu verschreiben. Natürlich wird das im Stadion vor Ort dann anders sein. Aber so lange die Zeit noch läuft, die Gedanken herumschwirren, sehen wir neben den spielerischen Grundlagen für den Erfolg in Nürnberg auch all die Schwierigkeiten dieser Mannschaft, die es uns so schwer machen.

Das ist menschlich: Wir wollen unsere Hoffnungen groß und ungefährlich zugleich. Wir wollen nicht tief fallen, wenn es doch nicht klappt, was plötzlich wieder möglich scheint. Das gelingt nicht. Zumindest mir nicht und vielen anderen, mit denen ich gesprochen habe. Wir wollen nicht tief fallen, und die einzige Möglichkeit, das zu verhindern ist ein Sieg des MSV Duisburg. Meine Hoffnung ist sehr groß.

Fieberfantasien mit Tabellenrechner

Am Montag begann meine Erkältung mit starkem Husten und heftigem Krankheitsgefühl. Sie nahm einen für mich klassischen Verlauf. Der leichten Besserung am zweiten Tag folgte Fieber am dritten. Da lag ich also im Bett, war genervt, las zuweilen etwas ohne Konzentration, döste ein, guckte wach werdend, was Facebook und Twitter mir ins kranke Leben reinschickten und langweilte mich immer mal wieder. Mir war heiß – trockene Hitze auf der Haut in müder Unruhe.

Plötzlich hörte ich ein Flüstern: „Weißt du noch, wie es schon zweimal war? Du warst Gott der Zweiten Liga.“

Oh, nein, dachte ich, das glaube ich jetzt nicht.

Das Flüstern wurde lauter. „Der Tabellenrechner“, raunte es, „Du hast es in der Hand. Die Mannschaft braucht dich. Jetzt, in diesem Moment. Mach es!“

„Das hilft doch nichts“, warf ich ein, „jetzt doch nicht mehr. Die Ausgangslage war damals beide Male sehr viel besser“.

„Unsinn“, hörte ich, „das denkst du nur. Hast du nicht gerade noch geschrieben, die Mannschaft spielt inzwischen so, dass ein Platz im unteren Mittelfeld kein Problem gewesen wäre, wenn sie von Anfang an  so aufgetreten wäre?“

Jetzt diskutierte ich mit der Wand über den MSV. Ich fasste es  nicht und rief: „Ich habe aber auch geschrieben, diese Mannschaft kann ein Spiel nicht unbedingt gewinnen. Sie braucht Glück. Glück! Manchmal klappt’s auch, wenn sie gar nichts mehr zu verlieren hat.“

„Und? Ist es etwa gerade anders?“, raunte es beruhigend.

Die Seite vom Kicker war bereits geöffnet. Wer machte so etwas? Ich starrte über den Laptopbildschirm hinweg ins Leere und hörte immer weiter diese Stimme. „Ein Sieg gegen Heidenheim. Fang klein an.“

Ich traute meinen Ohren nicht. Der letzte Rest gesunder Verstand meldete sich zaghaft, während die Stimme immer hoffnungsfroher klang: „Sechs Punkte. Du packst das. Acht Punkte! Quatsch Relegation. Klassenerhalt. Streng dich an.“

„Aber…“, begann ich und hatte schon das 1:0 gegen Heidenheim eingetippt. Weiter ging es, und wenn ich mir das heute morgen alles ansehe, habe ich in meinem Fieberwahn nur ein einziges ganz unwahrscheinliches Ergebnis vorgegeben, sieht man mal davon ab, dass Siege vom MSV in gewisser Weise grundsätzlich wenig wahrscheinlich sind in dieser Saison. Dieses sehr unwahrscheinliche Ergebnis ist ein Sieg des MSV gegen RB Leipzig, denen ich am letzten Spieltag eine mächtige Aufstiegsfeierlaune verordnet habe. Dafür gab es in Sandhausen ein Unentschieden. Notfalls lässt sich das noch tauschen. Relegationsrang habe ich geschaffft als Zweitliga-Gott im Fieberwahn per Tabellenrechner.

Seht selbst. Und wenn ich dann bei diesem dritten Male meines göttlichen Tabellenrechner-Daseins mit der Saisonziel-Gelingensprognose zum ersten Mal scheitern sollte, hat´s mir zumindest dabei geholfen, wieder gesund zu werden.

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Im letzten Moment

Gleich hole ich mir die nötige Einstellung für den Rest der Saison. Einen Teil meiner Weihnachtsgeschenke werde ich heute kaufen, der Rest kommt dann morgen früh. Ich weiß, ich werde es schaffen. Im letzten Moment wird es klappen, weil ich alles gebe und zudem Zuversicht aus der Lage beim SC Paderborn schöpfe. Dort ist die schwarze Pädagogik zum Grundprinzip der Effenbergschen Trainingsarbeit geworden. Der Übertrainer straft ohne Erkärung und festigt Macht. Rätselhaft blieben die „Rauswürfe“ der drei Spieler des SC Paderborn, schreibt die Neue Westfälische. Zwei Legenden des SC Paderborn hat es getroffen.

Ein wenig schmerzt die Entwicklung in der angeheirateten Heimat. Doch das Hemd des MSV ist mir in dem Fall näher als die Paderborner Jacke. Willkür und Schrecken als Basiswerte einer neuen hierarchischen Struktur des Kaders scheinen mir gute Grundlagen für kommenden Misserfolg zu sein. Verkrampft euch, möchte ich den Paderbornern zurufen, das ist normal in solch einem Klima. Ordnet euch unter, bekommt Angst vor Fehlern. Stefan Effenberg weiß jeweils, wer Schuld ist.

Beim TSV 1860 München sorgt derweil Investor Hasan Ismaik für Unruhe. Die Süddeutsche Zeitung wirft Lizenzentzug und Insolvenz in den Raum. Eigentlich ganz gute Nachrichten, um konzentriert den anstehenden Geschenkekauf zu bewältigen. Wir schauen natürlich ansonsten zuerst nur auf uns. Das Wissen um den Zustand bei den anderen schadet aber nicht. Vielleicht erhält das immer weiter, immer weiter dann noch einen Hauch mehr Zuversicht.

Ein Abstiegsmeisterschaftsduell

Natürlich werde auch ich älter. Natürlich hält so ein älterer Körper dann nicht mehr jegliche Belastung aus. Aber so sehr wie bei dem Auswärtsspiel des MSV Duisburg gegen den TSV 1860 München habe ich noch nie gedacht, mein Kopf könne gleich zerspringen. So andauernd habe ich deshalb noch nie die Bilder von einem Fußballspiel des MSV Duisburg weggeblendet wie dieses Mal.

Ich konnte mir das Spiel des MSV nicht mehr ansehen, weil ich mich mit der schlechten Leistung der Mannschaft nicht abfinden konnte. Ich habe gegen jede Einsicht weiter auf Erfolg gehofft, und dieser Widerstreit zwischen Wirklichkeit und Fantasie hat mein Kopf zum Tollhaus gemacht. Sachliche Gedanken und hoffende Wünsche schienen aufeinander einzuprügeln. Der Druck hinter der Stirn wurde unerträglich. Zwischendurch wagte ich es, genauer zum Fernsehkommentar hinzuhören. Wenn es die Andeutung einer Chance gab, so entwickelte sie sich vor dem Duisburger Tor. Die Zeitlupen haben ich dann manchmal gesehen. Andeutung ist allerdings schon ein Wort, bei dem jeder mit Recht auch Schönfärberei rufen kann.

Wenn eine Mannschaft in so einem wichtigen Spiel derart hilflos in der Offensive wirkt wie der MSV, ist das eine Bankrotterklärung, der Spieler selbst und vom Trainer. Es ist ja nicht die Niederlage. Es ist die Spielweise der Mannschaft. Es ist die Anstrengung der Spieler ohne Ertrag, die jeglichen Gedanken an den Klassenerhalt zum Hirngespinst eines Tagträumers macht.

Als ich kurz vor Schluss hörte, wie der Reporter gefährliche Angriffe des MSV kommentierte, ging ich in die Falle. Ich sah noch zweimal Andeutungen einer Chance. Betrachtet man diese zwei Angriffe für sich, rufe ich nicht mal Schönfärberei. Schon guckten meine hoffenden Wünsche herausfordernd Richtung sachliche Gedanken. Es folgte ein Einwurf für 1860 in der Hälfte des MSV.

Die sachlichen Gedanken wussten, was kommen konnte und grinsten spöttisch zu den hoffenden Wünschen rüber, als die Spieler des MSV sich recht langsam für die Defensive ordneten. Denn längst hatte ein Spieler von 1860 den Ball in den Händen und Schwung genommen für den Einwurf. Die hoffenden Wünsche räusperten sich verhalten und verstummten sofort, weil sich der Ball inzwischen bereits in guter Flankenposition an der Torauslinie befand.

Nein, kreischten sie auf, als der Sechziger flankte. Höhö, dröhnten die sachlichen Stimmen zurück, guckt hin, ihr spinnerten Träumer – das ist die Wirklichkeit des MSV: Die Flanke kommt in den Fünfmeterraum. Jetzt hilft den Zebras nur noch Glück. Meine Hoffnungen schmissen sich aufheulend zu Boden, während meine sachlichen Gedanken kühl die Schultern zuckten. Ey, beruhigt euch, riefen sie den jammernden Hoffnungen zu, ist doch auch egal, ob München nun als 17. absteigt oder die Zebras. Von einem Pokal für den Abstiegsmeister haben wir noch nie gehört.

Von so einem Realismus lassen sich meine hoffenden Wünsche natürlich nicht beruhigen. Ich sehe aber auch nicht, wie sie demnächst mal wieder aufstehen könnten, um entspannt Richtung MSV zu schauen.

Spielvorbereitung – Balance halten, einfach nur die innere Balance halten

Beim Gedanken an das Auswärtsspiel des MSV Duisburg gegen den TSV 1860 München fällt es mir schwer, nicht vor Panik getrieben aufzuspringen und wild herumzurennen, damit ich diesem Gefühl Herr werde. Keine Abstiegsangst schwelt in mir. Nein, das sind Abstiegspanik-Attacken, weil ich mich einfach an keine guten Spiele bei den Sechzigern erinnern kann. Schon gar nicht darf ich zusätzlich an die Ergebnisse der Freitagsspiele denken. Düsseldorf gewinnt. Bielefeld gewinnt. Panik heißt dann, auch zu glauben, das geht immer so weiter. Kein Verein von Platz 16 bis 1 wird sich bis zum Saisonende eine Blöße geben. Der MSV kann aus eigener Kraft nicht mehr den Klassenerhalt schaffen. Wir spielen mit dem TSV 1860 München nur noch aus, ob die oder wir 18. werden.

Wirklich vor der Panik gerettet hat mich erst Benno Möhlmanns große Erfahrung. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte er laut Abendzeitung: „Alles entscheidende Spiele gibt es nie. Vielleicht mal bei einem Finale, hopp oder top. Es ist ein ungemein wichtiges Spiel, aber kein Endspiel“, weil den Löwen danach 21 Spieltage blieben, um sich zu retten. Hey! Wenn es für die Löwen so ist, ist es für den MSV genauso. Und Benno Möhlmann kennt sich wirklich aus im Geschäft.

Benno Möhlmann, sei Dank. Sollte es in München schief gehen, wird mich nicht völlige Hoffnungslosigkeit ergreifen. Ob Gino Lettieri nach einer möglichen Niederlage noch Trainer sein wird, scheint zweifelhaft. Offiziell gibt es keine Stimme, wie es weitergeht. Doch die lokale Presse spricht vom Schicksalsspiel für Lettieri. Auch der MSV versucht anscheindend die Balance zu halten, um den Siegeswillen nicht zu gefährden und dennoch im Misserfolgsfall handlungsfähig zu sein.

Eigentlich träume ich ja davon, auch in Duisburg einmal einen Trainer zu sehen, mit dem der Verein zweifellos absteigen kann. Das Freiburger Modell. Für diese Zweifellosigkeit fehlt in Duisburg natürlich überhaupt der Abstieg als mögliche gefahrlose Zwischenstation. Der sofortige Abstieg hätte ja erneut katastrophale Folgen für die finanzielle Situation des Vereins. Zum anderen aber habe ich Mühe, Gino Lettieri zu vertrauen. Dabei möchte ich ihm vertrauen. Aber für zu viele seiner Entscheidungen habe ich keine Erklärung. Selbst sein Verweis auf die letzte Saison in der Pressekonferenz vor dem Spiel schürrt mein Misstrauen anstatt mich zu beruhigen. Denn in der letzten Saison konnte der MSV nur deshalb erfolgreich sein, weil in der Hinrunde die Mannschaften in der oberen Tabellenhälfte eng beieinander blieben und damit vielen Mannschaften die Chance auf den Aufstieg blieb. Wo ist die vergleichbare Situation in der unteren Tabellenhälfte in dieser Saison? Sie ist schlichtweg nicht vorhanden. Momentan scheint eine Abstiegszone gar nicht erst zu entstehen. Gino Lettieri macht mir also mit seinen Worten keine Hoffnung, obwohl ich gar nicht glaube, dass ein neuer Trainer zu diesem Zeitpunkt der Saison eine Lösung wäre. Ganz zu schweigen vom fehlenden Geld für so einen Mann.

Zangsläufig komme ich dazu, dass nur ein Sieg mir zum Vertrauen in Gino Lettieris Arbeit verhilft. Wenn ich übrigens ebenfalls lese, dass in München eine Duisburger Mannschaft erwartet wird, die sich hinten reinstellt und auf die Fehler des Gegners wartet, so macht mich das wirklich gespannt auf die Entwicklung des Spiels. Schließlich mussten bis vor kurzem noch die Gegner des MSV nur auf diese Fehler warten. Damit war es im letzten Spiel gegen Nürnberg zu Ende. Vielleicht doch ein zusätzlicher Hoffnungsschimmer? Vielleicht sind in München die Fehler noch nicht so gut abgestellt und der Druck des Gewinnen-Müssens legt sich noch ein wenig schwerer auf die Schultern der Heimmannschaft? Vielleicht habe ich nach dem Spiel ja doch wieder etwas mehr Vertrauen in Gino Lettieris Arbeit?

Kurz erklärt: Die Choreo der 1860-Fans

Nebst drei Reiseberichten und einem ganz, ganz kurzen Spielbericht findet sich im Text von Löwenfan Phillip Rapp auch eine Erläuterung der Gäste-Choreografie vom Karnevalssamstag beim Spiel des MSV Duisburg gegen den TSV 1860 München.

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Die Silhouette von Karl Valentin war ja aus der Ferne unverkennbar, und den Spruch „Jede Sache hat drei Seiten: Eine Positive, eine Negative und eine Komische“ hatten wir schon als ein Zitat von ihm vermutet. So eine Weisheit  passte zu ihm. Natürlich dachten wir bei dem Spruch an einen Kommentar zum Konflikt zwischen Investor Hasan Ismaik und den Vereinsverantwortlichen von 1860. Ein Konflikt, der mir vor Weihnachten ja ebenfalls zu denken gegeben hat. Phillip bestätigt nun die Deutung und beschreibt noch einmal, was wir aus der Entfernung nicht ganz genau haben erkennen können:

Zunächst zeigte es die Silhouette von Karl Valentin selbst, anschließend seinen Spruch „Jede Sache hat drei Seiten: Eine Positive, eine Negative und eine Komische“. Dieser Spruch wurde auf den TSV 1860 bezogen in dem bei „Positive“ ein Pfeil auf die Fans zeigte, bei „Negativ“ das Muster der Roten Arena eingebaut wurde und bei  „Komische“ das „o“ durch ein Konterfei von Hasan Ismaik ersetzt wurde.

Die letzte Frage zum Spiel wäre also geklärt. Was mich sehr beruhigt, weil wir zwar immer den Blick auf das nächste Spiel richten, aber doch nicht wissen, wie das Unbewusste wirkt. Vielleicht hat da im Kopf noch was gearbeitet, und ob ich dann am Sonntag auf dem Stehplatz so nervenstark gewesen wäre, um alles zu geben? Wer weiß.

Ein Spiel wie eine Karnevalsfeier – Endlich mal wieder was zum deuten

2013-02-09_MSV_1860 034_beabGut, es war Karnevalssamstag, aber es hätte genügt, wenn sich um diesen Karneval, wie auf den Fotos zu sehen, nur wir paar Zuschauer gekümmert hätten. Stattdessen lässt sich auch die Mannschaft dazu hinreißen, ein wenig Karnevalstimmung im Spiel gegen den TSV 1860 München zu verbreiten. Da wirken die Spieler fast eine ganze Halbzeit lang wie eine hoffnungsfrohe Unentschieden-Elf, nur um kurz vor der Halbzeitpause daran zu erinnern, es könnte auch alles nur ein Karnevalsspaß sein. Man weiß in dieser Zeit des Straßenkarnevals eben oft nicht, was ist nur  Verkleidung und was gehört zum wirklichen Leben.  Bei Ranisav Jovanović muss man sich darum im Moment keine Gedanken machen. Er hat sich für dieses Spiel gar nicht erst verkleidet, er ist der Stürmer, der zu sehen ist. Durchsetzungsstark, lauffreudig und dieses Mal mit einer sehr gelungenen Einzelleistung auch Schütze des Führungstreffers vom MSV Duisburg.

Die Spieler legten sich ja in dem Moment sogar für ein paar Minuten ein Superheldensiegercape an, und mir haben sie wirklich gut gefallen, wenn auch für die Defensivabteilung der Zebras das Cape von Anfang an einige Zentimeter zu lang war.2013-02-09_MSV_1860 035_beab Bei den Angriffen des TSV 1860 München war jedenfalls sofort das Kostüm als Kostüm zu erkennen. Benjamin Kern hatte auf seiner Seite einen sehr schlechten Tag. Andreas Ibertsberger passte das Unentschiedenkostüm allerdings schon mal wie angegossen. Er machte einen guten Eindruck. Er wirkte ruhig und sachlich, spielte bis auf seinen Fehlpass in der zweiten Halbzeit solide und war sehr präsent. Gerade seine souveräne Ausstrahlung hilft der Defensive der Zebras weiter, zumal auch die  Innenverteidigung zunächst für das Unentschieden gut genug schien.

Meine Zweifel wuchsen allerdings, als sich ausgerechnet Daniel Brosinski in seinem Elfmeterschützenkostüm tatsächlich auch als Elfmeterschütze fühlte. Da glich er all jenen Piraten und Cowboys, die mit ihrer alkoholgedopten Männlichkeit glauben, das weibliche Begehren konzentriere sich für den Rest des Lebens rund um sie. Aber der Alltag ist nah.2013-02-09_MSV_1860 03_web Die gerade noch wild tanzende Meerjungfrau verschwindet von jetzt auf gleich zu zweijährigem Kind sowie Ehemann, und Daniel Brosinski bleibt der nur manchmal zielsichere Torschütze, selbst wenn er alleine am Elfmeterpunkt frei vor dem Tor steht. Die erneute Chance zur Führung war vergeben. Und dann zerfetzt in der Nachspielzeit dieser ersten Halbzeit der Alltag sogar so richtig das Unentschiedenkostüm.

Das hinterlässt das schale Gefühl, der TSV 1860 München war die bessere Mannschaft und dennoch gab es gute Gründe an den Erfolg des MSV Duisburg zu glauben. Die Münchner kombinierten sicherer, hatten etwa mit Daniel Halfa einen technisch sehr starken Einzelspieler, der, einmal am Ball, kaum zu stoppen war. Frei- und Eckstöße bargen jedes Mal Torgefahr. Und dennoch waren diese Chancen nicht zwingend, dennoch war der MSV Duisburg gut im Spiel. Selbst in der zweiten Halbzeit, als die Zebras die weiter zurück gezogenen Münchner kaum mehr aus ihrem Defensivverband herauslocken konnten, gab es dann doch die eine Riesenchance auf den Ausgleich. Gabor Kiraly wehrte den Torschuss aus kurzer Distanz von Sascha Dum ab. Und es ist bezeichnend, dass im direkten Gegenzug das dritte Tor der Münchner fiel. Alle schon gesehenen Fehler der Zebras in diesem Spiel kamen dabei zusammen.  2013-02-09_MSV_1860 038_beabBeim Umschalten war die Mannschaft einen Tick zu langsam. Das machte sich schon vorher in der Defensive immer wieder bemerkbar. Die Spieler empfinden Spielsituationen oft einen Moment zu früh als beendet. Es war schon in Dresden abzusehen, dass eine bessere Mannschaft als die Dresdner,  „zweite Bälle“ besser nutzen könnte. Hinzu kam ein Roland Müller, der auch nicht seinen besten Tag hatte und bei diesem Konter die eigene  Schnelligkeit beim Herauslaufen über- und die des gegnerischen Stürmers unterschätzte. So machte er unnötigerweise das Tor frei für den Schuss von Moritz Stoppelkamp.

Die Unentschieden-Elf war also am Karnevalssamstag nicht mehr als ein schönes Kostüm der Mannschaft des MSV Duisburg. Aber wir Karnevalsjecken wissen auch, oft steckt in einem Kostüm mehr alltäglicher Mensch als im ersten Moment erkennbar ist. Manchmal ist es nicht das ganz Andere, das in der Verkleidung gesucht wird, sondern nur die ideale Vorstellung von einem selbst. Und so bleibt die Hoffnung, der MSV Duisburg ist auf einem guten Weg. Der Trainer des TSV 1860 München, Alexander Schmidt, ließ sich nach dem gemeinsamen Kostümball jedenfalls zu dem charmanten Kompliment hinreißen, die Mannschaft sei der erwartet schwere Gegner gewesen und es sei kein Vergleich zur Vorrunde, wie  gut sie inzwischen spiele. Kosta Runjaic hat es sich gelassen angehört.

Hier also die Pressekonferenz nach dem Spiel, samt Standard-O-Tönen von Jürgen Gjasula, Andreas Ibertsberger, Ranisav Jovanović und Julian Koch.

Ist für den MSV Duisburg etwas vom TSV 1860 München zu lernen?

Nur mal so zur Erinnerung: Beim TSV 1860 gab es vor einem Jahr denselben Konflikt, der Dienstag beim MSV Duisburg nicht gelöst wurde. Dort stand ja der berühmte Scheich vor der Tür, rettete den Verein vor der Insolvenz und forderte recht schnell die Ablösung des Vereinspräsidenten. Der DFB hatte  schnell ein Auge drauf. Was also gestern von der Investorengruppe gefordert wurde,  ist nicht so einfach durchzuwinken, nur damit das Geld fließt. Der Aufsichtsrat folgte also auch vorgegebenen Statuten des DFB, als er die Forderung der Investorengruppe zurückwies.

Deutet man das Geschehen in Duisburg im Spiegel der Münchner Ereignisse, so hat Andreas Rüttgers mit seinem Rücktritt quasi das vorweggenommen, was damals in München der jordanische Investor Hasan Ismaik vom Präsidenten Dieter Schneider forderte. Der Vereinspräsident der Münchner wollte seine Entscheidungskompetenz nämlich nicht vollends aus der Hand geben. Diese Forderung Ismaiks stand als erstes vor der später erst folgenden Forderung zum Rückttritt. Wir in Duisburg sind also einen Schritt weiter. Was die  Verhandlungsposition für den Verein schwächt. Deutlich wird aber auch, wie sehr Andreas Rüttgers Außenseiter in den städtischen Machtzirkeln war. Dieter Schneider hingegen ist, so weit ich mich entsinne, ein renommierter Münchner Lokalpolitiker mit einer größeren Lobby in seiner Stadt.

Der Verein muss also eigenständig handeln können. Es scheint im Moment utopisch. Wahrscheinlich wird sich jemand aus dem Machtzirkel rund um Walter Hellmich und der Investorengruppe bereit erklären, Präsident des MSV Duisburg zu werden. Das ist deshalb wahrscheinlich, weil es keine starke Duisburger Persönlichkeiten gibt, für die der MSV Duisburg eine Herzensangelegenheit ist. Es fehlt so eine Person nicht nur für das Präsidentenamt, es fehlt so eine Person auch als Vermittler zwischen Verein und Investorengruppe.

Denn das ist ein weiterer Unterschied zur Situation in München. Dort wurde der Geschäftsführer des TSV 1860 München Robert Schäfer zum Vermittler zwischen Investor und Vereinspräsident. In Duisburg wirkt es auf mich so, als empfinde Roland Kentsch den Einfluss des Vereins schon seit langem als hinderlich. Vermitteln kann er deshalb nicht. Er ist Partei in diesem Konflikt. Von hier an bin ich nun ratlos. Den wahrscheinlichen Verlauf des Geschehen habe ich skizziert. Der Weg gefällt mir nicht wirklich. Die Alternative ist die Insolvenz und der Weg in den Amateurfußball.


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