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Akzente 2018 inoffiziell – Flucht vor der Verantwortung im Duisburger Stadtwald

Am Samstag sind die 39. Duisburger Akzente eröffnet worden. Nie wieder Krieg? lautet das Motto des Kulturfestivals. Auch dieses Jahr begleite ich die Akzente im Zebrastreifenblog mit einem inoffiziellen Programm ohne Bühnenpflicht für jeden Tag.

Südlich vom Worringer Reitweg, östlich der A 3 deutet im Duisburger Stadtwald nichts darauf hin, dass dort Mitte April 1945 Walter Model, der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B der Wehrmacht den Kampf um das Ruhrgebiet aufgab. Für das von mir als Ralf Koss geschriebene Buch 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen habe ich den folgenden kurzen Text zu diesem Ereignis geschrieben. Die Historie des Ruhrgebiets lässt mich weiterhin nicht los. „Orte, im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen“ heißt mein Blog zum Thema. Pressestimmen und Informationen zum Buch gibt es dort ebenfalls.

Flucht vor der Verantwortung

Die Munition ist aufgebraucht, Lebensmittel sind kaum vorhanden. Nach und nach nehmen die US-amerikanischen Truppen die Städte des Ruhrgebiets ein. Bald ist der Krieg zu Ende. Am 17. April 1945 gibt der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B den geordneten Verteidigungskampf auf. Den im Ruhrkessel eingeschlossenen etwa 300.000 Soldaten stellt er frei, in Gruppen kämpfend die feindliche Linie zu durchbrechen oder sich einzeln durchzuschlagen, zivil oder in Uniform. Vier Tage später greift Walter Model in einem Duisburger Waldstück nahe Lintorf zu seiner Waffe und erschießt sich.

Als fanatischer Anhänger des Nationalsozialismus will er die Niederlage erklären: »Unter dem Druck der Kriegsereignisse zeigt sich, daß noch immer weite Kreise des deutschen Volkes und damit auch der Truppe vom jüdischen und demokratischen Gift der materialistischen Denkweise verseucht sind.« Ein Kapitulationsangebot hat er abgelehnt, und fast bis zuletzt ist er bereit, seine sinnlosen Befehle unter Androhung von standrechtlichen Erschießungen durchzusetzen.

Anfang März war die US-Army bei Remagen über den Rhein gesetzt. Nach der britischen Großoffensive nahe Wesel kann das Ruhrgebiet in einer Zangenbewegung umschlossen werden. Großen Widerstand gibt es nicht, während sich die alliierten Truppen im Hinterland des Ruhrgebiets aufeinander zubewegen. Am 1. April treffen sie bei Lippstadt aufeinander. Der Ruhrkessel ist geschlossen

Indem der Kessel enger gezogen wird, gelingt das erhoffte »mopping up«, das »Aufwischen« der deutschen Truppen, ohne große Verluste der Alliierten. Als ein letztes Mittel des Kampfes bleibt den Nationalsozialisten, die Wirklichkeit zu verdrehen: »Wir wissen mehr, als der Gegner weiß« heißt es auf einem Flugblatt vom Gauleiter Westfalen-Süd, Albert Hoffmann. Das Schließen des Ruhrkessels sei ein großer Erfolg der Wehrmacht und von der Führung geplant gewesen.

 

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