Posts Tagged 'Wedaustadion'

Halbzeitpausengespräch: Schimanski ist…ach, Götz George

Es war natürlich ein herber Dialog-Fehler im Drehbuch. Eine Gruppe MSV-Fans in einer Kneipe hebt die Biergläser, um anzustoßen und skandiert: „Zebrastreifen weiß und blau, immer wieder EM-ES-VAU.“ Wenn ich diese Szene zu Beginn des zweiten Clips sehe, komme ich innerlich ins stolpern. Natürlich hören wir Anhänger des MSV alle längst etwas anderes, wenn irgendwo auf dieser Welt „Zebrastreifen weiß und blau“ angestimmt wird. Niemals folgt etwas anderes als „jeder weiß genau, das ist der EM-ES-Vau“. Wir haben es den Machern dieses achten Schimanski-Tatorts Zweierlei Blut durchgehen lassen. Beim „Schimanski“ haben wir, die damals Jugendliche oder junge Erwachsene waren, über solche Kleinigkeiten hinweggesehen.

1984 ist Zweierlei  Blut ausgestrahlt worden. Die Geschichte spielte im MSV-Umfeld, und was wir sehen konnten, wirkte einigermaßen authentisch. Man muss sich dazu noch vergegenwärtigen, das Privatfernsehen hat es noch nicht gegeben. Drei TV-Programme bestimmten die Fernsehwirklichkeit Deutschlands. Die zur Verfügung stehende Zeit, mit der die einzelnen Orte dieses Deutschlands Aufmerksamkeit erhielten, war also sehr begrenzt. Um so bedeutsamer war die Wirkung, wenn dann einmal der große Scheinwerfer auf einen Ort fiel. Duisburg war für Schimanski der Ort, aber das Ruhrgebiet fühlte sich gemeint.

1981 war Götze George zum ersten Mal als Schimanski in den Wohzimmern der BRD zu sehen gewesen. Nun ist Götze George am 19. Juni im Alter von 77 Jahren gestorben. Gestern Abend verbreitete sich die Nachricht. Leise Melancholie begleitet mich, seidem ich es weiß. Denn dieser Schimanski ist ein sympathischer Teil meines Lebens so wie für die meisten Ruhrstädter meiner Generation +/- 10 Jahre. Dieser Schimanski hat zu unserem erwachenden Selbstwert als Ruhrstädter beigetragen. Denn die Arbeitswelt dieser Ruhrstadt versank Anfang der 1980er Jahre schon seit Längerem, und damit verblasste der Stolz dieser Region. Wir mussten etwas anderes finden als die Industriearbeit und zogen in Scharen in die von der SPD geförderten Bildungsinstitutionen. Wir begegneten klassischer bürgerlicher Bildung und fremdelten gegenüber abgehobenen Kulturwelten. Wir wollten am Boden bleiben und doch woanders hin.

Schimanski verlieh dieser diffusen, zum Teil widersprüchlichen Suche einen Ausdruck. Götz George als Schauspieler stand für alle, die diese Figur erschaffen hatten – Drehbuchautoren, Produzenten, Regisseure, die anderen Schauspieler, Kameraleute, die Ausstatter, das ganze Filmteam. Götz George half uns, unsere Ruhrstadtherkunft selbstbewusst in die Welt zu bringen, auch wenn ganz Deutschland weiter seinem Bild vom hässlichen Industriemoloch frönte. Den erwachsenen Verwaltern und Schaltern der Ruhrstadt damals gefiel dieser Schimanski nicht so gut. Wie sehr verkannten sie, dass Götz George als Schimanski mehr zum Selbstbewusstsein der Ruhrstadt beitrug als alle ihre hochglanzgeschönten Imagekampagnen-Bilder zusammen. Als ich das Historienbuch über die Ruhrstadt schrieb, war mir klar, ohne einen Beitrag zu Schimanski ist die jüngste Vergangenheit der Ruhrstadt undenkbar.

Bei youtube gibt es einen Zusammenschnitt von Szenen in zwei Teilen, die in diesen Räumen zum Gedenken an Götz George besonders gut geeignet sind. Meine leise Melancholie verliert sich sogar, wenn ich diese Szenen sehe. Sie kommt zurück. Das weiß ich auch.

Das letzte Wort zum Tod von Götz George lassen wir aber Schimanski sprechen, dem es als älter gewordener Mann mit einer gewissen Lust über die Lippen kommt. Die Jahre gehen ins Land und Menschen sterben. Ihre Bilder bleiben fürs erste.

Hätte Rilke nur mal Fußball gespielt

Wäre Rainer Maria Rilke in Deutschland geboren, gehörte er mit seinem Geburtsjahrgang 1875 und der bürgerlichen Herkunft eigentlich noch jenen ersten zwei Generationen deutscher Fußballer an, die mit ihrem damals in Deutschland neuen Sport auch die militärisch geprägte turnerische Körperertüchtigung der Eltern hinter sich lassen wollten. Doch er war Österreicher und statt mit Fußball gegen die Welt der Eltern zu rebellieren ging er andere, ebenfalls nicht gern gesehene Wege, die ihn 1902 in den Pariser Jardins des Plantes führten.

Wie es seine Art war, hat er darüber erst einmal ein paar Gedichte geschrieben. Der Panther ist eins davon, was nur denjenigen überrascht, der französisch spricht und Tiere in einem Botanischen Garten nicht vermutet. Es gab dort aber eine Menagerie vor der Eröffnung des Pariser Zoos. Hätte Rainer Maria Rilke doch mal Fußball gespielt, dann gäbe es heute einige Sportgedichte mehr unter den Evergreens der deutschen Lyrik. Hat er aber nicht. Bleibt mir also nichts anderes übrig, als sein Werk zu erweitern.

Der Torwart
Im Wedaustadion, Duisburg

Sein Blick ist von den zig platzierten Bällen
so wach geworden, dass er alles hält.
Ihm ist, als sind es Tausend-Bälle-Wellen,
da vor ihm niemand mehr die Stürmer stellt.

Doch wächst sein Körper, wenn die Stürmer kommen,
bis er die Wand ist, die das Tor versperrt.
Nur ihm scheint nicht der Siegestraum genommen,
wenn er sogar im Halbfeld Pässe klärt.

Doch oftmals hält kein noch so großer Wille
das Schicksal auf -. Dann rollt ein Ball hinein
ins Tor zum Netz. Im Stadion herrscht Stille. –
Den schrillen Abseitspfiff hört er allein.

 

 

Dietmar Linders feiert Goldene Hochzeit, weiß die RP

Wenn Dietmar Linders Goldene Hochzeit feiert, darf ich auch mal kurz an Fußballspiele bei Dauerregen im Wedaustadion denken. Das stellt sich sofort ein bei dem Namen, der durchnässte Parka auf der Gegengerade, Matschpfützen im Strafraum und Dietmar Linders, dessen Beine in kurzen Sporthosen schwarz sind vor Dreck. Das Platschen der Matschpfütze bei seinen Sprüngen nach dem Ball höre ich komischerweise ebenfalls, obwohl wir doch sehr weit weg waren von seinem Strafraum. Erinnerungen! Man fügt sich sie gerne zu einem atmosphärisch dichten Geschehen. Die Rheinische Post, Lokalausgabe Krefeld,  nimmt die Goldene Hochzeit zum Anlass, einen kleinen Erinnerungsartikel über ihn zu schreiben.

Der Wedaustadions-Gedenktag

Meist bin ich so früh im Stadion, dass ich meinen angestammten Stehplatz rechts neben dem Tor nahezu problemlos erreiche. Ob so ein Wedaustadions-Gedenktag schon zuvor einmal gefeiert wurde, weiß ich deshalb nicht genau. Jedenfalls kam ich dieses Mal erst zehn Minuten vor Anpfiff an, und da waren  Zu- und Aufgänge des Stehplatzrangs nicht mehr zu erkennen. So etwas bin ich vom geregelten Unterhaltungsangebot Fußball in der Gegenwart gar nicht mehr gewöhnt. Wie im Wedaustadion der 70er brandeten die immer noch ankommenden Stehplatzbesucher auf die obere Stehplatzreihe und bildeten bald ein wahrscheinlich kurios anzusehendes Stehballett in einer Dreier- bis Viererreihe. Der gemeinsame Spitzentanz und das wagemutige Vornüberbeugen der Oberkörper im harmonischen Gleichklang ließen in mir das Bild entstehen, gleich stellten die Organisatoren des Ganzen noch ein paar der seinerzeit das Stadionrund bestimmenden Bäume in großen Pflanzkästen hinter meinem Rücken auf. Die jungen MSV-Fans, die auf die Bäume hätten klettern können, waren in großer Zahl vorhanden. Und ihre Väter und Großväter wären bestimmt gerührt gewesen, die Bilder der eigenen Jugend so lebendig nachempfunden zu sehen.

Damit wären sie auch abgelenkt worden von den ersten zwanzig Minuten des Spiels, die so gar nicht auf den klaren 3:0-Sieg hatten hingedeutet. Sie hätten sich nicht sorgen müssen vor den immer wieder über den linken Flügel vorgetragenen Angriffen der Oberhausener, mit denen sie im schnellen Doppelpass-Spiel die MSV-Deckung bis zur Strafraumgrenze problemlos überliefen. Sie hätten sich nicht ausmalen müssen, was geschähe, wenn die Oberhausener entweder einen starken Strafraumstürmer besäßen oder aber einer ihrer schnellen Angreifer auch noch abschlusssicher wäre. Dem war nicht so, und nach den zwanzig Minuten gewannen die Spieler des MSV Duisburg ihre Defensiv-Sicherheit zurück.

Weder Milan Sasic, hier zitiert bei Der Westen, noch die Journalisten, etwa im Kicker, und die Zuschauer verschließen die Augen vor diesen ersten zwanzig Minuten mit Schwächen des MSV Duisburg. Gestritten wird dagegen unter den Zuschauern über die Wertung dieser Schwäche. Lässt sie sich vielleicht sogar als Stärke deuten, wenn gegen eine Mannschaft mit 13 Punkten auf der Habenseite diese Leistung sogar ausreicht, um hoch zu gewinnen? Auf jeden Fall trägt so ein Spiel weiter zum Selbstbewusstsein der Mannschaft bei.

Lieber wäre mir allerdings gewesen, wenn schon in der ersten Halbzeit der MSV Duisburg erfolgreiche Spielaktionen mit Beteiligung mehrerer Spieler gezeigt hätte. Da passte nicht viel zusammen. Allerdings auf beiden Seiten. Die meisten Pässe erliefen sich die jeweiligen Gegenspieler oder sie gingen ins Leere. Beim MSV Duisburg scheiterten die Versuche mit hohen Bällen Stefan Maierhofer zu erreichen genauso wie Sefa Yilmaz´ Versuche seinen Gegenspieler zu überdribbeln.  Filip Trojan konnte sich kaum einen Steilpass erlaufen, und Srjdan Baljak verlor Ball um Ball bei seinen Bemühungen einen konstruktiven Angriff einzuleiten.

Doch wenn die offensiven Spieler nicht erfolgreich sind, gibt es ja noch Julian Koch. Ein Lauf mit Ball aus der eigenen Hälfte heraus, ein Doppelpass, ein weiteren Spieler umspielt und schon ist Julian Koch in den Strafraum gedrungen. Er selbst kann zwar nicht mehr abspielen, doch der Oberhausener Verteidiger klärt mit einer präzisen Vorlage zu Stefan Maierhofer, die dieser zum Führungstor verwandelt. Julian Koch machte mit Ausnahme der ersten zwanzig Minuten wieder ein sehr gutes Spiel, und er wird seiner offensiven Fähigkeiten immer sicherer. Das müssen wir genießen und doch nicht wie Bernd Bemmann in der Rheinischen Post dabei sofort schon an die nächste Saison denken.

Wie oft wird von Zuschauern über Leihspieler und deren mangelnde Verbundenheit zu einem Verein geklagt. Die Wirklichkeit ist inzwischen viel weiter. Fast immer verhalten sich gerade die jungen Spieler so professionell, dass sie ihr gesamtes Können im Verein, für den sie jeweils spielen, auch zeigen. Jetzt schon daran zu erinnern, was erst in einem dreiviertel Jahr geschieht, wirkt auf mich fehl am Platz, selbst wenn es die besondere Leistung eines jungen Spieler unterstreichen soll. Julian Koch spielt sehr gut für den MSV Duisburg. Das ist die Geschichte, die zu erzählen ist. Mehr nicht.

Demnächst wird nach der Halbzeitpause Srjdan Baljak wahrscheinlich für ein paar Minuten eine Sonderbewachung erhalten. Fast hätte er ja zum zweiten Mal kurz nach dem Wiederanpfiff  ein Tor erzielt, als er aus etwa zwanzig Metern den Ball sehr präzise traf. Der Oberhausener Torwart Sören Pirson konnte den Ball noch an die Latte lenken. So wird dieser Schuss nur als Assist des Assists gewertet. Denn die anschließend von Filip Trojan getretene Ecke wurde zu einem der von Milan Sasic so vielgerühmten Tore durch Standards. Ab in die Statistik, und auf Wiedervorlage vor einem der nächsten Spiele.

Die Oberhausener bemühten sich danach allerdings weiter, das Ergebnis zu verbessern. Und auch wenn wieder deutlich wurde, dass Oberhausener Strafraumnähe nur selten zu wirklicher Torgefahr führte, für mein Gefühl eines sicheren Sieges fehlte mir ein drittes Tor des MSV. Dieses Tor schoss Olcay Sahan erst in der 82. Minute nach einem schönen Konter über Julian Koch und Ivica Grlic, nachdem er etwa dreißig Meter alleine aufs Tor zugelaufen war und ich schon befürchtete, dass jeder Meter ihn nur nervöser gemacht hatte. Das Tor schien mir dann doch auch recht glücklich gewesen zu sein. Sören Pirson machte die Mitte dankenswerter Weise frei, als Sahan genau dorthin zielte. Auch in diesem Einzelfall denke ich, ein Tor für das Selbstbewusstsein in der Zukunft. Wie ein souverän abgeschlossener Konter wirkte das nicht.

Wenn ich die Schwächen erwähne, trübt das meine Freude überhaupt nicht. Es war ein verdienter Sieg, und an Fehlern lässt sich nur lernen, wenn die Fehler auch benannt werden. Was mich noch kurz an David Yelldell denken lässt. In der zweiten Halbzeit hat er auf der Linie gegen einen Kopfball sehr gut geklärt. Allerdings ist es auch bezeichnend, dass das nicht gegebenene Tor für Rot-Weiß Oberhausen tatsächlich zu Diskussionen führt. Es gibt diese Diskussion, weil Yelldell manchmal kleine Fehler macht und zwar vor allem dann, wenn er Bälle festhalten muss. Wir werden sehen, ob die Mannschaft damit leben kann. Wenn jeweils ein Tor mehr erzielt wird als ein Fehler passiert, ist das keine Frage. Zumal nicht jeder Fehler zu einem Tor des Gegners führt.

Ein genialer Stadionname

Ob das beabsichtigt war oder nicht, spielt keine Rolle. Mit der nun vorgenommenen Namensgebung für die MSV-Arena beschreiten der MSV Duisburg und das Duisburger Reiseunternehmen Schauinsland Reisen neue Wege beim Ausgleich zwischen Fan- und Sponsoreninteressen. Die Schauinsland-Reisen-Arena bringt dem MSV Duisburg Geld, dem Unternehmen Aufmerksamkeit und den Fans die Möglichkeit weiterhin das zu sagen, was sie immer schon gesagt haben.

Die DFL mag beim Verkauf der Fernsehrechte auch einen Vertragspassus entworfen haben, der TV-Journalisten zur korrekten Nennung des Stadionnamens wenigstens einmal je zehn Minuten Spielbericht verpflichtet. Für Mitarbeiter und Spieler des MSV Duisburg gibt es vielleicht Glossare für die wichtigsten Namen im Verein. Doch die alltäglich genutzte Sprache wird nicht nur vom Prinzip der Verständlichkeit bestimmt sondern auch von dem der Sprachökonomie. Und wenn etwas auf einfache Weise verständlich ausgedrückt werden kann, wird dieser Ausdruck gegenüber den aufwändigeren Bezeichnungen bevorzugt. Es sei denn, mit der aufwändigeren Bezeichnung erwirbt sich der Sprecher Prestige. Was mit dem Aussprechen von Schauinsland-Reisen-Arena mit großer Sicherheit nicht geschieht, so dass der etablierte Namen mit ebenso großer Sicherheit weiterhin Bestand haben wird.

Diese Art von Ausgleich zwischen Fan- und Sponsoren-Interessen hat es im deutsche Fußball noch nicht gegeben. Mit solchen längeren Namen entwickelt sich ein verträgliches Miteinander von Geschäft und Kultur. Es ist alleine eine offene Frage, ob diese Art der Namensgebung für den deutschen Fußball nicht zu früh kommt. Schon gibt es in der Öffentlichkeit den Reflex, zur einfacheren Handhabung das Wort „Reise“ im Namen des Stadions zu unterschlagen. Google listet heute morgen 1250 Treffer für die „Schauinsland-Arena“ und1420 Treffer  für die „Schauinsland-Reisen-Arena“. Hier muss der Verein Stärke zeigen und nicht der Bequemlichkeit halber einknicken, wenn in Duisburg zukünftig von Heimspielen die Rede sein wird. Sonst war es das nämlich mit dem einverträglichen Nebeneinander der unterschiedlichen Namen.

Günter Storck – Erinnerung an einen Vierzeiler zum Nachruf

So heißt es jetzt noch einmal Günter Storck, die „Stimme der Wedau“.  Günter Storck ist am 27. September im Alter von 87 Jahren gestorben. Und wenn es da heißt, die „Stimme der Wedau“, leuchtet da eine Zeit auf, als es vor, während und nach dem Spiel noch keine Bespaßung vom Band gab und Werbesprüche vorgelesen wurden. Wahrscheinlich haben die meisten Stadionbesucher meiner Generation die rituelle Kraft von Sprache nicht in der Kirche sondern in der Halbzeitpause im Wedaustadion erfahren. Nun gut, bei mir wurde die Grundlage schon während der 60er in der katholischen Kirche während Fürbitten und Wandlung gelegt. Aber die Verbindlichkeit des Kirchgangs bröckelte da ja schon sehr, und zudem war es so langweilig. Wirklich spürbar wurde diese Kraft erst in den 70ern im Stadion. Wir warteten auf „Feykes´ Wagen“ – oder eher so: Feykes-Wagen?  – oder „Teppichriese Knott“ und wussten, jetzt kommen gleich die Halbzeitergebnisse. Und danach wird es wieder weiter gehen. Der Sieg war noch möglich, egal, wie es stand, solange diese Stimme zu hören war. Und beim nächsten Heimspiel empfing uns wieder diese Stimme mit der Mannschaftsaufstellung, und wir fühlten uns zu Hause.

Heute erkenne ich in Günter Storcks Feykes-Vierzeiler große deutsche Volkslyrik. Ich weiß nicht, ob er gar selbst der Schöpfer dieser Zeilen ist, aber ohne seine Rezitation wären sie bei aller eigenständiger Größe längst vergessen. Günter Storck erst hat den handwerklich gelungenen Vierzeiler in seiner Interpretation der Verse zum Leben erweckt. Da ist zunächst der unregelmäßige Rhythmus der ersten Zeile. Hinzu kommt die Assonanz auf „a“, ein Reim, der nur auf dem Vokal beruht und den auslautenden Konsonanten außen vor lässt. Zusammen bewirken die ersten beiden Zeilen ein Aufhorchen bei gleichzeitigem Wohlklang der Worte. Das aber musste erstmal so gesprochen werden. Dieses Schweben zwischen Ausruf der Alltagssprache und Hinführung zum eingängigen, leicht zu merkenden nächsten Satz. Denn danach kommt es erst zum regelmäßigen Rhythmus der Verse und zum ganzen Reim. Diese Regelmäßigkeit ist die Voraussetzung, damit diese Verse auch beim einmaligen Hören sich ins Gedächtnis brennen. Und diese Regelmäßigkeit musste ohne zu leiern gesprochen werden. Mit vier Worten als Ausrufezeichen am Ende, nämlich der Adresse von Feykes.

Zur Erinnerung an Günter Storck steht hier noch einmal dieser Werbespruch.

Willst du Wollen sie einen Leihwagen haben,
nicht verzagen, Feykes fragen /ganz einfach Feykes fragen.
Ob Transporter oder PKW,
Feykes´ Wagen sind o.k.

Feykes. Düsseldorfer Landstraße ….

Und während ich das geschrieben habe, hörte ich von ferne seine Stimme. Ich werde nicht der einzige sein, dem das so geht.


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