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Keine Angst vor dem FC-Bayern-Museum – Der MSV Museumsvereinsvorsitzende Volker Baumann im Interview

Museums-Verwirklicher
Volker Baumann (r.),
Thomas Heine

Beim Cup der Traditionen gab der MSV Museumsverein einen Eindruck von seinen Aktivitäten. Erste Impressionen von der kleinen Ausstellung zu den vier Pokalfinalen waren im Zebrastreifenblog schon zu sehen.  In den letzten Tagen In den letzten Tagen hatte ich Interviews mit den Sammlern Willi Blomenkamp, Detlef Luderer und  Wolfgang Berndsen veröffentlicht. Die drei engagieren sich im MSV Museumsverein.

Vorgestern kam nun Volker Baumann zu Wort, der Vorsitzende des Vereins MSV Museum. Er war treibende Kraft der Vereinsgründung, die sechs Jahre nach dem „MSV Museumswochenende“ in Buchholz erfolgte. Im ersten Teil des Interviews erklärte er, warum die Vereinsgründung wichtig war und welche Arbeit mit dem Aufbau eines MSV Museums verbunden ist. Heute erzählt Volker Baumann von den Begegnungen mit den Museumsmachern anderer Vereine und von der Haltung der Stadt Duisburg zu einem MSV Museum.

Zebrastreifenblog: In Dortmund gibt es mit BVB-Museum und DFB-Museum ja zwei gut besuchte Museen in der Nähe. Auch in Gelsenkirchen gibt es ein Museum. Gibt es auf solcher Seite womöglich Erfahrungen, von denen ihr profitiert könnt?

Volker Baumann: Auf jeden Fall, es gibt in Deutschland ein Netzwerk der deutschen Fußballmuseen und Archivare. Dort sind die Fußballvereine der 1., 2. Und 3. Bundesliga vertreten. Die Mitglieder treffen sich zweimal im Jahr. Es gibt Vorträge und man diskutiert miteinander, tauscht sich aus. Dort erhalten wir große Hilfe. Wirklich alle dort teilen ihre Erfahrungen, erklären, worauf in unserer Situation jetzt zu achten ist. Da hilft der Dortmunder dem Schalker, der 60er dem Bayern.

Man sieht natürlich auch die riesigen Unterschiede. Zwischen uns beim MSV zum Beispiel, wo alles ehrenamtlich passiert und einem FC Bayern, wo es eine gewisse Anzahl Festangestellte gibt. Dazwischen liegen Welten. Vor solcher Art Museum darf man sich nicht verschrecken lassen. Das ist eben so, trotzdem kann man auch von denen lernen.

Nach solchen Veranstaltungen wurde ich auch schon angeschrieben, von Union Berlin, vom SC Freiburg. Wir haben hier noch alte Stadionhefte von Spielen gegen den MSV, hieß es. Wir misten gerade aus. Wollt ihr die Hefte haben? Die wurden mir dann zugeschickt.

Wie steht die Stadt Duisburg zu dem Projekt „MSV Museum“?

Ich habe mit Herrn Krützberg, dem Kulturdezernenten, gesprochen. Die Stadt war natürlich eine der ersten meiner Ansprechstationen. Die sagten natürlich, Geld könnt ihr nicht von uns erwarten. Klar, Duisburg ist eine arme Stadt. Thomas Krützberg sagte aber auch, sie unterstützen gerne, sei es bei Räumlichkeiten, seien es Ideen für Kontakte.

So entstand die Verbindung zum Stadthistorischen Museum. Von dort habe ich zum Beispiel sämtliche Unterlagen zu der Ausstellung zum hundertjährigen Vereinsjubiläum einsehen dürfen, und mir wurde gezeigt, wie dort Ausstellungen gemacht werden.

Jetzt gibt es hier diese Ausstellung zu den vier Pokalfinalen. Gibt es schon weitere Vorhaben in der nächsten Zeit?

Im Landesarchiv NRW findet am 10. September, dem Tag des offenen Denkmals, eine Ausstellung zur Sportgeschichte des Ruhrgebiets statt. Dort werden wir als MSV Museum einige Vitrinen  bestücken. Außerdem werde ich 2018 mit einem Sporthistoriker aus Berlin, Zentrum für deutsche Sportgeschichte, eine Vortragsreihe zum Thema „DDR-Fußball und der MSV Duisburg“ mache. Solche Institutionen treten im Augenblick an uns deshalb heran, weil wir öffentlich präsent sind über unsere Homepage, über die Homepage des MSV und über die Gemeinschaften. Es wird auf unsere Arbeit reagiert und das hilft uns wiederum sehr, dass freut uns aber auch sehr. Denn das bedeutet, dass wir einiges richtig machen.

Habt ihr Interesse daran eure Sammlung zu erweitern, etwa wenn Menschen mit Fundstücken zum MSV nicht wissen wohin?

Sofort, einfach über unsere Homepage Kontakt mit uns aufnehmen und dann melden wir uns. Wir haben einen eigenen Archivraum, der abgeschlossen und versichert ist. Dort lagern wir Dinge, die uns zur Verfügung gestellt werden. Das wird auch mit einem Vertrag geregelt, sei es mit einer Schenkungsurkunde, wenn es eine Schenkung ist oder einem Leihvertrag, wenn es eine Leihgabe ist. Das wird alles juristisch einwandfrei geregelt. Wir haben einen Juristen bei uns im Vorstand.

Wenn jemand etwas für uns hat, wird das Exponat archiviert. Es wird aber nicht einfach nur eingelagert, wir wollen die Geschichte dahinter auch hören. Wir wollen wissen, wo das Teil herkommt, die Geschichte dahinter hören. Das gehört mit zum Exponat. Und wenn es in Vitrinen ausgestellt wird, steht dann dort natürlich „Schenkung von …“, keine Frage.

Wer das MSV Museum unterstützen will, findet auf der Seite des Museum alle nötigen Informationen. 

Das MSV-Museum hat eines der besten Archive Europas – Der MSV Museumsvereinsvorsitzende Volker Baumann im Interview

Museums-Verwirklicher Volker Baumann (r.), Thomas Heine

Beim Cup der Traditionen gab der MSV Museumsverein einen Eindruck von seinen Aktivitäten. Erste Impressionen von der kleinen Ausstellung zu den vier Pokalfinalen waren im Zebrastreifenblog schon zu sehen.  In den letzten Tagen hatte ich Interviews mit den Sammlern Willi Blomenkamp, Detlef Luderer und  Wolfgang Berndsen veröffentlicht. Die drei engagieren sich im MSV Museumsverein.

In der letzten Folge meiner kleinen Reihe kommt nun Volker Baumann zu Wort, der Vorsitzende des MSV Museumsvereins. Er war treibende Kraft der Vereinsgründung vor vier Monaten. Im ersten Teil des Interviews erklärt Volker Baumann, warum die Vereinsgründung wichtig war und welche Arbeit mit dem Aufbau eines MSV Museums verbunden ist. Den zweiten Teil des Interviews stelle ich übermorgen online. Darin geht es u. a. um die gegenwärtigen Kontakte zu anderen Museen und die Haltung der Stadt Duisburg zu dem Projekt

Zebrastreifenblog: Eine Ausstellung mit Sammelstücken rund um dem MSV Duisburg gab es mit dem „MSV Museumswochenende“ vor sechs Jahren in Buchholz. Schon damals war auf dieser Ausstellung ein zukünftiges MSV Museum im Gespräch. Sechs Jahre später wird nun ein MSV Museumsverein gegründet. Wie ist es dazu gerade jetzt gekommen?

Volker Baumann: Nach dem Museumswochenende im März 2011 haben sich im Grunde zwei Parteien unabhängig voneinander und ohne Wissen von dem Anderen Gedanken zu einem Museum gemacht. Da waren zum einen Wolfgang Berndsen und Holger Glücks von der Zebraherde, die es schließlich auch geschafft haben, dass der MSV Duisburg die Unterstützung für ein MSV Museum in die Präambel der aktuellen Satzung aufgenommen hat, und zum Zweiten Randolf Wiederer vom Fanomenal und ich, die sich als Privatpersonen Gedanken gemacht haben. Beide Gruppen wussten wirklich nichts voneinander. Dies war auch ein wenig den turbulenten Zeiten des MSV geschuldet. Ich wollte immer ein Museum, dass die hundertprozentige Unterstützung des MSV Vorstands hat, und da der MSV gerade in den vergangenen Jahren doch sehr turbulente Zeiten mit immer wechselnden Vorständen durchleben musste, kamen wir auch nicht wirklich weiter mit dem Museum.

So ein Museum muss unabhängig vom Verein gegründet werden, braucht aber die Unterstützung vom Verein. Nun haben wir mit Ingo Wald an der Vereinsspitze jemanden, mit dem ich mich zu einem ersten Gespräch habe treffen können. Er war offen für unsere Ideen und wusste nun auch von beiden Gruppen. So hat er uns vorgeschlagen, und das war natürlich sinnvoll, dass beide Gruppen sich erst einmal zusammensetzen. Also habe ich mit Holger Glücks und den anderen ein Treffen organisiert. Dabei haben wir sämtliche Ideen zusammengeschmissen und unsere Vorstellungen übereinander gelegt, um zu sehen, wie wir das Museum durch die Gründung eines Vereins vorantreiben können.

Ich habe dann zu einer Gründungsversammlung eingeladen und für die Besetzung des Vorstands engagierte Mitstreiter gefunden. Und es war schön, dass bei dieser Gründungsversammlung alle mir bekannten Sammler anwesend waren und das Gründungsprotokoll mit unterschrieben haben. Den Aufbau des Museums müssen wir auf der einen Seite strategisch angehen, auf der anderen Seite aber auch mit einer wirtschaftlichen Grundlage. Damit die Arbeit für das Museum eine Basis erhält, mussten wir den Verein gründen. Der Vorstand des MSV musste zudem hinter dem Verein stehen. Und nun müssen wir als Verein beweisen, dass die Idee Museum lebt.

Du stellst die Anwesenheit der Sammler bei der Gründungsversammlung so besonders heraus.

Ja, weil sie die Basis für das Museum legen. Wir haben mit Wolfgang Berndsen, Willi Blomenkamp, Detlef Luderer und Randolf Wiederer die Sammler, die letztlich aus der Geschichte des MSV die Unikate gesammelt haben, Spielberichte, Aufstellungen, Stadionzeitungen, Trikots, Plakate, Fotos und so weiter. Und das ab 1902. Wir haben mit dem MSV-Archiv eines der besten Archive Europas.

Der MSV ist natürlich ein Verein, der nur wenige Auszeichnungen hat. Deshalb sagt unser Leitspruch eigentlich das aus, was wir im Museum präsentieren wollen. „Geschichte erleben, Tradition bewahren, Zukunft gestalten“. Wir wollen die Geschichten des MSV Duisburg und der Stadt Duisburg aufarbeiten und erzählen. Damit bewahren wir unsere Tradition und geben sie weiter an die folgenden Generationen, also Zukunft gestalten.

In Duisburg kann man Geschichten erzählen. Das müssen wir als Museum machen. Wir haben keine großen Meisterschaften und damit Pokale, die wir ausstellen können. In der letzten Saison sind ja Gott sei Dank mal zwei Pokale gewonnen worden. Wir haben aber Unikate, die man nicht kaufen kann, wie etwa die Schuhe von Dietmar Linders aus dem Pokalfinale 1975. Nur so können wir ein Museum aufbauen, indem wir Geschichten erzählen.

Auch die Stadtgeschichte soll dann eine Rolle spielen. Wir haben schon über eine Ausstellung Stahlstandort Duisburg und der MSV nachgedacht – mit besonderem Blick auf die Spieler, die am Hochofen arbeiteten, wie Joachim Hopp oder Michael Bella etwa. Wir sehen auch einen Lehrauftrag für das Museum. Da gibt es viele Themen. Duisburger Hafen und MSV. Sportpark und MSV. Wir haben schon viele Ideen.

Gibt es denn bei euch im Verein jemanden, der bereits Erfahrungen mit Museumsarbeit hat?

Nein, den gibt es nicht. Noch nicht. Wir haben uns mit der Zeit schon viele andere Fußballmuseen angesehen. Eine Ausstellung einrichten, ist außerdem nur das eine. Das andere ist später das Museum in Betrieb zu halten. Das ist wieder etwas ganz anderes als ein Museum aufzubauen. Wir haben viele Ideen, aber die professionelle Hand eine Dauerausstellung einzurichten, fehlt noch im Moment. Wir brauchen etwa Innendesigner, um die Ausstellungsfläche zu kreieren. So eine reine Schau von Sammelstücken kann auch langweilig sein. Es nützt nichts, wenn ich alle Trikots von 1902 bis jetzt irgendwo aufhänge. Da kommen dann die Leute rein, gucken einmal rum und dann ist das Thema durch. Wir werden das anders angehen. Wir werden dieses Wissen uns beschaffen. Davon bin ich überzeugt.

Es wird also später mal einen festen Ort für das Museum geben, die Ausstellung wird eigene Räumlichkeiten irgendwo haben, und es wird auch Angestellte des Museums geben. Ein Museumsarchiv wird es geben, das gepflegt werden muss. Gibt es eine zeitliche Perspektive für euch?

Ich habe immer wieder erklärt, wenn wir in fünf Jahren unser Museum haben, bin ich glücklich. Wir brauchen auch locker ein bis zwei Millionen, um irgendwo Räumlichkeiten zu erwerben, zu bauen, oder eben ein tolles Konzept, wie wir Miete zahlen können. Die Standortfrage ist noch ungeklärt. Wir werden Angestellte haben müssen, die bezahlt werden wollen. Es gibt noch sehr viel Arbeit, mit der wir überhaupt noch nicht angefangen haben.

Das hat einen ganz bestimmten Grund: Wir sind ein wirklich junger Verein, existieren erst seit vier Monaten. Wir als Verein müssen uns nun erst einmal selbst finden. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, seine eigenen Ideen. Auch die müssen übereinander gelegt werden. Kompromisse müssen gemacht werden.

Gleichzeitig haben wir schon einen so hohen Zuspruch, dass damit erst einmal viel Arbeit gebunden ist. Wir brauchen zunächst ein bis anderthalb Jahre, um zu beweisen, dass wir ein seriöser Verein sind. Die Leute müssen merken, da entsteht wirklich etwas. Das sind nicht nur irgendwelche Spinner-Sammler, die sagen, wir gründen mal einen Verein. Die Leute sollen sehen, der Verein arbeitet wirklich im Sinne eines MSV Museum, im Sinne des Vereins MSV. Die Verantwortlichen im MSV Museumsverein machen wirklich etwas mit Sinn und Verstand. Das möchte ich bis Mitte nächsten Jahres schaffen. Und ich hoffe, dann können wir den nächsten Schritt machen und größere Sponsoren ansprechen.

Denn ohne die großen Sponsoren werden wir das Museum nicht finanziert bekommen. Ohne dass wir auch mal eine sechsstellige Summe erhalten, kann so ein Museum nicht auf seriöse Weise geführt werden.

Teil 2 des Interviews folgt übermorgen.

Wer das MSV Museum unterstützen will, findet auf der Seite des Museum alle nötigen Informationen. 

Das MSV Museum – Die Sammler III

Museums-Verwirklicher         Wolfgang Berndsen, 2. v. r.

Beim Cup der Traditionen gab der MSV Museumsverein einen Eindruck von seinen Aktivitäten. Erste Impressionen von der kleinen Ausstellung zu den vier Pokalfinalen waren im Zebrastreifenblog schon zu sehen.  Nun kommen hier in loser Folge Menschen zu Wort, die sich sich für die Eröffnung eines MSV Museums engagieren. Wolfgang Berndsen gehört zu den Gründungsmitgliedern vom MSV Museumsverein. Er ist einer jener Sammler, die mit ihren Exponaten die Grundlage für eine zukünftige Dauerausstellung bilden. Abschließend wird der Vorsitzende des Museumsvereins Volker Baumann noch über die notwendige Vereinsgründung, Perspektiven und Visionen zu lesen sein. Per Klick geht es zum Interview mit dem Sammler Willi Blomenkamp, sowie zum Interview mit dem Sammler Detlef Luderer.

Zebrastreifenblog: Wann hast du mit dem Sammeln begonnen.

Wolfgang Berndsen: Die ersten Zeitungsausschnitte habe ich schon in den 1970er gesammelt. Richtig gesammelt habe ich dann erst ab 86, als ich hier bei uns Pressesprecher war und das Zebramagazin geschrieben habe. Früher, in den 70er Jahren habe ich auch bei Auswärtsspielen mal ein Programmheft mitgenommen und so ein paar Sachen gesammelt, aber nie so intensiv wie ab 1986.

Dann bist einer der Sammler, die erst im Erwachsenalter ihre Leidenschaft entdeckt haben?

So kann man das auch nicht sagen. Ich habe schon als Kind die ganzen Sammelalben gesammelt, die Bergmann-Alben und Panini. Aber auch früher als Jugendlicher, ich bin in Meiderich zur Schule gegangen, da habe ich Trikots abgestaubt von den Spielern. Die Diebels-Alt-Trikots oder die Trikots mit der Eigenwerbung. Da gab es auch mal die kleinen Bergmann-Bilder, wie Autogrammkarten, die habe ich als Schüler gesammelt. Irgendwann hast du dann die Heimprogramme gesammelt, und wenn du auswärts warst eben die Auswärtsprogramme. Irgendwann hast du natürlich alles gesammelt.

Wo lagerst du die Sachen momentan?

Die sind alle bei mir zu Hause im Dachgeschoss auf 60 m² etwa.

Wie findest du dich in deiner Sammlung zurecht?

Ich habe alles in Excel-Dateien katalogisiert. Ich habe auch die ganzen Spieler archiviert. Jeden Spielbericht seit 1902 habe ich im Original vorliegen. Das sind mittlerweile über 7000 Spiele, die wir aufgelistet haben. Mit allen Freundschaftspielen.

Ich bin sprachlos.

Lückenlose Leidenschaft, ja.

Und diese Spielberichte von 1902, wie hast du die bekommen? Bist du in Archive gegangen?

Die habe ich teilweise von Presseleuten bekommen, die ihre Sachen vererbt haben. Viele Sachen habe ich von Herrn Köppen senior bekommen. Er hat die bekommen von einem Herrn Wende. Der war damals Spielausschussobmann in den MSV-Gründerzeiten. 20 Jahre hat er alles archiviert und festgehalten. Dann hat Herr Köppen das vererbt bekommen, und er hat weitergesammelt. Und dann habe ich das bekommen.
Was anderes sind natürlich Stadionhefte, von Auswärtsspielen, so was, die bekommst du bei ebay für viel Geld.

Die Lücken werden also durch Ankäufe gefüllt?

Genau, da wirst du ein Vermögen los. Aber meine Lücken sind nicht groß.

Ärgern diese Lücken?

Ich sag’ mal, wenn ich der Höchstbietende bin, ist das kein Thema. Da habe ich keine Schmerzgrenze.

Nun warst du als Mitglied der Zebraherde schon lange mit dem Gedanken an ein Museum beschäftigt?

Eigentlich hat das noch früher begonnen. Schon Mitte der 1980er Jahre habe ich zusammen mit Klaus Dings so Ideen gehabt. Später dann mit Holger Glücks bei der Zebraherde. Wie so ein Museum nicht aussehen soll, weiß ich auch. Ich bin jetzt in mehreren Museen gewesen. In Frankfurt war alles wie Kraut und Rüben, ohne zeitliche Einteilung. Auch Bayern München zum Beispiel, die haben zwar ein tolles Museum, aber von der Historie fehlt vieles. In München geht es erst ab 1965/66 richtig los. Oder in Barcelona – da kommst du rein, gehst 150 Meter und hast nur Pokale von den Handballern, dann 200 Meter nur Pokale von Basketballern. Dann gehst du in den goldenen Saal der Fußballer rein, und brauchst eine Sonnenbrille. Aber auch die haben kaum alte Sachen. Die haben zwei, drei Trikots. Von Kubala, Stojkovic, Neeskens und wie sie alle hießen. Eine Lederchronik gibt es noch und  irgendwelche Panini-Bildchen.

Aber das ist keine Ausstellung. Für mich beginnt die Geschichte eines Vereins mit der Gründung, beim MSV eben 1902. Die Geschichte eines Vereins soll auch mit alten Sachen belegt werden. Und viele Vereine haben keine alten Sachen. Es gibt viel Neuzeit. Bayern München etwa mit Multimedia und Räumlichkeiten, die mich natürlich interessieren würden. Aber als ich da rausgekommen bin, habe ich mich totgelacht. Ich denke schon, wenn wir Sammler alle zusammen schmeißen, spielen wir Champions League. Da bin ich sicher.

Wer das MSV Museum unterstützen will, findet auf der Seite des Museum alle nötigen Informationen. 

Andres-Görkes-Cup bringt Koss-Comeback nach 24 Jahren

Nächste Woche Freitag gibt es für den von Zebraherde und Fanprojekt veranstalteten Andreas-Görkes-Cup ein Auftaktprogramm, mit dem an Michael Tönnies erinnert wird.  In Ruhrort am Sportplatz des Ruhrorter Turnvereins liest Jan Monhaupt aus der von ihm geschriebenen Biografie. Michael Wildberg und der Koss im Jaratz werden mit auf der Bühne sein, damit Erinnerungen weiteres anekdotisches Futter bekommen.

Samstag gibt es dann das Turnier der Fanclubs samt Einlagenspiel der Traditionsmannschaften. Unten habt ihr das Ganze nochmals als Ankündigungsplakat mit den entsprechenden Zeiten. Ich gehe dort übrigens nicht mit einem nur wenig verhüllenden weiteren Pseudonym vors Publikum – ein bei all der Vorbereitungsarbeit nachsehbares Versehen bei der Plakatproduktion.

Bei dem Turnier sieht Ruhrort am Samstag zudem ein nicht mehr gedachtes Comeback. Nachdem Ralf Koss sich vom Fußball als Aktiver zurückgezogen hatte, spielte er nur noch Basketball und widmete sich dem Fußball aktiv unter einem Pseudonym ausschließlich mit Worten. Kaderengpässe beim FC Innenhafen machen nun eine Reaktivierung nötig. Wir werden sehen, ob ihm die Tore nicht viel zu groß vorkommen, um erfolgreich zu sein.

 

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Nach dem Spiel ist vor dem Engagement

Als am Dienstagabend in Hochfeld zum Ball der Solidarität geladen war, verstanden das viele in Duisburg als eine Netzwerk-Veranstaltung von Vereinen und Organisationen, die sich für soziale und kulturelle Belange in Duisburg einsetzen. Ich hatte mir einen anderen Blickwinkel, eine andere Wirkung erhofft. Sei es drum. Öffentliche Resonanz hat der Ball gefunden. Funkes WAZ/NRZ verstärken diese Resonanz mit einem Bericht. Vielleicht lässt sich beim nächsten Mal diese andere Wirkung, die Aufmerksamkeit der Stadtöffentlichkeit und damit der Einfluss auf städtische Identität, besser erreichen.

Beim Ball waren auch wir Anhänger des MSV vertreten. „Mehr als Fußball“ lag aus als Beispiel, wie gemeinschaftlich durch das Crowdfunding die Erinnerung an kulturelles und identitätsstiftendes Stadtgeschehen ermöglicht wurde. Denn erst dadurch dass aufgeschrieben wurde, was im Sommer 2013 geschah, wird das Wirken der Bürger Duisburgs Teil der Erinnerungskultur dieser Stadt. Im Grunde war das Crowdfunding für das Buch eine Verlängerung der Fanaktionen des Sommers 2013.

Anwesend war zudem die Fan-Initiative Zebras stehen auf, die sich für ein Stadion ohne Rassismus und Diskriminierung einsetzt. Auch für diese Fans ist der MSV eben mehr als Fußball. Diese Anhänger machen im direkten Gespräch Basisarbeit in Sachen politischer Bildung. Fahrten werden organisiert zu geschichtsträchtigen Orten der deutschen Vergangenheit. Im direkten Erleben lassen sich die Auswirkungen von politischem Handeln tiefergehend erfahren. In diesem Jahr wird sich in Amsterdam auf die Spuren jüdischen Lebens begeben.

Doch diese Fan-Initiative ist nicht die einzige Gruppierung, deren Interesse für den MSV Duisburg nicht auf den Fußball beschränkt ist. Für die Mitglieder der Zebraherde ist der MSV seit jeher auch Kultur. Denn in dieser Zebraherde wurde sich besonders für die Belange des Vereins  MSV Duisburg eingesetzt. So gab es dort ein starkes Gegengewicht zu den kommerziellen Notwendigkeiten des Unterhaltungsbetriebs Fußball. Verbunden damit war auch zugleich die Pflege des kulturellen Gedächtnisses vom MSV Duisburg. Seit einiger Zeit übernimmt diese Gruppe außerdem eine Patenschaft für ein soziales Projekt für Waisenkinder in Tansania.

Die Zebrakids ermöglichen durch ihre Arbeit Kindern aus sozial schwierigen Lebensverhältnissen den Stadionbesuch. Für die Rainbow Zebras habe ich nur bei Facebook eine Seite gefunden. Sie setzen sich gegen Homophobie ein und jede Form von Diskriminierung. Ihre Anliegen sind mit denen von Zebras stehen auf in Teilen sicher deckungsgleich. Eine Fan-Initiative, die erst jüngst zusammen gefunden hat, setzt sich für die Eröffnung eines MSV-Museums ein.

Andere Fangruppierungen verstehen sich zwar nicht als Zusammenschluss mit einem besonderen sozialen oder kulturellen Anliegen, doch ich weiß, wie oft sich das Augenmerk in so vielen dieser Gemeinschaften auf soziale Bedürftigkeit richtet. Die Erlöse von Fanaktionen fließen dann in soziale Projekte. Oft soll davon kein Aufheben gemacht werden. Manchmal aber ist es notwendig daran zu erinnern, welche Kraft des sozialen Zusammenhalts an vielen Orten rund um den MSV Duisburg wirkt.

Gerne poste ich hier, was öffentlich werden soll. Oder wenn bei den  erwähnten Initiativen etwas hinzugefügt werden soll, ab in die Kommentare. Hinweis per Kontakt genügt aber auch.

Gastbeitrag: Nicki Beaujean über die Reise zum TanZebra FC und zur Planet of Hope Org – Tag 19

Ihr erinnert euch an das Reisetagebuch von Nicki und Vivi? Nach 10 Tagen in Tansania haben Nicki und Vivi eine Woche auf Sansibar verbracht. Ein Kurzurlaub. Nun schauen sie vor ihrem Rückflung noch einmal beim Planet of Hope und den TanZebras vorbei. Wer sich nicht mehr erinnert, hier noch einmal meine kurze Einleitung zu dem Reisetagebuch:

Vor dem  Heimspiel gegen Freiburg hatte ich mit dem Zebraherdenmitglied Nicki Beaujean über ihre kommende Reise nach Tansania gesprochen. Dort besucht sie in diesen Tagen zusammen mit ihrer Tochter Vivi ein Projekt, das die Zebraherde seit April letzten Jahres unterstützt. In aller Kürze: Eine Straßenfußball-Mannschaft in Dar es Saalam wurde mit Trikot-Sätzen und  „One-World-Fußbällen“  ausgestattet. Seit Juli 2015 gibt es nun einen eingetragenen Verein, der unter dem Namen „TanZebras FC“ am Spielbetrieb teilnimmt. Der Verein wächst mit weiterer Unterstützung auch des MSV Duisburg und seiner Anhänger. Zudem wurde bald das Waisenhaus der Planet of Hope Organization unterstützt. Ohne die Hilfe der Zebraherde wäre zum Beispiel ein Zaun um das Gelände nicht fertig gestellt worden. Nun bleibt das selbst angebaute Gemüse und Obst vor Wildfraß und Diebstahl geschützt. Wer die Geschichte im Detail kennenlernen möchte, lese auf der Seite der Zebraherde den kurzen Abriss über die letzten anderhalb Jahre Engagement von Anhängern des MSV weiter oder verfolge im MSVPortal die Entwicklung des Ganzen gleichsam in Echtzeit noch einmal nach.

Diese erklärenden Vorworte sind nötig, weil ich mich freue, Nicky Beaujean als Gastautorin im Zebrastreifenblog begrüßen zu können. Ihre Tagebuch-Einträge über den Aufenthalt in Dar es Salaam stehen auch hier nun online. Ihre Erfahrungen in Tansania zeigen erneut, dass Fußball mehr sein kann als nur der Sport.

 

Nicki Beaujean und Vivi – Tag 19, 28. November 2015

„Wir besuchen unsere Ziegen“

Im Waisenhaus begrüßten uns am Wegrand schon unsere Ziegen, die dort zum grasen angebunden waren. Drinnen gab es erstmal ein grosses HALLO, und wir hatten das Gefuehl das man uns schon ein wenig vermisst hat. Danach ging es auf Fotosafari. Nichts und niemand war heute vor uns sicher.

Großes Gelächter gab es bei der Zuordnung der Namen. Wir können vermelden: Walter ist der Ziegenbock. Roland ist die Ziege, die meisten meckert und zu allem das letzte Wort haben muss. Rudi ist ein echtes Model. Rudi ist am zutraulichsten und hat beim Fotografieren die beste Figur gemacht, und Peter …….. na, der ist halt einfach da. Es ist ein schön zu sehen, wie sich die größeren Kinder um die Ziegen kuemmern, Wasser zu ihnen bringen und schauen, dass es ihnen gut geht. Danach wurde ein Tüschild für den Stall angefertigt damit auch jeder lesen kann, wer da wohnt.

Auch heute gab es wieder leckeres Essen, gekocht mit dem selbst angebautem Gemüse. Wenn man das weiß ist es ein besonderes Gefühl und man weiß, was man auf dem Teller hat, ganz anders wertzuschätzen. Wie Ihr seht haben auch wir hier jede Menge gelernt.

Nachdem wir versprochen haben morgen nochmal vorbei zu schauen, ging es weiter zu den grossen TanZebras, die heute Training hatten und ihre neuen Trikots bekommen sollten.

Sie spielten sowas wie „Schweinchen in der Mitte“. Alle standen im Kreis und einer war in der Mitte. Der in der Mitte musste versuchen den Ball zu bekommen, wenn er ihn bekam musste der jenige der geschossen hatte in die Mitte. Wir wurden integriert und spielten ca. 20 Minuten mit. Am Anfang waren sie noch freundlich, doch dann mussten auch wir mal in die Mitte. Es hat sehr viel Spass gemacht.

Dann machten wir die Trikotuebergabe und machten viele Fotos. Wir stellten fest, dass die Trikots ziemlich groß sind und der Kleinste es fast als Kleid tragen kann.

Fazit von heute:
– Roland ist eine Meckerziege
– Viele glückliche Kinder
– jede Menge Emotionen

 

 

Damit endet das Reisetagebuch von Nicki und Vivi. Beide sind inzwischen wieder zurück in Deutschland.

 

Gastbeitrag: Vivi Beaujean über die Reise zum TanZebra FC und zur Planet of Hope Org – Tag 11

Vor dem  Heimspiel gegen Freiburg hatte ich mit dem Zebraherdenmitglied Nicki Beaujean über ihre kommende Reise nach Tansania gesprochen. Dort besucht sie in diesen Tagen zusammen mit ihrer Tochter Vivi ein Projekt, das die Zebraherde seit April letzten Jahres unterstützt. In aller Kürze: Eine Straßenfußball-Mannschaft in Dar es Saalam wurde mit Trikot-Sätzen und  „One-World-Fußbällen“  ausgestattet. Seit Juli 2015 gibt es nun einen eingetragenen Verein, der unter dem Namen „TanZebras FC“ am Spielbetrieb teilnimmt. Der Verein wächst mit weiterer Unterstützung auch des MSV Duisburg und seiner Anhänger. Zudem wurde bald das Waisenhaus der Planet of Hope Organization unterstützt. Ohne die Hilfe der Zebraherde wäre zum Beispiel ein Zaun um das Gelände nicht fertig gestellt worden. Nun bleibt das selbst angebaute Gemüse und Obst vor Wildfraß und Diebstahl geschützt. Wer die Geschichte im Detail kennenlernen möchte, lese auf der Seite der Zebraherde den kurzen Abriss über die letzten anderhalb Jahre Engagement von Anhängern des MSV weiter oder verfolge im MSVPortal die Entwicklung des Ganzen gleichsam in Echtzeit noch einmal nach.

Diese erklärenden Vorworte sind nötig, weil ich mich freue, Nicky Beaujean als Gastautorin im Zebrastreifenblog begrüßen zu können. Ihre Tagebuch-Einträge über den Aufenthalt in Dar es Salaam stehen auch hier nun online. Ihre Erfahrungen in Tansania zeigen erneut, dass Fußball mehr sein kann als nur der Sport.

Vivi Beaujean und Nicky – Tag 11, 20. November 2015

„Working-Day“ [Zurück nach zwei Tagen, die mit einem Safari-Ausflug vergangen sind, K.J.]

Unser Morgen begann nach dem Frühstück mit einer Busfahrt in Richtung Office. An der Haltestelle holte uns Don ab, damit wir uns nicht verlaufen. Erst ging es mit einem Kleintransporter weiter und den restlichen Weg legten wir zu Fuß zurück. Wir gingen vorbei an kleinen Läden und machten  bei einer Näherin halt, die uns auf die Schnelle ein Loch in der Tasche reparierte.

tans_10_1Am Office angekommen zeigte uns Don seine Arbeit der letzten Tage. Er hat Konzepte für die Sponsorensuche ausgearbeitet, diese ausgedruckt und zu Mappen geheftet. Hier wurde wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Die Mappen veranschaulichen den Sinn und Leitfaden der Planet of Hope Organisation. Nachdem Dennis und Patrik eintrafen trennten sich unsere Wege.

Ich ließ Mama mit Patrik im Office zurück und fuhr mit Dennis und Don zum Waisenhaus. Hier hatte sich auch schon wieder einiges am mbuzi-House [dem Ziegenstall, K.J.]  getan. Jetzt hat es auch ein Dach. Desweiteren hatten wir für die Kinder neue Flop-Flops gekauft die ich einer sehr glücklichen Veronika übergeben konnte.

Vom Waisenhaus aus ging es weiter in die Stadt, um mit den von Don angefertigten Mappen zu „Vodacom“ und „Tigo“ zu fahren. Dort wurde Don dann vorstellig und bekommt in den nächsten Tagen Rückmeldung, ob sich diese beiden großen Telefonanbieter interessiert zeigen, Sponsoren für Planet of Hope zu werden. Leider haben wir heute die meiste Zeit im Auto verbracht, da sehr viel Stau auf den Straßen war.

Als wir fast beim Office waren, bekamen wir die Info, dass Mama und Patrik bereits am nahegelegenen Fusballplatz die Tanzebras Junior trainierten. Dort angekommen berichtete mir Mama von ihrem Tag im Office. Sie haben die Afrika-Kupfergeldaktion nochmal in einem Konzept zusammengefasst und für die Aktion aus einem Karton zwei Sammelboxen gebastelt. Mama hat sich noch weitere Konzepte und Projekte der Planet of Hope Org erläutern und zeigen lassen. Nach dem erstellten Konzept, stellte Patrik viele neue Taktiken fürs Training auf, um diese auszuprobieren.tans_10_4 Von Trainingsspiel der Tanzebras Junior waren wir sehr angetan. Das Spiel gegen die Fortuna verfolgten wir in einem stockenden Live Stream, aber besser so, als gar nicht gucken.

Fazit von heute:
– Im Stau stehen ist blöd
– Die Jungs machen eine gute Arbeit
– Scheiß Fortuna!

 

 

 


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