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Losglück lässt „Pele“ Wollitz auf Anerkennung hoffen

Für den Trainer vom FC Energie Cottbus Claus-Dieter Wollitz ging bei der Auslosung des DFB-Pokal-Halbfinales ein Traum in Erfüllung. Endlich dürfen er und seine Mannschaft im Pokalwettbewerb bei einer Gastspiel-Reise ihr Können zeigen. Endlich werden sie in Duisburg vor einem Publikum auftreten, das Fußballkunst zu schätzen weiß. Das wahre Brot des Fußballers ist der Applaus, und den vermisst der „Pele“ genannte Claus-Dieter Wollitz in Cottbus im Moment sehr. Für ihn war es eine schwere Aufgabe beim FC Energie Cottbus etwas Neues aufzubauen, doch zur gesundheitsgefährenden Anstrengung wird sie für Wollitz nur deshalb, weil in Cottbus die von ihm inszenierte DFB-Pokal-Kunst mit den nur etwas über 15.000 Zuschauern im Grunde unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Wenn man Claus-Dieter Wollitz für einen akribischen Arbeiter und genialen Taktiker hält, wird er einem nicht gram. Die Lausitzer Bevölkerung aber hat ihn nun zu einem radikalen Vertreter der Publikumsbeschimpfung gemacht. Nach dem Sieg des FC Energie Cottbus im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen die TSG Hoffenheim war es für ihn offensichtlich geworden, die  Lausitzer Bevölkerung braucht die Erziehung zum Fußballpublikum durch einen Mann wie ihn. Er und seine Mannschaften haben das Recht, für ihre Leistung wahrgenommen zu werden. Sollten die Lausitzer etwa ihr Glück auf andere Weise finden wollen als durch den Fußball, den er dem FC Energie Cottbus beigebracht hat? Das war unvorstellbar. Manchmal müssen Menschen eben zu ihrem Glück gezwungen werden.

Nun ist er froh, ersteinmal in Duisburg das bisschen Anerkennung, das er braucht, zu finden. Er wollte diese Gastspiel-Reise auf jeden Fall. Sofort nachdem in Cottbus durchgesickert war, dass Daniel Brühl das Halbfinale des DFB-Pokals auslost, lag innerhalb von zwei Stunden die DVD mit den besten Spielszenen Daniel Brühls auf dem Schreibtisch von Wollitz. Obwohl Wollitz sich kurze Zeit später beschwerte, es seien zu wenig Ballkontakte Brühls zu sehen gewesen, kannte er  Stärken und Schwächen des großen Multitalents Daniel Brühl, als er zusammen mit der Mannschaft im TV-Raum des Energie-Trainingszentrums zur Pokalauslosung antrat.

Wie er es seiner Mannschaft vor der Auslosung eingetrichtert hatte, zog Brühl die Lose mit seiner starken linken Hand.  Die Mannschaft setzte sich konzentriert zu Werke, und saß ab dem Moment sofort sicherer, als Daniel Brühl den MSV Duisburg als erstes Team des Halbfinales zog. Nur kein Heimspiel in den ersten fünf Minuten, war die Marschroute von Claus-Dieter Wollitz für seine Mannschaft. Dass es dann in diesen fünf Minuten sofort zum Auswärtsspiel reichen könnte, war die insgeheime Hoffnung des Taktik-Fuchses „Pele“ Wollitz.

Der Gastspiel-Reise nach Duisburg sieht Wollitz mit Vorfreude auf die Zuschauerzahl entgegen. Er wird das Bad in der Menge genießen und betrachtet das Spiel auch als erzieherische Maßnahme für die Bevölkerung in Cottbus. „Ich habe schon mit dem Bürgermeister von Cottbus gesprochen und wir lassen eine kurzfristige Rechtsverordnung zur TV-Pflicht beim Halbfinale prüfen“, so Claus-Dieter Wollitz beim Morgeninterview mit dem Zebrastreifenblog. Wenn alle Lausitzer am Fernsehen das Spiel sehen müssten, werden sie sicher merken, was sie immer verpassten, vermutet Wollitz. Er war sich sicher, dass manch TV-Zuschauer vor dem Fernseher weinen werde, wenn er den FC Energie so „geil“ Fußball spielen sehe. Nächste Saison könnten die Cottbusser dann beweisen, ob sie aus der Lektion etwas gelernt hätten. Claus-Dieter Wollitz verriet, sein alter Freund Peter Neururer hätte ihn schon per SMS beglückwünscht. Sie seien aus demselben Holz geschnitzt, erklärte Wollitz, schließlich habe auch Peter zu seiner Zeit in Duisburg mal den Zuschauern in den Hintern treten müssen, damit sie kommen. Der Peter habe ihm versichert, das habe großartig funktioniert. Ein Wort nur vor dem Spieltag, und das Stadion war voll. Doch Wollitz weiß, in Cottbus ist es noch ein langer Weg, bis seine Worte diese Wirkung haben werden.


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