Samstag

Kurz auftauchen aus dem Dortmund-Wortewerk-Tunnel fürs neue Buch. Kaum schaue ich mich mal etwas länger in Dortmund um, schon ist die Sommerpause vorbei. Die Ergebnisse des Umschauens sind aber noch gar nicht alle in Worte gebracht. Das bedeutet, am Samstag gegen Großaspach Spielernamen lernen, Heimsieg feiern sowie vermisste Stehplatzkumpel treffen und am Ende des Tages drei Texte, besser vier geschrieben haben. Wie lange wächst man an den Aufgaben?, frage ich mich gerade am Laptop und freue mich aufs Stadion. Außerdem habe ich die ganze Zeit schon ein paar Worte zum „MSV – der Bionade des Fußballs“ im Kopf. Ob ich die noch geschrieben bekomme oder nur neugierig gemacht habe, um drüber zu sprechen? Samstag zum Beispiel. Wäre auch eine Möglichkeit. Wir sehen uns.

 

 

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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 43: Mike Malak mit Junge aus dem Ruhrgebiet

Auf dem Standbild des Youtube-Clips steht country music und Mike Malak präsentiert sich im Standbild auch als Großstadtcowboy. Der Sound von „Jungs aus dem Ruhrgebiet“ zieht aber deutlich in den Rock. Da hatte ich von Country George schon Songs in meiner Sammlung, die deutlicher im Country zu Hause waren. Im Text hören wir die bekannten Bilder rund um Ehrlichkeit, Pommes, Bier und Herzlichkeit. Das ist was für die Straßenfeste der Region, kein wirklicher Song zum Aufmerken, aber beim Bier mitwippen und mit den Kumpels quatschen geht ganz gut. Mehr habe ich allerdings auch nicht von Mike Malak gefunden.

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Alle Folgen

Werbung – Wie man sich nach der Arbeit für den Sport motivieren kann

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Sicherlich kennt man die Situation. Man steht früh morgens auf und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Weiterhin hat man das feste Ziel nach der Arbeit direkt ins Fitnessstudio zu gehen. Der Arbeitstag wird aber länger. Man sitzt länger im Büro und wenn man das Büro verlässt, ist man müde und hat keine Energie mehr Sport zu machen. Viele Menschen kennen diese Situation. Die gute Nachricht ist, dass man praktisch in jeder Lage die Motivation wiederfinden kann, um seinen Sport nach der Arbeit zu machen.

Der innere Schweinehund ist leider nicht immer so leicht zu überwinden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass man eine solide Basis schafft, auf der man auch aufbauen kann. Aus diesem Grund sollte man sich zunächst mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, die man nach der Arbeit hat. Wenn man sich nur auf das Fitnessstudio konzentriert, so mag die Motivation nicht so hoch sein als wenn man eine Kampfsportart macht, wo man gleichzeitig auch etwas völlig Neues kennenlernen kann.

Sehr wichtig ist es sich ein klares Ziel vor Augen zu halten. Wenn man kein Ziel vor Augen hat, so wird man auch nicht die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, um das Ziel zu erreichen. Leider ist das auch in vielen anderen Bereichen im Leben so. Das Ziel sollte man auch konkret machen und sich vor allem eine Deadline setzen.

Darüber hinaus sollte man sich einen Trainingspartner suchen. Wenn man beispielsweise Tennis oder Badminton spielt, kann man im Fitnesscenter einen Aushang machen. Es wird sich bestimmt schon bald jemand melden, mit dem man gemeinsam Sport treiben kann. Zusammen macht Sport auch viel mehr Spaß und steigert gleichzeitig die Motivation.

Schließlich sollte man sich das Training nach der Arbeit zu einer festen Gewohnheit machen. Auf diese Weise kann man sein Unterbewusstsein so trainieren, dass man die notwendige Kraft und Motivation bekommt, den Sport abends auch tatsächlich zu machen.

Egal, ob man nun mit dem Fahrrad fährt, eine neue Kampfsportart erlernt oder einfach nur laufen gehen möchte, die Motivation muss auf jeden Fall vorhanden sein. Ansonsten wird das mit dem Training abends nicht funktionieren.

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Neuanfang reloaded – Zwischen Kevin Wolze und Ausbildungsverein

Im Gegensatz zum MSV Duisburg mache ich es kurz. Bis Mitte Juli habe ich einfach keine Zeit. Aber wenn Wichtiges geschieht, soll hier wenigstens Meinung stehen. Der MSV Duisburg hat gestern eine lange Stellungnahme veröffentlicht. Sie ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen den Gremien, den Sponsoren und der Stadt. Wer was zum MSV zu sagen hat, war dabei, und natürlich haben vor allem die großen Sponsoren Einfluss ebenso wie die Stadt, denn ohne die Berücksichtigung dieser Meinungen gibt es kein Geld. Das ist bei allen hehren Zielen festzuhalten.

Dass so viele Menschen ihre Vorstellung von der Zukunft des MSV eingebracht haben, merkt man der Stellungnahme an. Sie ist wohl ausgewogen formuliert. Es gibt viele vermeintlich inhaltsreiche Aussagen zu Sachverhalten, und dennoch hinterlässt sie bei mir ein merkwürdiges Gefühl der Enttäuschung. So viel Selbstverständliches steht in dieser Stellungnahme in einem hohen Ton der Erkenntnis, dass die wirklich wichtigen Dinge davon beschädigt werden. Nach einem Tag weiß ich schon gar nicht mehr genau, was da alles drin stand. Beim Überfliegen der Verlautbarung aber dachte ich immer wieder mal, wird das nicht schon seit 2013 so gehandhabt oder ist das nicht eine Selbstverständlichkeit in seriöser Vereinsarbeit?

Versteht mich nicht falsch, ich schätze das Bemühen der Vereinsverantwortlichen um Seriösität und Konsolidierung der Finanzen sehr. Sie arbeiten mit dem Risiko, sportlichen Erfolg nicht erzwingen zu können. Und nun lese ich so viele Worte, die mir versichern sollen, dass das auch geschieht, was schon geschieht? Eine konkrete wichtige Information ist hängengeblieben. Die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen lassen erst jetzt zu, dass die Jugendarbeit konkurrenzfähig ist. Konkurrenzfähig heißt hier zunächst, Attraktivität für Eltern, Berater und die jugendlichen Spieler den MSV als möglichen Verein überhaupt in Betracht zu ziehen. Alles andere habe ich schon wieder vergessen. Vielleicht schaffe ich es in den nächsten Tagen noch einmal drauf zu schauen, und stelle dann fest, ich war ganz ungerecht. Wirkliche Lust dazu habe ich allerdings nicht. Auch ein schlechtes Zeichen. Zeit, dass der Sport wieder beginnt.

Dieser Sport in Duisburg wird dann ohne Kevin Wolze stattfinden. Wie der Abstieg hatte sich sein Wechsel schon länger abgezeichnet. Trotzdem macht es mich wehmütig, mir ihn in der nächsten Saison im Trikot vom VfL Osnabrück vorzustellen. Er gab dem MSV ein Gesicht in diesen letzten Jahren, auch wenn seine Leistung nicht so stabil war, um ihn als Spieler unangreifbar zu machen. Aber auch er verkörperte den Willen diesen Verein erfolgreich zu machen. Gerade deshalb ist sein Wechsel folgerichtig. Nach diesem Abstieg musste er wechseln. Die Verkündung des Wechsels an einem Tag mit der Verlautbarung passt gut zusammen. Irgendwann schmeckt es schal, diesen erhofften Weg erneut von unten nach oben gehen zu müssen. Das fällt umso mehr auf angesichts des Versuchs, die Gegenwart mit Worten zu bestimmen, von denen viele so klingen, als seien sie schon einmal gesagt worden. Dann ist es sinnvoll, das Bekannte hinter sich zu lassen. Alles Gute, Kevin Wolze!

Mit Jupp Schmitz durch die Sommerpause

Soll ich euch denn tatsächlich mit meiner schlechten Laune belästigen? Vielleicht liegt es einfach nur an zu viel Arbeit, und es ist gar nicht der Sport. Aber mir geht gerade dieser Unterhaltungsbetrieb Sport ziemlich auf die Nerven. All diese Begrüßungsclips von neuen Fußballern in irgendwelchen Vereinen, die sich den Regeln dieses Betriebs gemäß authentisch in ihrem Willen zeigen sollen, alles für den neuen Verein zu geben. Und überhaupt, dass dieser neue Verein eine glückliche Fügung im eigenen Leben ist. Natürlich fühlen und glauben das die meisten auch in diesem Moment, weil gerade dieser eine Verein so unglaublich besonders ist mit seinen Fans, so besonders, dass im selben Moment an einem anderen Ort dieser Republik in eine andere Kamera von einem Kollegen fast dieselben Worte gesprochen werden.

Das Geschäft ist so. Die Fans wollen solche Bilder. Alle Vereine machen das, selbst die in Hamburg oder Berlin, die anders sein wollen als die anderen im Geschäft, selbst die drehen solche Clips. Es gibt kein Entkommen aus dem System. Ja, ich bin genervt. Was soll ich machen? Jupp Schmitz ist immer eine gute Adresse in solch einem Fall. Und kommt mir nicht damit, wir haben doch keinen Karneval. Hier geht es um grundsätzliche Haltungen zum Leben.

Flüchtige Gedanken zu Umbruch und Drittliga-Konkurrenz

Gut, dass ich gerade so gut wie keine Zeit habe, mir um den MSV Gedanken zu machen. Der Termin für die Manuskriptabgabe vom neuen Buch rückt näher, und ich bin tief in Dortmunds Wirklichkeit versunken – die der Stadt. Der BVB kommt nur in kleinen Häppchen vor.  So gehen die Ereignisse an mir vorbei. Nachrichten, die mich gestern noch im Vorbeirauschen irritierten werden überlagert von den guten Nachrichten heute.

So hat sich mein Grummeln um die Personalie Hajri schon wieder gelegt. Mit dem Abstieg war das Projekt, eine Mannschaft kontinuierlich zu entwickeln erst einmal zu Ende. Mal wieder werden wir viele neue Gesichter sehen und müssen darauf hoffen, dass sich in kurzer Zeit, die unterschiedlichen Typen zur Einheit finden. Was diese neue Mannschaft auszeichnen soll, ist nun nicht so überraschend. Einsatzwille sowie Anpacken und das möglichst kostengünstig. Darauf lässt sich Ivo Grlics Anforderungsprofil an neue Spieler zusammenfassen. Wie sagte er: „Wir wollen ein Team sehen, das mit Hingabe das umsetzt, was unsere Stadt auszeichnet: Harte Arbeit, Bereitschaft zum Kampf, unbedingter Siegeswille“.

Allerdings wirkt es etwas unglücklich, wenn fast im selben Moment die Spieler verkündet werden, die den Verein verlassen und Enis Hajri mit auf der Liste steht. Dummerweise ist gerade er derjenige, der solche Werte in der letzten Saison verkörpert hat. Da hätte es die ein oder andere zusätzliche Erklärung gebraucht, wie das zusammenpasst. Die Erklärung liegt natürlich auf der Hand. Vorhandene Schnelligkeit, Technik und die deshalb immer möglichen Fehler im Spiel, kurzum die erwartete Leistung für die Lieberknechtsche Spielvorstellung, aber diese Erklärung, natürlich in schönem Zeugnisdeutsch, hätte von Ivo Grlic kommen müssen. So schafft man Vertrauen in die eigene Arbeit. Denn dass Bereitschaft zum Kampf und harte Arbeit, zur Berufsauffassung eines Profifußballers gehören sollten, scheint mir nicht weiter erwähnenswert. Das sind schöne Worte für die Öffentlichkeit, die natürlich gesagt werden dürfen, weil die Fußballwelt ist, wie sie ist. Substanz erhalten sie aber erst, wenn Entscheidungen erklärt werden.

Wie gesagt, gut dass das Schnee von gestern ist und die Nachricht von der „Formsache“ Lizenz längst die wichtigere Meldung war. Nun mache ich mir nur noch Gedanken darüber, ob „aufsteigen“ und „oben mitmischen“ dasselbe bedeuten. Der Geschäftsführer der Stadionprojektgesellschaft, Dirk Broska, betonte am Tag der Entscheidung des Rats über den Zuschuss von einer Millionen Euro jedenfalls sehr, dass der MSV in der kommenden Saison aufsteigen müsse. Das „oben mitmischen“ von Vereinsseite klingt nach weniger Druck und offenem Ausgang. Was wahrscheinlich eine gute Strategie ist, eine Variante des good cop, bad cop-Spiels gegenüber der Öffentlichkeit.

Denn ihr und ich, wir wissen, der direkte Wiederaufstieg wird nicht nur wegen des Umbruchs schwer. Wieviele der Drittligamannschaften müssen auf jeden Fall sofort aufsteigen, weil sonst das Schlimmste droht, die Insolvenz? Jetzt ist auch Ingolstadt in der Liga mit ganz anderen finanziellen Mitteln als der MSV. Ein Krösus der 3. Liga gar und deshalb ohne den großen Umbruch? Ich habe keine Zeit mich drum zu kümmern, ich weiß aber die Konkurrenz ist groß. Wie Kaiserslautern und Braunschweig als Zweitligaabsteiger mit ähnlichem Kaderumbruch die letzte Drittligasaison bewältigt haben, müsen wir zudem sofort wieder vergessen. Für den MSV wird bestimmt alles ganz anderes sein. Für weitere Gedanken habe ich auch keine Zeit.

Fundstück: Klaus Wunders Aufgabe bei Bayern München

Für den Abschiedstext am Samstag über Arjen Robben und Frank Ribery in der Süddeutschen Zeitung hat Christof Kneer ein Interview mit Gerd Müller aus dem Archiv hervorgeholt. Die Interview-Reminiszenz sollte verdeutlichen, wie sehr sich das Bayern-Flügelspiel der Gegenwart mit Robben und Ribery vom immer während erfolgreichen Bayern-Spiel der Vergangenheit über die Sturmmitte unterschied.

Nach den Worten von Gerd Müller wurde Klaus Wunder vom MSV Duisburg nur deshalb gekauft, um die Spannung unter den etablierten Spielern hoch zu halten. So wie Gerd Müller es erzählte, gab es für Klaus Wunder nie eine wirkliche Chance, um sich bei den Bayern durchzusetzen. Es gab keine Absicht, die übliche Bayern-Taktik zu verändern. Klaus Wunder musste nur im Kader vorhanden sein, um ein Drohszenario zu inszenieren.

Natürlich ist diese Erinnerung nicht mehr als eine Anekdote. Die endgültige Wahrheit dieser Verpflichtung gibt es nicht. Wahrscheinlich hätte Robert Schwan was ganz anderes erzählt, geschweige denn der Trainer. Dennoch bestätigt die Anekdote in dieser Perspektive von Gerd Müller ein Muster bei Spielerverpflichtungen durch den FC Bayern München. Der Verein verpflichtet neue Spieler oft eben in dem Luxus, sie nicht unbedingt wegen ihres direkten Nutzens als aktiver Part der spielenden Elf. Oft gibt es andere Motive, für die sich die abgebenden Vereine und die Spieler hoch bezahlen lassen.

 

Ich weiß noch, wie zwiespältig ich als Kind diese Verpflichtung von Klaus Wunder durch den FC Bayern erlebt habe. Zum einen war mir als Zwölfjähriger bewusst, dass durch den Weggang von Klaus Wunder die spielerische Qualität der Mannschaft des MSV leiden könnte. Zudem war der Abschied selbst eine besondere Nachricht, die meine Stimmung drückte. Man muss sich vergegenwärtigen, ständige Wechsel von bedeutenden Spielern einer Mannschaft waren in diesen frühen 1970er Jahre nicht die Regel. Man verabschiedete sich am Ende einer Saison nicht von unzähligen Spielern, die während der Saison Stammspieler waren. Man begrüßte nicht zu Beginn der Saison eine halbe Mannschaft neu. So eine Nachricht erhielt also eine besondere Bedeutung.

Zum anderen war es der erfolgreiche FC Bayern München, der tatsächlich einen Spieler des MSV Duisburg verpflichtete. In den 1960er Jahren war das schon einmal passiert, aber nicht in meiner bewussten Zeit mit dem MSV. Diese Bayern bezahlten mit knapp unter einer Millionen Mark für damalige Verhältnisse unfassbar viel Geld für Klaus Wunder. Auf den MSV und damit auf mich als Anhänger der Mannschaft strahlte das auszeichnend ab. Der MSV spielte für einen Moment eine besondere Rolle in Fußballdeutschland. Das wiederum war gut. Mein Stolz auf diesen Wechsel bedeutete aber auch für mich, Klaus Wunder musste in München in die Startelf. Nur dann hätte dieser Wechsel für mich einen Sinn gehabt. Das geschah nicht. Je weniger er spielte, desto mehr verlor sich auch mein Stolz auf die beim MSV gezeigte Leistung von Klaus Wunder. Was habe ich damals schon von verdeckten Motiven der Bayern gewusst.


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