Jetzt vorbestellen: Mehr als Fußball – Das Buch über Duisburg im Sommer 2013 und den Wiederaufstieg des MSV

Am nächsten Mittwoch ist es so weit. Mehr als Fußball wird ausgeliefert. Mehr als Fußball – so  habe ich das Buch genannt, in dem ich vom Geschehen im Sommer 2013 rund um den MSV Duisburg bis zum Wiederaufstieg des Vereins in die 2. Liga zwei Jahre später erzähle. Was im Sommer 2013 geschah, schuf die Voraussetzung für den Erfolg zwei Jahre später. Diese besondere Geschichte des Sports ist zugleich eine besondere Geschichte Duisburgs, eine Geschichte zum Weitererzählen.

Ralf Koss, Kees Jaratz: Mehr als Fußball, 363 Seiten, € 14,90
ISBN 978-3-00-054423-1

Falls ihr Interesse am Buch habt, das Kontaktformular ausgefüllt und abgeschickt. Vor Weihnachten ist es bei euch.

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Wenn ihr einen ersten Eindruck gewinnen wollt, klickt auf die Vorschaubilder. Vorwort und die ersten Seiten der Geschichte des Sommers habe ich online gestellt.

Wer braucht schon Eurhytmieschuhe in Lotte?

Die Verkehrshinweislegende Lotte/Osnabrück ohne Stau. Ein Gästeparkplatz, der im sonstigen Leben Bauernhof ist. Ein Stadion, bei dem in jeder Ecke der Amateursport der unteren Ligen sympathisch hervorlugt. Ein Dorf behauptet seinen Platz im Unterhaltungsbetrieb Fußball. Ein 2:0-Auswärtssieg bei den Sportfreunden Lotte. Was für ein gelungene Auswärtsfahrt.

2016-12-04_lotte_vorherDie Sportfreunde müssten allerdings die Haupttribünenkarten mit einem Warnhinweis verkaufen. Der Blick auf das Spielfeld kann in den Wintermonaten während der Nachmittagsspiele zu dauerhafter Beeinträchtigung ihrer Sehleistung führen. Ohne geeignete Schutzbrillen gefährdet die tief stehende Sonne ihre Gesundheit. Manchmal war es anstrengend, sich das Spiel des MSV in Lotte anzusehen. Das lag aber nicht an der Spielweise des MSV.

Endlich wieder hat die Mannschaft zu ihrem Selbstbewusstsein zurück gefunden. Endlich waren Ballsicherheit und Entschlossenheit zurückgekehrt. Endlich wieder war die verhaltene, zögerliche Spielweise der letzten Spiele verschwunden. Vom Anpfiff an wollte der MSV dieses Spiel bestimmen. Zunächst versuchten die Lotter Spieler noch das Spiel im Gleichgewicht zu halten. Zunächst sah es außerdem so aus, als wollten beide Mannschaften den im Tribünenschatten der Gegengerade gelegenenen vereisten Rasenstreifen tunlich nicht bespielen. Die Lotter agierten zumeist auf ihrer linken Angriffshälfte, und Fabio Leutenecker hatte alle Mühe mit seinem schnelleren Gegenspieler, der ihn zwei-, dreimal überlaufen konnte, ohne dass das zu gefährlichen Anschlussaktionen führte.

2016-12-04_lotte_choreoDer MSV verteilte seine Angriffe mehr im Raum. Die Mannschaft versuchte sich über rechts und die Mitte. Schon früh ließ Kingsley Onuegbu mit einem Drehschuss auf eine dauerhaft gute Leistung hoffen. Denn lange haben wir ihn nicht mehr mit einem so schnellen Abschluss in enger, technisch schwieriger Strafraumposition gesehen. Schon in der 10. Minute fiel dann der Führungstreffer nach einem Freistoß, den der Lotter Torwart nur abklatschen konnte. Sowohl der King als auch Tim Albutat waren zum Nachschuss bereit.

2016-12-04_lotte_tribueneDieses Mal hätte ich Zlatko Janjic nicht widersprochen, wenn er erneut gesagt hätte, der MSV hätte das Spiel im Griff gehabt. Baris Özbek allerdings bereitete dem in der 26. Minute ein Ende. Rot wegen einer Tätlichkeit und danach ein Abgang, bei dem es kurzzeitig nach einer Rudelschlägerei aussah. Die Lotter Spieler hatten auch ihren Anteil daran, zu solcher Art Konflikt gehören immer zwei Parteien. Ob die Infotafel der Sportfreunde auf der Haupttribüne Özbek vor seinem Handeln bewahrt hätte, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Wenn man sich die TV-Bilder ansieht, können wir erleben, wie ein überschaubarer Konflikt innerhalb von Sekunden eskalieren kann. Ein idealtypisches Fallbeispiel zur Konfliktforschung. Özbeks leichtes Schubsen des ersten Lotter Spielers folgt der blicklose Abwehrstoß gegenüber dem zweiten Lotter Spieler. Dummerweise war dessen Gesicht in Handhöhe und die Steilvorlage zum Schmerzensdrama hat der Lotter Spieler gern genommen. Natürlich war das eine Tätlichkeit, schaut man genau hin, spielt der Zufall eine große Rolle. Da gibt es nichts zu entschuldigen, sondern nur zu verstehen.

Nach der roten Karte brauchte der MSV die Halbzeitpause, damit die Mannschaft sich auf das eigene Spiel wieder besinnen konnte. Die Führung war in diesen 20 Minuten bis zum Halbzeitpfiff gefährdet. Doch die Zebras stemmten sich mit aller Macht gegen den Ausgleich. Mark Flekken bot den Rückhalt in dieser Zeit, einmal kam Glück hinzu. Ein Schuss der Sportfreunde ging an den Innenpfosten und sprang ins Feld zurück.

Einmal war der Sieg noch gefährdet. Ein Eckball direkt nach dem Wiederanpfiff führte zu einem Schussversuch im Getümmel. Ich hatte den Ball schon im Tor gesehen. Doch Mark Flekken hielt mit großartigem Reflex auf der Linie. Unfassbar, dass er diesen Schuss abwehren konnte. Diese Parade war das Vorspiel zur Siegsicherung. Das 2:0 fiel, nachdem Kingsley Onuegbu sich auf dem rechten Flügel durchsetzte und flanken konnte. Es war die Bestätigung seiner sehr guten Leistung in diesem Spiel. Er agierte variabler, war nicht nur der Wandspieler, der den Ball behaupten sollte.  In seine Flanke lief Zlatko Janjic und köpfte im Lauf unhaltbar ein. Solche Kopfballtore kann er machen.

Danach war nicht mehr zu erkennen, dass der MSV mit einem Mann weniger spielte. Unermüdlich wurden die Lotter Spieler schon in deren eigenen Hälfte angelaufen. Nie wurde ihnen die Ruhe zum Spielaufbau gelassen. Es war beeindruckend, wie ausdauernd und intensiv noch in den letzten Spielminuten Tim Albutat, Fabian Schnellhardt oder auch der King noch die Gegner attackierten. Dieser Sieg war hoch verdient, und meine Notfallvorsorge mit Funny van Dannens Eurhythmischuhen für die ausgeglichene Stimmung war nicht nötig gewesen. Vielleicht hätten Baris Özbek die Eurhytmieschuhe genutzt. Aber wie man damit zugleich Fußball spielen soll, weiß ich auch nicht.

Falls das in Lotte wieder…

Sonntag spielt der  MSV in Lotte. Der Drittliga-Experte sagt, ein Spitzenspiel. Allerdings befinden wir uns ja in einer Saisonphase, in der jedes zweite Spiel in Spitzenspiel ist. Der Drittliga-Experte sagt deshalb gerne auch, die 3. Liga ist in der Breite der Spitze so stark aufgestellt wie keine andere Liga. Die Breite der Spitze macht das Spitzengeschehen deshalb unfassbar eng.  Auch das ist die 3. Liga – gefaltete Räume. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die theoretische Physik sie zu erklären beginnt.

Die Physiker werden dann mit Drittliga-Experten diskutieren und vielleicht könnten sie im Vorbeigehen auch mal mit Zlatko Janjic reden, so von Theoretiker zu Praktiker. Um mal zu schauen, welche Vorstellung vom Spiel – um nicht von Theorie zu sprechen – seine erstaunliche Wahrnehmung leitet.

Auf nach Lotte, das war zu Beginn der Saison für mich keine Frage. You have to see before you die – die schönsten stauträchtigsten Autobahnkreuze der Verkehrshinweise. Lotte/Osnabrück, einen Haken dran. In den letzten Tagen aber war ich mir nicht mehr sicher, ob ich mir diesen Haken durch eine Auswärtsfahrt zu einem Spiel vom MSV holen wollte. Zu sehr hatte ich mich bei und nach dem Spiel gegen Aalen aufgeregt. Ich hatte es schon einmal angedeutet, eine ungesunde Aufregung.

Gestern Abend aber hat mich Funny van Dannen daran erinnert, dass ich bedenkenlos nach Lotte fahren kann, wenn ich nur das richtige Schuhwerk dabei habe. Ich muss mal sehen, wo ich die Eurythmieschuhe jetzt herkriege, falls in Lotte wieder… An etwas anderes denke ich seit Janjics mir uneinsichtiger Beurteilung des Spiels gegen Aalen vorsichtshalber gar nicht erst.

 

Erstaunliche Janjic-Wahrnehmung

Momentan fehlt mir manchmal der Zugang zum Netz. Was mein Schreiben hier aus dem Rhythmus bringt, angesichts der Leistung des MSV am letzten Samstag mir aber zurecht kommt. Gestern Abend bin ich gefragt worden, ob ich im Stadion war. Mir fiel gar nicht sofort ein, dass vom 2:2 gegen Aalen die Rede war. Das Spiel hatte ich schon komplett verdrängt. Ich wollte auch nicht erinnert werden. Zu sehr hatte mich die Spielweise der Mannschaft geärgert.

Nun war es aber geschehen, das Spiel war wieder da, und heute Morgen ging mir dazu noch eines durch den Kopf. Über das Spiel selbst brauchen wir nicht mehr zu reden. Ich möchte aber auf eine kurz aufgeblitzte Einschätzung zu dem Spiel hinweisen, die vielleicht Rückschlüsse zulässt auf die Mannschaftsleistung. Ich weiß nicht, ob darüber schon geschrieben, gesprochen wurde. Gesehen, gehört habe ich nichts.

Mich hat nämlich erstaunt, wie Zlatko Janjic das Spiel wahrgenommen hat, und ich frage mich, ob solche Wahrnehmung nicht Teil des Problems ist. Im Reviersport wird er folgendermaßen zitiert: „Bis zum Ausgleich hatten wir alles im Griff. Danach haben wir komplett die Orientierung verloren, das darf uns einfach nicht passieren. Daran sieht man, dass wir mental noch nicht aus dem Loch raus sind.“

Mir ging das anders. Ich habe keinen MSV gesehen, der das Spiel bis zum Ausgleich im Griff hatte. Die Führung des MSV war doch nicht durch eine gelungene Mannschaftsleistung kontinuierlich erspielt. Diese 1:0-Führung war nicht erwartbar gewesen. Die Mannschaft hatte die Aalener doch nicht im Griff. Diese Aalener kombinierten deutlich sicherer und präziser als die Zebras. Sie waren schneller im Kopf und hatten die klarere Spielanlage. Dass diese Aalener nicht führten, lag alleine an ihrem ebenfalls nicht sonderlich erfolgreichem Torabschluss.

Wenn Zlatko Janjic dennoch auf dem Spielfeld das Gefühl hatte, seine Mannschaft hätte den Gegner im Griff gehabt, liegt eine Vermutung nahe. Der Versuch, das eigene Spiel kontrolliert zu gestalten, steht so sehr im Fokus der einzelnen Spieler, dass für den  Eindruck erfolgreich zu sein, schon der Ballbesitz als solcher genügt oder die Anmutung eines planvollen Vorgehens. Das eigene Spiel wird nicht mehr in Beziehung zum Spiel des Gegners gesetzt. So kommt es mir jedenfalls vor, wenn ich Janjics Worte lese.

Vielleicht muss man ihm deshalb auch die Pfiffe des Publikums übersetzen, wenn ich von seinem Unverständnis für die Pfiffe, zitiert bei „Funkes“, lese.  Diese Pfiffe galten doch nicht zwei, drei misslungenen Aktionen. Diese Pfiffe galten einer vermeintlichen Kontrolle des Spiels, die nichts anderes war als ein häufig viel zu langsames Grundtempo, mit dem die Spieler sowohl mental als auch körperlich auf dem Platz standen. Sinnbild für dieses Grundtempo war das 2:1 der Aalener, als es so aussah, als hätte die eine Hälfte der Mannschaft  das Spielen komplett eingestellt, während die andere vorne darauf wartete, ob Mark Flekken nicht doch im eins gegen eins rettete, was zu retten ist.

Sicher, der MSV ist weiter Tabellenführer, und darüber freue ich mich. Ich würde mich noch mehr freuen, wenn die sportlich Verantwortlichen erkennen, dass bei der Selbstwahrnehmung der eigenen Spielweise schon etwas schief läuft, noch ehe überhaupt von Verunsicherung und mentalen Schwierigkeiten zu sprechen ist.

Nicht mehr lange – Mehr als Fußball ist bald erhältlich

Mehr als Fußball  – so habe ich das Buch genannt, in dem ich vom Geschehen im Sommer 2013 rund um den MSV Duisburg bis zum Wiederaufstieg des Vereins in die 2. Liga zwei Jahre später erzähle. Die Arbeit an dem Buch dauerte sehr viel länger, als ich es erwartet hatte. Nun ist die Druckdatei beim Drucker. Nicht mehr lange, dann ist es fertig. Beim Blick aufs Cover werdet ihr vielleicht meine Vorfreude teilen.

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Ohne Tore keine Worte

Nicht dass ich hier schwarze Pädagogik betreiben möchte, aber allmählich wird es Zeit, auch an ungewöhnlichen Stellschrauben zu drehen. Und da ich ja im Fußball ein großer Anhänger des Magischen Denkens bin, musste ich Gewohnheiten unterbrechen. Der Kopf muss frei werden, damit die Stürmer des MSV Duisburg in einem Punktespiel wieder Tore schießen, damit irgendjemand aus der Mannschaft wieder mal den gegnerischen Torwart überwindet. Deshalb gab es ohne Tore im Spiel des MSV Duisburg gegen den FSV Frankfurt dieses Mal keine Worte zum Spiel.

Lest euch die alten Spielberichte durch zu einem torlosen Unentschieden wie den über das Spiel gegen Halle. Das passt schon. Der Ablauf eines solchen Spiels ist beim MSV doch meist recht ähnlich, um Details brauchen wir uns nicht zu kümmern. Davon ab ist das Unentschieden gegen Frankfurt wahrscheinlich wertvoller als das gegen Halle. Gegen Aalen sieht es am Samstag dann ganz anders aus. Kleinigkeiten entscheiden in der 3. Liga, und wenn schon im Umfeld des MSV der Kopf frei geworden ist, wird das Folgen haben bis aufs Spielfeld hinunter. Meine ich. Doch. Das wirkt.

Günter Preuß wird 80 – Ein Clip-Geschenk als Glückwunsch und um ihn zu feiern

Eigentlich ist dieser Videoclip ein Geburtstagsgruß für Günter Preuß. Er kommt von den Machern der Dokumentation über die Meidericher Vizemeister. Sie haben einen berührenden Glückwunsch geschaffen. Zugleich ist dieser Clip aber auch eine Zusammenschau von Fangesichtern, von Spieler- und MSV-Vergangenheit. Danke für diesen Geburtstagsgruß, der für uns alle, deren Herzen am MSV hängen,  Erinnerungen weckt. Auch hier vom versammelten Zebrastreifenblog: Herzlichen Glückwunsch, Günter Preuß!

 


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