Ohne Schiri habt ihr keine Chance

Es ist konstruktiv und zugleich nobel von den Spielern des MSV Duisburg, die Gründe für die 2:0-Niederlage der Zebras gegen den VfL Bochum nicht beim Schiedsrichter zu suchen. Die Wahrheit dieses Spiels bleibt dann jedoch unausgesprochen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in diesen zehn Jahren Zebrastreifenblog für das Zustandekommen einer Niederlage schon einmal den Schiedsrichter allein verantwortlich gemacht habe. Einmal ist immer das erste Mal. Also, der VfL Bochum hat das Spiel deshalb gewonnen, weil der Schiedsrichter einen unberechtigten Freistoß an der Strafraumgrenze gepfiffen hat. Ich kann diese Meinung gut begründen.

Nach dem Gerangel beider Mannschaften um die Spielhoheit in den Anfangsminuten bestimmte der MSV das Geschehen. Die Bochumer hatten mehr und mehr Respekt vor den Angriffen des MSV bekommen. Klare Chancen ergaben sich für Stürmer des MSV allerdings nicht. Alleine Lukas Fröde hatte mit einer Direktabnahme im Strafraum jene freie Schussbahn, die ein Tor wahrscheinlich macht. Für den erfolgreichen Abschluss muss man aber auf das Tor zielen und nicht drüber. Es roch nach torlosem Unentschieden.

Denn eines wurde offensichtlich. Der Strafraum des MSV war gut geschützt. Von den Bochumern ging keine Torgefahr aus. Der MSV wollte den Abschluss meist innerhalb des Bochumer Strafraums, variabel vorbereitet durch Flanken oder durch Kombinationen aus dem Halbfeld heraus. Nun war der Strafraum des VfL Bochum zwar nicht so gut geschützt, doch immer mit sehr vielen Spielern besetzt. Den Stürmern blieb eben nicht eine Sekunde Zeit, um den Ball zu verarbeiten. So ergaben sich in der ersten Halbzeit und auch nach dem Rückstand nur Halbchancen. Entweder standen die Spieler nie so gut, dass sie direkt hätten den Ball aufs Tor bringen können oder der letzte Pass konnte nur unpräzise gespielt werden.

Zu Beginn dieser Saison wirkt die Defensivarbeit der Mannschaften noch einmal perfektionierter. In diesem Fall brauchte es zusätzliche Einflussgrößen, um Torgefahr hervorzurufen. Manchmal ist das der Zufall in Form der unkontrollierten Bewegung des Balles zwischen mehreren Spielern. Manchmal ist es der Schiedsrichter, der den Bochumern zu einem Freistoß an der Strafraumgrenze verhilft. Ohne diesen unberechtigten Freistoß hätte eine der Mannschaften vielleicht ein Tor aus genau diesem gerade genannten Zufall geschossen. Der Zufall für den MSV wäre aber viel wahrscheinlicher gewesen. Das zweite Tor sehe ich nur als Folge des offensiveren Denkens der Zebras und damit als Folge des Schiedsrichterpfiffs.

Ich kann das in dieser Deutlichkeit schreiben, weil die Spieler selbst wisssen, dass sie präziser im Abschluss werden müssen. Sie wissen, dass der Ausgleich deshalb nicht fiel, weil die wenigen Momente eines freien Schusses gar nicht erst hatten geschaffen werden können. Der MSV konnte eben auch keine Spielsituationen schaffen, in denen ein Tor sehr wahrscheinlich hätte werden können. Und nur etwas wahrscheinlicher nutzt nichts, wenn dem Gegner schon ein Tor geschenkt wurde. Ohne Schiri hatte der VfL keine Chance. Was Zuversicht für die weitere Saison gibt, für das eine Spiel aber auch nicht wirklich tröstet.

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Unattraktiver Fußball und Erfolg

So zuversichtlich wir der neuen Saison und den Möglichkeiten des MSV entgegen sahen, so enttäuscht sind wir nach der Niederlage gegen Dresden. Es war mühsam, sich das Spiel anzuschauen. Deshalb fällt es schwer, Ilia Gruevs Lob für eine gute Grundlage durch das neue Spielsystem der Mannschaft zu teilen und zu glauben, dass nur die Fehler, von denen er auch spricht, Ursache dieses schlechten Spiels gewesen sind.

Ich möchte seinem Urteil vertrauen. Denn eines ist durch das schlechte Spiel vielleicht aus dem Blick geraten. Durch das 5-3-2 soll zwar die Defensive stabilisiert werden, aber nicht weil die Mannschaft grundsätzlich defensiv agieren soll. Dieses System soll der Mannschaft die Sicherheit geben, nicht reagieren zu müssen, sondern das Spiel bestimmen zu können. Die Mannschaft soll den Ball nicht dem Gegner überlassen. Sie soll dem Gegner das eigene Spiel aufzwingen. Das ist gegen Dresden nicht gelungen. Die Gründe dafür sind komplex. Das zeigten auch die Diskussionen unter Fans nach dem Spiel. Zwar gab es keine geteilten Meinungen über die Qualität des Spiels, je genauer aber auf die Gründe geschaut wurden, desto mehr unterschieden sich die Erklärungen für die Leistung. Diese Erkärungen werden von zwei Fragen bestimmt: Reichen die Fähigkeiten der einzelnen Spieler, um die Offensivstärke im notwendigen Passspiel zu entwickeln? Denn ein Passspiel muss entstehen. Dresden zeigte: Wenn der Raum im vordersten Angriffsdrittel eng ist, gibt es kein präzises Passspiel mehr. Die zweite Frage ist also: Kann eine bessere Abstimmung Schwächen einzelner Spieler auffangen. Das sind grundsätzliche Fragen

Eines ist jedenfalls sicher. Diese Spielanlage der Mannschaft braucht den Erfolg mehr als jede andere Spielanlage, weil dem Spiel des MSV so schnell jegliche Dymanik verloren geht. Sehr schnell kann die Mannschaft bei diesem neuen System ideenlos wirken. Sehr schnell stellt sich ein Gefühl der Hilfslosigkeit ein. Sehr schnell macht es keinen Spaß mehr, sich diesen Fußball anzusehen. Die gute Nachricht dabei ist allerdings, wenn die Spielanlage funktioniert, ist Erfolg sehr viel wahrscheinlicher.

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Paintball knallt, es ist laut und es macht Spaß. Es ist ein sehr schneller und dynamischer Sport, welcher bei vielen Menschen einen Lifestyle darstellt. Dabei hat Paintball viele unterschiedliche Gesichter. Das Paintball feierte seinen Siegeszug in den USA. Seit den frühen 90er Jahren wird Paintball auch bei uns in Deutschland gespielt. Inzwischen hat sich Paintball zu einem der am schnellsten wachsenden Fun- und Mannschaftssportarten entwickelt. Mit über acht Millionen Spielern rangiert der Sport auf Platz drei der beliebtesten Funsportarten in den USA.

Beim Paintball haben sich unterschiedliche Varianten herausgebildet. Beispielsweise wird das Subair Paintball auf einem rechteckigen und eingenetzten Spielfeld gespielt. Den Namen verdankt dieses Spiel den aufblasbaren, geometrischen Formen, welche aus Kunststoff bestehen. Das Ziel dieses Spiels ist die gegnerische Fahne zu besetzen. Das Team, welches die Fahne holt, hat das Spiel gewonnen. Ein Team besteht dabei aus bis zu fünf Spielern. In der Regel tragen die Spieler bunte Jerseys und Paintballhosen. In der Hand hält der Spieler einen Markierer, welcher verwendet wird, um die anderen Spieler zu treffen und somit zu markieren.

Markierer stellen hochgezüchtete Sportgeräte dar, welche auf den ersten Blick einfach aussehen. Die Realität sieht aber so aus, dass es sich um hochpräzise Geschosse handelt, die auch ihren stolzen Preis haben. Ein Blick auf das Angebot reicht aus um festzustellen, dass Paintball Markierer keineswegs einfache Geräte sind. Die Preise sind dabei ähnlich wie bei richtigen Schusswaffen.

Eine andere Variante des Paintball ist das Speedball. Hier spielt man ebenfalls auf symmetrischen Feldern, welche ebenfalls beim SubAir eingesetzt werden.

Paintball ist ein nicht zu unterschätzender Mannschaftssport. Hier sind Teamfähigkeit, Taktik und Schnelligkeit gefragt. In den letzten Jahren hat sich in Deutschland ein ausgeprägtes Netz an Paintball-Enthusiasten gebildet. Eine flächendeckende Paintball-Ligastruktur sorgt dafür, dass mehrere Menschen sich bei diesem Sport professionell einbinden können.

Paintball wird sogar bei Unternehmen eingesetzt. Dabei werden die unterschiedlichsten Mitarbeiter auf ein Spiel geschickt, um wichtige Skills wie Teamfähigkeit und Schnelligkeit zu trainieren. Die erworbenen Fähigkeiten helfen dem Team während der Arbeit produktiver und zielorientierter zu arbeiten. Ebenfalls werden angehende Manager auf Paintball-Spiele geschickt, um mit den größten Herausforderungen im Arbeitsalltag umgehen zu können.

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Wenn montags schon das Wochenende ruft

An manchen Montagen beginnst du mit deiner Arbeit, und es könnte sofort schon wieder Freitag sein. Du weißt, besser als am Morgen auf dem Weg zur Arbeit wird es in dieser Woche nicht mehr werden. Denn an einem solchen Montag merkst du schon beim ersten Zupacken, das läuft nicht rund. Ihr kennt diese langwierigen Aufgaben, bei denen sich nicht ein einziges Mal zwischendurch ein Erfolgserlebnis einstellt? Aufgaben, für die du neulich extra auf eine Fortbildung geschickt worden bist. Natürlich fällt dir gerade an diesem Montag auf, dass einiges von dem nicht gelingt, was du im Grunde gut verstanden hast. Du hast es bei der Fortbildung immer wieder problemlos bewältigt, was dir vom Seminarleiter aufgetragen wurde.  Und nun brauchst du drei Anläufe, ehe nur ein Teil von dem klappt, was deine ganze Aufgabe ist. Wäre doch endlich wieder Wochenende.

Glaubt nur nicht, dass ich von den Spielern des MSV schreibe. Ich schreibe von mir. Was war das Spiel vom MSV bei Dynamo Dresden eine zähe Angelegenheit. Es war eine anstrengende Aufgabe das Spiel anzusehen, und am meisten Spaß hatte ich in Leipzig einen Tag vor dem Spiel und auf dem Weg ins Stadion, weil das Gelb der Dresdener im Pulk bei der Abendsonne ein schönes Bild abgab.

Aber vielleicht ist es den Spielern auf dem Rasen ja ähnlich ergangen nach dem Anpfiff und zwar nicht nur den Spielern des MSV. Zwei Mannschaften standen auf dem Platz, die ihren Erfolg mit einem neuen Spielsystem versuchten. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie auf keinen Fall bei dieser Systemchoreografie patzen wollten. Wenn der MSV versuchte kein Risiko einzugehen, so versuchten die Dresdner, so gut wie kein Risiko einzugehen.

Beide Mannschaften ließen in der ersten Halbzeit aber Chancen des Gegners zu, die sich nicht aus dem Spielaufbau des Gegners entwickelten, sondern schlichtweg dadurch entstanden, dass die Mannschaften jeweils zu viel Vertrauen in die Spielkontrolle durch das eigene System besaßen. Die Außenbahnen waren für die Dresdner eine wunde Stelle in der ersten Halbzeit. Der MSV war etwas mehr in der Mitte anfällig. Chancen ergaben sich deshalb plötzlich aus vermeintlich ruhigen Spielsituationen heraus.

Es war nicht abzusehen, dass ein Tor durch kontinuierlichen Druckaufbau entstand, weder auf Dresdner noch auf Zebra-Seite. Allerdings gab es einen Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Schnelligkeit im Spiel entstand beim MSV meist durch Einzelaktionen. Wenn sich die Gelegenheit zu schnellem Umschalten bot, wurden die Angriffe abgebrochen, fehlten überraschende Laufwege in Angriffsdrittel. Der spielerische Ansatz der Dresdner sah auch Schnelligkeit im Mannschaftsverband vor und das auch bei ruhenden Bällen.

Ein schnell ausgeführter Freistoß hatte zuvor schon für Gefahr gesorgt, der schnelle Einwurf führte dann in der ersten Halbzeit zum 1:0. In der zweiten Halbzeit hatte der MSV sogar die Chance zum Ausgleich. Einen Freistoß von Kevin Wolze wehrte der Dresdner Torwart glänzend ab, und ein Zufallsschuss von John Verhoek ging an die Latte. Das Spiel des MSV blieb allerdings Stückwerk. Um lange Bälle in die vorderste Reihe mühten sich zunächst Boris Tashchy, dann Stanislav Iljutcenko und John Verhoek meist vergeblich. Für kontrollierten Spielaufbau fehlte fast immer der Raum. Alles konzentrierte sich in der Mitte. Flügelspiel gab es so gut wie nicht mehr. Wenn dennoch geflankt wurde, geeschah das meist aus dem Halbfeld ins Nirgendwo.

Dennoch hatte der MSV bis zum Schlusspfiff die Chance auf den Ausgleich. Denn die Dresdner schlossen ihre Konter nicht genau genug ab und hielten die Zebras im Spiel. Schon einmal habe ich geschrieben, wie laut dieses Stadion auch bei ganz gewöhnlichen Punktespielen wird. Diese Lautstärke war zu Beginn des Spiels zu hören. Kurz vor Ende sollte der Schalldruck wohl den Ball den Dresdner in die Füße treiben. Das gelang, und die zähe Veranstaltung endete mit der Niederlage für die Zebras. Gut, dass das nächste Spiel an einem Samstag stattfindet. Zumindest die Wochenendlaune lässt mich auf ein besseres Ergebnis gegen Bochum hoffen.

Die Jubiläumswochen – 22. 9. 2008 – 16. 12. 2008 Im Sturm des Knöchels mit Manesseh Ishiaku

Zehn Jahre Zebrastreifenblog – ein Anlass, um in den Jubiläumswochen bis zum Saisonstart zurückzublicken. Eins der besten Transfergeschäfte in den letzten zehn Jahren war der Verkauf von Manesseh Ishiaku an den 1. FC Köln. Für einen Spieler, der eigentlich nicht mehr spielen konnte, gab es viel Geld. Schon beim MSV war er immer mehr zum Darsteller einer vorabendseriengleichen Geschichte mit dem immerselben Knöchelverletzungs-Inhalt geworden. Nach seinem Wechsel zum 1. FC Köln war er endgültig als Fußballdarsteller auf die Endlosserie „Im Sturm des Knöchels“ festgelegt. Seinerzeit habe ich diese Kölner Soap in sechs Folgen verfolgt und für uns Duisburger zusammengefasst. Allerdings habe ich sie mit einigen Verbesserungsvorschlägen für mein damals noch kleineres Publikum versehen.

Im Sturm des Knöchels – Folge 1

Fortsetzungsgeschichten haben ja immer eine ähnliche Dramaturgie. Ein Serienheld erlebt immer neue Abenteuer bei immer gleicher Persönlichkeit. Allerdings braucht es in jeder weiteren Folge auch immer einen neuen Ausschnitt der Welt, in der sich unser Held umschaut. Insofern folgt die Geschichte um den verletzten Knöchel von Manesseh Ishiaku alten erzählerischen Regeln. Letzte Woche hatte er nach längerer Verletzung während der Saisonvorbereitung das Training wieder begonnen. Schon schmerzte der Knöchel erneut, und nun bricht der Held  auf in seine alte Heimat, um dort zu finden, was er in der Fremde so lange vergeblich gesucht hat. In diesem Fall ist es ein für den Profi-Fußball geeignetes Sprunggelenk. Ishiaku befindet sich in Belgien bei einem Arzt seines Vertrauens, so lässt der FC verlauten. Am letzten Donnerstag war es, als ich lesen konnte, noch vier Wochen wird es dauern, bis alles gut wird. Als Freunde von Fortsetzungsgeschichten wissen wir aber, wenn erstmal alles gut ist, bedeutet das das Ende jeder Geschichte.

Im Sturm des Knöchels – Folge 2

Allmählich wurde ich schon nervös und habe daran gedacht, die nächste Folge unserer kleinen Abenteuerserie um den ehrgeizigen und talentierten Fußballer Ishiaku selbst zu schreiben. Nun hat mir das richtige Leben die  Arbeit abgenommen und ich erzähle nur, wie es tatsächlich geschehen ist, genauer, wie es tatsächlich geschehen sein soll. Schließlich habe ich meine Informationen aus der Kölner Lokalpresse. Im übrigen zeigt dieser kleine Artikel im Stadtanzeiger einmal mehr, nicht immer schreibt das Leben die besten Geschichten. Manchmal ist so ein Leben auch verdammt langweilig.

So lese ich zwar zunächst leicht gerührt, wie der Trainer, gespielt von Christoph Daum, den lange vermissten hoffnungsvollen Stürmer mit einer zeremoniellen Begrüßung bei seinen Mannschaftskameraden einführt. Der Trainer hat die Kameraden nämlich aufgefordert, einen Kreis um Ishiaku zu bilden, so wie er es immer mit völlig neuen Spielern bei ihrem ersten Training macht. Ganz stark, wie symbolhaft hier alles Alte abgestreift werden sollte, wie die üble Vergangenheit voller Verletzungssorgen sich in der liebevollen Freundschaft der in den letzten Spielen so überaus erfolgreichen Sturmkollegen auflösen sollte. All das ist wunderbares Serienformat. Respekt, mein Leben!

Aber dann, was für ein einfaltsloses Ende dieser Folge. Eine Stunde lang trainiert Ishiaku und plötzlich, er stoppt im vollen Lauf  – so muss es gewesen sein. Ein erfahrerener Geschichtenschreiber hätte nun aber eine andere Auflösung gewählt. Er hätte die in Antwerpen wieder getroffene alte Liebe hervorgeholt, eine wunderschöne Frau, die leider gerade eine schwere Zeit zu durchleben hat, weil sie ihren Mann bei einem Verkehrsunfall verlor und nun mitsamt ihrer drei kleinen Kinder erfahren muss, dass dieser Mann das gesamte Familienvermögen beim Pokern verloren hat. So eine Frau hätte der Fortsetzungsgeschichte gut getan. Vielleicht hätte sie sogar kurz zuvor eine mittelschwere Krankheit diagnostiziert bekommmen, eine Krankheit, die ganz selten sogar tödlich verlaufen kann. So eine Frau hätte ihre große Liebe der Jugend, Ishiaku, schweren Herzens wieder nach Köln ziehen lassen. Sie hätte es aber gemacht, denn sie weiß, der Fußballer muss tun, was ein Fußballer tun muss. Tore schießen für den FC. Und in Köln hätte Ishiaku im Trainingspiel nach drei grandios erzielten Toren angesichts der eigenen Gefühlslosigkeit trotz seines so überragenden Trainingsauftakts dann gemerkt, was seine wahre Bestimmung ist. Er hätte für seine wahre Liebe da sein wollen, zumal ihm die Kinder nicht aus dem Kopf gingen, womöglich Waisen … Ach, was steckte nicht alles in solcher einer Wendung. All das hat das Leben aber in dieser Fortsetzungsserie verschenkt. Ishiaku musste, ganz wie wir es schon kennen, nach einer Stunde Training aufhören – Schmerzen! –  und ging mit dem Reha-Trainer, gespielt von Cem Bagci, auf eine Laufrunde in den Grüngürtel. “Ishiakus Rückkehr gescheitert” titelt der Kölner Stadtanzeiger, und ich überlege nun, ob ich mir nicht abwechslungsreichere Fortsetzungsgeschichten angucken soll.

Als 2013 die belgische vierte Liga die Soap rund um Ishiaku übernahm, habe ich die sechs Folgen noch einmal zusammengefasst. Mit einem Klick könnt ihr also dort die restlichen vier Folgen von „Im Sturm des Knöchsels“ lesen.

 

Die Jubiläumswochen – 4. September 2010 – Schon damals hat Ivo Grlic ein Gedicht verdient

Zehn Jahre Zebrastreifenblog – ein Anlass, um in den Jubiläumswochen bis zum Saisonstart zurückzublicken. Mit dem Text heute möchte ich Ivo Grlics Arbeit für den MSV würdigen. Allerdings geht es zunächst um seine Spielerkarriere. Denn noch habe ich kein Huldigungsgedicht auf die Arbeit von Ivo Grlic als Sportdirektor geschrieben. Notiz an mich selbst: Mach mal bald eins, verdient hat er es. Bis das Sportdirektoren-Gedicht fertig ist, hole ich deshalb das ihm gewidmete Spieler-Gedicht hervor. Es feiert Ivos Leistung als Freistoßschütze. In der Saison 2009/2010 spielte der MSV gegen den TSV 1860 München. Zuvor hatte Ivo per Freistoß gegen Rot Weiß Ahlen, wo Sascha Kirschstein im Tor stand, und gegen den VfL Osnabrück mit Tino Berbig im Tor, jeweils ein Tor erzielt. So stellte ich mir vor, welche Gedanken sich der Löwen-Torwart Gabor Kiraly über Ivo Grlic als Freistoßschützen wohl machte.

 

Gabor Kiraly bekommt langsam Angst – veröffentlicht am
4. September 2010

Wie kriegt es nur der Trainer
in alle Spielerköpfe rein?
In unser´m Strafraum foulen: Ja!
In Strafraumnähe aber: Nein!

Wie ändert er für´s Spiel in Duisburg
die Kampf-um-Ball-Normalität?
Das Grätschen nur nach Strafraumgrenze!
Nicht früh das Tackling, sondern spät!

Beim Sondertraining Defensivverhalten,
ist immer einer, der´s vergisst.
Doch nur der Elfer lässt mir Chancen.
Ein Freistoß macht mich zum Statist.

Was nutzt die Zehn-Mann-Freistoßmauer
bei Grlics Schüssen mit Effet?
Nichts ist zu sehen. Dann Ball im Tor
und IvoIvo-Ruf-Tournee.

So Ivo, Ivo: Das will keiner.
Da könnt ihr Tino Berbig fragen,
Kollege Kirschstein, wen auch immer.
Ein Torwart will das nicht ertragen.

Nach außen stark, Mund abgeputzt
und Grlic-Freistoß-Trauma innen.
Zu siebzehnt etwa nächstes Jahr
die Gruppentherapie beginnen?

Wie kriegt es nur der Trainer
in alle Spielerköpfe rein?
Wenn überhaupt kann ich in Duisburg
nur der Elfmetertöter sein.

Die Jubiläumswochen – 21. 7. 2009 Aufstiegshoffnung und öffentliche Meinung

Zehn Jahre Zebrastreifenblog – ein Anlass, um in den Jubiläumswochen bis zum Saisonstart zurückzublicken. Heute erlaube ich mir eine zwiespältige, in Teilen schmerzhafte Erinnerung. Das mache ich, weil der Text uns etwas über die Gegenwart lehrt, über öffentliche Meinung nämlich. Ich schaue mit diesem Text auf eine Hoffnung für den MSV, die es nach dem Bundesligabstieg tatsächlich einige Zeit in der 2. Liga gegeben hat. Die Hoffnung auf den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Diese Hoffnung war angreifbar. Denn das Vertrauen in die Arbeit im Verein unter Walter Hellmich hatte sehr gelitten.

Es war jene Zeit, in der wir vermuten konnten, dass Walter Hellmich im Alleingang Trainer und Spieler engagierte, während es in der Öffentlichkeit hieß, alles geschähe in Absprache mit anderen sportlich Verantwortlichen. Es war jene Zeit, als in der zweiten Zweitligasaison auch im Umfeld deutlich wurde, welch Rasierklingenritt die Finanzierung von Zweitligaspielzeiten war. Und dennoch dachte ich noch nicht daran, meine Hoffnungen ganz zu begraben. Durch die Sorgen um den MSV entstanden rund um den Verein widersprüchliche Stimmungen unabhängig von kommunizierten Fakten. Über das Eigenleben von Stimmungen habe ich deshalb vor der Saison 2009/2010 nachgedacht.

 

Stimmungsschwankungen überall – veröffentlich am 21. Juli 2009

Vor einigen Jahren habe ich mich einmal mit dem Begriff der öffentlichen Meinung beschäftigt. So eine öffentliche Meinung ist ja nicht ein Naturereignis. So eine öffentliche Meinung ist menschengemacht. Und weil sie menschengemacht ist, müssen die gesellschaftlichen Verhältnisse so sein, dass Meinungen öffentlich gesagt werden dürfen. Aufklärung und in Deutschland vor allem die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts sind hier die Stichworte. In jener Zeit begann also ganz zaghaft so etwas wie öffentliche Meinung zu entstehen, und die Menschen haben sich sehr intensiv darüber Gedanken gemacht, was diese öffentliche Meinung eigentlich ist und wie sie idealer Weise zu befördern sei. Ganz aufklärungsoptimistisch, wie gerade Popularphilosophen damals so waren, glaubten diese an einen vom Verstand geleiteten Prozess.

Die Menschen – damit war das Bürgertum gemeint – sollten ihre Meinungen mit Texten in die Welt bringen. Die Leser sollten aber auch zu Verfassern von neuen Texten werden und somit zum einen das Flüchtige der öffentlichen Meinung verfestigen und ihr zudem zu größerer Wahrheit verhelfen. Ein kleines Problem war der Irrtum in Gemeinsamkeit. Den kannte man, und Bildung sollte die Lösung dieses Problems sein.

Klingt alles doch sehr aktuell und moderner denn je, da im Zeitalter des Internets wir endlich jenen Zustand erreichen, den die Popularphilosophen des 18. Jahrhunderts als Voraussetzung für eine aufgeklärte öffentliche Meinung eigentlich als notwendig angesehen hatten und der damals natürlich überhaupt nicht gegeben war. Heute kann jeder Leser zum Verfasser eines veröffentlichten Textes werden. Jede Stimme, sofern sie des Produktionsmittels PC und Internetzugang habhaft ist, kann gehört werden.

Allerdings war seinerzeit so etwas wie wechselhafte Stimmung eine etwas vernachlässigte Einflussgröße zur Herausbildung von öffentlicher Meinung. Das geht mir nämlich durch den Kopf, wenn ich versuche die öffentliche Meinung zur Saisonvorbereitung beim MSV Duisburg zu erfassen. Mir kommt das so vor, als seien die der Meinung zugrunde liegenden Tatsachen keine so große Einflussgröße wie die Sorge um den Erfolg des Vereins. War es um das vorletzte Wochenende herum, als die Berichterstattung in den Print-Medien für mich aus unerklärbaren Gründen plötzlich einen positiven Klang bekam? Ende der letzten Woche nun schwankte diese Stimmung wieder in die andere Richtung. Peter Neururer wird mit seinen Aussagen zum nicht-aufstiegsfähigen Kader in den Blick gerückt. Die Situation selbst war aber überhaupt nicht verändert. Alle – die sportliche Leitung, die Spieler und die Fans – wissen, ohne weiteren Stürmer wird es schwer. Das ist aber schon die ganze Zeit bekannt.

Es gab kein Ereignis nach dem Verhandlunsdesaster mit Markus Brzenska – das in großen Teilen ein Kommunikationsdesaster war -, das für sich genommen den zukünftigen Erfolg des MSV Duisburg wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher gemacht hätte und das der sportlichen Leitung anzulasten war. Der Strihavka-Wechsel scheiterte, Ben-Hatira-Verpflichtung wurde sehr unwahrscheinlich. Dafür geriet die Ausleihe von Caiuby Francisco da Silva in den Blick. Die sportliche Leitung machte also ihre Alltagsarbeit. Und da vertraut man entweder oder man vertraut nicht. Fakten werden nur durch Anwesenheit von Spielern geschaffen.

In den herkömmlichen Medien gilt, Seiten müssen gefüllt werden und immer das gleiche zu schreiben wird als uninteressant bewertet. Wie öffentliche Meinung sich verfestigt, wie also Texte der herkömmlichen Medien nun zusammenspielen mit den Texten von Lesern, die heute ebenfalls Sender oder einfacher Verfasser von Texten sein können, das lernen wir gerade erst. Die Popularphilophen der Vergangenheit hätten jedenfalls ihren großen Spaß an dem Geschehen heute, und wahrscheinlich stellten sie dann recht schnell auch fest, womöglich mit ein wenig Wehmut, neben Bildung und Verstand spielen die Emotionen beim Zustandekommen der öffentlichen Meinung keine kleine Rolle. Welche Chancen der MSV Duisburg zum Aufstieg hat, wird sich jedenfalls nicht schon jetzt endgültig entscheiden.


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