Signieren und quatschen – Samstag, ab 13 Uhr, Mayersche DU

Samstag bin ich ab 13 Uhr in Duisburgs Mayerschen Buchhandlung im Forum und signiere, was das Zeug hält. Kann auch länger werden. Wer weiß schon, was es alles zu bereden gibt. Das Ruhrgebiet, Duisburg und den MSV natürlich.

Als Schmankerl habe ich ältere Bücher im Gepäck, zum Teil nicht mehr lieferbar wie die 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss. Sonderpreis natürlich.

Und die Kollegin Halberschmidt hat vielleicht auch eine Stunde Zeit. Schauen wir mal. Wir sehen uns am Samstag.

Entspannt im Studio der Lokalzeit Duisburg

Im Grunde arbeiteten der MSV, ich und auch meine Kollegin Tina Halberschmidt seit dem letzten Herbst an einem ganz neuen Angebot für MSV-Fans. Dabei ging es im weitesten Sinn um etwas Transzendentes, Religiöses. Es ging um das ewige Leben. Wir schrieben zwei Bücher, mit denen wir uns unabhängig von den Aussichten des MSV in der Gegenwart machen wollten.

Sowohl die „Populären Irrtümer und anderen Wahrheiten“ über den MSV im unterhaltsamen Sachbuchsegment als auch die literarisch angelegte „MSV Duisburg Fußballfibel“ mit der Erzählung über ein Leben mit dem MSV in Duisburg setzten ein immer währendes Interesse am MSV Duisburg voraus; ein Interesse, das vom sportlichen Erfolg nicht beeinträchtigt wird, ewig ist und sich dem bedrohlichen Siechen und Sterben vom MSV in einer Liga widersetzt.

Noch braucht unsere Haltung Propheten und Missionare, noch zeigt sich, sportlicher Misserfolg verleidet vielen die Laune so sehr, dass die weitere Beschäftigung mit dem MSV nur alte Wunden wieder aufreißt. Ich kann das verstehen. In gewisser Weise ging es mir ähnlich bei der Berichterstattung über die Fußballfibel. Ein leichtes Gespräch über den MSV angesichts eines drohenden Abstiegs passte nicht.

So führte erst die Erleichterung über den Sieg gegen Freiburg zu jener Entspannung, die den Studiobesuch bei der Lokalzeit Duisburg möglich machte. Beim Dreh für den Beitrag 14 Tage vorher musste ich gerade die Niederlage gegen 1860 verdauen und die wieder real gewordene Abstiegsgefahr verdrängen. Kein angenehmer Zustand. Welch Unterschied zum Montag. Beitrag und Studiogespräch sind noch 5 Tage in der Mediathek online. Ab Minute 9.29, davor gibt es einen Spieltagsbericht ab Minute 6.50.

Ooh…oohooo..MSV….weiß und blau…geschafft

So ein Mensch, der ein Partykiller sein will, braucht schon ein dickes Fell. Diese Freiburger wollten tatsächlich noch in der letzten Spielminute ein Tor machen. Ich konnte das nicht fassen. Hörten die nicht, was auf den Rängen gesungen wurde? Das war hymnisch, was wir unfassbar laut sangen – die getragene Melodie….das lang gezogene oooo als tiefes Raunen, als eine Art „roar“; das MSV, kürzer, manchmal sogar wie knallend, das weiß und blau wieder getragener, feierlicher.

Diese Freiburger wagten es noch einmal in diese Stimmung hinein, unsere Erleichterung zu bedrohen. Das war irritierend. Anscheinend konnten wir es auf den Rängen nicht mehr erwarten, dass endlich diese Zitterei vorbei war. Wir begannen den Klassenerhalt emotional schon vorwegzunehmen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass dieser Support so anhaltend vernehmbar war. Den Support, den ich bislang nur in Spielsituationen gehört habe, in denen der MSV für den Tag sein Ziel erreicht. Vielleicht noch mal in ruhigen Spielphasen bei entspannten Spielen.

Wir schienen die Schnauze voll zu haben von diesem wirklichen Fußball. Wir wollten den ideellen Verein MSV Duisburg feiern, für den wir gekommen waren. Wir waren da. Wir waren präsent. Von so vielen Seiten hatte ich im Laufe der Woche genau diesen Appell gehört. Kommt! Schert euch nicht um die letzten Wochen. Spart euch die Kritik. Es geht um den Verein. Es geht um etwas Größeres als die schnöde eigene Enttäuschung.

Knapp 11.700 Zuschauer waren da und waren laut. Diese Zuschauer, wir alle wussten, worum es ging. Wir wollten so laut sein, als sei das Stadion ausverkauft. Der Zebratwist war die erste Ansage. Das MSV des Refrains knallte auf den Rasen wie schon Jahre nicht mehr. Das machte deutlich, wir werden unseren Part erledigen. Nun war es an den Spielern, sich auf diese Woge aufzuschwingen.

In den ersten zehn Minuten entschieden die Spieler des MSV und wir auf den Rängen gemeinsam dieses Spiel. Den Schalldruck verwandelten die Zebras in einen Pressingdruck, der die Freiburger in diesen wenigen Minuten überforderte. Deshalb geschah der Fehler. Zusammen haben wir diesen Abspielfehler beim Rückpass zum Torwart wahrscheinlicher gemacht. Ein Stoppelkamp-Tor, wie es typischer für ihn beim MSV nicht sein kann – diese Mischung aus Spekulation im freien Raum, instikthaftem Zug zum Tor und Coolness im Abschluss.

Ab der 30. Minute ungefähr hatten die Freiburger das Mittelfeld unter Kontrolle. Was natürlich nicht reicht, um ein Tor zu erzielen. Dazu fehlte in Strafraumnähe jene spielerische Überlegenheit, die die Kurzpass-Sicherheit im Mittelfeld andeutete. Mir reichte diese technische Überlegenheit, um für den Rest des Spiels zu zittern. Ich vertraute unserer Defensive keinen Augenblick. Ich war das gebrannte Kind, das bei einem Freiburger Ball etwa 20 Meter vor dem Tor den entscheindenden Stellungsfehler in unserer Defensive schon als geschehen sah. Ich schrie vor Entsetzten bei drei, vier Flanken auf, die fürs erste geklärt sofort wieder bei den Freiburgern landeten. Solche Bälle waren in früheren Spielen irgendwann auch ins Tor gegangen. Doch der Ausgleich fiel nicht. Meine Nervosität hielt an.

Die Zebras kämpften im gesamten Spiel um jeden Ball. Es wurde gegrätscht und nachgegangen. Eine kleine Schwächeperiode gab es zwischen 50. und 60. Minute in meiner Erinnerung. Von da an feierten wir jedes kurze Aufhalten eines Freiburger Angriffs bei uns. Jeder weggeschlagene Ball war uns einen Jubel wert. Die langen Bälle der Zebras ergaben dennoch ein paar winzige Chancen. Die Abschlüsse waren eher mäßig. Am meisten sorgte mich, diese Ruhe der Freiburger. Die spielten ihre Kombinationen herunter, als ob sie sicher wären, irgendwann seien die Zebras zermürbt und der Ausgleich werde noch fallen.

Deshalb beruhigte mich das hymnische Singen in den letzten Minuten. Es lenkte ab und nahm die Erleichterung ein wenig vorweg. Deshalb verwandelte sich meine Unruhe auch in empörende Ungläubigkeit. Ich fasste es nicht, dass diese Freiburger tatsächlich noch einmal den Ball in den Strafraum schlugen und dort eine zunächst unübersehbare Situation schufen. Den Freiburgern machte es tatsächlich nichts aus, Partykiller zu sein. Die hatten nicht den Anstand, sich an deren Klassenerhalt bei uns in den 90ern zu erinnern. Damals hatten sie einen Sieg nötig. Den haben sie geschafft, und der MSV hat sich in in meiner Erinnerung nicht sehr dagegen gewehrt. Nichts davon gestern. Das hymnische Singen nur senkte meinen Blutdruck etwas. Bis der Schlusspfiff uns erlöste.

Was für eine Erleichterung. Was für ein Zittern und Bangen. Noch einmal in diesem Spiel. Mit einer ersten Halbzeit, die mir lang wie ein ganzes Spiel vorkam. Mit einem Stadion, in dem mit uns auf den Rängen auch der Geist von sämtlichen MSV-Fans aller Zeiten anwesend war. Das war der MSV an diesem Tag. Die Spieler auf dem Rasen, wir auf den Rängen lebten an diesem Tag etwas, was sich nicht durch einen 1:0-Sieg und drei Punkten ausdrückt. Wir lebten eine Idee, ein Ideal unseres Fußballs, das über den Tag hinaus weist. Du bist es schon immer gewesen. Nur der MSV.

Der gute Tag oder Als Ralph Siegel vom Trainerwechsel erfuhr

Heute ist ein guter Tag.
Alles sieht so anders aus.
Alles macht so großen Spaß.
Neuer Mensch im alten Haus.

Gestern sah ich nur die Wolken.
Heute ist der Himmel blau.
Gute Laune, Zuversicht,
selbst wenn ich auf Samstag schau.

Wocheneinkauf, Stadion.
Keine Zeit, um das zu schreiben,
was am Tag gefordert ist.
Trotzdem lass‘ ich Sorgen bleiben.

Heute ist ein guter Tag.
Neuer Mann im alten Haus.
Ob’s auch verändert, was geschieht,
macht dem Spaß am Tag nichts aus.

Darum geht es – Samstag! Stadion! Da sein!

Heute morgen baue ich nur noch auf Vincent Vermeij und auf den SV Meppen. Auf die Emsländer allerdings ohne große Überzeugung angesichts der überschaubaren Leistungen in deren letzten Spielen. Da erwarte ich von Vermeijs alter Verbundenheit zum MSV mehr, eine unbewusst wirkende Mitmenschlichkeit, die zu spielentscheidenden Fehlern führen könnte. Am Samstag werde ich dann wieder beim Anpfiff auch von der Mannschaft Präsenz erwarten. Heute morgen erwarte ich nichts nach dem für die Saison klassischen Verlauf im Spiel gegen Waldhof Mannheim gestern: Frühes Gegentor. Spiel entschieden. Einzige Sorge, meist etwa 80 Minuten lang, wie hoch wird dieses Mal die Niederlage?

Einen Tabellenrechner muss sich eine Mannschaft verdienen. Ich habe mich geirrt, als ich ihn in dieser Saison angeschmissen habe. Der Tabellenrechner war eine Farce. Vergesst Tabellenrechner. Was für ein naives Stochern in der Zukunft. Diese Mannschaft entfernt mich mal wieder vom MSV! Heute morgen.

Aber! Bis Samstag ist noch Zeit. Gegen Freiburg bin ich im Stadion und es liegt an mir, wie ich auf meinem Platz in der Kurve stehe. Es liegt an mir, ob ich an Spieler denke oder an einen MSV, dessen Spiele ich seit 50 Jahre sehe. Deshalb: Vergesst die Leistung der Spieler. Vergesst euren Ärger. Vergesst euren Frust. Ihr habt bis Samstag noch vier Tage Zeit.

Es geht nur um den MSV mit seiner Geschichte am Samstag. Es geht um den Verein. Um das Aufhalten eines Niedergangs. Es geht um den Stopp auf diesem tiefem Niveau der Saison. Es geht um die Hoffnung, an der tiefsten Stelle der Entwicklickung angekommen zu sein – im Wissen da unten ginge es immer weiter.

Es geht darum, am Samstag den eigenen Ärger zu vergessen und auf den Rängen da zu sein. Es geht um Support, der die Wahrscheinlichkeit der Niederlage gegen Freiburg immer kleiner machen wird. Es geht in diesem Spiel um den einen nötigen Sieg, der den Abstieg verhindert. Es geht darum, bei Spielern Kräfte zu wecken, die sie uns bislang nicht gezeigt haben.

Es geht um Selbstlosigkeit auf den Rängen, weil wir davon absehen müssen, den Verursachern unseres Ärgers und unserer Sorgen zu zeigen, welcher Frust sich in uns angesammelt hat. Es geht darum, dass wir auch auf den Rängen die Nerven behalten und Kräfte bündeln.

Es geht darum, diese Mannschaft zum Sieg zu schreien. Es geht darum das Versagen der letzten Tage für diesen Samstag zu vergessen. Einen Sieg gegen Freiburg. Darum geht es. Auch wir auf den Rängen können noch etwas versuchen. So schwer dieser Gedanke am Morgen nach der Niederlage gegen Waldhof auch fällt.

Es geht um die Zuversicht, dass am Samstag alles möglich ist. Es geht darum, diese Zuversicht wieder zu finden. Ich fange jetzt an. Macht mit. Wir sehen uns am Samstag in einem hoffentlichen vollen Stadion.

Ausgerechnet der Vermeij

Falls die Zebras heute doch verlieren,
was so unwahrscheinlich ja nicht ist.
brauche ich noch einen Hoffnungsschimmer.

Denn beim Heimspiel nächsten Samstag
gegen Freiburg wird es wieder schwer.
Dort hat momentan Vermeij ’nen Lauf.

Nach Belieben macht er seine Tore.
Ausgerechnet werden alle sagen,
wenn beim Ex-Verein das auch geschieht.

Ausgerechnet Vincent. Gegen alte
Kumpel, die ihm halfen anzukommen
in der deutschen Fußballwirklichkeit.

Selbstverständlich hat er noch in Duisburg
einige Kontakte und er wünscht den
Zebras, dass sie in der Liga bleiben

Ausgerechnet wird es dennoch heißen,
weil er seine Kopfballstärke zeigt.
Schussgleich fliegen Bälle Richtung Tor.

Gibt es einen Eckball für den Gegner,
steht er schließlich groß im eigenen Strafraum,
um die Defensive zu verstärken.

Kopfball, Tor und alte Freundschaft pflegen.
Ausgerechnet! Passt beim Selbsttor auch.
Ewig ist die Hoffnung. Manchmal seltsam.

Wo der MSV mir weiter große Freude macht

Vielleicht sollte ich den wirklichen MSV allmählich gegen den MSV in meinen Büchern und in diesem Blog hier eintauschen. Dieser MSV aus Worten macht mir doch seit geraumer Zeit anhaltender Freude als der des wirklichen Fußballs. Nicht nur dass die MSV Duisburg Fußballfibel morgen dem Wochen-Anzeiger in Duisburg die Titelgeschichte wert ist.

Weil sie heute schon online zu lesen ist, kam ich überhaupt auf die Idee. Denn es gibt eine kleine Fotogalerie dort, und Reiner Terhorst, der Journalist des Wochen-Anzeigers, hat mich mit der Unterzeile des Fotos nebenan zum Träumen gebracht. Das Foto habe ich in der letzten Aufstiegssaison des MSV aufgenommen beim Auswärtsspiel gegen die zweite Mannschaft von Werder. Und bei dem Wort Weserstadion in der Unterzeile entstand in mir eine ganz andere Geschichte der Vergangenheit. Die Fantansie kennt keine Grenzen.

Damit es einfacher für euch ist, zitiere ich den den entscheidenden Satz:

Hier blickt Ralf Koss am Bremer Hauptbahnhof in die Linse, bevor es ins Weserstadion geht.

Ich weiß es noch wie heute. Ich traf mich mit den Hamburger MSV-Auswärtsfreunden am Bahnhof. Wir gingen zu Fuß, erst durch die Stadt, dann an der Weser entlang, bis wir das große Stadion vor uns sahen und es uns wie selbstverständlich schien, dorthin abzubiegen. Die volle Gästekurve im Weserstadion erinnerte uns an das legendäre 5:1, als Ewald Lienens Aufsteiger-Mannschaft die Liga aufmischte. Und nun war der MSV wieder da. Klingt gut, müsst ihr zugeben. Wahrscheinlich versteht ihr jetzt, warum ich bei einem MSV mit Worten gerade deutlich besser klar komme als mit einem MSV der Wirklichkeit.

Falls ihr auch probieren wollt, die Fußballgegenwart des MSV mit einem erfreulicheren Erlebnis zu überbrücken, habe ich da einen Vorschlag. Der Beifall der bisherigen Leserinnen und Leser sagt mir, dass dieser Vorschlag kein leeres Versprechen ist. Leseproben gibt es einmal hier und einmal da.

Ralf Koss alias Kees Jaratz
MSV Duisburg. Fußballfibel
Taschenbuch, ‏ 170 Seiten
ISBN: ‎ 978-3730817926
€ 13,99

Die Illusion vom Trost

Die Illusion vom Trost

Nach dieser hohen Niederlage
hielt ich für Trost, im nächsten Spiel
wird München nicht ein Gegner sein.
nicht Kaiserslautern, Magdeburg.
Auch Osnabrück wird nie dreimal
um Punkte gegen Zebras spielen.
Vergaß dabei nur Niederrhein,
und den Pokal und SV Straelen.
Der Gegner, eine Liga tiefer,
lässt uns für meinen Irrtum zahlen.
Zu sicher war ich meinem Trost,
so blind für Wahrheit dieser Zeit.
Es wiederholt sich das, was war,
die Mannschaft, ohne Kraft, wie tot,
ein drittes Aus im dritten Jahr.
Ein Spiel im Niederrheinpokal
für MSV-Fans eine Qual.
Nein – Osnabrück war nicht der Gegner
auch ‚lautern nicht und Magdeburg,
von München ganz zu schweigen.
Die Zebras können auch in Straelen
am Niederrhein ein Spiel vergeigen.


Weiterhin vier drüber! – Soll und Haben im Tabellenrechner. 35. Spieltag

Mit der Niederlage gegen 1860 München lässt sich das Wirken meines Tabellenrechners auf Abstiegssorgen gut erklären. Eine Niederlage hatte ich einkalkuliert. Deshalb kann ich mit dem Abstand von zwei Tagen kühl auf das Ergebnis schauen. Der MSV hat immer noch vier Punkte mehr, als ich ihm zugestanden hatte. Was sich durch den Sieg der Verler auch als notwendige Investition in die Zukunft erweist. Allerdings bleiben die Berliner nun schon zwei Punkte unter meiner Prognose, und sie haben nur noch zwei statt drei Spiele wie der MSV, um Punkte zu holen. Falls die Berliner beide Spiele gewinnen, braucht der MSV noch einen Sieg, um sicher drin zu bleiben. Spielen sie nur einmal Unentschieden – was ich für wahrscheinlich halte – , reicht dem MSV ebenfalls ein Unentschieden aus den letzten drei Spielen.

So viel zum Klassenerhalt, dem ich zuversichtlich entgegen sehe. Dennoch kommt keine Freude auf, weil das 0:6-Debakel gegen München mich ratlos zurück lässt. Damit bin ich nicht alleine. Welche Perspektive kann dieser Kader in der nächsten Saison haben? 17 Spieler bleiben. Am Sonntag haben wir bei uns in der Ecke verzweifelt hoffnungsvolle Überlegungen zusammengekratzt. Ich erzählte etwa von all den Gruppen der Schüler und Jugendlichen, denen ich in meinen Kulturprojekten über die Jahre begegnet bin. Manchmal war es dann nur ein einziger Schüler oder eine einzige Schülerin, die die Gruppendynamik derart beeinflusste, dass das Leistungsniveau insgesamt sich veränderte. Manchmal reichte es, wenn einer ging oder jemand neues kam. Beim Schreiben von Texten verändert die minimale Kaderzusammensetzung das Gruppenergebnis also auf jeden Fall. Ob beim Fußball auch? Am Sonntag blieb dieser Gedanke meine winzige Hoffnung.

Und nun zum aktualisierten Stand im Tabellenrechner:
Vor der Klammer stehen die aktuell erreichten Punkte. In der Klammer stehen prognostizierte Platzierung und Punkte am Ende der Saison. Hinter der Klammer steht jene Punktezahl, die bislang von meiner Prognose abweicht und die mit der weiteren Prognose sich dann ergebende Platzierung.

  • 13. Hallescher FC 38 (10. mit 46 P) – 4; 12. mit 42
  • 14. Viktoria Köln 38 (15. mit 39 P) +/- 0; 15. mit 39
  • 15. MSV Duisburg 38 (16. mit 36 P) +4; 14. mit 40
  • 16. Viktoria Berlin 34 (14. mit 40 P) – 2; 16. mit 38
  • 17. Verl 33 (17. mit 34 P) + 2; 17. mit 36
  • 18. Würzburg 27 (18. mit 26 P) +3; 18. mit 29
  • 19. Havelse 23 (19. mit 21 P) + 2; 19. mit 23
  • 20. Türkgücü 0 ohne Wertung

Meine Prognose für den nächsten Spieltag

Spieltagslyrik – Die Klage und Der Trost

Es ist schon lange her, dass die Menschen in Gedichten vornehmlich Erbauliches suchten. Doch der Fußball hinkt der alltäglichen Kultur ja auch an anderer Stelle hinterher. Deshalb passen die zwei erbaulichen Gedichte zur Stimmung nach der hohen Niederlage gegen den TSV 1860 München.

Die Klage

Das nächste Spiel ist zwar das schwerste,
was läuft, versaut uns aber doch die Laune.
Der Klassenunterschied in einer Liga
weckt einmal noch das Abstiegsangstgeraune.
In jeder Hinsicht waren sie zu langsam,
Sie standen falsch und liefen hinterher.
Sogar ein siebtes Gegentor zu fürchten,
macht auch ein Spiel von heute mehr als schwer.

Der Trost

Das nächste Spiel ist zwar das schwerste,
doch heißt der Gegner dann nicht München,
nicht Kaiserlautern oder Magdeburg.
Auch Osnabrück wird uns nicht hoch besiegen.
Kein Abstieg, das verheißt das Restprogramm,
bekräftigt mit dem Blick auf and’re Plätze,
Denn selbst bei viel zu vielen Gegentoren,
ein Unentschieden noch, das reicht. Ich schätze!






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