Meidericher Kanon des literarischen Fußballs

Schaute man um die Jahrtausendwende auf die Literaturwissenschaft gab dort bereits einen kleinen Kanon des literarischen Fußballs. Man redete über die immer gleichen literarischen Werke, meist mit einem resignativen Unterton und dem abschließenden Urteil, dass das Spiel selbst noch nicht wirklich zum Gegenstand gelungener Literatur geworden sei. Vielmehr würde es gedeutet und zu parodistischen Zwecken genutzt.

Ob das inzwischen anders geworden ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, es weitaus mehr Literatur, die nicht das Interesse der Wissenschaft weckt und dennoch dem Anspruch von gelungener literarischer Bearbeitung des Themas Fußball genügt. Ich habe nicht genügend Zeit, den Kanon den erscheinenden Werken gemäß zu erweitern.

Aber ich möchte, wann immer es geht, zu den jeweiligen Werken etwas schreiben. Die Liste folgt dem Zufall und keinem Wertungsprinzip – mit einer Ausnahme: „Elf Freunde müsst ihr sein …“ ist Richtschnur und Maßstab, weil sich mit diesem Kinderroman im gewählten Genre ein Beispiel für perfekt gestaltete Literatur findet.

Die jeweilige Verlinkung führt zu meinen Texten über die entsprechende Fußballliteratur.

Prosa

  1. Sammy Drechsel: Elf Freunde müßt ihr sein …, 1955
  2. Richard Hoyt: Spielen und Töten. Rowohlt Verlag, Reinbek 1994. (OT: Red Card, 1994)
  3. Petros Markaris: Nachtfalter, Diogenes Verlag, Zürich 2001. (OT: Amyna Zonis, 1998)
  4. Manuel Vázquez Montalbán: Schuss aus dem Hinterhalt, Rowohlt Verlag, Reinbek 1990.  (OT: El Delantero centro fue asesinado, 1988)
  5. Kurt Lanthaler: Grobes Foul. Haymon-Verlag, Innsbruck 1993. 280 Seiten. Veröffentlicht als Diogenes Taschenbuch: Diogenes Verlag, Zürich 2000
  6. Péter Esterházy: Keine Kunst. Aus dem Ungarischen von Terézia Mora. Berlin Verlag, Berlin 2009. (OT: Semmi müvészet, 2008)
  7. Ror Wolf:  Das nächste Spiel ist immer das schwerste, 1982
  8. Thomas Brussig: Leben bis Männer, 2001
  9. Nick Hornby: Ballfieber, 1996 (Fever Pitch, 1992)
  10. Thomas Brussig: Schiedsrichter Fertig, 2007
  11. Dan Kavanagh: Abblocken, 1987 (Putting the boot in, 1985)
  12. Péter Esterházy: Deutschlandreise im Strafraum, 2006
  13. Erich Loest: Der elfte Mann, 1969
  14. Dominique Manotti: Abpfiff. Aus dem Franzöischen von Andrea Stephani. 2015 (OT: Kop, 1998)
  15. Philip Kerr: Wintertransfer. Aus dem Englischen von Axel Merz. (OT: January Window, 2014) Tropen Verlag, Berlin 2015

Kurzgeschichten

  1. Ralf Rothmann: Erleuchtung durch Fußball. In: Ralf Rothmann: Eiin Winter unter Hirschen, Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag 2001, S. 59-75.

Lyrisches

  1. Eckhard Henscheid: Hymne auf Bum Kun Cha, 1987

Originäres aus der eigenen Werkstatt

Meine Fußballgedichte gibt es mit einem Klick weiter bei Das ist Fußballlyrik! 
Ein Leben lang – Die Kurzgeschichte steht im Blog online.
Mit wem hälze beim Fußball  – Die Anfang der 90er Jahre entstandene Glosse ebenfalls.

Sekundäres

Yvette Sánchez: Elf Spieler suchen einen Autor. Vortrag im Rahmen des Themenschwerpunktes Fußball am Ibero-Amerikanischen Institut, Berlin,
18. Mai 2006.


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