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17 Anmerkungen zum Spiel des MSV gegen Kiel, die die Welt noch nicht gelesen hat

  1. Der MSV ist ein Traditionsverein auch deswegen, weil die Ergebnisse der Zebras nach alten Anhängerregeln vorhersagbar sind. Noch unsere Urenkel werden sich an den von Generationen geprüften blau-weiß-gestreiften Fußballwahrheiten erfreuen. So wussten die meisten von uns vor dem Spiel: Lockt ein Sprung in der Tabelle, folgt die Niederlage auf der Stelle. Aber auch Regen an Siebenschläfer ändert nichts daran, dass wir auf Sonnenschein im Sommer hoffen.
  2. Unser Gedächtnis funktioniert nicht als Archiv von unveränderbaren Fakten. Jedes Erinnern birgt zugleich die Möglichkeit zur Veränderung des Erinnerten. Wenn ich die 0:4-Heimniederlage gegen Holstein Kiel mit Worten wiederhole, könnte ich sie so erzählen, dass ich die Niederlage viel angenehmer im Gedächtnis behalte, als ich sie gestern erlebt habe. Noch weiß ich nicht, wie mir das gelingen soll.
  3. Anders ist es mit meiner Laune, die ich nicht von meinen Erinnerungen abhängig mache. Schon im Stadionbus habe ich mir einen 5:1-Auswärtsieg gegen Heidenheim vorgestellt. Ich hatte sogleich bessere Laune.
  4. In der ersten halben Stunde des Spiels haben wir über die Gedankenschnelligkeit und Spieltempo der Zebras gestaunt. Die Mannschaft wollte ein Tempo aufnehmen, dass wir im Duisburger Stadion fast immer nur von den anderen Mannschaften sehen. Die Niederlage erklärt vielleicht warum.
  5. Das frühe, sehr hohe Pressen mit mindestens drei Spielern bereitete den Kielern Schwierigkeiten bei ihrem üblichen Spielaufbau. Ich sah zugleich den riesigen Raum in der Hälfte des MSV, der zwangsläufig entstehen musste und fürchtete jeden Ball in der Nähe der Mittellinie. Doch der MSV beruhigte mich. Ich vertraute der Mannschaft immer mehr.
  6. Trotz schnellem Kombinationsspiel, trotz schnellem Umschalten, trotz Erobern zweiter Bälle kam der MSV nicht zu wirklich gefährlichen Torchancen.
  7. Ich rege mich nicht über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff auf. Ich glaube nicht, dass das Spiel ein anderes geworden wäre, wenn der MSV mit einem Tor durch den Elfmeter in Führung gegangen wäre. Ich glaube deshalb nicht daran, weil die Kieler sehr viel mehr auf ihr Spiel vertraut haben als es dem MSV möglich war. Die Kieler hätten ihr Spiel unabhängig von diesem Gegentor weiter spielen können. Ein Gegentor hätte nichts an dem Bemühen der Kieler verändert, zu ihren Automatismen zu finden.
  8. Es war klar, der MSV wird nicht die Kraft besitzen, das hohe Pressen auch in der zweiten Halbzeit zu spielen. Wie sollte es weiter gehen?
  9. Der MSV lag für mich schon zum Ende der ersten Halbzeit einmal für kurze Zeit im Rückstand. Ein rasend schneller Konter der Kieler, ein freier Schuss, der Ball hätte im Tor sein müssen.
  10. Dennoch erfreuten wir uns noch in der Halbzeitpause an einem guten Zweitligaspiel. Wir freuten uns über einen MSV, der beim Kieler Tempo mithalten konnte. Wir machten uns keine Gedanken über die zweite Halbzeit. Keine. Das war auch gut so. Das Leben im Moment macht zufrieden.
  11. Das zufriedene Gefühl der Halbzeitpause wich nach dem Wiederanpfiff dem Abwarten. Beide Mannschaften begannen zurückhaltender. Es schien so, als ob alle Spieler nun allmählich dachten, um Fehler, also ein Gegentor, zu korrigieren, bleibt immer weniger Zeit.
  12. Dem reibungslos ablaufenden Kieler Konter nach eigenem Freistoß war das Tor schon kurz nach der Mittellinie anzusehen. Im Konter selbst barg sich für mich schon das Bild des Tores, das ich am Ende nur noch bestätigend akzeptieren musste.
  13. Das Tor der Kieler ließ alle Dämme in der MSV-Defensive brechen. Schon beim nächsten Angriff herrschte ein heilloses Durcheinander bei den Spielern und nur im letzten Moment konnte das 0:2 verhindert werden. Es sah so aus, als könne das Spiel mit vielen Toren enden, und keines dieser Tore werde der MSV erzielen.
  14. In der Offensive gelang dem MSV nichts mehr.
  15. Ich gehe nicht vor dem Schlusspfiff, auch wenn der MSV chancenlos ist und der Gegner immer weiter Tore schießen möchte.
  16. Vier Gegentore in einer Halbzeit bleiben nur dann stimmungstötend, wenn einem für einen 5:1-Sieg in Heidenheim die Fantasie fehlt.
  17. Bier auf dem Weihnachtsmarkt statt Glühwein hilft bei der Stimmungsaufhellung übrigens auch.
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Adventskalender meiner kurzen Nebensächlichkeiten – 3. Türchen

Im Januar 2010 wurde das Duisburger Stadion im Spiel gegen den FSV Frankfurt zur Wellness-Oase. So kam es mir im Spielbericht damals jedenfalls vor. Alle – mit Ausnahme der Frankfurter – fühlten sich nach und nach immer wohler. Anders konnte ich es mir nicht erklären, dass der Linienrichter ein Bonus-Geschenk verteilte. Er schenkte Christian Tiffert und dem MSV das Tor zum 5:0-Endstand im Spiel. Tiffert hatte die Latte getroffen und der Ball war weit ins Feld zurück gesprungen. Dass ein youtube-Clip rund um den MSV sechsstellige Klickzahlen erreicht, gibt es zudem auch eher selten.

 

 

Adventskalender meiner kurzen Nebensächlichkeiten – 2. Türchen

1976 kniete der damals 25-jährige Stümer des MSV Duisburg Klaus Thies am Spielfeldrand des Wedaustadions. Der Stürmer war einer von vielen Duisburgern, die sich in der Position von einem der bekanntesten Kunstwerke des Meidericher Bildhauers Wilhelm Lehmbruck fotografieren ließen. „An der Knieenden kommt vorbei“ hieß die Werbekampagne des Lehmbruck Museums seinerzeit. Klaus Thies kam leider im Pokalfinale 1975 nach einem langen Sololauf mit seinem Schussversuch auch nicht am Frankfurter Torwart vorbei. Es wäre der Führungstreffer gewesen.

Adventskalender meiner kurzen Nebensächlichkeiten – 1. Türchen

Wider besseren Wissens hatte ich in der Saison 1998/99 noch zum Ende der Saison immer die große Hoffnung auf Tore zum Sieg und überraschende Spielaktionen, wenn Erik Bo Andersen eingewechselt wurde. In der Startelf stand er schon längst nicht mehr. Meine Hoffnung ergab sich aus einer Ablösesumme von einer Millionen D-Mark, für die der Däne zu Beginn der Saison vom dänischen Verein Odense BK verpflichtet worden war – sehr viel Geld für den MSV damals. Ich wollte einfach nicht glauben, dass ein Stürmer so viel Geld kostete, kaum das Tor traf und auch sonst nicht gut spielte. Waren sechs Einsätze in der dänische Nationalmannschaft zwei Jahre zuvor nicht auch ein Hinweis, dass Andersen anders spielen könnte? Eine Saison hatte er bei den Glasgow Rangers verbracht. Den Glasgow Rangers! Also hoffte ich weiter bis zum Saisonabschluss. In der Folgesaison ward er nicht mehr gesehen.

Der Blick zurück – Duisburger Fußballstadtmeisterschaft 1946

Der Fußball organisierte sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs recht schnell wieder und half dabei, Normalität des Alltags in den Besatzungszonen wieder herzustellen. Der sportliche Wettbewerb konnte diesen beginnenden Alltag rhythmisieren. So wurde in Duisburg schon für die Saison 1945/1946 ein Stadtmeister ausgespielt.

Auf der der Historie des Duisburger Spielvereins gewidmeten Seite im Netz finden sich grundlegende Informationen zu dem Wettbewerb und Bemerkungen zu dem Finale, das in Hin- und Rückspiel im Mai 1946 zwischen dem Meidericher Spielverein und dem Duisburger Spielverein ausgetragen wurde.

Beide Vereine qualifizierten sich über Gruppenpiele für das Finale. Die Ruhr bildete dabei die Grenze für eine Süd- und Nordgruppe, in die die teilnehmenden Fußballvereine Duisburgs eingeteilt wurden. Im Süden spielten Duisburger SV, VfL Hüttenheim, TuS Duisburg 48/99, VfL Wedau, Duisburger FV 08, Duisburger SC 1900, Kaßlerfelder BC, TuRa 88 Duisburg, SV Wanheim 1900, SV Neuenkamp, Viktoria Buchholz und DSC Blau-Weiß 01.

Im Norden starteten Meidericher SV, SV Hamborn 07, SV Union Hamborn, SV Beeckerwerth, VfVB Ruhrort/Laar, SV Westende Hamborn, Gelb-Weiß Hamborn, Sportfreunde Hamborn 20, SV Laar 21, SV Hamborn 90, Grün-Weiß Beeck und Schwarz-Weiß Hamborn.

Das Hinspiel des Finales gewann der Meidericher SV mit 5:1 vor 12.000 Zuschauern an der Westender Straße. Der Sieg fiel laut vom DSV-Historiker zitierten Beobachter zu hoch aus: „Während dem Gegner einfach alles glückte, gelang unserer Mannschaft gar nichts. Wenn Meiderich auch besser war, so ist das Resultat viel zu hoch. 1:2 oder 2:3 wäre gerechtfertigt gewesen.“ Das Rückspiel gewann der DSV mit 1:0. Durch das bessere Torverhältnis war der Meidericher SV der erste Stadtmeister Duisburgs nach dem Zweiten Weltkrieg.

Man beachte die Ehrenpreise, Ölgemälde einer Industrielandschaft, die wertvoll (!) gewesen sind. Die Zeitungsauschnitte habe ich ohne Quellenangabe und Veröffentlichungsdatum erhalten.

Mit der Anmeldung beim FC-Innenhafen-Kickerturnier das MSV-NLZ unterstützen

Am 27. Januar 2019, einem Sonntag, veranstaltet der MSV-Fanclub Innenhafen zum zweiten Mal sein Kickerturnier für Fans. 40 Zweier-Mannschaften werden am Innenhafen im Atrium der Volksbank Rhein-Ruhr den Sieger ausspielen. Neben den selbstverständlichen Pokalen gibt es Sachpreise, seien es Logen-, Business- und Sitzplatzkarten zu einem Heimspiel des MSV Duisburg, MSV-Trikots sowie Wellness-Gutscheine. Turnierbeginn ist um 13 Uhr. Gegen 17 Uhr wird das Finalspiel beendet sein.

Ein Team besteht aus mindestens zwei und maximal vier Spielern. Gespielt wird in 8 Gruppen zu 5 Mannschaften im Turnier-Modus. Die ersten beiden Mannschaften je Gruppe ziehen in die Finalrunde ein.

Startplätze sind noch frei.

Die Startgebühr pro Team beträgt 40 Euro. Bei Firmenmannschaften erwartet der gemeinnützige Fanclub eine zusätzliche Spende von 200 Euro. Hierfür erhalten die Unternehmen selbstverständlich eine Spendenquittung.

Der Erlös der Veranstaltung wird dem MSV-Nachwuchsleistungszentrum gespendet.

Alle weiteren Infos und das Anmeldeformular findet Ihr mit einem Klick auf der Seite des Fanclub Innenhafen.

Radiogespräch mit Helmut Hahues beim Bürgerfunk Moers und Weihnachtsgeschenke

Neulich bekam ich eine E-Mail mit dem Betreff: „Zebrastreifenblog! Sie sind so verführerisch. Sie“. Man kann von Spam-Mails halten, was man will, aber manchmal machen sie mit einfachen Mitteln gute Laune. So eine gute Laune hatte ich auch nach meinem Gespräch mit Helmut Hahues vom Bürgerfunk Moers an jenem Samstag, als der MSV gegen Paderborn gespielt hat. Es war mein persönliches Vorprogramm zu dem Heimspiel, wie auf dem Foto unten leicht zu erkennen ist. Gutes Gespräch, gutes Spiel: Der Heimsieg folgte als Hauptprogramm.

Am 11. November wurde das Gespräch dann gesendet, bei dem uns wir zunächst über meine Fußballbuchprojekte unterhalten haben, über 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss und über Mehr als Fußball. Anschließend kamen wir auf die Geschichte des Ruhrgebiets zu sprechen. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit einen Text aus 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen zu lesen, den Text über die „Zeche Friedrich Heinrich“ in Kamp-Lintfort, ab Minute 12.35.

Und was die Bücher angeht, bleibt noch das Stichwort Weihnachtsgeschenke. Die Fußballorte im Ruhrgebiete gibt es zusammen mit Mehr als Fußball für 20 Euro statt früher knapp 30 Euro. Die Fußballorte alleine kosten 8,90 Euro statt früher 14,95 Euro. Mehr als Fußball alleine kostet 14,90 Euro. Einfach oben klicken und bestellen. Wenn ihr in Duisburg oder näherer Umgebung wohnt, bringe ich die Bücher auf meinen Wegen durch die Stadt vorbei, sonst kommt Versand noch hinzu.

Und wer die gesamte Sendung einschließlich Zebratwist und anderer Musik hören möchte, der kann das über NRWision machen.


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