Auch bei Chancengleichheit keine Chance für RWE im Elfmeterschießen

Kaum gewinnt der MSV Duisburg mal ein Halbfinale des Niederrheinpokals im Elfmeterschießen, schon kommt es bei Zeit online zwei Tage später zur Gerechtigkeitsdebatte. “Elfmeterschießen ist unfair!” nennt Christian Hesse seinen Beitrag im Mathe-Blog. Leicht nachvollziehbar belegt er seine Aussage mit der Mathematik. Unfair ist das Elfmeterschießen, weil die beginnende Mannschaft laut Statistik einen Vorteil hat. Sie gewinnt in 60 Prozent aller Fälle. Dieser Vorteil ließe sich durch eine andere Abfolge der antretenden Elfmeterschützen zusammen mit der notwendig höheren Anzahl der geschossenen Elfmeter ausgleichen. Rot-Weiss Essen hätte selbst diese gerechtere Form des Elfmeterschießens nicht geholfen. Die Mannschaft war zu nah am Sieg gewesen. Die Spieler schleppten die Enttäuschung des Ausgleichs als zusätzliche Last mit sich, als sie zum Elfmeter antraten. Für Rot-Weiss Essen war dieses Elfmeterschießen fair genug.

 

 

 

Das gleiche Spiel wie neulich – nur dieses Mal mit Niederlage

Zwei Tage nach der 2:0-Niederlage des MSV Duisburg gegen die Stuttgarter Kickers mache ich es kurz. Dieses Spiel war nicht schlechter als die letzten Spiele, und wir sehen, solche Spiele kann die Mannschaft auch verlieren. Letzte Woche etwa hatte eine Chance zum Führungstor selbst VfB Stuttgart II, und wenn der MSV Duisburg in der 3. Liga in Rückstand gerät, wird es schwer für die Zebras gegen einen sich noch weiter zurückziehenden Gegner.

Bis zum Führungstor der Stuttgarter Kickers war nicht absehbar, wie das Spiel enden könnte. Auch dieses Spiel hätte der MSV Duisburg vielleicht gewinnen können. Alles ist immer möglich in dieser 3. Liga mit ihrem breiten Mittelfeld von 5. bis 14. Tabellenplatz. Das hängt von Glück und Fehlern ab, die nur manchmal genutzt werden. Deshalb lässt in dieser Liga ein Verteidiger, der im Strafraum überspielt wurde, den Stürmer besser laufen und zupft ihm nicht am Trikot. Die Wahrscheinlichkeit des Elfmeterpfiffs ist ungleich größer als die des erzielten Tores durch die Spielaktion. Markus Bollmann hat einmal gehalten und anschließend noch gezupft. Der Elfmeterpfiff kam und der ruhende Ball war einfacher zu verwandeln als jeder Pass in die Mitte.

Die Mannschaft brachte den Rückstand von einem Tor in die Pause. Die große Chance zum Ausgleich hatte in der 44. Minute Patrick Zoundi vergeben, der mit einem steilen Pass in die Schnittstelle der Verteidigung schön frei gespielt worden war. Die Bemühungen um den Ausgleich setzte die Mannschaft in der zweiten Halbzeit fort. Man kann den Spielern den Willen nicht absprechen. Ab durch die Mitte hieß aber meist die Devise. Dort standen die Verteidiger eng und ließen weder Torgefahr durch Schüsse zu noch durch das versuchte Kurzpassspiel. Die frei stehenden Flügelspieler des MSV wurden meist nicht ins Spiel eingebunden.

Zur Halbzeitpause erst waren Kingsley Onuegbu und Pierre De Wit eingewechselt worden. Beide hatten Pausen gebraucht aus unterschiedlichen Gründen. Für Pierre De Wit waren die anstrengenden Spiele der letzten Woche wegen seiner langen Verletzungskarriere eine besondere Belastung, und der King wirkt schon etwas länger so, als befände er sich im Formtief. Andererseits war zu sehen, selbst ein Kingsley Onuegbu im Formtief ist in diesem Offensivspiel der Zebras als Anspielstation nötig.

Trotz der Versuche des MSV nach vorne zu spielen konnten sich die Stuttgarter keine wirklichen Konterchancen erspielen. So brachte ein Weitschuss ein etwas glückliches zweites Tor und entschied das Spiel. Diese 2:0-Niederlage verhilft in der Diskussion um Karsten Baumann zu keinen weiteren Argumenten. Was in Stuttgart zu sehen war, war auch bei den Siegen und Unentschieden der letzten Wochen zu sehen. Mit solchen Spielen wird die Saison zu Ende gehen.

 

Zum Schluss gilt jedes Wort nur Kevin Wolze – Die PK zum Spiel gegen die Stuttgarter Kickers

Eigentlich wollte ich vor dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers nichts mehr schreiben. Die Standardinfos vor dem Spiel lassen sich der lokalen Berichterstattung entnehmen. Und ob “Stukis” ein sympathischer Spitzname für die Stuttgarter Kickers ist, schien mir mehr eine Frage des persönlichen Geschmacks und nichts, was es in Duisburg zu diskutieren gilt. Dann aber habe ich mir zum Zeitvertreib noch die Pressekonferenz vom MSV Duisburg vor dem Spiel heute angesehen und musste zum Ende hin sehr grinsen. Ich mag solche Komik. Dort ist sie unabichtlich entstanden. Ich hoffe, die Medienwerker des MSV grämen sich deshalb nicht und belassen es bei dem Clip ohne Überarbeitung. Solche Komik funktioniert sehr einfach nach dem Wiederholungsprinzip. Stoisch immer dieselbe Reaktion, egal, was auch geschieht. Irgendwann beginnt das Lachen, wenn jeder Satz von Karsten Baumann nur noch Kevin Wolze gelten soll. Ab Minute 3.28.

Chaos, Platzsturm und Skandalspiel – Wörter schaffen Wirklichkeit

Zwar habe ich vorgestern gemerkt, dass das Wort  “Polizei” im Zusammenhang mit einem Fußballspiel die Klickzahlen hier genauso steigert wie die “nackte Spielerfrau” und “schwule Fußballspieler”, dennoch hatte ich deshalb nicht unbedingt vor, den Zebrastreifenblog in Zukunft grundsätzlich thematisch breiter aufzustellen. So sagt man wohl als Medienmanager, der ich als Mann für alles  in diesen Räumen ja auch bin. Und nun muss ich mich zwei Tage später doch schon wieder mit der Polizei beschäftigen, außerdem mit der Berichterstattung über das Halbfinale des Niederrheinpokals Rot Weiss Essen gegen den MSV Duisburg und mit der Wirklichkeit dieses Spiels, die nicht einfach da ist, um wahrgenommen zu werden. Diese Wirklichkeit wird gemacht von vielen Beteiligten, und natürlich haben auch wir Zuschauer, die Fußballer und der Schiedsrichter mit daran gearbeitet, etwas zu schaffen, was in der deutschen Öffentlichkeit nun als Chaos- und Skandalspiel wahrgenommen wird. Von “Tumulten” ist heute in einem Print-Kommentar der Süddeutschen Zeitung die Rede und weiterhin wird vom drohenden Platzsturm gesprochen.

Diese Wirklichkeit ist nun in der Welt. Sie wird dieses Spiel wahrscheinlich auch in Zukunft weiterhin beschreiben, entgegen des Eindrucks von Zuschauern vor Ort, entgegen des späteren offiziellen Statements des Polizeipressesprechers wie er in der Reviersport weitergegeben wird. “Ausschreitungen” hält er für das falsche Wort, mit dem die Vorkommnisse im Stadion beschrieben werden können. Nun kann man einwenden, das sei die Folge des Polizeieinsatzes, nachdem das Tor geöffnet wurde. Dennoch fehlt mir weiterhin der Beleg, dass in der Westkurve eine Masse Menschen hätten durch dieses geöffnete Tor stürmen wollen. Ab wann lässt sich von Chaos und Platzsturm sprechen? Wenn zehn schwarz gekleidete und vermummte Fans auf einer Treppe stehen? Zwanzig? Dreißig? Waren es so viele? Nach meinem Eindruck hatten die meisten Fans dort in der Westkurve Interesse am Spiel und zwar an dem Platz, an dem sie sich gerade befanden.

Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht, ich halte das schnelle Eingreifen der Polizei für richtig. Dass Medien aber von einem Skandalspiel sprechen können, liegt am Präventionskonzept, dem die Polizei anschließend anscheinend gefolgt ist. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus dem Stadion ein Hochsicherheitstrakt. Erst diese Bilder bedienten nahe liegende Deutungsreflexe der öffentlichen Wahrnehmung. So ein Polizeiaufgebot muss nämlich einen Sinn haben. Und dieser Sinn kann nur ein drohender Platzsturm gewesen sein. Wir Menschen mögen keine komplizierten Beschreibungen der Wirklichkeit. Wir möchten das Leben einfach. Dummerweise ist das Leben nicht einfach.

Die schnelle Berichterstattung über ein Abendspiel verhindert natürlich komplexe Geschichten, bei denen verschiedene Beschreibungen der Wirklichkeit gegenüber gestellt werden müssen. Da bleibt nur der Augenschein. Und noch eins, über das Geschehen als automatisch ablaufende Gewaltprävention zu berichten, ist langweilig. Was sind das für Geschichten, in denen Polizei-Hundertschaften vor Stadienrängen stehen und der Grund dafür ist vor allem die Vorgeschichte des Spiels, nämlich die Sorge vor Gewalt und nicht aktuell wahrnehmbare Bedrohungen. So etwas braucht Erklärung, Raum für Berichterstattung. So etwas braucht aber auch den Willen von allen Beteiligten, komplizierte Situationen geduldig aufzuklären.

Ob aber dieser Wille vorhanden ist bei den Beteiligten? Auch den Fans? Schließlich soll hier kein Fehlverhalten der Fans von MSV und RWE schön geredet werden. Mit eindeutigen Frontverläufen lässt sich aber bequem leben auf beiden Seiten. Im Grunde ist dieses Spiel von Rot-Weiss Essen gegen den MSV Duisburg ein idealtypisches Fußballspiel, um für sämtliche gegenwärtigen Diskussionen rund um die Sicherheitslage im Fußball Beispiele zu geben. Wir sehen, die Pyro-Debatte endet nicht.  Wir haben ein Fußballspiel als selbstverständlichen möglichen Anlass, um Gewalt auszuleben. Wir haben ein Beispiel für reibungslose Polizeiarbeit, deren Ausmaß aber überdimensioniert wirkt. Wir haben eine gefährliche Situation im Stadion, die sich in der Wahrnehmung vor Ort unterscheidet von der öffentlichen Wahrnehmung, die durch die Berichterstattung in den Medien bestimmt wird. Wer ernsthaft am Verhältnis von Fans zum professionellen Fußball interessiert ist, kann bei der Betrachtung dieses einen Fußballspiels viel lernen. Alle anderen werden sagen, es wird immer schlimmer.

 

 

 

 

Mehr Bilder als Worte zu einem glücklichen Pokalsieg

Der MSV Duisburg gewinnt das Halbfinale des Niederrheinpokals bei Rot-Weiss Essen nach Elfmeterschießen mit 4:1. Zufrieden bin ich mit diesem Sieg. Richtig gefreut habe ich mich über ihn nicht. Das hat unterschiedliche Gründe, einige haben mit dem Fußballspiel selbst zu tun. Ein anderer ist meine angeschlagene Gesundheit, die bei kaltem Wetter in einem zugigen Stadion sich so unangenehm bemerkbar machte, dass ich unserem Zuschauer-Trainer eigentlich schon vor Ende der regulären Spielzeit meinen Wechsel signalisieren wollte. Dann beschlossen ein paar Essener auf der Westtribüne ein Tor im Zaun zu öffnen und schon standen andere Dinge im Vordergrund als einen passenden Ersatzzuschauer auf die Tribüne zu bringen. Dazu aber später.

Der MSV hätte sich nicht beschweren können, wenn in der Nachspielzeit der Schuss des Essener Stürmers nicht an den Pfosten sondern  rechts daneben ins Tor gegangen wäre. Der Sieg der Essener wäre verdient gewesen, auch wenn der MSV Duisburg in der zweiten Halbzeit endlich so auftrat, dass der Mannschaft das Führungstor zuzutrauen gewesen wäre. In der ersten Halbzeit war davon erst einmal nichts zu erkennen. Zwar kamen die Essener auch nicht zu klaren Torchancen, doch wirkte der Regionalligist sicherer im Aufbau. In der letzten Defensivreihe waren die Essener kaum gefordert, weil die Angriffsbemühungen des MSV fast immer schon im Mittelfeld endeten. Gefühlt kam dort kaum ein Pass an.

Nach der Halbzeitpause begannen die Zebras druckvoll und die Wahrscheinlichkeit eines Führungstreffes wurde größer, auch wenn sich keine so große Überlegenheit einstellte, die den Essenern keine Chance mehr hätte gegeben. Und dann öffneten in der 78. Minute in der Westkurve Essener Fans ein Tor im Zaun zum Spielfeld hin. Spieler und Schiedsrichter tauschten mal eben den Platz gegen Hundertschaften der Polizei.

Von meiner Warte aus war es nicht ersichtlich, ob tatsächlich ein Platzsturm gedroht hätte. Zuschauer auf der Haupttribüne nahe der Westtribüne deuteten den Vorfall eher so, dass  an die zehn Essener auf dem Treppenpodest standen und niemand sonst nachrückte. Die hätten abgeführt werden sollen und gut wäre gewesen. Die lange Spielunterbrechung wirkte ohne erklärende Worte durch den Stadionsprecher als Überreaktion der Ordnungskräfte. Man hatte den Eindruck, es werden präventiv Muskeln gezeigt, weniger wegen des  aktuellen Vorfalls als wegen der Sorge vor späteren Ausschreitungen. Ich sah jedenfalls in dem Moment keine Massen, die auf das Spielfeld zu strömen drohten, wie es jetzt mit dem Stichwort “Platzsturm” in den Kurzmeldungen auf den Sportseiten der Tageszeitungen anklingt. Vielleicht sah es am TV-Bildschirm aber auch bedrohlicher aus. Präventiv nur stand übrigens auch die Hundertschaft vor der Gästetribüne. Dort hatte – so weit ich das beurteilen kann – niemand vor, den Innenraum zu betreten. Andererseits wird ja alles, was gegen Regeln verstößt, in einer Schublade abgelegt. So hatte eine größere Pyro-Aktion während Halbzeit eins im Gästeblock Anlass für weitere Sorgen sein können.

Nach der langen Spielunterbrechung gab es für mich in diesem Spiel keine Spannung mehr. Ich fühlte mich aus dieser Stadionwirklichkeit herauskatapultiert. Ich sah den Führungstreffer der Essener in der Nachspielzeit, erinnerte mich angesichts der tobenden Atmosphäre an die Duisburger Pokalsaison, die ins Finale führte; konnte die Essener gut verstehen und wäre auch mit einer Niederlage ohne schlechte Laune nach Hause gefahren. Der Ausgleich fiel. Der Schlusspfiff kam. Für mich wurde das Spiel trotz der so beeindruckenden Atmosphäre zum Pflichtprogramm. Viel war eben zusammengekommen an diesem Abend. So viel, dass mich selbst ein Elfmeterschießen nicht mehr aufregte.

Polizei versucht Ausschreitungen mit ungewöhnlichen Mitteln zu verhindern

Die Sorge vor Ausschreitungen während des Niederrheinpokalspiels von Rot-Weiss Essen gegen den MSV Duisburg lässt die Polizei morgen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen. Strategische Stellen im Stadion werden von Polizeibeamten eingenommen. Zunächst wollen sich die örtlichen Einsatzkräfte aber nur auf die Position des Schiedsrichters beschränken.

2014-04-07_Polizei leitet spiel

Das Verhältnis vom einen zum anderen beim 0:0 des MSV

Eins nach dem anderen. Das galt für viele Anhänger des MSV Duisburg am Freitag im Stadion nicht immer. Während unten auf dem Rasen die Mannschaft vom MSV Duisburg noch gegen den VfB Stuttgart II versuchte, ein Tor zu erzielen, galt der Fangesang auf den Rängen immer wieder bereits dem Pokalspiel am nächsten Dienstag gegen Rot-Weiss Essen. Verständlich war das, weil gerade in der ersten Halbzeit das Spiel wenig bot, was die Aufmerksamkeit von uns Zuschauern ausschließlich an die Gegenwart gebunden hätte.

Im Gegensatz zu den Zuschauern hatten die Spieler beider Mannschaften die alte Lebensweisheit nämlich zutiefst beherzigt – die Stuttgarter sehr viel offensichtlicher als die Zebras. Im Grunde aber spielten beide Mannschaften mit dem Gedanken, das eine, nämlich die Defensive, kommt zuerst, und dann kümmern wir uns um das andere, die Offensive. Weil die Stuttgarter keine Scheu hatten, diese Spielhaltung auf die Spitze zu treiben und dem MSV Duisburg den Ball meist überließen, war sie bei den Zebras nur versteckt in deren Angriffsbemühungen zu erkennen. Wer den Ball in Richtung gegnerisches Tor bewegt, wird schließlich automatisch unter der Rubrik Offensive wahrgenommen.

Ruhig und kontrolliert sollte das Stuttgarter Defensivbollwerk bearbeitet werden. In der ersten Halbzeit zu ruhig, um viele Chance zu kreieren. Denn in diesem Abwehrverband gab es so wenig Lücken, dass die Spieler des MSV sich hätten viel mehr bewegen müssen bei ihrem kontrollierten Spiel, um die Abwehrspieler auseinander zu ziehen. Ich deute es so: wer sicher gehen möchte, hält sich erst einmal zurück und hofft in der langen Zeit bis zum Abpfiff dennoch zur einen todsicheren Chance zu kommen. So eine vermehrte Bewegung bringt nämlich auch Unruhe in die eigene geordnetete Formation und macht die Mannschaft anfälliger beim möglichen schnellen Umschaltspiel des Gegners. Diese eine große Chance hat es dann auch gegeben. Doch wenn so eine einzige Chance dann nicht genutzt wird, siehe oben, bleibt nichts mehr für ein  mögliches Tor. Nach einem steilen Pass von Phil Ofosu-Ayeh schoss Kingsley Onuegbu aus vollem Lauf, etwa drei Meter vor dem Tor, darüber.

Die bedächtige Spielweise war noch ein versteckter Hinweis auf Vorsicht bei den Zebras. Sehr viel deutlicher wurde es in der ersten Halbzeit bei genau solch einem Umschalten. Kurz hinter der Mittellinie eroberten die Zebras den Ball. Ein Angriff begann in Dreierformation gegen etwa sechs sich formierende Stuttgarter. Zaghaft nur rückte der Rest der Mannschaft nach. Ein großes Loch tat sich in genau jenem Moment auf, in dem der Rückpass auf die zweite Reihe hätte erfolgen müssen. Niemand war da. Drei Mann rannten sich in der Abwehrreihe fest.

Eins nach dem anderen bedeutete für den MSV aber auch, wenn es mit dem bedächtigen Spiell nicht klappt, versuchen wir es in der zweiten Halbzeit mit mehr Druck. Nun wurden beim Kurzpassspiel über die Flügel mehr Spieler eingebunden, die Laufbereitschaft war größer. Dennoch kam der MSV nicht einmal mehr zu einer Chance. Denn die Stuttgarter wollten noch mehr nur das eine. Es wurde immer dichter hinten, die Spieler ließen sich kaum noch aus ihrer gut funktionierenden Staffelung herauslocken. Um diese Staffelung zu überspielen hätte der MSV beim Spiel über Außen risikobereiter sein müssen. So wurde mit viel Aufwand die erste Verteidigungslinie überspielt, anschließend wären sie fast manchmal an der zweiten vorbei gewesen, doch dann folgte ein sicherer Rückpass, wenn der unsichere Steilpass nötig gewesen wäre. Eins nach dem anderen, eben.

Bessere Fähigkeiten beim Ball stoppen und präzisere Anspiele wären für so ein Kurzpassspiel zwar keine schlechten Voraussetzungen, aber  auch für Spieler mit besseren technischen Fähigkeiten ist es in solchen Spielen schwierig, das Risiko abzuwägen, wie sehr sie den Druck aufs gegnerische Tor intensivieren können, ohne die Defensive zu entblößen. So ist es vielleicht doch keine schlechte Idee, das eine vor dem anderen im Blick zu halten, weil die sportlich Verantwortlichen um die Möglichkeiten und Anfällligkeiten dieser Mannschaft wissen. Schön anzusehen ist das nicht. Ganz zu schweigen davon, wenn bei dem Ganzen ein 0:0-Unentschieden als Ergebnis herauskommt. Gut, dass wir auf den Rängen dann ein wenig freier im Umgang mit den Notwendigkeiten sind und uns um das andere vor dem einen kümmern können.

Der Kürzest-Spielbericht vom SWR von  circa 1.40 Minuten bedient sich mangels attraktiver Spielszenen einer Flut von O-Tönen. Was mir aber das schillernde Erlebnis beschert dem Mehmet Scholl aktiver Zeiten in der Person von Tobias Rathgeb vom VfB beim Interview wiederzubegegnen. Da morpht sich dessen Gesicht mir immer wieders ins Bewegtbild.


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