Archive for the 'Spieler damals und heute' Category

Schon lange legendär – Branimir Bajic

Branimir Bajics Verabschiedung verdient auch im Zebrastreifenblog besondere Aufmerksamkeit. Bewegende Momente waren das gestern vor dem Spiel gegen St. Pauli. Hoffnungsvolle Momente auf ein Bajic-Tor nach Ecken waren das im Spiel. Bewegende Momente waren das bei seiner Auswechslung. Dieser Mann hat einen Platz an der Legendenwand verdient.

Seine Geschichte beim MSV ist deshalb so schön, weil diese Entwicklung zu einem legendären Spieler im gegenwärtigen Fußball nicht wahrscheinlich war. Sie ist besonders, weil es Zeit und Gelegenheit für Entwicklung gab. Diese Geschichte ist deshalb besonders, weil sie zugleich etwas über die Persönlichkeit von Branimir Bajic erzählt.

Der MSV kann Bewegtbilder zu einem Clip zusammenschneiden, ich kann im Zebrastreifenblog Sätze aus früheren Texten montieren und samplen. Applaus für Branimir Bajic, der zu einem Großen der MSV-Geschichte geworden ist.

Branimir Bajic scheint so eine Art Frank Fahrenhorst von Milan Sasic zu sein, auch wenn er ihn in Koblenz nicht mehr trainiert hat. […] So wirkt diese Spielerverpflichtung wie eine Maßnahme zur Basissicherung. Grundnahrungsmittel müssen eben auch im Haus sein.

Die 11-Freunde-Redaktion fragte mich vor der Saison 2017/2018: „Aus unserem Team unverzichtbar für Jogi Löw ist in Russland…?“ Für meine Antwort musste ich nicht lange überlegen:  Wie Confed-Cup und U21-Euro zeigen, deutsche Fußballspieler hat Jogi Löw ja mehr als genug. Einen Spieler wie Branimir Bajic aber hat er nicht. Mit seinen 38 Jahren gibt er inzwischen durch die Aura seines Auftretens auch von der Bank aus Sicherheit bis in alle Ecken des Spielfelds. Wenn es nötig ist, auch auf dem Spielfeld präsent. Großartiger Mann. Deshalb Nationalitäten-Sondersstatus für den Bosnier Bajic.

In der Kopfballabfolge beim Führungstor war zunächst Branimir Bajic am Ball. Er spielte wieder, und dabei haben wir zunächst immer die Stabilität in der Defensive im Auge. Doch auch in der Offensive verbreitet er als Kopfballspieler oft Gefahr. Was aber für mich am meisten zählt und nicht wirklich als Leistung messbar ist, heißt Erfahrung, die ins Mannschaftsspiel eingeht. Die Ruhe, die er ausstrahlt, dient dem gesamten Team als Stützpfeiler.

Weite Bälle hingegen nehmen Branimir Bajic und Dustin Bomheuer problemlos auf.

Wenn zudem Branimir Bajic seine alte Topscorer-Stärke nach Eckbällen auspackt, fällt zwangsläufig der Ausgleich. Ecke Janjic, Kopfballtor Bajic. In welcher Saison war es nochmal, als Bajic im Strafraum bei Eckbällen fast nach Belieben traf? Ich übertreibe etwas.

Mit Branimir Bajic auf dem Feld erhielt das Spiel des MSV Stabilität. Nicht nur, dass die Defensivreihe nach seinem Einsatz ruhiger agierte, selbst das Mittelfeld dirigierte er manchmal und verteilte die Mitspieler in freie Räume bei eigenem Ballbesitz.

Zum anderen macht Branimir Bajic freien Raum zu, indem er aus dem Zentrum auf die halben Flügel sprintet und spektakulär grätscht. Sprintete!

Branimir Bajic als Standardschütze trat zum Elfmeter an und traf.

Natürlich gelang dieser Sieg nur als Mannschaftsleistung. Dennoch gibt es Schlaglichter, Branimir Bajic trifft eines. Als grätschender Retter im Strafraum vor einem einschussbereiten Aachener Spieler und als weiterhin torgefährlicher Strafraumspieler nach Ecken.

Einen Eckstoß nahm Branimir Bajic volley und schoß unhaltbar ein. Wahrscheinlich möchte Branimir Bajic den Ehrgeiz seiner Kollegen aus dem Sturm ein wenig kitzeln. Bislang schien er bei Eckbällen ja vor allem ein besonderes Gespür für den abprallenden Ball als zweite Chance zu haben. Nun beginnt er, schon bei der ersten Chance am richtigen Platz zu sein. Großartig!

Beeindruckend wie ruhig und abgeklärt in so einer Spielphase Branimir Bajic die Abwehr organisiert. Dieser Mann ist ein Phänomen. Wie kann ein Spieler derart unauffällig so präsent sein?

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Herzlichen Glückwunsch zum Siebzigsten, Ennatz!

Ohne Bernard Dietz, ohne Ennatz, wie er gerufen wurde, gäbe es den Namen Kees Jaratz nicht. Er war einer meiner drei Helden des MSV in den 1970er Jahren, aus deren Namen ich mein Alter Ego für den Zebrastreifenblog vor zehn Jahren zusammensetzte. Seine Bedeutung für die Zebras kann man gar nicht hoch genug ansehen. Als er zum Stammspieler der Nationalmannschaft wurde, hatte er diesen persönlichen sportlichen Erfolg auch für die Anhänger des MSV und für die Duisburger. Einer von uns hatte es gegen alle Widrigkeiten geschafft. Nach Duisburg blickten ein Trainer der Nationalmannschaft doch eigentlich nicht. Aber Ennatz spielte einfach zu gut. Es wäre fahrlässig gewesen, solch einen Verteidiger mit dieser Offensivstärke nicht für Deutschland spielen zu lassen. Das meinten erst Helmut Schön und dann Jupp Derwall.

Den Werdegang von Bernard Dietz, die Anekdoten über ihn, all das lässt sich bei den Kollegen nachlesen. Ich habe für den Zebrastreifenblog nach Bewegtbildern von Bernard Dietz geschaut. Es ist bezeichnend für seine Persönlichkeit, für seine Bescheidenheit, dass es davon nicht allzu viele gibt. Hinzu kommt wahrscheinlich noch der Status des MSV Duisburg in der Medienlandschaft jener Zeit. Sicher sind Interviews aus der jüngsten Vergangenheit zu finden, aber die klassischen Fußballerinterviews, die Erinnerung an bewegende Spiele, all das ist den Mitspielern seiner Generation vorbehalten. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren von Lesern mit Archivzugriffen außerhalb von youtube.

Die ältesten von mir gefundenen Bewegtbilder von Bernard Dietz zeigen ihn im Spiel des MSV gegen Borussia Mönchengladbach in der Saison 1972/73. Auch in diesem Spiel sehen wir ihn nicht bei einer Defensivaktion sondern zweimal in der Offensive. Auf dem Flügel setzt er sich jeweils durch einmal im eins gegen eins, ab Minute 0.29, und zum zweiten Mal als Vorbereiter des Ausgleichtores im Kurzpassspiel mit Michael Bella ab 1.49. Wenn Bernard Dietz in Strafraumnähe war, herrschte Torgefahr.

 

 

Wer übrigens bei Torgefahr und Ennatz nicht sofort in unseren Sehnsuchtschor einfällt, der macht fünf Linienpendel. Was für ein Spiel von Ennatz gegen die Bayern 1977 im November, als er sie beim 6:3 des MSV mit vier Toren fast im Alleingang besiegte. Und alle noch einmal: Was für ein Spiel von Ennatz…

Die einzigen Portrait-Bilder aus der aktiven Zeit von Ennatz stammen aus dem argentinischen Archivo DiFilm. Offensichtlich sollte mit diesem Clip Ennatz anlässlich der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien durch Szenen aus Spielen sowie bei der Arbeit in seinem Sportartikelgeschäft vorgestellt werden. Welchem Publikum wird nicht ersichtlich. Vielleicht war es das argentinische TV-Publikum? Sicher ist das jedoch nicht, weil DiFilm auch auf Quellen außerhalb Argentiniens zugreift. Das Archiv enstand – so weit ich das mit rudimentären Spanischkenntnissen verstehe – aus einer privaten Sammlung und wird weiterhin privat geführt. Die eigentliche Quelle des Clips ist auf der Archivseite nicht angeführt.

Zwei Jahre später war Ennatz bei der Europameisterschaft Kapitän der Nationalmannschaft, die im Finale Belgien besiegte und Europameister wurde. Ein schärferes Bild vom Überreichen des Europapokals als im verlinkten Clip habe ich leider nicht gefunden. Außerdem lässt sich der Clip nur bei Youtube ansehen. Ihr müsst also einmal klicken.

Der Jubel von damals soll Ennatz heute auch gelten. Herzlichen Glückwunsch, Ennatz! Vom Guten nur das Beste. Wir sehen uns beim MSV.

Eigentlich ist fast schon bald der erste Spieltag

Ein letztes Sommerpausenwochende liegt hinter uns. Das Sommerpausenende naht. Sommerpausenende. Das Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Zwar stehen wir noch nicht vor dem ersten Saisonspiel aber vor dem Trainingsauftakt. Das muss an diesem Internet und diesem digitalem Gedöns liegen, dass alles so schnell geht. Dass das aber nicht nur im Berufsleben sondern auch im analogen Fußball so ist. Wer hätte das gedacht? Der Aufstieg war doch gerade mal vorgestern. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Entzug. Ich brauche meine Wochendosis Kurve.

So ein Andreas-Görkes-Cup am Wochenende ist deshalb leider nicht mal etwas wie ein Methadonprogramm. So schön es auch Freitag und Samstag auf dem Sportplatz des Ruhrorter Turnvereins war. In diesem Jahr stand der Andreas-Görkes-Cup im Zeichen von Michael Tönnies. Zum Auftakt am Freitagabend durften Jan Mohnhaupt und ich versuchen, den im Januar Verstorbenen zu würdigen. Wir unterhielten uns über ihn, und Jan Mohnhaupt las Passagen aus seinem Buch. Zudem hatte er ein Videoclips mitgebracht. Fast fünf Monate sind seit dem Tod von Michael Tönnies vergangen. Leise Melancholie hing in der Luft, die dem Lachen wich, als Jan Mohnhaupt eine der für den heutigen Fußball unvorstellbaren Anekdoten aus dem Leben von Michael Tönnies erzählte.

Am Samstag fand das Fan-Turnier statt samt Einlagenspiel zwischen dem Team Tönnies und der Traditionsmannschaft vom MSV. Pino Steiningen und Andreas Voss waren gekommen. Peter Közle war da, Michael Struckmann und noch einige andere mehr.  Bei Facebook finden sich Fotostrecken von dem Tag.

Als ich spät nach Hause fuhr, fragte ich mich die ganze Zeit, gegen wen wir gleich nochmal zum Saisonauftakt spielten. Am Bahnhof stellte ich mich erstmal an die Haltestelle am Ostausgang und wartete auf den Stadionbus. Ich wusste natürlich, wenn der Kurvendealer nichts im Angebot hat, bleibt auch das Dienstleistungsangebot drumherum spärlich. Ich konnte aber nicht anders. Sommerpausenende, welch schönes Wort.

Michael Tönnies – 19. Dezember 1959 – 26. Januar 2017

Michael Tönnies ist heute Nachmittag in einem Essener Krankenhaus gestorben. Kaum Worte habe ich. Ein Bild gibt es gerade nur. Es stammt aus dem Sommer 2013, als er bei den Fanaktionen nach dem Zwangsabstieg mit einem Mundschutz zum Talk vor die Arena kam. Es war sein erster öffentlicher Auftritt nach seiner Lungentransplantation. Bewegend erzählte er, wie sehr ihm die Anhänger des MSV Duisburg zu Kraft verholfen haben. Von da an habe er wieder geglaubt an das weitere Leben. Bevor dieses Leben zu Ende ist, sei es eben nicht zu Ende. Das habe er damals gelernt. Das erinnere ich alles sinngemäß. Heute Nachmittag ist er gestorben. Dabei hatte ich längst begonnen an das ewige Leben des Mannschaftsaufstellungs-Herolds Michael Tönnies zu glauben. Er war glücklich, sich wieder lebendig zu fühlen im Stadion auf dem Rasen. Sein Rufen dort auf dem Rasen klingt mir jetzt im Ohr, seine ersten zaghaften Versuche laut zu sein mit transplantierter Lunge. Dieses Rufen wurde mit der Zeit immer kräftiger und war schließlich lautes Ausrufen: „…die Fans vom EM…ES…VAU…“ Das „Duisburg!“ schallte ihm entgegen, und er genoss es. Meist lächelte er zufrieden, wenn er nach dem Verkünden Mannschaftsaufstellung mit Stefan Leiwen auf unsere Stehplatzecke zulief. Ein schönes Bild. Ein trauriges Bild, weil das nie wieder geschehen wird.

Der erste Sieg der DDR gegen die BRD – Olympische Spiele 1972

Kaum ließ vor ein paar Tagen Uli Hoeneß noch tief in die Widersprüche des Unterhaltungsbetriebs Fußball blicken, schon stoße ich auf einen Clip aus der guten goldenen Zeit des dilletierenden Amateurunterhaltungsbetriebs dieses Sports. Heute betrachtet Uli Hoeneß RB Leipzig als einen Segen für die Bundesliga und den Absturz von Traditionsklubs mit Sorge, gestern noch spielte er mit Fußballern dieser Traditionsvereine in der Olympiaauswahl der BRD. Heute vergisst Uli Hoeneß bei seinen Wertungen strukturelle Gründe des Unterhaltungsbetriebs Fußball für den Aufstieg des einen und den Niedergang der anderen. Gestern noch erzielte er gegen die Staat gewordene Systemkritik ein Tor.

Ich teile den Clip gerne mit euch, erinnert er doch an die gute alte Zeit mit den Bewegtbildern vom Spiel der Oympiaauswahl der BRD gegen die der DDR im Münchner Olympiastadion am 8. September 1972, bei dem auch drei Spieler des Traditionsvereins MSV Duisburg teilnahmen. Der MSV-Stürmer Klaus Wunder spielte von Anpfiff an und erzielte sogar ein Tor mit der Hand, die in diesem Fall vielleicht nicht die „Hand Gottes“ sondern die der „freiheitlich-demokratischen Grundwerte“ genannt worden wäre. Es geht ja immer um ein höheres Ziel bei Regelübertretungen, die ungeahndet bleiben. Doch der Schiedsrichter unterband solch eine mögliche DDR-Kritik mit seinem Pfiff.

Klaus Wunder spielte von 1971 bis 1974 beim MSV und brachte dem Verein bei seinem Wechsel zu Bayern München 1 Millionen D-Mark Ablösesumme in die Kasse. Meiner Erinnerung nach war das damals die erste Millionen die für einen wechselnden Spieler in der Bundesliga gezahlt wurde. Auch damals brauchte der Verein das Geld dringend. Wer es genauer weiß, gerne lese ich erläuternde Kommentare.

In der zweiten Halbzeit wurde ab der 59. Minute der MSV-Stürmer Ronald Worm für Klaus Wunder eingewechselt. Das Spiel gehörte zur zweiten Finalrunde. Um weiterzukommen hätte die BRD gewinnen müssen. Bis zur 68. Minute lag die Olympiaauswahl zurück. Dann erzielte Ottmar Hitzfeld den Ausgleich. Trainer war damals Jupp Derwall, und zum Ende des Spiels hin verstärkte er die Offensivkraft noch. Er wechselte Rudi Seliger für die letzte Viertelstunde ein. Doch statt das Siegtor zu erzielen musste die Mannschaft ein Gegentor hinnehmen. In den Bewegtbildern sehen wir von den MSV-Spielern nur Klaus Wunder in Aktion. Aber auch Uli Hoeneß ist sehenswert, erzielt er doch das sehr schöne Tor zum 1:1-Ausgleich. Weitergekommen ist die BRD dann eben nicht. Die Niederlage der BRD gegen die DDR zwei Jahre später bei der Fußballweltmeisterschaft 1974 hatte dann ja andere Folgen.

Mit einem Klick geht es zur Seite von Detlev Mahnert, wo nebst weiteren einordnenden Worten auch ein paar Dokumente zum Spiel zu finden sind.

 

 

BR Deutschland – DDR 2:3 (1:1)

BRD:

Hans-Jürgen Bradler – Heiner Baltes, Reiner Hollmann (75. Rudolf Seliger), Egon Schmitt, Friedhelm Haebermann, Hermann Bitz, Uli Hoeneß, Jürgen Kalb, Ottmar Hitzfeld, Bernd Nickel, Klaus Wunder (59. Ronald Worm)
Trainer: Jupp Derwall

DDR:

Jürgen Croy – Manfred Zapf – Bernd Bransch, Konrad Weise, Frank Ganzera – Jürgen Pommerenke, Wolfgang Seguin, Hans-Jürgen Kreische – Jürgen Sparwasser, Peter Ducke, Joachim Streich (70. Eberhard Vogel)
Trainer: Georg Buschner

Tore:
0:1 Jürgen Pommerenke (12.)
1:1 Uli Hoeneß (31.)
1:2 Joachim Streich (53.)
2:2 Ottmar Hitzfeld (68.)
2:3 Eberhard Vogel (82.)

Erik Willes indirekter Auftrag für den MSV im Interview mit der FAZ

Erik Wille konnte beim MSV Duisburg zu Beginn der ersten Drittligasaison seine fußballerischen Qualitäten nur in wenigen Spielen zeigen. Eine Verletzung machte ihn zum Dauergast in Arztpraxen, eine Verletzung, die ihn letztlich dazu zwang, den Beruf des Fußballspielers aufzugeben. Erik Willes langjährige fußballerische Heimat war Eintracht Frankfurt, und dort in Frankfurt, hat er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung jüngst ein sehr lesenswertes Interview gegeben.

Er sprach sehr offen über seine besondere Situation als 22-jähriger junger Mann einen Lebenstraum aufgeben zu müssen. Er gab einen Einblick in die Welt eines größeren Vereins wie Eintracht Frankfurt und den dortigen Umgang mit den Nachwuchsspielern. Als Kontrast standen seine Erfahrungen beim MSV Duisburg dagegen, bei dem es „familiär und bodenständig“ zugeht und bei dem er die besondere Atmosphäre nach dem Zwangsabstieg hat schätzen gelernt.

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2015-11_FAZ_Wille

Dem MSV und uns, deren Zuneigung diesem Verein gilt, gibt Erik Wille damit auf indirekte Weise einen Auftrag mit auf den Weg. Was Erik Wille in Duisburg erlebt hat, muss die Richtschnur dieses MSV Duisburg in der nächsten Zukunft sein. Bei allem Ringen um sportlichen Erfolg gilt es immer wieder, sich daran zu erinnern, was diesen Verein nach dem Zwangsabstieg ausgemacht hat und was bis heute zu spüren ist. Das sind Zusammenhalt im MSV und um den MSV herum, dazu ein realistischer Blick auf die Möglichkeiten verbunden mit dem Traum vom Erreichen eines anspruchsvollen Ziels. Nur so hat der MSV Duisburg in diesem Unterhaltungsbetrieb Fußball eine Überlebenschance.

Weiter zum sehr lesenswerten Wille-Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit einem Klick.

Knapp 3 Minuten Bernard Dietz im Jahr 1978

Mir ist heute nach wenigen Worten und weiterer Stimmungsaufhellung. Deshalb ordne ich die Bewegtbilder aus dem argentinischen Archivo DiFilm auch nur sehr oberflächlich ein und freue mich, ohne melancholisch zu werden, über Bernard Dietz im Jahr 1978 in Spielszenen sowie bei der Arbeit in seinem Sportartikelgeschäft. Offensichtlich sollte mit diesem Clip „Ennatz“ anlässlich der Weltmeisterschaft in Argentinien vorgestellt werden. Welchem Publikum wird nicht ersichtlich. Vielleicht war es das argentinische TV-Publikum?

Sicher ist das jedoch nicht, weil DiFilm auch auf Quellen außerhalb Argentiniens zugreift. Das Archiv enstand – so weit ich das mit rudimentären Spanischkenntnissen verstehe – aus einer privaten Sammlung und wird weiterhin privat geführt. Die eigentliche Quelle des Clips ist auf der Archivseite nicht angeführt. Zur WM 2010 hatte sich Bernard Dietz für Die Zeit an die WM in Argentinien erinnert. Natürlich endet auch diese Erinnerung mit der 2:3-Niederlage gegen Österreich. An der Pointe mit dem Verweis auf den Österreicher Kurt Jara in der damaligen Mannschaft vom MSV Duisburg konnte der aufzeichnende Journalist nicht vorbei gehen.

Ich hingegen kann beim Erwähnen eines Länderspiels von Österreich gegen Deutschland niemals am Hinweis auf den Komik-Klassiker des deutsch-österreichischen Kabarettisten-Duos Stermann & Grissemann vorbei gehen. „Cordoba – wie es wirklich war“ – auch nach mehrmaligem Sehen einen Klick weiter wert.


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