Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 3

Fürs erste wird meine kleine Serie zum „Heimatlied – Sektion Duisburg“ mit dieser 3. Folge heute schon ein vorläufiges Ende nehmen. Soll es weiter gehen, ist Duisburg gefragt. Das heißt, Hinweise geben oder Duisburg-Lieder produzieren. Wie ihr schon bemerkt habt, ganz kann ich mir Kommentare nicht verkneifen. Deshalb werde ich entgegen meines ersten Vorhabens auch nicht alles, was vorbeikommt, in die Sammlung aufnehmen.

Nun aber zum Punk, der Anfang der 1990er Jahre ja auch schon seine Tradition hatte, in die man sein Duisburg-Lied hineinstellen konnte.  Außer „Duisburg Kidz“ verstehe ich nichts von dem Text, der da ins Mikro gegrölt wird. „Affront“ hieß die Band, die ich nicht kenne und vielleicht hat ja jemand aus der damaligen Szene noch die ein oder andere Info zusätzlich.

Hingegen hat Eisenpimmel, die Band mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen, einen Wikipedia-Eintrag, in dem das Wort Satire fällt und der die Musik in den Zusammenhang eines größeren Kunstprojekts stellt. Ich habe den Eindruck, dazu braucht man eigentlich das gesamte Setting eines Konzerts. Im Lied als Einzelstück lässt sich der satirische Moment auch leicht überhören, zumal wenn man den Punk nacheinander hört und dem Gesprächsintermezzo des Stücks nicht viel Aufmerksamkeit entgegen bringt. Rausgeschrieenes „Duisburch“ übertüncht erstmal alles andere, ob mit „Kids“ danach oder ohne.

Auch wenn ich die Duisburger Musikszene nicht bis ins einzelne kenne, aber die Annahme scheint mir berechtigt, „independent“ sind fast alle Musiker der Stadt.  Andererseits gibt es welche, die gewissermaßen Independent-„independent“ sind, die wie Tom Liwa und die Flowerpornoes in dieser Schublade der Musikindustrie sogar schon erfolgreich waren, als Einkaufsplattformen für Musik noch Plattenläden hießen.

Ein Duisburg-Lied im engeren Sinn haben die Flowerpornoes oder Tom Liwa – so weit ich weiß – nicht aufgenommen. Dennoch gehören sie und er hierher, weil Tom Liwa der Stadt atmospärischen Raum in seinen Songs gab und das Ich seiner Songs in der lokalen Topographie verortet hat. Auch wenn es nahe liegt, „Den Sternbuschweg entlang“ mit dem Straßennamen im Song-Titel als ein Beispiel zu nehmen, für mich ist das Duisburg-Lied der Flowerpornoes „Kiosk“. Und das nicht, weil ich „Den Sternbuschweg entlang“ im Netz nicht gefunden habe.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

 

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7 Responses to “Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 3”


  1. 1 jovan hamborn 15. März 2013 um 14:11

    oh, Kees da tust Du Eisenpimmel aber unrecht!! auch wenn ich zugebe, dass diese art des punk einfallsloser schrammelkram, an der grenze der hörbarkeit ist. so bestehe ich doch darauf, dass dieses stück einschließlich intro jede sekunde wert ist und satire in großer, bösartiger form bietet. gerne gebe ich hier in HH die zeile zum besten „über duisburger wird berichtet – sie wär’n unterbelichtet. für mich is‘ dat rassismus – so wie jeder and’re auch!!“
    auch weil die einwohner meines derzeitigen wohnorts über keinerlei selbstironie verfügen, ist dies ein großes stück ruhrgebietskulturgeschichte.

    3 punkte für den Spielverein!!!
    und liebe grüße

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    • 2 Kees Jaratz 15. März 2013 um 15:52

      ah, wunderbar, die Aufklärung. Es ist auch nur so, dass ich nicht die Geduld hatte, die widrigen akustischen Umstände durch vermehrtes Hören auszugleichen. Der Stolz verhinderte den Hilferuf 😉

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  2. 3 Micl 8. Oktober 2013 um 10:46

    Kann jovan da nur zustimmen,

    „Duisburg ist spitze“ von „Eisenpimmel“ ist wirklich großes Tennis. Also der Text geht so:
    „Über Duisburger wird berichtet die wärn alle unterbelichtet für mich is sowat Rassismus wie jeder andere auch Wat tut nich am Äquator liegen – Duisburg wo tut der MSV mal siegen – Duisburg wat hat viel weniger wie zwei Millionen Einwohner – Duisburg Wo tun die Asis Schnauzbart haben – Duisburg wo tut man auf die Ämter traben – Duisburg wo kommen die Toten Hosen her – Duisburg wo sind alle Kassen leer – Duisburg
    Chorus: Ob am Neckar, ob am Main, ob am Nil – egal Leute vom andern Ufer könn mich alle mal
    Wat is besser wie Dortmund oder – Duisburg oder Erfurt oder Zeulenroda – Duisburg Wat liegt nich inner Zone – Duisburg watt is trotzdem mit Zukunft ohne – Duisburg Deutschland is anne Eier Duisburg aber nich jeder, der wat anderes sagt der weiß Geschichte nich Adam, Eva, Papst und Elvis – alle warn´se hier Haben sich unten bei gepackt und tranken lecker Bier
    Chorus“
    Und im Zwischenteil wird erzählt wie der Ussel eines Bekannten sich Selbständig macht: Als Biertaxi. Und es wird über die Duisburger Akzente gewitzelt, die ja nun tasächlich keinem bekannt sind.
    Ein Kultsong allererster Kajüte und in einer Liga mit „Dat is Duisburg“ von „Die Bandbreite“. Also bissken mehr Reschpekt für die Duisburger Idole, die übrigens auch mal regelmäßig im Radio zu hören waren 😉

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    • 4 Kees Jaratz 8. Oktober 2013 um 10:59

      Die Firma dankt fürs Text notieren und noch mehr Aufklärung. Nun verstehe ich die Begeisterung. Vielleicht liegts ja auch an den Mini-PC-Boxen, dass ich bislang nicht sehr viel verstanden habe 😉
      In deren Hochzeit galt Duisburg nur gelegentlich meine Aufmerksamkeit.
      Ich würde zudem sagen: Besser als die Bandbreite, weil mit mehr Zuneigung geschrieben.
      Bandbreite kriegt übrigens demnächst auch mal einen Text, in dem ich über genau diese fehlende Zuneigung mecker. 😉

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  1. 1 Klickhinweis: Heimatlied – Sektion Duisburg. Eine Serie | Ralf Koss Trackback zu 15. März 2013 um 08:03
  2. 2 Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 4 | Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus Trackback zu 15. Juli 2013 um 06:32
  3. 3 Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 32: Eisenpimmel mit Ruhrpott Rhapsodie | Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus Trackback zu 11. Oktober 2016 um 05:03

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