Die Zweite Liga ist, wie sie ist

Viel fällt mir heute zu dem Spiel vom MSV Duisburg gegen Fortuna Düsseldorf nicht ein. Zu sehr bin ich im Moment mit anderen Dingen beschäftigt, und sonderlich originell war der Verlauf des Spiels nun auch nicht. Beide Mannschaften spielten entsprechend ihrer Möglichkeiten. Das hieß für den MSV, die erste Halbzeit konnte ausgeglichen gestaltet werden. Wobei mir die Worte „auf Augenhöhe“ nicht ganz passend scheinen. Denn schon in dieser ersten Halbzeit war der Unterschied im spielerischen Vermögen beider Mannschaften erkennbar. Beim MSV wurde das Zusammenspiel in der gegnerischen Hälfte ungenau, dagegen kamen die Pässe der Fortuna auch in Strafraumnähe meist beim Mitspieler an. Das führte noch zu keinem Unglück, weil die Defensive des MSV sich sicher bewegte und Lücken von zurück eilenden Mitspielern mit viel Einsatz stets geschlossen werden konnten. Mit dieser ersten Halbzeit durfte jeder zufrieden sein.

Es war zu spüren, zwischen beiden Mannschaften ging es um mehr als die zu vergebenden drei Punkte. Ein paar Mal wurde es richtig hitzig. Selten sind  zu Beginn eines Spiels auch derart turbulente zehn Minuten zu sehen wie gestern.  Zehn Minuten, in denen das Spiel hin und her ging. Es machte den Eindruck, als wollten beide Mannschaften in diesen ersten Minuten das Spiel sofort für sich entscheiden. Der MSV hatte vielleicht zwei Minuten gebraucht, um dieses anfängliche Tempo aufzunehmen, doch dann mischte die Mannschaft munter mit. Kurz vor der Pause ging dem Spiel etwas die Luft aus.

Nach dem Wiederanpfiff schien es zunächst in ähnlicher Konstellation weiter zu gehen. Doch der Druck der Fortuna wuchs, und als das Führungstor per Elfmeter fiel, war sofort deutlich, das war die Niederlage. Den meisten Spielern des MSV Duisburg war anzumerken, dass sie nicht mehr an sich glaubten. Sie schienen die spielerische Überlegenheit des Gegners schon vorher wahrgenommen zu haben und konnten sich nun wahrscheinlich kein Mittel mehr vorstellen, selbst ein Tor zu erzielen. Das hätte in der ersten Halbzeit bei einer der drei passablen Chancen fallen müssen. Dazu fehlte letztlich Schussgenauigkeit und Glück. So oft lässt die Fortuna Chancen eben nicht zu.

Ab dem Elfmetertor war dann ein Schalter umgeklappt, und es hätte ein paar Minuten Spielzeit gebraucht, bis die Enttäuschung wieder aus den Köpfen verschwunden wäre. Vorher fiel das zweite Tor der Düsseldorfer. Diese Fortuna wird aufsteigen, da haben sie recht, die Fans aus der Landeshauptstadt, aber entgegen der Prophezeiung in deren Triumphgesang, der MSV wird nicht absteigen. Das bin ich mir ebenso sicher.

 

via xtranews

 

4 Antworten to “Die Zweite Liga ist, wie sie ist”


  1. 1 Christian Moosbrugger 6. Dezember 2011 um 13:47

    Will mich da nicht einfressen, aber im Stadion war der geschundene Elfer
    schon empörend. Ich fand wirklich, das Spiel ist hierdurch gekippt. Das es
    wirklich ein geschundener Elfer war, kann man sich jetzt auch per Computer
    eindeutig reinziehen. http://www.sky.de/web/cms/de/sport-mediathek.jsp?bcpid=586521887001&bclid=32548889001&autoStart=false
    Naja, wenn dies mal einer macht, ist es halt so. Aber bei Düsseldorf ist es
    fast schon zur Regel geworden, das sie ihre Spiele auf diese Art gewinnen.
    Ich bineiner, der es im Stadion eigentlich gerne hat, wenn sich auf den
    Rängen Fans der anderen untermischen und man so ein bisschen flachsen
    kann. Gestern ist mir die Lust darauf aber ein wenig vergangen. Das hängt
    nicht mit der traditionellen Gegnerschaft der Vereine zusammen. Ich habe
    sogar gute Freunde, die für F95 sind. Aber man hat doch den Eindruck,
    das die systematische Elfmeterschinderei betreiben. Nirgends scheint das
    sonderlich zu interessieren. Typen wie Beister werden hochgelobt – ist ganz
    bestimmt ein Klasse Kicker, das bleibt davon ganz unbenommen. Gleiches
    gilt für Lamberz und Rösler, die wirklich gezielt Aggressionen auszulösen
    versuchen und sich ständig theatralisch beschweren. In Argentinien ist
    sowas angesagt. Ich finde, man muß das eher britisch sehen. Dort sind
    Schwalben unerwünscht, selbst um den Erfolg der eigenen Mannschaft
    willen. Für den sogenannten „neutralen“ Beobachter (gibts den?) heisst
    das, das der Spielfluss nicht anhaltend unterbrochen wird. Eine solche
    eingespielte Truppe wie F95 profitiert ja erheblich davon, wenn sie einfach
    den Spielfluss des Gegners unterbindet. Fortuna jetzt kritiklos abzufeiern
    bedeutet für mich auch, solchen Tendenzen nach dem Motto „der Erfolg
    heiligt alle Mittel“ recht zu geben.

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  2. 2 Kees Jaratz 6. Dezember 2011 um 14:00

    Dieses sich Beschweren von allen möglichen Fortuna-Spielern ist mir auch ziemlich auf die Nerven gegangen. Elfer war ich zu weit weg, und wenn ich´s jetzt sehe, stimmt schon, eindeutig sieht anders aus. Irgendwie war nach dem Elfer auch bei mir die Luft raus. Da kamen dann immer so Gedanken wie, das braucht noch Zeit, bis das Zusammenspiel vorne so klappen soll, wie gewünscht. Irgendwie so eine Mischung aus abfinden und hoffen. Gegen den KSC wird´s besser aussehen!

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  3. 3 Kees Jaratz 8. Dezember 2011 um 09:39

    Gestern erhielt ich via Facebook noch einen weiteren Kommentar, der absolut lesenswert ist. Sabine Ka findet wie Christian das Verhalten der Düsseldorfer Spieler nicht erträglich.

    „Ich habe deinen Text als sehr sachlich empfunden. Derart sachlich, dass er beim zweiten Hinsehen nicht mehr sachlich erschien sondern tendenziell, ja, zynisch. Das liegt aber möglicherweise daran, dass ich mit der vielstimmigen Berichterstattung zu diesem Derby zu 95% überhaupt nicht übereinstimme. Nein, ich habe keine Düsseldorfer Mannschaft gesehen, die spielerisch überwältigend besser war als unsere Zebras. Ich habe eine Düsseldorfer Mannschaft gesehen, die wegen jedem halbschrägen Huster eines Duisburger Spielers theatralisch den sterbenden Schwan gegeben hat. Ich habe einen Schiri gesehen, der – mit Verlaub – solche Sch**** abgepfiffen hat. Ich habe einen Düsseldorfer Diskutier-Club gesehen, der wirklich JEDE Entscheidung des Schiris offenbar nochmal mit einer Kleingruppe um den schwarzen Mann durcherörtern musste. Ich habe einen Levels gesehen, der über 90 Minuten gefühlt 100 Mal foulen durfte, OHNE den gelben Karton zu sehen. Und so weiter, und so fort…
    Ich gehöre zu den Spinnern, die sogar während eines Fußballspiels im Stadion noch Radio hören, nämlich RadioDuisburg mit „Fußballkommentatorenguru“ Marco Röhling. Ich schätze an dem nämlich, dass er, obwohl sein Herz offensichtlich weiß-blau schlägt, durchaus wenns sein muss zu harter Kritik am Gekicke unserer Truppe fähig ist. Er ist kein sich-alles-schön-Schwätzer. Und eben dieser Marco Röhling hat in seiner Reportage mehrmals benannt, dass der Herr Perl für seinen Geschmack ziemlich rotlastig pfeift und dass ein Herr Beister mehr sich dramatisch windend auf der Wiese liegt als Fußball spielt, dass D’dorf in der 1. Hälfte echte Schwierigkeiten hatte und dass der Elfmeter die leider spielentscheidende Situation (nein, normalerweise mag ich diese Pele-Wollitz-Philosopie gar nicht!) war. Das alles habe ich auch gesehen! Dass kurz nach dem Elfer gleich das 2:0 fiel, war m. E. Pech. Ich glaub, die Jungs hatten vorher schon Wetten darauf abgeschlossen, ob D’dorf auch in diesem Spiel wieder nen Elfer absahnt oder nicht und waren derart konsterniert, als es dann tatsächlich passierte… genau wie ich, ich hatte mit meiner Tochter gewettet…
    Ehrlich: Nach dem 2:0 hätte ich auch das aufwändige Spielen eingestellt! Wozu sich aufreiben, wenn’s ohnehin keinen Sinn macht?! Düsseldorf wird in dieser Saison aufgestiegen, und fertig (Achtung: KEIN Grammatikfehler!). Dieses Spiel hätte ein Unentschieden und keinen Elfmeter verdient gehabt!
    Maßlos geärgert habe ich mich über den ersten Bericht bei derwesten, geliefert vom sid. Die Überschrift lautete: „MSV beim 0:2 chancenlos gegen Fortuna Düsseldorf“. Ich hätte k***** mögen! So sind sie, die Medien… Beim näheren darüber Nachdenken bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen: Ja, in der Tat, der MSV WAR chancenlos.“

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    • 4 Christian Moosbrugger 8. Dezember 2011 um 21:41

      Noch ein Detail: Gjasula wird ja viel gescholten, und im
      Bezug auf seine Offensive nicht immer zu unrecht. In der
      Elferszene ist er aber Teil der Abwehr, die eigentlich
      genau das Richtige tut: Beister wird gedoppelt und
      Gjasula macht den Weg zum Tor für ihn dicht. Das er dabei
      nach dem Ball fischt ist fast schon ein unbedingter Reflex
      und ihm deshalb zu unterstellen, er habe sich halt dämlich
      angestellt, weil Beister da einhakt, ist ungehörig.
      Jürgen Gjasula macht hier gar nichts falsch, sondern er
      und Beberovic stellen Beister konsequent und machen alle
      Räume für ihn zu. Trotzdem wird Gjasula medial zum
      Sündenbock und kann sich neben dem Ärger über einen unfairen Gegenspieler auch noch den Spott der eigenen
      und anderen reinziehen, während alle Beister beklatschen.
      Beister hätte auch gute Chancen auf einen Elfer gehabt,
      wenn er einfach zentral auf Gjasula aufgelaufen wäre,
      oder er hätte sich, als würde er gehalten, in diesen reinschrauben können. Was er halt richtig macht, ist,
      das er schon im Strafraum ist, ab da sieht der
      Verteidiger immer dumm aus, wenn so ein schneller
      Checker unterwegs ist. Ändern kann man das nur, wenn
      man die Schiedsrichter anhält, mehr wie in England zu
      pfeifen. Das Kriterium für einen Elfer wäre dort nicht,
      ob Gjasula Beister berührt und seinen Lauf somit
      unterbindet, sondern, wo der Ball ist, als Beister
      berührt wird. Im konkreten Fall ist ersichtlich, das
      Beister keinerlei Chance mehr hat, den Ball noch mal
      zu kriegen, schon bevor Gjasula ihn berührt, weil er
      ihn so vorlegt, das Berberovic bereits längst alles
      unter Kontrolle hat, als Beister runter geht. Im
      Stadion konnte man aus gut sechzig Metern Entfernung
      schon dadurch, das Beister voll flach auf dem Bauch
      landete (deshalb heisst es ja Schwalbe) einen ernsten
      Verdacht haben. Ich bin mir fast sicher, das der Schiri
      es nicht gesehen hat und nach dem Motto „im Zweifel für
      den Aufsteiger“ entschied.

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