Nicht an Sonntag denken, um den Sonntag zu erleben

In meinem Alter hat einem der eigene Körper nur bei sehr viel Glück und seltenenen genetischen Anlagen Erfahrungen mit den Segnungen der Medizin erspart. Nur der Deutlichkeit halber, es sind Segnungen. Wir Älteren kennen etwa noch den Zahnarztbesuch im Wissen ums mögliche Bohren ohne reibungsmindernden Wasserfluss am Zahnarztbohrer sowie der schmerzlindernden Spritze. Manche OP wurde bewältigt, manche Ungewissheit von diagnostischen Verfahren ertragen.

Das Spiel des MSV Duisburg gegen RB Leipzig am kommenden Sonntag weckt in mir kurioserweise dasselbe Verhalten, wie es sich bei mir in solchen möglicherweise körperlich unangenehmen Begegnungen mit den Segnungen der Medizin einstellte. Ich versuche bis zum Tag x, jeden Gedanken an das Ereignis selbst zu vermeiden. Zu groß ist die Sorge vor den erwarteten Schmerzen. Am Tag selbst aber bin ich auf eine Weise konzentriert und gefestigt, die es mir ermöglicht, jeden Moment des Geschehens mit vollem Bewusstsein wahrzunehmen und mit allem, was kommt, umzugehen.

Der Ausfall von Viktor Obinna macht es für mich noch notwendiger, die Beschäftigung mit dem Spiel des MSV gegen RB Leipzig erst am Sonntag zu beginnen. Auch was der Rotebrauseblogger schreibt, brachte keine Gelassenheit. Im Grunde bestätigt er nur mein eigenes Denken, das ich nur nicht in Worten formuliere, weil es die Aura des schlechten Vorzeichens mit sich bringt. Aber wenn er das macht, kann ich schnell den Gegenzauber sprechen und alle guten Geister des Pott-Fußballs beschwören, damit seine Prognose der SC Paderborn hätte es am Sonntag sehr viel einfacher als der MSV Duisburg nicht wirklich wird. Ja, im Grunde bestätigt er zudem meine Befürchtung, wie ernst es RB Leipzig am Sonntag noch sein wird.

Lassen wir das also, viel lieber denke ich bis Sonntag daran, dass in meinem Leben bei all meinen sorgenvollen Zeiten mit den Segnungen der Medizin am Ende alles gut ausgegangen ist. Ich lebe noch. Wenn sich der MSV daran vielleicht ein Beispiel nehmen könnte für einen nächsten Schritt auf dem Weg zum entsprechenden Zweitligaschicksal.

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2 Responses to “Nicht an Sonntag denken, um den Sonntag zu erleben”


  1. 1 sp470sp470 12. Mai 2016 um 21:12

    …diese subjektive Gewissheit bzw der Optimismus, den ich sonst eigentlich immer hatte, wenn es um wichtige und noch wichtigere Spiele bei uns ging, ist mir im Laufe dieser Saison komplett abhanden gekommen. Das fühlt sich nicht gut an. Ganz im Gegenteil. Immer Alles Geben! Nur der MSV!
    lg sp
    Ob Liga 1, ob Liga 3
    Für immer MSV
    Ob Rasen- oder Ascheplatz
    mit Stolz trag ich den Trikotsatz

    • 2 Kees Jaratz 13. Mai 2016 um 05:16

      Ich kann momentan jedes Wort beim gemeinsamen Angehen des Sonntags gebrauchen. Danke! Kratzen wir aus den verstecktesten Ecken noch die letzten Krümel Hoffnung zusammen. #WeiterDabeiZebrasInDer2


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