Hier sollte eine Überschrift zum MSV stehen

Ein paar Jahre ist es nun schon her, dass ich ein Spiel des MSV nicht der Mühe wert empfand, weitere Worte darüber zu verlieren. Nach dem Schlusspfiff im Spiel des MSV gegen Greuther Fürth war es dann wieder so. Gestern dachte ich tatsächlich wieder, die aufgewendete Arbeit hier muss doch in einem Verhältnis zu der Leistung der Mannschaft stehen. Als erstes habe ich mir die Überschrift gespart.

Aber ihr könnt ja nicht sehen, wie langsam ich mich dem Laptop näher. Ihr könnt nicht sehen, wenn ich statt mit zehn Fingern im Drei- bis Fünffingersuchsystem tippe. Ihr könnt nicht sehen, wenn ich aufstehe, gedankenlos herumlaufe, mich wieder setze, nur auf den Rand des Stuhls, den Seitenrand natürlich, und während des Setzens den Bildschirm zuklappe. Wie das passiert ist, weiß ich nicht. Ihr könnt nicht sehen, dass ich mit zugeklapptem Bildschirm dennoch mal versuche durch den Laptop-Kunststoffmantel die Tasten zu drücken. Irgendwie könnte das doch eine Wirkung haben. Solch unsinniges Arbeiten könnt ihr einfach nicht sehen. Ihr könnt nicht sehen, wie ich nach all meinem vergeblichen Drücken ganz langsam diesen Bildschirm mit meiner Nase zu heben versuche. Also muss ich Leistung doch in Worten verdeutlichen, und das benötigt eine Qualität, die die Mannschaft des MSV nicht gezeigt hat.

Eine Szene des Spiels hat man sehen müssen, um die Leistung der Mannschaft an diesem Tag zu begreifen. Es war um die 67. Minute herum. Ein Fürther Angriff war abgewehrt worden. Etwa acht Spieler des MSV befanden sich gestaffelt auf Höhe des Fünfmeterraums und am Strafraumrand. Nach der Klärung des Angriffs war der Ball wieder bei den Fürthern im Halbfeld gelandet. Die Fürther Offensive verringerte ihr Tempo dabei nicht. Dieser zweite Ball wurde sofort wieder in einer schnellen Spielaktion weiter verarbeitet. Was aber machten die Spieler des MSV? Alle Spieler rückten zwar synchron in Richtung des Balles, es muss aber genauer gesagt werden, wie sie aufrückten. Sie gingen Richtung des Balles und jede Gangart, die ihr dabei vor Augen habt, ist noch zu schnell. Diese Orientierung hin zum Ball geschah in einer Art Trainingsspaziergang. Wir sahen die Aufführung eines Balletts zu einer Musik, für die im Kreuzworträtsel die Lösung immer heißt: Largo.

Diese Szene zeigte, warum der MSV es nicht schaffte einen 1:0-Rückstand aufzuholen, der schon in der zweiten Minute feststand. Ein Fehler in der eigenen Hälfte führte zu dem Tor der Fürther. Auch dieser Fehler als Kombination von Rückpassspiel von Stanislav Iljutcenko, Ballsicherungsversuch durch Gerrit Nauber und Wegrutschen von Daniel Davari vor dem Herauslaufen ist bezeichnend für das derzeitige Spielvermögen des MSV. Die Fürther waren jederzeit gedankenschneller, bissiger und technisch besser.

Die wenigen Chancen des MSV verdecken nur die grundsätzliche Unterlegenheit der Mannschaft. Wie soll diese Mannschaft je ein Tor erzielen? In keinem der vier Spiele sah es so aus, als könne ein Tor alleine durch das gezeigte spielerische Vermögen zustandekommen. In allen vier Spielen habe ich sehr schnell das Glück und den Zufall als unbedingt notwendige Voraussetzung für ein Tor eingerechnet. Wir sehen, wie schnell die Mannschaft sich verunsichern lässt. Wir sehen Frustration. Die Spieler laufen und laufen, und es kommen kaum sinnvolle Spielaktionen dabei herum. Wenn der Gegner den Ball besitzt, laufen sie ihm hinterher. Eigener Ballbesitz geschieht trotz mässigem Tempo durch die halblangen Bälle oft zu unkontrolliert. Anstrengung ohne den kurzzeitigen Erfolg im Spiel ist demotivierend. Ich brauche noch ein paar Tage für ein wenig Zuversicht. Gut, dass die Länderspielpause mir dazu Gelegenheit gibt.

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